VegAsia

vegasiaJackie Kearney: VegAsia

Hölker Verlag

Preis 22,95 €

The hungry Geckos journey from India to Asia

Worum geht’s – oder wozu die Mühe mit der Veganisierung?

Vegane Küche wird ja oft mit farblos und langweilig assoziiert. Leider ist das auch für manches zutreffend, wenn man eben aus ethischen Gründen ein Gericht zu einem veganen transformiert. Heraus kommt dabei häufig dann etwas mit Soja oder anderen Zusatzstoffen, die nicht nur langweilig schmecken, sondern auch sonst eine fragwürdige Reputation genießen. Warum sich also nicht umschauen in Kulturkreisen, die über eine jahrhundertealte Tradition an veganer-vegetarischer Esskultur verfügen.

Wer reist und kocht?

Die Neugierde für fremde Geschmäcker ist praktisch Familienerbe

Als Jackie Kearney und ihre Schwester noch klein waren, konnten diese gar nicht genug bekommen von den Fotos und Reiseerlebnissen der Eltern, die beide auf einem Kreuzfahrtschiff angeheuert hatten. Dabei fragten die beiden sich oft, wie es wohl wäre, selbst so weit weg von zu Hause zu sein. Die Reisen der Eltern hatten großen Einfluss auf die Familienküche, die Mutter hatte schon in den 70igern ihre Liebe für scharfe und exotische Curries entdeckt, die damals längst nicht so populär wie heute waren. Jackie erinnert sich schmunzelnd an das schärfste Vindalho, dass sie je gegessen hat und der Familie die Tränen in die Augen trieben. Als Jackie ihren Mann kennenlernte, war schnell klar, hier hatten sich zwei neugierige und reiselustige Menschen getroffen, die noch viel zusammen erleben wollten. Mit der Geburt ihrer Zwillinge musste dieses Projekt erstmal warten, bis die ganze Familie hart arbeitete und sparte, um sich eine einjährige Auszeit in Asien zu gönnen. Unterwegs notierte sich Jackie auf Papierservietten unentwegt Rezepte und Ideen für ganze Menüs und probierte gemeinsam mit der ganzen Familie so viel Essen wie möglich.

Ein Buch als Herzensprojekt

Jackie Kearney ist keine Veganerin, isst aber vegetarisch. Zurück in Manchester war sie so infiziert von gutem Essen, dass sie sich für die BBC-Kochsendung MasterChef bewarb und  es sogar bis ins Finale schaffte. Bei der Sichtung des Materials für „The hungry Gecko“ fiel ihr anschließend auf, dass gut 85 Prozent der Rezepte, die sie ausgewählt hatte, nicht nur vegetarisch waren, sondern rein vegan, ohne dass dies je geplant gewesen wäre.

Was ist drin?

100 echt-vegane Rezepte aus Indien, Sri-Lanka, Thailand, Laos und Vietnam, Malaysia & Indonesien haben dank der Autorin ins Buch gefunden. Es gibt so leckere Sachen wie pikante Kartoffelklöße mit Frühlingszwiebeln, Kokosnuss, Sesam & Chili, Teigschalen mit Chaat-Füllung, Tamarinde und Granatapfel, gelbes Dal mit Auberginen-Curry aus Indien, Nudelsuppe nach Chiang-Mai-Art, Reispapierrollen mit Papaya-Füllung aus Vietnam, Gemüse-Dal mit knusprigem Fladenbrot, Bambusblatt-Päckchen mit pikanter Tempeh-Füllung aus Malaysia, ein Dschungel-Curry aus Indonesien und viele leckere Chutneys, Salate und Süßigkeiten vom asiatischen Kontinent.

Was ist besonders – vegan ist nicht gleich vegan

Jackie Kearney merkt man ihre Begeisterung für asiatische Küche bei jedem Rezept an, alles löst bei mir sofort den pawlowschen Reflex und den unbedingten Wunsch zum Nachkochen aus, wie es mir immer bei kreativer Aromen reicher Länderküche geht. Alfred Biolek behauptete immer, dass er beim Lesen des Rezepts schon eine Idee von Geschmack und Duft des fertigen Gerichts in der Nase hatte. Na ja, ganz so ist es bei mir nicht, aber ich mag es kreativ und ich liebe asiatische Küche. Dafür ist das Buch perfekt, dieser Köchin geht es vor allem darum, ein tolles Gericht zu kreieren. Ob es vegan oder vegetarisch ist, steht dabei nicht im Mittelpunkt. Genau wie in der asiatischen Küche. Sie hat es sich nicht nehmen lassen, wirklich neue und ungewöhnliche Kreationen im Buch zu vereinen und liefert keinen Abklatsch, den man schon hundert Mal woanders gesehen hat, um einem Trend hinterherzulaufen, der ja –fast – eigentlich schon keiner mehr ist. Ich hatte mir jedenfalls vorgenommen, für mich reicht es mit den veganen Kochbüchern, denn ich liebe vegetarisches Essen aber bin keine Gesinnungs-Veganerin. Pustekuchen, ich habe solche Lust auf das Buch bekommen, als ich die Rezension, bei der lieben Blogger-Kollegin Becky gesehen hatte, das es um mich geschehen war, das Buch von Jackie Kearney musste einziehen, wer lässt sich schon gerne einen Schatz entgehen, auch wenn er ihn nicht selbst entdeckt hat. Danke Dir noch mal Becky, mir wäre da wirklich was entgangen.

Wem gefällt es?

Also mir auf jeden Fall und sicherlich auch vielen anderen, die asiatische Küche lieben und Lust auf neue Eindrücke haben. Ob Sie dabei nun vegan oder vegetarisch oder keins von beiden sind, ist eigentlich zweitrangig. Man sollte aber durchaus Zugang zu asiatischen Spezialitätenläden haben, bei den verwendeten Gewürzen bedient sich Jackie nicht nur bei den Klassikern wie Kreuzkümmel und Koriander. Für mich in Frankfurt kein Problem, hier gibt es an jeder Ecke einen indischen Tante-Emma-Laden. Sicherlich gibt es vieles online, aber ein bisschen Platz im Gewürzregal kann nicht schaden, denn hier geht es um authentische Aromen, da reichen nicht 2 – 5 Gewürze, wenn man viel ausprobieren möchte. Ein bisschen Kocherfahrung ist von Vorteil, denn es sind traditionell inspirierte Rezepte der jeweiligen Länderküchen und nicht nur schnelle Feierabendküche. Jedes Gericht lebt auch von den Zubereitungstechniken.

Fazit: Das Buch ist ein echter Gewinn für Leute, die Lust auf Neues aus der asiatischen Küche haben, ohne dass sie von Haus aus vegan sind. Mir gefällt es super, ich finde es fast schade, dass Autorin und Verlag hier solch einen starken Akzent auf die vegane Komponente gesetzt haben, Jackie hat so viele köstlich-kreative Ideen aus Asien zusammengetragen, dass es wirklich schade wäre, wenn es nur bei Veganern im Bücherregal landet!

Advertisements

2 Gedanken zu “VegAsia

  1. Ich freue mich schon auf die Rezepte die du aus dem Buch ausprobieren wirst. Ich koche auch vegan, aber mit den Dingen die ich zu Hause habe und nichts an Stoffen, deren Namen ich noch nicht einmal aussprechen kann. Vegan ist sicherlich nicht gleich vegan, denn die Industrie ist vor einiger Zeit auf diesen lukrativen Zug aufgesprungen und beim Leser der Zutaten wird jedem Magen schwindelig. Ich kaufe gerne Produkte die ich als erstes verarbeite, denn dann weiß ich was in meinem Essen ist 😉

    Gefällt mir

    1. Genauso wie Du es machst sollte es sein, vegan muss nicht künstlich erzeugt werden, da tun wir uns keinen Gefallen! Hier hat die Autorin sich in Asien inspirieren lassen, das ist authentisch, macht aber auch den gut sortierten Asia-Shop notwendig, den hat nicht jeder um die Ecke, aber für mich hat das gut funktioniert und ich liebe Einkaufsabenteuer im Großstadt-Dschungel, der vieles möglich macht, was ich bisher noch nicht kannte.

      Gefällt 1 Person

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.