Einmachbibel

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Sarah Schocke/Alexander Dölle: Die Einmach-Bibel

Fotos Sandra Eckhardt

Christian Verlag

Preis: 39,99 €

 „Omas Wissen geht nicht verloren!“

Worum geht’s?

Einmachen, fermentieren ist wieder hipp und angesagt und auch mich hat der Virus seit 4 Jahren fest im Griff. Es begann mit den Obstbäumen unseres Wochenendhäuschens und ersten Versuchen ein echtes Pflaumenmus herzustellen.

Ich habe hier aber tüchtig Lehrgeld zahlen müssen, denn ich habe einfach nur rumprobiert und mich leider nicht mit einem guten Ratgeber, geschweige denn, mit einer echten Wissensbibel ausgestattet. Ich hätte mir sicherlich das eine oder andere niederschmetternde Erlebnis ersparen können und erinnere mich gut, wie enttäuscht ich war, dass die mühsame Ernte von 5 Kilo Pflaumen, einfach in den Mülleimer gewandert ist, weil mir das Mus auf dem Herd angebrannt ist.

Heute gibt es da schon den einen oder anderen Titel in meinem Kochbuch-Regal, aber ich bin ständig auf der Jagd nach neuen Ideen und Experten-Tipps.

Was wird geboten?

 Die Ausstattung des Buches ist hochwertig (Fadenheftung, beschichtetes Papier, stabiler Pappeinband), genauso wie man es erwarten kann, wann ein Buch als Bibel deklariert ist und auch seinen Preis hat.

Wer sind die Autoren?

© Christian Verlag / Sandra Eckhardt
© Christian Verlag / Sandra Eckhardt

 Sarah Schocke, Ökotrophologin, arbeitete mehrere Jahre für einen führenden Ratgeberverlag. Heute lebt und arbeitet sie als Fachjournalistin und Buchautorin für die Themen Ernährung, Gesundheit und Genussküche in Frankfurt am Main.

© Christian Verlag / Sandra Eckhardt
© Christian Verlag / Sandra Eckhardt

Alexander Dölle, Ökotrophologe, arbeitet für ein führendes Unternehmen in der Biobranche, kocht mit Leidenschaft und erstellt viele Bücher gemeinsam mit Sarah Schocke.

Was ist drin – oder große Vielfalt, die viele neue Ideen liefert!

 

© Christian Verlag / Sandra Eckhardt
© Christian Verlag / Sandra Eckhardt

Das schöne Buch von Sarah Schocke und Alexander Dölle liefert eine Fülle an Ideen, insgesamt 325 Rezepte für das haltbar machen von Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Milchprodukten wurden zusammengetragen und natürlich kommen auch Kräuter nicht zu kurz.

Wer einkocht und fermentiert sollte sich auch mit dem fachgerechten Einlagern beschäftigen!

Los geht es mit einem Saisonkalender für Gemüse im Deckel, der nützlicher weise nicht nur die Verfügbarkeit von Frischware, sondern auch die Einlagerungsmöglichkeiten aufzeigt, hier kann ich genau erkennen, wie lange ich die Äpfel aus dem Garten im Keller aufbewahren kann. Eine entsprechende Übersicht für Salat, Nüsse und Obst findet sich im hinteren Deckel.

Sarah und Alexander fangen von Grund auf an und erklären, was man über die fachgerechte Lagerung von Lebensmittel wissen muss, denn damit beginnt das Thema eigentlich schon und schließt es dann auch ab. Die Mühe die wir uns mit dem Einmachen machen, soll natürlich auch belohnt werden und Haltbarkeit ist ein nicht zu vernachlässigendes Thema.

Was wird an Equipment gebraucht und welche Methoden eigenen sich für unser Lieblingsobst und -gemüse zum Haltbarmachen?

Das wichtigste hierbei sind die Gläser, säurebeständig sollten sie sein, hitzebeständige Deckel sind ein Muß! Für mich aber auch ein professioneller Einfülltrichter, damit die Hygiene nicht auf der Strecke bleibt oder die Gefahr besteht, dass Gläser und die Umgebung verkleckert werden. Ich habe das am Anfang mit einer Schöpf-Kelle gemacht, das war wirklich nicht ökonomisch und ziemlich umständlich. Ich empfehle allen, sich das einfach zu ersparen

Kompakte Information auf den Punkt gebracht!

Alle Methoden zum Haltbarmachen von Lebensmittel wie Einkochen, Lufttrocknen, Dörren, Einlegen, Salzen, Beizen und Räuchern, Fermentieren und Einfrieren werden von den Autoren kurz mit allerlei Wissenswertem und dem Für und Wider erklärt. Besondere Aufmerksamkeit erfahren hier das Einkochen von Marmelade, Beizen und Räuchern, Einfrieren und Fermentieren, auch eine Temperaturtabelle für das Einkochen im Einkochtopf und Übersichten über die Dörr-Dauer von Obst und Gemüse werden hier geliefert. Insgesamt lässt sich sagen, dass hier alles sehr komprimiert zusammengetragen worden ist.

Rezepte, Rezepte soweit das Auge reicht!

 – oder ein schöner und moderner Mix quer durch alle Kategorien

325 Rezepte auf insgesamt knapp 300 Seiten quer durch alle Kategorien wie Obst, Gemüse, Milch, Fleisch, Fisch, Kräuter und Gewürze lassen bei mir keine Wünsche offen, denn die Auswahl ist beeindruckend und die Rezepte sind kreativ und so wie ich es mir in 2016 von so einem Buch erwarte. Unsere Mütter und Omas sind Pate für Wissen und Techniken, die Handschrift der Rezepte ist aber äußerst kreativ und modern.

Kleine Auswahl gefällig?

Apfelkompott mit Rosmarin und rosa Pfefferbeeren
Brombeer-Senf
Erdbeer-Fruchtleder mit Apfel
Himbeer-Zucker
Orientalisches Holunder-Chutney
Johannisbeer-Lavendel-Gelee
Snackmischung mit getrockneten Pfirsichen
Karotten-Orangen-Gelee mit Koriander
Thai-Kimchi
Kürbisragout mit Pflaume
Rote-Beete-Salz
Dukka (orientalische Gewürzmischung)
Beef Jerky

Das Fruchtleder ist mir wo anders so noch nicht begegnet, mir gefällt das, denn seit letztem Jahr bin ich auch stolze Besitzerin eines Dörr-Automaten.

Bei Milch und Fleisch bin ich von der Fülle und Kreativität begeistert!

Besonders die Kapitel zu Milch und Fleisch bieten viel, von Joghurt über Quark, Creme fraiche, Mozzarella ist alles dabei, was man sich zum Thema vorstellen kann. Auch beim Fleisch-Kapitel bin ich begeistert, selbstgemachte Bratwurst, Pulled Pork und sogar getrocknetes Fleisch in Form von Jerky ist hier geboten. Schön dass die Autoren so viele Ideen haben und als Ökotrophologen auch ein Händchen für die praktische Umsetzbarkeit der Rezepte beweisen.

Praxistest:

Natürlich haben wir Holunderblüten-Sirup probiert, diesmal sogar eingekocht wie von Sarah und Alexander als Tipp angegeben. Außerdem haben wir die eingelegten Paprika und das Johannisbeer-Lavendel-Gelee zubereitet, alles lecker und auch mit dem nötigen Pfiff. Die Zubereitungsschritte sind sehr gut strukturiert, hier gab es keine Patzer, die Autoren sind vom Fach und haben es auch an der nötigen Sorgfalt nicht fehlen lassen. Lobenswert!

Was kann ich im Netz erfahren?

Sehr schön, ist die Zusammenstellung von nützlichen Links zu allen Themen rund ums Fermentieren und Einkochen, diese Quellen ergänzen den doch eher bündigen Einführungsteil vortrefflich, denn man erkennt die Recherche von Experten hier wieder.

 Wer freut sich – oder mit diesem Buch bin ich noch lange nicht fertig!

Das schöne Buch ist eine kreative Bibel mit jeder Menge neuer Inspirationen zum Thema. Es ist damit perfekt für alle geeignet, die auf der Jagd nach neuen Ideen zum Einmachen sind. Besonders die Bandbreite ist herausragend. Es sieht so aus, als wenn die Einmachbibel in meinem Bücher-Regal andere Bücher zum Thema auf die hinteren Plätze verdrängen möchte. Bis auf die, die sich einen sehr umfassenden Theorieteil auf die Fahnen geschrieben haben. Die weiteren Partner für die „Einmachbibel“ in meiner Kochbuch-Bibliothek sind also schon gesetzt. Mir gefällt das Buch sehr gut, denn ich bin immer wieder auf der Suche nach neuen Ideen rund um das Thema Einmachen und Fermentieren.

Herzlichen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.

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