Meine kleine Farm – Anleitung zur Selbstversorgung

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Miriam Wohleben/Peter Wohleben:

Meine kleine Farm – Anleitung zur Selbstversorgung

Ulmer Verlag

Preis: 29,90 €

„Selbstversorgung step by step!“

Worum geht’s? Vor 25 Jahren zog die Familie Wohlleben in das Forsthaus in Hümmel in einer kleinen Eifelgemeinde. Michael Wohlleben hatte als Förster die Stelle des Revierleiters übernommen, und dazu wünschte die Gemeinde den Bezug des alten Forstdienstgehöfts. Es bestand aus dem typischen Eifelhaus der 30er Jahre, einem Nebengebäude mit Hühner- und Schweinestall sowie einem 5.000 qm großen Garten.

Traditionell versorgten sich die Förster früher zumindest teilweise selbst mit Lebensmitteln. Doch beim Einzug der neuen Besitzer war davon nicht mehr viel zu spüren. Das Nebengebäude war zur Garage ausgebaut, der Garten mit Weihnachtsbäumen zugepflastert. Der Vorgänger hatte das Anwesen auf „pflegeleicht“ umgestellt, und das große Grundstück sollte über den Weihnachtsbaumverkauf die Miete tragen. Schnell stand für die Wohllebens fest, dass sie dem alten Gehöft wieder zur traditionellen Nutzung verhelfen wollten.

Die Weihnachtsbäume wurden verbannt und mit jedem Lebensmittelskandal, verging der Familie Wohlleben immer mehr die Lust auf industriell produzierte Produkte. Der Gemüsegarten wuchs von 8 qm auf 300 qm, es folgten Obstbäume u. Beerensträucher, Hühner, Kaninchen, Schafe, Ziegen und vor vier Jahren hielten auch zwei Bienenvölker Einzug.

Heute ist das Projekt Selbstversorgung zum Alltag für die Familie geworden und sie genießen, jede Mahlzeit mit den selbsterzeugten Lebensmitteln. Auf ihrem Weg zur Teil-Selbstversorgung haben sie stets mit Augenmaß agiert, Aufwand und Nutzen sollte möglichst dem Verhältnis 80/20 entsprechen und das bedeutete manchmal auch, ein paar Beeren, Kleinstkartoffeln oder Gartenecken der Natur zu überlassen, wenn die Ernte einfach zu mühsam geworden wäre.

Den Weg zu dieser kontinuierlichen Entwicklung zur Teil-Selbstversorgung und auch der reichhaltige Erfahrungsschatz, den die Autoren dabei gemacht haben, ist nun sachlich fundiert und anschaulich in dem schönen Buch „Meine kleine Farm“ für uns nachzulesen.

 Was ist drin?  Der Inhalt des Buches gliedert sich in die folgenden Teilbereiche

Wieviel darf es sein? Hier geht es um die grundsätzlichen Themen: Was will man? Wie ist das zu schaffen? Die eigene Scholle, Bodenpflege, Flächenplanung, Werkzeuge u. Maschinen etc.

Grünzeug so viel wie möglich?  Beantwortet Fragen zu Saat- u. Setzgut, Gemüse und Obst, Nüssen, Kräutern, essbare Blüten und Exoten.

Tierisch ernst….. Beschäftigt sich mit den vierbeinigen Freunden, wie Hühnern, Puten, Kaninchen, Ziegen, Schafen, Bienen und Fragen zur Futterhaltung und Schlachtung etc.

Vorratshaltung  Widmet sich u. a. der Fermentierung und Konservierung von Obst, Gemüse und Fleisch durch Entsaften, Trocknen, Vergärung, einmachen und einfrieren. Auch das Thema konservieren ohne Kühlung findet hier Erwähnung.

Bei „Dies und Das“  Geht es um Wasser, Nutzung von Regenwasser, Brunnen, der Energie aus dem Garten, Naturschutz und dem Umgang mit Kunststoffen.

Im Serviceteil  Finden wir nützliche Adressen und Institutionen, Literaturempfehlungen, ein Register.

Alles wird sachlich und sehr authentisch präsentiert, denn es ist das Ergebnis der eigenen jahrelangen Erfahrung und das macht das Buch auch so wertvoll.

Wer sind die Autoren?  Miriam Wohlleben, arbeitete früher als Industriekauffrau und leitet nach einer Kinderpause seit 10 Jahren den Bürobetrieb des Ruheforst Hümmel (Bestattungswald). Nachdem sie als echtes Stadtgewächs zunächst wenig mit dem Landleben liebäugelte, entbrannte ihre Liebe zum alten Forsthaus und den nach und nach hinzu gekommenen Tieren umso heftiger. Nach 25 Jahren kann sie sich ein Leben ohne Ziegen, Kaninchen und Gemüsegarten nicht mehr vorstellen.

Peter Wohlleben, studierte an der Fachhochschule Rottenburg Forstwirtschaft und kündigte nach 23 Jahren seine Beamtenstelle bei der Landesforstverwaltung Rheinland-Pfalz, um seine Vorstellungen von einer ökologischen Waldbewirtschaftung in der Gemeinde Hümmel (Eifel) umzusetzen. Seither lebt er dort mit seiner Familie in einem alten Forsthaus und versorgt sich weitgehend selbst mit natürlich produzierten Lebensmitteln. Außerdem hat er bereits einige vielbeachtete Bücher zum Thema Wald und Forstwirtschaft veröffentlicht.

 Was ist besonders?  Sehr angenehm und wirklich hilfreich für interessierte Nachahmer ist es, dass die Autoren, das Thema Selbstversorgung von der praktischen Seite und nicht von einer ideologischen Perspektive angehen und auch die eine oder andere humorvolle Anekdote präsentieren, wenn es mal nicht so gelaufen ist, wie es geplant war.

Ich selbst bin auf dem Land in den 60/70iger Jahren aufgewachsen und habe den ganzen Trend der frühen 80iger zur Selbstversorgung schon einmal erlebt. Die meiste Leute, die ich kenne, die das auch mal versucht haben, sind gescheitert, letztendlich an sich selbst, weil Ihnen nicht klar, was das bedeutet. Vor allem weil sie keinen Plan hatten und somit schnell durch Überforderung an ihre Grenzen kamen.

Das Ehepaar Wohlleben ist aber ihn ihrem Wirken absolut authentisch und glaubwürdig, stellt die richtigen Fragen, dass man nicht blauäugig in ein Abenteuer stürzt, dass man nicht einschätzen kann und sich erstmal klar wird, was man den eigentlich mit welchem Aufwand erreichen möchte und wieviel Platz man dafür hat.

Das ganze Buch ist als ein Mehrstufenplan zu verstehen, ebenso wie es die Familie selbst gemacht hat, schrittweise und mit Augenmaß und guter Vorbereitung und liefert auch vielfältige Möglichkeiten nur mit kleinen Teilbereichen zu starten, denn auch ein kleines Beet kann schon ein Anfang sein.

 Fazit: * * * * * Mir hat das Buch sehr gefallen, besonders weil die Autoren ebenso engagiert und glaubwürdig wie umsichtig agieren. Ein schönes sehr informatives Buch für Menschen, die sich für Selbstversorgung interessieren und nicht wissen, wo sie anfangen können. Das Buch bietet vielfältige Informationen, die weit über das Thema Selbstversorgung aus dem eigenen Nutzgarten hinausgehen und alles wird sehr praxistauglich und authentisch präsentiert.

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