Das Beste aus 30 Jahren

Martina Meuth/Bernd „Moritz“ Neuner-Duttenhofer: Das Beste aus 30 Jahren

Fotos: Hubertus Schüler

BECKER JOEST VOLK VERLAG

Preis: 28,–€

ET: 29.03.18

Kochen als Handwerk und nicht als Show – oder Sie haben drei Küchen aber kein Sofa!

 Als Martina Meuth und Bernd „Moritz“ Neuner-Duttenhofer vor 30 Jahren das Konzept für ihre Kochsendung, damals noch in der ARD entwickelten, galt Kochen noch als eine tägliche lästige Arbeit. Die Erwartungen der Zuschauer waren, es sollte vor allem preiswert sein und schnell gehen. Heute ist Kochen mit Sendungen wie Kitchen Impossible und anderen Shows vor allem Entertainment, das viele Fans vor den Bildschirm lockt. Das Paar lebt, schreibt und kocht auf einem alten Apfelgut am Rand des Nordschwarzwalds. Kennengelernt haben sich die beiden 1976. Sie war bei der „Freundin“, hat dort das Kochressort geleitet. Zur Schwesterredaktion im selben Verlag kam ein neuer Ressortleiter, das war er. Zuerst hat sie sich immer ein bisschen über ihn lustig gemacht. Wie es so ist, neue Kollegen werden besonders gründlich beäugt. Es gab dann aber eine Pressereise und beim ersten Stopp des Busses standen die beiden zusammen, und Martina hatte einen Campari in der Hand, und sie plauderten miteinander und plötzlich lag ihr Glas auf dem Boden, ziemlich unangenehm war das, weil es ihr gleich darauf noch mal passiert ist. Beim Abendessen – da saßen sie schon nebeneinander – haben die beiden dann festgestellt, dass sie die gleichen Dinge gerne essen. Daran hat sich in den letzten 30 Jahren nicht viel geändert, allerdings ist Moritz lieber im Garten und Martina noch lieber in der Küche.

Wer den Führerschein machen will geht zum Fahrlehrer und engagiert nicht Sebastian Vettel dafür!

 Dem Journalisten-Paar ging es nie um die Show, sondern sie kochen einfach! Sie verstehen sich als Mentoren für das Kochen und zeigen seit 30 Jahren jede Woche ihren Zuschauern, wie diese in der heimischen Küche aus frischen Zutaten ein gutes Essen zubereiten können, das in überschaubarer Zeit und ohne großen Aufwand auf den Tisch steht und ohne Geschmacksverstärker und ähnlich gesundheitlich fragwürdige Zusatzstoffe auskommt. Das ist nicht nur Fix-Küche auf die ehrliche Art, ohne Fake und Show, sondern jedoch jede Menge Service, für Menschen, die gerne kochen, aber das nicht mehr von der Mutter oder Großmutter gelernt haben. Sie erklären Tipps, Kniffe und zeigen wie sich Arbeit und Mühe, durch den geschickten Einsatz von Küchengeräten, die die allermeisten sowieso zu Hause haben, reduzieren lassen. Die Investition für den Thermo-Mix könnt ihr Euch zum Glück sparen, meistens reicht ein Pürierstab und eine ganz normale Küchenmaschine. Mit pädagogischem Eifer lehren Martina Meuth und Bernd „Moritz“ Neuner-Duttenhofer in ihrer Kochsendung das TV-Publikum die einfache, gute Küche. Ihre Kabbeleien gehören seit 30 Jahren ebenso zum Programm wie Geling sichere Rezepte und sind zum Glück weit von den Faxen entfernt, für die sich heutzutage sogenannte Spitzenkoche nicht zu schade sind.

Was gibt es denn?

 Alltagsküche zwischen Leidenschaft und geschmacklicher Perfektion…

 Moritz und Martinas Koch-Stil, lässt sich als regional, saisonal bezeichnen: Als Witzigmann mal für ein Koch-Shooting zu Gast war, war er direkt von den Socken, dass die Suppe aus dem eingefrorenem Gartengemüse so lecker schmeckte, als wäre dies direkt vorher dort geerntet worden. War es aber nicht, das Shooting fand nämlich im Winter statt. Außerdem hat Martina ein ausgesprochenes Faible für die thailändische Küche und Moritz hat nicht nur italienisch von ihr gelernt, sondern kocht mit ihr auch sehr gerne italienisch.

Vorspeisen und Häppchen, damit das Essen schon mal gut losgeht: Avocado mit roher Tomatensauce und pochierten Ei, ist nicht nur ein leichtes und bekömmliches Gericht, sondern macht auf dem Teller eine extrem gute Figur. Die gute Nachricht, endlich erklärt uns jemand mal, wie Eier richtig pochiert werden, da sind schließlich angehende Spitzenköche schon daran verzweifelt. Weggeschmissen wird auch nichts, die Tomatenkerne bilden die Basis für eine würzige Sauce. Wer die nächste Party plant, kriegt gleich jede Menge Ideen für leckere Crostini oder kann mit einem Vorspeisen-Salat aus rohem Spargel mit Kaninchen –Rücken, die Familie beim großen Ostermenü überraschen.

Suppen und Eintöpfe, machen nicht nur viele satt, sondern auch wohlig glücklich: Die griechische Zitronensuppe ist eine unglaublich erfrischende Suppe, wenn man die richtigen Zitronen hat. Dass Ihr Euch da kein X mehr für ein U vormachen lasst, dafür sorgt, die kompetente Warenkunde, die beiden gleich mitliefern. Vergesst dabei auch mal ganz schnell, die unsäglichen Brühwürfel, die gehören in diesen Klassiker nicht rein, da machen die Autoren keine Kompromisse und das ist unbedingt gut so. Oma hat früher einfach die doppelte Menge gekocht und dann passt das schon und das ist auch hier der Fall, dass Grundrezept kalkuliert mit 4 – 6 Portionen, der Rest schmeckt noch mal so gut wieder erwärmt.

Pasta, Risotto und Kartoffeln dürfen nicht fehlen: der legendäre Kartoffelsalat wird ausführlich in allen Variationen Süd- u. Nord tauglich erklärt und darf auch noch einen Ausflug über den Brenner unternehmen. Es gibt familientauglichen Nudelauflauf, natürlich in der Version köstlich, was anderes ist bei den beiden einfach nicht vorstellbar, dafür sind sie mit zu viel Leidenschaft am Werk. Mein absoluter Liebling in dieser Rubrik und ein Rezept, dass mir gezeigt hat, wie man Okras zubereitet, ohne dass die so ekelhaft schleimig werden, ist ein wunderbar würziger Philippinischer Kartoffel-Hackfleisch-Topf (Picadillo). außerdem zeigen Martina und Moritz, wie es mit dem Risotto klappt. Die Spaghetti aglio olio, kochen heute viele, allerdings nicht in der geschmacklichen Perfektion, wie es diese beiden können.

Bei den Gemüsen rücken sie den sperrigen Artischocken gekonnt zu Leibe und erklären, wie man sich diese handzahm macht, füllen einen staatlichen Kohlkopf mit Hackfleisch und zeigen damit es geht auch spannender als mit Mutters Wickel.

Martina als erklärter Asien-Fan zeigt, wie man Sushi zu Hause hinbekommt und serviert grünes Kokos-Curry und einen Thai-Salat mit gehackter Entenbrust.

Es gibt außerdem Fisch, Fleisch und leckere Desserts: Forellen in Folie werden aus dem Backofen geholt, der Loup de Meer in der Salzkruste gelingsicher erklärt und das perfekte Steak gebraten. Wirklich neu und interessant war für mich, dass man ein Steak ohne Öl direkt auf Meersalz garen kann.

Das Niedrigtemperatur garen von Fleisch wird dabei gleich mit erklärt, außerdem servieren die beiden wirklich saftige Königsberger Klopse und präsentieren eine superschnelle Version der Mousse au Chocolat.

Fazit: Dieses Paar ist ebenso geschmacksverliebt wie perfektionistisch und zickt sich um der Sache willen in der Küche gerne mal an. Allerdings würden sie es nie übers Herz bringen, uns nicht mit dem perfekten Rezept nach Hause zu schicken. Spitzenköche tun genau das gerade nicht, als Profis ist ihnen das Verständnis für uns Alltags-Kocher abhandengekommen. Die lästige Angewohnheit, dass heutzutage jeder von denen meint, an ihm ist ein Fernseh-Star verloren gegangen, wenn nicht gleich ein Comedian, lasse ich mal unkommentiert. Schuster bleib bei Deinen Leisten ist da meine Devise: Das haben Martina und Moritz nie anders gemacht und beweisen seit 30 Jahren, das ihre Rezepte, immer funktionieren. Vieles habe ich schon seit langen Jahren im Programm und es sind die wenigen Rezepte, die ich immer wieder hervorkrame, obwohl die Versuchung etwas Neues auszuprobieren bei mir nun wirklich hoch ist. Nur durch die beiden habe ich gelernt, wie Okras eben nicht schleimig werden. Wer auch gerne noch mal die Kochschule besucht, um ein Rezept von der Pike auf zu beherrschen, ist mit diesem Kochbuch-Klassiker wirklich sehr gut beraten!

Vielen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar.

Advertisements

Und wie soll man das Essen?

Ashley Blom: Und wie soll man das Essen

Illustrationen: Lucy Engelman

Dumont Buchverlag

Preis: 18,– €

Fettnäpfchen nein danke!

 Wer ist die Autorin?

 

Ashley Blom bezeichnet sich selbst als Millenial Foodie. Sie schreibt, seit sie einen Stift halten bzw. am Computer sitzen kann. Derzeit lebt sie mit ihrem Ehemann, einem Hund und zwei Katzen in Austin, Texas. Als Fan von gutem Essen isst und kocht sie sich durch die Gerichte ihrer Wahlheimat und schreibt darüber in ihrem Foodblog ForkingUp.com.

Wer hat gezeichnet?

Lucy Engelman ist Illustratorin mit Leib und Seele. Die komplexe Linienführung ihrer Grafiken spiegelt ihre Faszination für die Natur wider. Sie hat an der University of Michigan studiert und bereits für Magazine wie Bon Appétit und Runner’s World sowie für die Outdoor-Bekleidungsmarke Patagonia gearbeitet. Ihre Illustrationen haben großen Anklang gefunden und wurden auch von der Society for Publication Designers gewürdigt. Lucy zeichnet inmitten ihrer Zimmerpflanzen in Pittsburgh, Pennsylvania.

Was ist drin?

Fünfzig Tipps, wie man jedes Essen elegant übersteht

Hummer, Auster oder Spargel der Fauxpas am Esstisch lauert überall: ob nun beim Geschäftsessen oder das erste Mal bei den Schwiegereltern eingeladen. Viele sind da schon verzweifelt mit dem Smartphone auf die Damentoilette geflüchtet und haben hektisch das Netz nach den relevanten Anleitungen und Tipps durchsucht.

Kann man machen, muss man aber nicht machen und sich dabei noch köstlich amüsieren!

 Ashley Blom hat in den Rubriken „knifflige Techniken, „edle Etikette“ und „kleine Fettnäpfchen“ allerlei Interessantes und vor allem Unterhaltsames zusammengetragen, die es uns einfacher machen beim Geschäftsessen nicht als unwissendes „Landei“ dazustehen, die Schwiegereltern zu überzeugen und brenzlige Situationen am Essenstisch elegant und souverän zu meistern. Wir lernen wie wir dem Hummer zu Leibe rücken können, zur Not würde es auch der Nussknacker tun und das beim Austernessen ausnahmsweise auch das Schlürfen erlaubt ist.

Technik ist alles, Ashley zeigt genau wie es geht!

Wer bislang nur Kokosraspel im indischen Curry verwendete, kann in diesem Buch endlich erfahren, wie er der „dummen Nuss“ effizient und ohne die Küche zu verwüsten zu leiben rücken kann. Eine Kunst die man meiner Meinung gar nicht hoch genug einschätzen kann, denn strohtrockene Raspel aus der Back-Abteilung des Supermarktes gehören einfach nicht in ein leckeres Curry finde ich. Jetzt mal schnell den Handbohrer und einen Hammer vom Liebsten leihen und dann kann es gleich losgehen….

© Lucy Engelman

Gut zu wissen, wie man Granatäpfeln elegant begegnen kann und die Artischocke zelebriert…

Bei Granatäpfel geht Ihr am besten auf einen Tauchgang, wenn die Arbeitsfläche nicht wie nach einer Total-Operation aussehen soll und wer die Schwiegermutter zum Gala-Dinner eingeladen hat, schaut am besten noch mal, damit das Besteck an Ort und Stelle liegt. Artischocken lerne ich ist man Blättchen weise und diese sind einfach zu hart zu kauen, stattdessen werden die Blätter durch die Zähne gezogen, ausgesaugt und elegant im Schälchen entsorgt.

© Lucy Engelman

Information, Tipps und Tricks kurzweilig an die Kundschaft gebracht….

Alles wird sehr anschaulich durch die geschmacklich sehr ansprechenden Illustrationen von Lucy Engelman präsentiert. Neben Anleitungen gibt es Warenkunden und kurzweilige Zitate von berühmten Zeitgenossen dazu.

Was ist besonders?

  – oder Fettnäpfchen sind dazu da, dass sie souverän umschifft werden?

 In diesem unterhaltsamen Buch lässt sich ebenso erfahren, wie wir Essstäbchen korrekt benutzt, Achtung diese zu kreuzen ist in Asien ein „no-go“ und das Spaghetti sich am Tellerrand prima auf die Gabel drehen lassen und der Löffel dann eigentlich überflüssig ist. Bennett Cerf, einer der Gründer der Verlagsgruppe Random House weiß zu berichten, dass gute Manieren, die Geräusche sind, die man nicht macht während man eine Suppe ist und Fingerabspreizen beim Halten des Weinglases ist eindeutig „oversized“ und zu viel des Guten. Es kann nicht schaden sich mit dem Tipps zum Halten eines Trinkspruches genauer zu beschäftigen, schließlich wollen wir ja eine gute Figur machen und nicht zur „Lach-Nummer“ werden. Und was tun wir, wenn wir etwas serviert bekommen, was wir eigentlich gar nicht mögen: Einfach um eine kleine Portion bitten, je weniger wir davon auf dem Teller haben je besser und vor allem in kleinen Bissen essen und immer mal wieder einen Schluck trinken und wenn möglich nicht durch die Nase atmen, denn der Geruchssinn leistet einen großen Beitrag zur Geschmackswahrnehmung.

Fazit: Ashley Blom und Lucy Engelman ist ein hübsches und vor allem unterhaltsames Buch gelungen, dass Antworten geben kann, die es uns möglich machen, den Fauxpas bei den Schwiegereltern oder der geschäftlichen Einladung, elegant und souverän zu umschiffen. Außerdem lernen wir, die kniffligen Techniken um Hummer & Co. korrekt zu zerlegen oder auch mal eine Kokosnuss Form vollendet zu zerlegen. Hier wird global gedacht und Insekten und Schweinefüße dabei nicht ausgeklammert. Einen modernen Benimm-Ratgeber gibt es inklusive und Vegetarier erhalten Überlebenstipps für eine Grillparty unter „Fleisch-Fressern“. Und falls Ihr nicht heimlich auf der Damentoilette mit dem Handy erfahren wollt, wie man einem Hummer vollendet zu Leibe rückt, denn, auf einer Kreuzfahrt ist möglicherweise nicht überall Netz verfügbar, kann es nicht schaden, sich mit diesem netten Büchlein zu beschäftigen. Mir hat es Spaß gemacht.

Saftige Kirsch-Brownies

© Wolfgang Schardt, Hamburg

Endlich auch was Neues gelernt, pürierte Bohnen machen Kuchenteig saftig und helfen Butter sparen. Wenn es nur das gewesen wäre und nicht so lecker geschmeckt hätte, würden wir das bei einem einmaligen Ausflug belassen, hier haben wir gelernt und vor allem geschmeckt, da geht noch viel mehr!

Quelle: Inga Pfannebecker: Linsen, Kichererbsen & Co.

Fotos: Wolfgang Schardt

GU-Küchenratgeber

Preis: 8,99 €

Schwarze Bohnen machen diese Schokostückchen auch mit wenig Fett schön saftig und sättigend. So macht Sündigen gleich viel mehr Spaß, oder?

Zutaten (für 1 quadratische Springform 24 × 24 cm; 16 Stück):

150 g Zartbitter-Schokolade

125 g Butter

1 Dose schwarze Bohnen (265 g Abtropfgewicht)

50 g gemahlene Haselnüsse

2 EL Kakaopulver

½ TL Backpulver

3 Eier

125 g brauner Zucker

1 Prise Salz

250 g entsteinte Kirschen (frisch oder TK)

50 g weiße Kuvertüre

Fett und gemahlene Haselnüsse für die Form

Zubereitung:

Den Backofen auf 175° vorheizen. Eine quadratische Springform fetten und mit Haselnüssen ausstreuen. Die dunkle Schokolade hacken und zusammen mit der Butter in einer Schüssel über einem Wasserbad schmelzen. Vom Wasserbad nehmen und etwas abkühlen lassen.

 Die Bohnen in ein Sieb abgießen, kalt abspülen und gut abtropfen lassen. In einen hohen Rührbecher oder Mixer geben und fein pürieren. Die Haselnüsse mit dem Kakao und dem Backpulver mischen. Die Eier mit dem Zucker und dem Salz mit den Rührbesen des Handrührgeräts ca. 5 Min. dick-cremig aufschlagen. Die Schokomasse langsam einlaufen lassen und unterrühren. Dann das Bohnenpüree unterrühren. Den Nuss-Mix zugeben und kurz unterrühren, bis alles gerade eben verbunden ist.

Den Teig in die vorbereitete Form geben. Die Kirschen auf dem Teig verteilen und leicht eindrücken. Die Brownies im heißen Ofen (Mitte) 30 – 40 Min. backen, sodass sie in der Mitte noch leicht feucht sind. In der Form auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Die weiße Kuvertüre grob hacken und über einem Wasserbad schmelzen. Mithilfe eines Teelöffels in Streifen über die Brownies ziehen. Trocknen lassen.

 Glutenfrei

Zubereitungszeit: 20 Min.

Backzeit: 40 Min.

Pro Stück ca. 240 kcal, 4 g E, 17 g F, 18 g KH

Chili con Carne

© Wolfgang Schardt, Hamburg

Dieser Klassiker erscheint mit neuem Twist und wird mit einem fruchtig-säuerlichem Mango-Schmand serviert. Auch die Augenbohnen machen sich gut und bringen eine leicht süßliche Note mit, ergänzt durch Koriander & Co. ist das einfach yummy und absolut Freitag-Abend tauglich! Wir lieben es gerne scharf, wer das nicht so mag, nimmt am besten nur TL Chilipulver und entkernt die Chili zum Garnieren selbstverständlich. Die kleinen sehr scharfen vom Thai oder Inder sind für meinen Geschmack dafür ungeeignet.

Quelle: Inga Pfannebecker: Linsen, Kichererbsen & Co.

Fotos: Wolfgang Schardt

GU-Küchenratgeber

Preis: 8,99 €

Zutaten (für 4 Portionen):

1 Zwiebel

2 Knoblauchzehen

1 EL Olivenöl

300 g Rinderhackfleisch

Salz, Pfeffer

1 TL brauner Zucker

½ TL Zimt

1 – 2 TL Chilipulver

1 TL Kreuzkümmel

1 EL Tomatenmark

2 Dosen stückige Tomaten (à 400 g)

2 Lorbeerblätter

je 1 Dose Kidney- und Augenbohnen

(à 265 g Abtropfgewicht; ersatzweise nur Kidneybohnen)

½ reife Mango

100 g Schmand

Koriandergrün

1 rote Chilischote, in Ringen zum Garnieren

Zubereitung:

Die Zwiebel und den Knoblauch schälen und würfeln. Das Öl in einem Topf erhitzen. Die Zwiebel darin andünsten. Das Hackfleisch darin unter Wenden krümelig anbraten. Den Knoblauch unterrühren, kurz mitbraten. Mit Salz, Pfeffer, Zucker, Zimt, Chili und Kreuzkümmel würzen. Das Tomatenmark einrühren, kurz anrösten. Mit den stückigen Tomaten ablöschen. Lorbeerblätter zugeben, aufkochen und ca. 10 Min. köcheln lassen.

Die Bohnen in ein Sieb abgießen, kalt abspülen und gut abtropfen lassen. Unter die Sauce rühren und weitere ca. 5 Min. köcheln lassen.

Mango schälen, das Fruchtfleisch vom Stein schneiden, grob würfeln und mit dem Schmand pürieren. Den Dip mit Salz und Pfeffer würzen. Das Chili abschmecken und mit jeweils einem Klecks Dip anrichten. Mit Koriander und Chili garnieren, übrigen Dip extra dazu servieren.

Zubereitungszeit: 30 Min.

Pro Portion ca. 455 kcal, 30 g E, 20 g F, 37 g KH

Bandnudeln mit Bohnen und Panchetta

© Wolfgang Schardt, Hamburg

Quelle: Inga Pfannebecker: Linsen, Kichererbsen & Co.

Fotos: Wolfgang Schardt

GU-Küchenratgeber

Preis: 8,99 €

Soul-Food vom Feinsten, deftig würzig der Clou, ist der Spritzer Honig. Diese Pasta hat es bei uns auf die „Gerne wieder“ – Liste geschafft!

Für diese deftige Pasta lohnt es sich, die Bohnen über Nacht einzuweichen und zu kochen. Das kostet etwas Zeit, belohnt aber mit feinem Geschmack.

Zutaten (für 4 Portionen):

175 g getrocknete Borlotti-Bohnen
(ersatzweise 2 Dosen Borlotti-Bohnen à 240 g Abtropfgewicht)

75 g Panchetta (ital. geräucherter Bauchspeck vom Schwein)

1 Zwiebel

1 Knoblauchzehe

2 Stiele Rosmarin

4 Stiele Salbei

½ Bio-Zitrone

50 g Parmesan

100 g Radicchio

2 EL Olivenöl

400 g Bandnudeln

Salz | Pfeffer

1 Spritzer flüssiger Honig

Zubereitung:

Die Bohnen zugedeckt mindestens 12 Std. einweichen lassen. Am nächsten Tag abgießen, in einen Topf geben, mit Wasser bedecken, aufkochen und 45 – 60 Min. köcheln lassen. Die Bohnenabgießen und abtropfen lassen, dabei einen Teil der Flüssigkeit auffangen. Dosenbohnen abgießen, Flüssigkeit auffangen. Die Bohnen abspülen und abtropfen lassen.

Den Panchetta in schmale Streifen schneiden. Die Zwiebel und die Knoblauchzehe schälen und würfeln. Den Rosmarin und den Salbei waschen, trocken schütteln und die Nadeln bzw. Blätter von den Stielen zupfen. Die Rosmarinnadeln fein hacken. Die Zitrone heiß waschen, trocken reiben und die Schale abreiben. Den Saft auspressen. Den Parmesan fein reiben. Den Radicchio putzen, waschen, trocken tupfen und in schmale Streifen schneiden.

Das Öl in einer Pfanne erhitzen. Die Salbeiblätter darin knusprig braten, herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Den Panchetta ins Bratöl geben und unter Wenden knusprig auslassen. Zwiebel, Knoblauch und Rosmarin zugeben und ca. 5 Min. andünsten. Die Zitronenschale unterrühren. Die Radicchiostreifen, die Bohnen und 200 ml Bohnenflüssigkeit zugeben, aufkochen und 5 Min. köcheln lassen. Dabei öfter umrühren.

Inzwischen die Nudeln in kochendem Salzwasser nach Packungsanweisung garen. Die Hälfte der Bohnen mit dem Löffelrückenzerdrücken, sodass eine sämige Sauce entsteht. Mit Salz, Pfeffer, Honig und 2 TL Zitronensaft abschmecken. Wird die Sauce zu dick, noch etwas Bohnenflüssigkeit unterrühren. Die Nudeln abgießen, abtropfen lassen und mit Parmesan und Salbei unter die Sauce mischen.

Zubereitungszeit: 1 Std. 30 Min.

Einweichzeit: 12 Std.

Pro Portion ca. 660 kcal, 27 g E, 18 g F, 93 g KH

Reingelinst – Linsen, Kichererbsen & Co

Inga Pfannebecker: Linsen, Kichererbsen & Co.

Fotos: Wolfgang Schardt

GU-Küchenratgeber

Preis: 8,99 €

Worum geht’s?

Kleine Kraftpakte, Neu-Deutsch Slow-Carbs oder ganz einfach getrocknete Hülsenfrüchte: In Sachen Protein haben die kleinen Teile einiges zu bieten und sind eine hervorragende Alternative zu tierischen Eiweißquellen wie Fleisch, Fisch oder Milchprodukten. Mögt Ihr, ich auch, schauen wir mal was Inga Pfannebecker und den Büchermachern von GU dazu Leckeres eingefallen ist und ob sie an alle gedacht haben, ob nun Fleischesser, Vegetarier und Veganer?

Wer hat gekocht?

 Inga Pfannebecker ist Diplom-Oekotrophologin und war als Food-Redakteurin bei namhaften Zeitschriften tätig. Seit 2012 lebt sie in Amsterdam. Ihre Spezialität sind Rezepte, in denen sich guter Geschmack und Alltagstauglichkeit perfekt ergänzen.

Wer hat fotografiert?

Wolfgang Schardt kann seine Liebe für Essen und Trinken beruflich ausleben: In seinem Studio in Hamburg fotografiert er Food, Stills und Interieur für Magazine, Verlage und Werbung. Zusammen mit Julia Luck (Foodstyling) und Janet Hesse (Foto-Assistenz) schickte er uns die schönsten Fotos aus dem bunten Hülsenfrüchte-Universum.

Was ist drin?

 Humus, kennen wir schon, wie wäre es mit Varianten

 Los geht es mit Hummus, ja schon klar das ist ein alter Bekannter von uns, die Autorin präsentiert ihn in der Umschlagklappe prominent, muss so sein, das erwartet jeder von uns wenn wir an Klassiker mit Hülsenfrüchten denken. Der Clou ist hier die Abwechslung, es gibt 5 verschiedene Varianten, mit Süßkartoffel, mit geräuchertem Paprikapulver, frischen Kräutern und roter Bete.

Nützlickeits-Faktor – Ratgeber sollen uns auch inhaltlich abholen

 Weiter geht es mit Warenkunde, Tipps und Tricks, alles anschaulich mit vielen Fotos präsentiert und kurz und bündig auf den Punkt gebracht. Genau so stelle ich mir das vor, wenn ich mit Hilfe eines kleinen Kochbüchleins Ausflüge in die Weiten des kulinarischen Kosmos unternehme.

Rezeptzusammenstellung – stimmig – raffiniert – überraschend

 Ganze 36 Rezeptideen stecken in diesem kleinen Büchlein, es gibt Kleines wie einen raffinierten und Feierabend tauglichen Bohnensalat mit Garnelen, sein Geheimnis ist das aromatische Koriander-Limettendressing und die gute Nachricht ist, mehr als 30 Minuten braucht Ihr nicht für die Zubereitung. Außerdem wärmende Suppen wie die italienischen satt und glücklich Macher Ribollita, am besten gleich die doppelte Menge machen,  sehr lecker aussehende Röstkichererbsen auf Fladenbrot (Leider nicht vegan, wie deklariert trotzdem sehr lecker!) oder Bohnen-Quesadilla mit Guacamole auf die Hand. Hier zeigen die kleinen Powerpakete mit viel Abwechslung, was alles in ihnen steckt. Perfekt zum Mitnehmen für die Lunchbox oder als Glücklich-Mmacher nach einem langen Tag. Für den großen Appetit gibt es z. B. Veggie-Burger, Griechische Linsentaler mit Zaziki oder Scharfe Hacksteaks mit Bohnen-Püree.

 Was gibt es Neues?

 Lupinen – und die Überraschung Hülsenfrüchte können auch süß!

 Lupinen-Nudeln mit Pesto und Tomaten und Rindergulasch mit Lupinenkernen Als heimische Alternative zu Soja werden die eiweißreichen Samen schon lange gehandelt. Doch Produkte aus den wertvollen Lupinen erobern nur langsam den Markt. Unverarbeitet finden sich die Lupinenkerne bisher nicht im Einzelhandel, da die Samen immer noch Reste an Alkaloiden enthalten, müsste vorher geprüft werden, ob sie für den Verzehr geeignet sind. Das Mehl der Hülsenfrüchte ist immerhin im gut sortierten Naturkosthandel und in Reformhäusern erhältlich und wird vor allem für Zöliakie-Kranke angepriesen, da es frei von Gluten ist. Zudem verbessert ein Zusatz von Lupinenmehl die Konsistenz und die Haltbarkeit von Backwaren und auch die neuerdings so beliebten Eiweißbrote erhalten oft Lupinen-Schroth.

Ausgesprochen überrascht war ich von den Ideen der Autorin mit Hülsenfrüchten zu backen und Gebäck, Snacks und Desserts zu servieren. Gesundes Eiweiß, sättigende Ballaststoffen und ein leicht nussige Aroma sind damit garantiert. Die probierten saftigen Kirsch-Brownies machen diese auch mit wenig Fett schön saftig und sättigend. So macht sündigen gleich viel mehr Spaß.

Fazit – oder für wen ist das was?

Ein Buch für alle, die sich in die kleinen Bohnen verliebt haben, gesünder essen wollen oder einfach mal ein spannendes kulinarisches Abenteuer in der Küche wollen. Meines war sehr gelungen: ich habe wirklich eine gute Auswahl an unglaublich leckeren alltagstauglichen Rezepten erhalten, die gut funktionieren, super geschmeckt haben und mir vor allem viel Neues beschert haben. Vegetarier und Veganer Inga Pfannebecker hat an alle gedacht und mir außerdem noch den Trick mit den Hülsenfrüchten im Kuchenteig erklärt, damit wird er supersaftig, ohne dass viel Butter hinein muss. Das Büchlein hat damit alle meine Anforderungen an ein Themenkochbuch erfüllt, es ist klein aber wirklich oho! Als add-on gibt es bei dieser Reihe noch eine App zum Sammeln der Lieblings-Rezepte.

 

Schmorkürbis-Blauschimmelkäse-Frittata mit Majoran

© William Meppem, AT Verlag

Quelle: Donna Hay: Von einfach zu brillant

Fotos: William Meppen

At Verlag

Preis: 39,90 €

Feinwürzige, cremige Frittata, Original-Rezept ohne Temperaturangabe und Backzeit und mit einer Pfanne von ca. 22 cm Ǿ, die sich bei mir als zu klein erwies. Der Tipp die Eier Raumtemperatur annehmen zu lassen, damit die Frittata luftiger wird, nehme ich gerne mit in mein Standard-Repertoire. Insgesamt eine üppige Portion, von der sicherlich auch einer mehr satt wird.

Zutaten (für 4 Portionen):

6 Eier

250 ml Rahm (Sahne)

25 g fein geriebener Parmesan

Meersalz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

300 g Butternut-Kürbis, geschält, 2 cm groß gewürfelt

1 EL Olivenöl extra vergine

Meersalz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

1 TL Olivenöl extra vergine

20 g Butter

1 Handvoll Majoranblätter

60 g geriebener Käse (z. B. Greyerzer oder Cheddar)

100 g Blauschimmelkäse, zerbröselt

fein geriebener Parmesan zum Servieren

Zubereitung:

Eier, Rahm, Parmesan, Salz und Pfeffer in einer großen Schüssel verrühren.

Den Ofen auf 200 Grad vorheizen. Den Kürbis in einer Schüssel mit 1 EL Öl, Salz und Pfeffer mischen. Auf einem dünn gefetteten, mit Backpapier belegten Blech verteilen und im Ofen 12–15 Minuten goldbraun rösten.

Eine ofenfeste beschichtete Pfanne (24 cm Durchmesser) bei niedriger Temperatur erhitzen. Darin Öl und Butter schmelzen und schwenken, sodass Boden und Wand der Pfanne bedeckt sind. Die Frittata-Mischung hineingeben und 5 Minuten garen, bis die Masse an den Rändern stockt. Kürbis, Majoran, Hartkäse und Blauschimmelkäse darauf verteilen und weitere 15 Minuten garen. Dann die Frittata

im Ofen bei 180 °C auf der zweiten Schiene von unten ca. 8–10 Minuten weiter garen, bis sie gerade fest ist.

Mit Parmesan bestreuen und in Stücke schneiden.

Tipp: Möglichst frische, zimmerwarme Eier verwenden – so wird die Frittata schön leicht und luftig.

Mein Tipp: Eure Pfanne hat keinen hitzefesten Griff? Einfach doppelt mit Alufolie umwickeln.