Rose-Marie Donhauser: Einfach – Heimatküche

Rose-Marie Donhauser: Einfach – Heimatküche

EMF Verlag

Preis: 24,99 €

Wieso kompliziert, wenn es auch einfach geht – oder wir wissen was wir tun und manchmal genauso wollen!

 Worum geht’s – oder Küchenklassiker against Facebook und Glotze

 Die Welt ist schneller geworden immer mehr stopfen wir in unsere Tage hinein. Büro, Familie, Hobby, Lieblings-Serie, wo wir natürlich keine Folge verpassen wollen, bloggen, Facebook-Freunde mit Likes versorgen und…..Das Alltägliche bleibt auf der Strecke, Kochen, nö, keine Zeit und wenn doch dann max. 30 – 45 Minuten, danach fängt meine Serie an. Bei Salat und vielen Pasta-Gerichten geht das noch auf, aber die guten alten Klassiker wie Rouladen, Königsberger-Klopse und Co. fallen durchs Zeit-Raster. Und nun, was machen wir jetzt, die Erinnerung an die super-leckere Roulade der Mama aus dem Gedächtnis streichen, ins Wirtshaus gehen, oder selber machen und Hilfe in Anspruch nehmen und auch mal Abstriche in Kauf nehmen?

Wer ist die Autorin?

 Rose Marie Donhauser wuchs in einem Landgasthaus im Landkreis Altötting/Oberbayern auf. Sie verbrachte ihre Lehrjahre in der internationalen Hotellerie, unter anderem im Hilton. Anschließend arbeitete sie als Köchin und Food & Beverage-Managerin. Nach über 15 Jahren in Schweden, Belgien, München – in den besten Hotels – hatte sie ein sicheres Fundament, um über Gastronomie und Kulinarisches schreiben zu können. Das nötige Handwerkszeug erlernte sie an der „Akademie der Bayerischen Presse“. Seit 1988 ist sie als Kochbuchautorin, Food- und Reisejournalistin sowie Restauranttesterin unterwegs. Sie war acht Jahre im Ressort „Essen und Trinken“ der /Abendzeitung/ München tätig, schrieb Artikel für Fachmagazine und war Ernährungsexpertin des RBB. Rose Marie Donhauser ist Jurymitglied bei den „Berliner Meisterköchen“, gibt ihre Erfahrung in Kochkursen weiter und trat in Kochsendungen der ARD und des SWR auf. Inzwischen hat sie mehr als 160 Kochbuchtitel veröffentlicht, von denen mehrere ausgezeichnet wurden.

Was ist drin – oder warum nicht mal auf Essentials vertrauen?

Rose-Marie Donhauser möchte das ändern, Genuss ist für sie nicht nur mit unzählige Zutaten, Schüsseln und Töpfe möglich, sie konzentriert sich deshalb in „Einfach – Heimatküche” auf die absoluten Essentials dieser Soul-Food-Gerichte: maximal sechs Zutaten, die den Klassikern der Mama recht nah kommen sollen. Bebilderte Zutaten und eine deutlich größere Schriftgröße machen das Projekt „Heimat-Ruckzuck“ zu einer Mission, für die wir definitiv keine Brille brauchten oder am Ende – “So ein Mist“- das wichtigste überlesen haben.

150 traditionsreichen Rezepte aus der Alltagsküche sollen uns wieder mit der Küchen-Tradition unserer Mütter versöhnen, auch wenn wir uns entgegen anderer Generation vor uns, nur noch einen Bruchteil der Zeit dafür nehmen wollen: Wiener Schnitzel, Heringssalat, Sauerbraten und andere Klassikern werden auf 2017 getrimmt und versuchen, den Kampf um unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen, um sich endlich wieder in unseren heimischen Küchen zu etablieren, auch wenn es für diese Soulfood-Klassiker bedeutet, dass sie sich mächtig anpassen müssen, unser Zeitbudget ist knapp und wir sind busy, very busy, stundenlang am Herd stehen war gestern. Wir bekommen heutzutage im Supermarkt fast alles, was wir zum Kochen benötigen und uns die Arbeit in der Küche extrem erleichtern kann. Das geht vom Knödelteig aus der Kühlung bis hin zu fertig abgepacktem Hackfleisch, mit dem ich mich persönlich nicht anfreunden werde, denn der Metzger meines Vertrauens will auch von was leben und ich muss mein schwer verdientes Geld nicht nur an der Supermarkt-Kasse lassen. Manche dieser Discounter-Platzhirsche investieren es dann vielleicht in Kunst und werden dabei noch betrogen, mein Metzger investiert es in sein Geschäft und seine Familie, das ist mir lieber.

Praxistest – oder jedem das seine!

Ich habe mich gleich an mein persönliches -Soulfood gemacht und nehme mir die Freiheit, es auch mal beim alt bewährtem zu lassen:

Das Rouladen-Rezept geht für mich nicht, ich fülle die immer selber und werde das aus Gründen der Zeitersparnis auch nicht ändern, beim passsenden Rezept dafür bin ich mit Mälzer verheiratet, da passt klein Blatt zwischen uns, wir sind ein eingespieltes Team, da es ist es mir auch wurscht, dass der mehr als 6 Zutaten verlangt, gefüllt wird immer selbst, dann allerdings im großen Stil aufgekocht und die eine oder andere Portion eingefroren oder eingeweckt. Die selbstgesammelten Pilze wollen aber auch schnell und lecker nach einer Wanderung auf den Tisch gebracht werden und dann sind maximal 6 Zutaten und weniger Zeit in der Küche gerade richtig für mich. Mein Trick 17, war die Petersilie sowohl beim Pfifferlings-Ragout, wie bei den Knödeln zum Einsatz zu bringen, die Petersilie war ja schon mal gesetzt.

Fazit – oder für wen ist das was? Keep-Simple-Kochbücher erfreuen sich großer Beliebtheit, wir die Konsumenten wollen es so – oder zumindest die Mehrheit unter uns, die sonst ins Wirtshaus abwandern würde! Nach Feierabend am liebsten alles noch schnell im Supermarkt besorgt, den Fleischer gibt es dort ja auch, das Hackfleisch praktisch im Plastik-Pack und die Rouladen schon fertig gefüllt. Das ist die Realität, auch wenn das für mich und einige andere ein No-Go ist, ist das mehrheitsfähig und meine 80-jährige Schwiegermutter hat damit kein Problem. Sie isst zwar gerne an unserem Tisch selbstgemachte Semmel-Knödel und die schmecken ihr immer ausgezeichnet, aber richtig verstehen tut sie nicht, warum ich das überhaupt mache, für sie ist das heute einfach nicht unbedingt mehr nötig. Wer das genauso sieht und das ist ja partout nichts Schlechtes, sondern einfach nur die Anpassung an veränderte Lebensumstände, der ist bei diesem Buch richtig, es geht wirklich in erster Linie um ruckzuck Heimatküche und nicht um 2 -3 Stunden Küchendienst, dafür wird versucht, intelligent zu reduzieren, um das zu ermöglichen. Das funktioniert bei einigen Rezepten ordentlich auch wenn die Raffinesse dabei nicht immer auf die vollen Hundert Punkte kommt, sondern diese bei 70 % stecken bleibt. Die Ansprüche und Bedürfnisse sind unterschiedlich, wenn jeder das Rezept findet was er braucht, ist das Bestmögliche erreicht, die Leute kochen schließlich noch und sind noch nicht beim Lieferdienst oder der Koch-box gelandet. Ich gestatte mir gerne mal wieder einen Ausflug ins optimierte andere Lager, auch in diesem Buch hat es  bei den ausprobierten Rezepten funktioniert, mal abgesehen vom Rouladen-Rezept, da brauche und will ich keine Optimierung. Ich fühle mich den Genussverfechtern zugehörig und werde das von Fall zu Fall entscheiden, ich bin sowieso lieber in der Küche als vor der Flimmerkiste, denn ich bin ja eine bekennende Kochbuchsüchtige und kann verstehen, wenn nicht jeder nach dem Optimum strebt, sondern es manchmal nur das Bestmögliche ist. Ein Trend, der inzwischen auch bei Jamie angekommen ist, weil der die Zeichen der Zeit, genauso wie wir, nicht negieren möchte – es geht nicht um Abschaffung, sondern um Optionen, die manchmal einfach sein müssen, denn wir wissen was wir tun und manchmal einfach auch genauso wollen.

Vielen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar.