Germknödl mit Powidlfüllung

©Arnold Pöschl

Quelle: Antonia Kögl: Wien – Die Kultrezepte

Fotos: Arnold Pöschl

Christian Verlag

Preis: 30,–

Oh je, das war so lecker, geht bei mir aber nur mit einem selbstgemachten Powidl, sonst lohnt die Mühe nicht, bei gekauftem war ich bisher nie zufrieden, zum Glück hat unser Pflaumenbaum uns letztes Jahr reich beschenkt und es steht noch das eine oder andere Glas im Keller.

Zutaten (für 4 Personen):

250 g Weizenmehl

plus mehr für die Arbeitsfläche

20 g frische Hefe

120 ml lauwarme Milch

2 EL Zucker

1 unbehandelte Zitrone

2 Eier

4 EL Powidl

Salz

Für die Dekoration:

50 g Butter, zerlassen

4 EL gemahlener Mohn

Puderzucker

Zubereitung:

Das Mehl in eine Schüssel sieben, in die Mitte eine Mulde drücken und die Hefe hineinbröseln. Die lauwarme Milch und den Zucker zugeben, etwas verrühren und zugedeckt an einem warmen Ort 40 Minuten gehen lassen.

Die Zitrone heiß waschen und die Schale abreiben. Die Eier verquirlen, mit der Zitronenschale verrühren und unter den Vorteig heben. Zu einem glatten Teig verarbeiten und zugedeckt nochmals 45 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.

Den Teig in vier Portionen teilen und auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu vier Teigkreisen von etwa 1–2 cm Höhe ausrollen. Auf jedes Teigstück 1 EL Powidl geben, die Knödel verschließen und zu möglichst runden Kugeln formen. Darauf achten, dass die Knödel gut verschlossen sind, und abgedeckt nochmals 1 Stunde ruhen lassen.

In einem ausreichend großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Die Knödel sollten frei im Topf schwimmen können, ansonsten lieber zwei Töpfe verwenden. Die Knödel bei geringer Temperatur 15 Minuten ziehen lassen, dabei ab und zu wenden.

Mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser heben, abtropfen lassen und auf Tellern anrichten. Mit zerlassener Butter übergießen und mit Mohn und Puderzucker bestreuen.

 Zubereitungszeit: 40 Minuten, Zeit zum Gehen 2 Stunden 25 Minuten

Bourbon Brownies

©Jenny Zarins/Comfort Food, Prestel Verlag

Quelle: Russel Norman: Comfort-Food oder gute Laune Küche aus New York

Prestel Verlag

Preis: 32,– €

 So gut, Kalorienzählen ist verboten!

Brownies konkurrieren mit Apfelkuchen um Platz eins der beliebtesten Desserts der Amerikaner. Auch in Deutschland  ist der Schokokuchen als Brownie bekannt und beliebt, in Großbritannien spricht man dagegen von „chocolate brownies“. Ein Brownie sollte saftig-feucht, aber fest sein. Leichtigkeit ist nicht das Ziel. Eine ordentliche Beigabe von Alkohol macht ihn sogar regelrecht schwer. Die Zubereitung beginnt bereits einen Tag im Voraus.

Zubereitung (für acht Stücke):

200 g getrocknete Feigen, in grobe Stücke geschnitten

150 ml Bourbon Whiskey

250 g ungesalzene Butter, gewürfelt, plus ein Stück zum Einfetten

200 g dunkle Kuvertüre, gehackt

100 g geschälte Walnüsse, grob gehackt

80 g Kakaopulver

65 g Mehl

1 TL Backpulver

200 g feinkörniger Zucker

4 mittelgroße Eier

Zum Anrichten Vanilleeis

Zubereitung:

Feigen über Nacht im Whiskey einweichen. Am nächsten Tag abgießen, den Whiskey für später aufbewahren.

Ofen auf 180 ºC vorheizen. Ein 20 × 30 cm großes Backblech einfetten und mit Backpapier auslegen.

Butter und Schokolade gemeinsam im Wasserbad schmelzen. Dann vom Herd nehmen und die Feigen und Walnüsse in die Masse geben.

In einer anderen Schüssel Kakaopulver, Mehl, Backpulver und Zucker vermischen. Alles zur Schokoladenmasse hinzufügen und gut unterrühren. In einem Messbecher die Eier aufschlagen, dann ebenfalls gut mit der Schokoladenmasse vermengen.

Teig auf das vorbereitete Backblech geben und mit der Rückseite eines Löffels verteilen. Im vorgeheizten Ofen 25 Minuten backen, Backblech einmal drehen und weitere 10 Minuten backen (oder so lange, bis an der Spitze eines hineingesteckten Messers kein Teig mehr kleben bleibt).

Backblech aus dem Ofen nehmen, Brownie mit einem Zahnstocher großflächig einstechen und in die Löcher den Whiskey der eingelegten Feigen träufeln. In acht gleich große Stücke schneiden und noch warm mit jeweils einer Kugel Vanilleeis servieren.

Mandeleistorte mit süßem Wein

© David Loftus

Quelle: Eleonora Galasso: La Dolce Vita

Knesbeck Verlag

Preis: 29,95 €

Sehr lecker- Vorsicht das kann süchtig machen! P.S. Eine Kastenform in die 900 g. passt gibt es im Internet, es handelt sich hier um eine häufig bei englischen Rezepten verwendete Größe. Ich habe eine Kastenform mit 30 cm verwendet, da diese ca. 1 kg. Teig fasst. Handelsübliche Kastenformen haben aber meistens eine Länge von 25 cm, die fassen nur 750 g. Masse. Brombeeren um diese Jahreszeit selbstverständlich nicht frisch, sondern aus der Tief-Kühlteke.

Dieses mächtige Dessert ist ein Mittelding zwischen Sorbet und gelato, gelingt aber einfach ohne Eismaschine, Eiswürfel und diesen ganzen Kram. Die Füllung ist so luftig wie die Wolken am Himmel Roms, begleitet von Starenschwärmen mit ihren waghalsigen Flugmanövern. Eine gute Chance auf dieses Luftspektakel hat man Mitte Oktober, wenn die Blätter von den Bäumen fallen und die Straßen dieser liebenswerten Stadt bedecken. Als Alternative zu den cantucci nehme ich auch gern einfache Vollkornkekse mit einer Handvoll Haselnusskernen, die ich einige Minuten in einer kleinen Pfanne geröstet habe. Eine Kastenform (900 g) so mit Frischhaltefolie auslegen, dass diese über die Seiten hängt (so lässt sich der fertige semifreddo leichter aus der Form nehmen).

Zutaten (für 8 Personen):

400 g cantucci (Mandelgebäck)

3 Eier (Größe L), getrennt

50 g Zucker

1 Prise Salz

400 ml Schlagsahne

1 EL Zitronensaft

120 ml Vin Santo, Marsala oder Madeira

170 g frische Brombeeren (nach Belieben; alternativ TK-­Ware, aufgetaut)

Zubereitung:

Eine Kastenform (900 g) so mit Frischhaltefolie auslegen, dass diese über die Seiten hängt (so lässt sich der fertige semifreddo leichter aus der Form nehmen).

In einen großen Gefrierbeutel die cantucci geben und mit einer Teigrolle durch wiederholtes Klopfen und Rollen fein zerbröseln, beiseitestellen.

In einer großen Schüssel das Eigelb gemeinsam mit dem Zucker zu einer hellen, cremigen Masse mit dem doppelten Volumen aufschlagen. In einer zweiten Schüssel das Eiweiß mit 1 Prise Salz steif schlagen. In einer dritten Schüssel die Sahne cremig aufschlagen.

Den Eischnee und die Schlagsahne vorsichtig unter die Eigelb-Zucker­Masse heben. Den Zitronensaft und ein Viertel der zerbröselten cantucci unter die Creme heben.

In einer kleinen Schüssel die restlichen Keksbrösel mit dem Vin Santo tränken und gut mischen.

In die Form zuerst eine Schicht eingeweichte Keksstücke legen, dann eine dicke Schicht Creme darauf verteilen. Weitere Schichten immer abwech­selnd hinzufügen, bis die Zutaten aufgebraucht sind, dabei mit einer Schicht cantucci abschließen. Die Frischhaltefolie über der Torte zusammenklappen und die Eistorte mindestens 4 Stunden fest gefrieren lassen.

Abschließend den semifreddo 10–15 Minuten vor dem Servieren aus dem Gefrierfach nehmen, damit er etwas antauen kann. Zum Servieren die Eistorte auf eine ovale Servierplatte stürzen, die Frischhaltefolie entfernen. Mit einigen Brombeeren bestreut und in dicke Scheiben geschnitten servieren.

Zubereitungszeit: 30 Minuten plus Zeit zum Einfrieren

Sesam-Mandel-Krokant mit Ingwer

©Laura Edwards

Quelle: Caroline Eden/Eleanor Ford: Samarkand

Fotos: Laura Edwards

Hölker Verlag

Preis: 24,95 €

Krokant steht bei uns hoch im Kurs, diese Variante mit kandiertem Ingwer drin hat uns besonders gut gefallen. Den Tipp mit dem Backpulver werde ich gerne auch bei anderen Rezepten übernehmen.

Sesamkrokant ist in Usbekistan eine beliebte Süßigkeit und diese Variante mit Mandeln und Ingwer schmeckt nach mehr. Backpulver lockert den Krokant und der kandierte Ingwer sorgt für Würze und Biss.

Zutaten (ergibt 25 – 30  Stück):

180 g Zucker

4 EL Honig

120 g Sesamsamen

100 g blanchierte Mandelkerne

25 g Butter

60 g kandierter Ingwer, grob gehackt

1 gestrichener TL Backpulver

Zubereitung:

Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Zucker, Honig und 80 ml Wasser in einen Topf geben und ohne Rühren sanft köcheln lassen, bis der Zucker geschmolzen ist. Die Hitze erhöhen und Sesam und Mandeln einrühren. Unter Rühren aufkochen lassen – der Zucker wirft Blasen, bevor er zu karamellisieren beginnt. Weiterrühren, bis der Karamell schön gebräunt ist, dann den Topf vom Herd nehmen.

Die Butter zum Karamell geben und, sobald sie geschmolzen ist, den kandierten Ingwer zugeben. Das Backpulver unterrühren, was das Ganze leicht zum Schäumen bringt. Auf das Backblech gießen und mit der Rückseite eines Löffels 2 cm dick zu einem Rechteck (ca. 20 x 28 cm) verstreichen. Vollständig abkühlen lassen. Auf ein Schneidebrett geben und in kleine Quadrate schneiden. In einem luftdicht verschließbaren Behälter aufbewahren. Der Krokant hält sich ewig, wird aber mit der Zeit etwas klebrig.

Mandel-Safran-Kuchen

© Lisa Linder/Knesebeck Verlag
© Lisa Linder/Knesebeck Verlag

Quelle: Amandip Uppal: Einfach indisch

Fotos: Lisa Linder

Knesebeck Verlag

Preis: 24,95 €

Die Orangenschale verleiht diesem supersaftigen und dennoch federleichten Kuchen eine zarte Bitternote, die Kardamomsamen sorgen für Biss und einen interessanten Kontrast. Ein Dessert für jede Tageszeit. Mir hat dieser Kuchen sehr gut gefallen, weil es ein würdiger Abschluss für ein indisches Essen mit Freunden sein kann, ohne dass es zu kompliziert wird, nicht immer ganz einfach wenn man hier klassisch bleibt. Das Kochen der Orangen hat mich am Anfang sehr verwundert, hat sich aber im Ergebnis als tolle Idee erwiesen, die für einen sehr saftigen Kuchen mit tollen Orangen-Aroma gesorgt hat. Am besten Bio-Orangen mit dünner Schale verwenden, damit die Bitternote nicht zu dominant wird.

 Zutaten (für 8 – 10 Portionen):

2 unbehandelte Orangen (ca. 280 g), einschließlich Schale grob gehackt

5 Eier, getrennt

200 g extrafeiner Zucker (ggf. auf Puderzucker ausweichen)

227 g gemahlene Mandeln

2 EL Mandelblättchen

2 EL Puderzucker, gesiebt

Gewürze:

1 kleine Prise gemahlene Kardamomsamen

1 Prise Safranfäden, in warmer Milch eingeweicht

Den Backofen auf 180 °C vorheizen und Boden und Rand einer Springform (23 cm ø) mit Backpapier auskleiden.

Die Orangen zusammen mit 1 EL Wasser in einen Topf geben, den Deckel auflegen und die Früchte etwa 30 Minuten köcheln lassen, bis sie weich sind und die Flüssigkeit aufgenommen haben. Vom Herd nehmen, abkühlen lassen und im Mixer oder mit dem Messer fein hacken.

In einer fettfreien, trockenen Schüssel das Eiweiß leicht steif schlagen. Nach und nach die Hälfte des Zuckers einrieseln lassen und 1 Minute einarbeiten.

In einer anderen Schüssel das Eigelb 2–3 Minuten mit dem restlichen Zucker verschlagen. Zunächst die Orangenstücke unterheben, dann die gemahlenen Mandeln, die Kardamomsamen und den Safran samt der Milch einrühren. Mit einem großen Metalllöffel nach und nach behutsam den Eischnee unter die Orangenmasse ziehen.

Den Teig in die Springform füllen und mit den Mandelblättchen bestreuen. In den Ofen schieben und 50–55 Minuten goldbraun backen. Dabei den Zustand alle 20 Minuten überprüfen, damit der Kuchen nicht anbrennt.

Den Kuchen in der Form vollständig abkühlen lassen, dann aus der Form lösen, wenden und mit Puderzucker bestäuben. In einem luftdichten Behälter bleibt er 2–3 Tage frisch.

Vorbereitungszeit: 1 Stunde

Backzeit: 50 – 55 Minuten

Nachtisch bitte!

cover_nachtisch-bitte_riker-2Sonja Riker: Nachtisch bitte

Fotos Andrea Lipp

Folio Verlag

Preis: 25,– €

Klasse statt Masse oder ohne Nachtisch ist auch keine Lösung!

 Worum geht’s?

 Manchmal muss es zum Nachtisch mehr als nur Espresso sein!

 Kennt Ihr das, ein richtig gutes Essen und hinterher nur einen Espresso mit einem abgepackten Keks zum Ausklang, das ist doch recht trostlos auch wenn es vorher noch so gut geschmeckt hat. Abgepackte Kekse sind sowieso überhaupt nicht meins und bei fertigem Backwerk aus der Bäckerei bin ich auch mehr als kritisch. Das meiste ist mir viel zu süß und Handwerk wird häufig durch fragwürdige Zusatzstoffe ersetzt, da verzichte ich lieber und halte mich stattdessen an meinem kümmerlichen Espresso fest. Das soll sich jetzt ändern und deshalb habe ich mir das schöne neue Buch „Nachtisch bitte“ zugelegt. Die Schwiegermutter wird es freuen, denn bei ihr muss es am Ende immer was Süßes zum Abschluss sein, Desserts sind in meiner Küche bislang allerdings sehr stiefmütterlich weggekommen. Als Berufstätige, fehlt mir häufig die Zeit und die Muße, dafür Stunden zu investieren und ein leckeres Stück Kuchen, selbstgemachte Kekse oder Obstkompott und eine Quarkcreme sind mir tausendmal lieber als eine schwere Mousse oder Creme. Nur was hermachen soll es natürlich auch, besonders wenn die Schwiegermutter mit am Tisch sitzt.

Wer sind die Autoren?

Sonja Riker, geboren 1967, arbeitete zehn Jahre beim Bayerischen Rundfunk, bis sie 2006 auf dem Münchner Elisabethmarkt ihren Suppenladen „SuSa – Suppe, Saft und Gewürze“ eröffnete. Fünf Jahre führte sie zusätzlich das Café „SuSa – Süße Sachen“. Autorin der Bestseller Suppenglück und Mehr Suppenglück. http://susa-suppenglueck.de/

Andrea Lipp, geboren 1977, lebt und arbeitet als Fotografin in Augsburg sowie in ihrer Heimatstadt Graz. www.elfenkind-photography.com

Was ist drin?

 Love at first sight!

 Back- und Dessertbücher habe ich deutlich weniger als Kochbücher, trotzdem herrscht in dieser Sparte nicht gähnende Leere in meinem Kochbuch-Regal. Wie auch, als bekennende „Kochbuch-Süchtige“, achte ich darauf, dass hier genug steht. Ich liebe jedes Buch und bin dankbar für die vielen Inspirationen, die häufig ganz unterschiedliche Aspekte bedienen und mich neues ausprobieren lassen. Und trotzdem bei manchen Büchern ist es Liebe auf den ersten Blick, weil man schon beim Blättern erkennt, man hat einen echten Schatz gefunden und möchte schnurstracks in die Küche und loslegen, weil nahezu jedes Rezept genau dem persönlichem Geschmack entspricht.

Für mich bitte unkompliziert in der Zubereitung, aber immer lecker und mit Twist!

Eine entspannte Protagonistin und viele kreative Rezepte entweder herrlich altmodisch wie der Zwetschgen-Quark-Kuchen, in Sonjas Version allerdings mit einem Teig aus Vollkornmehl oder ein Rhabarber-Käsekuchen mit spannendem Twist, der mich optisch sofort für sich einnimmt, denn der Rhabarber wurde mit der Schnittfläche nach unten nebeneinander in den Teig gestellt und das ist ein echter Hingucker, dem ich im Frühjahr gerne einen Ehren-Platz auf meiner Kaffeetafel einräume.

Die Mischung macht’s!

 Im Kapitel „Nie alle!“, in dem die Autorin ihre Keksdose öffnet begeistert mich ihre traumhaft schönen Cranberry-Schnecken, mit Marzipan und Amaretto im Teig und Mamas Klassiker der Heidesand wurde mit Rosmarin und Zitronenabrieb sehr schön aufgepeppt. Im Kapitel „Alles Quark“ ist nichts beliebig, sondern in diesem schönen Buch sind echte Traumpaare am Start, die sich gesucht und gefunden haben, wie wäre es mit einem Florentiner-Apfel-Joghurt-Quark oder eine Portion feinstes Hüftgold in Form eines Karamell-Cheesecake. Und auch die Buttermilch-Mousse mit weißer Schokolade und Tonka trifft bei mir voll ins Schwarze, sie kommt ohne weiteren Zucker aus und passt sicherlich prima zu meinem eingekochten Zwetschgenröster aus dem Garten.

Diese Köchin hat viele neue Ideen!

In der Rubrik „Klassiker im neuen Kleid“ bietet Sonja eine Fülle von spritzigen Ideen, wie man frischen Wind auf den Kaffeetisch zaubern kann. Sie hat dabei den Klassikern aus vergangenen Zeiten sozusagen neue Kleider verpasst oder schafft es mit einem leckeren Accessoires eine ganz neue sehr interessante Kombination auf den Tisch zu bringen. Pate dafür stehen z. B. ein Butterkuchen mit Fleur de Sel und Karamell oder quietschbunte Kastenkuchen, wahlweise mit Rote Beete, Zucchini oder Möhre, Mandel und Sesam im Teig Auch der Gugelhupf wird vollkommen transformiert, langweilig ist in diesem Buch nichts, Mohn Marzipan, Ingwer, Kakao und Topfen sorgen für aparte und köstliche Varianten. Matcha-Teepulver bringt jede Menge Optik für die sonst eher biedere Erdbeer-Biskuitrolle und beim Strudel wird kurzerhand eine bayerisch-spanische Liaison eingegangen, denn die netten Päckchen punkten mit ihren inneren Werten in Form einer spanischen Vanille-Creme.

 Weniger ist manchmal mehr!

 Wenn Vorspeise und Hauptgang schon üppig waren, dann braucht es beileibe kein 1000-Kalorien-Dessert, das uns noch Stunden später wie ein Backstein im Magen liegt. Lecker, leicht und luftig soll es sein, genau dafür gibt es im Buch im Kapitel „Leicht & Lecker“ herrliche Ideen, wie z. B. eine Holunder-Joghurt-Tarte oder eine Kirschgrütze mit Kardamom und Kokosschaum oder einen Mango-Litschi-Salat, die mit interessanten und überraschenden Aromen jede Menge frische Akzente setzen.

Süßes für jeden Anlass!

Im Kapitel „Das Beste für Feste“ wird noch mal so richtig aufgetischt: von Ostern bis Weihnachten, für den Kindergeburtstag oder die Hochzeit, gibt es Klassiker wie Elisenlebkuchen oder Linzer Torte und auch mal ein Rezept für ein veganes Superbrot oder Ideen für den Kindergeburtstag (Grissini-Mikado) und Hochzeit (Hochzeitstaler).

Fazit – oder was ist besonders? Sonja Riker ist eine leidenschaftliche und kreative Köchin, ihre Ideen haben nicht nur Pfiff, sondern sind auch herrlich unkompliziert in der Zubereitung. Sie schafft es mit einem überraschenden Twist Klassikern einen völlig neuen Auftritt zu verschaffen und kennt unsere Vorlieben ganz genau, da gibt es für jeden Geschmack und jeden Anlass eine Idee, die mich geradezu in die Küche treiben, weil sie auf jedes zu viel verzichten, ob es nun Zucker oder Komplexität ist. Stattdessen setzt diese Autorin auf neue Akzente und beweist mit jeder ihrer Kreationen, Nachtisch macht Spaß, wenn man die richtigen Rezepte hat, dann kann diese Disziplin für jeden zur Königsdisziplin werden, egal für welchen Anlass und auch bei begrenztem Zeit-Budget. Für mich in dieser Sparte das innovativste Buch in 2016, definitiv sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene Süßschnäbel ein Gewinn sowohl bei Desserts als auch auf der Kaffeetafel.

Vielen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.

Orangenblüten-Pudding mit Dattelsirup

© Matt Russel/Dorling Kindersley Verlag
© Matt Russel/Dorling Kindersley Verlag

Quelle: Yasmin Khan: die Küche Persiens

Dorling Kindersley Verlag

Preis: 24,95 €

Dieser schnelle und aparte Pudding ist im gesamten Nahen Osten beliebt, wo er mit Rosenwasser und Kardamom, Nelken, Dattelsirup, Feigen oder Maulbeeren in einer ganzen Reihe von Kombinationen genossen wird.

Als Yasmin’s Familie einmal die Großmutter aus dem Iran besuchen kam, erwähnte ihre Schwester Maryam ganz beiläufig wie gern sie diesen Pudding aß. Darauf kochte ihn die Oma zwei Wochen lang jeden Tag für die Familie. Das er nie langweilig wurde, sagt sehr viel darüber aus, wie gut dieser Pudding schmeckt.

Diese Rezept ist höchst wandelbar und funktioniert mit Mandel-, Soja oder Kokosdrink statt Milch sowie mit Ahornsirup anstelle des Honigs genauso gut, falls Ihr tierische Lebensmittel meiden möchtet. Je nach Jahreszeit und nach persönlichem Geschmack kann man ihn warm oder kalt genießen.

Wunderbar, dass die Autorin hier Händchen beweist und mutig austauscht und modernisiert, dieses Rezept steht damit für das Konzept des Buches, auch mal was Neues zu wagen, ohne die Vorlage zu verleugnen. Uns hat es sehr gut gefallen, weil Rosenwasser, schnell schon mal seifig schmecken kann, wenn die Qualität nicht stimmt.

 Zutaten (für 6 Portionen):

100 g gemahlener Reis
(gibt es z. B. in indischen oder arabischen Läden und hat gar nichts mit Reismehl zu tun)

1 l Milch

100 g Zucker

2 TL Orangenblütenwasser

1 EL gehackte Pistazien zum Garnieren

Für den Dattel-Sirup:

2 EL Honig

1 Prise gemahlener Zimt

50 g iranische Datteln oder Medjool-Datteln entsteint und grob gehackt

(Bioqualität macht hier Sinn, denn konventionelle Datteln werden viel gespritzt, Medjool-Datteln sind so ziemlich das Beste was man hier bekommen kann. Süß, fleischig, klebrig und karamellig, gute Datteln schmecken echt anders!)

2 TL Orangenblütenwasser (auch hier Qualität zahlt sich geschmacklich aus)

 Zubereitung:

Den gemahlenen Reis Reis mit 250 ml Milch in einer Schüssel so lange verrühren, bis die Mischung glatt ist.

Die restliche Milch mit dem Zucker in einem großen Topf vermengen und erhitzen. Bei mittlerer Hitze nach und nach die Reismischung einrühren und 15 Minuten garen, dabei ständig rühren, damit nichts anbrennt.

Das Orangenblütenwasser dazugeben und weitere 2 Minuten garen. Den Pudding in eine große Schüssel zum Servieren (etwa 22 cm Durchmesser) oder in Portionsgläser oder -schalen füllen und 10 Minuten stocken lassen.