La Dolce Vita

Eleonora Galasso: La Dolce Vita

Rom kulinarisch erobern mit einer Kreuzritterin des guten Geschmacks!

Knesbeck Verlag

Preis: 29,95 €

Worum geht’s?

 „Alle Wege führen nach Rom“, besagt ein altes Sprichwort, dass die Großartigkeit und Bedeutung der ewigen Stadt hervorhebt. Rom, die Stadt auf sieben Hügeln, besitzt nicht nur eine Geschichte von über 2700 Jahren, sondern mit dem Vatikan, den kleinsten Staat der Welt. Die Faszination von Besuchern aus aller Welt ist trotz täglichem Verkehrs-Chaos ungebrochen: Pulsierendes Leben auf den Straßen, knatternde Motorinos,  Restaurants und Cafe-Bars gehören ebenso zu Rom, wie ihre antiken Sehenswürdigkeiten, Kirchen und vor allem die Lust am Leben und am täglichen Genuss.

Wer sind die Autoren?

Eleonora Galasso ist Kochlehrerin, Food-Autorin, Bloggerin und ein echter Instagram-Star, die von sich sagt, sie sei eine Kreuzritterin des guten Geschmacks. Durch ihre Großmutter wurde bereits in jungen Jahren ihre Leidenschaft zum Kochen erweckt, allerdings durfte sie damals lediglich prüfen, ob die Nudeln schon al dente waren. Nach einem Studium am Ateneo Italiano della Cucina in Rom und einem anschließenden Master in Gastronomie und Essenskultur machte sie ihr Hobby schließlich zum Beruf. Heute pendelt sie zwischen Rom und Paris, arbeitet als Journalistin.

David Loftus fotografiert seit über 20 Jahren Kochbücher und ist einer der bedeutendsten internationalen Food-Fotografen. Er arbeitete bereits mit namhaften Autoren wie Jamie Oliver, Gennaro Contaldo und Rachel Khoo zusammen. Darüber hinaus dreht er Werbespots und Kurzfilme.

Genießen und ganz wichtig dabei mal runterschalten…

Kochen – Essen und Reden, Römer tun eigentlich gefühlt kaum was anderes, meint Elanora. Rom diese herrlich chaotische Stadt atmet den Duft von Jahrtausenden und hat kulinarisch jede Menge zu bieten. Wir begleiten die attraktive und sehr quirlige Römerin Eleonora Galasso durch winzige Gässchen, stolpern mit ihr über das von abertausend Pilgern blank poliertes Kopfstein-Pflaster der italienischen Hauptstadt, immer auf der Suche nach dem authentischen italienischen Geschmack, Hauptsache wir finden unser persönliches #foodhappiness, auch wenn es nur Maritozzi (Rosinenbrötchen), ein Bombolino (gebackener Donut), ein Budini di riso (Reistörtchen), Taralucci al vino (süße Knabberei zu Wein) oder ein Trio di bruschette (Dreierelei Bruschette) ist, unabdingbar dabei genießen und einen Gang runterschalten.

Typisches – Familienrezepte, und gerne auch mal ein Ausflug oder eine neue Idee!

Entdecken wir mit der Autorin das typisch römische, wie den Duft nach starkem Kaffee und lassen wir uns erklären, dass „un caffe“, das Nationalfrühstück üblicherweise an der Bar im Stehen geschlürft wird und dort auch ungleich günstiger ist, als wenn man diesen am Tisch genießen möchte. Wer Kaffee bestellt, bekommt selbstverständlich einen Espresso serviert und wer wie echte Römer frühstücken will bestellt einen Cappuccino und Croissant. Italiener würden Cappuccino aber niemals zu einer anderen Tageszeit als zum Frühstück ordern weiß Eleonora zu erzählen, also bitte nicht wundern, wenn Sie mal schiefe Blicke ernten, sollte Sie es wagen, mit dieser Tradition zu brechen.

Alle ihre Rezepte stammen aus der authentischen italienischen Familienküche und daher braucht man keine speziellen Gerätschaften, sondern von allem nur das Beste Zeit und Muße zum Kochen. Neben den Klassikern wie reisgefüllte Tomaten mit Kartoffeln, die neben der Pizza, hier als Pizette (Mini-Pizzen) mit Tomatensauce, als Inbegriff für römisches Street Food gelten oder den aus dieser Küche nicht wegzudenkenden Gnocchi (hier mit Schweinerippchen in Tomatensauce), Pasta al forno (mit Spargel und Pancetta), Spaghetti alla carbonara (selbstverständlich authentisch ohne Sahne), Nudelpaste mit Schinken, Leber & Erbsen gibt es glasierte Fleischbällchen von Nonna, die uns wunderbar geschmeckt haben. Weiter geht es mit einem Kalb mit Thunfischsauce (Vitel tonné), Römischen Reiskugeln und auch einem römischen Ossobuco mit geschmortem Frühlingsgemüse (Artischocken dürfen nicht fehlen) und auch der Klassiker der italienischen Resteküche in Form von Brotsalat ist vertreten. In der klassischen Disziplin lässt die Autorin für mich keine Wünsche offen, außerdem ist diese mit Liebe und sehr viel Elan am Werk, das Ergebnis löst bei uns das versprochene Foodhappiness-Gefühl nachhaltig aus.

Großzügigkeit hat Charme und wird am Ende immer belohnt!

Beim Dessert ist meine Wahl auf das köstliche Semifreddo gefallen, von dem wir gar nicht genug bekommen konnten. Die Übersetzung hakt leider ein wenig und spricht von einer Puddingfülle, wir sind großzügig, denn als ausgewiesene Rezensenten (und da befinde ich mich in sehr guter Gesellschaft), können wir lesen und ein bisschen großzügig wollen wir auch sein. Mich nerven diese überambitionierten Fehler-Sucher im Moment sehr, weil manchmal ein Wind erzeugt wird, der nicht nötig ist, viele Frauen und Männer machen sich jeden Tag ein Rezept zu ihrem eignen und sehen das als was ganz Selbstverständliches an. Genauso sollte es für mich auch sein, wenn jemand mehr als zwei Rezensionen im Jahr veröffentlicht. Es geht nicht nur um Fehler, sondern auch um Potential, Produktkenntnis im Herkunftsland und so weiter. Nicht wer einen Fehler gefunden hat, ist die authentischere Rezensentin, sondern wer das Potential eines Buches freilegen kann, dass ist für mich deutlich mehr als Fehler suchen, auch wenn man manchmal nicht um konstruktives Feedback herum kommt. Der Grad ist schmal, aber die „Kochbuch-Süchtigen“, sind weise und wissen, dass nicht immer alles perfekt sein muss, der Geschmack ist unser Elixier und unser Wertekanon, den wir nie freiwillig auf dem Altar der Eitelkeiten opfern möchten, den es geht um viel, wenn wir uns diesem verpflichtet fühlen.

Foodhappiness verträgt auch ein bisschen Modernisierung!

 Diese Autorin wagt aber auch mal neue Ideen oder den Blick über die Grenzen und serviert Neapolitanischen Osterkuchen, einen Polentakuchen mit Kürbis und Apfel, bei dem Eleonora immer an den herrlichen Garten des Klosters vom Malteserordens denken muss, von dem man einen zauberhaften Blick durch das Schlüsselloch auf den Petersdom erhaschen kann. Rosettabrötchen mit Mortadella und hausgemachter Mostarda werden von ihr selbstgemacht, Genuss-Süchtige sind Jäger des guten Geschmacks und investieren da auch mal gerne.

Unterhaltung inklusive, als wären wir auch gerade auf der Pirsch nach einem Mittags-Tramezzini….

Herrlich ihre Geschichte dazu über den Nahkampf in der Mittagspause, in der die Römer versuchen, dem Hunger ein Schnippchen zu schlagen. Trotz Parkplatznot und Rentnerinnen in der Schlange am Alimentari, die nicht nur wegen des Essens kommen, sondern auch eine gepflegte Unterhaltung mit der Bedienung schätzen, auch wenn das den Hungrigen in der Schlange den letzten Nerv raubt. Signora Galasso versteht es uns zu unterhalten, ich habe direkt das Gefühl ich stehe auch in der Schlange und wippe vor Ungeduld mit dem Fuß und stöhne entnervt auf, als es gleich noch mal von vorn losgeht.

Wer sagt, dass wir alles immer so wie früher machen müssen….

Italienische Küche gilt als schwere Kost aber die Rezepte für die gefüllten Conchiglioni auf Basilikumblättern oder für den Dinkelreissalat mit gegrillten Hähnchenstreifen, Zucchini & Ziegenkäse und das Wolfsbarsch-Carpaccio mit Pfirsichen, Kiwi und Rucola können auch anders. Sehr angetan war ich auch von der Idee für eine Tintenfisch-Wurst mit Kartoffel & Sellerie, der eine abgeschnittene Plastikflasche zu Form und Stand verhilft.

Was ist besonders – oder noch ein italienisches Kochbuch?

Neben Rezepten, die in Eleonora Galasso Familie von Generation zu Generation weitergegeben werden, und anderen, die sie auf ihrer Reise durch das Latium gesammelt und hier und da mit Fingerspitzengefühl modernisiert hat, porträtiert Signora in zahlreichen humorvollen Anekdoten Rom und seine Bewohner. Ihre Sprache ist sehr bildhaft und häufig muss ich schmunzeln, z. B. über ihre Einschätzung zum coatto“, dem echten römischen Kerl, dem sie mit all seinen Unarten eine fehlgeleitete Lebenslust unterstellt, hinter dem sich stets ein gutes Herz und ein ebenso starker Sinn für Loyalität verbirgt, ist witzig und unterhaltsam. Der Instagram-Star hat es sich zur Aufgabe gemacht, den kulinarischen Auftritt der ewigen Stadt im Netz gehörig aufzumöbeln und uns vor allem #foodhappiness zu versprechen, dazu liefert sie nicht nur Rezepte, sondern perfektes Italien-Feeling zum Schmecken, träumen und schmunzeln! Diese Autorin ist visuell und optisch kein Leisetreter, sondern alle Bilder, die wir aus den alten Italo-Klassikern der 60iger kennen oder sonst mit Rom und Italien in Verbindung bringen, werden bei ihr zu farb-kolorierten Impressionen dieser Klischees, sie versteht die Inszenierung perfekt, dieses Buch verströmt ansteckende pure Lebensfreude, die mich für dieses Werk einnimmt, denn genau das sollte ein weiteres italienisches Kochbuch bieten und wenn es sehr gut läuft auch noch klassischen Genuss aufgepeppt mit neuen Ideen. Deshalb gibt es hier von mir auch nichts zu meckern, auch wenn ich gefühlt schon viel zu viel italienische Kochbücher mein eigen nenne, für eines das sowohl die Klassik solide beherrscht, zudem was Neues bieten kann und mich auch noch vortrefflich unterhält, sowohl optisch als auch mit Geschichten, mache ich gerne noch einen Platz frei.

Vielen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar.

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