Luisa kocht!

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Luisa Giannitti: Luisa kocht

 Verlag: Edel Books

Preis: 19,95 €

 Worum geht‘s  Neapel bedeutet für die Italienerin Luisa Giannitti nicht nur Kindheitserinnerungen, sondern ist auch eng verknüpft mit ihrer kulinarischen Begeisterung. „Arancini“, „Pizzette“ und saftige Pasta – bei den Gerichten ihrer Heimat gerät die studierte Sprach- und Literaturwissenschaftlerin ins Schwärmen. Deshalb hat sie ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und betreibt heute einen Catering-Service in Berlin. Die kulinarischen Geheimnisse der neapolitanischen Küche gibt Luisa nicht nur in dem schönen Buch „Luisa kocht“, sondern auch in Videos („Essen und Trinken“) und in Kochkursen an interessierte Hobby-Köche weiter.

Was ist drin?  Im Buch stellt uns Luisa ihre 50 besten Rezepte vor: von klassisch-traditionellen neapolitanischen Geheimrezepten ihrer Familie hin zu überraschend-modernen, zeitgemäßen urbanen Gerichten und Variationen, bei denen es am großen Tisch mit Freunden und der Familie höchst gesellig zugeht.

Folgerichtig ist das der Inhalt auch in die Rubriken klassisch, neapolitanisch, zeitgemäß und gesellig aufgeteilt.

Dies mag zunächst ungewöhnlich erscheinen, hat mich am Ende aber überzeugt! Das Buch möchte eben nicht nur die allseits beliebten Klassiker präsentieren, sondern bemüht sich außerdem um einen regionalen (süditalienisch-neapolitanischen) Ansatz. Was mir stimmig erscheint, ist die Autorin doch gebürtige Neapolitanerin.

Außerdem und das ist wirklich großartig, bringt uns Luisa Giannitti auch moderne Kreationen und Variationen mit, wie sie eben im Italien von heute gegessen werden. Das war längst mal fällig in einem italienischen Kochbuch und geht nicht anders, wenn man authentisch bleiben will und in einer Stadt wie Berlin wohnt und Kochkurse gibt wie Luisa. Da wollen die Teilnehmer auch schon mal wissen, ob die Alltagsküche in Italien immer noch täglich so aufwendig zelebriert wird, denn auch hier gehen Menschen arbeiten und müssen den modernen Verlockungen (Zeitfressern) wie Internet und mobile Kommunikation täglich widerstehen.

Rezepte für die gesellige Runde, sind bei italienischer Küche einfach nicht wegzudenken und es gefällt mir auf die Auswahl und Expertise eine Italienerin zurückzugreifen, die auch weiß, wie meine deutschen Gäste so ticken und mir bei Planung und Zusammenstellung einfach unnötige Umwege abnimmt. Herzlichen Dank dafür Luisa!

 Lieblingsrezepte:

 „Arranci con Zafferano e Pomodori Secchi“

(Reisbällchen mit Safran und getrockneten Tomaten)

„Caprese al Chicolatto“

(Kuchen aus Capri mit Mandeln, Schokolade und Espresso)

„Grissini“

(selbstgemachte Grissini)

Was ist besonders? Luisa ist ein echtes Naturtalent, Sie gibt auch mir das Gefühl, bei den sizilianischen „Arranci“ das kann ich mir auch zutrauen! Bislang habe ich diese zwar in einem Sizilien Urlaub vor einigen Jahren sehr genossen, habe mich aber nicht getraut es selbst zu machen. Schien mir einfach zu kompliziert und zu aufwendig. Vielleicht sollte ich es auch mal mit den „Grissini“ probieren, wollte ich doch auch schon immer mal probieren, diese Supermarktdinger, sind nun wirklich nicht der Brüller.

Als echter „Foodie“ legt Luisa Giannitti viel Wert auf die besten Produkte: Wir schlendern mit ihr über den Markt, bekommen viele Tipps der Produzenten und lernen so ganz nebenbei den Pizzabäcker, Enzo Coccia, dessen Pizzeria „La Notizia“ 2010 als erste im Guide Michelin gelistet wurde, kennen. Wie schön, dass er uns dann auch noch sein Geheimrezept für die ultimative Pizza Margaritha verrät. Auch das macht dieses schöne Kochbuch so authentisch und vor allem kurzweilig.

Mein Fazit: * * * * * Die große Stärke des schönen Buches ist die Präsenz und Kompetenz der Autorin! Es macht Spaß sich der Führung von Luisa anzuvertrauen und ihre Leidenschaft für die neapolitanische Küche ist ansteckend! Die vielen Tipps und Tricks zu jedem Rezept geben Sicherheit, Italienisch Kochen mit einer Expertin, die alle ihre kleinen Tricks und Geheimnisse verrät und außerdem sehr genau weiß, wie moderne Kreationen und Abwandlungen heute genossen werden, macht einfach sehr viel Spaß und genau das was ich mir von diesem Buch erwartet habe!

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Deutscher Wein und deutsche Küche

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Paula Bosch/Tim Raue: Deutscher Wein und deutsche Küche

Callwey Verlag

Preis: 39,95 €

„Deutscher Wein kommt nicht allein“

 Worum geht’s?  Der Siegeszug des deutschen Weins in den letzten Jahren ist ungebrochen. Kenner aus aller Welt sorgen dafür, dass die Spitzenlagen heute größtenteils direkt per Auktion nach Übersee gehen. Der Weg dahin war allerdings nach dem großen Skandal 1985 hart und steinig und hat in vielen Betrieben zum völligen Umdenken geführt, plötzlich interessierte sich niemand mehr für die beliebige Masse, sondern es sollte wieder um das Unverwechselbare gehen, das jede Lage, jede Region und jeden Winzer ausmacht. Heute 30 Jahre später kann dieser Umbruch als gelungen beurteilt werden.

Deshalb ist es verwunderlich, dass die Regale in den Geschäften immer noch voll mit Italiener, Franzosen, Italiener, Australier und Südafrikaner sind und die Abteilung mit den einmischen Produkten häufig eher eine untergeordnete Rollen spielt. Irgendwie scheint es in unserem Bewusstsein noch nicht angekommen zu sein, dass in Deutschland inzwischen hervorragende Weine gemacht werden, für die wir in der ganzen Welt bewundert werden und mit Recht stolz darauf sein können, weil dies das Ergebnis der eigenen Handschrift der deutschen Winzer seit der Krise ist.

Und obwohl der Trend zur sogenannten Heimatküche, die sich wieder mehr mit regionalen Spezialitäten beschäftigt deutlich erkennbar ist, scheint es so zu sein, dass viele glauben, dass mit deutschem Wein und deutschen Spezialitäten kein großes Kino möglich ist.

Dass sich dies jetzt ändern kann, beweisen Paula Bosch (Deutschlands bekannteste Sommelière) und der zwei Sterne Koch Tim Raue im vorliegenden Buch „Deutscher Wein und deutsche Küche“ auf beeindruckende Weise.

 Was ist drin?  Im ersten Teil des Buches portraitiert Paula Bosch insgesamt 100 Winzer aus den 13 Anbaugebieten von der Ahr bis nach Württemberg.

Die Auswahl ist persönlich und spiegelt natürlich auch die Erfolge der letzten 30 Jahre deutscher Weingeschichte wieder. Es sind aber vor allem Winzer, die mutig ihre elterlichen Betriebe komplett umgekrempelt haben oder auf deren Erfolge aufbauen konnten und die sich heute selbstverständlich mit ihrer Ausbildung und ihrem Fachwissen nicht hinter den internationalen Kollegen verstecken müssen.

Alle Portraits sind sehr persönlich und präsentieren die Menschen hinter dem Wein als sympathische Menschen, die mutig und engagiert ihr Schicksal in die Hand genommen haben und das lieben, was sie tun. Jedes Portrait gibt weiterhin Auskunft über deren besten Lagen und die charakteristischen Weine bzw. wo diese Tropfen preislich einzuordnen sind.

Im Vorfeld gibt es eine nützliche Übersichtskarte zum jeweiligen Gebiet. Außerdem erklärt Paula Bosch in ihrer Einleitung die VDP-Klassifikationspyramide (Verband deutscher Prädikats-Weingüter) und geht in einem Steckbrief auf das typische für die einzelnen Rebsorten getrennt nach Weiß- oder Rotwein ein. Gerade hier ist das Layout phänomenal geschmackvoll gelöst und beweist das Händchen der Büchermacher hinter den Autoren.

Tim Raue beweist einmal mehr in den 50 von ihm beigesteuerten Rezepten, dass er einer der besten seines Fachs ist. Die Zwiebelarte kommt beispielsweise nicht als deftige Wuchtbrumme daher, sondern als feine Delikatesse. Seine Hühnersuppe schmeckt so wie es ein soll und wartet mit einer interessanten zitronigen Einlage auf und eine Garnitur aus frisch geriebenen Meerrettich, frischem Galgant und Schnittlauch können das Ganze noch toppen! Zusammen mit Paulas Wein-Tipp lässt sich damit in Nullkomma Nichts das ganz große Kino zelebrieren. Ich bin komplett begeistert und habe das wirklich nicht so deutlich erwartet. Die Rezepte sind sicherlich keine Hausfrauenküche, aber alle auch für sogenannte „Normalos“ wie mich unproblematisch nach zu kochen!

 Abschließend gibt es noch eine Liste der präsentieren Weingüter mit allen Kontaktinformationen.

 Ausstattung (dunkel Lila großformatiger Einband, hochwertiges Papier, Fadenheftung) und Layout können diesen sehr hochwertigen Eindruck exzellent ergänzen!

 Wer sind die Autoren?

 Paula Bosch ist Deutschlands bekannteste Sommelière. Ihre legendären Kolumnen im SZ-Magazin machten sie einem großen Publikum bekannt, zahlreiche Buchprojekte, unter anderem in Kooperation mit Eckart Witzigmann, wurden zu Bestsellern. Sie war 20 Jahre lang Chef-Sommelière im Münchner Restaurant Tantris und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Stiftung Brillat-Savarin Sommelière des Jahres 1984, Gault-Millau Sommelière des Jahres 1988 und 5 Star Award 2013 One of the Finest Sommeliers Worldwide.

Tim Raue wurde in Berlin-Kreuzberg geboren und wurde mit gerade 23 Jahren Küchenchef in einem der besten Berliner Restaurants. 1998 erhielt er vom Feinschmecker den Titel Aufsteiger des Jahres. Der Gault-Millau kürte ihn 2007 zum Koch des Jahres, vom Guide Michelin erhielt er 2012 zwei Sterne für sein Restaurant Tim Raue. Mittlerweile hat Raue vier Restaurants, u. a. La Soupe Populaire, das auf die deutsche Küche spezialisiert ist.

 DER FOTOGRAF
Joerg Lehmann
ist Fotograf aus Leidenschaft. Der Wahlberliner spezialisierte sich schon in seiner Zeit in Frankreich auf die schönen Themenfelder Essen, Trinken und Reise. Seine Aufträge führen Lehmann durch die Welt, immer auf der Suche nach dem Besonderen. Und das Besondere findet er zielsicher. Er arbeitete bereits mit den großen Köchen Frankreichs. Für Callwey stand er bereits für “Filmrezepte”, “Tantris” und “Deutsche Weine und deutsche Küche” hinter der Kamera.

 Fazit: Ein Wein- und Kochbuch der Extraklasse, dass nicht nur Liebhaber überzeugen wird, sondern auch die Anfänger bei ihrer Annährung an das Phänomen deutscher Wein vortrefflich an das Thema heranführt und sicherlich ein ganz tolles Weihnachtsgeschenk!

Lieblingssuppen

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Autoren: Janneke und Serge Philippi: Lieblingssuppen

Matthaes Verlag

Preis: 29,90 €

„Suppen machen satt und glücklich“

 Worum geht’s?  Immer wieder wurde die Food-Stylistin Janneke Philippi gefragt, was denn bei ihr zu Hause auf den Tisch kommt. Diese Frage war dann der Anstoß zu dem schönen Titel Lieblingssuppen, den sie gemeinsam mit ihrem Mann dem Food-Fotografen Serge Philippi jüngst im Matthaes Verlag veröffentlicht hat.

Durch die Arbeit der beiden sind der Kühlschrank und die Speisekammer bei den Philippis immer gut gefüllt. Und aus all dem Gemüse, das nach einem Tag Fotoaufnahmen in der der Küche übrig geblieben ist, lässt sich mit der Hilfe von ein paar Gewürzen und Kräuter häufig schnell die eine oder andere Lieblingssuppe zaubern.

Suppen sind auch eine herrliche Möglichkeit, ganz unkompliziert eine größere Anzahl von lieben Menschen am Esstisch glücklich zu machen oder hier und da auch mal zu Begeisterungsausrufen zu bringen, ohne dass man selbst dabei in Stress kommt, ganz besonders wenn man nicht über viel Zeit zum Kochen verfügt.

Wichtig für mich ist aber dabei auch immer ein Rezept, das kreativ ist und mit überraschenden Kombinationen zu überzeugen weiß. Ich habe gerne und häufig Gäste und da kann es auch gerne mal nur ein „Süppchen“ sein, aber ich möchte meine Gäste auch begeistern und mit etwas überraschen, was sie so noch nicht probiert haben.

Was ist drin?  Beim ersten Durchblättern bin ich erstmal vollkommen begeistert, alle 50 Rezepte sind ungeheuer appetitlich und geschmackvoll fotografiert, dass ich ganz hingerissen war.

 Die Rezepte sind regional nach Jahreszeiten gegliedert im Kapitel

 Frühling

 hatte es mir besonders die Sauerampfersuppe mit Gorgonzola angetan. Die lila Rosmarin- und Thymianblüten sind optisch einfach eine Wucht!

im Sommer Teil

 sprechen mich besonders die Zucchini-Parmesansuppe & das Burrata-Caprese-Brötchen und die Blumenkohlcremesuppe mit Kräutercrostini toppt diesen Eindruck noch.

im Herbst Kapitel

hätte ich mir bei der Suppe aus gerösteten Gelben Möhren mit Harissa-Creme-fraiche, allerdings ein umfangreicheres Rezept gewünscht. Yanneke geht leider nicht auf die Zubereitung von Harissa ein, gekauftes Harissa ist aber häufig nur scharf, weil Harissa eben manchmal nicht aus gerösteten Paprika gemacht wird, sondern mit getrockneten Chilis. Damit kann man aber die gewünschte süß, cremig, würzige Note nicht erzielen.

Auch wird die Basis des Ganzen leider nicht sehr umfassend beleuchtet. Eine gute Brühe, auch wenn es sich nur um eine Gemüsebrühe handelt, ist aber die Voraussetzung für einen unvergleichlichen guten Geschmack. Für Köche ist das sicherlich selbstverständlich, Leute die aber nicht jeden Tag in der Küche stehen, können hier sicherlich den einen oder anderen Tipp oder gut gebrauchen. Da das Inhaltsverzeichnis hier nicht unterstützt, stolpert man eher zufällig beim Blättern über das Grundrezept für eine würzige Fleischbrühe, auf die Herstellung von Gemüse- oder Hühnerbrühe wird nur als Variante recht kurz eingegangen. Schade da wäre wirklich mehr drin gewesen.

im Winter Teil

ist die Rosenkohlsuppe mit Speck und Gorgonzolasahne wieder lecker und stimmig.

im Kapitel für alle Jahreszeiten

 gefällt mir die herzhafte Linsen-Kichererbsensuppe und irritieren die Pansotti mit Zucchiniblüten als Einlage in der kräftigen Ochsenschwanzbrühe mit Tortellini. Weniger wegen der Kombi, aber Zucchiniblüten als Zutat in einem Kapitel, wo es um Rezepte geht, die man zu jeder Jahreszeit servieren kann, sind für mich leider nicht stimmig.

Die Rezepte werden köstlich ergänzt mit selbstgemachten Grissini, Käsewindbeuteln oder Pesto-Schneckennudeln und so manchen mehr. Hier spricht das Händchen der erfolgreichen Food-Stylistin eine deutliche Sprache, die Ideen dazu sind wirklich klasse und machen richtig was her.

Praktische Hinweise für die vegetarische, vegane und glutenfreie Ernährung runden das ganze ab.

Die Rezepte sind allesamt leicht nach zu kochen, grundsätzlich hätte ich mir aber bei einzelnen Rezepten ein bisschen mehr Mut gewünscht beim Einsatz von Gewürzen und Kräutern. Das hohe Niveau von Fotos und Inszenierung wird leider nicht immer gehalten, wenn man das Rezept nicht nur als Anregung versteht. Für einen Profi oder Koch sicherlich kein Problem, aber wer eher wenig Erfahrung mit Gewürzen und Kräutern hat, braucht sicherlich mehr als einen Anlauf bis einiges auch geschmacklich zum Knaller-Rezept wird. Ich bin da aber wirklich furchtlos was das Würzen angeht und wandle inzwischen viel nach meinem Geschmack ab.

 Wer sind die Autoren?

 Janneke Philippi schreibt regelmäßig für das beliebte und erfolgreiche Magazin ‚delicious’ und betreibt zusammen mit ihrem Mann, dem Food-Fotografen und Grafiker Serge Philippi, das Studio Philippi, wo auch die Food-Fotografien entstehen. Ihre Bücher sind in ihrer Heimat den Niederlanden zu Bestsellern avanciert.

 Was ist besonders?  Die Rezeptfotos und Styling-Tipps sind ganz großes Kino und haben mich wirklich restlos begeistert, selten habe ich da besseres gesehen.

 Fazit: Lieblingsuppen liefert interessante und leckere Rezeptideen und herrliche Styling-Tipps für einen köstlichen Suppen-Abend in netter Gesellschaft, die den Hobbykoch, aber auch den Profi begeistern können!

Easy Indisch Vegetarisch

 

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Madhur Jaffrey: „Easy Indisch Vegetarisch“

Knesebeck Verlag

Preis: 34,95 €

„Die neue Bibel der indischen vegetarischen Küche“

 Worum geht’s?  Ich liebe indische Küche, weil sie in meinen Augen, die aromatischte und ausgewogenste Küche der Welt ist! Man wird bei jedem Bissen aufs Neue überrascht, wie vielfältig hier mit Gewürzen kombiniert wird und die einzelnen Komponenten fügen sich auf magische Art und Weise zu einem einzigartigen Ganzen zusammen. Viele Gerichte haben eine lange Tradition und dienen häufig auch einem gesundheitlichem Nutzen.

Sehnsüchtig habe ich deshalb auf das neue Buch von Madhur Jaffrey „Easy Indisch Vegetarisch“ aus dem Knesebeck Verlag gewartet.

Die Autorin präsentiert insgesamt stolze 200 vegetarische Rezepte aus den unterschiedlichsten Regionen des spannenden Subkontinents. Bei der Recherche zum Buch wurde keine Mühe gescheut und viele interessante Gerichte aus den verschiedenen Regionen zusammengetragen. Außerdem ist es Madhur Jaffrey wichtig, welche Essgewohnheiten verschiedene indische Gemeinschaften pflegen und wie ihre Mahlzeiten aussehen, denn so lernt man ihrer Meinung nach, am besten die unterschiedlichen vegetarischen Küchen Indiens kennen.

 Was ist drin?  Das Buch gliedert sich in die folgenden Kapitel

 Einführung

 (hier ist wirklich das wichtigste kurz und knapp erklärt, die Auswahl der Themen lässt aber deutlich erkennen, dass hier ausgesprochene Expertise unterwegs ist. Wir lernen z. B. wie man mit „Tarka“ jedem Gericht noch einen extra Aroma-Kick geben kann)

 Suppen, Vorspeisen & Häppchen

 (Lieblingsrezepte: Frittierte Kohlpuffer, Salat aus Puffreis, Gurken, Zwiebeln und Tomaten)

 Gemüse

 (Lieblingsrezepte: Kartoffeln mit Kreuzkümmel und Asofoetida, Pfannengerührter Riesenkürbis oder Butternusskürbis)

Dals: Hülsefrüchte & Co.

 Die Kapitel zum Thema Hülsenfrüchte und Getreide sind wahre Schatzkisten und rechtfertigen allein schon den Kauf des Buches, ich habe so viel gefunden, was ich unbedingt nachkochen möchte!

 Los geht’s mit den ganzen roten Linsen mit Kreuzkümmelschalotten und dem Curry aus grünen Linsen und Grünkohl.

 Getreide: Reis, Grieß & Quinoa

 (Lieblingsrezepte: Beeren-Pilaw, ein echtes Wow-Rezept mit Safran, Kardamom, Nelke und Berberitzen und die Reisflocken mit Tomaten, ein spannendes Rezept eines Foodbloggers)

 Getreide: Brot, Pfannkuchen, Snacks & Nudeln

(Lieblingsrezepte: Reismehlpfannkuchen, Kartoffel-Pattys)

 Eier & Milchspeisen

 (Lieblingsrezepte: Würzige Blumenkohl-Omeletts, Indischer Frischkäse in Tomaten-Butter-Sauce

 Chutneys, Relishes & Salate

 Auch hier bin ich von der Fülle der präsentierten tollen Rezepte, total begeistert.

 Los geht’s mit dem einfach gewürzten Joghurt nach südindischer Art und dem spannenden Joghurt-Ananas Salat nach Kerala-Art.

 Drinks, Süßspeisen & Desserts

 (Lieblingsrezepte: Ingwer Zitronengras-Limonade aus Sri Lanka, Karamellisierte Bananen mit Sesamsamen)

Die Ausstattung des Buches ist hochwertig (Fadenheftung, beschichtetes Papier), das Layout mit seinen Paisley-Mustern und dem geschmackvollen grün gemusterten Pappeinband sind klasse und gefallen mir ausgesprochen gut.

Es gibt zwar nicht zu jedem Rezept ein Foto, aber die Fülle der Rezepte und Informationen macht das mehr als wett! Schön auch, dass auf typische Impressionen aus dem indischen Alltag nicht verzichtet wurde, die allesamt geschmackvoll sind und nirgendwo verklärend!

 Wer ist die Autorin?  Madhur Jaffrey, Autorität und Grande Dame der indischen Küche, wurde in Delhi geboren. Sie schrieb bisher 15 Kochbücher und moderierte die eigene Kochsendung „Madhur Jaffrey’s Indian Cookery “ für die BBC. Außerdem ist sie eine gefragte Schauspielerin, die in über 20 Filmen mitwirkte. Sie lebt in England.

Was ist besonders?  Madhur Jaffrey ist eine Institution an der man nicht vorbei kommt, wenn man sich für indische Küche interessiert. „Easy Indisch Vegetarisch“ ist in meinen Augen aber ihr bislang bestes Kochbuch zum Thema.

 Warum lässt sich schnell begründen:

Die Gerichte sind authentisch und modern, die Autorin hat nicht nur Rezepte zusammengetragen, sondern auch als Expertin nicht die Mühe gescheut, vor Ort noch mal zu recherchieren, Madhur Jaffrey hat z. B. in Bombay 2 Juweliere begleitet, um zu erfahren, was und wie sie zu Mittagessen. Neugierig war sie auch darauf, wie vegetarische Küche in den zahlreichen indischen Ashrams praktiziert wird und besuchte dazu den Aurobindo-Ashram in Dehli. Das schöne Buch enthält viele weitere nützliche Informationen und stellt dabei bei jedem Rezept den Kontext her, was ich ungemein wichtig finde.

Außerdem hat sie eigens für das Buch einige moderne indische Gerichte extra für das Buch kreiert, die zwar mit traditionellen indischen Gewürzen zubereitet werden, dennoch aber westlichen Ursprungs sind, wie z. B. die in der Pfanne gegrillte Zucchini mit würziger Tomatensauce oder das Mangos Mumtaz, ein wunderbar schaumig leichtes Mangodessert. Das ist mir bei einem Buch, das im Jahr 2015 zum Thema erscheint ebenso wichtig. Auch die indische Küche entwickelt sich weiter, denn auch hier ändern sich langsam aber stetig die Lebensumstände. Außerdem haben die vielen Exil-Inder, besonders in Großbritannien, nach vielen Jahren in ihrer neuen Heimat einen eignen Stil gefunden und bereiten Zutaten aus ihrer neuen Heimat auch auf indische Art und mit typischen Zutaten und Gewürzen der indischen Küche zu. Konsequenter Weise sollte sich das auch in einem guten Kochbuch über indische vegetarische Küche seinen Niederschlag finden. Das ist Madhur Jaffrey mit dem Buch auf beeindruckende Weise gelungen und macht das Buch so authentisch!

 Die vorgestellten Rezepte sind nicht schwierig zuzubereiten, manche mögen viele Zutaten und Zeit beanspruchen, aber sie sind niemals kompliziert. Madhur Jaffrey gelingt es perfekt, etwas zu vereinfachen, wenn das nicht auf Kosten von Geschmack und Aroma geht, wie z. B. bei dem Rezept für die „Kartoffeln mit Kreuzkümmel und Asofoetida“.Diese Vereinfachung gehen aber nie auf Kosten von Geschmack von Aroma oder gaukeln uns vor, dass das immer möglich ist! Muss es auch nicht, schnippeln und schneiden kann so herrlich entspannend sein und das schöne Gefühl, dass sich einstellt, wenn es dann auch noch lecker schmeckt, ist sehr erfüllend und schwer zu toppen.

 Fazit: Ein wunderbares und einzigartiges Kochbuch zur modernen indischen Küche, weil es authentisch bleibt und trotzdem vieles neues präsentiert und dabei noch sehr viele nützliche Informationen liefert. Dieses Buch wird seinem Anspruch einer modernen Bibel zur indischen vegetarischen Küche beindruckend überzeugend gerecht!

 Für mich ein Must-Have nicht nur Liebhaber der indischen Küche, sondern auch Vegetarier sowie Nicht-Vegetarier werden mit Sicherheit vieles Leckeres finden, dass sie gerne in ihr Repertoire aufnehmen! Ich freue mich sehr, dass der Knesebeck Verlag diese schönen Titel in solch hervorragender Ausstattung auf Deutsch veröffentlicht hat!

Das Foodtruck-Kochbuch

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Das Foodtruck-Kochbuch

Edition Michael Fischer

Preis: 24,99 €

„Next stop: Foodtruck!“

 Worum geht’s?  Foodtrucks sind im Moment in aller Munde und schießen wie Pilze aus dem Boden, längst sind Foodtrucks zum kulinarischen Bestandteil der täglichen Mittagszeit in vielen Städten geworden und das ist bei weitem nicht mehr nur ein Phänomen in Großstädten wie Berlin und München.

Aber was macht die Faszination Foodtruck eigentlich aus? Ganz einfach: Jeder Trucker lebt und liebt sein Produkt, meist ein ganz spezielles oder was Neues, häufig nur ein Hauptprodukt, aber immer regional, oft Bio, lecker, gesund, aber keine billige Massenware! Foodtrucker haben in der Regel auch immer eine liebevolle Verbindung zu ihrem umgebauten Truck und schätzen den direkten Kundenkontakt und das ehrliche Feedback der Kunden sehr und sind inzwischen überall dort anzutreffen, wo Menschen ihre Mittagspause verbringen oder zu einem der zahlreichen Streetfood-Festivals zusammen kommen.

 Was ist drin?  Service-Wüste Deutschland ade! Genießen Sie mit dem schönen Buch zum hippen Trend-Thema eine Reise durch Deutschland, Österreich und die Schweiz, lernen Sie dabei diese interessante Spezis und ihre Produkte kennen und lassen Sie auch gerne durch deren Lieblingsrezepte inspirieren!

Im schönen Buch aus der Edition Michael Fischer werden insgesamt 21 Foodtrucker portraitiert und wir erfahren sehr viel über deren Beweggründe und ihr Genuss-Credo.

Alle Portraits sind äußerst kurzweilig und spannend, weil es den Autoren gelungen ist, hier sehr persönliche Geschichten zu erzählen. Man spürt überall das Herzblut mit dem die Akteure vor Ort agieren und wie stolz und glücklich sie sind, wenn ihr Engagement durch das positive Feedback ihrer Kunden bestätigt wird.

Da sind Daniela und Jenny von „Nonido“ aus München zwei ehemalige Betriebswirt­schaftlerinnen, die auch Kolleginnen waren und die Bedürfnisse ihrer Kunden nach etwas leichtem und frischem in der Mittagspause aus eigener Erfahrung gut kennen. Aber was macht man, wenn man wenig Zeit hat, die Schlange vor der Supermarktkasse endlos scheint oder der Kellner die Ruhe weg hat. Ganz einfach, darauf sind die beiden Ladys mit ihrem stylischem Truck spezialisiert, z.B. mit einem kleinen „Sattlat aus roter Bete und Orange“, wirklich sehr lecker und super schnell und einfach nachzumachen.

Oder Myriam (aus Nizza) und Florian (aus dem Allgäu) haben sich mit ihrem Foodtruck „Heißer Hobel“ und den leckeren Allgäuer Käsespätzle in Berlin längst als Institution etabliert, obwohl es außer den Spatzen nichts anderes in ihrem Angebot gibt. Die Kunden stört das nicht, denn nirgendwo sind sie so lecker, denn ihre Philosophie ist: Gute Produkte frisch, schnell, hausgemacht! Sie verwenden deshalb zweierlei Bergkäse (6 und 12 Monate gereift) und einen 5-monatigen Emmentaler aus der kleinen Bio-Käserei „Obere Mühle“ von Florians Eltern in Bad Hindelang, auch sonst versuchen sie möglichst viele weitere Komponenten in Bioqualität einzusetzen.

Ergänzt werden diese sehr persönlichen Begegnungen, die mir ausnehmend gut gefallen haben, weil ich immer das Gefühl hatte, hier lerne ich die Akteure wirklich kennen und erfahre etwas über die Menschen im Truck, das hat mich wirklich überzeugt!

Bei den präsentierten 57 Rezepten der Trucker kommen Veganer und Vegetarier ebenso auf ihre Kosten wie Liebhaber von Hamburgern und anderen Fleischgerichten. Mich hat sehr vieles angesprochen, alles ist mit verhältnismäßig wenig Aufwand zu machen und vor allem die Empfehlungen von Menschen, die jeden Tag mit ganzen Herzen bei der Sache sind und uns ihre lang erprobten Lieblingsrezepte verraten. Das macht sie so besonders und hat mich sehr begeistert.

Das Buch portraitiert die angesagtesten Foodtrucker im deutschsprachigen Raum und liefert viele weitere Informationen zum Thema.

 Lieblingsrezepte:

 „Süßer Couscous-Salat“

 „Chocolate-Cherry-Brownie“

 „Fish-Tacos“

 Was ist besonders? Die sehr gelungene Kombination aus Sachbuch mit allen nützlichen Informationen zum neuen Trend-Thema und den spannenden persönlichen Portraits der Protagonisten der Szene sowie deren leckeren Geheimrezepte haben mich überzeugt!

Ausstattung und Layout sind wertig, modern und gleichzeitig rustikal. Besonders die Schwarzweiß-Fotos bei den Trucker-Collagen haben mich sehr angesprochen.

Die witzigen Piktogramme in Form von Trucks, zeigen nützlicher Weise an, wieviel Zeitaufwand notwendig ist.

 Fazit: Das Foodtruck-Kochbuch hat mich konzeptionell überzeugt und sehr gut unterhalten und die probierten Rezepte haben Spaß gemacht und köstlich geschmeckt!

Wild auf Schokolade

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Eveline Wild: Wild auf Schokolade

Pichler Verlag

24,90 €

„Köstlich kreative Schokoladenkreationen – oder von Könnern lernen!“

 Worum geht’s?  Eveline Wilde die preisgekrönte Konditorin, Jurorin („Deutschlands bester Bäcker“ ZDF) und Fernsehköchin (ORF) lässt uns in ihrem Vorwort zum schönen Titel „Wild auf Schokolade“ wissen, dass Schokolade eigentlich eine späte Leidenschaft von ihr ist. Davor war sie dem Zucker zugetan und hat hier alles in filigrane, bunte und hochglänzende Schaustücke verwandelt, was ihr in die Hände kam und damit stetig einen Preis nach dem anderen eingeheimst.

Nachdem sie nun seit 2008 mit ihrem Lebensgefährten, Stefan Eder (von dem auch die schönen Fotos im Buch sind), ein Hotel in der Steiermark führt, hat sie ihr Interesse für dieses tolle Produkt aber stetig gesteigert. Das Hotel verfügt über keine eigene Patisserie und Eveline hatte festgestellt, dass viele Gäste gerne selbstgemachte Mitbringsel für ihre Lieben zu Hause erstehen. Bestärkt von der positiven Resonanz auf die selbst hergestellten Sirupe, hat sie sich dann den Luxus gegönnt und sich personalisierte Schokoladentafel-Formen geleistet und das schlug sozusagen ein wie eine Bombe bei den Gästen und war der Anfang einer leidenschaftlichen Beziehung zu allem schokoladenem.

Was ist drin?  Zu Beginn des Buches geht es erstmal um die theoretischen Grundlagen (Verarbeitung/Kakao- u. Schokoladensorten, Arbeitsgeräte) und der Fragestellung, wie die Schokolade nach Europa kam.

 Die folgenden 65 wunderbar kreativen Rezeptideen gliedern sich in die folgenden Kapitel

 Schokolade heiss – kalt

 Es gibt z. B. eine „Hot Bounty“-Schokolade, die es mir sofort angetan hatte und die „Schokoladen-Holunderblüten-Eistorte mit Schokostroh“ sieht einfach umwerfend aus. Praktisch, dass gleich ein QR-Code und eine Youtube-Anleitung zur Herstellung des Schokostrohs mit geliefert wird. Das wird sowohl den Anfänger als auch den Profi-Bäcker begeistern, denn die Kreationen von Eveline haben alle den Wow-Faktor und sind nirgendwo gewöhnlich, da sind die Deko-Anleitungen eine tolle Sache!

 Desserts

 Hier setzt sich fort was schon begonnen hat, alle Rezepte können mühelos auch den verwöhnten Genießer schon rein optisch beeindrucken.

Torten

 Die „Beeren im Schokomantel“ und der „Schwarzwälder-Kirsch-Trifle“ haben es mir hier besonders angetan.

 Kuchen und Tartes

 Meine Lieblingsrezepte: „Frankfurter Kranz auf steirisch“ (mit Kürbiskernöl, tolle Idee). „Mousse-Chocolat-Tarte“ (Toll die Ausrollanleitung für den Mürbeteig, damit der perfekt gelingt.)

 Knsuprige Kleinigkeiten

 Viele interessante Pralinenkreationen für Anfänger („Schokoladen-Salami“) und Profis („Marzipanpralinen“).

 Deko-Ideen & Arbeitstechniken

 Viele nützliche Tipps und praktische Foto-Step-by-Step-Anleitungen, die vor allem ambitionierten Laien helfen, es den Profis hier gleichzutun. Mich überzeugt hier z. B. die sehr anschauliche Fotoanleitung, die das Temperieren der Schokolade Schritt für Schritt mit allen Kniffen erklärt.

 Abschließend folgen die sehr nützlichen Rubriken Glossar und Rezeptregister.

 Was ist besonders?  „Wild auf Schokolade“ liefert nicht nur sehr kreative Wow-Rezepte auf hohem Niveau, die ambitionierte Laien und Profis gleichermaßen begeistern wird, sondern alle Deko-Techniken sind mit QR-Codes oder Youtube-Anleitungen anschaulich präsentiert. Das gefällt mir ausgesprochen gut, so traut man sich auch mal an was Aufwändigeres ran. Die sehr ansprechenden Fotos von Stefan Eder, verstehen die perfekte Inszenierung noch zu steigern!

Auch die wertige Ausstattung mit Fadenheftung und beschichtetem Glanzpapier, das auch den Einsatz in der Küche nicht krumm nimmt, haben mich überzeugt.

Fazit: * * * * * Ein außergewöhnliches Buch zum Thema Schokolade, dass mit Kreativität besticht und gleichzeitig sehr gute Step-by-Step Anleitungen liefert, die man nur von Könnern erhalten kann. Ein Buch, das besonders ambitionierte Hobby-Bäcker/innen, und Konditoren begeistern wird.

Craft Beer Kochbuch

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Thorsten Goffin/Stevan Paul/Daniela Haug: Craft Beer Kochbuch

Christian Brandstätter Verlag

Preis: 34,90 €

„Wer Bier trinkt lebt hundert Jahre“ (italienisches Sprichwort)

Worum geht’s?  Keine Frage,- so viel Bier wie zurzeit war selten! Kaum ein Wochenende, an dem sich nicht irgendwo in Europa tausende Menschen träfen, um auf Festivals gemeinsam Bier zu probieren, kein Monat, in dem nicht irgendwo eine Brauerei mit der Produktion von individuellen, handwerklich hergestellten Bieren weit abseits der Uniformität der großen, bekannten „Fernsehbiere“ startet.

Craft-Beer – vom angelsächsischen Begriff für Handwerk – lautet der Name des Phänomens, dessen Ursprünge jenseits des Atlantiks liegen. Begonnen hat dort alles vor mehr als drei Jahrzenten als trotzige Reaktion auf die extrem monoton gewordene amerikanische Bierlandschaft. Brauen zur Selbsthilfe, sozusagen. Inzwischen ist daraus eine weltweite Bewegung erwachsen, die auch endlich in Deutschland einen neuen Trend zum handwerklich gut gemachten Bier in Gang gebracht hat. Grund genug für Thorsten Goffin, Stevan Paul und Daniela Haug, uns mit einem exzellent gemachten Buch zum Thema zu erfreuen.

 

Was ist drin?  Im einleitenden Teil geht es um das „Wesen des Brauens“, das sogenannte „IPA“ (India Pale Ale – den Bier Stil, der das Phänomen Craft-Beer repräsentiert wie kein anderer. Diese Biere sind mit ihrem vielfältigen und komplexem Bouquet ein völlig neues Geschmackserlebnis) Ein weiteres Kapitel „Bitter sweet symphony“ geht auf die Kombination aus Bier und Speisen und die damit einhergehenden Geschmackserlebnisse ein, in „Bier und Glaskultur“ wird auf die richtigen Glas Wahl eingegangen, denn Craft-Beer sollte aufgrund der komplexen Aromen niemals aus der Flasche oder Dose getrunken werden.

Eine Tabelle mit Bierglasformen und Empfehlungen, für welche Bierstile diese optimal passen ergänzt dies wunderbar und ist nicht nur grafisch sehr schön gemacht, sondern auch wirklich nützlich. Eine „Einladung zum Tasting“ beschließt den Einleitungsteil, hier macht Thorsten Goffin Lust aufs Probieren, am Besten in netter Runde, denn Craft-Beer lässt sich inzwischen deutlich besser beschaffen, als noch vor einigen Jahren, denn es gibt jetzt passend zum Trend vieler Ortens kleine Spezialgeschäfte, die sich auf diese Biere spezialisiert haben.

Im zweiten Teil folgen auf mehr als hundert Seiten tollte Rezepte von Stevan Paul, die sich in die Kapitel „Feine Vorspeisen und kleine Gerichte“; „Fisch und Meeresfrüchte“; „Fleisch und Rotisserie“; „Klassische Bierküche und Biersnacks“; „Süßes und Desserts“ gliedern. Innerhalb dieser Kapitel finden wir außerdem Reportagen zu den 13 besuchten Craft-Beer-Brauereien, die uns von Australien und durch Europa führen, schön dass nsgesamt 9 interessante Produzenten in Deutschland und Österreich dabei sind, alles immer mit einem sehr unterhaltsamen Portrait und einer Erklärung zu dem charakteristischen Bier Stil mit sehr informativem Steckbrief, der hier jeweils gepflegt wird.

Meine Lieblingsrezepte:

 „Handkäs mit Blasmusik“ (besticht mit einer fränkischen Biermarinade)

„Bacon Jam“ (würzige Toasties mit einer genial leckeren Jam-Marmelade und Spiegelei)

„Apfel-Käse-Salat mit geräuchertem Scamorza“ (eine pikante Überraschung)

Und das Schöne ist, ich habe noch so viel gefunden, was auch noch unbedingt probiert werden muss!

 Wer sind die Autoren und Mitwirkende?

 Torsten Goffin lebt und arbeitet in Köln. Nach mehreren Jahren als Fotograf in der Werbebranche wechselte er vom Reich der Bilder ins Reich der Worte. Heute arbeitet er als Fernseh-Autor, Gastro-Journalist, Hochschul-Dozent und schreibt v.a. für den ZDF-Dauerbrenner SoKo. Seit 2009 betreibt Goffin „Allem Anfang“, einen Blog zu „Essen, Trinken und anderen Formen von Kultur“.

Stevan Paul ist freier Autor und gelernter Koch und lebt in Hamburg. Nach dem Erfolg seines Kochbuchs Deutschland vegetarisch (Brandstätter, 2013), landete er mit Auf die Hand einen Bestseller, der seit Erscheinen 2014 bereits in der 4. Auflage vorliegt. Stevan Paul ist Gründer eines der meistgelesenen Foodblogs im deutschsprachigen Raum: nutriculinary.com

Daniela Haug arbeitete als freie Producerin bei internationalen Filmprojekten mit, bis sie as:if Film Matters in London mitbegründete. 2001 siedelte sie nach Berlin über. Hier produziert sie Filme und web-orientierte Projekte für Kunden wie Mercedes Benz, Nike, WDR uva. Als Fotografin veröffentlicht sie in den Bereichen Food, Reise, Kunst und Cars in renommierten Magazinen und 2013, gemeinsam mit Stevan Paul, den Bestseller Auf die Hand.

 Was ist besonders?  Das Buch ist die perfekte Symbiose aus Sachbuch und Kochbuch, das bei mir keinerlei Wünsche offenlässt, dass kann man konzeptionell nicht besser machen!

 Die Rezepte haben mich allesamt komplett begeistert, weil alles harmonisch war und hier und da auch immer ein kleiner Kniff für den Wow-Effekt sorgt.

Restlos begeistert haben mich aber auch die Ausstattung und die tollen Fotos. Hier sitzt einfach jedes Detail, der Leser wird auf äußerst unterhaltsame Art durchs Thema geführt, kleine Grafiken und optische Textführung mit Hilfe von Schriften und Formaten, sorgen für Klarheit und Handschrift.

 Die Foto-Collagen und die sehr geschmackvollen Rezeptfotos ergänzen das vortrefflich!

 Einband und Papierauswahl sind eine wunderbare Verpackung und transportieren, das Thema nahezu perfekt, weil sie nicht nur sehr hochwertig sind, sondern auch immer die Assoziation eines Bierdeckels hervorrufen.

Fazit: * * * * *Ein tolles Buch zum Thema Craft-Beer, ein Must-Have für Bierliebhaber, Kochbegeisterte und Buchästheten, mich hat dieses Buch restlos begeistert!