Waffelröllchen

© Erik Olsson
© Erik Olsson

Quelle: Magnus Nilsson: Nordic Kochbuch

Phaidon by Edel

Preis: 39,95 €

Auf Schwedisch heißt diese Köstlichkeit „Rullrån“, die Magnus Oma immer gebacken hat. Heute sind sie ein bisschen aus der Mode gekommen und kaum jemand backt sie mehr. Jedes Mal wenn der Koch in der Radiosendung „Meny“ des schwedischen Senders „Radio 1“, in der sich eine Reihe von Gästen locker mit einem sehr freundlichen Gastgeber unterhalten und die Hörer mit Fragen zu diesem oder jenem zum Thema Kochen und Backen anrufen können und auf unterhaltsame Art Rat erhalten, teilnimmt, erreicht ihn wenige Tage später ein Paket. Es wiegt fast nichts, und man kann sehen, dass jemand, wahrscheinlich eine ältere Person, sich beim Verpacken richtig Mühe gegeben hat. Der Karton ist in sehr akkurat gefaltetes Packpapier eingewickelt und wird ohne Klebeband nur von einer Kordel zusammengehalten. Sein Name und die Adresse stehen immer in Kugelschreiber in derselben Ecke und sind in einer sehr ordentlichen Handschrift geschrieben. Zwischen Packpapier und Karton liegt eine einfache Karte, auf der ihm für die nette Sendung gedankt wird – ebenfalls in dieser ordentlichen, schwer lesbaren Handschrift. Auch der Inhalt des Kartons ist jedes Mal derselbe: Zehn „Rullrån, Waffelröllchen, die es auch in der norddeutschen Küche gibt und die dort Neujahrshörnchen (plattdeutsch: Rullekes) heißen. Auch meine Oma hat diese leckeren Waffelröllchen früher immer gebacken. Dieses Rezept war ein netter Ausflug in meine Kindheit. Ich habe den Teig allerdings über Nacht quellen gelassen und noch 1 TL Kardamom hinzugefügt. Außerdem benötigt man ein spezielles Waffeleisen für Hörnchen, das ich mir geliehen habe. Wer einen Gasherd hat, kann auch die alten schönen gusseisernen Formen einsetzen, wie Magnus das tut.

 Zutaten:

 120 g Zucker

100 g Butter, zerlassen

1 kleine Prise Salz

215 g Mehl

300 ml Wasser

1 TL Kardamom (bei mir)

weiche Butter, zum Bestreichen

Zubereitung:

 Zucker und zerlassene Butter mit dem Salz verrühren. Das Mehl einsieben und einrühren. Gut 300 ml Wasser einrühren (so viel Wasser dazu geben, bis ein dickflüssiger Teig entsteht) und den Teig 20 Minuten (bei mir über Nacht) ruhen bzw. quellen lassen.

Das Waffeleisen bei mittlerer Hitze (oder gemäß der Bedienungsanleitung) erhitzen. Das heiße Eisen mit ein wenig weicher Butter bestreichen und einen guten Löffel Teig daraufgeben. Das Eisen schließen und wenden. Backen, bis die Waffel von beiden Seiten goldgelb ist, dann aus dem Eisen lösen und sofort um einen dicken Löffelstiel oder eine andere Stabform wickeln. Sie kühlen und härten sehr schnell aus.

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2 Gedanken zu “Waffelröllchen

  1. Jetzt kann ich gar nicht sagen, was mich mehr fasziniert, das Rezept oder die Geschichte? Jedenfalls weckt es Lust mich durch das Buch zu blättern und auch gleich einmal die Waffelröllchen zu backen, hätte ich nur so ein Spezialeisen.

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    1. Die Dinger kosten wirklich nicht mehr die Welt, ich hatte jetzt im Urlaub überlegt mir ein zu zulegen. Wir haben in den Abruzzen auch viele gesehen, allerdings aus Gusseisen, ohne Gas – was wir nicht haben – keine Chance, obwohl das wahrscheinlich die beste Option hier ist. Aber Ebay macht heute vieles möglich und vieles aus meinem Küchenfuhrpark stammt von dort, weil Leute einfach ihren Keller leer kriegen wollten. Die Tante meines Mannes war aber im Hunsrück berühmt für ihre Zimtwaffeln, das Eisen leiht mir meine Nichte inzwischen gern. Die Story zum Rezept ist wirklich süß und rührend, weil es zeigt, dass sich unterschiedliche Generationen immer wieder was zu sagen haben bei den wirklich wichtigen Themen und Essen ist ja nicht nur den Magen mit Kalorien füllen.

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