COOK MAL TÜRKISCH

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Filiz Penzkofer: COOK MAL TÜRKISCH

Verlag: Gräfe und Unzer

Preis: 19,99 €

„Neue Türkische Küche zwischen Fastfood und Fingerfood und Gerichte mit Geschichte“

 Worum geht’s? Wie geht das denn und geht das überhaupt: ein Kochbuch mit türkischen Rezepten, die irgendwo zwischen Berlin und Ankara liegen, gleichzeitig sich überall sonst noch so bedienen, wie es gerade gefällt?

Was ist drin? Ja, das geht sogar wunderbar, hat bisher nur keiner den Mut dazu gehabt, geschweige denn eine Idee, sowas zu machen. Dazu musste erst Filiz Penzkofer kommen, die in ihrem spannenden Buch einen modernen Mix aus Slowfood und Fastfood, Orient und Okzident mit vielen witzigen persönlichen Geschichten rund um Filiz’ türkisch-deutsche Familie, spannende Neuköllner Begegnungen und kulinarische Erlebnisse mit und in der jungen türkischen Küche präsentiert und mich damit total begeistert hat! Da kann es schon mal sein, dass die Spreewaldgurken einen fulminanten Gastauftritt bei den türkischen Köfte hinlegen und man sich fragt, warum man das selbst noch nicht probiert hat.

Die Rezepte von Filiz sind in die Kategorien „Meze“, „Halbmond-Fastfood“, „Istanbul daheim in Deutschland“ und „Paradies und Engelshaar (hier gibt es das süße Seelenfutter)“ eingeordnet und da gibt es so herrliche Sachen, wie

„KETCH-ARAB“ eine leckere feurig, tomatig, orientalisch Soße, die nicht nur Pommes oder Bratwurst glücklich machen, sondern auch ein prima Begleiter für Nudeln sein können.

Einen türkischen „SCHNEEWITTCHENSALAT“, der aus weißen Bohnen, schwarzen Oliven und roten Granatapfelkernen besteht und super lecker aussieht.

„NEUKÖLLN FRIED OKRA“

„KÖFTE mit Spreewaldgürkchen

und den ORIENTAL CHEESECAKE muss ich unbedingt am Wochenende probieren.

Fleischgerichte gibt es eher wenige, aber das entspricht ja sowieso dem Zeitgeist und finde ich auch richtig hier.

Beim Durchblättern sind aber noch viele weitere „gelbe Zettelchen“ ins Buch gewandert, weil es einfach so viele wirklich spannende Kreationen gibt, die mich ungeheuer angemacht haben.

Das fröhliche blau gehaltene orientalische Layout und die tollen Fotos von Thorsten Suedfels haben das Ihrige dazu beigetragen.

Wer ist die Autorin? Filiz Penzkofer – 1985 in München geboren, Mutter Türkin, Vater Deutscher – studierte in Bamberg und Ankara Journalismus, Germanistik und Turkologie. Nach einem Auslandsaufenthalt in Lissabon wohnt sie in Berlin. Seit über zwei Jahren schreibt sie eine wöchentliche Kolumne für den Bayerischen Rundfunk: „Notizbuch kulinarisch“ handelt von Gerichten mit Geschichten bzw. türkischen Speisen, die so kuriose Namen tragen wie „der Imam ist in Ohnmacht gefallen“. 

Als Kind mangelte es ihr an nichts: Ihr Vater bekochte die Familie abends mit der Spitzenküche seiner Kochbuch-Idole und die Mutter lieferte mittags erstklassige türkische Hausmannskost. Möglicherweise ist das eine Erklärung dafür, warum sie in ihren Rezepten beherzt und kreativ und ohne zu viel Respekt Dinge miteinander kombiniert auf die andere nie kommen würden.

Bitte weiter so, mir gefällt das super!

Was ist besonders? Ein tolles schwungvolles Koch- und Lesebuch, das ich gar nicht mehr aus der Hand legen kann, wenn ich nicht gerade begeistert durch die leckeren und sehr spannenden Rezepte blättere und mir überlege, was ich noch unbedingt probieren möchte, bleibe ich bei den lustigen Anekdoten hängen und amüsiere mich köstlich!

Über die Oma die als Maßangabe für die richtige Mehlmenge für einen gelungenen Manti-Teig die Maxime ausgibt „Der Teig muss sich genauso so anfühlen, wie sich dein Ohrläppchen anfühlt!“

Über den „Deutsch-Türkischen Anti-Kapitalismus-Snack“, der sich als Simit-Kringel mit Schokolade entpuppt und vieles mehr.

Ich habe mich vortrefflich unterhalten!

Fazit: * * * * * Ein sehr spannendes Kochbuch, das mit modernen türkisch inspirierten alltagstauglichen Rezepten und sehr unterhaltsamen Geschichten zu glänzen weis. Mir macht das Buch ungeheuer Spaß und ich empfehle es gerne weiter!

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