Vattalappan-Pudding mit eingelegtem kandiertem Ingwer und Cashewkernen

© Text: Emily Dobbs, Fotos: Issy Croker, Orion Publishing Group Ltd, f. d. dt. Ausgabe Dorling Kindersley Verlag

Quelle: Emily Dobbs: Das Sri-Lanka-Kochbuch

Fotos: Issy Crooker

Dorling Kindersley Verlag

Preis: 24,95 €

Ein sehr wohlschmeckendes Dessert: der süß-scharfe Geschmack von Muskatnuss passt wirklich hervorragend zu Kardamom + Zimt und wird genial ergänzt durch den Ingwersirup und die – bei uns – in Salzbutter – angebratenen Cashewkerne. Für mich eine Option, die ich deutlich der Version mit Ghee vorziehe. Eigentlich zu lecker um das das nur zu zweit zu genießen und gut das wir das probiert haben, als es noch nicht ganz so heiß war……

Vattalappan ist ein sri-lankischer Kultnachtisch. Diese Version ist leichter als das Original und zappelt wie Wackelpudding. In Sirup eingelegter kandierter Ingwer wird unterschätzt. Ich verwende ihn so oft wie möglich, in meine Smoothies wandert er zum Frühstück als Geheimzutat. Er lässt sich gut zermahlen, ohne wie frischer Ingwer diese lästigen Fasern zu hinterlassen. Hier wird nur der Sirup verwendet.

Ich empfehle Puddingschälchen aus Aluminium von 8,5 cm Durchmesser zum Backen. Indem man die Ränder ganz sanft abzieht, lässt sich der Pudding mühelos herauslösen. Ein ideales Rezept, wenn Sie Gäste erwarten, da sich der Nachtisch gut vorbereiten lässt und ein paar Tage durchhält.

Zutaten (für 4 Personen):

16 g Gelatineblätter

800 ml Kokosmilch

200 g brauner Rohrohr oder geriebener Palmzucker

1 TL geriebene Muskatnuss

1 TL Kardamom

2 TL gemahlener Zimt

1 EL Vanilleextrakt oder das Mark von ½ Vanilleschote

½ TL Meersalz

4 Eigelbe (nach Belieben)

Kokosöl zum Einfetten

Ingwersirup von kandiertem Ingwer

Rahmjoghurt zum Servieren

Für die in Butter gebratenen Cashewkerne:

20 g Ghee oder gesalzene Butter

100 g Cashewkerne

Zubereitung:

Die Gelatine 5 Minuten in kaltem Wasser einweichen. Die Kokosmilch in einen Topf gießen, den Zucker, die Gewürze und das Salz dazugeben. Alles bis knapp unter den Siedepunkt erhitzen und kräftig rühren. Vom Herd nehmen.

Die Eigelbe (falls verwendet) in einer kleinen Schüssel verschlagen und langsam unter ständigem Schlagen die heiße Kokosmilchmischung einarbeiten, bis die Mischung glatt ist.

Die eingeweichte Gelatine gut ausdrücken, in die Eiercreme geben und unter starkem Rühren auflösen. Werden keine Aluschälchen verwendet, die Backformen mit Kokosöl einfetten. Den Boden der Puddingschälchen jeweils mit etwas Ingwersirup überziehen. Anschließend die Puddingmasse durch ein Sieb einfüllen und abkühlen lassen. Den Vattalappan mindestens 4 Stunden oder über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Die in Butter gebratenen Cashewkerne schmecken am besten frisch zubereitet und noch leicht warm, also erst etwa 1 Stunde vor dem Servieren damit beginnen. Das Ghee oder die Butter in einer Pfanne erhitzen. Sobald sie aufschäumt, die Cashewkerne hineingeben, bei starker Hitze 2 Minuten rösten und regelmäßig umrühren, bis sie goldgelb sind. Mit einem Schaumlöffel herausnehmen und auf einem Teller mit Küchenpapier abtropfen lassen. Abkühlen lassen und im Mörser leicht zerstoßen.

Zum Herauslösen die Puddinge leicht vom Formrand lösen und dann vorsichtig stürzen. Mit 1 Klecks Joghurt garnieren, mit weiterem Ingwersirup beträufeln und mit zerstoßenen, noch warmen Cashewkernen bestreut eiskalt servieren.

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Dhal

© Text: Emily Dobbs, Fotos: Issy Croker, Orion Publishing Group Ltd, f. d. dt. Ausgabe Dorling Kindersley Verlag

Quelle: Emily Dobbs: Das Sri-Lanka-Kochbuch

Fotos: Issy Crooker

Dorling Kindersley Verlag

Preis: 24,95 €

Hocharomatische Angelegenheit, frische Curryblätter bringen das Dal geschmacklich noch mal weit nach vorn! Ich habe zum Glück, welche entdeckt, die sich tiefgefrorenen einzeln entnehmen lassen. Wer gerne nicht so scharf isst, wie wir, sollte die Menge an Chilipulver auf die Hälfte anpassen. Das Roti-Brot habe ich beim indischen Laden fertig gekauft , bei der  aktuellen Hitze-Periode erschien es mir einfach zu aufwendig, das selber zu machen. Dafür habe ich mich bei den Röstzwiebeln engagiert, die unbedingt dazu gehören und für süßlichen „Knusper“ sorgen und nur selbstgemacht Sinn machen.  Beim Büffelmilch-Labneh/-Quark habe ich mich ebenfalls gleich an die Alternative (Griechischer Joghurt, abgetropft) gehalten. Ein sehr leckeres Dal, dass wir von jetzt an häufiger zubereiten werden!

Dhal ist in Sri Lanka ausgesprochen beliebt zum Frühstück. Heißes Gewürzöl bringt für dieses Gericht den zusätzlichen Aromaschub. Reste von Dhal lassen sich mit etwas Wasser verdünnt als nahrhafte, wärmende Suppe genießen.

Pandan (in Sri Lanka rampa genannt) verströmt ein warmes zitrusartiges Aroma und wird sowohl für süße wie für salzige Speisen verwendet. Es lässt sich für die meisten Currys in diesem Buch einsetzen, vorausgesetzt, man findet die Blätter. Kleingeschnitten können sie im Gericht mitgegessen werden, am Stück belassen sollte man sie vor dem Verzehr wie die Zimtstangen entfernen. Erhältlich sind Pandanblätter im Asiamarkt oder im Internethandel. Pandan lässt sich nicht wirklich ersetzen; wer es nicht findet, lässt es einfach weg. Dieser Dhal hält sich einige Tage im Kühlschrank, außerdem lässt er sich gut einfrieren.

 Zutaten (für 4–6 Personen):

350 g rote Linsen

2 grüne Chilischoten

1 Stück Pandan (5 cm)

½ Knoblauchknolle, waagerecht

durchgeschnitten mit Schale

1 TL gemahlene Kurkuma

1 Zimtstange, einmal

durchgebrochen

1 Schalotte, geschält

400 ml Kokosmilch

2 TL Meersalz

175 g Spinat, gewaschen

1 TL Chilipulver

Für das Gewürzöl

1 EL Kokosöl

1 TL Senfsamen

1 Handvoll Curryblätter

Zum Servieren (nach Belieben):

Pol Roti (s. S. 32)

Büffelmilch-Labneh (s. S. 37)

oder Büffelmilchquark

Röstzwiebeln (s. S. 203)

Zubereitung:

Die Linsen in kaltem Wasser einweichen, unterdessen die weiteren Zutaten vorbereiten.

Die Linsen abgießen und in einem großen Topf mit 800 ml Wasser bedecken. Chilischoten, Pandan, Knoblauch, Kurkuma, Zimt und Schalotte dazugeben und bei schwacher Hitze 10 Minuten köcheln lassen. Die Kokosmilch unterrühren und alles weitere 15 Minuten garen, bis die Linsen weich sind. Erst jetzt das Salz hinzufügen (gibt man es gleich mit hinein, werden die Linsen nicht richtig gar). Sobald die Linsen so weit sind, den Herd ausschalten, mit einer Küchenzange das Pandan, den Knoblauch und die Schalotte herausfischen und entsorgen. Abschließend den Spinat und das Chilipulver unter den Dhal ziehen.

Für das Gewürzöl in einer kleinen Pfanne das Öl erhitzen. Sobald es zu rauchen beginnt, die Senfsamen hineinstreuen, gleich darauf die Curryblätter zugeben. Das Öl über den Dhal gießen und mit den gewünschten Zugaben servieren.

Emily Dobbs: Das Sri-Lanka-Kochbuch

Emily Dobbs: Das Sri-Lanka-Kochbuch

Fotos: Issy Crooker

Dorling Kindersley Verlag

Preis: 24,95  €

Curry -Connection!

 Einstimmen auf eine strahlend schöne Insel im indischen Ozean!

 Ich liebe Asien habe es jedoch bislang dort nur nach Thailand und Indien geschafft. Wenn ich mich an eine neue kulinarische Erfahrung mache, möchte ich mich auch ein bisschen auf das Set Drumherum einstimmen und los geht’s

Let’s have a look around!

Sri Lanka das bedeutet neben traumhaften Stränden, uralte Königsstädte und ein konstant grünes Hochland, das schon seit der britischen Kolonialzeit vom Tee-Anbau dominiert wird. Zwei echte „Dickerchen“ sind prägend für das optische Bild der Insel: Buddha und die wilden Elefanten, sie leben nicht nur in den 21 Nationalparks, sondern tauchen auch mal gerne ganz unvermutet auf der Straße auf, wie die Einheimischen zu erzählen wissen. In Sri Lanka gehören – im Gegensatz zu Indien – die meisten Singhalesen, das sind rund 70 Prozent der Bevölkerung, dem Theravada Buddhismus an. Die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe, die Tamilen, sind mehrheitlich Hindus. Auch Christen und Moslems leben auf der Insel, sie befinden sich jedoch deutlich in der Minderheit.

Wer war schon da?

 Sri Lanka heißt, frei übersetzt, „strahlend schönes Land“. Und das soll sogar einen erfahrenen Entdecker wie Marco Polo verzaubert haben. Über Jahrhunderte lockten vor allem wirtschaftliche Interessen die Besucher aus der Fremde an. Die Portugiesen kamen zu Beginn des 16. Jh., um ihre Schiffe mit Zimt und anderen Gewürzen zu beladen, ihnen folgten die Holländer und schließlich die Briten, die 150 Jahre blieben, die Insel ihrem Empire einverleibten und dort reichlich Kolonialarchitektur, Eisenbahnlinien, Teeplantagen, das Schulsystem und die Leidenschaft für Kricket hinterließen. Viele der alten Pflanzer-Villen wurden inzwischen zu Boutique-Hotels umgebaut, in denen Romantiker stilvoll wohnen und den kolonialen Charme der Insel genießen können. Soweit bin ich also schon mal im Bilde, jedoch ohne dass ich weiß, was ich täglich auf meinem Teller vorfinden werde, geht es für mich nirgendwo hin und ich wähle meine Reiseziele gerne danach aus, was ich dort zu Essen bekomme.

Was gibt’s zu essen?

In der singalesischen Speisekammer duftet es nach Curry, Kokosnuss & Zimt!

Rice & Curry sind untrennbar mit der kulinarischen DNA der Insel verbunden und es ist absolut nicht unüblich, dass man bei einem ganz normalen Mittageessen mindestens sieben unterschiedliche Schalen und Tellerchen davon aufgetischt bekommt, wenn man „Rice and Curry“, die Leib und Magenspeise der Sri Lanker bestellt. Zum Reis werden serviert: Fleisch, Fisch oder Ei und jede Menge Gemüse, auf Sri Lanka können auch Vegetarier glücklich werden, Kürbis und Jackfruit sind bei den Zutaten dafür feste Größen. Dhal, ein Linsenbrei gehört unbedingt ebenfalls zu einer typischen Mahlzeit dazu.

und die Einheimischen lieben es manchmal gerne höllisch scharf abgeschmeckt.

 Curries sind mal höllisch scharf, mal milder und werden meist lauwarm serviert. Dazu ein unverzichtbarer Begleiter Pappadam, ein knuspriger, Chips ähnlicher Fladen und geraspeltes Kokosfleisch zum „Löschen“ des Brandes auf der Zunge. Die sri-lankische Küche gilt als eine der schärfsten in Asien, denn das Curry basiert auf einer Gewürzmischung, von sri-lankischen Hausfrauen meist selbst hergestellt: Chili, Koriander, Kreuzkümmel, Kardamom, Kurkuma, Gewürznelken, Pfeffer, Senfkörner, Muskatnuss, Zwiebeln, Zimt, Fenchelsamen sind neben frischen Curry-Blättern und Kokos als Milch oder frisch geraspelt, feste Bestandteile der singalesischen Speisekammer. Dazu gibt es drei Haupt-Reissorten: weißer (geschälter), rosa (ungeschälter) und gräulicher Reis.

Am Tisch ist Handarbeit angesagt, wenn es typisch zugehen soll

Soll es typisch zugehen, ist eine gewisse Verrohrung der europäischen Tisch-Sitten gefragt, bei einer privaten Einladung wird nach dem Händewaschen der Reis mit der rechten (reinen!) Hand zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger „gekugelt“ und mit dem Curry auf dem Teller vermengt.

Wer ist die Autorin?

 Emily Dobbs transportiert die kulinarischen Genüsse ihrer Lieblingsinsel endlich nach Europa. Schon als Kind verliebte sie sich in dem Geschmack Sri Lankas, zum Weihnachts-Urlaub flog die Familie mit Truthahn und Stilton-Käse im Gepäck regelmäßig auf die Perle im indischen Ozean, um ihren  exzentrischer Onkel zu besuchen, der in Galle das charmante Sun-House betrieb, dem viele andere Boutique Hotels auf der Insel folgen sollten.

Ihr Ziel: den Geschmack Sri-Lankas endlich nach Europa zu transferieren!

Viele Jahre später war sie als aufstrebende Köchin in London fest entschlossen, den sehr speziellen Geschmack und Duft der Insel in die Stadt zu bringen, in der sie lebte. Nach Stationen in mehreren erstklassigen Restaurants hat sie die sri-lankische Küche mit ihrem Pop-Up-Stand „Weligama“ in London erlebbar und populär gemacht und den Londoner endlich gezeigt, wie gut Hoopers (gesäuerte Pfannkuchen aus Kokosmilch und Reismehl) schmecken und auch in der heimischen Küche funktionieren, wenn man sich ein bisschen Mühe gibt und in die Zutaten investiert. Dobbs zeigt bei der Transformation der Rezepte auf europäische Einkaufs-Möglichkeiten stets viel Fingerspitzengefühl und Akribie und bleibt dennoch so authentisch wie möglich.

Was ist drin?

und was kommt außer Curry bei Emily noch so auf den Tisch?

Die Möglichkeiten sich auf die Insel im indischen Ozean ein zu schmecken reichen im sehr farbenfroh gestaltetem Kochbuch vom Frühstück, hinzu typischem Streetfood, über die Curry-Klassiker mit Fleisch, Fisch, Obst und viel Gemüse bis hin zu köstlichen Süßigkeiten und Desserts und auch an Getränken wurde nicht gespart. Der Strauß an Rezepten ist vielfältig, bunt und manchmal sehr überraschend für den Gaumen: Wer kennt hierzulande schon „Maldive Fish, der aus getrockneten Bonito-Flocken besteht und auf Sri Lanka als unverzichtbarer Geschmacksverbesserer eingesetzt wird. Emily ersetzt diesen gerne mit eingelegten Sardellen, bei ihrer Version für eine Art sri-lankisches Taboulé (Gotu-Kola-Sambol), in dem Kokosmark den Bulgur ersetzt.

Sri Lankas Küche ist in Europa noch nicht angekommen….

Sollte eine Zutat für die Gerichte mal nicht zu finden sein, hilft eine praktische Tabelle mit Austauschzutaten weiter. Serviert werden Krabben-Vadai mit Cashew-Dip. Das sind knusprig frittierte Bällchen, die in Sri-Lanka in vielen Variationen für die Einheimischen den typischen „Snack to go“ an den zahlreichen Straßenständen darstellen und die singalesische Küche nicht gerade zum „Low-Calorie“-Genuss machen. Doch das ist authentisch, wird bei Emily Dobbs jedoch viel bekömmlicher stellten wir fest und schmeckte uns viel besser als vom singalesischen Händler im Frankfurter Bahnhofsviertel, wenn es pikant abgeschmeckt und mit frischem Begleitern, hier Biolimetten, auf den Tisch kommt. Kottu Rottu (tamilisch für gehacktes Roti-Brot) eine gelungene Abwechslung zu dem allgegenwärtigen Curry & Rice und ebenfalls ein Straßen-Liebling, macht sie mit Tortilla- Streifen Europa kompatibel. Zum Glück für uns Neugierigen möchte ich sagen, das Original verlangt nach einem Brot, dass dem indischen Nan ähnlich ist, aber natürlich bei uns definitiv nicht an der nächsten Straßenecke zu bekommen ist. Statt der umständlichen Prozedur dies erst auch noch selber zu machen, zeigt die Autoren hier wiedermal, sie hat sich sehr viel Zeit genommen, viel getüftelt und gute und umsetzbare Alternativen entwickelt, um die Küche Sri-Lankas behutsam und ohne große Geschmacksverluste nach Europa zu bringen.

Geht es statt komplex und hoch-aromatisch auch mal ein bisschen einfacher?

„Yes, of course“ – ein leckeres Dal und der Papadam-Fischauflauf können dieser Kategorie zugeordnet werden, wenn auch die frischen Curry-Blätter für das erstere nicht überall zu bekommen sind und geschmacklich dazu gehören. Beim Fischauflauf hat sich Emily von ihrer Mutter inspirieren lassen, die junge Köchin experimentiert mit heimischen Zutaten wie geriebenen Cheddar im Rezept und sorgt für die besondere Note, wenn sie ebenfalls geräuchertes Paprikapulver einsetzt, widersteht jedoch der Gefahr, dass daraus eine beliebige Version wird, bei der jeder Einheimische seinen Teller weit von sich schieben würde, es bleibt scharf ( 1 TL Chilipulver im feurigen Garnelen-Seeteufel-Curry, das dafür gebraucht wird) und es macht auch Arbeit, das Fisch-Curry muss vorher separat zubereitet werden. Mama Dobbs sorgt mit Cornflakes für den Crunch on top, Emily bleibt klassisch und überbackt diesen mit zerbröselten Papadams, die es in jedem indischen Laden fertig zu kaufen gibt.

Kokossuppe mit Zitronengras und Limettenblättern, erinnert mich aromatisch an Thailand, tatsächlich hat die junge Britin zwei der beliebten Klassiker aus dem Guest-House ihres Onkels schlichtweg verschmolzen. Wem es heute dafür zu heiß sein sollte, kein Problem, diese Köchin kann das genauso mal eiskalt servieren.

Zum Nachtisch gibt es Zimtbaiser mit gebackenen Bananen und Safrancreme ist eine Pavlova im sri-lankischen Stil. Wer den Ofen bei diesen Temperaturen nicht anschmeißen will, bekommt von der Köchin Eis am Stiel angeboten. In der Version mit Holzapfel, eine wilde Apfelsorte auf Sri Lanka auch als Elefanten-Apfel bekannt, ist nur als Sammelbestellung online erhältlich. Macht nichts ein bisschen authentischer Flair schadet einem Länder-Kochbuch nicht und es gibt mit Faluda-Eis (Himbeeren + Rosen-Sirup) und Kitul-Cashew-Magnums noch zwei verlockende Alternativen. Kitul-Sirup wird von Ms. Dobbs gerne mit Ahorn-Sirup ersetzt, was für uns die Zutaten-Beschaffung deutlich erleichtert.

In der Getränke-Abteilung, die in diesem Buch lobenswerter Weise, nicht vergessen wurde, wird mit Ginger Beer mit Palmzucker und Ingwer ein feurig-süß scharfe Aroma gezündet. Ein kulinarischer Ausflug nach Sri Lanka ohne Tee zu servieren, ist schlichtweg unmöglich! Emilys Gewürztee, abgeschmeckt mit den typischen Aroma-Gebern, wie Nelken, Pfeffer, Kardamom und geriebener Muskatnuss, hat der Tee geschmacklich sehr profitiert und schmeckt alles andere als fad. Heute lieber eine kleine Abkühlung gefällig, kein Problem, wie wäre es mit einem Saft aus Ananas, Ingwer und Cayenne-Pfeffer, mit einem Schuss Kokosmilch schmeckt der Saft wie eine Art scharfe Piña Colada, die sich damit auch für nicht trainierte Gaumen anpassen lässt.

Singalesische Küche modernisiert und doch authentisch belassen

Emily Dobbs beschreibt in ihrer Einleitung, dass sie am Anfang bei ihrer persönlichen Reise zum Kern der authentischen singalesischen Küche sich akribisch an die Rezepte gehalten hat und wenig veränderte, später ist sie mutiger geworden und jedem Rezept merkt man an, hier hat jemand sich viel Zeit genommen und lange getüftelt bis sie zufrieden war.

Für ihre Version der berühmten Hoopers ist sie in London zu Recht gefeiert worden. Ihr gelingt die Transformation mit Trisol (Eine aus Weizen hergestellte lösliche Faser, die sich besonders gut für die Zubereitung von Panaden und Tempuras eignet, weil sie knusprige, nicht ölige Texturen erzeugt.), jedoch und das sagt sie sehr deutlich, Trisol ist kein Schnäppchen. Ein authentisches Kochbuch kommt nicht ohne die berühmten Klassiker aus, das ist sozusagen das Salz in der Suppe, ohne das fehlt was und das gilt genauso für die typischen gedämpften Reisnudeln (String Hoppers), für die man nicht nur Geduld, sondern auch spezielles Equipment braucht. Mit frittierten String Hoppers mit Krebsfleisch-Mayonnaise konnte die britische Köchin sogar in Colombo auf der Fashion Week 2016 punkten.

Ich finde, Emily hat einen wunderbaren Spagat geschafft, zwischen authentischem Geschmack und Machbarkeit bei uns zu Hause. Aber diese Küche lebt von einer guten Vorbereitung, eine Mise en place gehört für die Köchin genauso dazu, wie ein Rezept im Vorfeld gut durchzulesen, ebenso der Rat, es mit den Gewürzen nicht zu übertreiben und sich bei der Zutatenbeschaffung nicht stressen zu lassen, zur Not tut es eine Alternative. „Let’s explore Sri Lanka“, sind keine Feierabendausflüge, sondern eher was für die freie Zeit am Wochenende, denn die Zubereitungsarten sind häufig aufwendiger!

Fazit: Singalesisch kochen mit Emily Dobbs macht ungeheuer Spaß und eröffnete mir ganz neue Aroma-Welten!

Für mich ist das Sri Lanka-Kochbuch von Emily Dobbs das beste und alltagstauglichste Kochbuch zur Küche Sri Lankas, weil die Autorin wie eine sehr gute Dolmetscherin, niemals die kulinarische Grund-Aussage der Rezepte verbiegt. Bei Indien und Thailand ist das noch eine einfachere bis sehr einfache Aufgabe. Wem das bei einer derart aromatischen und komplexen Küche wie der singalesischen Küche gelingt, der hat sich mit sehr viel Leidenschaft, Zeit und viel Tüfteln in diese Küche tief reingefuchst und einen sehr guten Job gemacht! Wenn – wie hier geschehen, die Autorin auf jede Herausforderung durch unbekannte, schwer zugängliche Zutaten und handwerklich ausgefeilte Techniken eine adäquate Antwort hat, die wir auch verstehen und zu Hause umsetzen können. Wer also abenteuerlustig ist, es auch mal scharf mag und gerne einen kulinarischen Ausflug in die Aromawelten Sri Lankas unternehmen möchte, dem kann ich dieses fröhlich bunte und sehr einladende Kochbuch nur wärmstens empfehlen! Ich habe mich nicht nur darin verliebt, sondern schätze dabei die Akribie und das Engagement was von Ms. Dobbs dabei an den Tag gelegt wurde außerordentlich, sieht man auch bei handwerklich gut gemachten Kochbüchern nicht alltäglich. Wer keine Zeit hat und die Jagd nach authentischen Zutaten, schon bei den frischen Curry-Blättern (gibt es inzwischen häufig auch tiefgefroren) scheut, liegt leider falsch, wenn er die singalesische Küche als ähnlich schnell zugänglich wie die indische oder thailändische Küche einschätzt. Da ist noch ein bisschen Entwicklungshilfe erforderlich bis diese hoch-aromatische Küche komplett in Europa angekommen ist. Um das zu erreichen, hat Emily Dobbs schon mal sehr beeindruckend vorgelegt und meine persönlichen Erwartungen dabei weit übertroffen!

Vielen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar!

 

Carrot Cake Jam

© Britta Gädtke

Quelle: Britta Gädtke: Liebe im Glas

BLV Verlag

Preis: 18,– €

Eigentlich bin ich kein großer Freund von Möhren! Das Rezept las sich vielversprechend und für einen Familien-Brunch an Ostern sollte es eine Konfitüre sein, die sowohl frisch und fruchtig als auch angenehm würzig schmeckt und die hoffentlich noch nicht jeder zu Hause auf dem Frühstückstisch stehen hat. Volle Punktzahl – auch für die nette Idee mit gehackten Mandeln noch für ein bisschen Crunch zu sorgen.

 P.S. Und gelernt habe ich auch wieder was, wenn man Apfelpektin statt Gelierzucker zum Gelieren verwendet, kommt man ohne Probleme auch  mit weniger Zucker aus.

Zutaten (für 3 Gläser a‘ 100 ml):

3 Möhren

150 ml Orangensaft

15 g gehackte Mandeln

¼ TL gemahlener Zimt

1 Prise geriebene Muskatnuss

1 Prise gemahlene Nelken

35 g + 120 g Zucker

5 g Apfelpektin

Zubereitung:

Die Möhren putzen und schälen. Davon 135 g abwiegen und fein reiben. Mit dem Orangensaft, den gehackten Mandeln und den Gewürzen in einem hohen Topf verrühren. 35 g Zucker mit dem Pektin verrühren und ebenfalls hinzugeben.

Den Topfinhalt aufkochen. Sobald die Flüssigkeit sprudelt, die restlichen 120 g Zucker hinzugeben und alles 4 Minuten sprudelnd kochen lassen. Die Marmelade in vorbereitete Gläser füllen und diese sofort verschließen. Auf den Kopf stellen und auskühlen lassen.

Tipp: Diese Marmelade schmeckt wie der klassische amerikanische »Carrot Cake« – der sich bei uns im deutschsprachen Raum unter dem Namen »Rüblikuchen« großer Beliebtheit erfreut. Er macht sich ganz toll als Mitbringsel für den Osterbrunch. Oder Sie versuchen es einfach mal mit seiner »kleinen Schwester«, meiner Carrot Cake Jam. Die schmeckt übrigens auch an windigen Herbsttagen oder zur Adventszeit sehr lecker.

Ananas-Paprika-Chutney

© Britta Gädtke

Quelle: Britta Gädtke: Liebe im Glas

BLV Verlag

Preis: 18,– €

Chefs an der Grill-Station, wenn die Schlange am Buffet länger ist als bei Euch und das ganze trotz perfekt auf den Gar-Punkt gegrillter Steaks, dann liegt es an diesem Chutney und da könnt ihr gar nichts machen. Außer vielleicht Euch schnell ebenfalls eine Portion davon zu holen, bevor es definitiv aus ist. Beim nächsten Mal könnt Ihr Euch wieder in der Gunst der Gäste sonnen, diesmal hat leider das Chutney von Britta den Vogel abgeschossen!

 P.S.: Beim Curry-Pulver bitte keine halben Sachen machen, Britta hat Recht wenn Sie eins aus Sri-Lanka empfiehlt, das ist geschmacklich eine ganz andere Liga.

 Zutaten (für 3 Gläser a‘ 220 ml):

½ große Ananas

1 große rote Paprika

1 gehäufter TL Koriandersaat

1 TL Currypulver aus Sri Lanka

80 ml Apfelessig

70 g Zucker

1 Prise Salz

80 ml frisch gepresster Orangensaft

oder Orangen-Direktsaft

1 TL Apfelpektin

Zubereitung:

Die Ananas schälen und den harten Strunk herausschneiden. 420 g Fruchtfleisch abwiegen und fein würfeln. Die Paprika längs halbieren, waschen und entkernen. 180 g Fruchtfleisch abwiegen und in ebenso große Würfel wie die Ananas schneiden.

Die Koriandersaat 1–2 Minuten in einer beschichteten Pfanne anrösten, dabei die Saat in der Pfanne ständig bewegen, damit nichts anbrennt. Ananas- und Paprikawürfel hinzugeben und gut rühren. Currypulver, Essig, Zucker und Salz hinzufügen und alles bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren köcheln lassen. Zum Schluss den Orangensaft einrühren und mit dem Pektin binden. 3–4 Minuten eindicken lassen (ständig rühren!).

Das Chutney in vorbereitete Einkochgläser geben, diese mit Gummiringen, Deckeln und Klammern verschließen und bei 90 °C 30 Minuten einkochen. Die Klammern erst abnehmen, wenn die Gläser vollständig abgekühlt sind. Alternativ das Chutney kochend heiß in Schraubgläser füllen. Die Gläser sofort mit Deckeln verschließen und umgedreht auskühlen lassen.

Tipp: Das Currypulver aus Sri Lanka ist für meinen Geschmack etwas würziger als das »normale«, hierzulande meistverwendete Currypulver. Wer sich aber einen solchen Exoten nicht so gerne ins Gewürzregal stellen möchte, der kann selbstverständlich auch handelsübliches Currypulver verwenden.

Zitronensenf mit geröstetem Knoblauch

© Britta Gädtke

Quelle: Britta Gädtke: Liebe im Glas

BLV Verlag

Preis: 18,– €

Familien-Grill-Party die zweite, der Schwager hat nach dem Rezept gefragt. Ein Novum, dass ich diesem leckeren Senf zu verdanken habe, den man nirgendwo kaufen kann. Tja lieber Schwager, dein Premium-Fleisch kann jeder aus dem Internet bestellen. Diesen Senf gibt es nur bei mir und das alles mit freundlicher Unterstützung von  Britta, die mir geholfen hat – so geht das nämlich auch!

Zutaten (für 3 Gläser a‘ 100 ml):

1 Knoblauchknolle

1 EL Olivenöl

½ Bio-Zitrone

2 TL Honig

30 g Senfmehl (gemahlene gelbe Senfsaat)

Zubereitung:

Den Backofen auf 220 °C vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen. Von der Knoblauchknolle oben waagrecht einen schmalen Deckel abschneiden, sodass alle Zehen ganz leicht angeschnitten sind. Die Schnittfläche der Knolle mit Olivenöl beträufeln und es etwas verstreichen. Die Knolle auf das Backblech setzen und auf der obersten Schiene im vorgeheizten Ofen 45 Minuten rösten, bis die Zehen weich sind. Damit die Knolle nicht zu dunkel wird, bei Bedarf mit einem Stück Alufolie abdecken. Die Knolle aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen, bis man sie gut anfassen kann.

In der Zwischenzeit die Schale der halben Zitrone abreiben (die ganze Frucht zuvor heiß waschen und trocken tupfen) und den Saft auspressen. In einem hohen Gefäß den Zitronensaft und -abrieb mit dem Honig und dem Senfmehl vermischen.

Mit der Hand die einzelnen Knoblauchzehen aus den Häuten herausdrücken und ebenfalls dazugeben. Alles mit dem Pürierstab fein pürieren und zu einer homogenen Masse verarbeiten. Den Senf in ein vorbereitetes Glas füllen und verschließen. Im Kühlschrank mindestens 3 Tage ziehen lassen. Nach 2 Wochen Reifedauer hat er einen ausgewogenen Geschmack entwickelt, am Anfang schmeckt er eher scharf. Im Kühlschrank aufbewahrt ist der Senf ca. 6 Monate haltbar.

Britta Gädtke: Liebe im Glas

Britta Gädtke: Liebe im Glas

BLV Verlag

Preis: 18,– €

Home-Shopping geht auch exklusiv und köstlich!

Worum geht’s? – oder der Keller hat es in sich…….

 Bei dem Stichwort Home-Shopping  tauchen bei mir sofort Bilder auf, die mich gruseln lassen, in Klamotten dieser Kanäle möchte ich nicht mal dem Postboten begegnen oder den samstäglichen Hausputz erledigen! Exklusiv ist da für mich nichts, es sei denn man hat Lust die Nachbarschaft im rosa Plüsch-Hausanzug zu schocken, wenn die Sonntags-Zeitung aus dem Briefkasten geholt wird. Und köstlich wird es auch nicht, es sei denn man legt es darauf an, den Nachbarn Tränen vor Lachen in die Augen zu treiben, selten so köstlich amüsiert, das hätte RTL auch nicht besser hingekriegt. Britta Gädtke hat trotzdem schon als Kind gerne zu Hause geshoppt, allerdings nicht vor dem Fernseher, sondern im Keller. Ihre Mutter hatte stets gut bestückte Kellerregale, gefüllt mit Marmeladen, Sirups, Chutneys, eingelegten Gurken & Co. Exklusiv und köstlich war das immer, denn alles war selbstgemacht und den eigenen Geschmacksvorlieben angepasst. „Keller-Shopping“ hat Britta großen Spaß gemacht und das tolle daran, alles war ohne eine einzige Abbuchungen vom Giro-Konto zu haben. Kein Wunder, dass sie nicht nur mit Feuereifer gemeinsam mit ihrer Mutter – vieles was die Saison gerade in hervorragender Qualität im Angebot hatte – in Gläser bannte. Auch heute noch bringt sie viel lieber als den obligatorischen langweiligen Blumenstrauß eine Flasche selbstgemachten Holunder-Likör oder ein selbst produziertes Gurken-Relish als Gastgeschenk für die Gastgeber mit.

©privat

 

Wer ist die Autorin?

Britta Gädtke geboren in Cuxhaven an der Nordseeküste, wohnt heute mit ihrem Mann und ihrem Sohn in der Nähe von Hannover. Als Ausgleich zu ihrem kaufmännischen Beruf begann sie 2011 über ihr Hobby zu bloggen – das Einkochen und Einmachen. Bis heute hat sich ihr Blog Glasgeflüster zu einer großen Sammlung an Rezepten entwickelt, die sich alle um das Thema Haltbarmachen im weitesten Sinne drehen. Und jede Woche wächst die Sammlung weiter.

 

Wie sieht es aus – oder was ist hier anders?

 Es ist ein hübsches Büchlein geworden, das schon bei Cover und Layout auf Kreativität und andere Akzente setzt. Think Pink lautet die Devise: Ungewöhnlich aber sehr interessant und geschmackvoll kommt Brittas Buch mit einem dunklen Cover und Schriften in Pink und Rottönen daher. Pink ist auch das Motiv des Layouts, mir zeigt es damit in welche Richtung es gehen soll, Rezepte, die nicht nur klassisches bedienen, sondern als kreative Abwandlungen  etwas Neues bieten, wie z. B. der Carrot-Cake Jam oder ein Pumpkin Spice Sirup.

Was ist drin?

 Erfahrung, die sich auszahlt……

In meinem Kochbuch-Regal ist nicht Italien besonders präsent, sondern die anteilmäßig am besten bestückte Sparte ist die Rubrik DIY, darunter auch Bücher zum Fermentieren und Dörren, aber die meisten Titel auf diesem Regalbrett beschäftigen sich mit dem Thema einmachen und einkochen. Ich liebe es am Wochenende kreativ zu werden, Gläser und Regale zu füllen und am Ende das schöne Gefühl zu haben, ich habe mein Ziel erreicht und dabei was ziemlich leckeres gemacht, das mir und anderen Freude macht, das es nirgendwo zu kaufen gibt und meine eigene Handschrift trägt. Inzwischen gibt es zum Thema Einkochen auch wieder viele Bücher, weil viele Menschen dieses Hobby für sich wieder entdeckt haben. Viele dieser Einkoch-Bibeln werben mit tollen kreativen Kreationen und Klassikern, jedoch zu meinem Leidwesen erfährt der Theorieteil häufig weniger Aufmerksamkeit als die Rezepte. Britta schafft es dagegen auf 6 Seiten, alle Basics und Tipps & Tricks rund um das Thema Einkochen kompakt und sehr fundiert zu präsentieren: Gläser kann man in der Geschirrspülmaschine sterilisieren, ein Einfüll-Trichter ist eine lohnenswerte Anschaffung  und ja eine Einkochzange sollte man haben, wenn man regelmäßig im Einkochautomaten einkocht, weil die Gläser verdammt heiß sind. Alles was ich hier lese ist absolut praxistauglich, diese Frau hat ja nicht irgendein Buch, sondern  ihr Buch geschrieben, es handelt sich um ein Lieblingsthema von ihr, dass sie von Kindesbeinen an praktiziert und bei dem die Bloggerin aus Hannover unglaublich viel Erfahrung hat.

Mal was Neues – oder mit einem guten Rezept die unterschiedlichen Methoden kennenlernen

Knapp 50 Rezepte haben es ins Buch geschafft, es gibt Süßes (Marmeladen, Gelees, Konfitüren & Curds) aus dem Glas, Süßes & Alkoholisches (Sirup, Liköre & Schnaps) aus der Flasche, Herzhaftes aus dem Glas (Chutneys, Relishes, Pickles, eingelegte Gemüse, Pesto, Senf  & Co.) und Herzhaftes aus der Flasche (Essig, Öl & Würzsaucen).

Mal was Neues – oder mit einem guten Rezept die unterschiedlichen Methoden kennenlernen

Knapp 50 Rezepte haben es ins Buch geschafft, es gibt Süßes (Marmeladen, Gelees, Konfitüren & Curds) aus dem Glas, Süßes & Alkoholisches (Sirup, Liköre & Schnaps) aus der Flasche, Herzhaftes aus dem Glas (Chutneys, Relishes, Pickles, eingelegte Gemüse, Pesto, Senf  & Co.) und Herzhaftes aus der Flasche (Essig, Öl & Würzsaucen).

Die „Einmach-Fee“ aus Leidenschaft zeigt nicht nur neue ungewöhnliche und sehr kreative Ideen wie z. B. Blaubeer-Konfitüre mit Lavendel oder ein Trauben-Gelee, sondern erklärt in jedem Rezept den Umgang mit allen unterschiedlichen Produkten zum Gelieren. Ihre Schwarzwälder-Kirsch-Konfitüre wird mit dem Bio-Produkt Agar-Agar konserviert, profund erklärt sie, dass die Masse erst fest wird, wenn die Konfitüre unter 35 ° Grad heruntergekühlt ist. Genau wegen solcher Tipps, habe ich mich in Brittas schönes und sehr nützliches Büchlein verliebt. Hätte mit das jemand schon vorher mal gesagt, hätte ich eine Kokos-Creme nicht in eine brettharte Angelegenheit verwandelt.

Nicht die X-Abwandlung eines Klassikers……

Holunderblüten-Sirup ist ein alter Hut, bei Britta gibt es stattdessen Holunder-Quitten-Sirup aus Holunder und Quittensaft, die Blüten wandern in einen Likör, statt eingelegten Gurken gibt es leckeres Gurkenrelish, das Burger und Hot-Dogs adeln kann, außerdem süßsauer eingelegte Frühlingszwiebeln im Ganzen, die wirklich toll aussehen! Pesto serviert die Autorin aus gartenfrischen Erbsen und Senf aromatisiert sie mit Zitrone und geröstetem Knoblauch, denn  Bärlauch-Pesto haben andere schon tausendfach präsentiert! Britta verheiratet kurzerhand den Bärlauch mit Salz und ein Rezept für Bärlauch-Salz oder Shitake-Salz nehme ich viel lieber entgegen.

Probiert und produziert:

Carrot Cake Jam

Eigentlich bin ich kein großer Freund von Möhren! Das Rezept las sich vielversprechend und für einen Familien-Brunch an Ostern sollte es eine Konfitüre sein, die sowohl frisch und fruchtig als auch angenehm würzig schmeckt und die hoffentlich noch nicht jeder zu Hause auf dem Frühstückstisch stehen hat. Volle Punktzahl – auch für die nette Idee mit gehackten Mandeln noch für ein bisschen Crunch zu sorgen.

Ananas-Paprika-Chutney

Dieses Chutney durfte mit zu einer Grill-Party bei meinem Schwager – seines Zeichens der ungekrönte König an der Grillstation. Dieses Mal hat er nicht schlecht gestaunt, als die Schlange am Buffet länger als an seinem  Grill war. Pech gehabt mein Lieber, Du hast gute Steaks, aber erst mein Chutney macht daraus was richtig Tolles auf dem Teller. Danke Britta – dieses Familien-Duell konnte endlich mal ich gewinnen. P:S. Beim Curry-Pulver bitte keine halben Sachen machen, Britta hat Recht, wenn Sie eins aus Sri-Lanka empfiehlt, das ist geschmacklich eine ganz andere Liga.

Zitronensenf mit geröstetem Knoblauch

Durch das Rösten  bekommt der Knoblauch ein fast feines Aroma, jede Derbheit ist von ihm gewichen, das gefiel auch ausgewiesenen Knoblauch-Hassern an der Tafel, besonders weil der Senf  durch die Zitrone auch noch so eine frische Note bekommt. P.S. Keine Panik, der Senf  muss unbedingt im Kühlschrank reifen, dann verliert er deutlich an Schärfe. Und bitte daran denken, rechtzeitig für die nächste Grill-Sause neuen anzusetzen!

Fazit – Erfahrung, die sich auszahlt, genau so brauche ich das! Meine Bibliothek an Einkoch- u. Einmachbücher ist mit Abstand die größte Sparte in meinem Kochbuch-Regal. Dieses Buch musste trotzdem noch sein, denn es liefert viele neue Ideen und verzichtet weitestgehend auf Klassiker, wenn die doch mit ins Bild dürfen – wie beim hausgemachten Ketchup – wird mit rosa Pfefferbeeren für ein besonders fruchtiges Aroma gesorgt. Beeindruckend bei diesem nützlichcen Büchlein ist die Erfahrung, die sich in vielen Hintergrund-Informationen und Tipps und Tricks bis hin zu  weiterführender Lektüre und Bezugs-Quellen niederschlägt und die einfach unbezahlbar ist. Es ist halt was anderes wenn eine Bloggerin das Ergebnis ihrer jahrelangen Erfahrung in zwei Buchdeckeln präsentiert, als wenn ein Kochbuch-Autor oder eine Autorin mal schnell ein Buch zum Trend-Thema auf den Markt bringt und das ist bei Britta Gädtke deutlich zu spüren. Danke dafür!

Vielen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar!