Eat on the street

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Jutta Mennerich: Eat on the street

Fotos Stefan Braun

ZS Verlag

Preis: 19,99 €

 „Streetfood United!

 Worum geht’s – oder Mitbringsel im Gepäck!

 Streetfood ist aktuell ein echtes Trend-Thema, überall in unserem Land schießen die Food-Trucks und Markthallen wie Pilze aus dem Boden und erfreuen Fans und Gäste mit qualitativ gutem Essen auf die Hand. Streetfood ist aber beileibe kein nationales Phänomen, sondern als weltweite Bewegung zu verstehen, mit einer ebenso interessanten Szene in New York, London, Porto, Istanbul oder sonst wo.

Der Fotograf, Stefan Braun, kommt beruflich viel rum und hat ganze zwei Jahre durch die Hot-Spots der Streetfood Bewegung besucht, immer dabei ultimative Tipps von Freunden und Bekannten mit Ortskenntnis, was man unbedingt gesehen und probiert haben sollte. Herausgekommen ist dabei ein Buch mit vielen schönen Fotos und Impressionen, wie Streetfood weltweit zelebriert wird, und natürlich mit interessanten Rezepten als Mitbringsel für uns.

Wie sieht es aus – oder die Szene mag coolen Chic!

 Passend zur Klientel, denn Streetfood-Fans in 2016 legen nicht nur Wert auf Qualität, sondern mögen es auch optisch gerne schick, kommt das Buch im coolen schwarzen Leineneinband und mit geprägter weißer Schrift daher. Der Clou ist aber eine schöne Bauchbinde mit vielen Streetfood Impressionen, die das Buch wirklich schmücken. Die Ausstattung mit Fadenheftung ist wertig, die Fotos korrespondieren mit dem Inhalt, rücken entweder eine Speise perfekt in den Vordergrund oder erzählen Geschichten der Szene und der  Protagonisten vor Ort.

 Was ist drin – oder eine kulinarische Weltreise unter kundiger Führung!

Die Reiseroute hatte es in sich, denn vor uns liegt ein Buch, dass Streetfood als globales Phänomen beleuchtet, Streetfood ist längst keine asiatische Erscheinung mehr, sondern hat sich vieler Ortens auf der Welt und in Europa einen Platz in der Szene erobert. Wir begleiten die Autoren von New York, nach London, Istanbul, Berlin, Hamburg, München, Hanoi, Saigon, Bangkok  und Porto. Schnell wird klar, der Anspruch ist zwar sehr ambitioniert, aber die Protagonisten, kennen sich aus und können mit schönen Fotos und vor allem  mit den einleitenden Texten und Geschichten persönliche Atmosphäre einfangen und in unsere Küche transformieren.

Kostproben gefällig?

Woodstock-Feeling in Brooklyn– oder Hotdog – nein, danke!

 New York, die Multikulti-Stadt und der Schmelztiegel der Nationen, vereint wohl am meisten die größte Vielfalt an Genüssen für zwischendurch. Wen wundert es, ist der Big Apple doch geprägt von seinen Einwanderern aus aller Herren Länder. Neben Burgern aller Art kann man sich mit Burritos, Empanadas, Arepas und Pupusas schon mal ein Stück Latein-amerika in den Mund schieben. Die Zeiten, in denen das Angebot sich lediglich auf Hotdogs und Pastrami-Sandwiches beschränkt hat, sind längst vorbei! Als spannender Beleg dafür ist der „Smorgasbrug-Market“, mit einer Ansammlung von über hundert kreativen Köchen und ihren Stände, zwischen der North 6th und der North 7th Street liegt in Williamsburg, Brooklyn zu nennen. „Smörgåsbord“ abgeleitet aus dem Dänischen, bedeutet letztlich so etwas wie „eine Mischung aus verschiedenen Essen“, hier ein paar Impressionen, was uns dort so erwartet:

London a real melting pot – oder von Japan bis in den Libanon!

Natürlich darf London bei dieser Reise nicht fehlen, mit ultimativen Insider-Tipps im Gepäck hat sich Stefan, der Fotograf, mal umgeschaut, was neben dem Klassiker „Fish ‘n’Chips noch so auf die Hand kommt. Denn wesentlich raffinierter mit Chili und allerlei anderem exotischen, sind die Sachen, bei denen der einstige koloniale Einfluss deutlich zu spüren ist. Eine dieser Adressen ist der berühmte Borough Market Er liegt nicht weit von der Tate Gallery of Modern Art entfernt, im Stadtteil Southwark, am südlichen Ende der London Bridge. In der überdachten Art-déco-Halle gibt es ungefähr 130 feste Marktstände – aber zum Ende der Halle hin, zur Southwark-Kathedrale, hat sich auf einigen Quadratmetern eine Szene junger Streetfood-Köche etabliert. Hier ein Ausblick, für alle die sich mal selbst ein Bild machen wollen:

Wer sind die Autoren?

 Jutta Mennerich wurde 1966 in München geboren, hat als selbstständige Foodstylistin, Produzentin von Food-Fotoshootings für renommierte Printmedien, Kaffeehausbesitzerin sowie als Köchin und Chefköchin in verschiedenen Restaurants brilliert. Ihre Food- und Flower-Inszenierungen sind außergewöhnlich.

Stefan Brauns Kundenliste liest sich wie das Who is Who prominenter Hochglanz-Magazine, zu seinen Models zählen bekannte Stars. Durch Publikationen mit den „Jungen Wilden“ und internationale Werbeproduktionen wurde Stefan Braun zu einem renommierten Food & People Fotograf mit einzigartigen Werken. Seit dem Jahr 2000 leitet er sein eigenes Foodstudio in Giesing.

Was ist besonderes oder Fernweh garantiert!

 Das schöne Buch von Jutta und Stefan hat den Bogen sehr weit gespannt, das ist gelungen weil die Vielfalt, die im Buch geboten wird, enorm ist. Das gefällt bestimmt allen, die einen echten Rundum-Blick zum Thema Streetfood wollen und sich nicht auf eine regionale Szene beschränken möchten. Bei mir verfehlen die schönen und inspirierenden Fotos und besonders die ansprechenden einleitenden Texte ihre Wirkung nicht, ich könnte gerade meinen Koffer packen und auf geht es für mich nach New York, das Buch ist also nicht nur Kochbuch, sondern macht auch seine Aufgabe als Fernweh-Wecker sehr gut.

Meine Erfahrungen oder selbst ist die Frau!

Die Rezepte sind solide und wiesen bei meinen Tests keine Fehler auf. Allerdings nimmt uns das Buch nicht an die Hand, wenn es um die Vermittlung von komplizierten Techniken geht, da empfehle ich allen auch selbst ein wenig Recherche, wie es mir mit den indischen Dosas erging. Außerdem habe wir noch die Lamb Roll aus New York probiert, die ziemlich lecker, mit Ingwer, Koriander, Kreuzkümmel und Zimt daher kommt und uns an irgendwie an ein orientalisches Spießbratenbrötchen erinnert hat. Als Porto-Fans mussten wir natürlich auch die Pastéis de Nata probieren, deutlich einfacher in der Herstellung und geschmacklich genauso wie wir sie in Erinnerung hatten.

Fazit: Eat on the street, konnte mich konzeptionell überzeugen, besonders die Vielfalt, die geboten wird ist enorm. Schön, dass auch auf persönliche Vorort-Recherche nicht verzichtet wurde, die einleitenden Texte und Geschichten sind gelungen, weil sie eine persönliche Atmosphäre herstellen können. Die Rezepte sind handwerklich solide und meistens gut nach zu vollziehen, für mich deshalb insgesamt eine solide Leistung. Perfekt wäre ein bisschen mehr persönliche Note bei den Rezepten gewesen, hier wäre für die Co-Autorin mehr drin gewesen. Ich persönlich hätte dabei auch bei der Vielfalt Abstriche gemacht. Wer aber mal einen globalen Ausblick zu Street-Food möchte und wem es dabei in erster Linie, um große Vielfalt geht, kann nichts falsch machen mit dem Buch.

 Vielen Dank für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

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