Linzer Torte nach Oma Jäger

© Andrea Lipp
© Andrea Lipp

Meine erste Linzer Torte mit einem Rezept von Sonja wartet auf Ihren großen Auftritt beim Weihnachtskaffee mit der Familie am Freitag in München. Gebacken wurde sie schon gestern und wartet jetzt gut verpackt im Kühlschrank auf ihren Einsatz. Ich habe aber anders als Oma Jäger mit Pflaumenmus gefüllt, das gibt es bei uns in rauen Mengen, weil der Pflaumenbaum im Wochenendhäuschen war in diesem Jahr sehr fleißig. Persönlich kann ich mir das Rezept auch gut mit gerösteten und gemahlenen Haselnüssen im Teig vorstellen, auch wenn das ein wenig Arbeit macht, die Schalen müssen dann nämlich abgerubbelt werden. Dieses Rezept ist herrlich einfach und verzichtet darauf.

Quelle: Sonja Riker: Nachtisch bitte

Fotos Andrea Lipp

Folio Verlag

Preis: 25,– €

 Zutaten (für eine Tortenform Ø 26 cm):

Für den Teig:

375 g Mehl

150 g weiche Butter

200 g Zucker

125 g Mandeln, gemahlen

1 EL Kakao

1 EL Ceylon-Zimt

10 g Backpulver

2 Msp. Nelken gemahlen

1 Ei

Kirschwasser

Für die Füllung:

200 g Johannisbeer-Marmelade

200 g. Stachelbeer-Marmelade

200 g Himbeer-Marmelade

Weiteres:

Puderzucker zum Garnieren

Zubereitung:

Mehl, Butter, Zucker, Mandeln, Kakao, Zimt, Backpulver, Nelken und Ei mit der Küchenmaschine oder mit den Händen zu einem Teig verkneten. Etwas Kirschwasser zufügen, damit der Teig geschmeidig wird.

Ein Drittel des Teigs in einer gefetteten Tortenform verteilen, dabei den Teig am Rand nach oben streichen.

Die Marmeladensorten verrühren und auf den Teig verstreichen.

Den restlichen Teig ausrollen, mit dem Teigrad in Streifen schneiden. Streifen als Gitter auf die Torte legen.

Im vorgeheizten Backofen bei 170 Grad (Umluft) 40 Minuten backen. Auskühlen lassen und mit Puderzucker bestreuen.

Tipp:   Am besten gelingt die Linzer-Torte in der Tarteform mit herausnehmbarem Boden.

Mini-Stollen

© Andrea Lipp
© Andrea Lipp

Quelle: Sonja Riker: Nachtisch bitte

Fotos Andrea Lipp

Folio Verlag

Preis: 25,– €

Stollen habe ich bisher auch noch nicht probiert, schien mir immer zu aufwändig, so war es ziemlich lecker, auch ein optisch die reinste Augenweide. Mache ich bestimmt wieder!

 Zutaten (für 8 Stück):

50 g getrocknete Datteln

50 g getrocknete Pflaumen

50 g Cranberrys

50 g getrocknete Soft-Aprikosen

50 g Orangeat

50 g Walnüsse

50 g Mandeln

350 g Mehl

30 g Hefe

100 g Zucker

250 g Butter

100 g Magerquark

1 TL Pain dépice

Zubereitung:

Trockenfrüchte und Orangeat klein schneiden, Nüsse und Mandeln hacken. Alles in eine Schüssel geben und mit Wasser bedecken. Über Nacht einweichen.

Flüssigkeit abgießen und die eingeweichten Trockenfrüchte in einem Sieb gut ausdrücken.

Mehl, Hefe, Zucker, Butter, Quark und Pain dépice zu einem Hefeteig verarbeiten.

Teig mit den eingeweichten Früchten verkneten und eine Stunde abgedeckt gehen lassen. Edelstahlbackringe (Ø 8 – 10 cm) mit Butter einfetten. Teig zu kleinen Kugeln (etwa 40 – 50 g) formen und in die Backringe setzen und 30 Minuten gehen lassen. Im vorgeheizten Backofen bei 175 Grad (Umluft) ungefähr 20 Minuten backen. Noch warm aus den Ringen lösen.

Butter schmelzen, Zimt und Zucker miteinander vermischen. Stollen mit der flüssigen Butter und in Zimtzucker wälzen. Gut auskühlen lassen.

Tipp:   Pain dépice ist eine Gewürzmischung, die in Frankreich für Gewürz— bzw. Honigbrot verwendet wird. Es ähnelt unserem Lebkuchengewürz und enthält Zimt, Anis, Koriander, Macis, Piment, Kardamom, Ingwer, Nelken und Pfeffer.

Elisenlebkuchen

© Andrea Lipp
© Andrea Lipp

Quelle: Sonja Riker: Nachtisch bitte

Fotos Andrea Lipp

Folio Verlag

Preis: 25,– €

Ich bin leider keine Weihnachtsbäckerin, für Plätzchen und Kekse habe ich überhaupt keine Geduld. Lebkuchen liebe ich aber sehr! Mit diesem Rezept habe ich mich endlich mal selbst ans Werk gemacht und es hat wunderbar funktioniert und viel besser geschmeckt als fertig gekauft, auch wenn ich da immer auf beste Qualität geachtet habe. Die gibt es nächstes Jahr definitiv wieder! In der Zubereitungsbeschreibung hatte sich allerdings ein kleiner Fehlerteufel eingeschlichen, der mich zu Beginn ein wenig verwirrt hat, da wurden Eier mit Puderzucker aufgeschlagen, der ist lt. Zutatenliste allerdings erst bei der Glasur dran. Ich mag Elisenlebkuchen allerdings am liebsten mit Schokolade drauf.

Zutaten (Für ca. 40 Stück):

3 Eier

100 g Zucker

10 g kandierter Ingwer fein gehakt

½ TL Zimt

½ TL Kardamom

½ TL Koriander gemahlen

2 Msp. Macis Muskatblüte

2 Msp. Nelken gemahlen

1 Bio-Zitrone, Saft u. Schale

1 Bio- Orange, Schale, abgerieben

150 g Walnüsse

100 g Haselnüsse

30 g Orangeat, fein gehackt

Weiteres:

40 Backoblaten ( 5cm Durchmesser)

200g dunkle Schokolade

geschälte Mandeln zum Garnieren

200g Puderzucker

2 EL Zitronensaft

Zubereitung:

Eier und Zucker weiß schaumig aufschlagen, die restlichen Zutaten unterrühren und den Teig über Nacht abgedeckt im Kühlschrank ruhen lassen.

Mit einem Teelöffel kleine Häufchen vom Teig abstechen und auf die Backoblaten setzen, flach andrücken.

Im vorgeheizten Backofen bei 190 Grad (Umluft) etwa 10 – 12 Minuten trocknen lassen. Lebkuchen abkühlen. Schokolade im Wasserbad schmelzen und einen Teil der Lebkuchen damit glasieren. Mit Mandeln verzieren. Puderzucker und Zitronensaft verrühren und die restlichen Lebkuchen damit bestreichen. Zum Aufbewahren in eine Blechdose legen.

Schnelle Orangen-Knusper-Florentiner

© Stefan Braun für ZS Verlag
© Stefan Braun für ZS Verlag

Quelle: Franziska Schweiger: I love Baken

ZS Verlag

Preis: 21,99 €

Ich bin ja leider kein Filigrantechniker und beim Backen von Keksen bricht mir schnell der Angstschweiß aus, ich vermeide das wo es nur geht. Eine Karriere als Plätzchen-Fee nehme ich mir als Projekt für die Zeit als Rentnerin vor. Diese Florentiner haben toll funktioniert und super geschmeckt und werden die Keks und Plätzchen arme Zeit bis dahin wunderbar überbrücken – vielen lieben Dank für das super Rezept.

Zutaten (Für ca. 20 Stück):

30 g Weizenmehl (Type 405)

60 ml Orangensaft

100 g Zucker

1 EL Honig

abgeriebene Schale von 1 Bio-Orange

50 g Butter

100 g Mandelblättchen

Zubereitung:

Das Mehl sieben. Den Orangensaft mit dem Zucker und dem Honig in einem Topf zum Kochen bringen. Die Orangenschale, die Butter und das Mehl unterrühren. Die Masse 2 Minuten köcheln lassen, dann die Mandelblättchen untermischen. Die Mandelmasse in eine Schüssel umfüllen und leicht abkühlen lassen.

Den Backofen auf 170°C Umluft vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen. Aus der Mandelmasse mithilfe eines Esslöffels Nocken abstechen und mit mindestens 8 cm Abstand auf das Blech setzen. Die Nocken mit angefeuchteten Fingern etwas flach drücken.

Die Florentiner im Ofen auf der mittleren Schiene 8 bis 10 Minuten goldbraun und knusprig backen. Vom Backblech nehmen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. Zusätzliche Veredelung: Zartbitterkuvertüre schmelzen und die Florentiner auf der Unterseite damit bestreichen. Auf einem Kuchengitter trocknen lassen.

Zubereitung: ca. 20 Minuten

Backen: 8–10 Minuten

Mamas Apfelmus-Crumbles

© Stefan Braun für ZS Verlag
© Stefan Braun für ZS Verlag

Quelle: Franziska Schweiger: I love Baken

ZS Verlag

Preis: 21,99 €

Diese Crumbles waren sowas von lecker! Sie machen zwar auch ein wenig Arbeit, das lässt sich nicht leugnen, geschmacklich werden wir aber belohnt. Beim Apfelmus geht bei mir nur das selbstgemachte, das hat das tolle Rezept verdient!

Zutaten (Für 1 Muffinblech mit 12 Mulden à 7 cm Ø):

Für den Mürbeteig:

250 g Weizenmehl (Type 405)

70 g Zucker

140 g weiche Butter

feines Meersalz

1 Ei (Größe M)

1 EL Rum

Für die Streusel:

200 g Butter

50 g geröstete Haselnusskerne

300 g Weizenmehl (Type 405)

180 g Zucker

2 EL Vanillezucker

TL Zimtpulver

Für die Füllung:

200 g Speisequark (40% Fett)

100 g Sauerrahm (saure Sahne)

1 Ei (Größe M)

1 geh. TL Vanillepuddingpulver (ca. 5 g)

50 g Zucker

1 TL Vanillezucker

1 großes Glas Apfelmus (ca. 720 ml Inhalt)

Außerdem:

Butter und Mehl für das Blech, Mehl für die Arbeitsfläche

ca. 3 EL Weißbrotbrösel zum Bestreuen der Teigböden

Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung:

 Für den Mürbeteig Mehl, Zucker, Butter, 1 Prise Meersalz, Ei und Rum in einer Schüssel mit den Knethaken des Handrührgeräts rasch zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig zu einer Kugel formen, diese etwas flach drücken und in Frischhaltefolie gewickelt mindestens 30 Minuten kühl stellen.

Die Mulden des Muffinblechs leicht mit Butter einfetten und mit Mehl ausstäuben, überschüssiges Mehl wieder aus der Form klopfen. Den Backofen auf 160°C Umluft vorheizen.

Den Teig nochmals kurz durchkneten und auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche 2 bis 3 mm dünn ausrollen. Mit einem Ausstecher oder einem umgedrehten Glas 12 Kreis von etwa 15 cm Durchmesser ausstechen und die Mulden des Muffinblechs damit auslegen. Überstehende Teigränder mit dem Messer abschneiden. Die Teigböden dünn mit Weißbrotbröseln bestreuen.

Für die Streusel die Butter in einem Topf bei schwacher Hitze zerlassen und leicht abkühlen lassen. Die Haselnüsse fein mahlen. Das Mehl mit Nüssen, Zucker, Vanillezucker und Zimt in einer Schüssel mischen. Die flüssige Butter unter Rühren mit den Quirlen des Handrührgeräts einfließen lassen und nur so lange unterrühren, bis alles vermengt ist und Streusel entstehen.

Für die Füllung Quark, Sauerrahm, Ei, Puddingpulver, Zucker und Vanillezucker gut verquirlen. Die Quarkmasse gleichmäßig in die Mürbeteighüllen verteilen und je etwa 2 EL Apfelmus daraufgeben. Die Streusel mit den Fingern darauf bröseln.

Die Crumbles im Ofen auf der mittleren Schiene 18 bis 22 Minuten goldgelb backen. Aus dem Ofen nehmen und die Muffins im Blech abkühlen lassen, dann vorsichtig mit einem stumpfen Messer herauslösen. Zum Servieren mit Puderzucker bestäuben.

Zubereitung: ca. 40 Minuten

Kühlen: mind. 30 Minuten

Backen: 18–22 Minuten

Tipp:

Statt fertiges Apfelmus aus dem Glas zu verwenden, können Sie die Crumbles auch mit Franzis Bratapfelkompott, S. 175 im Buch füllen.

I love Baken

9783898834667_xxxx400

Franziska Schweiger: I love Baken

ZS Verlag

Preis: 21,99 €

Wer backt denn da für uns?

 Nach ihrer Konditorlehre in Rosenheim führte es Franzi Schweiger 2001 nach München. Hier erlernte sie das Handwerk der Patisserie und betreibt mit ihrem Mann, Andi, seit 2006 das gemeinsame Restaurant – Schweiger2, Münchens kleinstem Sternerestaurant, zum Jahresende werden diese aber die Verantwortung an ihren Küchenchef, Dominik Käppeler, abgeben. Außerdem hat das umtriebige Paar noch eine Kochschule im Herzen Münchens, dessen Kurse häufig lange im Voraus ausgebucht sind. Franzis Herz schlägt aber seit jeher für die süßen Sünden und so hat sie inzwischen auch mit der tatkräftigen Unterstützung von Oma und Mama mit Franzis Patisserie eine eigene Produktlinie geschaffen, in der neben Franzis eigenen kreativen Ideen die gehüteten Familie-Rezepte der Schweiger-Weibsen in der 4. Generation zu neuem Leben erweckt werden. Die bekennende Back-Süchtige hat jetzt mit „I love Baken“ bereits ihr zweites Backbuch veröffentlicht. Das herausstechendes an Franziska Schweiger ist ihre ungeheure Energie, mit 21 wurde sie schon zur Chefpatisserie im Restaurant des Münchners Olympiaturms und in ihrer Freizeit ist sie entweder auf dem Snowboard anzutreffen oder im Sommer auf dem Motorrad und beim Klettern. Dabei ist Franziska aber immer noch das bodenständige Mädel aus Rosenheim geblieben und wirkt, ebenso tatkräftig wie sympathisch.

 Erst die Theorie und dann die Kür oder Grundrezepte von einer Expertin!

 Ein bisschen Theorie kann beim Backen nicht schaden findet die Autorin und zuerst einmal werden die Grundrezepte für Biskuit-, Brand-, Hefe-, Mürbe-, Rühr- und Strudelteig noch mal ausführlich mit Step-by-Step-Anleitungen erklärt. Ein klassisches Rezept gibt es auch gleich dazu, so dass wir schon mal üben können. Das ist für mich der richtige Start ins Backvergnügen, denn Backen ist Handwerk, das wir hier von einer echten Expertin mit vielen Tipps und Tricks lernen können. Das ist wirklich sehr solide gemacht und ich vermisse eigentlich nichts, außer Franzis Philosophie zum Brotbacken. Da sie aber von Haus aus, Konditorin und Patisserie ist, ist das hier nachvollziehbar. Die Brotrezepte sind für meinen Geschmack alltagstauglich, denn sie verwenden fertigen Sauerteig, haben aber immer auch ein bisschen Hefe dabei, dass passt für viele besser in ihren Zeitplan, denn es liefert stabile Ergebnisse, die häufig zeitlich auch schneller funktionieren. Die Puristen werden da vermutlich anderer Meinung sein, wer aber kein regelmäßiger Brotbäcker ist, hat es hier zum Start so ein wenig einfacher. Perfekt wäre es gewesen, noch ein wenig an die Hand genommen zu werden und auch die Motivation der Autorin besser zu verstehen, warum sie diese Rezepte gewählt hat. Um es gleich vorweg zu nehmen, die Bäckerin backt sehr häufig mit Umluft, wer mit Ober- u. Unterhitze unterwegs ist liegt damit ca. 20 ° Grad drunter. Für mich wäre es grundsätzlich interessant gewesen, hier die Beweggründe der Profi-Patisserie dazu erfahren, es gibt da sehr unterschiedliche Auffassungen.

Classic meets Modern, die Rezepte von Oma und Mama werden so richtig aufgemotzt!

 Die Frau am Backofen liebt es saisonal und zeigt in den Kapiteln „Aus dem Sommergarten“, „Erntezeit“ und „Winterspeck“ wie man neben den klassischen Back-Rezepten, von Oma und Mama, mit neuen und kreativen Ideen auch für Überraschung an der Kaffee-Tafel sorgen kann. Neben Bienenstich finde ich in der klassischen Sparte auch noch einen tollen gedeckten Apfelkuchen von Franzis Mama, der mit einem sehr elastischen Mürbteig, mit Milch im Teig besticht. Franzis kreativen Backkosmos entspringen Rezepte wie Ricotta-Erdbeer-Strudel, Erdbeerpizza mit Büffel-Mozzarella und Flamingo-Kuchen, der nicht nur Marzipan und Cranberrys intus hat, sondern durch Rote Bete-Saft im Teig mit einer optisch sehr interessanten Zart-Rosa Note für Neues sorgt. Neben soliden handwerklich guten Rezepten in der Sparte Klassik wie Königskuchen, Mohn-Quark-Kolatschen, Bratapfel-Kuchen, einem schnellen Käsekuchen und natürlich darf bei einem Rosenheimer Mädel ein sommerliches Topfengratin und ein Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster nicht fehlen, zeigt Franzi mit Rezepten für einen luftigen Schokokuchen mit Weißbier, Brownies mit Salzkaramell und Nüssen und Schaumkopf-Muffins mit Herz und vielem mehr, das sie viele Ideen hat. Wer dagegen eher auf fixe Ergebnisse setzt, kann sich an der schnellen Tart-Tartin oder auch an einem Kirsch-Schokoladen-Pudding versuchen. Auch leckere Desserts kommen im Buch nicht zu kurz, es gibt z. B. Schwarzwälder Kirschtörtchen als Schichtarbeit im Glas, ein Zitronen-Quark-Tiramisu und einen spannenden Gewürzkuchen mit flüssiger Cashewbutter im Kern. Plätzchenliebhaber werden neben Vanillekipferln, Spekulatius & Co. auch mit schnellen Orangen-Knusper-Florentinern, Kokos-Cookies und Gute-Laune-Keksen in Form von Liebesbärchen beglückt. Wer es herzhaft liebt, wird z. B. mit einem Blaukraut-Baguette überrascht oder probiert das knusprige Fürstätter Krusten Krustenbrot. Die 100 präsentierten Rezepte wurden stimmig zusammengestellt, hier werden viele Interessen und Vorlieben bedient, Franziska Schweiger präsentiert einen sehr schönen Mix aus klassischen und modernen Backrezepten.

 Backen ist für Franzi Yoga!

 Die Frau ist vom Fach und hat langjährige Erfahrung in der ersten Liga. Natürlich gibt es auch mal ein schnelles Rezept, aber Backen ist für Franzi Yoga, da kann sie ganz bei sich selbst sein. Die Rezepte sind auf Geschmack ausgelegt, dafür ist eine leidenschaftliche Bäckerin gerne bereit, hier ein wenig Zeit und Mühe zu investieren. Hier sind diejenigen auf der Suche nach Geschmack, solider Technik und kreativen Überraschungen deutlich besser aufgehoben, als jemand bei dem alles ratzfatz auf dem Kaffeetisch stehen soll.

Saisonal ist hier die Devise – am liebsten mit Früchten aus dem eigenen Garten!

 Die Schweigers lieben es saisonal und regional und die Vorratsregale werden im Sommer in der Rubrik „Meine Küchenschätze“ schon mal lecker bestückt: Da gibt es eine fruchtige Erdbeer-Vanille-Konfitüre, Zwetschgen- oder Bratapfel-Kompott, Waldmeister-Sirup oder Ur-Omas Walnuss-Likör aus grünen Walnüssen, weißes Holunderblüten-Gelee oder auch Franzis Gewürz-Orangen mit Kardamom und Orangenlikör, der perfekt zum Süßkartoffel-Orangen-Kuchen passt. Wer nicht so süß hier unterwegs ist, kann sich an den eingeweckten Gartengurken, Petersilien-Pesto mit Pistazien oder auch ganz klassisch an Bärlauch-Pesto oder an Franzis Kräuterbutter und einem Kräuter-Topfen-Brotaufstrich versuchen.

Abschließend erklärt die Meisterbäckerin in ihrem Back-ABC noch ein paar nützliche Experten-Tipps.

Fazit: Mir hat das Buch gut gefallen, ich finde die Auswahl beeindruckend, sehr professionell und vor allem absolut sympathisch präsentiert. Franzis hat nicht nur die Rezepte kreiert, sondern auch das Food-Styling gemacht. Wer Wert auf handwerklich gut gemachte Rezepte legt, und das Beste aus den Früchten der Saison herausholen möchte, ist hier schon mal richtig. Die Autorin zeigt außerdem sehr viel Kreativität, die mich sehr anspricht. Allerdings sollte man schon ein bisschen Zeit und Leidenschaft für die Sache mitbringen. Beim Brot hat die Patisserie gute Rezepte geliefert und sich sonst zurück gehalten.

Herzlichen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.

Buchteln mit Vanillesauce

© Joerg Lehmann/Brandstätter Verlag
© Joerg Lehmann/Brandstätter Verlag

Quelle: Richard Rauch/Katharina Seiser:  Winter – Die Jahreszeitenkochschule

Fotos: Jörg Lehmann

Christian Brandstätter Verlag

Preis: 34,90 €

In traditionellen Buchtelhochburgen von Salzburg bis Wien toben kleine Glaubenskriege darüber, ob man die kleinen Köstlichkeiten mit B oder W am Beginn schreibt und welche Fülle die richtige ist: Powidl oder Marille? Wie immer in Glaubensfragen haben alle Recht. Und wir sogar vier verschiedene Füllen.

Zutaten (für eine Form 30 x 20 cm):

60 g Butter, 125 ml Milch, 1 Ei, 2 Dotter,
¹⁄³ TL (2–3 g) Salz, 50 g Kristallzucker,
Abrieb von ½ unbehandelten Zitrone,
20 g frische Germ, 260 g glattes Mehl plus Mehl zum Arbeiten

Fülle für diese Teigmenge:

je ca. 120 g Powidl oder Marillenmarmelade
oder ca. 120 g Mohnfülle oder ca. 120 g Nussfülle
100 g Butter zum Tunken, Staubzucker zum Bestreuen

für die Vanillesauce:

1 Vanilleschote, 350 ml Milch, 150 ml Obers,
100 g Kristallzucker, 4 Dotter, 2 cl brauner Rum

Zubereitung:

1 Stunde vor der Zubereitung des Teiges alle Zutaten aus dem Kühlschrank nehmen.

Butter schmelzen. Milch lauwarm erhitzen. Ei, Dotter, Salz, Kristallzucker, Zitronenabrieb, Germ und lauwarme Milch verrühren und mit der flüssigen Butter verquirlen. Mit dem Mehl ca. 5 Minuten zu einem glatten, weichen, geschmeidigen, aber nicht klebrigen Teig verkneten, bis er sich vom Rand löst (am besten mit einer Küchenmaschine/Knethaken).  Ich habe zuerst die Hefe in der lauwarmen Milch aufgelöst und die Hefe bislang nie direkt mit Fett in Berührung gebracht.Mit einem Küchentuch zudecken und bei Raumtemperatur 30 Minuten bis 1 Stunde gehen lassen, bis sich das Volumen etwa verdoppelt. Einmal zusammenschlagen und nochmals 10 Minuten gehen lassen.

Butter zum Tunken schmelzen. Teig in 30–35 (Bei mir sind es nur etwas über 20 geworden, hängt aber auch im Wesentlichen davon ab, wie gut die Hefe aufgegangen ist, bzw. wie lange sie dafür Zeit hat, hier gilt mehr macht mehr!) kleine Stücke teilen. Teigstücke flach drücken oder Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche 7–8 mm dick ausrollen und Kreise mit 4 cm Ø ausstechen. Mit der gewünschten Fülle (je ca. ½ TL) füllen (am besten mit einem Spritzsack). Teigränder über die Fülle ziehen und mit den Fingern gut verschließen. Buchteln kurz in flüssige Butter tunken und mit dem Verschluss nach unten in eine Form setzen. Buchtel für Buchtel wiederholen und dicht, aber nicht zu eng nebeneinander in die Form setzen. Nochmals ca. 10 Minuten bei Raumtemperatur mit dem Küchentuch zugedeckt gehen lassen.

Buchteln im vorgeheizten Ofen bei 160 °C Umluft 30 Minuten hellbraun backen. In der Form lauwarm auskühlen lassen, so bleiben sie schön saftig. Stürzen, in Stücke zupfen und mit Staubzucker bestreuen.

Vanilleschote weich massieren, längs halbieren, Mark auskratzen. Mit Milch, Obers, Zucker und Vanilleschote in einem Topf aufkochen. Dotter mit einem Schneebesen einrühren, bis die Masse zu binden beginnt. Vanilleschote entfernen, Rum einrühren. Vanillesauce nach Wunsch lauwarm oder kalt zu den Buchteln servieren. Hier ist wieder der Profi am Werk, damit das Eigelb bindet, darf es nicht mehr kochen, wer auf Nummer sicher gehen will, arbeitet gleich im Wasserbad. Für mich hat das aber so gepasst.

Tipps: Wenn die Buchteln für kleine Feinspitze zubereitet werden, den Rum in Fülle und Sauce weglassen. Ungefüllt heißen kleine Buchteln Dukatenbuchteln. Während bei den mit Marillenmarmelade oder Powidl gefüllten die Vanillesauce dazu köstlich, aber kein Muss ist, gehört sie bei Dukatenbuchteln zwingend auf den (vorgewärmten) Teller. Manchen Menschen wird nachgesagt, sie bereiten Dukatenbuchteln nur zu, um löffelweise hausgemachte Vanillesauce essen zu können.