Das ultimative Frühstücksbananenbrot mit Pecannüssen

©Brian Ferry

Quelle: Anna Jones: A modern way to cook

Mosaik Verlag

Preis: 22;– €

In eine handelsübliche Kastenform passen in Deutschland ca. 750 g. 900 g Teig benötigt eine Kastenform von 30 cm, diese ist im angelsächsischen Raum aber eine handelsübliche Größe. Das Brot hat meinen kleinen Neffen, die zu Besuch waren toll geschmeckt, auch die Eltern waren begeistert, ich habe aber für die Kinder vorerst den Kümmel weggelassen, um auf der sichereren Seite zu sein. Auch Schokolade musste für das Frühstück nicht sein. Ich habe aber großes Vertrauen in die Kreationen von Anna und möchte das Rezept gerne noch mal genauso wie von ihr vorgeschlagenen backen. Prima Möglichkeit, auch überreife Bananen, die es bei uns immer wieder gibt weiter zu verwerten.

Hier ist mein ultimatives Bananenbrot – weich, saftig und luftig zugleich, mit einer Körnerkruste, die jeden schwedischen Bäcker stolz machen würde, und dicken Stücken Bitterschokolade darin. Und das alles ganz ohne Gluten, Milchprodukte und Zuckerraffinade. Toasten Sie es hingebungsvoll zum Frühstück und gratulieren Sie sich zu einem unverschämt leckeren Genuss ganz ohne Reue und schlechtes Gewissen.

Nicht weniger gut und etwas weniger sündig ist dieses Brot ohne die Schokolade. Ich verwende Schokolade, wenn ich es zum Nachmittagstee serviere, und lasse sie weg, wenn es unser Frühstücksbrot ist. Viel besser als gewöhnlicher Toast oder der ewige Porridge. Wer keinen Kokosblütenzucker findet, nimmt braunen Rohrohrzucker.

Zutaten (für einen großen Laib mit 900 g): 75 g zerlassenes Kokosöl, plus extra zum Einfetten 200 g Pecannusskerne (Walnüsse gehen auch),  200 g kernige Haferflocken, 4 große reife Bananen 100 g, Kokosblütenzucker (bei mir brauner Zucker),  plus 1 EL (nach Belieben), 100 g Ahornsirup, 100 ml ungesüßte Mandelmilch,  2 TL Backpulver, Meersalz, 1 kräftige Prise Kümmelsamen (nach Belieben), 75 g Bitterschokolade (70 % Kakaoanteil)

Zubereitung:

Den Ofen auf 170 °C (150 °C Umluft/Gas Stufe 3) vorheizen. Sämtliche Zutaten bereitlegen und eine beschichtete Kastenform (900 g) mit Kokosöl einfetten.

Während der Ofen vorheizt, die Pecannüsse 10 Minuten darin rösten, anschließend grob hacken und beiseitelegen. Inzwischen die Haferflocken im Mixer zu einem krümeligen Mehl zermahlen und in eine Schüssel geben.

Die geschälten Bananen sowie 100 g Kokosblütenzucker, den Ahornsirup, die Mandelmilch und das zerlassene Kokosöl im Mixer zermahlen, bis alles gleichmäßig vermengt ist. Hafermehl, Backpulver und eine kräftige Prise Salz zugeben und erneut mixen, dann die Pecannüsse untermischen und die Kümmelsamen hineingeben, falls verwendet.

Die Hälfte des Teiges in die vorbereitete Form füllen. Die Schokolade in Riegel brechen und entlang der Mitte auf den Teig legen. Den restlichen Teig einfüllen und mit dem übrigen Kokosblüten bestreuen. 1 Stunde und 10 Minuten backen – zur Garprobe mit einem Spieß einstechen, es sollte kein Teig mehr daran haften. Auf einem Kuchengitter mindestens 30 Minuten abkühlen lassen.

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Kross

© Evan Sung

Raquel Pelzel: KROSS! Knusprige Brote, köstlich belegt: Toasts in Höchstform

Preis: 16,95 €

Fotos: Evan Sung

Verlag: Phaidon by Edel

 „ Beim Brot da geht noch was – oder Upgrade gefällig, aber kross muss es sein!“

 Worum geht’s?

 Erinnern Sie sich auch noch an Hawai-Toast, das war in den Achtzigern der Inbegriff von Toast-Kultur, mir kommen da ganz schreckliche Erinnerungen hoch, labbrige Toast-Scheiben aus der Backfabrik, Formvorderschinken und Dosen-Ananas……

 Toast-Brot und vor allem hochwertig gemachte Brot-Snacks für alle Gelegenheiten sind aber besonders in den USA seit einigen Jahren wieder in aller Munde, aber nicht etwa das Kasten-Weißbrot, das sich Millionen Menschen morgens in den Toaster schieben, sondern ein edles, handwerklich gut gemachtes Brot ist die Grundlage dafür. Angefangen hat es in der Trend-Küche San Franciscos bevor dieses Food-Phänomen die Ostküste und insbesondere New York eroberte.

Kündigen Sie Low-Carb doch mal die Freundschaft auf und lassen Sie sich von Raquel Pelzel in ihr köstliches Brot-Universum entführen, Sie werden staunen, was da an knusprig leckeren Ideen alles versammelt ist:

 Was ist drin – oder ohne Kniff ist langweilig!

 Im schönen handlichen Bändchen sind 50 Rezepte für knusprig köstliche Brot-Kreationen vereint, die vom Grillrost geküsst, im Ofen oder im Toaster geröstet und auch mal in der Pfanne gebraten und mit vielerlei leckeren Toppings belegt werden.

Die ganze Pracht, die sich da ausbreitet ist saisonal von „Herbst“ bis „Sommer“ jeweils auf einer Doppelseite präsentiert und mit tollen geschmackvollen Fotos garniert, die perfekt zum Thema, eine rustikale Sprache sprechen. Alles wirkt nicht überstylt, so dass man sich die Brote auch auf dem eigenen Esstisch gut vorstellen kann.

Alle Rezepte sind zudem so konzipiert, dass die Zutatenliste übersichtlich bleibt und stammen nicht nur aus der Feder der Autorin, sondern die Urheber einiger Rezepte sind bekannte Spitzenköche oder Blogger aus dem angelsächsischen Raum.

Von süß bis salzig ist alles dabei, was vom Frühstück bis zum Abendessen satt und glücklich macht. Raquel Pelzel geht es um Balance und Kontrast,  jeder Bissen ihrer krossen Meisterwerke liefert ein neues Geschmackserlebnis: von crunchy zu warm, zu cremig, on top noch ein Hauch Salz, das eine reichhaltige Sauce aus balanciert, alles herrlich kreativ und immer auch mit überraschendem Kniff, dafür hat die Dame ein ausgesprochenes Händchen!

Die Rezepte haben häufig einen internationalen Einschlag, arabisch, italienisch, asiatisch und eine deutliche Referenz zum angelsächsischen Raum ist zu erkennen. Mir läuft buchstäblich das Wasser im Mund zusammen und schon beim Lesen und Betrachten krieg ich Lust aufs Nachkochen und der Funke springt über, endlich mal wieder ein Kochbuch, das Lust macht, auch eigene Varianten zu kreieren!

Auch die nützliche und sehr komprimierte Einführung, die u. a. auch erklärt, welche Brotsorte lieber mit Toaster, Pfanne oder Backofen auf Tuchfühlung geht, hat mich überzeugt.

Meine Erfahrungen:

Wir haben bereits das „Röstbrot mit Bärlauchpesto, Burrata und Kirschpaprika“ probiert und das war sehr lecker, wenn auch im Moment erstmal mit einem Frühlingszwiebel-Pesto, ich freue mich auf die Bärlauch-Saison, dann endlich auch im Original.

Auch das „Röstbrot mit Linsen, Speck und Kohl“ fand großen Anklang und der „Toast mit ofengegarter roter Bete, Labneh und Safran-Honig“ war einfach der Knaller, auch wenn es ein bisschen mehr Mühe gemacht hat.

Das schöne Buch hat aber noch so viele Optionen die mich ungeheuer angesprochen haben, so dass ich es regelrecht mit gelben Zetteln gespickt habe. Hier hat jemand meinen Geschmack komplett getroffen und ich freue mich auf weitere köstliche Abenteuer im Brot-Kosmos!

Was sagt der Supermarkt dazu?

Die Zutaten sind häufig in jedem gut sortierten Supermarkt leicht zu besorgen, wenn man von einigen wenigen Ausnahmen absieht, wie beim „Toast mit ofengegarter roter Bete, Labneh und Safran-Honig“.

Müssen wir uns anstrengen, bevor es los geht?

Nein, aber es wird natürlich richtig gekocht und nicht nur einfach ein Toast belegt und ab in den Ofen. Dafür ist das, was dabei herauskommt, auch sehr, sehr viel besser als ein langweiliger Hawai-Toast. Die Zubereitungszeiten sind übersichtlich und an Gerätschaften kommt das zum Einsatz, was eigentlich jeder zu Hause hat, ich habe jedenfalls nichts entdeckt, was eine Aufrüstung an Equipment bedeuten würde.

 Fazit: Für mich ist das Buch von Raquel Pelzel eine tolle kreative Überraschung, ein Kochbuch nicht nur für jeden Tag, sondern auch eine schöne Möglichkeit, Gäste unkompliziert mit köstlichen „Stullen“ zu überraschen. Die meisten Rezepte funktionieren ohne übertriebenen Aufwand, das gefällt mir!

Focaccia mit Rosmarin & Oliven-Focaccia

© ZS Verlag / Jan-Peter Westermann
© ZS Verlag / Jan-Peter Westermann

Quelle: Tanja Dusy: Brot & Aufstriche

Fotos: Jan-Peter Westermann

ZS Verlag

Preis: 15,99 €

 Perfekt für eine Grill-Party, das Rezept ist nicht spektakulär hat, aber gut funktioniert.

Zutaten:

Focaccia mit Rosmarin

Für den Teig:

½ Würfel Hefe (21 g)

450 g Weizenmehl ( Type 550)

150 g Weizenmehl ( Type 1050)

1 geh. TL Salz (10 g)

2 EL Olivenöl

Außerdem:

Olivenöl zum Verarbeiten und zum Bestreichen

Mehl zum Verarbeiten

1 TL Meersalz

4 Zweige Rosmarin

Oliven-Focaccia

Zutaten siehe oben

Außerdem:

je 100 g grüne und schwarze Oliven (ohne Stein; trocken eingelegt)

2 TL getrocknete Italienische Kräuter

Zubereitung:

 Focaccia mit Rosmarin

Die Hefe mit 400 ml lauwarmem Wasser verrühren. Beide Mehlsorten mischen, davon die Hälfte mit dem Hefewasser zu einem breiigen Teig verrühren. Zugedeckt bei Zimmertemperatur 2 Stunden gehen lassen.

Das restliche Mehl und das Salz über dem Hefeansatz verteilen, mit dem Olivenöl beträufeln. Mit den Knethaken des Handrührgeräts 2 Minuten auf niedriger, dann 3 Minuten auf hoher Stufe kneten. Zu einer Kugel formen, dünn mit Olivenöl bestreichen. In einer geölten Schüssel 1 ½Stunden gehen lassen.

Ein Backblech ölen. Den Teig halbieren, zu zwei Kugeln formen und auf der bemehlten Arbeitsfläche mit wenig Druck zu je etwa 15 × 20 cm großen Rechtecken ausrollen. Die kurzen Seiten bis zur Mitte nach innen klappen und die Fladen mit etwas Abstand auf das Blech legen; leicht flach drücken.

5 EL Olivenöl, 6 EL Wasser und Meersalz mit dem Schneebesen cremig schlagen, die Fladen damit bestreichen. An einem warmen Ort 1 Stunde gehen lassen, dabei drei- bis viermal mit den Fingern kräftige Dellen in den Teig drücken.

Den Backofen auf 240 °C vorheizen, dabei ein mit Wasser gefülltes, tiefes Backblech miterhitzen. Rosmarin waschen, trocken tupfen. Die Nadeln einzeln oder in Sträußchen auf die Fladen streuen. Sobald die Backtemperatur erreicht ist, das Blech mit dem Wasser herausnehmen. Die Backofentemperatur auf 210 °C reduzieren und die Focaccia zügig im Ofen auf der unteren Schiene 20 bis 25 Minuten knusprig braun backen.

Oliven-Focaccia

Die Oliven grob zerkleinern und mit den Kräutern (den Rosmarin weglassen) unter den Teig kneten. Wie beschrieben gehen lassen und backen.

Zubereitungszeit: 35 Min. | Ruhezeit: 4 Std. 30 Min. | Backzeit: 20 –25 Min

Brioche

© ZS Verlag / Jan-Peter Westermann
© ZS Verlag / Jan-Peter Westermann

Quelle: Tanja Dusy: Brot & Aufstriche

Fotos: Jan-Peter Westermann

ZS Verlag

Preis: 15,99 €

Brioche

 Herrlich luftige Brioche, uns hat das gut gefallen, P.S. Ich habe den Teig gleich über Nacht im Kühlschrank gehen lassen, dann sind leckere Brioche fürs Sonntagsfrühstück wirklich schnell gemacht, wer will und Platz hat, kann diese gleich in der Form gehen lassen. Tanja empfiehlt z. B. auch den Teig alternativ in einer Kastenform (30 cm)zu backen: Dazu in 5 gleich große Kugeln formen, nebeneinander in die eingefettete Form legen und zugedeckt 2 Stunden gehen lassen. Mit Ei bestreichen und die Kugeln auf der Oberfläche mittig einschneiden. Bei 180 °C 25 bis 30 Minuten backen.

 Zutaten:

 Für den Teig (für 1 Muffin-Blech (12 Stück):

350 g Weizenmehl

( Type  405)

40 g Zucker

1 TL Salz ( 7 g)

15 g frische Hefe

80 ml Milch

3 Eier

200 g sehr weiche Butter

Außerdem:

Mehl zum Verarbeiten

Butter für die Form

1 Eigelb zum Bestreichen

Zubereitung:

Mehl, Zucker und Salz in einer Rührschüssel gründlich mischen. Die Hefe zerbröckeln und darauf streuen. Die Milch in einem kleinen Topf lauwarm erhitzen und mit den

Eiern zu den anderen Zutaten in die Schüssel geben. Alles mit den Knethaken des Handrührgeräts 3 Minuten auf niedriger Stufe zu einem festen Teig verkneten. Die Butter in Stücken dazugeben und auf mittlerer bis hoher Stufe 6 Minuten zu einem weichen, elastischen Teig kneten.

Den Teig in einer bemehlten Schüssel zugedeckt an einem warmen Ort 1 Stunde gehen lassen. Anschließend im Kühlschrank weitere 2 Stunden ruhen lassen.

Die Mulden der Muffin-Form mit Butter einfetten. Den Teig noch einmal kurz durchkneten, zu einer Kugel formen und in 12 Portionen teilen. Von jeder Portion etwa ein Drittel abnehmen und erneut zu einer Kugel formen. Die größeren Portionen zu großen Kugeln formen, in die Mulden setzen, oben leicht mit den Fingern eindrücken und jeweils eine kleine Kugel daraufsetzen. Mit einem Küchentuch abdecken und weitere 30 Minuten gehen lassen.

Inzwischen den Backofen auf 180 °C vorheizen. Das Eigelb mit 1 EL Wasser verquirlen und die Brioches damit bestreichen. Im Ofen auf der mittleren Schiene 15 bis 20 Minuten goldbraun backen. Aus dem Ofen nehmen und leicht abkühlen lassen. Die Brioches aus den Blechmulden drehen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.

Zubereitungszeit: 25 Min. | Ruhezeit: 3 Std. 30 Min. | Backzeit: 15 –20 Min.

The Bread Exchange

The Bread Exchange von Malin Elmlid
The Bread Exchange von Malin Elmlid

Malin Elmlid: The Bread Exchange

Prestel Verlag

Preis: 29,95 €

 „Teilen ist das neue Kaufen, oder ein Sauerteig auf Reisen!“

 Worum geht’s?

 Malin Elmlid ist eine Schwedin, die seit 2007 in Berlin lebt und ursprünglich in der Modebranche tätig war. Beim Brot hat sie aber noch nie Kompromisse gemacht, da konnte ihr Low-Carb schon immer gestohlen bleiben. Malin liebt Weizen-Sauerteig-Brot nur das ist auch in Deutschland, in dem Land des Brotes schlechthin, in guter Qualität nicht mehr sehr einfach zu bekommen. Wir sind halt eher für gute Roggen- und Schwarzbrote bekannt.

Echtes Brot, das weder in hochindustrialisierten Backfabriken gefertigt, noch tiefgekühlt und wieder aufgetaut wird, das kaum Zusatzstoffe enthält und das mit hochwertigen Rohstoffen hergestellt wird, gibt es bis auf wenige Ausnahmen auch in Bäckereien leider nur noch selten, deshalb hat Malin Elmid begonnen, selber Sauerteigbrote zu Hause zu backen. Malin war mit Liebe und Leidenschaft bei der Sache, hat probiert und verbessert und backte bald so viele Brote, dass sie diese nicht mehr allein essen konnte und anfing, es an Nachbarn und Freunde zu verschenken.

Wie sieht es aus?

 Sehr geschmackvolles Understatement, eine klassische Schönheit in Erdtöne und grünem Leinenrücken. Die Fotos vermitteln einen zeitlosen hochwertigen Vintage-Look und zeigen nicht nur Rezepte, sondern vermögen es auch Geschichten zu erzählen, von einer Mittsommer-Nacht in Schweden, einer Rooftop-Party in New York, oder vom Brotbacken in Kabul.

Was ist drin – oder mit Konzertkarten fing alles an!

 „Einmal rief der Kollege einer Freundin bei mir an und wollte mir Karten für die Philharmonie schenken, weil ihm mein Brot so gut geschmeckt hat“, erzählt Malin:

Als immer mehr solche Angebote kamen, gründete sie 2009 ihre Website „The Bread Exchange“, um auch mit Fremden zu tauschen. Das sprach sich schnell herum, bis heute hat sie weit mehr als 1000 Brote eingetauscht, oft sechs Laibe pro Woche –  z. B. gegen Käsefondue aus Montreux, Fahrradreparaturen, Lammkeulen oder sogar ganze Wildschweine. Zuletzt tauschte sie Brot gegen die Fotos für ihr Brot-Backbuch „The Bread-Exchange“, das kürzlich endlich auch auf Deutsch erschienen ist.

Eine Geschichte des am weitesten gereisten Sauerteigs der Welt – oder Abenteuer inklusive:

In ihrem Buch zu ihrer „Bread-Exchange-Reise“, teilt die Autorin mit uns ihr Geheimnis für das beste Sauerteig-Brot aus ganz elementaren Zutaten wie schlichtes Wasser, Mehl und Salz. Malin nimmt sich dabei viel Zeit alles sehr ausführlich zu erklären, hat auch viele persönliche Tipps parat und liefert außerdem fünf leckere Rezepte vom einfachen Sauerteigbrot bis zum finnischen Wohlfühlbrot. Es sieht alles wirklich lecker aus – das geht ja schon mal gut los, finde ich!

Außerdem wartet sie mit weiteren Lieblings-Rezepten ihrer Tauschpartner auf und nimmt uns mit auf eine abenteuerliche Reise durch insgesamt 12 bereiste Ländern: Es geht z.B. zu Pferd durch die Wüste Sinai, auf geheime Lebensmittelmärkte in Kalifornien und wundervolle Mittsommerfeste in Skandinavien.

Ein Buch mit Message – oder teile mit mir, was Dich bewegt und auf das Du stolz bist!

 Malin Elmid erzählt auch von ein paar ihrer persönlichsten 1400 Tauschgeschäfte: Und schnell ist klar, hier geht es nicht nur um Kochen, erfahren, lesen, sondern das Buch will auch anregen zum Nachdenken, vielleicht mal wieder etwas selbst zu machen. Liebe und Hingabe in etwas zu investieren und sich mit anderen daran erfreuen.

Es kann ungeheuer entspannend sein, einfach was mit den Händen zu machen, ob das nun Brot-Backen oder in der Erde wühlen ist, entscheidet jeder selbst. Und es gibt einfach nichts Schöneres als jemand etwas sehr persönliches zu schenken. Man kommt darüber ins Gespräch, kann sich austauschen und der Beschenkte, hat häufig genauso das Bedürfnis, sich entsprechend zu revanchieren. Natürlich ist das nichts neues, aber leider ein bisschen aus der Mode gekommen, selbst auf dem Land, wird die Marmelade lieber im Supermarkt gekauft, als die Früchte aus dem Garten zu verwenden – oder Gartenerzeugnisse mit den Nachbarn zu tauschen.

Eine Moral, die keine ist – oder nicht alles kann man mit Geld adäquat entlohnen!

 Um es gleich vorweg zu nehmen, Malin ist keine weltfremde Öko-Tante, sondern eine hübsche moderne junge Frau, die auch bei ihrem Job in der Modebranche sehr viel Wert auf Qualität gelegt hat, wenn man sich die Bilder anschaut, sieht man das sehr deutlich.

Wenn wir hochwertige selbstgemachte Produkte versuchen mit Geld zu bezahlen, wird es aber meistens sehr teuer, Handarbeit hat ihren Preis und persönliche Nähe, persönliche Interaktion und Inspiration sind durch Geld sowieso nicht aufzuwiegen. Ich persönlich verschenke Weihnachten nur noch selbstgemachte Dinge, sei es ein Pflaumenmus, Chutneys oder ähnliches und ich hatte unterm Jahr noch nie so viel Spaß dabei, das ist der perfekte Ausgleich für mich zu einem hektischen Job.

Ist das Buch nun ein Brotbackbuch – oder was?

 Wir lernen natürlich im Buch auch die 5 Lieblings-Brotrezepte der Autorin kennen, aber es geht um viel mehr, es geht um Begegnung, um Tauschen, die Geschichten von Malins Tauschpartnern und deren Lieblings-Rezepte, die sie im Gegenzug als Produkte eingetauscht haben.

Was ist sonst noch besonders – oder ein sehr persönliches Kochbuch, das Freiheiten lässt, aber Wert auf Qualität legt

 Als ehemalige Münchnerin hatte es mir auf den ersten Blick das Rezept für die Schmalznudeln aus dem „Cafe Frischhut“ angetan. Wir haben die am Wochenende probiert und es hat uns ausgesprochen gut geschmeckt.

Aber auch das „The Bread-Exchange-Sauerteigbrot“ steht schon auf der Nachkoch-Liste, denn der Brot-Backstein ist in unserem Wochenend-Häuschen geparkt. Ich freue mich schon darauf es auszuprobieren und es macht mir riesig Spaß, jeden Abend weiter im Buch zu schmökern. Hier könnt Ihr Malin bei der Zubereitung sehen

Schön, dass bei den Grundzutaten, da wo es darauf ankommt, Wert auf eine gute Qualität gelegt wird, das heißt das Salz im Brot, sollte immer von herausragender Qualität sein, beim Kochwasser für die Kartoffeln spielt das aber keine große Rolle meint die Autorin.

Und zum Glück versteht sie das Buch auch eher als Inspirations-Quelle und keine „in Stein gemeißelte“ Nachkoch-Anleitungen, das entspricht auch meiner Philosophie von entspanntem Kochen. Ich schaue mir ein Rezept nach Studium im Kochbuch meiner Wahl, gerne noch mal im Internet an und ergänze oder lasse weg, um es zu meinem Rezept zu machen. Bei den von uns favorisierten Lieblings-Rezepten ist das Endergebnis, sowieso sehr nah an der Rezeptvorlage, das stelle ich am Ende immer wieder fest, aber so hat man ein bisschen Spielraum und wird auch selbst ein bisschen kreativ.

 Fazit: Das schöne Buch von Malin Elmlid ist ein sehr schönes Buch, auf dessen Übersetzung ich lange gewartet habe, mir gefällt dabei, dass es nicht nur Rezepte liefert, sondern unterhält und vor allem zum Nachdenken anregt, ohne auf ästhetische Schönheit und Inszenierung zu verzichten, das erscheint mir einfach der zeitgemäßere und authentischere Ansatz für ein solches Thema in 2016.

Vielen Dank für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.