Linguine mit Blumenkohl-Pesto

© Deb Perleman
© Deb Perleman

Quelle: Deb Perelman: Eine kleine Küche in New York

Berlin Verlag

Preis: 29,90 €

 Als Deb‘s Sohn etwa fünf Wochen alt war und sie praktisch rund um die Uhr nur mit ihm beschäftigt war, während er sein herziges Quäken und Gurgeln von sich gab, fiel ihr eines Tages auf, dass sie seit fünf Wochen keine richtige Mahlzeit mehr zu sich genommen hatte, und dass es ihr immer schwerer fiel, nicht vor Hunger in eins seiner Ärmchen zu beißen (Anmerkung: Bei der Entstehung dieses Rezepts ist keinem Baby ein Haar gekrümmt worden). Dann stieß sie auf ein Rezept für Blumenkohl, aus der Feder eines Kochs, der in New York in der Gramercy Tavern kocht, und bekam dabei solchen Heißhunger, dass sie es irgendwie schaffte, den Kleinen dazu zu überlisten, eine Weile friedlich in seinem Bettchen zu schlummern. Gerade so lange, dass Deb sich an die Arbeit machen konnte. Ihr ist es bis heute ein Rätsel, wie sie das alles geschafft hat — Blumenkohl backen, Mandeln rösten, Semmelbrösel in Butter anbräunen, Rosinen aufquellen lassen —, aber sie hat es geschafft, und das Ergebnis war so köstlich, dass sie in der Küche stand und über die Hälfte wie im Rausch in sich hineingeschaufelt hat (wobei nur die eine oder andere Rosine auf dem Köpfchen des anstrengenden Wonneproppens landete), ehe ihr bewusst wurde, dass sie ihrem Mann vielleicht auch noch etwas übrig lassen sollte. Auch wenn man nicht gerade den Balanceakt zwischen Baby und Küche zu bewältigen hat — dieses Rezept war vermutlich nicht für Leute gedacht, die unter Zeitdruck stehen. Als Deb ein Jahr später noch einmal darauf zurückkam, nahm sie sich also vor, diese wunderbare Kombination von Aromen zu einem Gericht weiterzuentwickeln, das weniger arbeitsintensiv ist, aber dafür eine Mahlzeit für mehrere Personen abgibt. Das Ergebnis lässt sich verblüffend schnell zubereiten. Man braucht keine Knoblauchzehen zu schälen und zu zerkleinern, und man braucht keine Mandeln zu hacken. Der Blumenkohl bleibt roh. Die meiste Arbeit wird von der Küchenmaschine erledigt, man muss im Grunde nur ein wenig rühren und mischen, um am Ende ein frisches, leichtes Herbstgericht zu erhalten.

Uns hat es super geschmeckt und die Zubereitung ging wirklich sehr schnell, gerne wieder! P.S. Selbstverständlich habe ich mit meinem Mann redlich geteilt.

 Zutaten (ergibt 6 bis 8 Portionen):

Salz

1 kleiner oder ½ großer Blumenkohl (etwa 450 g), geputzt, ohne Strunk und in größere Brocken geschnitten

1 Knoblauchzehe (ich habe uns hier ein wenig mehr gegönnt und auch geschält)

großzügige Prise Chiliflocken

½ Tasse (70 g) Mandeln oder Pinienkerne, geröstet und abgekühlt

55 g Pecorino Romano oder Parmesan am Stück sowie mehr zum Bestreuen bei Tisch, gerieben

4 sonnengetrocknete Tomaten (die trockene Sorte; die in Öl eingelegte Variante gut abtropfen lassen und vor dem Dazugeben separat von Hand klein schneiden, damit in der Küchenmaschine nicht alles von Öl verklebt wird)

1 EL Kapern, gut abgetropft

einige EL frische Petersilieblättchen ⅓ Tasse (80 ml) Olivenöl ½ bis 1 TL Sherry-Essig (nach Belieben)

455 g Linguine

Zubereitung:

Einen großen Topf mit Salzwasser aufsetzen. Pesto zubereiten Die Hälfte des Blumenkohls in einer Küchenmaschine zerkleinern, bis er aussieht wie eine Art grobes Couscous. In eine große Schüssel geben und mit dem restlichen Blumenkohl wiederholen, den Sie dann ebenfalls in die Schüssel geben. Wenn Euer Blumenkohl soweit perfekt aussieht, sich ein Stück aber hartnäckig weigert, sich von der Klinge erfassen zu lassen, nehmt es heraus und lasst es von der Maschine separat zerkleinern. Am Ende habt Ihr etwa 3 ½ Tassen wunderbar leichte, lockere Blumenkohlkrümel.

Knoblauch, Chiliflocken, Mandeln, Käse, sonnengetrocknete Tomaten, Kapern sowie Petersilie in der Küchenmaschine zerkleinern, bis die Mixtur an grobe Semmelbrösel erinnert. Zu dem Blumenkohl in die Schüssel geben, Olivenöl, die kleinere Menge Essig und einige Prisen Salz hinzufügen und verrühren, bis alles verbunden ist. (Besser nicht von der Küchenmaschine vermengen lassen, dabei kommt eine unschöne Pampe heraus.) Probieren und nach Belieben noch Salz, Pfeffer und den restlichen Essig dazugeben. Ich fange mit etwa ½ TL Salz an, gebe aber am Ende oft einen ganzen TL dazu.

Gericht zusammenstellen: Sobald das Wasser sprudelt, Linguine hineingeben und al dente kochen (also noch bissfest). Eine Tasse des Nudelwassers abschöpfen, den Rest abgießen. Die dampfenden Nudeln sofort mit dem Blumenkohl-Pesto und der Hälfte des zurückbehaltenen Nudelwassers vermengen, bis alles schön gleichmäßig vermischt ist. Sollte sich das Pesto noch etwas zu fest anfühlen, mit dem restlichen Nudelwasser in der Tasse auflockern. Auf tiefe Teller verteilen und mit geriebenem Parmesan servieren.

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