Jeni Britton Bauer: Eis geht immer

Jeni Britton Bauer: Eis geht immer

Neuer Umschau Buchverlag

Preis: 19,95 €

Das beste Eis Amerikas – das will ich genauer wissen!

Wer ist die Autorin?

 Jeni Britton Bauer gründete 2002 ihren ersten eigenen Eis-Salon „Jeni’s Spendid Ice Creams“ in Ohio. Heute besitzt sie mehrere Läden in den USA, einen florierenden Onlinehandel und hat eine stetig wachsende Fangemeinde für die ihre außergewöhnlichen Eiskreationen einfach das Nonplusultra beim selbstgemachten Eis sind. Ihre Eiscreme wird sogar als die beste Amerikas gefeiert. 2012 erschien bereits ihr erstes Buch, das schlicht „Das beste Eis der Welt“ anpreist und mit 120 sehr außergewöhnlichen Kreationen, die Eishandwerker aus dem „home office“ beglückte. 2014 hat Jeni dann in den USA nachgelegt und mit ihren Eis-Kreationen tolle Dessert-Kompositionen kreiert. Dieses Buch hatte es sich zum Ziel gesetzt, ambitionierte Eis-Dessert-Kreationen zu präsentieren, die auf Britton Bauer’s Geling sicheren und ungewöhnlichen Rezepturen basierten. Wobei unweigerlich noch mal deutlich mehr Komplexität bei den Rezepten gefordert war, auf die man sich ja gerne mal ausgewählt einlässt, aber bei einem ganzen Buch dazu, die Nicht-Profis sich einfach nicht mehr angesprochen fühlen.

Was geht noch, wenn man tolle und Geling sichere Eis-Rezepte hat…

„Eis geht immer“ greift die Eis-Rezepte des ersten Buchs von Ms. Britton Bauer nochmal auf und präsentiert in einer überarbeiteten Neuauflage und ansprechender Aufmachung zudem einige Eis-Desserts, die perfekt zu Jeni’s Eissorten passen, weil sie kreativ und ambitioniert, diesen Eis-Sorten mit Twist, zu einem weiteren geschmackssicheren Auftritt verhelfen.

In saisonaler Reihenfolge von Frühling bis Herbst werden die spannenden Rezepturen  noch mal gezeigt und für so ungemein leckeres Eis bleibt selbst im Winter das heimische Eiscafé geöffnet. Der Frühling wird z. B. mit Sorten wie „Erdbeer-Buttermilch“ oder „Rhabarber-Jogurt“ und so ungewöhnlichen Kreationen wie „Earl-Grey-Eiscreme mit Kirschen“, „Kamille-Chardonnay-Eiscreme“ eistechnisch eingeleitet. Im Sommer wird es sogar noch bunter z. B. mit „Himbeer-„ oder „Wassermelonen-Limonaden-Sorbet“ und Milcheis-Liebhaber werden z.B. mit „Ziegenkäse-Eiscreme mit gerösteten Kirschen“ verwöhnt. Britton Bauer liebt es, mit Frischkäse und Joghurt bei der Eisherstellung zu experimentieren und zeigt mit Sorten wie „Joghurt-Eis mit Gurke, Melone und Cayennepfeffer“ und Eiscreme mit „Mais und schwarzen Himbeeren“ wie überaus kreativ sie dabei ist. Die klassischen Sorten wie Vanille oder Schoko hat dieser Eis-Salon im Herbst und Winter mit neuen spannenden exquisiten Rezepturen im Programm. Die Autorin lässt es sich nicht nehmen, bei diesen Rezepten für ein wenig Twist zu sorgen und so gibt es bei ihr nicht nur schnödes Vanille- oder Schokoeis, sondern sie serviert stattdessen „Dunkles-Schokoladen-Eis“ oder „Schoko-Rotwein-Eiscreme“ und achtet bei der Vanilleeiscreme auf qualitativ hochwertige und fair gehandelte ugandische Vanille. Nach dem Motto „Wenn schon denn schon!“ – werden Variationen der altbekannten Klassiker bemüht, die es eben nicht im Supermarkt oder in jeder x-beliebigen Eisdiele zu kaufen gibt und dann schaut man bei den Zutaten eben auch nicht auf die preiswertesten Produkte, sondern gönnt sich das Beste was da zu bekommen ist.

Wer es mit der Lieblings-Eisdiele aufnehmen will, braucht funktionierende Rezepte!

 oder Glukose-Sirup ist eine echte Geheimwaffe…..

Um es mal deutlich auf den Punkt zu bringen, wer den Anspruch hat, mit der Cremigkeit und Konsistenz von Eis aus der Herstellung von Profis ebenfalls zu Hause mitzubieten, braucht die richtigen Rezepte und Jeni Britton Bauer hat ihren Schwerpunkt glücklicherweise auf funktionierende Rezepturen für „Heim-Eiswerker“ gesetzt! Teures Equipment ist bei ihr zweitrangig, sie nutzt sogar einfache Eis-Maschinen ohne Kühlkompressor, deren Akkus erst mal 24 Stunden im Tiefkühler geparkt werden müssen, bevor es losgehen kann. Deshalb benötigen ihre Ideen auch ein wenig Vorlauf, zeigen aber auf wunderbare Weise, ein teurer Maschinenpark ist keine Garantie für cremiges Eis, dazu muss man einfach ebenfalls die chemischen Grundlagen bei diesem Prozess verstehen und berücksichtigen! Die Geheimwaffen der amerikanischen Eis-Expertin sind Glukose-Sirup und Stärke, denn im Gegensatz zu Haushaltszucker ist Glukose-Sirup – oder auch ein ganz normaler Zucker-Sirup, den man schnell und unkompliziert zu Hause selbst herstellen kann, in der Lage Wasser zu binden und genau das ist der Schlüssel zum Erfolg, wenn es um cremig schmelzende Eiscreme aus der heimischen Eis-Werkstatt geht. Schön, dass mir endlich jemand zeigt, wie ich zukünftig diese Klippe bei der Eisherstellung umschiffen kann.

 Außergewöhnliche Kombinationen und exquisite Desserts….

 – oder pimp your ice-cream

 Die Autorin liebt Eis in jeder Darbietungs-Form und will deutlich mehr als nur die hinlänglich bekannten klassischen Sorten erklären. Wunderbar, dass durch die Verschmelzung zweier Titel, zu diesem Buch, diese ungewöhnlichen Kreationen auch mal mit leckeren Toppings gepimpt werden, z. B. mit „Honig-Nuss-Krokant“, „Rosmarin-Nüssen“, „gerösteten Kirschen“, „Lemon- oder Lime-Curd“, „Pralinen-Sauce“ oder „salziger Karamell-Sauce“. Außerdem gibt es gebackene süße Begleiter wie Biscotti oder salzige Butterstreusel und Baisers dazu. Mit einer nützlichen step-by-step Anleitung zeigt die amerikanische „Eis-Fee“ außerdem, wie es Schritt für Schritt zur perfekten Eiswaffel geht.

Großes Kino für den Eisbecher, die Mühe lohnt sich…..

In meinen Praxistest habe ich mich auf den „Cheesecake-Strawberry-Becher“ (Leider war die Seitenangabe für das Frischkäseeis nicht ganz passgenau, ich konnte es erst auf der Seite 54 und nicht wie angegeben auf der Seite 53 finden), sowie das „Sommerobst-Dessert“ und ein salziges Karamelleis gestürzt, dass mit einer Honig-Vino-Santo-Sauce zu einem „Eis-Dessert Toskana“ aufgemotzt wurde. Alles war wirklich exquisit und ungemein wohlschmeckend! Zeit nehmen sollte man sich dafür jedoch schon, denn Jeni Britton Bauer hat großes vor, ihre Eisbecher bestechen mit unterschiedliche Aromen und Texturen, für die man sich allesamt ein bisschen reinhängen muss. Wer das nicht will, bleibt einfach bei den Solo-Sorten.

Fazit – oder großes Eis-Kino, das auch in der heimischen Küche funktioniert! Viele meinen ja, in ein handwerklich hochwertig gemachtes Eis gehören keine weiteren Zutaten als Eier und Sahne. Natürlich kann man das so machen, damit macht man es sich aber zu Hause sehr viel schwieriger und aufwendiger und trotzdem werdet Ihr selten die Ergebnisse erzielen, die wir aus der Eisdiele oder dem Handel gewohnt sind. Eine gute Eis-Rezeptur für zu Hause, sollte in der Lage sein, die Chemie dabei ein wenig auszutricksen und das zeigt die Autorin in beeindruckender Weise! Dieses Buch vereint zudem alle Eis-Sorten aus dem ersten Buch von Jeni Britton Bauer und hat die best-of Toppings und Eisbecher-Kreationen ihres zweiten Buches praktischerweise gleich mit dabei, was mir sehr gut gefällt, denn für mich ist es das erste Buch der Autorin. Wer den Titel „Das beste Eis der Welt“ von ihr jedoch schon hat, sieht neben einer wertigeren Ausstattung in allen Kategorien von Eis, über Sauce bis hin zu Toppings immerhin noch ca. 30 neue Rezepte. So kamen z.B. das Schwarzwälder-Kirsch-Eis, das isländische Hochzeits-Kuchen-Skyr-Eis oder auch das Vinho-Verde-Sorbet dazu, sowie ein paar Eisbecher, zwei zusätzliche Cocktails, Kuchen zum Eis und eine „Skunk as a Drunk“-Eistorte. Damit die Struktur des Buchs nicht zu sehr gestört wird, wurden diese etwa gleichmäßig auf die einzelnen Jahreszeitenkapitel aufgeteilt, so dass einem das auf den ersten Blick erstmal nicht direkt auffällt. Damit zeigt das Buch jedoch auch sehr viel deutlicher als das erste Buch, was sich aus den Eissorten mit Wow-Potenzial noch alles machen lässt. P.S.: Das Nachfolge-Buch mit dem Schwerpunkt Eis-Inszenierung im Becher und auf dem Desserttisch wurde nicht ins Deutsche übersetzt. Für dieses Buch hat sich der Verlag auf ausgewählte Rezepte aus dem Folge-Titel beschränkt und Layout und ein Teil der Fotos (die zu den hinzugenommenen Rezepten) wurden komplett neu gemacht das ist auch gut so – denn so ist eine spannende und attraktiv präsentierte Mischung daraus geworden, die nicht nur Profis oder Menschen mit ganz viel „Küchenfreizeit“ anspricht.

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar!

 

4 Gedanken zu “Jeni Britton Bauer: Eis geht immer

  1. Das klingt gut. Trotzdem lege ich dir diesen Blogger ans Herz, falls du ihn nicht schon kennst: David Lebovitz (https://www.davidlebovitz.com/). Er ist Konditor, hat in dem renommierten Chez Panisse in San Francisco eine Weile den Patisssier gegeben und weilt schon eine Weile in Paris und lebt als Blogger und Buchautor davon. Auf seiner Website hat er auch einige Rezepte für Eiskrem, Sorbets, etc., für die du nicht unbedingt sein Eiskrembuch kaufen musst.
    Wenn du Lust hast, schau es dir an, er hat auch tolle Ideen, und ich war noch nie enttäuscht, auch ohne Glucose.
    LG Alex

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