Mini-Stollen

© Andrea Lipp
© Andrea Lipp

Quelle: Sonja Riker: Nachtisch bitte

Fotos Andrea Lipp

Folio Verlag

Preis: 25,– €

Stollen habe ich bisher auch noch nicht probiert, schien mir immer zu aufwändig, so war es ziemlich lecker, auch ein optisch die reinste Augenweide. Mache ich bestimmt wieder!

 Zutaten (für 8 Stück):

50 g getrocknete Datteln

50 g getrocknete Pflaumen

50 g Cranberrys

50 g getrocknete Soft-Aprikosen

50 g Orangeat

50 g Walnüsse

50 g Mandeln

350 g Mehl

30 g Hefe

100 g Zucker

250 g Butter

100 g Magerquark

1 TL Pain dépice

Zubereitung:

Trockenfrüchte und Orangeat klein schneiden, Nüsse und Mandeln hacken. Alles in eine Schüssel geben und mit Wasser bedecken. Über Nacht einweichen.

Flüssigkeit abgießen und die eingeweichten Trockenfrüchte in einem Sieb gut ausdrücken.

Mehl, Hefe, Zucker, Butter, Quark und Pain dépice zu einem Hefeteig verarbeiten.

Teig mit den eingeweichten Früchten verkneten und eine Stunde abgedeckt gehen lassen. Edelstahlbackringe (Ø 8 – 10 cm) mit Butter einfetten. Teig zu kleinen Kugeln (etwa 40 – 50 g) formen und in die Backringe setzen und 30 Minuten gehen lassen. Im vorgeheizten Backofen bei 175 Grad (Umluft) ungefähr 20 Minuten backen. Noch warm aus den Ringen lösen.

Butter schmelzen, Zimt und Zucker miteinander vermischen. Stollen mit der flüssigen Butter und in Zimtzucker wälzen. Gut auskühlen lassen.

Tipp:   Pain dépice ist eine Gewürzmischung, die in Frankreich für Gewürz— bzw. Honigbrot verwendet wird. Es ähnelt unserem Lebkuchengewürz und enthält Zimt, Anis, Koriander, Macis, Piment, Kardamom, Ingwer, Nelken und Pfeffer.

Elisenlebkuchen

© Andrea Lipp
© Andrea Lipp

Quelle: Sonja Riker: Nachtisch bitte

Fotos Andrea Lipp

Folio Verlag

Preis: 25,– €

Ich bin leider keine Weihnachtsbäckerin, für Plätzchen und Kekse habe ich überhaupt keine Geduld. Lebkuchen liebe ich aber sehr! Mit diesem Rezept habe ich mich endlich mal selbst ans Werk gemacht und es hat wunderbar funktioniert und viel besser geschmeckt als fertig gekauft, auch wenn ich da immer auf beste Qualität geachtet habe. Die gibt es nächstes Jahr definitiv wieder! In der Zubereitungsbeschreibung hatte sich allerdings ein kleiner Fehlerteufel eingeschlichen, der mich zu Beginn ein wenig verwirrt hat, da wurden Eier mit Puderzucker aufgeschlagen, der ist lt. Zutatenliste allerdings erst bei der Glasur dran. Ich mag Elisenlebkuchen allerdings am liebsten mit Schokolade drauf.

Zutaten (Für ca. 40 Stück):

3 Eier

100 g Zucker

10 g kandierter Ingwer fein gehakt

½ TL Zimt

½ TL Kardamom

½ TL Koriander gemahlen

2 Msp. Macis Muskatblüte

2 Msp. Nelken gemahlen

1 Bio-Zitrone, Saft u. Schale

1 Bio- Orange, Schale, abgerieben

150 g Walnüsse

100 g Haselnüsse

30 g Orangeat, fein gehackt

Weiteres:

40 Backoblaten ( 5cm Durchmesser)

200g dunkle Schokolade

geschälte Mandeln zum Garnieren

200g Puderzucker

2 EL Zitronensaft

Zubereitung:

Eier und Zucker weiß schaumig aufschlagen, die restlichen Zutaten unterrühren und den Teig über Nacht abgedeckt im Kühlschrank ruhen lassen.

Mit einem Teelöffel kleine Häufchen vom Teig abstechen und auf die Backoblaten setzen, flach andrücken.

Im vorgeheizten Backofen bei 190 Grad (Umluft) etwa 10 – 12 Minuten trocknen lassen. Lebkuchen abkühlen. Schokolade im Wasserbad schmelzen und einen Teil der Lebkuchen damit glasieren. Mit Mandeln verzieren. Puderzucker und Zitronensaft verrühren und die restlichen Lebkuchen damit bestreichen. Zum Aufbewahren in eine Blechdose legen.

Nachtisch bitte!

cover_nachtisch-bitte_riker-2Sonja Riker: Nachtisch bitte

Fotos Andrea Lipp

Folio Verlag

Preis: 25,– €

Klasse statt Masse oder ohne Nachtisch ist auch keine Lösung!

 Worum geht’s?

 Manchmal muss es zum Nachtisch mehr als nur Espresso sein!

 Kennt Ihr das, ein richtig gutes Essen und hinterher nur einen Espresso mit einem abgepackten Keks zum Ausklang, das ist doch recht trostlos auch wenn es vorher noch so gut geschmeckt hat. Abgepackte Kekse sind sowieso überhaupt nicht meins und bei fertigem Backwerk aus der Bäckerei bin ich auch mehr als kritisch. Das meiste ist mir viel zu süß und Handwerk wird häufig durch fragwürdige Zusatzstoffe ersetzt, da verzichte ich lieber und halte mich stattdessen an meinem kümmerlichen Espresso fest. Das soll sich jetzt ändern und deshalb habe ich mir das schöne neue Buch „Nachtisch bitte“ zugelegt. Die Schwiegermutter wird es freuen, denn bei ihr muss es am Ende immer was Süßes zum Abschluss sein, Desserts sind in meiner Küche bislang allerdings sehr stiefmütterlich weggekommen. Als Berufstätige, fehlt mir häufig die Zeit und die Muße, dafür Stunden zu investieren und ein leckeres Stück Kuchen, selbstgemachte Kekse oder Obstkompott und eine Quarkcreme sind mir tausendmal lieber als eine schwere Mousse oder Creme. Nur was hermachen soll es natürlich auch, besonders wenn die Schwiegermutter mit am Tisch sitzt.

Wer sind die Autoren?

Sonja Riker, geboren 1967, arbeitete zehn Jahre beim Bayerischen Rundfunk, bis sie 2006 auf dem Münchner Elisabethmarkt ihren Suppenladen „SuSa – Suppe, Saft und Gewürze“ eröffnete. Fünf Jahre führte sie zusätzlich das Café „SuSa – Süße Sachen“. Autorin der Bestseller Suppenglück und Mehr Suppenglück. http://susa-suppenglueck.de/

Andrea Lipp, geboren 1977, lebt und arbeitet als Fotografin in Augsburg sowie in ihrer Heimatstadt Graz. www.elfenkind-photography.com

Was ist drin?

 Love at first sight!

 Back- und Dessertbücher habe ich deutlich weniger als Kochbücher, trotzdem herrscht in dieser Sparte nicht gähnende Leere in meinem Kochbuch-Regal. Wie auch, als bekennende „Kochbuch-Süchtige“, achte ich darauf, dass hier genug steht. Ich liebe jedes Buch und bin dankbar für die vielen Inspirationen, die häufig ganz unterschiedliche Aspekte bedienen und mich neues ausprobieren lassen. Und trotzdem bei manchen Büchern ist es Liebe auf den ersten Blick, weil man schon beim Blättern erkennt, man hat einen echten Schatz gefunden und möchte schnurstracks in die Küche und loslegen, weil nahezu jedes Rezept genau dem persönlichem Geschmack entspricht.

Für mich bitte unkompliziert in der Zubereitung, aber immer lecker und mit Twist!

Eine entspannte Protagonistin und viele kreative Rezepte entweder herrlich altmodisch wie der Zwetschgen-Quark-Kuchen, in Sonjas Version allerdings mit einem Teig aus Vollkornmehl oder ein Rhabarber-Käsekuchen mit spannendem Twist, der mich optisch sofort für sich einnimmt, denn der Rhabarber wurde mit der Schnittfläche nach unten nebeneinander in den Teig gestellt und das ist ein echter Hingucker, dem ich im Frühjahr gerne einen Ehren-Platz auf meiner Kaffeetafel einräume.

Die Mischung macht’s!

 Im Kapitel „Nie alle!“, in dem die Autorin ihre Keksdose öffnet begeistert mich ihre traumhaft schönen Cranberry-Schnecken, mit Marzipan und Amaretto im Teig und Mamas Klassiker der Heidesand wurde mit Rosmarin und Zitronenabrieb sehr schön aufgepeppt. Im Kapitel „Alles Quark“ ist nichts beliebig, sondern in diesem schönen Buch sind echte Traumpaare am Start, die sich gesucht und gefunden haben, wie wäre es mit einem Florentiner-Apfel-Joghurt-Quark oder eine Portion feinstes Hüftgold in Form eines Karamell-Cheesecake. Und auch die Buttermilch-Mousse mit weißer Schokolade und Tonka trifft bei mir voll ins Schwarze, sie kommt ohne weiteren Zucker aus und passt sicherlich prima zu meinem eingekochten Zwetschgenröster aus dem Garten.

Diese Köchin hat viele neue Ideen!

In der Rubrik „Klassiker im neuen Kleid“ bietet Sonja eine Fülle von spritzigen Ideen, wie man frischen Wind auf den Kaffeetisch zaubern kann. Sie hat dabei den Klassikern aus vergangenen Zeiten sozusagen neue Kleider verpasst oder schafft es mit einem leckeren Accessoires eine ganz neue sehr interessante Kombination auf den Tisch zu bringen. Pate dafür stehen z. B. ein Butterkuchen mit Fleur de Sel und Karamell oder quietschbunte Kastenkuchen, wahlweise mit Rote Beete, Zucchini oder Möhre, Mandel und Sesam im Teig Auch der Gugelhupf wird vollkommen transformiert, langweilig ist in diesem Buch nichts, Mohn Marzipan, Ingwer, Kakao und Topfen sorgen für aparte und köstliche Varianten. Matcha-Teepulver bringt jede Menge Optik für die sonst eher biedere Erdbeer-Biskuitrolle und beim Strudel wird kurzerhand eine bayerisch-spanische Liaison eingegangen, denn die netten Päckchen punkten mit ihren inneren Werten in Form einer spanischen Vanille-Creme.

 Weniger ist manchmal mehr!

 Wenn Vorspeise und Hauptgang schon üppig waren, dann braucht es beileibe kein 1000-Kalorien-Dessert, das uns noch Stunden später wie ein Backstein im Magen liegt. Lecker, leicht und luftig soll es sein, genau dafür gibt es im Buch im Kapitel „Leicht & Lecker“ herrliche Ideen, wie z. B. eine Holunder-Joghurt-Tarte oder eine Kirschgrütze mit Kardamom und Kokosschaum oder einen Mango-Litschi-Salat, die mit interessanten und überraschenden Aromen jede Menge frische Akzente setzen.

Süßes für jeden Anlass!

Im Kapitel „Das Beste für Feste“ wird noch mal so richtig aufgetischt: von Ostern bis Weihnachten, für den Kindergeburtstag oder die Hochzeit, gibt es Klassiker wie Elisenlebkuchen oder Linzer Torte und auch mal ein Rezept für ein veganes Superbrot oder Ideen für den Kindergeburtstag (Grissini-Mikado) und Hochzeit (Hochzeitstaler).

Fazit – oder was ist besonders? Sonja Riker ist eine leidenschaftliche und kreative Köchin, ihre Ideen haben nicht nur Pfiff, sondern sind auch herrlich unkompliziert in der Zubereitung. Sie schafft es mit einem überraschenden Twist Klassikern einen völlig neuen Auftritt zu verschaffen und kennt unsere Vorlieben ganz genau, da gibt es für jeden Geschmack und jeden Anlass eine Idee, die mich geradezu in die Küche treiben, weil sie auf jedes zu viel verzichten, ob es nun Zucker oder Komplexität ist. Stattdessen setzt diese Autorin auf neue Akzente und beweist mit jeder ihrer Kreationen, Nachtisch macht Spaß, wenn man die richtigen Rezepte hat, dann kann diese Disziplin für jeden zur Königsdisziplin werden, egal für welchen Anlass und auch bei begrenztem Zeit-Budget. Für mich in dieser Sparte das innovativste Buch in 2016, definitiv sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene Süßschnäbel ein Gewinn sowohl bei Desserts als auch auf der Kaffeetafel.

Vielen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.

Hummus

© Clare Winfield
© Clare Winfield

Quelle: Jenny Linford: Knoblauch

Fotos Clare Winfield

Ars Vivendi Verlag

Preis: 22,–

Dieser schmackhafte Dip aus dem Nahen Osten besticht durch sein nussiges Aroma und ist ganz leicht zu Hause zuzubereiten. Mit Pitabrot, Falafeln oder rohen Gemüsesticks als Snack servieren oder zusammen mit anderen Mezze (orientalischen Vorspeisen) als leichte Mahlzeit.

Wer es sich einfacher machen will kann auch vorgekochte Kichererbsen aus der Dose verwenden (ca. 250 g), was ich allerdings nicht gerne mache, weil für mich die Qualität sehr schwankend ist und diese meist zu Tode gekocht wurden. Bei sehr weichen Kichererbsen ist vermutlich auch weniger Flüssigkeit notwendig, um es glatt zu rühren. Ganz glatt wird der Hummus, wenn man ihn am Ende einfach noch durch ein Sieb streicht. Wer die Knoblauchnote noch herunterfahren möchte, was ich nie tun würde, denn ich liebe Knoblauch, kann die Zehen auch vorher anrösten.

Zutaten (für 6 Personen):

125 g getrocknete Kichererbsen

1 TL Natron

Salz

2 Knoblauchzehen, zu einer Paste zerdrückt

4 EL Tahini (Sesampaste)

Frisch gepresster Saft von 1 Zitrone

Zum Garnieren:

Olivenöl

Paprikapulver oder Sumach

Frisch gehackte Petersilie

Zubereitung:

Die Kichererbsen über Nacht mit dem Natron in reichlich kaltem Wasser einweichen.

Am nächsten Tag abseihen und abspülen. In einen großen Topf geben, mit reichlich frischem, kaltem Wasser bedecken und zum Kochen bringen. Die Hitze reduzieren und 50-60 Minuten köcheln lassen, bis sie gar sind. Dabei regelmäßig den Schaum abschöpfen. Die Kichererbsen salzen, dann in ein Gefäß abseihen und das Kochwasser sowie 1 EL der gekochten Kichererbsen für die Garnierung beiseitestellen.

Die Kichererbsen in einem Mixer mit Knoblauch, Tahini und Zitronensaft vermengen. Nach und nach Kochflüssigkeit zugießen, bis aus der Mischung eine glatte Paste wird. Mit Salz abschmecken.

Den Hummus in eine Servierschüssel füllen. Mit der Rückseite eines Löffels eine Mulde in die Paste drücken und ein wenig Olivenöl hineingießen. Mit den beiseitegelegten Kichererbsen krönen und mit Paprikapulver und Petersilie bestreuen.

Duftende Lammhaxen mit Knoblauch und Aprikosen

© Clare Winfield
© Clare Winfield

Quelle: Jenny Linford: Knoblauch

Fotos Clare Winfield

Ars Vivendi Verlag

Preis: 22,–

Lammhaxen brät man am besten ganz langsam. Bei diesem Rezept wird das Fleisch zart und würzig, Couscous oder Reis passen hervorragend zu dem aromatisch duftenden Lammgericht. Knoblauch verwende ich stets frisch gerieben und nie gemahlen, da ich den eigentlich immer vorrätig habe. Beim Zimt war ich auch ein wenig zurückhaltender, weil ja schon die Zimtstange mitschmorte und ich andere Aromen hier nicht übertönen wollte. Dafür habe ich uns aber noch ein bisschen Kreuzkümmel und Koriander gegönnt, weil das sehr gut hier passt finde ich. Rosenwasser verwende ich nur, wenn ich Top-Qualität bekomme, das schmeckt nämlich bei minderwertigen Qualitäten schnell mal seifig. Uns hat es so ziemlich gut geschmeckt.

Zutaten (für 4 Personen):

2 EL Olivenöl

4 gleich große Lammhaxen

2 Zwiebeln, fein gehackt

2 Knoblauchzehen, gehackt

1 Stange Staudensellerie, fein gehackt

1 Karotte, in dünne Scheiben geschnitten

1 Zimtstange

1 TL gemahlener Ingwer (bei mir frisch geriebener)

½ TL gemahlener Zimt

optional gemahlener Koriander und Kreuzkümmel nach Geschmack

1 Prise Safranfäden, gemahlen und in 1 EL warmen Wasser eingeweicht

½ TL schwarzer Pfeffer aus der Mühle

3 EL Tomatenmark

Salz

12 getrocknete ungeschwefelte Aprikosen

1 EL flüssiger Honig

½ TL Rosenwasser (nach Belieben)

3 EL Mandelblättchen, ohne Fett goldbraun geröstet

frisch gehacktes Koriandergrün zum Garnieren

Außerdem:

große Kasserolle mit Deckel

Zubereitung:

Den Backofen auf 150 °C vorheizen.

1 EL Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Die Lammhaxen zugeben und rundum anbraten. Aus der Pfanne nehmen.

Das restliche Olivenöl in einer Kasserolle erhitzen. Zwiebeln, Knoblauch, Sellerie, Karotte und Zimtstange zufügen und unter Rühren vorsichtig braten, bis die Zwiebeln weich sind und die Mischung ihr Aroma entfaltet. Ingwer, Zimt, Safranwasser und Pfeffer untermengen, dann das Tomatenmark einrühren. Die angebratenen Lammhaxen in den Bräter legen und rundum mit der Mischung umgeben.

Das Fleisch knapp mit Wasser bedecken, mit Salz würzen und zum Kochen bringen. Den Deckel auflegen und im vorgeheizten Ofen 2 Stunden schmoren. Nach ½ Stunden die Aprikosen zugeben.

Sobald das Lamm zart und gar ist, Honig und Rosenwasser unter die Sauce rühren, mit  Mandelblättchen und Koriandergrün garnieren und sofort servieren.

Rote-Bete-Suppe mit geröstetem Knoblauch

© Clare Winfield
© Clare Winfield

Quelle: Jenny Linford: Knoblauch

Fotos Clare Winfield

Ars Vivendi Verlag

Preis: 22,–

 Diese beeindruckende Suppe überzeugt durch ihre angenehm erdige Süße. Als herzhafte Vorspeise oder leichtes Mittagessen servieren, dazu Brot mit schöner Kruste reichen. Hier ist die Knoblauchnote eher dezent eingesetzt, wer es ein wenig kräftiger mag, nimmt einfach 1 Zehe mehr, auch bei der Zwiebel kann ich mir durchaus eine ganze vorstellen. Ich finde es aber sehr angenehm, dass das Buch bei den Rezepten sehr schön differenziert und alle – sowohl Liebhaber von kräftigen Aromen und Fans von vorsichtiger Knoblauch-Note – auf ihre Kosten kommen!

Zutaten (für 4 Personen):

2 Knoblauchzehen, ungeschält

500 g rohe Rote Bete

1 EL Olivenöl

½ Zwiebel, fein gehackt

1 Schuss Rotwein (nach Belieben)

600 ml frische Hühner- oder Gemüsebrühe

Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Crème fraîche oder saure Sahne zum Servieren

Frisch gehackter Estragon zum Servieren

Zubereitung:

Den Backofen auf 200 °C vorheizen.

Die Enden der Knoblauchzehen abschneiden, sodass das Innere sichtbar wird. Den Knoblauch und die Rote Bete zusammen in Alufolie wickeln und gut verschließen. Auf ein Backblech legen und im Ofen 1 Stunde backen. Herausnehmen, die Alufolie öffnen und zum Abkühlen beiseitestellen.

Die Rote Bete schälen und grob hacken. Den Knoblauch schälen und zerdrücken.

Das Öl bei niedriger Temperatur in einem großen Topf erhitzen. Die Zwiebel zugeben und leicht anschwitzen, bis sie weich ist. Rote Bete, Knoblauch und nach Belieben Rotwein unterrühren. 2 Minuten kochen, dann die Brühe zugießen. Zum Kochen bringen, zudecken, die Hitze reduzieren und 30 Minuten köcheln.

Ein wenig abkühlen lassen, dann mit einem Pürierstab oder im Mixer pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, gegebenenfalls wieder in den Topf gießen und nochmals gut erhitzen.

Die Rote-Beete-Suppe zum Servieren in Schalen füllen und mit Crème fraîche und Estragon garnieren.

Knoblauch

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Jenny Linford: Knoblauch

Fotos Clare Winfield

Ars Vivendi Verlag

Preis: 22,–€

Vielfältige Möglichkeiten mit einer tollen Knolle!

 Worum geht’s?

 Auf die Frage, was sie als eine unverzichtbare Zutat ansieht, die unbedingt mit auf eine einsame Insel sollte, antwortet die Autorin Jenny Linford, bei ihr geht es nicht ohne Knoblauch. Diese tolle Knolle ist ein wahres Kraftpaket dem über die Jahrhunderte vielfältige positive Eigenschaften nachgesagt werden, er gilt als Aphrodisiakum, Heil- u. Stärkungsmittel und soll auch Vampire in Schach halten können. Die Möglichkeiten sind vielfältig, zu Unrecht, verbinden viele mit Knoblauch nur eine penetrante und scharfe Note. Das ist ein viel verbreitetes Vorurteil, denn Knoblauch hat viele Gesichter er kann ein Gericht aufwerten und ist eine vielgeschätzte Aromazutat rund um den Globus, die vor allem schnell und einfach verfügbar ist.

Wie sieht es aus?

 Das Buch von Jenny Linford setzt mit den schönen Fotografien von Claire Winefield auf ein, bisschen Vintage und Shabby-Chic, dazu passt die Kaligraphie-Schrift der Rezepttitel wunderbar. Ein handlicher Pappband macht mir Freude.

 Großes Knoblauchuniversum von mild, bis feurig und lauter Wissenswertes dazu!

 Ganze 65 Rezepte wurden von der Autorin in den Kapiteln „Milder Knoblauch“, „Die Sonnenseite des Knoblauchs“, „Soulfood“, „Feuriger Knoblauch“, „Wilder Knoblauch (Bärlauch)“, „Knoblauch zum Fest“ (hier geht es um die zahlreichen Knoblauchfestivals weltweit) zusammengetragen. Außerdem gibt es zu jedem Kapital einen informativen Exkurs, da geht es um Formenvielfalt, Zubereitung und Lagerung, Knoblauch für die Gesundheit, wie die Knolle im Volksglauben weg kommt, einen Besuch beim Knoblauchbauern und Wissenswertes zu Knoblauchanbau und Knoblauch-Festivals. Jenny Linford legt Wert auf Struktur und grenzt geschickt die unterschiedlichen Geschmäcker ab: Sie startet sanft, für alle, die Penetranz verabscheuen und steigert sich dann langsam in dem sie alle erdenklichen Stadien durchläuft, da gibt es ´Rezepte für die tolle Knolle wie sie am Mittelmeer zelebriert werden, aber auch seine feurige und wilde Seite kommen nicht zu kurz. Soul-Food bedeutet bei ihr Gratins, Suppen, Pasta, Würstchen und Schweinebauch. Es gibt z. B. ein Brathähnchen mit Knoblauchbutter, spanische Knoblauchsuppe, Makkaroni mit Käse und geröstetem Knoblauch, ein Boeuf Bourguignon und vieles mehr.

Eine Frau mit Erfahrung!

Die Autorin hat einen unverwechselbaren Stil, sie verwebt gelingsichere Rezepte mit nützlichen Informationen, so dass es beim Nachkochen Spaß macht und das Thema umfassend präsentiert wird, von ihr wurden schon einige Produkt-Kochbücher erfolgreich veröffentlicht.

Was gibt es denn?
– oder alle internationalen Klassiker dabei und unkompliziert soll es sein!

 Hier wird Wert auf Vollständigkeit gelegt, das Buch versteht sich zum einen als Knoblauch-Kompendium, wo Rezepte wie Humus, Hähnchen mit 40 Knoblauchrehen, Rosmarin-Focaccia mit geröstetem Knoblauch, Ajo Blanco (die klassische kalte spanische Knoblauch-Suppe), Spaghetti alle vongole, spanische Knoblauchgarnelen, Spaghetti con aglio olio, e peroncino etc. nicht fehlen dürfen. Außerdem sind viele kreative Ideen, wie Pulled Pork mit geräuchertem Knoblauch, grüne Knoblauch-Muffins, Schweinebauch mit Cidre und Knoblauch, pikantes Erdnuss-Knoblauch-Relish, Kimchi-Pfannkuchen mit Crème fraîche und schwarzem Knoblauch und vieles mehr dabei, die schnell und unkompliziert köstlichen Knoblauchduft in unsere Küche zaubern.

In der Küche am liebsten praktisch – hier gibt es was für jeden Geschmack!

Die Autorin kommt mit einer übersichtlichen Anzahl von Zutaten aus, obwohl das hier nicht das auffälligste ist. Ich stelle beim Durchblättern angenehm fest, die Zubereitungsschritte sind sehr übersichtlich, alles hat auf einer Seite Platz. Es macht Spaß, wenn jemand sein Handwerk als Wissensvermittlerin und Rezept-Bearbeiterin dahingehend versteht, dass weniger oft mehr ist und man sich nicht durch ellenlange Zubereitungsbeschreibungen quälen muss. Die Handschrift der Rezepte ist solide und versucht nichts unnötig zu komplizieren, die Autorin spricht eine breite Zahl von Knoblauchliebhabern an und ist nicht nur auf der Jagd nach einem ungewöhnlichen Gaumenkitzel, dem alles andere untergeordnet wird.

 Wer ist die Autorin?

Jenny Linford arbeitet als freie Food-Autorin in London und ist Mitglied der renommierten Guild of Food Writers. Sie hat mehrere Bücher verfasst, davon sind bereits auf Deutsch erschienen: Tomate: Kochen – Braten – Einmachen und Aus Milch gemacht. Zudem schreibt Jenny Linford für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften wie Financial Times, National Trust Magazine, Great British Food und Modern Farmer

Fazit: Das Buch von Jenny Linford erfindet das Knoblauch-Universum nicht neu, ist aber eine seriöse und gut gemachte Zusammenstellung von Rezepten und Informationen über diese tolle Knolle. Wer Knoblauch liebt oder in allen Varianten besser kennenlernen und einsetzten möchte ist hier richtig. Es gibt auch neue Inspirationen, aber der Focus liegt ganz klar auf einem Produktkochbuch, wo alles drin sein soll, was man sich zum Thema an Klassikern erwartet, auch Kochanfänger und Menschen, die nicht regelmäßig am Herd stehen werden mit diesem Buch Spaß haben.

 Vielen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.

Limetten-Kokos-Fisch

© Hubertus Schüler.
© Hubertus Schüler.

Quelle: Bettina Matthaei: Workshop Würzen

Fotos: Hubertus Schüler

Becker Joest Volk Verlag

Preis: 49,90 €

Perfekt, wie hier die unterschiedlichen Aromen miteinander harmonieren!  Schnell gemacht war es außerdem noch, definitiv ein Keeper-Rezept.

Zutaten (für 4 Personen):

6 frische Limettenblätter

20 g frischer Galgant

20 g Ingwer

2 Knoblauchzehen

2 grüne Chilischoten

1 großes Bund Koriandergrün

3 EL Rapsöl

1 Dose stückige Tomaten (400 g)

1 Dose Kokosmilch (400 g)

800 g festes weißes Fischfilet (z. B. Rotbarsch)

Salz + grüner Pfeffer aus der Mühle

1 unbehandelte Limette

Limettenblätter waschen und seitlich mehrfach einschneiden, damit sie mehr Aroma abgeben. Galgant und Ingwer schälen und sehr fein hacken oder reiben. Knoblauch schälen und fein hacken. Chilis längs halbieren, entkernen, abbrausen und hacken. Das Koriandergrün abbrausen und trocken tupfen. Stängel und Blätter separat hacken.

Einen Wok erhitzen, das Öl darin heiß werden lassen. Galgant, Ingwer und Korianderstängel 2–3 Minuten unter Rühren anbraten. Knoblauch und Chili zugeben, 1 Minute unter Rühren mitbraten, dann mit den Tomaten ablöschen. Kokosmilch und Limettenblätter dazugeben, aufkochen und bei leichter Hitze ca. 10 Minuten etwas einkochen.

Inzwischen den Fisch kalt abbrausen, trocken tupfen, in mundgerechte Stücke schneiden, etwas salzen und pfeffern. Limette heiß waschen und trocken reiben, die Schale abreiben und etwas Saft auspressen.

Den Fisch in die heiße, nicht mehr kochende Sauce legen und 5–6 Minuten darin gar ziehen lassen. Mit Salz, Pfeffer, einigen Spritzern Limettensaft und etwas Limettenschale abschmecken. Mit den Korianderblättchen bestreuen.

iesZubereitungszeit: ca. 40 Minuten

Geschmorte Schweineschulter in Rotwein

© Hubertus Schüler
© Hubertus Schüler

Quelle: Bettina Matthaei: Workshop Würzen

Fotos: Hubertus Schüler

Becker Joest Volk Verlag

Preis: 49,90 €

Ich bin bekennender Koriander-Fan, deshalb musste ich dieses Schmorgericht probieren. Durch die Orange kommt noch mehr Frische rein, was uns sehr gut gefallen hat. Das Gericht benötigt zwar ein wenig Vorbereitungszeit, aber ging wieder super einfach zuzubereiten. Uns hat diese Kombination sehr gut gefallen, gerne wieder!

Zutaten (für 4 Personen):

1,2 kg Schweinefleisch (aus der Schulter)

1 unbehandelte Orange

500 ml kräftiger Rotwein

3–4 Knoblauchzehen

4 EL Koriandersamen

3–4 EL Olivenöl

250 ml Fleischbrühe

2 Lorbeerblätter

Salz + schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung:

Vom Fleisch alles sichtbare Fett entfernen, dann ca. 4 cm groß würfeln. Die Orange heiß waschen und trocken reiben. Die Schale abreiben, den Saft auspressen. Rotwein, Orangensaft und Orangenschale mischen und über das Fleisch gießen. Abgedeckt über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen.

Das Fleisch herausnehmen und trocken tupfen, die Marinade dabei auffangen. Den Knoblauch schälen und in dünne Scheiben schneiden. Die Koriandersamen im Mörser grob zerstoßen. Das Fleisch im Öl portionsweise rundum kräftig anbraten. Alles Fleisch zurück in den Topf geben. Knoblauch und Koriander zugeben, kurz mitbraten, mit Marinade und Brühe ablöschen. Den Lorbeer zugeben. Das Fleisch abgedeckt bei geringer Hitze ca. 90 Minuten köcheln lassen.

Wenn das Fleisch zart ist, die Flüssigkeit ohne Deckel einkochen. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Tipp: Mit Polenta, Kartoffeln oder Weißbrot servieren

Zubereitungszeit: 12 Stunden marinieren und 1 Stunde schmoren.

Rote-Bete-Zwiebel-Suppe mit Rotwein und Tonka

© Hubertus Schüler
© Hubertus Schüler

Quelle: Bettina Matthaei: Workshop Würzen

Fotos: Hubertus Schüler

Becker Joest Volk Verlag

Preis: 49,90 €

Tonkabohnen haben einen süßlichen, leicht bitteren der Vanille ähnlichen Geschmack, die hier perfekt mit dem Kakaopulver und der Chili harmonieren. Das Ganze ist eine ziemlich leckere Kombi, die unglaublich schnell zubereitet war.

Zutaten (für 4 Personen):

500 g kleine rote Zwiebeln

3 EL Walnussöl

500 g vorgegarte Rote Bete

300 ml roter Traubensaft

400 ml Rotwein

1 EL brauner Zucker

500 ml Gemüsebrühe

3–4 TL Aceto balsamico

2 TL dunkles Kakaopulver

Salz + schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Chili Ancho (mexikanische Chili mit sehr viel Aroma und milder Schärfe)

½–1 Tonkabohne

100 g Crème fraîche

30 g Walnusskerne

Zubereitung:

Die Zwiebeln schälen, längs halbieren und in dünne Ringe schneiden. Im Öl bei sanfter Hitze weich braten. Die Rote Bete mit Traubensaft und Rotwein glatt pürieren.

Die Zwiebeln mit dem Zucker bestreuen und unter Rühren karamellisieren lassen. Mit der Rotweinmischung ablöschen. Die Brühe zugeben, aufkochen, ca. 5 Minuten offen köcheln lassen.

Die Suppe mit Essig, Kakao, Salz, Pfeffer, Chili Ancho und frisch geriebener Tonkabohne würzen. Ich habe hier Pulver verwendet, das ich bei Bedarf mit der Gewürzmühle immer selbst mahle.

Die Crème fraîche mit etwas Salz und Chili verrühren und auf die heiße Suppe löffeln. Die Walnusskerne hacken und darüber streuen.

Zubereitungszeit: 35 Minuten