Ein Sommer wie damals

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Claudio del Principe: Ein Sommer wie damals. Italien

Unvergessliche Rezepte, Musik und Amore

Christian Brandstätter Verlag

Preis 29,90 €

 „Man kocht italienisch, Verzeihung Herr Polt, aber das lassen wir uns nicht nehmen!“

Worum geht’s? – oder mit einem Italiener durch das echte Italien

Seit jeher träumen wir Deutschen vom Land südlich der Alpen: Das Meer, die Sonne, der Wein, „l’amore“, das sind Fernweh- Rezeptoren, die ihre Wirkung nicht verfehlen! Wenn wir inzwischen auch noch weiter entfernte Urlaubsziele anpeilen, so lieben wir doch immer noch das Bild Italiens, das in unserer Fantasie verankert ist. Es erinnert an „dolce far niente“, an die Leichtigkeit des Lebens und an viel, viel Sonne und vor allem hervorragendes Essen.

 Claudio del Principe, Wahl-Schweitzer mit italienischen Wurzeln, Blogger und Autor, hat sich im letzten Sommer auf einen nostalgischen Trip durch Italien begeben. Von Ligurien über Venetien bis nach Apulien und an die Amalfiküste. Immer auf der Suche nach romantischsten Erinnerungen (z. B. an die jährlichen italienischen Sommerferien mit den Eltern) und der echten italienischen Küche, für die er mit seinem Blog wie kaum ein anderer steht. Also optimale Voraussetzungen sich seiner fachkundigen Führung an zu vertrauen, denn kompetente Begleitung macht schon mal den Unterschied, da wird aus Einheitsbrei auch schon mal großes Kino!

Nirgendwo auf der Welt lässt sich vortrefflicher genießen und in Anlehnung an Gerhard Polt und seinen Film „Man spricht Deutsch“, kocht man hier noch immer mit Leidenschaft und große Engagement italienisch. Zum Glück, denn Italiener sind uns genusstechnisch um einiges überlegen, vielleicht auch, weil hier in der Gastronomie die Frauen den Kochlöffel schwingen, Männer begnügen sich in Italien gerne mit der Rolle der Gastgeber. Das mag mit ein Grund sein, warum in der italienischen Küche Handwerk und Tradition immer noch eine sehr große Rolle spielen.

Wie sieht es aus – oder Italiener haben Geschmack!

Um noch mal auf Herrn Polt zurück zu kommen, nein kurze Hosen, Strümpfe und Sandalen gehen gar nicht! Pfui, so was wollen wir nicht sehen, passiert einem auch mit Italienern nicht, denn die haben Geschmack! Auch hier wurde nicht gespart: senfgelber wertiger Leineneinband und Lesebändchen in den Nationalfarben sind sehr geschmackvoll und stimmen gleich richtig ein und die Bauchbinde entführt mit der geschmackvollen Fotocollage direkt in einen italienischen Sommer, ich freue mich schon, denn im Juli ist es bei mir soweit und ratet mal, welches Kochbuch mich begleiten darf? Die Ausstattung ist mit dicken angerauten Papier und Fadenheftung hochwertig und das Layout schlicht und schick. Das schöne Buch besticht mit zeitloser Eleganz, wie wir sie auch bei italienischen Design-Produkten kennen und lieben.

Was ist drin – oder echte unverfälschte italienische Küche muss sein!

Claudio präsentiert in den Kapiteln Antipasti, Primi, Secondi und Dolci auch die allseits geliebten Klassiker,  wie Spaghetti Carbonara und ein Vitello Tonnato, die wir alle so lieben und auf die wir immer gerne zurückgreifen, allerdings in seiner ganz persönlichen Handschrift, nämlich stets so unverfälscht und puristisch wie möglich! Der Koch serviert die Spaghetti  Carbonara– wie in Italien üblich – ohne die lästige Sahne oder Schinkenwürfel, dafür aber mit echter Guanciale (geräucherter Schweinebacke). Beim Vitello Tonnato, nimmt er sich die Freiheit, das Kalbsfleisch englisch zu braten, Recht so!, der Mann  weiß offenbar genau was er tut, denn das macht das Fleisch wesentlich zarter und sorgt außerdem für eine schöne blassrosa Farbe. Hier zeigt Claudio eindrucksvoll, dass man gutes auch noch besser machen kann und er beweist für mich Händchen und Fingerspitzengefühl, ohne die perfekte Genuss-Erlebnisse niemals gelingen. Das gefällt mir und nimmt mich sehr für den Autor ein, den ich bisher noch nicht kannte.

Mehr als nur die perfekte Variante von italienischen Klassikern!

Darüber hinaus hat er aber auch viele unbekannte Schätze aus versteckten Regionen gefunden und ihnen zu einem Auftritt auf der großen Bühne verholfen und hier stechen mir besonders die Abruzzesischen Arrosticini  (Schafsfleisch-Spieße, eine Spezialität aus den Abruzzen, die im vorerst im September dort im Original probieren werde) und die Kichererbsen-Pizza ins Auge.

Und sonst noch? – jede Menge italienisches Lebensgefühl direkt in unsere Küche!

Er verrät uns außerdem wichtige Tipps für seine liebsten italienischen Sommergerichte und das alles serviert mit sehr anregenden persönlichen Gedanken zum italienischen Sommer und zur italienischen Lebensart, die sehr unterhaltsam ein Stück des echten Italiens in unsere Küche holen. Es gibt köstliche Geschichten, z. B. über ein Abendessen in Venedig mit dem besten Platz im Restaurant, nämlich direkt an der Küche und einem regen Austausch mit hungrigen Gondolieri, wo man den besten Fisch essen kann. Nachdem diese gehört hatten, was Claudio sonst noch so kulinarisch in Venedig vorhatte, gab es erstmal ein Lokalverbot für Venedig und den direkten Einsatzbefehl sich unverzüglich nach Pellestrina (Insel in der Adria, die einen Teil des Abschlusses der Lagune von Venedig in Richtung offene See bildet), denn nirgendwo sonst kann man besser die venezianische Fischküche lieben lernen, meinen zumindest die Herren Gondolieri! Außerdem viele unkomplizierte Ideen, wie wir – die unverzichtbar zur italienischen DNA gehörenden – sonnenreifen Tomaten am besten kulinarisch in Szene setzen. Oder wir lernen den Bäcker Tomas Marrazini und seine italienische Mutter-Hefe, mit Namen „Eleonor“ kennen, in die nicht nur er ganz vernarrt ist, sondern sicherlich auch seine Kunden, denn die Focaccia mit Zucchiniblüten sieht einfach toll aus. Liebe Zucchini-Pflänzchen in unserem Wochenend-Gärtchen, Ihr müsst Euch beeilen, ich brauche unbedingt bald Eure Blüten, denn ich will das unbedingt auch probieren.

So klingt ein perfekter italienischer Sommer!

© Claudio Del Principe/Brandstätter Verlag

© Claudio Del Principe/Brandstätter Verlag

Was wäre der italienische Sommer ohne einen echten Sommerhit, der das Zeug hat uns mit Lichtgeschwindigkeit, zurück in den Urlaub zu beamen und der es schafft, auch wenn wir längst wieder zu Hause sind, das Gefühl von Freiheit und Lebensfreude in unser Herz und in unsere Gesichter zu zaubern. Claudio del Principe versucht es mit seiner ganz persönlichen Sommerplaylist.

Was ist besonders?

Ein Stück vom echten Italien, viele neue Entdeckungen und Lebensfreude frei Haus!

Bei einem italienischen Kochbuch, taucht ja schnell die Frage auf, Mensch brauch ich noch eins? In diesem Fall ja – dieses Buch brauchen Sie, wenn Sie unverfälschte, authentische Rezepte wollen, auch mal was Neues und bisher nicht Entdecktes suchen, was Sie eben nicht schon Hundert Mal woanders gesehen haben, Ihnen schön und hochwertig gemachte Büchern Spaß machen und Sie ein Faible für gute Unterhaltung haben. Mir hat es sehr gut gefallen und ich möchte es in meiner Bibliothek nicht missen, denn ich habe mich neben dem Kochen bei der Lektüre auch noch köstlich unterhalten!

Vielen Dank für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

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