Praxishandbuch Natürlich konservieren

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Rosemarie Zehetgruber: Praxishandbuch Natürlich konservieren

Fotos Rita Newman

Löwenzahn Verlag

Preis: 29,90 €

 „Selbstversorgung braucht (auch) gute Bücher!“

 Worum geht’s – oder füllen Sie ihre Vorratskammer mit persönlicher Note!

 Ich liebe Einkochen, es ist absolut mein liebstes Hobby aktuell, weil ich hier vieles vereinen kann.

Verschwendung macht keinen Spaß!

Die Früchte unseres kleinen Gartens an unserem Wochenendhäuschens landen nicht auf dem Kompost, was übrigens fast dieselbe Arbeit macht wie selber ernten. Denn alle heruntergefallenen Pflaumen und deren Kerne machen im nächsten Jahr das Rasenmähen zu einem schwierigen Unterfangen, wenn die Kerne, wie die Natur es vorgesehen hat, nämlich zu kleinen Pflänzchen geworden sind. Bedeutet ohne Aufheben, zusammenrechen und ab damit auf den Komposthaufen, geht es leider nicht.

Kreativ sein – ist ein tolles Entschleunigung-Programm und definitiv kein Discounter Unterstützungs-Programm!

Hach, als ich das erste Mal Pflaumenmus eingekocht habe, das war zwar viel Arbeit und keineswegs eine irrsinnig große Ausbeute, aber so ein tolles Gefühl, denn so was hatte ich bisher noch nicht gegessen, Supermarkt-Produkte können da nicht im Entferntesten mitkommen. Klar kann man die sicherlich auch kaufen, aber ich gebe keine 6 € und mehr für einen Fruchtaufstrich aus. Manch einer mag das geizig nennen, aber ich frühstücke in der Regel nicht, außer am Wochenende, handwerklich gut gemachte Produkte sind mir sehr wichtig, aber noch wichtiger ist mir den Dingen eine eigene Note zu geben. Gerade beim Pflaumenmus habe ich reichlich probiert, bis ich die für uns ultimativ richtige Gewürzmischung gefunden habe. Einkochen ist für mich der perfekte Ausgleich zu dem ganzen Bürowahnsinn unter der Woche, denn mein Einsatz wird immer belohnt, wenn die Herangehensweise stimmt und es ist ein tolles Gefühl, wenn man danach die Ergebnisse der eigenen Hände Arbeit bewundern kann, das ist bei schwierigen Projekten im Berufsalltag keinesfalls garantiert, egal wie sehr man sich vorher reingehängt hat oder welche schlauen Bücher zum Thema man gelesen hat.

Geben ist seliger als nehmen!

Ich habe das ganze Jahr Spaß beim Einkochen, Einlegen, Trocknen und mehr und am Ende des Jahres gehen wir die Regale in unserer Speisekammer ab und suchen für alle unsere Lieben etwas aus, was liebevoll verpackt in einer schönen Holzkiste landet und ein Teil der Weihnachtsgeschenke für die Familie darstellt. Das macht in jedem Stadium Spaß auch mein Mann, war begeisterter Helfer beim Gurken einlegen, wir hatten ein echtes Team-Erlebnis und das nach mehr als zwanzig Jahren Ehe. Was aber fast noch besser war, ist das alle Beschenkten gerne noch mal ihre Eindrücke zu unseren selbstgemachten Produkten, zurückgespiegelt haben, was mir bei gekauften Geschenken häufig nicht passiert ist.

 Was ist drin oder eine Autorin, die zeigt wie es geht und auch Rezepte liefert!

 Lernen wie man am besten startet!

 Die Autorin ist eine ambitionierte Person, die Menschen bewegen will, Rosemarie ist es sehr wichtig, das Thema theoretisch so aufzubereiten, dass Menschen mit Freude und Spaß möglichst unabhängig und selbständig zu Konservier-Profis werden. Deshalb hat sie zu Beginn ihres schönen Buches alle Aspekte zur Selbstversorgung, Lagerung etc. umfassend beleuchtet. Jeder soll die Möglichkeit bekommen mit seinen individuellen Vorkenntnissen hier möglichst unkompliziert einzusteigen.

Haltbarmachen umfassend, alle Methoden werden präsentiert!

Von Grund auf, macht Spaß und tut not!

Viele Bücher zum Thema beschäftigen sich nur mit Einkochen und Fermentieren, hier wird aber zu Beginn gestartet und das Ziel Selbstversorgung ausgegeben. Das ist der Autorin wichtig und wird häufig gerne woanders stiefmütterlich behandelt. Wissen ums Frischhalten und Lagern da fängt es an spannend zu werden, wenn man wirklich tief in die Materie einsteigen möchte und nicht nur Rezepte sucht. Genau das ist das Metier von Rosemarie Zehetgruber und hier kennt sie sich super aus und lässt uns Anteil haben an ihrem Wissen. Was nützen die kreativsten Rezepte, wenn man hier schon schwächelt und genau das ist das was uns Großstadt-Nomaden nicht mehr in die Wiege gelegt wurde oder wir von Oma und Mutter lernen können. Physiologische Vorgänge nach der Ernte, Verderb durch Mikroorganismen da sollte man sich wenig Fachwissen aneignen, genauso wie Kenntnisse über das Einlagern, wenn man nicht nur als „Schmalspur-Einkocher oder _“Fermentierer“ unterwegs sein möchte. Schnell wird mir klar, ich habe es hier mit einer echten Expertin zu tun und das ergänzt meine umfassende Bibliothek zu meinem neuen Hobby vortrefflich, denn alle Techniken, wie einfrieren, trocknen heißabfüllen, einlegen, Milchsäurevergärung etc. werden wirklich umfassend erklärt. Und erst dann lässt uns die Autorin auf Rezepte los.

Praxistest:

 Letzte Woche habe ich eine Erdbeer-Rhabarber-Marmelade eingekocht und den Lavendelsirup werde ich auch noch probieren, wenn der Lavendel erst bei uns blüht. Mir gefällt aber besonders, die pädagogische Ader der Autorin und das ich hier immer mal wieder etwas nachlesen kann, wenn ich etwas tiefer in die Materie einsteigen möchte.

Wer ist die Autorin?

 Rosemarie Zehetgruber berät als Geschäftsführerin von gutessen consulting Schulen, Gemeinden und Betriebe. Die Ernährungwissenschafterin und Mutter weiß, was am besten auf den Teller kommt, um sich und seine Lieben gesund, nachhaltig und genussvoll zu ernähren. Gärtnern, einlagern und (ein)kochen waren in ihrer Kindheit am Bauernhof eine Selbstverständlichkeit und zählen für die leidenschaftliche Köchin auch heute zu den wesentlichen Faktoren für ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben. Die vitaminreichen Zutaten für ihre Gerichte erntet sie von ihrem eigenen Balkongarten genauso wie vom Gemeinschaftsbeet oder sammelt sie beim Spaziergang am Wochenende

 Was ist besonders – wissen wie es geht, erspart Enttäuschungen?

 Fermentieren ist trendy, allerdings beschränken sich die meisten Bücher auf Rezepte und liefern ein wenig Fachwissen dazu. Das ist leider häufig ein wenig zu kurz gesprungen, weil die meisten der „Hobby-Einkocher“, die Techniken nicht mehr beherrschen, geschweige denn, die Hygiene-Regeln kennen. Wie schade, wenn die supertolle Marmelade vor sich hin schimmelt oder die eingelagerten selbstgeernteten Äpfel oder Birnen allesamt auf dem Kompost landen. Schade um Arbeit und Zeit, die wir investiert haben und die Motivation weiter am Ball zu bleiben, ist auch flöten.

 Fazit: Das Buch von Rosemarie Zehetgruber ist eine tolle Informationsquelle zum Thema Fermentieren und ergänzt damit nicht nur jede kreative Rezeptsammlung, sondern macht auch Mut, selbst kreativ bei den Rezepten zu werden, denn ohne Verständnis der Techniken sind lediglich Rezepte die halbe Miete, wenn man es wirklich ernst damit meint. Genauso ein Buch habe ich noch in meiner umfangreichen Sammlung gebraucht!

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