Salat-Sensationen

Peter Gordon: Salat-Sensationen

Knesebeck Verlag

Preis: 29,95 €

Ein Kunstwerk oder prominente Vorschuss-Lorbeeren…..

Kein geringerer als Yotam Ottolenghi bezeichnet dieses Buch als ein Kunstwerk von der ersten bis zu letzten Seite! Er hat zweifelsohne Recht, das Buch Salat-Sensationen des australischen Kochs Peter Gordon ist ungemein hübsch, geradezu eine Schönheit mit hohem Anziehungspotential für mich. Ein Cover schlichtweiß mit goldgeprägter Schrift und fröhlich bunter Tuschzeichnung das hat was, ist ungeheuer elegant und macht mich richtig neugierig, ob es dahinter genauso vielversprechend weiter geht? Hr. Ottolenghi hat sich aber auch über den Kollegen geäußert, dem er die besondere Gabe attestiert, echte Innovationen und Genussfaktor vortrefflich und aufs Köstlichste zu kombinieren. Puh, das ist eine Ansage und das gleich direkt vom Start weg, da ist sich jemand seiner Sache sehr sicher. Nun ich kann es vorweg nehmen, nicht nur der bekannteste israelische Koch der Welt, sondern auch die britischen Leser und Kritiker und ganz besonders ich (dazu komme ich gleich noch) sind von diesem Buch mehr als angetan und haben es mit Lorbeeren überhäuft. Viele sprechen Neudeutsch gerne von Must-Have, ich habe es mir abgewöhnt, weil es alles oder nichts aussagt, hier erkläre ich dennoch sehr gerne, was dass für mich beim Thema Salat ausmacht, denn Sensation ist gut, wenn mir dann noch einer zeigt, wie das auch zu Hause funktioniert, sind die Superlativen auch kein Problem für mich.

Grünzeug avanciert zum Hauptdarsteller!

 Salate wurden bis vor einigen Jahren entweder in die Schublade Diätkost oder Beilage einsortiert, dazwischen war eigentlich nicht viel mehr möglich. Der australische Koch und Buchautor Peter Gordon beobachtet seit einigen Jahren ein gänzlich anderes Essverhalten bei den Gästen seiner Restaurants: Sich eine Portion oder kleine Gerichte zu teilen, ist zum Normalfall geworden, genau wie ein großer Gemüseanteil auf dem Teller, entsprechend diesem veränderten Anspruch wählen viele Menschen inzwischen gerne einen Salat als Hauptmahlzeit, auch wenn es sich dabei nicht zwangsläufig um dauerdiätende Zeitgenossen handelt. Wer so unterwegs ist, der will natürlich nicht mit schnöder Schonkost abgespeist werden, sondern wünscht sich Kreativität und Spannung in der Salatschüssel.

Wer sind die Autoren?

© Lisa Linder/Knesebeck Verlag

Peter Gordon wurde in Whanganui, Neuseeland, geboren. Sein erstes Kochbuch stellte er bereits im Alter von vier Jahren zusammen. Nach seiner Ausbildung zum Koch und einigen Berufsjahren ließen ihn Abenteuerlust und kulinarische Neugier zu einer einjährigen Asienreise aufbrechen, die seine Art zu kochen maßgeblich beeinflusste. Peter Gordon lebt in London und betreibt Restaurants in Auckland und London. Er hat schon zahlreiche Kochbücher verfasst und tritt regelmäßig im britischen Fernsehen auf, u.a. mit Jamie Oliver. Peter Gordon ist Träger des neuseeländischen Verdienstordens, der ihm von Königin Elisabeth II. für seine Verdienste für die Lebensmittelbranche verliehen wurde.

Lisa Linder hat für viele führende internationale Zeitschriften und Verlage die ganze Welt bereist. Sie hat mit Jamie Oliver, Peter Gordon und Alain Ducasse gearbeitet und Bücher für Giorgio Locatelli und Michel Roux fotografiert und war als Kunstredakteurin für die australische Vogue tätig.

Was ist drin – oder wie geht ein aufregender Salat?

 Handelt es sich lediglich um ein paar Zutaten, die in einer Schüssel mit Dressing gemischt werden, oder ist es komplexer? In den Augen des Autors besteht ein Salat aus mehreren Zutaten, die individuell zubereitet werden und sich harmonisch ergänzen, entweder durch ihre sehr ähnliche oder ganz unterschiedliche Konsistenz und Farbe wie beispielsweise knusprig als Kontrast zu cremig. Manche Salate kommen als elegant angerichtete Arrangement daher, während andere bunt durcheinander gemischt serviert werden. Für die notwendige Harmonie setzt Peter kontrastierenden Geschmack ein oder bringt eine andersartige Konsistenz ins Spiel, das sorgt für ein rundes Gesamtergebnis, denn jeder gelungene Kontrast, ist der Anfang von etwas völlig neuem, so können die süßen geschmorten Trauben neben intensiver Zitrus-Säure oder feurige Chilis neben süßer Mango wahre Geschmacks-Abenteuer hervorrufen.

Was ist besonders? – oder ein Koch der uns lehrt was Geschmack ausmacht!

Ganze 100 Ideen für spannende Salatkreationen hat dieser Koch im Gepäck, dazu gehören ebenso „einfache Salate“, wie „Salate mit Gemüse und Körnern“, „Salate mit Gemüse und Käse“, „Salate mit Fisch“, „Salate mit Geflügel“, „Salate mit Fleisch“ und natürlich Rezepte für kreative Dressings.

Wie wär’s mit…..

 Kichererbsen, Feta,  pikante rote Zwiebeln mit Kreuzkümmel u. Minze

Nashibirne, Radieschen, Ingwer und Cashewkerne

Basmati-Safran-Reis mit Butternusskürbis, Tomate, Gurke u. Tamarinde

Butternusskürbis mit Kokosnuss, Radicchio, Chicoree und Feta

Gebackener Ricotta u. Röstkarotten mit Feigen u. rauchigem Mandelkrokant

Thunfisch mit Kokosnuss, Chili, Mango, Apfel und Limette

Brathähnchen mit Kumquats, schwarzem Knoblauch, Grünkohl u. Avocado

Lammnacken, gebackenes Pitabrot, Feigen, Feta, Tomate, Gurke, Minze u. Kalamata-Oliven

An alle Genuss-Süchtigen, ich hätte  Euch das ganze Inhaltsverzeichnis hier präsentieren können, würde aber lieber weiter unter Anleitung dieses kreativen Kochs an ultimativen Salat-Kreationen arbeiten, ich hoffe, das könnt Ihr verstehen….

Salat-Labor 2.0 – oder Gegensätze ziehen sich an!

 Ein Salat profitiert von der Kombination unterschiedlicher Konsistenzen, von der knusprigen Komponente, die man durch die Zugabe von Nüssen oder Croûtons erhält, bis zur weichen Konsistenz von Ziegenquark oder einem Gemüsepüree. So sehr ein grüner Salat mit etwas Olivenöl und Zitronensaft als Beilagen-Salat gefällt – Peter weiß, dass sich die Begeisterung unserer Gäste in Grenzen halten wird, wenn wir diesen als Vorspeise servieren. Ergänzen wir auf seinen Rat hin jedoch ein paar gebratene Trauben, geröstete Sonnenblumenkerne und einige Parmesanspäne, sieht die Sache schon ganz anders aus!

Dieser Koch weiß wie es geht  und spart mit Tipps nicht!

Der Mann hat an alles gedacht und spart mit wertvollen Tipps zu Mengenangaben, Zutaten und Handhabung störrischer Zutaten wie z. B. frischer Kokosnuss nicht. Wenn ich nicht schon vorher überzeugt gewesen wäre, dass dieser Autor absolut weiß wovon er spricht und was er tut, ich wäre es jetzt. Auf nur 6 Seiten gibt es von Mr. Gordon mal geschwind einen umfassenden praktischen Rundumschlag, der es in meinen Augen locker mit jedem Fachseminar bei einem Profi-Koch aufnehmen kann. Er erklärt anschaulich mit Fotoleitung, dass man Kokosnüssen am besten mit einem Hammer zu Leibe rückt, um an deren köstliches inneres zu kommen und dass Sojasauce manchmal ein besserer Geschmacksgeber ist als Salz. Wie man die besten karamellisierten Nüsse erhält und das knusprige Schalotten und gerösteter Knoblauch sehr kräuterlastige Salate noch mal gehörig pimpen können. Genial einfach seine Idee das Dressing auch nicht nur mit Zitrone anzumachen, sondern den aromatischen Kick noch durch geriebene Zitronenschale zu ergänzen.

Praxis-Check – oder Knaller-Rezepte soweit das Auge reicht!

 Ich liebe kreative Küche, bin aber nicht zwangsläufig auf Salat abonniert, es sei denn, dieser wird mir als kreative Fusion-Küche präsentiert und Genuss kommt dabei nicht zu kurz. Da gibt es in diesem Buch kein halten und ich bin deshalb schwer und nachhaltig beeindruckt, von Rezepten und den vielen Tipps und Varianten. Probiert habe ich einen Salat mit Butternusskürbis, Kokosnuss, Radicchio, Chicoree und Feta, tolle Kombi aus süß liebt bitter. Beim Olivenöl war ich allerdings etwas großzügiger. Einen thailändisch angehauchten Salat aus grüner Papaya, grüner Mango, Chili, Kokosnuss, Limette und Tofu, herrlich frisch und ich bin dem Koch dankbar noch mal an die Fischsauce darin erinnert zu haben. Beim warmen Salat mit Lammnacken, war der Clou, dass der Nacken sich beim Garen schön an das Pita-Brot anschmiegen kann, jede Menge Aroma garantiert. Peter Gordon ist Profi, der Salat-Sensationen verspricht und auch hält, die Zutatenlisten sind umfänglich, das funktioniert auch nicht anders mit diesem Anspruch. Dieser Koch liebt es, in die vollen zu gehen und einige Rezepte sind gleich für 8 ausgelegt. Ein Buch für Salat-Genießer, die nicht nur nach Feierabend Salat servieren und sehr viel Wert auf kulinarische Überraschungen legen.

Fazit: Wer Salate nicht nur als Beilage servieren will, braucht das Buch, hier ist für jede Menge Spannung in unseren Salatschüsseln gesorgt. 6 Seiten reichen diesem Autor, um noch einen Fernkurs in Salat pimpen zu geben. Da fehlt nichts und macht aus ambitionierten Laien schon Semi-Profis. Außerdem 100 Salat-Ideen zum Niederknien, die Vorschuss-Lorbeeren erweisen sich zum Glück als beeindruckende Realität. Besser geht es nicht, wenn Ihr Genießer seid, Salat nicht nur aus diätischen Gründen esst und auch mal gerne in der Küche zaubert. Für mich das beste Buch, das ich zum Thema Salat in den letzten Jahren in den Händen gehalten habe und ich habe da durchaus noch das ein oder andere zur Auswahl.

Herzlichen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.

 

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5 Gedanken zu “Salat-Sensationen

  1. Danke für diese aussagekräftige Buchvorstellung, liebe Ira. Gute Salatrezepte im Sinne von kontrastreichen und dennoch ausgewogenen Hauptdarstellern sind wirklich Gold wert. Da passt die Schrift des Buchcovers perfekt. Ich bin gespannt, welche Rezepte du uns wieder herauspicken wirst. Liebe Grüße Wili

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    1. Ja, ich war auch sehr angetan vom Buch, es wächst mir jeden Tag mehr ans Herz. Ist ja häufig so, dass wenn man viel Zeit mit einem Kochbuch verbringt, die Euphorie einsetzt, ging mir Disziplin die die wenigsten Autoren beherrschen, besonders wenn es sich um Köche handelt. Hier passt das Verhältnis zwischen Anspruch und Umsetzung ziemlich gut, wenn man nicht zum Ratz-fatz-Club gehört.

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