Seeds of Love Bread

© Marina Jerkovic/Brandstätter Verlag

Quelle: Theresa Baumgärtner: Backen in der Winterzeit

Einfach, liebevoll, natürlich

 Brandstätter Verlag

 Fotos: Marina Jerkovic

Super Rezept, das alles hat, was ich mir gewünscht habe. Schön, dass die Autorin auch Alternativen bei der Backformgröße anbieten kann.

Das legendäre „Life-Changing-Bread“ aus Nüssen und Saaten von Sarah Britton hat unzählige Hobbybäcker weltweit inspiriert. Ich habe kleine knusprige Minilaibe entwickelt, die ich gern zu winterlichen Salaten serviere.

Zutaten (für 10 Mini-Kastenform 9,5 cm):

100 g Mandeln

50 g Kurbiskerne

150 g Sonnenblumenkerne

120 g geschroteter Leinsamen

20 g Flohsamen

25 g Chiasamen

12 g Meersalz

2 EL Ahornsirup

60 ml Olivenol

600 ml Wasser

 Zum Bestreuen:

30 g Sonnenblumenkerne

 Zubereitung:

Den Backofen auf 180 °C (Umluft) vorheizen

.Die Mandeln auf ein Backblech geben und 10 Minuten im Backofen rosten, bis sie leicht duften. Auf einem Teller abkühlen lassen.

Die Mandeln und die Kürbiskerne mittel bis fein hacken. Alle trockenen Zutaten in eine Rührschussel geben und gut vermischen. Den Ahornsirup, das Öl und das Wasser vermengen und dazugeben. Den Teig mit der Hand kräftig durchkneten, mit Klarsichtfolie abdecken und über Nacht im Kühlschrank quellen lassen.

Den Backofen auf 180 °C (Umluft) vorheizen. 10 kleine Backförmchen mit Backpapier auslegen. Den Teig in die Formen füllen, glattstreichen und mit den Sonnenblumenkernen bestreuen. Die kleinen Brote 45 Minuten backen, aus der Form losen und weitere 15 Minuten backen.

Alternativ den Teig in einer großen Kastenform backen: 1 Stunde in der Form und weitere 20 Minuten ohne Form.

Die knusprige Kruste ist für das Aroma der kleinen Brote, die sich gut einfrieren lassen, sehr wichtig. Wenn man sie nach dem Auftauen noch einmal kurz in den Ofen schiebt, schmecken sie wie frisch gebacken.

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Normannische Apfeltarte

© Marina Jerkovic/Brandstätter Verlag

Quelle: Theresa Baumgärtner: Backen in der Winterzeit

Einfach, liebevoll, natürlich

 Brandstätter Verlag

 Fotos: Marina Jerkovic

 Preis: 29,90 €

Eine Tarte ganz nach meinem Geschmack, fruchtig und zum Glück nicht so süß! Praktisch, im Teig statt Butter auch kalte Sahne zu verwenden. Apfelmus sorgt in diesem Rezept außerdem für viel mehr Aroma. Dieses Rezept hat mühelos die nächste Runde erreicht, gerne wieder genau so.

Dieser Kuchen erinnert mich an die feinen Köstlichkeiten in einem französischen Salon de The. Noch leicht warm, mit einem Klecks Sahne, ist diese Tarte unvergleichlich!

Zutaten (für eine Tarte Ø 28 cm):

 Für den Teig:

360 g Dinkelmehl, Type 630

1 Prise Meersalz

45 g Rohrohrzucker

1 abgeriebene Schale von einer unbehandelten Zitrone

225 g kalte Butter

50 ml kalte Sahne

Für das Apfelmus:

2 Äpfel

1 Prise Rohrohrzucker

nach Bedarf

Für den Belag:

1,25 kg Apfel

2 EL Zitronensaft

30 g Butter

30 g Rohrohrzucker

etwas Butter für die Tarteform

etwas Dinkelmehl für die Arbeitsfläche

Zubereitung:

Die Tarteform mit etwas Butter einfetten. Für den Teig das Mehl, das Salz, den Rohrohrzucker und die Zitronenschale in eine Rührschüssel geben. Die Butter in Würfel schneiden, hinzufugen und alles schnell mit der Hand zu feinen Streuseln vermischen. Zuletzt die Sahne dazugeben und alles zu einem glatten Teig verkneten. Den Mürbeteig auf einer bemehlten Arbeitsflache gleichmäßig in der Größe der Form ausrollen. Den Teig in die Form legen, dabei einen kleinen Rand formen.

Die Form für ca. 30 Minuten kalt stellen.

Für das Apfelmus die Äpfel schalen, das Kerngehäuse entfernen. Das Fruchtfleisch in Würfel schneiden und in einen kleinen Topf geben. 2 EL Wasser dazugeben und die Apfel darin weich kochen. Nach Bedarf mit einer Prise Rohrohrzucker abschmecken. 170 g Apfelmus abwiegen und abkühlen lassen.

Für den Belag die Apfel schalen, vierteln, das Kerngehäuse entfernen und das Fruchtfleisch in feine Spalten schneiden. Die Spalten mit dem Zitronensaft beträufeln. Die Butter in eine Pfanne geben, die Spalten darin leicht andünsten. Beiseite stellen und abkühlen lassen.

Den Backofen auf 180 °C (Umluft) vorheizen. Den Mürbeteig gleichmäßig mit dem Apfelmus bestreichen und danach die Apfel dachziegelartig darauflegen. Mit dem Rohrohrzucker bestreuen und 30 Minuten goldbraun backen.

Schneller Käsekuchen

© EMF/Sabrina Sue Daniels

Quelle: Rose-Marie Donhauser: Einfach – Heimatküche

EMF Verlag

Preis: 24,99 €

 Eine schnelle Variante des All-Time-Klassikers, wir haben uns auch Rosinen und Zitronenaroma gegönnt und bei der Anzahl der Zutaten 5 gerade sein lassen. Das Puddingpulver sorgt für Stabilität und eine leckere Farbe. Beim nächsten Mal würde ich ein 1 Ei mehr wagen und das Backpulver auf 1 TL reduzieren. Hier ist man mit mehr auf der sicheren Seite.

 Zutaten für eine Springform mit 26 cm Ø):

3 Eier

1 TL + 250 g zimmerwarme Butter

200 g Zucker

1 kg Speisequark (20 % Fett)

1 Päckchen Backpulver

1 Päckchen Vanillepuddingpulver

 Tipp: Rosinen und Zitronenaroma unter den Quark rühren.

 Zubereitung:

Die Eier trennen. Die Eiweiße steif schlagen. Die Springform mit 1 Teelöffel Butter einfetten.

Butter, Zucker und Eigelb in einer  Rührschüssel cremig rühren. Quark, Backpulver und Puddingpulver unterrühren und den Eischnee unterheben.

Die Quarkmasse in die Form füllen. Anschließend den Kuchen im vorgeheizten Backofen bei 180 °C 1 Stunde backen.

Zubereitungszeit: 15 Minuten

Backzeit: 1 Stunde Backzeit

Apfeltorte Royal

© Thomas Apolt

Eine Kreation für besondere Anlässe und großzügige Zeit-Budgets, unter  3 Stunden geht es nicht und da ist die Kühlzeit für die Vanille-Creme noch nicht eingerechnet, aber die leckerste und eleganteste Apfeltorte, die jemals unsere Kaffeetafel gekrönt hat.

Quelle: Josef Zauner: Das große k.u.k. Mehlspeisenbuch

Die besten Rezepte vom berühmten Zuckerbäcker aus Bad Ischl

 Fotos: Thomas Apolt

 Servus Verlag

 Preis: 30,00 €

 Zutaten (für 1 Torte von 24 bis 26 cm Durchmesser):

Für die Böden:

 400 g Mürbteig, des folgenden Grundrezepts, Rest anderweitig verwenden

½ Menge der leichten Biskuitmasse, hell des folgenden Grundrezepts

Marillenmarmelade zum Bestreichen

Zutaten (für ca. 600 g Mürbeteig):

100 g Staubzucker

200 g Butter

1 Dotter

300 g Mehl

1 Prise Salz

Mark von ½ Vanilleschote

etwas abgeriebene Schale einer unbehandelten Bio-Zitrone

Zubereitung:

Alle Zutaten rasch zu einem Teig verkneten. Eine Kugel formen, mit Frischhaltefolie bedecken und im Kühlschrank ca. 30 Minuten rasten lassen.

Ausrollen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes oder leicht befettetes Blech legen. Bei ca. 190 °C im Backrohr je nach Gebäck und Größe ca. 10 Minuten goldgelb backen.

Zutaten für den Biskuitteig:                                                                                          (für eine Tortenform mit 24 bis 26 cm Durchmesser):

7 Bio-Freilandeier

175 g Kristallzucker

1 Prise Salz

230 g Mehl

60 g flüssige Butter

Zubereitung:

Eier in Dotter und Eiklar trennen. Dotter mit einem Drittel des Kristallzuckers schaumig rühren.

Das Eiklar mit dem restlichen Kristallzucker und 1 Prise Salz zu Schnee schlagen.

Die beiden Massen vorsichtig vermischen. Das Mehl unterheben und zum Schluss die flüssige, nicht zu heiße Butter unterrühren.

In eine Tortenform füllen und im vorgeheizten Backrohr bei 180 bis 190 °C Unterhitze ca. 40 Minuten lang backen.

Für die Füllung:

55 g geriebene Mandeln

20 g Staubzucker

250 g Vanillecreme (siehe Grundrezept S. 194)

Zutaten für die Vanillecreme (für ca. 700 g Creme):

½ l Milch

100 g Kristallzucker

2 Dotter

60 g Butter

50 g Vanillepuddingpulver

300 g Äpfel

25 ml Zitronensaft

50 g Rosinen

1 Msp. Zimt

Zubereitung

2/3 der Milch mit Zucker in einem Topf aufkochen. Die restliche Milch mit Dottern und Puddingpulver verrühren. Dann mit der kochenden Milch zu einer Creme abziehen – also am Herd so lange rühren, bis sich die Creme bindet. In den Kühlschrank stellen und 1 Nacht lang abkühlen lassen.

Tipp: Die heiße Creme mit einer Folie abdecken, dann bildet sich keine Haut. Für die Weiterverarbeitung die abgesteifte Vanillecreme mit dem Schneebesen glatt rühren. Kocht man kleinere Mengen Vanillecreme, genügt eine Kühlzeit von 2½ Stunden.

300 g Äpfel

25 ml Zitronensaft

50 g Rosinen

1 Msp. Zimt

Für die Creme Royal:

100 ml Milch

100 ml Obers

80 g Kristallzucker

2 Bio-Freilandeier

12 g Vanillepuddingpulver

1 Prise Salz

1 Pkg. Vanillezucker

Für die Glasur:

100 g Fondant

geröstete, gehobelte Mandeln

Zubereitung:

 Backrohr auf 190 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Boden der Tortenform mit Backpapier belegen.

Den Mürbteig ca. 4 bis 5 mm dick ausrollen und die Tortenform mit einem 2 cm hohen Rand damit auslegen. Den restlichen Mürbteig (ca. 50 g) beiseitestellen. Den Mürbteig in der Form ca. 10 Minuten goldgelb vorbacken und auskühlen lassen. Das Rohr bei 190 °C weiter in Betrieb halten.

Den Mürbteig mit Marillenmarmelade bestreichen und den fertig gebackenen Biskuitboden darauflegen. 30 g geriebene Mandeln mit Staubzucker vermischen und gleichmäßig auf dem Biskuit in der Form verteilen.

Vanillecreme glatt rühren und aufstreichen.

Äpfel schälen, in Spalten schneiden und mit Zitronensaft vermischen. Auf der Vanillecreme verteilen, mit Rosinen und Zimt bestreuen.

Milch, Obers, Kristallzucker, Eier, Puddingpulver, Salz und Vanillezucker gut zu einer Creme Royal verrühren.

Den restlichen Mürbteig (ca. 50 g) mit den restlichen geriebenen Mandeln zu Streusel abbröseln.

Ein Drittel der Creme Royal über die Äpfel gießen und im vorgeheizten Rohr bei 190 °C backen. Wenn die Creme beginnt abzusteifen, ein weiteres Drittel der Creme Royal darübergießen und ins Rohr schieben. Wenn die Creme wieder beginnt abzusteifen, das letzte Drittel darübergießen und mit Mürbteigstreusel bestreuen. Im Rohr ca. 10 Minuten fertig backen.

Nach dem Abkühlen die Torte mit heißer Marillenmarmelade bestreichen und dünn mit leicht erwärmtem Fondant glasieren. Den Rand mit gerösteten, gehobelten Mandeln bestreuen.

Zubereitungszeit: 3 Stunden

Böhmischer Patzlkuchen

© Thomas Apolt

Quelle: Josef Zauner: Das große k.u.k. Mehlspeisenbuch

Die besten Rezepte vom berühmten Zuckerbäcker aus Bad Ischl

Fotos: Thomas Apolt

 Servus Verlag

Preis: 30,00 €

Im ersten Versuch mit einer himmlischen Mohnfülle, das Rezept schreit aber nach einer Wiederholung so gut war es, also demnächst gerne auch mit Topfen oder Nuss gefüllt. Auch hier gilt es sich Zeit zu nehmen, die leckere Belohnung war es uns wert. Immerhin habe ich etwas von meinen guten Leckschmier (das ist Hunsrücker Entsprechung für ein Powidl auf Deutsch Pflauemmus) für diesen  himmlischen Kuchen geopfert.

 Zutaten (für 1 Backblech von 30 × 40 cm):

Für den Teig

1/8 l Milch

20 g Germ (Hefe)

300 g glattes Mehl

30 g Butter

40 g Kristallzucker

2 Dotter

1 Prise Salz

etwas abgeriebene Schale einer unbehandelten Bio-Zitrone

Für den Streusel

100 g glattes Mehl

70 g Butter

50 g Kristallzucker

weiter noch:

200 g Powidl

Butter für das Blech

Staubzucker zum Anzuckern (Bestäuben)

Für die Mohnfülle (für 450 g Fülle):

1/8 l Milch

20 g Honig

50 g Zucker

30 g Butter

1 Dotter

100 g gemahlener Mohn

50 g geriebene Mandeln

50 g Rosinen

1 Schuss Rum

Zubereitung:

Milch, Honig, Zucker und Butter in einem Topf aufkochen. Dotter in die kochende Masse einrühren und vom Herd nehmen. Dann die restlichen Zutaten untermischen und die Masse zum weiteren Verarbeiten auskühlen lassen.

Für die Nussfülle:

1/8 l Milch

50 g Zucker

20 g Honig

150 g geriebene Walnüsse

etwas Vanillezucker oder

Mark von ½ Vanilleschote

1 Schuss Rum

Für die Topfenfülle:

¼ kg Topfen

1 Dotter

30 g Zucker

30 g Milch

etwas Vanillezucker oder

Mark von ½ Vanilleschote

abgeriebene Schale von

1/3 unbehandelter Bio-Zitrone

Zubereitung:

Für den Teig Milch anwärmen und Germ darin auflösen. Die restlichen Zutaten zugeben und zu einem feinen Teig abkneten. Zudecken und ca. 20 Minuten rasten lassen.

Mohnfülle laut Grundrezept zubereiten.

Für die Nussfülle Milch, Zucker und Honig aufkochen. Vom Herd nehmen und die restlichen Zutaten einrühren.

Für die Topfenfülle alle Zutaten mit dem Schneebesen glatt rühren.

Das Backrohr auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech dünn mit Butter bestreichen.

Den Teig rechteckig in der Größe des Backblechs ausrollen. Auf das Blech legen und ca. 30 Minuten lang gehen lassen. Dann abwechselnd die verschiedenen Füllungen (Mohn, Nuss, Topfen) und den Powidl in teelöffelgroßen „Patzln“ darauf verteilen.

Für den Streusel alle Zutaten auf einem Brett zusammenkneten und zwischen den Händen verreiben. Den Streusel über den Kuchen verteilen. Ins Backrohr schieben und ca. 20 Minuten lang backen. Herausnehmen und überkühlen lassen.

Vor dem Servieren anzuckern (mit Puderzucker bestäuben) und in gleich große Stücke teilen.

 Zubereitungszeit: 2 Stunden

 Tipp: Am besten schmeckt der Patzlkuchen lauwarm. Da er lange saftig bleibt, wird er aber auch gern

kalt gegessen.

Nussstrudel

© Thomas Apolt

Quelle: Josef Zauner: Das große k.u.k. Mehlspeisenbuch

Die besten Rezepte vom berühmten Zuckerbäcker aus Bad Ischl

Fotos: Thomas Apolt

Servus Verlag

Preis: 30,00 €

Strudel-Diplom mit Zauners Hilfe bestanden und so gut!

Zutaten (für 1 Strudel):

Für den Teig:

500 g glattes Mehl

30 g Germ (Hefe)

200 ml lauwarme Milch

130 g flüssige Butter

60 g Feinkristallzucker

1 kräftige Prise Salz

2 Eidotter

Für die Fülle:

400 g Haselnüsse

50 g Semmelbrösel

½ TL Zimt

1 Prise Nelkenpulver

1 Spritzer Rum

150 ml heiße Milch

2 Eiklar

120 g Feinkristallzucker

1 Eidotter, mit etwas Wasser verdünnt, zum Bestreichen

Staubzucker zum Bestreuen

Zubereitung:

Für das Dampfl (Vorteig) die Hälfte vom Mehl in eine Schüssel sieben und in der Mitte eine Mulde eindrücken.

Germ (Hefe) in der lauwarmen Milch auflösen und in die Mulde gießen. Mit einem Kochlöffel zu einem weichen Teig verrühren. Mit dem restlichen Mehl abdecken und das Dampfl ca. 15 Minuten gehen lassen.

Butter mit Zucker, Salz und Eidotter verrühren, mit der restlichen Milch in die Schüssel geben. Alles mit den Händen vermischen und auf eine Arbeitsfläche kippen. Zu einem glatten, weichen Teig verkneten und wieder in die Schüssel geben. Mit einem Tuch bedeckt 45 Minuten an einem warmen Ort ohne Zugluft gehen lassen.

In der Zwischenzeit für die Fülle Haselnüsse in einer Pfanne ohne Fett anrösten, bis sie stark zu duften beginnen. Dann in einer Küchenmaschine fein reiben. Mit Bröseln, Zimt, Nelkenpulver, Rum und Milch vermischen. klar zu einem steifen Schnee schlagen, dabei Zucker langsam einrieseln lassen. Mit einem Kochlöffel vorsichtig unter die Nussmasse heben.

Das Backrohr auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Den Teig auf einer Arbeitsfläche zu einem 1 cm dicken Rechteck ausrollen. Bis etwa 5 cm vom hinteren Rand entfernt mit der Fülle bestreichen und den Strudel nach hinten einrollen.

Ein Blech mit Backpapier auslegen und den Strudel mit der Teignaht nach unten daraufsetzen. Mit einem Tuch bedecken und nochmals 20 Minuten gehen lassen.

Den Strudel mit Eidotter bepinseln und auf der mittleren Schiene 30 bis 35 Minuten backen. Auskühlen lassen und mit Staubzucker bestreuen.

Zubereitungszeit: 2¼ Stunden

Das große k.u.k. Mehlspeisenbuch

Josef Zauner: Das große k.u.k. Mehlspeisenbuch

Die besten Rezepte vom berühmten Zuckerbäcker aus Bad Ischl

Fotos: Thomas Apolt

Servus Verlag

Preis: 30,00 €

 Mehlspeisen forever!

 Der Duden hat nicht immer Recht – oder ich gehe ins Zuckerbäcker-Exil!

Zuckerbäcker ist lt. Duden ein Begriff, der veraltet ist, Neudeutsch sprechen wir von der damit gemeinten Spezis der süßen Verführer und Künstler am Backofen, die uns mit Strudel, Kolatschen, Gugelhupf & Co. verwöhnen, als Konditoren. Liegt es daran, dass Zucker in unserer Zeit in der Clean-Eating & Co. angesagt ist, einfach eine schlechte PR hat und Zucker einfach nur noch bäh ist, oder gibt es schwergewichtigere Gründe diesen herrlich altmodischen und melodischen Begriff, der so verheißungsvoll klingt, aus unserer Wahrnehmung zu verbannen. Denke ich an das Wort Konditor kommen bei mir spontan und unreflektiert Assoziationen hoch wie Kondition oder noch schlimmer Konditions-Training, das habe ich im Sportunterricht gehasst! Viel lieber hätte ich mich damals beim Zuckerbäcker meines Vertrauens verschanzt und mir ein Stück Trüffeltorte gegönnt. Deshalb will ich auch mein endreimig-appetitliches Wort zurück und gehe ins österreichische Exil, wo die Zuckerbäcker noch das halten was sie versprechen und als stolze Vertreter ihrer Zunft sogar darauf bestehen als solche tituliert zu werden. Die Zuckerbäckerei Josef Zauner, die heuer bereits eine 185-jährige Geschichte vorweisen kann, hat es seit jeher verstanden, die süßen Gelüste ihrer Gäste von Erzherzog Franz Karl und seiner Sophie bis hin zu den Touristen aus aller Welt zu stillen und lockt diese nach wie vor in die Pfarrgasse nach Bad Ischl, wo seit jeher die Süßigkeiten kunstvoll und der Kaffee ausgezeichnet sind. „Der Zauner“ und das ist ein Status dem man sich in Österreich erst erarbeiten muss, denn das „die“ oder „der“ vor dem Nachnamen bleibt sonst nur ausgewählten Personen aus Politik und der Kunstszene vorbehalten, hat es geschafft, sich über die Grenzen von  Bad Ischl zu etablieren und dann ist mit dem adelsgleichen „die“ oder „der“ auch nicht mehr weit.

Wer ist der Zuckerbäcker?

Josef Zauner, 1948 in Tamsweg als Josef Ferner geboren, absolvierte seine Zuckerbäckerlehre beim Zauner in Bad Ischl. Er wurde 1987 von Hildegard Zauner, der Erbin der Dynastie, adoptiert, führte die Tradition und das Zauner-Vermächtnis weiter und übernahm die Firmenleitung, die er bis heute innehat. Der Konditormeister wurde als TV-Koch in Bayern und in Österreich bekannt, ist Autor von Kochbüchern und Gastprofessor am Japan Cake and Confiserie College. Er ist einer der bekanntesten Zuckerbäcker und auf diese Berufsbezeichnung legt er großen Wert.

Was ist drin? – oder k. und k. kann auch modern!

Das Buch vereint 100 Rezepte vom traditionellen Klassiker bis zu Ausflügen in die moderne Welt der Kuchen- und Tortenkunst. In der Zauner-Backstube wurden seit jeher weltberühmte Mehlspeisen kreiert, die von der Kaiserzeit bis heute, die Kunden begeistern und zum Schwärmen veranlassen. Aber wenn auch Klassiker wie Apfel- oder Topfenstrudel, Bienenstich, Rehrücken und Gugelhupf nie aus der Mode kommen werden und schon jeher seit Kaisers-Zeiten, die Gäste beim Zauner zum Zuckergenuss verführten, sind die Ansprüche der Kunden heute differenzierter geworden: Leichter, lockerer, geschmacksintensiv sind die Prämissen, nach denen heute genascht wird. Geeister Kaiserschmarren, Waldbeertorte, glasierte Schokokuppeln sind nur einige der ambitionierten Kreationen von Josef Zauner, die versuchen diesem Anspruch zu entsprechen. Außerdem gibt jede Menge, Kuchen, Torten, Strudel und Süßspeisen, die schon beim Blättern im Buch, bei mir für große Lust auf jede Menge Süßes sorgen: Ich schmachte nach böhmischem Patzlkuchen entweder mit einer Mohn-,Nuss- oder Topfenfülle, Brombeerdatschi mit Pistazienstreusel, Müsli-Blechkuchen (ambitionierte Zuckerbäcker, wie der Zauner wollen es schließlich auch mal modern), Waldviertler-Apfel-Mohnkuchen, Holländer-Cremeschnitten, Schokoladenroulade mit Weichseln (Kirschen), Mohntorte mit Topfencreme, die legendäre Zauner Trüffeltorte, Eclairs mit Kaffeeobercreme und die original Ischler Törtchen zeigen, dass es in diesem Buch nicht nur um modernisierte Klassiker, sondern auch um die hohe Schule der österreichischen Tortenkunst geht.

Zuckerbäckerwerk und Sonntagskuchen mit Ambitionen

Am Anfang war ich ein bisschen besorgt, ob meine Backkünste hier reichen, um mir die Zauner-Köstlichkeiten nach Hause zu holen. Ich backe schon regelmäßig, habe aber keinerlei Ambitionen, es zu kompliziert werden zu lassen. Im Klartext ich kann mit Hefe umgehen, werde aber niemals einen Plunderteig zu Hause machen, da überlasse ich gerne den Profis das Feld. Das schöne Rezept für die Mohngolatschen wird also warten müssen, bis ich Rentnerin bin und sogar der verschmähte Plunderteig daran glauben muss, weil ich sonst vor Langeweile umkomme, das Rezept habe ich ja schon mal. Der Nussstrudel hat es bei mir in die engere Auswahl geschafft und hat uns ein tristes Oktoberwochenende herrlich versüßt, auch wenn er durchaus ein wenig Arbeit macht, doch jetzt ist die Zeit, wo ich draußen kaum mehr etwas verpasse, da stelle ich mich gerne für ein solches Prachtexemplar länger in die Küche. Das Rezept war gut beschrieben und geht auf alle wesentlichen Punkte zum Gelingen ein, was mir bei Büchern von Profi-Bäckern schon mal anders ergangen ist. Es scheint so zu sein, dass dieser Zuckerbäcker durch seine Fernseherfahrung, einschätzen kann, was wir Leser und Gelegenheitsbäcker an Unterstützung brauchen. Bei der probierten Apfeltorte Royal, konnte ich 200 g Mürbeteig nicht aufbrauchen, weil das Grund-Rezept für 600 g ausgelegt war und die Torte nur 400 g benötigte, auch beim Bi. Nicht optimal für einen Laien, aber auch kein Weltuntergang, ich habe den Rest einfach eingefroren, leckerer Mürbeteig ist immer eine Option, wenn man auf die Schnelle ein Dessert mit Obst der Saison servieren möchte. Sehr angenehm überrascht war ich, dass die Zubereitungszeit für den Apfelkuchen inkl. der Grundrezepte für Mürbeteig und Biskuitmasse angegeben war, das bestätigt meinen Eindruck es hier mit soliden Rezepten zu tun zu haben. Allerdings hat mich die Vanille-Creme dann doch noch mal gefordert, sie braucht nämlich auch eine separate Kühlzeit, das wurde mir erst beim Lesen des Grundrezeptes im hinteren Teil des Buches urplötzlich klar. Selber schuld, wer lesen kann, ist klar im Vorteil! Dieses Rezept ist nichts für Leute, die es sich ohne Fleiß gemütlich machen wollen, es wird am Schluss allerdings sehr lecker, so lecker, wie es bei uns mit Apfeltorte noch nie war.

 Zuckerbäcker mögen Zucker, aber die guten unter ihnen übertreiben es auch nicht!

Bei allen Rezepten, die ich mir näher angeschaut habe, ist die versierte Hand des Profis zu sehen, wenn es darum geht, Zuckermengen im Rezept auf den Geschmack von heute anzupassen. Das ist gut und auch wichtig, wenn die Klassiker weiter in unserem Alltag Bestand haben wollen.

 Fazit: Ein Buch für Süßschnäbel mit k.u.k-Faible, die nach zeitgemäßen Rezepten dafür suchen, der Süß-Koller blieb bei mir aus, dafür ist die hohe Kunst der Backkultur in Form von Strudel und Platzlkuchen eingezogen. Die Rezepte machen durchaus auch ein wenig Arbeit, es geht schließlich um Zuckerbäckerhandwerk, mir hat es aber Spaß gemacht, mich mal richtig ins Zeug zu legen und dafür solide Rezepte mit Anspruch zu erhalten. Ein Buch für ambitionierte Bäcker oder solche die es werden wollen.

Vielen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar.