Lieblingssuppen

Philippi_Lieblingssuppen - Kopie

Autoren: Janneke und Serge Philippi: Lieblingssuppen

Matthaes Verlag

Preis: 29,90 €

„Suppen machen satt und glücklich“

 Worum geht’s?  Immer wieder wurde die Food-Stylistin Janneke Philippi gefragt, was denn bei ihr zu Hause auf den Tisch kommt. Diese Frage war dann der Anstoß zu dem schönen Titel Lieblingssuppen, den sie gemeinsam mit ihrem Mann dem Food-Fotografen Serge Philippi jüngst im Matthaes Verlag veröffentlicht hat.

Durch die Arbeit der beiden sind der Kühlschrank und die Speisekammer bei den Philippis immer gut gefüllt. Und aus all dem Gemüse, das nach einem Tag Fotoaufnahmen in der der Küche übrig geblieben ist, lässt sich mit der Hilfe von ein paar Gewürzen und Kräuter häufig schnell die eine oder andere Lieblingssuppe zaubern.

Suppen sind auch eine herrliche Möglichkeit, ganz unkompliziert eine größere Anzahl von lieben Menschen am Esstisch glücklich zu machen oder hier und da auch mal zu Begeisterungsausrufen zu bringen, ohne dass man selbst dabei in Stress kommt, ganz besonders wenn man nicht über viel Zeit zum Kochen verfügt.

Wichtig für mich ist aber dabei auch immer ein Rezept, das kreativ ist und mit überraschenden Kombinationen zu überzeugen weiß. Ich habe gerne und häufig Gäste und da kann es auch gerne mal nur ein „Süppchen“ sein, aber ich möchte meine Gäste auch begeistern und mit etwas überraschen, was sie so noch nicht probiert haben.

Was ist drin?  Beim ersten Durchblättern bin ich erstmal vollkommen begeistert, alle 50 Rezepte sind ungeheuer appetitlich und geschmackvoll fotografiert, dass ich ganz hingerissen war.

 Die Rezepte sind regional nach Jahreszeiten gegliedert im Kapitel

 Frühling

 hatte es mir besonders die Sauerampfersuppe mit Gorgonzola angetan. Die lila Rosmarin- und Thymianblüten sind optisch einfach eine Wucht!

im Sommer Teil

 sprechen mich besonders die Zucchini-Parmesansuppe & das Burrata-Caprese-Brötchen und die Blumenkohlcremesuppe mit Kräutercrostini toppt diesen Eindruck noch.

im Herbst Kapitel

hätte ich mir bei der Suppe aus gerösteten Gelben Möhren mit Harissa-Creme-fraiche, allerdings ein umfangreicheres Rezept gewünscht. Yanneke geht leider nicht auf die Zubereitung von Harissa ein, gekauftes Harissa ist aber häufig nur scharf, weil Harissa eben manchmal nicht aus gerösteten Paprika gemacht wird, sondern mit getrockneten Chilis. Damit kann man aber die gewünschte süß, cremig, würzige Note nicht erzielen.

Auch wird die Basis des Ganzen leider nicht sehr umfassend beleuchtet. Eine gute Brühe, auch wenn es sich nur um eine Gemüsebrühe handelt, ist aber die Voraussetzung für einen unvergleichlichen guten Geschmack. Für Köche ist das sicherlich selbstverständlich, Leute die aber nicht jeden Tag in der Küche stehen, können hier sicherlich den einen oder anderen Tipp oder gut gebrauchen. Da das Inhaltsverzeichnis hier nicht unterstützt, stolpert man eher zufällig beim Blättern über das Grundrezept für eine würzige Fleischbrühe, auf die Herstellung von Gemüse- oder Hühnerbrühe wird nur als Variante recht kurz eingegangen. Schade da wäre wirklich mehr drin gewesen.

im Winter Teil

ist die Rosenkohlsuppe mit Speck und Gorgonzolasahne wieder lecker und stimmig.

im Kapitel für alle Jahreszeiten

 gefällt mir die herzhafte Linsen-Kichererbsensuppe und irritieren die Pansotti mit Zucchiniblüten als Einlage in der kräftigen Ochsenschwanzbrühe mit Tortellini. Weniger wegen der Kombi, aber Zucchiniblüten als Zutat in einem Kapitel, wo es um Rezepte geht, die man zu jeder Jahreszeit servieren kann, sind für mich leider nicht stimmig.

Die Rezepte werden köstlich ergänzt mit selbstgemachten Grissini, Käsewindbeuteln oder Pesto-Schneckennudeln und so manchen mehr. Hier spricht das Händchen der erfolgreichen Food-Stylistin eine deutliche Sprache, die Ideen dazu sind wirklich klasse und machen richtig was her.

Praktische Hinweise für die vegetarische, vegane und glutenfreie Ernährung runden das ganze ab.

Die Rezepte sind allesamt leicht nach zu kochen, grundsätzlich hätte ich mir aber bei einzelnen Rezepten ein bisschen mehr Mut gewünscht beim Einsatz von Gewürzen und Kräutern. Das hohe Niveau von Fotos und Inszenierung wird leider nicht immer gehalten, wenn man das Rezept nicht nur als Anregung versteht. Für einen Profi oder Koch sicherlich kein Problem, aber wer eher wenig Erfahrung mit Gewürzen und Kräutern hat, braucht sicherlich mehr als einen Anlauf bis einiges auch geschmacklich zum Knaller-Rezept wird. Ich bin da aber wirklich furchtlos was das Würzen angeht und wandle inzwischen viel nach meinem Geschmack ab.

 Wer sind die Autoren?

 Janneke Philippi schreibt regelmäßig für das beliebte und erfolgreiche Magazin ‚delicious’ und betreibt zusammen mit ihrem Mann, dem Food-Fotografen und Grafiker Serge Philippi, das Studio Philippi, wo auch die Food-Fotografien entstehen. Ihre Bücher sind in ihrer Heimat den Niederlanden zu Bestsellern avanciert.

 Was ist besonders?  Die Rezeptfotos und Styling-Tipps sind ganz großes Kino und haben mich wirklich restlos begeistert, selten habe ich da besseres gesehen.

 Fazit: Lieblingsuppen liefert interessante und leckere Rezeptideen und herrliche Styling-Tipps für einen köstlichen Suppen-Abend in netter Gesellschaft, die den Hobbykoch, aber auch den Profi begeistern können!

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