Jeni Britton Bauer: Eis geht immer

Jeni Britton Bauer: Eis geht immer

Neuer Umschau Buchverlag

Preis: 19,95 €

Das beste Eis Amerikas – das will ich genauer wissen!

Wer ist die Autorin?

 Jeni Britton Bauer gründete 2002 ihren ersten eigenen Eis-Salon „Jeni’s Spendid Ice Creams“ in Ohio. Heute besitzt sie mehrere Läden in den USA, einen florierenden Onlinehandel und hat eine stetig wachsende Fangemeinde für die ihre außergewöhnlichen Eiskreationen einfach das Nonplusultra beim selbstgemachten Eis sind. Ihre Eiscreme wird sogar als die beste Amerikas gefeiert. 2012 erschien bereits ihr erstes Buch, das schlicht „Das beste Eis der Welt“ anpreist und mit 120 sehr außergewöhnlichen Kreationen, die Eishandwerker aus dem „home office“ beglückte. 2014 hat Jeni dann in den USA nachgelegt und mit ihren Eis-Kreationen tolle Dessert-Kompositionen kreiert. Dieses Buch hatte es sich zum Ziel gesetzt, ambitionierte Eis-Dessert-Kreationen zu präsentieren, die auf Britton Bauer’s Geling sicheren und ungewöhnlichen Rezepturen basierten. Wobei unweigerlich noch mal deutlich mehr Komplexität bei den Rezepten gefordert war, auf die man sich ja gerne mal ausgewählt einlässt, aber bei einem ganzen Buch dazu, die Nicht-Profis sich einfach nicht mehr angesprochen fühlen.

Was geht noch, wenn man tolle und Geling sichere Eis-Rezepte hat…

„Eis geht immer“ greift die Eis-Rezepte des ersten Buchs von Ms. Britton Bauer nochmal auf und präsentiert in einer überarbeiteten Neuauflage und ansprechender Aufmachung zudem einige Eis-Desserts, die perfekt zu Jeni’s Eissorten passen, weil sie kreativ und ambitioniert, diesen Eis-Sorten mit Twist, zu einem weiteren geschmackssicheren Auftritt verhelfen.

In saisonaler Reihenfolge von Frühling bis Herbst werden die spannenden Rezepturen  noch mal gezeigt und für so ungemein leckeres Eis bleibt selbst im Winter das heimische Eiscafé geöffnet. Der Frühling wird z. B. mit Sorten wie „Erdbeer-Buttermilch“ oder „Rhabarber-Jogurt“ und so ungewöhnlichen Kreationen wie „Earl-Grey-Eiscreme mit Kirschen“, „Kamille-Chardonnay-Eiscreme“ eistechnisch eingeleitet. Im Sommer wird es sogar noch bunter z. B. mit „Himbeer-„ oder „Wassermelonen-Limonaden-Sorbet“ und Milcheis-Liebhaber werden z.B. mit „Ziegenkäse-Eiscreme mit gerösteten Kirschen“ verwöhnt. Britton Bauer liebt es, mit Frischkäse und Joghurt bei der Eisherstellung zu experimentieren und zeigt mit Sorten wie „Joghurt-Eis mit Gurke, Melone und Cayennepfeffer“ und Eiscreme mit „Mais und schwarzen Himbeeren“ wie überaus kreativ sie dabei ist. Die klassischen Sorten wie Vanille oder Schoko hat dieser Eis-Salon im Herbst und Winter mit neuen spannenden exquisiten Rezepturen im Programm. Die Autorin lässt es sich nicht nehmen, bei diesen Rezepten für ein wenig Twist zu sorgen und so gibt es bei ihr nicht nur schnödes Vanille- oder Schokoeis, sondern sie serviert stattdessen „Dunkles-Schokoladen-Eis“ oder „Schoko-Rotwein-Eiscreme“ und achtet bei der Vanilleeiscreme auf qualitativ hochwertige und fair gehandelte ugandische Vanille. Nach dem Motto „Wenn schon denn schon!“ – werden Variationen der altbekannten Klassiker bemüht, die es eben nicht im Supermarkt oder in jeder x-beliebigen Eisdiele zu kaufen gibt und dann schaut man bei den Zutaten eben auch nicht auf die preiswertesten Produkte, sondern gönnt sich das Beste was da zu bekommen ist.

Wer es mit der Lieblings-Eisdiele aufnehmen will, braucht funktionierende Rezepte!

 oder Glukose-Sirup ist eine echte Geheimwaffe…..

Um es mal deutlich auf den Punkt zu bringen, wer den Anspruch hat, mit der Cremigkeit und Konsistenz von Eis aus der Herstellung von Profis ebenfalls zu Hause mitzubieten, braucht die richtigen Rezepte und Jeni Britton Bauer hat ihren Schwerpunkt glücklicherweise auf funktionierende Rezepturen für „Heim-Eiswerker“ gesetzt! Teures Equipment ist bei ihr zweitrangig, sie nutzt sogar einfache Eis-Maschinen ohne Kühlkompressor, deren Akkus erst mal 24 Stunden im Tiefkühler geparkt werden müssen, bevor es losgehen kann. Deshalb benötigen ihre Ideen auch ein wenig Vorlauf, zeigen aber auf wunderbare Weise, ein teurer Maschinenpark ist keine Garantie für cremiges Eis, dazu muss man einfach ebenfalls die chemischen Grundlagen bei diesem Prozess verstehen und berücksichtigen! Die Geheimwaffen der amerikanischen Eis-Expertin sind Glukose-Sirup und Stärke, denn im Gegensatz zu Haushaltszucker ist Glukose-Sirup – oder auch ein ganz normaler Zucker-Sirup, den man schnell und unkompliziert zu Hause selbst herstellen kann, in der Lage Wasser zu binden und genau das ist der Schlüssel zum Erfolg, wenn es um cremig schmelzende Eiscreme aus der heimischen Eis-Werkstatt geht. Schön, dass mir endlich jemand zeigt, wie ich zukünftig diese Klippe bei der Eisherstellung umschiffen kann.

 Außergewöhnliche Kombinationen und exquisite Desserts….

 – oder pimp your ice-cream

 Die Autorin liebt Eis in jeder Darbietungs-Form und will deutlich mehr als nur die hinlänglich bekannten klassischen Sorten erklären. Wunderbar, dass durch die Verschmelzung zweier Titel, zu diesem Buch, diese ungewöhnlichen Kreationen auch mal mit leckeren Toppings gepimpt werden, z. B. mit „Honig-Nuss-Krokant“, „Rosmarin-Nüssen“, „gerösteten Kirschen“, „Lemon- oder Lime-Curd“, „Pralinen-Sauce“ oder „salziger Karamell-Sauce“. Außerdem gibt es gebackene süße Begleiter wie Biscotti oder salzige Butterstreusel und Baisers dazu. Mit einer nützlichen step-by-step Anleitung zeigt die amerikanische „Eis-Fee“ außerdem, wie es Schritt für Schritt zur perfekten Eiswaffel geht.

Großes Kino für den Eisbecher, die Mühe lohnt sich…..

In meinen Praxistest habe ich mich auf den „Cheesecake-Strawberry-Becher“ (Leider war die Seitenangabe für das Frischkäseeis nicht ganz passgenau, ich konnte es erst auf der Seite 54 und nicht wie angegeben auf der Seite 53 finden), sowie das „Sommerobst-Dessert“ und ein salziges Karamelleis gestürzt, dass mit einer Honig-Vino-Santo-Sauce zu einem „Eis-Dessert Toskana“ aufgemotzt wurde. Alles war wirklich exquisit und ungemein wohlschmeckend! Zeit nehmen sollte man sich dafür jedoch schon, denn Jeni Britton Bauer hat großes vor, ihre Eisbecher bestechen mit unterschiedliche Aromen und Texturen, für die man sich allesamt ein bisschen reinhängen muss. Wer das nicht will, bleibt einfach bei den Solo-Sorten.

Fazit – oder großes Eis-Kino, das auch in der heimischen Küche funktioniert! Viele meinen ja, in ein handwerklich hochwertig gemachtes Eis gehören keine weiteren Zutaten als Eier und Sahne. Natürlich kann man das so machen, damit macht man es sich aber zu Hause sehr viel schwieriger und aufwendiger und trotzdem werdet Ihr selten die Ergebnisse erzielen, die wir aus der Eisdiele oder dem Handel gewohnt sind. Eine gute Eis-Rezeptur für zu Hause, sollte in der Lage sein, die Chemie dabei ein wenig auszutricksen und das zeigt die Autorin in beeindruckender Weise! Dieses Buch vereint zudem alle Eis-Sorten aus dem ersten Buch von Jeni Britton Bauer und hat die best-of Toppings und Eisbecher-Kreationen ihres zweiten Buches praktischerweise gleich mit dabei, was mir sehr gut gefällt, denn für mich ist es das erste Buch der Autorin. Wer den Titel „Das beste Eis der Welt“ von ihr jedoch schon hat, sieht neben einer wertigeren Ausstattung in allen Kategorien von Eis, über Sauce bis hin zu Toppings immerhin noch ca. 30 neue Rezepte. So kamen z.B. das Schwarzwälder-Kirsch-Eis, das isländische Hochzeits-Kuchen-Skyr-Eis oder auch das Vinho-Verde-Sorbet dazu, sowie ein paar Eisbecher, zwei zusätzliche Cocktails, Kuchen zum Eis und eine „Skunk as a Drunk“-Eistorte. Damit die Struktur des Buchs nicht zu sehr gestört wird, wurden diese etwa gleichmäßig auf die einzelnen Jahreszeitenkapitel aufgeteilt, so dass einem das auf den ersten Blick erstmal nicht direkt auffällt. Damit zeigt das Buch jedoch auch sehr viel deutlicher als das erste Buch, was sich aus den Eissorten mit Wow-Potenzial noch alles machen lässt. P.S.: Das Nachfolge-Buch mit dem Schwerpunkt Eis-Inszenierung im Becher und auf dem Desserttisch wurde nicht ins Deutsche übersetzt. Für dieses Buch hat sich der Verlag auf ausgewählte Rezepte aus dem Folge-Titel beschränkt und Layout und ein Teil der Fotos (die zu den hinzugenommenen Rezepten) wurden komplett neu gemacht das ist auch gut so – denn so ist eine spannende und attraktiv präsentierte Mischung daraus geworden, die nicht nur Profis oder Menschen mit ganz viel „Küchenfreizeit“ anspricht.

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar!

 

White Bean Cheese Dip & Red Bean Cheese Dip

Christina Heß © Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern

Quelle: Christina Heß: Dips und Saucen – sweet & salty

Thorbecke Verlag

Preis: 9,99 €

Dieses Zeug hat Such-Potenzial und macht zusammen mit seinem „roten Bruder“ jede Menge her – very creamy and savoury!

Bohnendips sind etwas ganz besonders Herzhaftes, und bei diesen beiden Varianten hier ist es wie bei Schneeweißchen und Rosenrot. Beide unglaublich gut – jeder auf seine ganz eigene Art und Weise.

White Bean Cheese Dip

Zutaten (für ca. 4 -6 Portionen):

200 g Frischkäse natur

200 g griechischer Joghurt (10% Fett)

2 TL geräucherter Paprika

1 ½ TL Zwiebelpulver

1 ½ TL Knoblauchpulver

Salz und Pfeffer nach Geschmack

1 Dose weiße Riesenbohnen

200 g geriebener Cheddar

 Zubereitung:

Alle Zutaten bis auf die Bohnen und den Käse zusammen im Mixer zu einem cremigen Dip vermixen. Nun in eine ofenfeste Form immer abwechselnd Bohnen, Dip und Käse schichten.

Bei 180 °C ca. 20 Minuten backen. Dazu passt knusprig getoastetes Bauernbrot.

Red Bean Cheese Dip

Zutaten (für ca. 4 -6 Portionen):

1 Dose weiße Bohnen mit Tomatensauce

1 Dose Kidneybohnen

8 getrocknete Tomaten

2 EL Tomatenmark

1 Knoblauchzehe

1 TL scharfe Sauce nach Wahl (bei mir Siracha)

2 TL geräuchertes Paprikapulver

1 TL Kumin (Kreuzkümmel)

1 TL Cayennepfeffer

50 ml Olivenöl

3 TL Wasser

Salz, Pfeffer nach Geschmack

Zubereitung:

Alle Zutaten bis auf Salz und Pfeffer in einen Mixer geben und so lange mixen, bis die Masse eine cremige Konsistenz bekommt. Nun abschmecken und in eine Pfanne geben. Ca. 5 Minuten köcheln lassen und ständig umrühren. Lauwarm servieren. Schmeckt sehr gut zu Chips, Pita oder Fladenbrotstücken und rohem Gemüse wie Gurken etc. Ist auch super als Sandwich-Aufstrich oder für Burritos zu verwenden.

Whipped Feta & Umeboshi-Dip

Christina Heß © Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern

Quelle: Christina Heß: Dips und Saucen – sweet & salty

Thorbecke Verlag

Die Lieblinge auf unserem Party-Buffet und kaum waren sie da, waren sie auch schon wieder weg! Der „Umeboshi-Dip“ ist klasse und mega-würzig. P.S.:Umeboshi-Pflaumen gibt es im Asia-Markt oder online. Der Clou beim „Whipped Feta“  die extra Cremigkeit durch das Aufschlagen, wirklich ein toller Tipp!

Ein bisschen ausgefallener gefällig? Kein Problem. Mit diesen beiden Dips sind euch die leeren Schüsseln garantiert.

 Whipped Feta

 Zutaten (für ca. 4 Portionen):

200 g Feta aus Ziegen u. Schafsmilch

100 g vollfetter Frischkäse

1 TL Siracha-Sauce

Zubereitung:

Den Feta, den Frischkäse und etwas Sriracha-Sauce (oder eine andere scharfe Sauce, die nicht so flüssig ist) in einen guten Mixer geben und alles so lange durchmixen, bis eine Creme ohne Stückchen entstanden ist. Gebt diese Creme dann in die Schüssel der Küchenmaschine und schlagt sie wie Sahne ca. 3–4 Minuten auf Stufe 10 auf. Bei einem Handrührgerät kann es länger dauern, bis die schöne Konsistenz erreicht ist. Diese richtig fluffige Creme kann nun für alles Mögliche weiterverwendet werden. Im Kühlschrank aufbewahren; sie wird dort fester.

Umeboshi-Dip

Zutaten (für ca. 4 Portionen):

200 g Schmand

100 g Skyr oder Magerquark

2 EL Buttermilch

3 Umeboshi-Pflaumen

jeweils 2 EL frische Petersilie und Schnittlauch

1 kleine grüne Paprika

1 TL helle Misopaste

frischer Pfeffer nach Bedarf

Außerdem:

2 EL gerösteter Sesam (optional)

Etwas Paprika und 1 Umeboshipflaume zur Garnitur (optional)

Zubereitung:

Zuerst Schmand, Skyr bzw. Magerquark und Buttermilch vermengen. Umeboshi vom Kern befreien und zusammen mit der Petersilie und dem Schnittlauch fein hacken. Paprika waschen, entkernen und ebenfalls klein hacken. Alle Zutaten vermengen und mit reichlich frischem Pfeffer aus der Mühle abschmecken. Eventuell mit Sesam, etwas Paprika und einer Umeboshi garnieren.

 

Oliven-Käseball

Christina Heß © Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern

Quelle: Christina Heß: Dips und Saucen – sweet & salty

Thorbecke Verlag

Preis: 9,99 €

So lecker, da greift die Hand wie ferngesteuert wieder einen Cracker und landet damit unweigerlich im Käseball-Widerstand zwecklos!

Schnell mal einen Käseball mit ein paar Crackern auf den Tisch gezaubert und tada! – die Gäste wollen nie wieder gehen.

Zutaten (für ca. 6 Portionen):

100 g getrocknete Tomaten

200 g mit Frischkäse gefüllte Oliven

1 Knoblauchzehe

200 g Feta

300 g Frischkäse (natur)

4–5 Basilikumblätter

Salz und Pfeffer nach Geschmack

Außerdem:

30 g getrocknete Tomaten

1 EL Oliven

1–2 Zweige glatte Petersilie

100 g gemahlene Mandeln

Zubereitung:

Alle Zutaten für den Käseball in den Mixer geben. Dabei darauf achten, dass die Tomaten und die Oliven ganz unten liegen. So lange mixen, bis eine geschmeidige Masse mit ein paar Stückchen entsteht. Dann die getrockneten Tomaten, die Oliven und die Petersilie in einem sauberen Mixer sehr fein mixen und die gemahlenen Mandeln auf einen flachen Teller geben. Mit leicht feuchten Händen aus der Käsecreme einen Ball formen und diesen zuerst in den Mandeln wälzen und danach in der Tomaten-Oliven-Masse. Den Ball auf einen Teller legen und zusammen mit Crackern, Chips oder Rohkost servieren. Eventuelle Reste kann man super als Brotaufstrich weiterverwenden.

Christina Heß: Dips und Saucen – sweet & salty

Christina Heß: Dips und Saucen – sweet & salty

Thorbecke Verlag

Preis: 9,99 €

Let’s dip it Baby!

 Worum geht’s

 Dips sind häufig, die heimlichen Stars auf jedem Buffet und auf jeder Party, auch wenn sie als letzte kommen sind sie oft als erste schon wieder weg. Sie bedienen viele unterschiedliche Geschmäcker, ob herzhaft oder süß, cremig oder fruchtig, mit viel leckerem Gemüse oder cremigem Frischkäse, mit Dips lassen sich viele unterschiedlichen Geschmäcker bedienen  und haben die Gastgeber immer ein Ass im Ärmel (=Maximale Flexibilität für die Gastgeber), manche Gäste gehen nämlich erst, wenn wirklich nichts mehr da ist und auch das letzte Schüsselchen längst augekratzt wurde.

Christina Heß hat als Vegetariern mit ihrem zweiten Buch zu Dips & Co. noch mal richtig nachgelegt und zeigt wo ihre ganz persönliche Königs-Disziplin anfängt. Wer wie ich nämlich ihren Blog häufiger besucht, hat sicherlich schon gemerkt sie ist eine „geborene Dipperin“ ,liebt diese heiß & innig und hat viele unglaublich leckerere Rezepte parat, die unkompliziert funktionieren und ebenfalls jede Menge hermachen.

Wer ist die Autorin?

© Privat

Christina Heß aus Kassel ist „im echten Leben “Bürofee“ bei der Justiz. Nebenbei ist sie seit 2012 erfolgreiche Foodbloggerin aus Leidenschaft. Des Weiteren liebt sie ihre Familie und Heavy Metal Musik. Auf ihrem Blog Christina macht was schreibt und berichtet sie über all die Dinge, die ihr schmecken. Seit ihrer Jugend ernährt sie sich vegetarisch. Bei Thorbecke erschien von ihr bereits „Christina macht was“ und „Weihnachten vegetarisch“.

 

Was ist drin?

#Savoury #Creamy #Sweet

#Savoury #Creamy #Sweet, das sind die Lieblings-Hash-Tags der Bloggerin und gleichzeitig das Programm für ihre vielen verschiedenen Dips, die lecker schmecken, toll aussehen, obendrauf noch die gute Nachricht an alle Gastgeber: Christina liebt es unkompliziert und alltagstauglich und so kommen auch ihre Ideen daher. Auf geht es jetzt kann es losgehen mit der allgemeinen „Ver-Dipperung“ (früher auch Verbrüderung genannt). Einfach mal spontan ein paar liebe Menschen einladen, sich endlich mit den Nachbarn aussöhnen oder mit der Clique noch die letzten Spiele der Fußball-WM gucken und vielleicht eine ganzen Reigen von fröhlich bunten Hummus-Schüsselchen als „Regenbogen-Hummus“-Formation auf den Tisch stellen oder doch lieber einen „Slowcooker-Käse-Dip“ servieren, der sogar noch besser als im Kino schmeckt. Auch für den gemütlichen Nachtisch hat die Bloggerin ein paar leckere und neue Ideen: Wie wäre es, wenn Ihr Eure Gäste auf der nächsten Grillparty mit einem „Chocolate S’mores Cheeseball“ überrascht oder eine leckere „Blaubeer-Salsa“ serviert? Für alle – wie ich – die S’mores noch nie gehört haben, einfach ein Klick auf den Link, immerhin sind die so berühmt, dass sie es zu einem eigenen Wikipedia-Eintrag gebracht haben. Damit wäre nun wirklich bewiesen, dass auch Kochbuch-Leser was lernen können, es muss wirklich nicht immer Dostojewski sein – oder was meint Ihr?

Dips auf Weltreise – oder Tor für Christina Heß!

 Christina hat jede Menge Meilen gesammelt für ihr Dip-Kochbuch, es gibt z. B. „Guacamole ³“, angenehm überrascht hat mich z. B. die Version mit Mango, Chili und Paprikaflocken. Ihr Faible für die amerikanische Küche lebt sie mit einem „Spinat-Artischocken-Dip“ aus, der heiß oder kalt in einem ausgehöhlten kleinen runden Brot serviert werden kann. Zur „Teatime“ (die mag Christinas nämlich auch sehr) serviert sie einen würzigen „Gewürzgurken-Dip“ und „hausgemachtes Gurken-Relish“ zu ihren Sandwiches und die Tex-Mex-Fans freuen sich sicherlich über eine „Salsa Restaurant-Style“ oder „Redneck Caviar“ aus Mais, Bohnen, Paprika, Zwiebel und Koriander, der aus dem Süden der USA importiert wurde und sich super für ein BBQ eignet und auch beim Fußball gucken, eine gute Figur macht.

Cremigkeit vor, noch ein Tor!

Die Bloggerin steht auf „creamy“ Dips und serviert in dieser Kategorie z. B. einen leckeren „Jalapeño-Dip“. Zum Reinlegen und ein echter Partyknaller ist ebenfalls der „gebackene „Ziegenkäsedip- Dip“, mit einem „baked Potato Dip“ oder dem „Veggie-Reuben Dip“ zeigt sie zudem das Dips bei Leibe nicht nur an die Zwischenmahlzeit gebunden sind, sondern dass diese auch vollumfänglich lecker satt machen können.

Süß geht auch, wir schauen mal über den großen Teich…..

Dieses Kapitel ist für alle, die als Kind schon gerne die Backschlüssel ausgeschleckt haben und hier wird mächtig an der „amerikanischen Schraube“ gedreht, Niederschlag findet das z. B. in Rezepten wie „Cinnamon Swirl Dip mit Cookies“ oder dem „Chocolate S’More Cheeseball“. P.S.: S’More ist ein Lagerfeuer-Snack in den USA und Kanada. Er besteht aus einem Stück schmelzender Schokolade und einem gerösteten Marshmallow eingebettet in zwei Graham Cracker. In den USA wird jährlich am 10. August der National S’Mores Day gefeiert. Das Ding sieht toll aus, ist mir persönlich aber zu mächtig, auch wenn ich dem Twist mit dem Vanille-Salz inside durchaus etwas abgewinnen kann. Mein Favorit in dieser Sektion ist ein „Apple-Pie-Streusel-Dip“.

Was ich probiert habe – oder ich liebe es herzhaft……

Oliven-Käseball – lecker, einfach und die perfekte Begleitung für einen spannenden Fussball-Abend. Versprochen, die Gäste werden erst aufbrechen, wenn kein Krümel mehr übrig ist.

Whipped Feta + Umeboshi-DipDer „Umeboshi-Dip“ ist klasse und mega-würzig. P.S.: Umeboshi-Pflaumen gibt es im Asia-Markt oder online. Der Clou beim „Whipped Feta“  die extra Cremigkeit durch das Aufschlagen, wirklich ein toller Tipp!

 White Bean Cheese Dip & Red Bean Cheese Dip – Herzhafte Dips mit Such-Potenzial und als „Schneeweißen“ und „Rosenrot“ ein echter Hingucker auf dem Party-Buffet – very creamy and very savoury!

Fazit: 3: 0 für Christina Hess oder unkomplizierte Rezepte mit Wow-Effekt!

Christina Hess zeigt in diesem tollem kleinen Koch-Büchlein wieder was sie ziemlich gut kann: sie macht Vegetarier voll umfänglich glücklich, die kommen bei ihr endlich voll auf ihre Kosten und sie hat ein absolutes Händchen für unkomplizierte Rezepte mit Wow-Effekt! Ob Grill-Abend oder Party, Fußball- oder Fernseh-Abend mit ihren Dips wird es ziemlich lecker und garantiert nicht langweilig, aber wem Kalorien wichtiger als Geschmack sind, der ist leider draußen! Mir gefällt es sehr und ich habe viele Komplimente für die probierten Dips auf der letzten Grill-Party einheimsen können.

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar!

Lattkes

© Christian Verlag/Grossmann/Schuerle

(Kartoffelpuffer mit Apfel-Dattel-Chutney und Zimt-Schmand)

Quelle: Liv Fleischhacker/Lukas Großmann: Masel-tov!

Fotos: Maria Grossmann & Monika Schuerle

Cristian Verlag

Preis: 29,99 €

Das süß-saure Chutney ist die perfekte Ergänzung zu den deftigen Lattkes. Eine tolle Kombination und der beste Beweis dass die asckenasische Küche modernisiert kein alter Hut von gestern ist!

 Zutaten (für 4 Portionen):

Chutney

2 süß-säuerliche Äpfel

60 g getrocknete Datteln, ohne Stein

1 kleine Zwiebel (50 g)

1 großes Stück frischer Ingwer (5 cm)

60 ml Weißweinessig

100 g brauner Zucker

2 EL flüssiger Honig

½ TL gemahlener Piment

1 Bio-Zitrone

Kartoffelpuffer

400 g mehligkochende Kartoffeln

1 Zwiebel (80 g)

Salz

45 g Weizenmehl

Type 405

2 Eier

frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

4–5 EL Pflanzenöl zum Braten

 

Zimt-Schmand

120 g Schmand

½ TL gemahlener Zimt

1 TL Ahornsirup

 Zubereitung:

Chutney

Die Äpfel schälen, vierteln, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Die Zwiebel schälen und ebenfalls in feine Würfel schneiden. Die Datteln fein hacken. Den Ingwer schälen und fein reiben. Alles in einen mittelgroßen Topf geben. Den Weißweinessig, den braunen Zucker, den Honig, das Pimentpulver, sowie 1 TL frisch geriebene Zitronenschale hinzufügen. Den Topf mit einem Deckel verschließen und das Chutney bei milder Temperatur 10–15 Minuten köcheln lassen, bis der Apfel weich ist und das Chutney eine dickflüssige Konsistenz hat. Falls nötig, noch etwas Flüssigkeit im offenem Topf verkochen lassen. Das Apfel-Dattel-Chutney lauwarm bereithalten.

 Kartoffelpuffer

Die Kartoffeln und die Zwiebel schälen und grob reiben. Beides in einer Schüssel leicht salzen und 10 Minuten ziehen lassen. Anschließend die Masse kräftig mit den Händen ausdrücken und das Wasser abgießen. Das Weizenmehl und die Eier zufügen, alles gründlich miteinander vermengen und kräftig mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken.

Das Pflanzenöl in einer großen Pfanne auf mittlerer Hitze erhitzen. Je 1 ge­häuften EL Kartoffelmasse hineingeben und zu einem Puffer von etwa 10 cm Durchmesser flach drücken. Die Kartoffelpuffer portionsweise von beiden Seiten goldbraun braten.

In einer großen Pfanne Öl mittelhoch erhitzen und Kartoffelpuffer von etwa 10cm Durchmesser portionsweise von beiden Seiten goldbraun braten.

Zimt-Schmand

Den Schmand, das Zimtpulver und den Ahornsirup miteinander verrühren

 Anrichten

Die Latkes auf einer großen Platte anrichten. Darauf einige Kleckse Zimt-Schmand und das lauwarme Apfel-Dattel-Chutney geben und heiß servieren.

Zubereitungszeit: 45 Minuten

Matzen-Klößchen mit Hühnerbrühe

© Christian Verlag/Grossmann/Schuerle

Quelle: Liv Fleischhacker/Lukas Großmann: Masel-tov!

Fotos: Maria Grossmann & Monika Schuerle

Cristian Verlag

Preis: 29,99 €

Ich hatte sehr große Eier, sonst würde ich die Menge auf insgesamt 3 Eier im Rezept für die Matzen-Klößchen erhöhen. Es ist ja eine recht schlichte Angelegenheit, nicht um sonst war die Monroe der Meinung, in Israel müsste es auch was anderes zu Essen geben (das Video von Gil Hovav stellt das unterhaltsam dar), deshalb hat uns die Ingwernote im Rezept erfreut, das verleiht den Klößchen einfach mehr Pep!

 Zutaten (für 4 Personen/20 kleine Klößchen):

Matzen-Klößchen

1 kleine Zwiebel (60 g)

55 g Butter

10 g frischer Ingwer

20 g glatte Petersilie

1 Bio-Zitrone

240 g Matzemehl (Getreidemehl aus ungesäuertem Matzenbrot)

2 Eier

1 Msp. Cayennepfeffer

Salz

frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Suppe

1 kleine Karotte

1 kleine Lauchstange

1,2 l Hühnerbrühe (siehe Rezept unten)

Salz

Zubereitung:

 Matzen-Klößchen

Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Die Butter in einem kleinen Topf zerlassen und die Zwiebelwürfel darin glasig schwitzen. Die gedünsteten Zwiebeln abkühlen lassen. Den Ingwer schälen und in eine große Schüssel reiben. Die Petersilie waschen, gut trocken tupfen, die Blätter fein hacken und hinzufügen. Die Zitrone heiß waschen, ein Viertel der Schale abreiben und ebenfalls dazugeben. Das Matzemehl, die Zwiebeln, die verquirlten Eier, den Cayennepfeffer sowie jeweils 1 gute Prise Salz und frisch gemahlener Pfeffer hinzufügen und alles miteinander vermengen. Den Matzenkloßteig abgedeckt 1 Stunde im Kühlschrank quellen lassen.

Suppe

Inzwischen die Karotte schälen und den Lauch putzen und waschen. Das Gemüse in dünne 5 cm lange und  1 mm feine Streifen schneiden. Die Gemüsejulienne beiseitestellen.

Die Hühnerbrühe zum Kochen bringen. Aus dem Matzenkloßteig mit angefeuchteten Händen 20 kleine Bällchen formen. Die Klößchen in die heiße Suppe gleiten lassen und auf kleiner Stufe 10–15 Minuten sanft gar ziehen lassen. 5 Minuten vor Ende der Garzeit die Gemüsejulienne hinzufügen. Je nach Geschmack mit Salz abschmecken.

Anrichten

Die Suppe auf 4 tiefe Teller verteilen und heiß servieren.

Zubereitungszeit: 30 Minuten

Quellzeit: 1 Stunde

Hühnerbrühe

Zutaten (für 1, 2 l ):

1 Suppenhuhn (küchenfertig, 1–1,5 kg)

1 Bund Suppengrün (Knollensellerie, Lauch, Karotte, Petersilie)

1 Zwiebel

1 Knoblauchzehe

3 schwarze Pfefferkörner

1 Zweig Thymian

1 Lorbeerblatt

Salz

frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

 Zubereitung:

Das Huhn unter fließendem kalten Wasser abbrausen und in einen ausreichend großen Topf geben. Dann mit etwa 2,5 l kaltem Wasser vollständig bedecken. Alles langsam zum Kochen bringen und dabei den aufsteigenden Schaum mit einer Schöpfkelle oder einem Löffel abschöpfen und weggießen.

Inzwischen das Suppengemüse putzen. Den Knollensellerie und die Karotte schälen und in sehr grobe Stücke schneiden. Den Lauch putzen, waschen und in lange Stücke schneiden. Die Petersilie waschen und bis zum Ende der Garzeit der Suppe beiseitestellen. Von der Zwiebel nur die äußerste Schalenschicht entfernen und die Zwiebel quer halbieren. Die ungeschälte Knoblauchzehe mit einer Messerklinge zerdrücken.

Das Gemüse, die Pfefferkörner und die Kräuter zum Huhn geben und alles auf kleiner Stufe weitere 2,5 Stunden sanft köcheln lassen.

Sobald sich die Knochen vom Huhn locker vom Fleisch lösen, ist die Brühe fertig. Die Petersilie fein hacken. Ein Sieb mit einem feuchten Mulltuch auskleiden, die Petersilie hinein geben und die Brühe durch das Sieb passieren. Die so aromatisierte Hühnerbrühe erneut aufkochen und auf 1,2 l reduzieren. Erst zum Schluss mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken.

Zubereitungszeit: 20 Minuten

Garzeit: 3 Stunden

Zehoog (jemetische scharfe Salsa)

© Christian Verlag/Grossmann/Schuerle

 Quelle: Liv Fleischhacker/Lukas Großmann: Masel-tov!

Fotos: Maria Grossmann & Monika Schuerle

Cristian Verlag

Preis: 29,99 €

Bitte anschnallen, das ist lecker aber auch höllisch scharf! Wir mögen das ja so, auch gerne zu Gegrilltem. In Israel ist man das sogar zum Frühstück mit dem berühmten Kubaneh-Brot, weiß der Rezept-Geber und Gastro-Kritiker Gil Hovav zu berichten. Wer da weniger abgehärtet ist, bitte die Chilimenge (unbedingt die Kerne entfernen!) auf 4 reduzieren und auch beim Knoblauch wäre das eine Option für die „Nicht-Vampire“. Außerdem habe ich die Gewürze vorher in einer Pfanne angeröstet, um das ganze Aroma daraus hervor zu kitzeln. P.S. Beim Salz war ich auch deutlich vorsichtiger!

Zutaten (für 1 Einmach-Glas mit 350 ml):

 ½ Knolle Knoblauch

8 frische scharfe grüne Chilischoten

(z.B. Jalapeños – entsprechen dem Schärfegrad von Tabasco und sind damit im mittleren Bereich)

1 Bund Koriander

½ EL schwarze

Pfefferkörner

½ EL Kardamomsamen

½ EL Kreuzkümmelsamen

½ EL Salz

 Zubereitung:

Den Knoblauch schälen, die Chilischoten von den Stielen (unbedingt die Kerne entfernen!) befreien und in der Küchenmaschine (Universal-Zerkleinerer) zu einer groben Paste verarbeiten.

Den Koriander waschen, trocken schütteln, grob hacken und zur Chilipaste geben.

Die Pfefferkörner, die Koriandersamen, die Kreuzkümmelsamen und das Salz im Mörser zerstoßen und ebenfalls zur Chilipaste geben. Alles miteinander mixen bis eine feine, leuchtend grüne Paste entsteht.

Die Zehoog in ein Einmachglas füllen, gut verschließen (bitte mit Öl abdecken!) und im Kühlschrank maximal 8 Wochen lagern.

Tipp: Die Paste ist sehr scharf und sollte mit Bedacht eingesetzt werden. Sie schmeckt toll zu Pastrami, Pulled Beef oder auch zu Shakshuka.

Zubereitungszeit: 15 Minuten

Masel-tov!

Liv Fleischhacker/Lukas Großmann: Masel-tov!

Fotos: Maria Grossmann & Monika Schuerle

Jüdische Küche – oder  kulinarische Spurensuche und was bedeutet das für heute?

Cristian Verlag

Preis: 29,99 €

Worum geht’s?

– oder jüdische Kultur gehört zu Deutschland!

„Masel tov“ ist jiddisch bzw. hebräisch und bedeutet frei übersetzt, viel Glück oder viel Erfolg, außerdem verwendet man es gerne als Glückwunsch bei Hochzeiten oder bei einer Bar Mitzwa (Feier zur Religionsmündigkeit bei Jugendlichen). Bezogen auf dieses wirklich sehr schönes Koch-Lese-Buch, ist das als Startschuss zu verstehen, eine neue Zeit einzuleiten. Jüdische Kultur und Speisen sind ein wichtiger Bestandteil unserer kulturellen Identität. Mitten in Deutschland, mitten in Europa sollte jüdisches Essen wieder ganz  in der Mitte unserer Gesellschaften ankommen und so selbstverständlich sein, wie der Gang zum Lieblings-Döner. In Berlin, der Stadt, die auch für junge Israelis endlich wieder überaus attraktiv ist, gibt es bereits ein paar Restaurants wo man sich lecker in diese Küche einschmecken kann und auch Frankfurt meine Heimatstadt verfügt z. B. mit dem „Maxi Eisen“  oder dem „Chez Ima“ über stylische Adressen, die zu Pastrami, Bagel & Co einladen, wie es in New York an jeder Straßenecke vorkommt.

Wer ist die Autorin?

 Essen ist Identität – die Menschen Trost schenken kann!

 In Liv Fleischhackers Familie hat Judentum immer eine große Rolle gespielt, wenn auch eher kulturell als religiöser Natur. Ihr Großvater väterlicherseits, Alfred Ginger Fleischhacker, wurde Ende der 1930er durch den Kindertransport nach England gerettet und die Enkelin besuchte auf die nachdrückliche Initiative ihres Vaters sechs Jahre lang den jüdischen Religionsunterricht, um ein bisschen etwas von der Geschichte ihres Volkes mit auf ihren Lebensweg mit zubekommen. Danach begann sie gegen ihre Wurzeln zu rebellieren und wollte nichts mehr von jüdischen Traditionen und jüdischem Leben wissen. Mehrere Jahre später, im Sommer 2016, fragte ihre aus Boston stämmige jüdische Freundin Laurel Kratochvila, die in Berlin den Bagelladen „Fine Bagels„ leitet, ob sie nicht zusammen ein jüdisches Foodfestival in Berlin auf die Beine stellen wollen. Beide hatten das Gefühl, dass es Zeit war. Viel der jüdischen Esskultur ist verloren gegangen, langsam aber stetig jedoch merkt man ein Zusammenkommen. In der deutschen Hauptstadt und auch anderswo, begeht man neue Wege, die uns wieder zusammenbringen. Eine Woche, die mit Workshops, Podiumsdiskussionen, Lesungen, Filmvorführungen, Märkten und natürlich unglaublich viel Essen gefüllt war, war das Ergebnis ihrer erfolgreichen Bemühungen.

Was gehört alles zur jüdischen Küche?

Jüdisches Essen ist Weltküche, es gibt keine „definitive“ Küche. Manches Essen, wie Matzen und Cholent, sind eng an jüdische Tradition und Speisegebote gebunden. Sie werden in verschiedenen Kulturen anders, aber ähnlich, umgesetzt. Die Autoren versuchen mit „Masel Tov“ so viele Kulturen wie möglich zu repräsentieren: Von israelisch-marokkanischen Fleischbällchen, zum Gefilte Fisch (in diesem Buch in der Version 2.0 präsentiert), zur mexikanischen Jalapeño Matzenklößchen Suppe, bis hin zu süßen Verführungen, wie einer fluffigen dänischen Rosinenkrone und herrlichen jugoslawischen Kastanienschnitten und den aus dieser Küche nicht wegzudenkenden Bagels, jüdisches Essen ist so bunt gemischt wie die Menschen jüdischer Abstammung.

Wie war das bei Dir zu Hause?

 Das spannende an diesem Buch zur jüdischen Küche ist, dass viele unterschiedliche Menschen zu Wort kommen und alle Protagonisten haben großzügig in ihren jeweiligen Familientruhen gekramt oder sich eine leckere moderne Version der Klassiker ausgedacht, um ihre Rezepte mit uns zu teilen. Die Auswahl der Personen entstand auf eine sehr natürliche Art. Jeder, der am Buch mitgearbeitet hat, schlug Menschen vor und so kamen 19 Menschen mit ganz unterschiedlichen Herkunfts-Hintergründen und Familien-Rezepten zusammen. Die Beteiligten sind keine Köche haben jedoch z. B. als Gastronomen oder Kochbuch-Autoren eine unmittelbare Nähe zum Thema Essen. Ziel dieses Buches ist, die große Bandbreite der jüdischen Küche darzustellen und vielleicht den einen oder anderen Horizont zu erweitern, wenn es um jüdisches Essen geht. Außerdem ging es Liv Fleischhacker um die Geschichten, hinter jedem Rezept, dadurch gelingt ein sehr persönlicher Blick auf jüdische Küchen-Tradition und was daraus heute im Nahen Osten (Israel), der alten Welt (Europa) und der neuen Welt (USA) geworden ist. Diese 3 Kategorien gliedern gleichzeitig Texte und Rezepte im Buch, die sich spannend lesen lassen und gleichzeitig entsteht ein sehr informativen Überblick über alle unterschiedlichen Einflüsse die die jüdische Küche heute prägen. Mich hat gerade diese sehr persönliche Herangehensweise für das Buch eingenommen, die Rezepte spielen in diesem Buch eindeutig nicht die erste Geige. Wem dass das wichtigste ist und wer sich nicht auf die Menschen hinter den Rezepten einlassen kann, ist bei diesem Buch einfach nicht richtig!

Was ich probiert habe?

 Von Frankfurt bis London – oder Hühnersuppe hat nichts mit Ottolenghi zu tun…

 Darf ich vorstellen:

 

Matzenklösschen mit Hühnerbrühe, der Frankfurter Ardinast-Brüder, musste sein, allein wegen dem Heimvorteil, ich lebe ja ebenfalls in Frankfurt. War lecker und genau das richtige, wenn die Nase trieft und einen eine fiese Sommergrippe erwischt hat. Dieser Klassiker der jüdischen Küche zeigt sehr gut, dass die echte jüdische Küche eigentlich gar nichts mit Ottolenghi zu tun hat, der kocht in London eine Fusion-Küche, also einen sehr freien Mix aus jüdischer Küche und der Küche der angrenzenden arabischen Nachbarn, so was gibt es im Moment wirklich nur in London und nicht in Jerusalem oder dem hippen Tel-Aviv.

Die Küche in Israel formiert sich gerade neu, das ganze Land ist momentan extrem an guten Produkten und Essen interessiert, es gibt zahlreiche Koch-Shows und Restaurant-Kritiker, die sich bei einer zahlreichen Fan-Gemeinde  großer Beliebtheit erfreuen. Einer davon ist der sehr sympathische Gil Hovav aus Tel Aviv, den ich Euch ebenfalls gerne vorstellen möchte: dessen Rezepte für Zhug – eine höllisch scharfe jemetische Salsa und einen scharfen israelischen Karotten-Salat, den ich ebenfalls probiert habe,  ließen schon eher den Geschmack des Nahen Ostens auf meine Zunge erscheinen. Übrigens eine prima Beilage zu vielem, es schmeckt toll zu Pastrami, Pulled Beef, ebenso zu Shakshuka und auch nach Feierabend oder auf der Grill-Party können sich diese Speisen ohne Bedenken sehen lassen.

Anschließend habe ich mich in New York bei Leah Koenig, einer New Yorker Journalistin und großartigen jungen Kochbuch-Autorin bei Latkes – Kartoffelpuffer mit Apfel-Dattel-Chutney und Zimtschmand satt gegessen. So lecker, ich lehne mich jetzt weit aus dem Fenster, aber das waren die besten Kartoffel-Puffer, die ich überhaupt gegessen habe. Ich schätze Leah’s Bemühungen um eine modernisierte jüdische Küche aschkenasisischen (osteuropäischen) Ursprungs sehr.

Zum Abschluss ging es für mich  nach Krakau zu einem starken Espresso habe ich mir noch ein Stück leckeren Mohnstrudel gegönnt. Das Rezept dafür hat Kasia Leonardi beigesteuert, die erst vor 12 Jahren herausfand, dass sie eigentlich jüdischer Abstammung ist und die heute als offizielle Köchin der jüdischen Gemeinde in Krakau, viel in Europa herum reist, um die Menschen an die polnische jüdische Küche heranzuführen.

4 weitere Menschen aus dem Buch möchte ich ebenfalls noch gerne vorstellen, um Euch zu zeigen, wie informativ umfassend und vielschichtig sich die Autoren mit dem jüdischen kulinarischen Erbe auseinandergesetzt haben:

In New York kümmern sich Liz Alpern & Jeffrey Yoskowitz ebenfalls um die ost-europäische Seite der jüdischen Küche und wollen mit der von ihnen gegründeten „Gefilteria“ der angestaubten Küche ihrer aschkenasischen Vorfahren einen modernen Schliff verpassen, dazu beliefern sie Familien-Feiern, geben Workshops, schreiben Bücher, reisen und kochen für uns Hähnchen mit Tsimmes oder backen Lekach, einen würzigen Honigkuchen. Als Tsimmes bezeichnet man in der jüdischen Küche in kleine Würfel oder Scheiben geschnittene Möhren, die auf niedriger Flamme oder im Ofen gegart und mit Honig und Gewürzen wie Muskat oder Zimt süß-pikant abgeschmeckt wurden.

Molly Yeh,  Bloggerin, aufgewachsen in Chicago hat es der Liebe wegen von New York in die Einöde des amerikanischen mittleren Westens nach Grand Forks (North-Dakota) verschlagen. Einigen von Euch ist sie vielleicht durch ihr jüngst erschienenes erstes Buch bereits gut bekannt. Rugelach, die bekannten jüdischen Hörnchen werden jetzt bei ihr selbstgebacken, dazu hat sie eine moderne und sehr eigene Version mit Halva kreiert.

Außerdem möchte ich gerne noch Uri Scheft aus Tel Aviv auf die virtuelle Bühne holen, er gilt als der bekannteste Bäcker Israels, serviert Challah – das geflochtene Sabbat-Brot und zeigt im Video wie es mit 6 Zöpfen ganz einfach funktioniert.

Fazit – oder auf den Spuren der kulinarischen Erinnerungen der jüdischen Emigranten und was ist eigentlich heute daraus geworden? Dieses Buch ist viel mehr als ein Kochbuch, es zeigt auf sehr persönliche Weise wie unterschiedlich und vielschichtig jüdische Küche ist. Die einzelnen Portraits sind für mich fast noch wichtiger als die Rezepte des Buches. Liv Fleischhacker und Lukas Grossmann, der Koch an ihrer Seite, ist ein bemerkenswert unterhaltsamer Einblick in die moderne Seite dieser Weltküche gelungen, in die es sich mit all seinen unterschiedlichen Facetten einschmecken lässt. Das ist absolut spannend gemacht und hat mir sehr viel Spaß gemacht. Wer mit Israel nur Fusion-Küche á la Ottolenghi verbindet, ist bei diesem Buch definitiv falsch! In Jerusalem und Tel-Aviv sucht man gerade nach Wegen unkompliziert, neu und undogmatisch die israelische Küche zu interpretieren, die auf beste Zutaten setzt, bei der das Gewürz-Feuerwerk, das in London gezündet wird, jedoch aktuell noch nicht stattfindet. „Masel-Tov“ ist entstanden weil Maria Grossmann, eine der Fotografinnen des Buches, nach einem Besuch in Krakau wissen wollte, was die emigrierten Juden an kulinarischen Erinnerungen jeweils in ihre neue Heimat mitgenommen haben und wie ihre Nachfahren heute damit umgehen. Genau das beantwortet dieses Buch wunderbar und vielschichtig!

Vielen Dank als Übersendung als Rezensionsexemplar!

Acquacotta nach Maremmana Art

© 2017 Lauren Bamford

Quelle: Davis: Südtoskana – die echte Küche

Authentische traditionelle Rezepte

Fotos: Lauren Bamford

Hölker Verlag

Preis: 29,95 €

Schlichte Sommerküche, mit den richtigen Tipps und besten Zutaten = kulinarisches Glück. Ebenfalls ein Rezept was wir kurzerhand im Urlaub nach Spanien importiert hatten und wirklich Bauklötze gestaunt haben, wie wenig eine großartige Suppe braucht, auf das pochierte Ei dazu kann keinesfalls verzichtet werden (auch wenn es gar nicht so einfach ist das auch perfekt hinzubekommen), ebenso wie auf die Scheibe gutes altbackenes Brot als Bett für diese Suppe! Es gibt übrigens unterschiedliche Varianten der Acquacotta im Angebot.

Die acquacotta wird in jeder Küche der Maremma anders gekocht, und das Grundprinzip ist eigentlich, das zu verwenden, was man gerade zur Hand hat. Doch wenn ich an acquacotta denke, denke ich vor allem an einen dicken, langsam gegarten Gemüseeintopf mit hohem Tomatenanteil, der über eine Scheibe hartes Brot gegossen wird. Außerdem gibt es ein pochiertes Ei dazu, ein uovo in camicia, ein „Ei im Hemd“, wie die Italiener sagen, das oben auf der Suppe schwimmt. Sein weiches Eigelb macht dieses Gericht vollkommen. Man bricht es mit dem Löffel auf, lässt es in die Suppe fließen – und genießt eine wärmende, wohltuende Mahlzeit.

Ich hatte das Glück, Ilena Donati kennenzulernen, eine ältere Dame aus Capalbio, die ihr Berufsleben größtenteils damit verbracht hatte, für Restaurants zu kochen. Sie lud mich zu sich ein und verriet mir zwei Geheimnisse der acquacotta: Das eine war, keine Möhren zu verwenden. Zwiebeln sind von Natur aus süß, besonders dann, wenn man sie langsam brät. Gäbe man die ebenfalls süßen Möhren hinzu, wäre das geschmackliche Gleichgewicht der Suppe zerstört. Das zweite Geheimnis besteht darin, alles sehr langsam zu kochen: piano, piano.

Zutaten (für 4 Portionen):

1 kg frische reife Tomaten oder 800 g ganze geschälte Tomaten (Dose)

3 EL Olivenöl

4 große gelbe Zwiebeln, in feinen

Scheiben

½ Stange Sellerie, fein gehackt

125 ml trockener Weißwein

1 frische rote Chilischote, gehackt, oder Chiliflocken (optional)

1 l Gemüsebrühe (bei mir selbstgemacht) oder Wasser

4 Eier

4 Scheiben hartes Weißbrot mit Kruste

50 g geriebener Parmesan oder Pecorino (optional)

Salz

Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

Die frischen Tomaten an der Unterseite kreuzweise einschneiden. 30 Sekunden in einen Topf mit kochendem Wasser tauchen, anschließend sofort in eine Schüssel mit Eiswasser geben, bis sie abgekühlt sind. Nun die Haut abpellen. Die Tomaten vierteln, entkernen und grob hacken. Beiseitestellen.

In einem großen Kochtopf das Olivenöl bei niedriger Hitze erwärmen. Die Zwiebeln und den Sellerie zugeben sowie eine großzügige Prise Salz. Unter gelegentlichem Rühren 15 Minuten braten, bis das Gemüse weich ist. Falls die Zwiebeln am Topfboden kleben, etwas Wasser zugeben.

Die Temperatur auf mittlere Hitze erhöhen und den Weißwein zugeben. 3–4 Minuten einkochen lassen.

Die Tomaten zugeben. Geschälte ganze Tomaten aus der Dose mit einem Holzlöffel im Topf zerkleinern. Nach Belieben mit Chili und einer weiteren Prise Salz würzen. Die Hälfte der Gemüsebrühe (oder des Wassers) zugießen und zum Kochen bringen, sodann bei niedriger Temperatur im offenen Topf ca. 45 Minuten köcheln. Zwischendurch gelegentlich kontrollieren und umrühren. Die Flüssigkeit sollte zu einer dicken Suppe einkochen, aber so flüssig bleiben, dass man am Schluss die Eier darin pochieren kann. Bei Bedarf restliche Brühe (Wasser) zugeben.

Mit Salz und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer abschmecken. Danach die Eier aufschlagen und behutsam nacheinander und nicht zu dicht beieinander in die Suppe gleiten lassen. Mitkochen lassen, bis das Eiweiß fest und das Eigelb noch weich und flüssig ist. (Das kann je nach Kochtopf und der Ausgangstemperatur der Eier 3–6 Minuten dauern.) Vom Herd nehmen.

In jeden Teller eine Scheibe hartes Brot legen. Mit einem Kochlöffel die vier Eier nacheinander herausnehmen und vorsichtig auf je eine Brotscheibe gleiten lassen. Dann mehr Suppe zugeben, um die Brotscheiben damit zu tränken. Jede Portion nach Belieben mit geriebenem Käse bestreuen und vor dem Servieren 1–2 Minuten warten, damit das Brot genügend Flüssigkeit aufsaugen kann.

Tipp: Dieses Gericht stellt eine perfekte Verwendungsmöglichkeit für überreife Tomaten dar, man kann aber auch ganze geschälte Tomaten aus der Dose verwenden. Passierte Tomaten (passata) sind für diese Suppe allerdings zu fein. Trockenes Brot nimmt die Flüssigkeit schön auf, ohne weich zu werden. Wenn Sie gerade kein trockenes Brot zur Hand haben, können Sie die Scheiben im Backofen bei niedriger Hitze trocknen, bis sie knusprig sind. Toasten Sie das Brot aber nicht, weil dies seinen Geschmack allzu stark verändern würde. Man kann diese Suppe gut im Voraus zubereiten, sie über Nacht im Kühlschrank aufbewahren oder sie einfrieren. Geben Sie beim Aufwärmen etwas Wasser hinzu und lassen Sie die Eier erst hineingleiten, wenn die Suppe köchelt.