Agnes Prus: Meine DIY-Küche

Agnes Prus: Meine DIY-Küche

Fotos: Yelda Yilmaz

Verlag Stiftung Warentest

Preis: 16,90 €

Hast Du ein bisschen Zeit für mich, habe ich was Leckeres für Dich…..

 Worum geht’s – oder leckere Projekte aus unserer Küche!

Selbermachen macht Spaß, dieser Trend ist längst auch in der heimischen Küche nicht mehr wegzudenken: Müsli Ketchup und Senf muss man nicht im Supermarkt kaufen, sondern die lassen sich prima im eigenen Küchenlabor herstellen und sind damit nicht nur um ein vielfaches leckerer, sondern auch unbelastet von Gluten und ohne Zuckerschock zu genießen, als das was dazu der Supermarkt im Programm hat. Auch als Geschenk eine wunderbare Gelegenheit, lieben Menschen eine Freude zu machen, die viel mehr ist als ein fertig gekauftes Mitbringsel, haben wir doch meistens lange an dem Rezept getüftelt, bis wir das perfekte Ergebnis erreicht haben. Das nimmt einem dieses Buch nicht ab, aber es begleitet uns auf dem Weg dahin, unterstützt durch step-by-step Fotos werden Rezepte übersichtlich in ihren unterschiedlichen Entwicklungsstadien gezeigt.

Wer ist die Autorin?

 

© Julia Wallstab

 

Agnes Prus hat Kunstgeschichte studiert und anschließend ihr Glück in der Küche gefunden. Seitdem sie nicht mehr für Cafébesucher backt und kocht, experimentiert sie am eigenen Herd – ganz zur Freude ihrer zwei Kinder und ihres Mannes. Agnes Prus lebt und arbeitet in Köln.

 

Wer hat fotografiert?

© Charlotte Schreiber

Die Fotografin Yelda Yilmaz hat nach Ihrem Studium an der Hochschule der Bildenden Künste die Food-Fotografie für sich entdeckt. 2014 hat sie zusammen mit Swantje Havermann „Food Swap“ ins Leben gerufen. Das gleichnamige Kochbuch ist 2016 bei EDEL erschienen, inzwischen hat sie zusammen mit ihrer Mutter außerdem ein wunderschönes Kochbuch zur türkischen Küche veröffentlicht.

 

Was ist drin?

Ganze 44 Küchenprojekte, hier ist vieles möglich!

 Agnes Prus stellt ihre Leser in den Vordergrund und bietet im wirklich sehr schön gemachten und handlich praktischem Buch 44 gesunde und leckere Küchenprojekte an, das geht quer Beet durch alle Kategorien von leckeren vegetarischen Cremes fürs Frühstück, über Granola, Gemüsechips, Amarettini, Macarons & Karamellbonbons, Sushi, Gewürzmischungen, Eingelegtem & Eingekochten, bis hin zu Brot & Knäckebrot, Sirups, selbstgemachter Pasta und gesunden Drinks und Likören.

Was ist neu? – oder wir richten uns nach Deinem Zeitbudget…..

Während die meisten Bücher zum DIY-Trend Rezepte in Kategorien präsentieren, geht dieses Kochbuch einen neuen sehr intelligenten Weg. Es kommt seinen Lesern sehr entgegen und liefert seine Ideen nach Zeitaufwand strukturiert: wer einen freien Nachmittag hat, kann entweder Karamellbonbons herstellen, Müsli-Riegel selber machen oder Currypasten produzieren. Ein langweiliges verregnetes November-Wochenende, wo man lieber in der Wohnung bleibt, kann nicht nur auf der Couch zelebriert werden, sondern es eignet sich perfekt, um endlich mal selbst ein Sauerteig-Brot zu backen oder kleine Geschenke in Form von selbstgemachtem Senf oder Omas Quittenbrot zu produzieren. In den Ferien knöpfen wir uns die Salz-Dill-Gurken, Kimchi oder Kokos-Joghurt vor und entdecken ganz nebenbei, wie entspannend es sein kann selber Hand an zu legen, wenn es mit den Projektmeilensteinen im Büro nur auch so einfach wäre…..

Den Leser also abzuholen und daraus praktische kleine Workshops zu machen, ist sinnvoll und perfekt bei dieser Thematik und in anderen Titel zum Thema bislang hoffnungslos zu kurz gekommen. Es muss ja nicht immer eine Bibel im Schrank stehen, die wir zwar gerne in die Hand nehmen, aber dann merken, huch, soviel Zeit möchte ich dann doch nicht investieren. Wer aber Erfolge verzeichnen kann bekommt Lust auf mehr. So einfach ist das also, schön das hier Menschen erstmal die Leser in den Vordergrund stellen und nicht nur Rezepte abliefern.

Trau Dich, Abenteuer inklusive!

Neben den alten Bekannten wie Himbeerkonfitüre (hier aber mit easy-peasy Programm) und Salzzitronen, die wir alle natürlich auch in einem solchen Buch erwarten, gibt es viel Neues zu entdecken: Ein Abenteuerspielplatz für Kochbegeisterte wird vor uns ausgebreitet mit Kombucha, Salz-Dill-Gurken und Sauerteig können wir endlich die „störrische Diva“ Fermentation kennenlernen, uns endlich an frische Pasta ran trauen oder Sprossen auf der Fensterbank ziehen. Wenn es gelingt, bringen die Ergebnisse einen vor Stolz zum Strahlen, war doch gar nicht so schwer und dann geht es motiviert an das nächste Projekt, Croissants und Tiefkühlpizza, endlich das eigene Fast-Food im Freezer haben, oder Räuchern im Wok und sich auch mal an den selbstgemachten Strudel ran wagen. Die Auswahl ist spannend und für jeden Geschmack was dabei, „Vorratshamster“ oder „Bastler“ mit diesem Buch wird vielen Ansprüchen Rechnung getragen und es bleibt trotzdem noch übersichtlich. 44 unterschiedliche Optionen, bei denen wir uns schrittweise ganz im eigenen Rhythmus vorwagen können und auch noch optische Unterstützung erhalten, sind häufig mehr als tausend Rezepte.

Praxistest:

 Ich hatte mich zuerst für die orientalische Linsencreme entschieden, wunderbar einfach, aromatisch und wohlschmeckend und auch optisch nicht zu verachten. Danach folgte Grav-Lax, eine Premiere und ein voller Erfolg für uns und unsere Brunch-Gäste. Persönlich habe ich den Zuckeranteil ein wenig erhöht, nachdem ich wie ich es immer mache – wenn ich mich auf neues Terrain wage, etwas recherchiert hatte. Für uns hat es so prima gepasst und ein bißchen möchte man sich ja auch ein Rezept zu eigen machen.  Zudem  bin ich bei Projekten die Neuland bedeuten, so detailverliebt, dass ich immer mehrere Quellen zu Rate ziehe und habe das schon immer so gemacht, anders ließe sich eine derartig umfassende Kochbuch-Bibliothek nicht rechtfertigen vor meinem Mann. Das Knoblauch-Confit ist ebenfalls eine leckere Überraschung für uns gewesen, weil so super einfach und eine tolle Geheimwaffe im Kühlschrank, schnelle Beilage zum Abendbrot und ebenso Party-Büffet tauglich. „Knoblauch Angsthasen“ werden es ebenfalls lieben, die Knolle gewinnt Aroma und verabschiedet sich von der Schärfe. Mir persönlich gefällt das Buch sehr gut und ich finde das Konzept absolut überzeugend und die Rezepte sehr kreativ, da haben sich Autorin und Lektorin richtig Gedanken gemacht, das Thema Selbermachen so zu präsentieren, dass es auch alltagskompatibel ist. Bei dem Rezept für den Kicherbsen-Tofu wäre der explizite Hinweis, dass man dem Mehl die erforderliche Wassermenge nur langsam unter Rühren zufügt und das Kichererbsenmehl beim Quellen nicht andicken soll, sondern dadurch einfach bekömmlicher wird, sicherlich für Neulinge noch hilfreich gewesen. Was die veranschlagten Zeit-Bugets angeht, z. B. beim Trocknen von Gemüse für Brühpulver bin ich großzügig, es handelt sich bei den Rezepten nicht um Feierabendküche, ein bisschen Abenteuer und Tüfteln gehört für mich zum Thema dazu.

Fazit oder für wen ist das was?

Ob herrliche Gewürzmischungen, köstliche Tees aus selbst gesammelten Kräutern, Aufstriche  oder Currypasten, hier kann ganz tief in die Kreativitätskiste gegriffen werden und der bunte Gemischtwarenladen, der uns DIY-Fans hier geboten wird, ist mit vielen nützlichen Step-by-Step-Anleitungen nicht nur sehr kreativ, sondern präsentiert dieses Thema endlich Sparten-übergreifend als Workshops und so wie es für jeden gerade zeitlich passt. Mir hat das Buch gerade deshalb super gefallen, ein bisschen Abenteuerlust und Kocherfahrung schadet nicht, die Rezepte begleiten sind aber hier und da eher knapp gehalten.

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar.

 

 

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