Das große Specktackel

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Bettina Snowdon/Martin Lagoda/Wolfgang Schardt:

Das große Specktakel – Das Kochbuch

Becker Joest Volk Verlag

Preis: 29,95 €

 „Respeckt, Respeckt!“

 Worum geht’s?  Ein Wortspiel im doppelten Sinne in dem schönen Buch „Das große Specktakel, geht es um den Respekt vorm Speck. Genau richtig, die leckere Sache vom Schwein, ist hier einer der Hauptdarsteller, ob nun fett oder mager, grün, durchwachsen, gesalzen gepökelt oder geräuchert und um alle andere Sorten bei denen die Schwarte lacht und kracht. Aber nicht nur das Schwein hat Anspruch auf die Urheberrechte beim Speck, sondern es werden auch Ente, Gans und Rind mit ihren gepolsterten Partien gewürdigt.

Ergänzt wird das ganze durch sehr informative Beiträge wie z. B. zu Herkunft, Sorten, Verarbeitung, „unzertrennliche Begleiter“ und vieles mehr rund um das Thema Speck.

Wie sieht’s aus?  Das Buch besticht mit einem sehr geschmackvollen schwarzen Einband, mit weißer Schrift und witzigen Speckfähnchen auf dem Cover. Insgesamt erinnert der Einband an eine Schiefertafel, weiterhin eine sehr wertige Ausstattung mit Fadenheftung und sehr modernem Layout in rosa und schwarz gehalten.

Außerdem Fotos, von Wolfgang Schardt, für mich aktuell der beste Food-Fotograf in Deutschland, der als einer Pioniere, des Mystic Light“ bekannt wurde. Sein Geheimnis dabei: „So viel natürliches Licht wie möglich, dazu viel Struktur und wenig Farbe und dann kommen so herrliche Fotos zustande wie im vorliegendem Buch und bei jedem läuft einem förmlich das Wasser im Mund zusammen!

 Was ist drin oder Speck in seiner ganzen Vielfalt?

 Die Kapitelaufteilung orientiert sich orginellerweise an den unterschiedlichen Specksorten, es geht los mit

 „Grob und fein gewürfelt“

 (Dem Schinkenspeck sei Dank, hier gibt es leckere Rezepte vom Flammkuchen (mit Sauerteig) über die Quiche Lorraine, einem Speckbrot, den herrlichen Südtiroler Speckknödeln und dem „Snack bei dem die Schwarte kracht“ und der sich als genial leckere selbstgemachte Schwarten-Chips entpuppt).

 „In zarten Streifen“

 (Weiter geht es mit herrlichen hauchdünnen Schinkenspeck-Streifen und Rezepten vom Speckcarpaccio mit Steinpilzen über einen Feldsalat mit Speck, Orangen und Walnüssen bis hin zu ungeheuer schmackhaften Schweinemedaillons im Speckmantel.)

 „In dicken Scheiben“

 (Kommen die Speckseiten zu einem fulminanten Auftritt z. B. beim süßen Speck mit Spitzkohl und bei einem Sauerkrautessen auf traditionell elsässische Art.)

  „Saftige Stücke“

 (Hier treffen wir die alten Bekannten, wie eine leckere Erbsensuppe, Birnen, Bohnen und Speck und neue Freunde wie den sehr delikaten Schinkenspeckbraten in Apfelwein und Senfkruste.

 „Flüssig und Fest“

 (Überrascht mit Schmalz vom Borsten- und auch vom Federtier beim sächsischen Zwiebelfleisch, dem ungarischen Gänsegulasch und beim ostpreußischen Honigkuchen und vielem mehr.)

 „Behutsam dosiert“

 (Beschäftigt sich mit Rezepten, bei denen der Speck sich während der Zubereitung „dünne“ macht und zurückbleiben Aroma und Duft, wie bei den litauischen Piroggen oder dem italienischen Gemüse-Linsen-Eintopf.)

 Wer soll angesprochen werden?  Foodies, Ästheten und Genießer, mit einem Hang zur deftigen bodenständigen Küche.

 Wer sind die Autoren?  Bettina Snowdon studierte an der Justus-Liebig-Universität in Gießen Diplom-Oecotrophologie. Ihren schon immer skeptischen Blick auf vermeintlich selbstverständliche Ernährungsregeln und -empfehlungen schärfte sie danach zunächst durch ihre Mitarbeit bei einem ernährungswissenschaftlichen Informationsdienst, der die gängigen Gesundheitsregeln ebenso kritisch hinterfragt wie die Versprechungen der Ernährungsindustrie.

Danach begann sie, sich ihrem Lieblingsthema Kochen auch beruflich auf genussvollere Weise zu nähern: Sie gestaltete viele Jahre als Lektorin, Programmplanerin und Projektmanagerin mit dem Schwerpunkt Essen und Trinken in verschiedenen Buchverlagen die Kochbuchlandschaft mit, darunter bei Falken, Moewig und Edel. Heute verfolgt sie ihre Leidenschaft fürs Büchermachen auch als Selbstständige. Sie konzipiert, schreibt, lektoriert und übersetzt Koch- und Ernährungsbücher und entwickelt Rezepte für Verlage und Firmen.

Als Autorin gelingt es ihr, auch schwierige gesundheitliche und ernährungswissenschaftliche Zusammenhänge leicht verständlich zu vermitteln – und damit zu beweisen, dass gesunde Ernährung nicht nur ganz einfach sein kann, sondern auch Spaß macht.

Wolfgang Schardt ist ein Poet der Fotografie mit einer unverwechselbaren, sensiblen Handschrift. Sein moderner Bildstil ist durch eine reduzierte Klarheit und einen ausgeprägten Sinn für Ästhetik sowie Farb- und Lichtwirkung gekennzeichnet. Seine Bilder sind Kunstwerke. Sie sind nicht nur von beeindruckender Schönheit. In ihnen kommt – ganz profan – auch die Liebe des Fotografen zum Essen und Trinken zum Ausdruck, seine Lebensfreude.

Wolfgang Schardt lebt in Hamburg und arbeitet für Magazine, Verlage und im Bereich der Werbung. Er fotografiert bevorzugt Food, Stills und Interior.

 Was ist besonders?  Sehr schön, dass die Autoren auch den Blick über den Tellerrand wagen und nicht nur Heimatküche präsentiert wird!

 Die Zusammenstellung der Rezepte und Themen ist ausgesprochen harmonisch und ergänzt durch die wunderschönen Fotos von Wolfgang Schardt, wird daraus ein echtes Meisterwerk für alle, die es deftig lieben!

 Schade, dass leider in einigen Rezepten Brühwürfel verwendet werden, bei einem Kochbuch mit diesem Programm bzw. bei den Autoren hätte ich da anderes erwartet, auch wenn dadurch die Benutzerfreundlichkeit steigt.

Fazit: Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich empfehle es gerne allen weiter, die es deftig lieben, Spaß an wunderschönen Fotos haben und Wert auf gut funktionierende Rezepte legen!

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