Blumenkohlgratin

© Erik Olsson
© Erik Olsson

Quelle: Magnus Nilsson: Nordic Kochbuch

Phaidon by Edel

Preis: 39,95 €

Dieses Gericht kann man als Beilage zu einem Hauptbericht oder einfach nur mit etwas Aufschnitt und einem kleinen Beilagensalat servieren. Ich liebe aber auch ein paar Salzkartoffeln dazu. Leckere Alltagsküche, zudem kindertauglich, als Kind habe ich dieses Gericht wirklich geliebt. Danke Magnus, dass Du mich wieder zu den einfachen aber guten Klassikern zurückgeführt hast! Das werde ich jetzt doch mal wieder öfter auf den Tisch bringen, schöne Abwechslung und vor allem echtes Seelenfutter, perfekt für die Jahreszeit. Frisch geriebener Muskat muss aber für mich in jedem Fall sein, gerne auch reichlich!

 Zutaten:

800 g Blumenkohl, geputzt, in Röschen

½ Rezept Béchamelsauce (Rezept siehe unten) dabei die Hälfte der Milch durch Sahne ersetzen

100 g würziger Hartkäse, fein gerieben

1 Eigelb

frisch geriebene Muskatnuss, nach Belieben Salz und weißer Pfeffer

Einen großen Topf Wasser zum Kochen bringen. Den Blumenkohl zufügen und kurz blanchieren und eiskalt abschrecken, Das Gemüse sollte weich, aber nicht zerkocht sein. Wer einen Dampfgarer hat ist im Vorteil, das ist natürlich die Methode bei der Aroma und Vitalstoffe am besten erhalten bleiben.

Bechamelsauce:

50 g Butter

25 g Weizenmehl Type 405

500 ml Milch (die Hälfte der Milch durch Sahne ersetzen)

Salz und weißer Pfeffer

frisch geriebene Muskatnuss, nach Belieben

Die Butter in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze zerlassen. Den Topf vom Herd nehmen und das Mehl unter Rühren einstreuen. Den Topf wieder auf den Herd setzen und nach und nach die Milch sorgfältig einrühren. Mit Salz würzen. Die Hitze reduzieren, den Deckel aufsetzen und die Sauce unter gelegentlichem Rühren etwa 20 Minuten köcheln lassen.

Die Sauce sollte so eingedickt sein, dass sie einen Kochlöffel überzieht. Gegebenenfalls mit weiterem Salz und Pfeffer abschmecken. Falls verwendet, mit Muskatnuss verfeinern. Wenn die Sauce zu dick ist, mit etwas Milch strecken. Falls sie zu flüssig ist, noch etwas reduzieren.

Zubereitung: 30 Minuten

Für 4 Personen

50 g Butter

Den Topf vom Herd nehmen und den Käse einarbeiten. Wenn der Käse vollständig geschmolzen ist, Eigelb und, falls verwendet, etwas Muskatnuss unterrühren. Großzügig mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Backofengrill vorheizen.

Die Blumenkohlröschen in einer Auflaufform verteilen. Mit so viel Sauce überziehen, dass der Boden der Form und die Röschen überzogen sind, aber nicht in Sauce schwimmen. Unter dem heißen Backofengrill überbacken, bis sich die Sauce mit dem Blumenkohlsaft gemischt hat und die Oberfläche gut gebräunt ist.

Zubereitung: 30 Minuten

Für 6 Personen als Beilage oder für

4 Personen als Hauptgericht

Mormors Köttbullar

© Erik Olsson
© Erik Olsson

Quelle: Magnus Nilsson: Nordic Kochbuch

Phaidon by Edel

Preis: 39,95 €

Magnus Großmutter machte immer sehr große Fleischbällchen, fast so groß wie eine Kinderfaust. Unter Umständen waren sie in der Realität auch etwas kleiner, wie das bei so vielen Dingen ist, wenn man erstmal erwachsen ist. Sie hat den Teig nie viel geknetet, so dass die Bällchen sehr zart und immer ein bisschen krümelig waren. Dazu gab es grundsätzlich Pellkartoffeln und cremige braune Sauce (Bratensatz mit Mehlschwitze und Brühe/Sahne zu einer sämigen Sauce einkochen). Als Beilagen fungierten ganz klassisch gezuckerte Preiselbeeren und im Sommer schnelle Essiggurken. Wir haben es klassisch gelassen und Kartoffelpüree dazu serviert. Sehr lecker, auch die kräftige Pimentnote macht sich wirklich gut in den Fleischklößchen und Sahne und Kartoffeln sorgen für eine schöne Konsistenz. Braune Sauce und Preiselbeeren konnten wir uns natürlich auch nicht verkneifen.

Zutaten:

100 ml Milch

100 g Sahne

1 Ei

8 Pimentbeeren, zerstoßen

30 g Semmelbrösel (bei mir nur selbstgemacht)

1 große mehlig kochende Kartoffel,

gekocht, abgekühlt, geschält und gestampft

300 g Schweinehack

300 g Rinderhack

1 Zwiebel, fein gehackt

Salz und weißer Pfeffer

Zubereitung:

Milch und Sahne mit Ei, den Pimentbeeren und ein wenig Salz und Pfeffer in eine Schüssel geben. Die Semmelbrösel hinzugeben und Klumpen frei einrühren. Die gestampfte Kartoffel einrühren und die Mischung 5 Minuten quellen lassen, dann die übrigen Zutaten hinzugeben. Kurz glatt kneten.

Zum Abschmecken etwas Butter in einer Pfanne erhitzen und ein kleines Stück Fleischteig darin braten. Probieren und die Würzung bei Bedarf anpassen.

Den Fleischteig mit einem Löffel und einer sauberen, feuchten Hand zu großen, lockeren Bällchen formen.

Ein Stück Butter bei mittlerer Hitze in einer großen Pfanne oder einem Stieltopf erhitzen. Die

Bällchen etwa 15 Minuten rundum gut bräunen und durchgaren (zum Überprüfen ein Bällchen aufschneiden).

Zubereitung: 50 Minuten

Für 4 Personen

Nigels bestes Sandwich aller Zeiten

© Jonathan Lovekin
© Jonathan Lovekin

Quelle: Nigel Slater: Küchentagebuch

Fotos: Jonathan Lovekin

DuMont Buchverlag

Preis: 39,99 €

Nigels Freundin Caroline hat ihm per Post im Polsterumschlag einen ordentlichen Schlag, Bärlauch-Blätter geschickt. Für ihn Grund genug, daraus eine leckere Bärlauch-Butter zu fabrizieren. Mein Bärlauch ist selbstgesammelt, denn der Frankfurter Stadtwald ist im Frühjahr eine unerschöpfliche Quelle für Bärlauch-Freunde. Der Mountain-Biker meines Herzens darf zu diesen Zeiten nie ohne Beute aus dem Stadtwald zurückkommen und er tut es Gottseidank auch nicht! Bärlauch-Püree und Bärlauch-Butter sind ein fester Bestandteil unserer Hamster-Orgien. Es vergeht kein Jahr ohne sie für einen späteren fulminanten Auftritt in Position zu bringen. Heute mal mit einer Idee von Nigel Slater, die uns sehr, sehr gut gefallen hat.

Zutaten:

Bärlauch-Butter

Baguette

Lammsteaks ohne Knochen

1 Klacks Mayonnaise

Taleggio

Zubereitung:

Ein Baguette in 4 Teile teilen und jedes aufschneiden. Anschließend 2 Lammsteaks, ohne Knochen, braten bis sie braun und leicht angekohlt sind. Jetzt in dicke Streifen schneiden. Ein wenig in der Pfanne zerlassene Bärlauch-Butter über die Baguette-Stücke träufeln, dann das Baguette im Backofen grillen, bis es an den Rändern knusprig ist. Einen großzügigen Klacks Mayonnaise und ein paar Taleggio-Scheiben darauf, on top die heißen Lammsteaks und zum Schluss noch etwas Bärlauch-Butter.

Jetzt die Baguette-Stücke zuklappen und genießen. Geschmolzene Bärlauch-Butter, Mayonnaise und Fleischsaft haben sich wirklich lieb und verhelfen uns zum besten Sandwich, das wir von Nigel gelernt haben, wenn nicht sogar zum Besten was wir je gegessen haben! Dann allerdings mit selbstgemachter Mayonnaise, weil wir es uns wert sind.

 

Brötchen mit zerzupftem Schweinefleisch und Karotten-Ingwer-Mayonnaise

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© Jonathan Lovekin

Quelle: Nigel Slater: Küchentagebuch

Fotos: Jonathan Lovekin

DuMont Buchverlag

Preis: 39,99 €

So einfach und dabei super lecker, bei Mayonnaise verwende ich gerne selbstgemachte, falls das nicht geht, tut es für mich auch die leichtere Salatcreme. Bei Mayonnaise habe ich im Supermarkt nie die Qualität gefunden, die mir schmeckt. Mit Thai-Ingwer, meint Nigel Slater Galgant, für mich am liebsten mit Ingwer. Ingwer, Limette und Koriander sind eine geniale Kombi, deshalb würde ich persönlich nicht auf die Korianderblättchen verzichten. Tolle Kombi, gerne wieder!

Zutaten (für 4 Personen):

 180 g. Schweinebratenreste

180 g. Karotten

1 großes Stück (gerieben 4 Teelöffel) Thai-Ingwer oder Ingwer

150 g. Mayonnaise

Saft von einer 1/2 Limette

Bratenreste (gerne auch Haut oder Fett verwenden)

4 körnige Brötchen

Nach Wunsch Korianderblätter

Das Schweinfleisch mit 2 Gabeln fein zerzupfen und in eine Schüssel geben. Die Karotten bindfadendick dazu reiben (die grobe Reibe einer Küchenmaschine oder einer Standreibe passt gut). Ingwer sehr fein reiben, fast breiig und dazugeben. Die Mayonnaise vorsichtig mit einer Gabel unterziehen (sie hindert die geriebenen Karotten am Verklumpen). Großzügig mit schwarzem Pfeffer und dem Limettensaft würzen.

Bratenreste (gerne auch Haut oder Fett verwenden) auf ein mit Alufolie belegtes Blech geben und etwa 5 Minuten unter dem heißen Backofengrill schieben, bis die Haut knusprig geworden ist. Umdrehen und die andere Seite grillen, dann herausnehmen und auf Küchenkrepp abkühlen lassen. Mit einem Messer in feine Streifen schneiden.

Die Brötchen aufschneiden, wenn gewünscht je eine kleine Handvoll Korianderblätter auf die Unterseite legen und die Karotten-Mayonnaise darüber löffeln. Ein paar Knusperstreifen darauflegen, sofort zuklappen und essen.

 

Küchentagebuch

9783832194772

Nigel Slater: Küchentagebuch

Fotos: Jonathan Lovekin

DuMont Buchverlag

Preis: 39,99 €

„250 mal ehrliche, einfache Sachen – oder Ehrfurcht nein danke!“

Worum geht’s?

Kochbücher über Kochbücher, eine Neuerscheinung jagt die nächste Vegan, Paleo, Soul-Food, arabisch, italienisch oder doch lieber koreanisch kochen, die Themen sind vielseitig und ständig gibt es einen neuen Hype: Gestern war es noch vegan, heute Aromaküche oder doch lieber fermentieren und einmachen. Trends gibt es viele, alle haben ihre Berechtigung, aber seien wir mal ehrlich, manchmal will man einfach nur mal was Schnelles zaubern… Nach einem anstrengenden Tag im Büro, steht mir der Sinn nach was unkomplizierten, dass schnell auf dem Tisch steht und Seele und Gaumen erfreut.

Nigel Slater ist so ein Koch, der das kann, sein Credo ist „Einfach nur kochen“, genau so einfach ist das, kein Schick-Schnack oder viel „Getüdel“ und bloß keine inszenierten Fotos oder Sterneküche, dass brauche ich für das alltägliche Kochvergnügen nicht. Für ehrfürchtiges Staunen habe ich um 19:30 Uhr schlichtweg keine Zeit und für meine Motivation zum Kochen nach Feierabend, brauche ich andere Impulse. Nigel versteht mich und kann mich wunderbar inspirieren, den Herd auch um 19:30 Uhr noch anzuschmeißen!

Pleased to meet you!

Das Buch ist vor einigen Wochen an einem Samstag bei mir eingezogen und wurde sehnlichst erwartet: Der Paketbote war etwas irritiert, als ich im freudestrahlend das Paket fast aus den Händen reißen wollte, hat es aber mit Gelassenheit hingenommen und mich noch schnell darauf hingewiesen, dass ich ihm den Empfang bitte noch quittieren muss. Schnell zurück in die Wohnung und das „Slatersche Küchentagebuch“ erst mal aus seinem Verpackungs-Verließ befreien: Knackige appetitliche Äpfel auf Rücken und Cover und ein geschmackvoller grüner sehr hochwertiger Leineneinband mit Schiebebanderole auf der mich ein entspannter Nigel Slater begrüßt: „Pleased to meet you!“.

My pleasure, Mr. Slater!

Ein sehr großes Vergnügen war es sogar, ein Nachmittag auf der Couch eine wahre Post-it Invasion und 4 Stunden später, schaue ich auf die Uhr und merke erst wie viel Spaß es mir mit Herrn Slater gemacht hat, Anekdoten, Tipps und herrlich unkomplizierte Rezepte haben mich köstlich unterhalten und mir viele neue Ideen und Inspirationen beschert. Das Vergnügen ist aufgrund der wertigen Ausstattung mit hochwertigem Papier, Fadenheftung und Lesebändchen sogar noch steigerungsfähig.

 Was ist drin – oder Rezepte für jede Gelegenheit?

 Wie mit dem Titel bereits angedeutet, liefert der Autor in seinem 532 Seiten starken Küchentagebuch, 250 Rezepte authentische, schlichte Rezepte für jeden Tag und jede Gelegenheit: Wochenend-Rezepte, Sonntagskuchen, Ideen für Tage, wo im Kühlschrank gerade mal Ebbe herrscht, oder das angebrochene Päckchen Nudeln endlich mal aufgebraucht werden soll und die Kartoffel-Reste von gestern „gepimpt“ noch mal zu Ehren kommen sollen. Warum nicht einfach, wie von Neigel vorgeschlagen, ein Petersilien-Risotto mit Parmesanchips oder eine Suppe aus Speck und Sellerie oder vielleicht doch lieber einen Eintopf aus Auberginen und Bohnen servieren. Mandeltörtchen mit Marzipan und Beeren und die Zitronen-Tarte sehen auch sehr lecker aus und alles wirklich simpel, schnell und unkompliziert in der Zubereitung.

Glücklich und satt – ohne Stress das geht auch!

Von Januar bis Dezember ein ganzes Jahr lang an Nigel Slaters Küchentisch Platz nehmen, um sich von seinen simplen und doch köstlichen Ideen für eine saisonale, bodenständige Küche überzeugen zu lassen, die ein wohliges Lächeln auf unsere Gesichter zaubern. Die Zutatenlisten sind in Slaters Küchentagebuch alle immer sehr kurz und übersichtig gehalten, glücklich und satt – ohne Stress das geht auch, jedenfalls wenn man sich Nigel anvertraut.

Sympathischer Typ, dem ich mich gerne anvertraue!

Gerne folge ich ihm auf seine Exkursen zu Einkaufsgewohnheiten, Kräutern und Tarte-Formen und der Suche nach einem ultimativen Küchentisch, denn dieses Kochbuch ist so wunderbar kurzweilig und Nigel Slaters Art des Schreibens ist ebenso simpel wie interessant und bereichernd, wie seine Rezepte, inspirierend. Außerdem sind diese mit 180 wunderbar authentischen Fotografien von Jonathan Lovekin illustriert, einfach schöne Fotos, aber Gottseidank nicht überstylt, ebenso wie wir zu Hause auch kochen möchten. Dass es nicht zu jedem Rezept ein Foto gibt, kann ich verschmerzen, ich stehe sowieso eher auf die inneren Werte eines Kochbuchs.

Wer ist der Autor?

© Jonathan Lovekin
© Jonathan Lovekin

Nigel Slater, geboren 1958 in Wolverhampton, zählt zu den besten Food-Journalisten der Welt. Er ist Autor vieler erfolgreicher Bücher und genießt in England nicht nur unter Spitzenköchen Kultstatus. Seit 20 Jahren schreibt er für den Observer eine Kolumne zum Thema Essen und drehte diverse Kochsendungen für die BBC. Seine Kochbücher schaffen es regelmäßig sowohl Profis wie auch Laien gleichermaßen zu begeistern.

Gibt es heute noch was zu essen oder vom Sofa in die Küche!

Huch, meinen Mann habe ich ja ganz vergessen und stattdessen „fremd-geflirtet“….. Jetzt aber ab in die Küche, ein Blick in den Kühlschrank und ein Blick in Nigels Tagebuch und schon kann es losgehen: Heute mal schnell ein Brötchen mit zerzupftem Schweinefleisch und Karotten-Ingwer-Mayonnaise zaubern, denn nicht nur der Gatte hat Hunger und Reste vom Schweinebraten von gestern haben wir auch noch. Frischen Koriander und Ingwer haben wir sowieso immer im Haus deshalb morgen vielleicht ein leckeres mildes fruchtiges Lachscurry genießen. Auch die Bärlauch-Butter im Tiefkühler ist dankbar für ebenbürtige Partner, wie Lamm-Steaks und Taleggio.

Fazit: Einfache kreative Küche = Nigel Slater und sein Küchentagebuch ist eines seiner besten Kochbücher, aber in jedem Fall das unterhaltsamste. Wie schön dass es jetzt auch endlich bei mir eingezogen ist! Wer nach unkomplizierten kreativen Rezepten sucht, die von einem sehr sympathischen und unterhaltsamen Protagonisten präsentiert werden und nicht zu jedem Rezept ein Foto braucht, ist mit dem Küchentagebuch sehr gut beraten!

Herzlichen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.