Mandel-Safran-Kuchen

© Lisa Linder/Knesebeck Verlag
© Lisa Linder/Knesebeck Verlag

Quelle: Amandip Uppal: Einfach indisch

Fotos: Lisa Linder

Knesebeck Verlag

Preis: 24,95 €

Die Orangenschale verleiht diesem supersaftigen und dennoch federleichten Kuchen eine zarte Bitternote, die Kardamomsamen sorgen für Biss und einen interessanten Kontrast. Ein Dessert für jede Tageszeit. Mir hat dieser Kuchen sehr gut gefallen, weil es ein würdiger Abschluss für ein indisches Essen mit Freunden sein kann, ohne dass es zu kompliziert wird, nicht immer ganz einfach wenn man hier klassisch bleibt. Das Kochen der Orangen hat mich am Anfang sehr verwundert, hat sich aber im Ergebnis als tolle Idee erwiesen, die für einen sehr saftigen Kuchen mit tollen Orangen-Aroma gesorgt hat. Am besten Bio-Orangen mit dünner Schale verwenden, damit die Bitternote nicht zu dominant wird.

 Zutaten (für 8 – 10 Portionen):

2 unbehandelte Orangen (ca. 280 g), einschließlich Schale grob gehackt

5 Eier, getrennt

200 g extrafeiner Zucker (ggf. auf Puderzucker ausweichen)

227 g gemahlene Mandeln

2 EL Mandelblättchen

2 EL Puderzucker, gesiebt

Gewürze:

1 kleine Prise gemahlene Kardamomsamen

1 Prise Safranfäden, in warmer Milch eingeweicht

Den Backofen auf 180 °C vorheizen und Boden und Rand einer Springform (23 cm ø) mit Backpapier auskleiden.

Die Orangen zusammen mit 1 EL Wasser in einen Topf geben, den Deckel auflegen und die Früchte etwa 30 Minuten köcheln lassen, bis sie weich sind und die Flüssigkeit aufgenommen haben. Vom Herd nehmen, abkühlen lassen und im Mixer oder mit dem Messer fein hacken.

In einer fettfreien, trockenen Schüssel das Eiweiß leicht steif schlagen. Nach und nach die Hälfte des Zuckers einrieseln lassen und 1 Minute einarbeiten.

In einer anderen Schüssel das Eigelb 2–3 Minuten mit dem restlichen Zucker verschlagen. Zunächst die Orangenstücke unterheben, dann die gemahlenen Mandeln, die Kardamomsamen und den Safran samt der Milch einrühren. Mit einem großen Metalllöffel nach und nach behutsam den Eischnee unter die Orangenmasse ziehen.

Den Teig in die Springform füllen und mit den Mandelblättchen bestreuen. In den Ofen schieben und 50–55 Minuten goldbraun backen. Dabei den Zustand alle 20 Minuten überprüfen, damit der Kuchen nicht anbrennt.

Den Kuchen in der Form vollständig abkühlen lassen, dann aus der Form lösen, wenden und mit Puderzucker bestäuben. In einem luftdichten Behälter bleibt er 2–3 Tage frisch.

Vorbereitungszeit: 1 Stunde

Backzeit: 50 – 55 Minuten

Nachtisch bitte!

cover_nachtisch-bitte_riker-2Sonja Riker: Nachtisch bitte

Fotos Andrea Lipp

Folio Verlag

Preis: 25,– €

Klasse statt Masse oder ohne Nachtisch ist auch keine Lösung!

 Worum geht’s?

 Manchmal muss es zum Nachtisch mehr als nur Espresso sein!

 Kennt Ihr das, ein richtig gutes Essen und hinterher nur einen Espresso mit einem abgepackten Keks zum Ausklang, das ist doch recht trostlos auch wenn es vorher noch so gut geschmeckt hat. Abgepackte Kekse sind sowieso überhaupt nicht meins und bei fertigem Backwerk aus der Bäckerei bin ich auch mehr als kritisch. Das meiste ist mir viel zu süß und Handwerk wird häufig durch fragwürdige Zusatzstoffe ersetzt, da verzichte ich lieber und halte mich stattdessen an meinem kümmerlichen Espresso fest. Das soll sich jetzt ändern und deshalb habe ich mir das schöne neue Buch „Nachtisch bitte“ zugelegt. Die Schwiegermutter wird es freuen, denn bei ihr muss es am Ende immer was Süßes zum Abschluss sein, Desserts sind in meiner Küche bislang allerdings sehr stiefmütterlich weggekommen. Als Berufstätige, fehlt mir häufig die Zeit und die Muße, dafür Stunden zu investieren und ein leckeres Stück Kuchen, selbstgemachte Kekse oder Obstkompott und eine Quarkcreme sind mir tausendmal lieber als eine schwere Mousse oder Creme. Nur was hermachen soll es natürlich auch, besonders wenn die Schwiegermutter mit am Tisch sitzt.

Wer sind die Autoren?

Sonja Riker, geboren 1967, arbeitete zehn Jahre beim Bayerischen Rundfunk, bis sie 2006 auf dem Münchner Elisabethmarkt ihren Suppenladen „SuSa – Suppe, Saft und Gewürze“ eröffnete. Fünf Jahre führte sie zusätzlich das Café „SuSa – Süße Sachen“. Autorin der Bestseller Suppenglück und Mehr Suppenglück. http://susa-suppenglueck.de/

Andrea Lipp, geboren 1977, lebt und arbeitet als Fotografin in Augsburg sowie in ihrer Heimatstadt Graz. www.elfenkind-photography.com

Was ist drin?

 Love at first sight!

 Back- und Dessertbücher habe ich deutlich weniger als Kochbücher, trotzdem herrscht in dieser Sparte nicht gähnende Leere in meinem Kochbuch-Regal. Wie auch, als bekennende „Kochbuch-Süchtige“, achte ich darauf, dass hier genug steht. Ich liebe jedes Buch und bin dankbar für die vielen Inspirationen, die häufig ganz unterschiedliche Aspekte bedienen und mich neues ausprobieren lassen. Und trotzdem bei manchen Büchern ist es Liebe auf den ersten Blick, weil man schon beim Blättern erkennt, man hat einen echten Schatz gefunden und möchte schnurstracks in die Küche und loslegen, weil nahezu jedes Rezept genau dem persönlichem Geschmack entspricht.

Für mich bitte unkompliziert in der Zubereitung, aber immer lecker und mit Twist!

Eine entspannte Protagonistin und viele kreative Rezepte entweder herrlich altmodisch wie der Zwetschgen-Quark-Kuchen, in Sonjas Version allerdings mit einem Teig aus Vollkornmehl oder ein Rhabarber-Käsekuchen mit spannendem Twist, der mich optisch sofort für sich einnimmt, denn der Rhabarber wurde mit der Schnittfläche nach unten nebeneinander in den Teig gestellt und das ist ein echter Hingucker, dem ich im Frühjahr gerne einen Ehren-Platz auf meiner Kaffeetafel einräume.

Die Mischung macht’s!

 Im Kapitel „Nie alle!“, in dem die Autorin ihre Keksdose öffnet begeistert mich ihre traumhaft schönen Cranberry-Schnecken, mit Marzipan und Amaretto im Teig und Mamas Klassiker der Heidesand wurde mit Rosmarin und Zitronenabrieb sehr schön aufgepeppt. Im Kapitel „Alles Quark“ ist nichts beliebig, sondern in diesem schönen Buch sind echte Traumpaare am Start, die sich gesucht und gefunden haben, wie wäre es mit einem Florentiner-Apfel-Joghurt-Quark oder eine Portion feinstes Hüftgold in Form eines Karamell-Cheesecake. Und auch die Buttermilch-Mousse mit weißer Schokolade und Tonka trifft bei mir voll ins Schwarze, sie kommt ohne weiteren Zucker aus und passt sicherlich prima zu meinem eingekochten Zwetschgenröster aus dem Garten.

Diese Köchin hat viele neue Ideen!

In der Rubrik „Klassiker im neuen Kleid“ bietet Sonja eine Fülle von spritzigen Ideen, wie man frischen Wind auf den Kaffeetisch zaubern kann. Sie hat dabei den Klassikern aus vergangenen Zeiten sozusagen neue Kleider verpasst oder schafft es mit einem leckeren Accessoires eine ganz neue sehr interessante Kombination auf den Tisch zu bringen. Pate dafür stehen z. B. ein Butterkuchen mit Fleur de Sel und Karamell oder quietschbunte Kastenkuchen, wahlweise mit Rote Beete, Zucchini oder Möhre, Mandel und Sesam im Teig Auch der Gugelhupf wird vollkommen transformiert, langweilig ist in diesem Buch nichts, Mohn Marzipan, Ingwer, Kakao und Topfen sorgen für aparte und köstliche Varianten. Matcha-Teepulver bringt jede Menge Optik für die sonst eher biedere Erdbeer-Biskuitrolle und beim Strudel wird kurzerhand eine bayerisch-spanische Liaison eingegangen, denn die netten Päckchen punkten mit ihren inneren Werten in Form einer spanischen Vanille-Creme.

 Weniger ist manchmal mehr!

 Wenn Vorspeise und Hauptgang schon üppig waren, dann braucht es beileibe kein 1000-Kalorien-Dessert, das uns noch Stunden später wie ein Backstein im Magen liegt. Lecker, leicht und luftig soll es sein, genau dafür gibt es im Buch im Kapitel „Leicht & Lecker“ herrliche Ideen, wie z. B. eine Holunder-Joghurt-Tarte oder eine Kirschgrütze mit Kardamom und Kokosschaum oder einen Mango-Litschi-Salat, die mit interessanten und überraschenden Aromen jede Menge frische Akzente setzen.

Süßes für jeden Anlass!

Im Kapitel „Das Beste für Feste“ wird noch mal so richtig aufgetischt: von Ostern bis Weihnachten, für den Kindergeburtstag oder die Hochzeit, gibt es Klassiker wie Elisenlebkuchen oder Linzer Torte und auch mal ein Rezept für ein veganes Superbrot oder Ideen für den Kindergeburtstag (Grissini-Mikado) und Hochzeit (Hochzeitstaler).

Fazit – oder was ist besonders? Sonja Riker ist eine leidenschaftliche und kreative Köchin, ihre Ideen haben nicht nur Pfiff, sondern sind auch herrlich unkompliziert in der Zubereitung. Sie schafft es mit einem überraschenden Twist Klassikern einen völlig neuen Auftritt zu verschaffen und kennt unsere Vorlieben ganz genau, da gibt es für jeden Geschmack und jeden Anlass eine Idee, die mich geradezu in die Küche treiben, weil sie auf jedes zu viel verzichten, ob es nun Zucker oder Komplexität ist. Stattdessen setzt diese Autorin auf neue Akzente und beweist mit jeder ihrer Kreationen, Nachtisch macht Spaß, wenn man die richtigen Rezepte hat, dann kann diese Disziplin für jeden zur Königsdisziplin werden, egal für welchen Anlass und auch bei begrenztem Zeit-Budget. Für mich in dieser Sparte das innovativste Buch in 2016, definitiv sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene Süßschnäbel ein Gewinn sowohl bei Desserts als auch auf der Kaffeetafel.

Vielen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.

Orangenblüten-Pudding mit Dattelsirup

© Matt Russel/Dorling Kindersley Verlag
© Matt Russel/Dorling Kindersley Verlag

Quelle: Yasmin Khan: die Küche Persiens

Dorling Kindersley Verlag

Preis: 24,95 €

Dieser schnelle und aparte Pudding ist im gesamten Nahen Osten beliebt, wo er mit Rosenwasser und Kardamom, Nelken, Dattelsirup, Feigen oder Maulbeeren in einer ganzen Reihe von Kombinationen genossen wird.

Als Yasmin’s Familie einmal die Großmutter aus dem Iran besuchen kam, erwähnte ihre Schwester Maryam ganz beiläufig wie gern sie diesen Pudding aß. Darauf kochte ihn die Oma zwei Wochen lang jeden Tag für die Familie. Das er nie langweilig wurde, sagt sehr viel darüber aus, wie gut dieser Pudding schmeckt.

Diese Rezept ist höchst wandelbar und funktioniert mit Mandel-, Soja oder Kokosdrink statt Milch sowie mit Ahornsirup anstelle des Honigs genauso gut, falls Ihr tierische Lebensmittel meiden möchtet. Je nach Jahreszeit und nach persönlichem Geschmack kann man ihn warm oder kalt genießen.

Wunderbar, dass die Autorin hier Händchen beweist und mutig austauscht und modernisiert, dieses Rezept steht damit für das Konzept des Buches, auch mal was Neues zu wagen, ohne die Vorlage zu verleugnen. Uns hat es sehr gut gefallen, weil Rosenwasser, schnell schon mal seifig schmecken kann, wenn die Qualität nicht stimmt.

 Zutaten (für 6 Portionen):

100 g gemahlener Reis
(gibt es z. B. in indischen oder arabischen Läden und hat gar nichts mit Reismehl zu tun)

1 l Milch

100 g Zucker

2 TL Orangenblütenwasser

1 EL gehackte Pistazien zum Garnieren

Für den Dattel-Sirup:

2 EL Honig

1 Prise gemahlener Zimt

50 g iranische Datteln oder Medjool-Datteln entsteint und grob gehackt

(Bioqualität macht hier Sinn, denn konventionelle Datteln werden viel gespritzt, Medjool-Datteln sind so ziemlich das Beste was man hier bekommen kann. Süß, fleischig, klebrig und karamellig, gute Datteln schmecken echt anders!)

2 TL Orangenblütenwasser (auch hier Qualität zahlt sich geschmacklich aus)

 Zubereitung:

Den gemahlenen Reis Reis mit 250 ml Milch in einer Schüssel so lange verrühren, bis die Mischung glatt ist.

Die restliche Milch mit dem Zucker in einem großen Topf vermengen und erhitzen. Bei mittlerer Hitze nach und nach die Reismischung einrühren und 15 Minuten garen, dabei ständig rühren, damit nichts anbrennt.

Das Orangenblütenwasser dazugeben und weitere 2 Minuten garen. Den Pudding in eine große Schüssel zum Servieren (etwa 22 cm Durchmesser) oder in Portionsgläser oder -schalen füllen und 10 Minuten stocken lassen.

Brownie-Trifle mit Schoko-Sahne

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Quelle: Patrick Rosenthal: Ich machs mir einfach

Süßes, Mini-Kuchen, Desserts, Eis & mehr

TOPP Verlag

Preis: 14,99 €

ISBN: 3772479200

Das ist ein richtiges Dessert, wie es Patrick liebt. Seine Gäste sind jedes Mal begeistert und empfangen dieses Dessert jedes Mal mit den Worten „Das schaffe ich niemals aufzuessen“.

Doch das geht, dass können wir bezeugen, so leckeres Zeug kann man doch nicht stehen lassen, auch wenn man um die Wage am nächsten Tag einen großen Bogen machen sollte!

 Zutaten (für 4 Personen):

 für die Brownies:

 3 TL Kakaopulver, ungesüßt

60 g Mehl

1 Prise Salz

½ TL Backpulver

Mark einer Vanilleschote (wahlweise aus der Mühle)

100 g Butter geschmolzen

120 g Zucker

2 Eier

10 Schokostücke mit Karamellfüllung

Karamell:

220 g Zucker

60 ml Wasser

120 ml Sahne

40 g Butter

Schokoladensahne:

500 g Sahne

30 g Zucker

2 TL Kakaopulver, ungesüßt

Zubereitung:

Ofen auf 180 °C vorheizen und eine eckige Springform (24 X 24 cm) mit Backpapier auslegen.

In eine große Schüssel Kakaopulver, Mehl, Salz, Backpulver und Vanille vermengen.

Butter, Zucker und Eier schaumig aufschlagen. Die Mehlmischung langsam zugeben und verrühren. Den Teig in die Form geben. Die Schokostücke halbieren und auf den Teig geben. 20 Minuten im Ofen backen und gut auskühlen lassen und gut auskühlen lassen und in mundgerechte Stücke schneiden. Wir haben hier nur die Hälfte verwendet und den Rest beim Einschichten dazugegeben, macht aus meiner Sicht aus dem Rezept heraus mehr Sinn.

Für die Karamellsauce: Wasser und Zucker in einem Topf mit einem Schneebesen vermengen und erhitzen. Unter gelegentlichem Umrühren die Zuckermasse zum Kochen bringen und solange köcheln lassen, bis der Zucker eine leichte goldbraune Farbe angenommen hat. Vom Herd nehmen und Sahne und Butter unterrühren, bis sich alles vollständig aufgelöst hat. Die Karamellsauce abkühlen lassen.

Für die Kakao-Sahne die Sahne mit dem Zucker und dem Kakaopulver aufschlagen und bis zur Zubereitung kalt stellen.

Die Gläser befüllen: Den Glasboden mit 1 EL Schokoladensahne bedecken. Darauf ein paar Brownie-Stücke und 1 TL Karamell. Nun ein paar Schokostücke darauf und wiederholen.

 

Ich machs mir einfach

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Patrick Rosenthal: Ich machs mir einfach

Süßes, Mini-Kuchen, Desserts, Eis & mehr

TOPP Verlag

Preis: 14,99 €

ISBN: 3772479200

 „Ein Mann mit Händchen – oder ich mach‘s wie Patrick!“

 Wer backt?

(c)frechverlag_TOPP 7920_Bild_Patrick Rosenthal

 Patrick Rosenthal ist Blogger („ichmachsmireinfach“) und zwar einer der ganz besonderen Art: Er liebt es süß und außerdem macht er es sich gerne einfach. Ich auch Patrick, aber toll aussehen soll es auch und gut schmecken sowieso. Kalorien musst Du für mich nicht zählen, wenn alles andere stimmt!

Was ist drin?

 Patrick backt, liebt es eiskalt und ganz heiß, frühstückt, sorgt für leckere Desserts und widmet sich am Ende den kleinen Sünden. Dabei sind 60 Rezept-Kreationen herausgekommen, die obwohl sie in der Zubereitung nicht sonderlich kompliziert sind, so richtig was hermachen und vor allem für Überraschungen sorgen.

Patrick liebt die Inszenierung und lässt es farblich auch so richtig knallen!

Nein, der Mann ist kein Leisetreter, wenigstens nicht optisch, sein Brombeerkuchen kommt in Knall-Pink und die Füllung der Windbeutel darf auch schon mal hellblau sein, denn biedere Langeweile beim „Süßkram“, nicht mit ihm, das geht gar nicht!

Pimpen geht immer – aber Kalorien zählen verboten!

 Zum Beispiel  mit Karamell-Schokostücken im Brownie-Trifle, der seine Gäste zwar regelmäßig in Entzücken versetzt, auch wenn sie stets überzeugend vermitteln, dass sie es niemals schaffen werden, diese Köstlichkeit aufzuessen. Trotzdem werden hier jedes Mal persönliche Bestmarken und Rekorde gebrochen, denn bisher ist es jedem gelungen. Wenn es lecker schmeckt, ist auch eine buttrig-sahnige Kalorienbombe keine unbezwingbare Hürde und so gesellt sich Löffelchen zu Löffelchen, eigentlich wollte man den ja schon längst bei Seite schieben, aber nein, einer muss noch sein……

Lecker Patrick und so einfach und schnell gebacken!

Das Walnussbrot wird durch die Blaubeeren im Teig so richtig fruchtig und früh aufstehen muss ich auch nicht, denn Backpulver  und Öl im Teig machen es herrlich fluffig, auch ohne lange Vorbereitungszeit und die Haferflocken, das Dinkelmehl und die Walnüsse drin sorgen für den nötigen Crunch.

Wenn man sich nicht entscheiden kann nimmt man halt das Beste von beidem!

 Der Mann ist überaus kreativ und so wird aus Muffins und Donuts schnell mal eine neue Kreation, die er kurzerhand Muffnuts tauft. Diese sehen aus wie Muffins, schmecken aber eher wie ein Donut und sind dabei immer wieder sehr wandelbar, wenn man statt der Himbeermarmelade einfach eine beliebige andere Lieblingskonfitüre verwendet.

Patrick kann auch klassisch!

Zum Beispiel Clafoutis mit frischen Beeren. Lecker mit Sahne und Brombeeren im Teig und so einfach. Am besten gleich lauwarm genießen. Oder der Apfel-Zimt-Kuchen, der schon im Ofen so unwiderstehlich duftet, dass die Backzeit von 50 Minuten eine echte Herausforderung darstellen kann. Für Cheesecake wirft er gleich eine Party und hat mit Toppings wie Honig-Avocado, Mango-Kokosnuss und Rose-Himbeer richtig tolle Ideen wie dieser nicht nur lecker schmeckt, sondern auch richtig toll aussieht.

Was ist besonders – oder der Mann hat Händchen?

 Patrick Rosenthal versteht die visuelle Inszenierung aus dem ff und hat ein ausgesprochenes Händchen, dafür wie man mit Toffee-Pralinen und allerlei anderem aus dem Süßwaren-Regal im Supermarkt schnell und unkompliziert, aus einem eher biederem und langweiligem Kuchen oder Desserts etwas zaubern kann, was unsere Gäste so schnell nicht vergessen werden. Hier geht es bei weitem nicht nur um Optik, sondern auch geschmacklich setzt er gerne Akzente. Ein bisschen Mut sollte man aber schon mitbringen und weder vor Kalorien noch vor ungewöhnlich mutigen Farbkreationen zurückschrecken.

 Fazit: Tolles Buch für alle, die Süßes lieben, gerne auch mal was neues probieren und ihre Gäste mit wenig Aufwand in Verzückung setzten möchten. Kalorienzählen ist dabei verboten, aber das hat sich sowieso erledigt, wenn man erst Patricks Eiskreationen verfallen ist, die sind für mich seine Königsdisziplin!

Vielen Dank für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Zabaione con pere al vino Bianco (Zabaione mit Weißweinbirnen)

© Cettina Vicenzino für Dolci Italiani/ Edition Fackelträger
© Cettina Vicenzino für Dolci Italiani/ Edition Fackelträger

Quelle: Cettina Vicenzio: Dolci Italiani – Süße Verführung auf Italienisch

Fackelträger Verlag

Preis: 19,99 €

Wie sagt man so schön, Erfolg hat viele Väter! Das gilt auch für die weltberühmte italienische Eierspeise Zabaione. Auch wenn diese häufig der Emilia-Romagna zugeschrieben wird, so hat man sich aufgrund vieler anderer Entstehungsgeschichten hier nie einigen können.

 in Franziskanermönch mit dem Namen Pasquale Baylón, der zwischen 1540-1592 in einer Kirche in Turin untergebracht war, soll diese Speise für Büßerinnen, die sich über die mangelnde Vitalität ihrer Männer beschwerten, kreiert haben. Als sein Name 1680 den Zusatz San erhielt, weil der Mönch heiliggesprochen wurde, war für viele der Beweis erbracht, dass es sich hier um den Schöpfer der Zabaione handelt. Denn San Baylón sprachen die Italiener wie Zabaione oder Zabaglione aus.

 Die Emilianer lassen sich von dieser Geschichte nicht beeindrucken und liefern eine eigene Entstehungsgeschichte: Diese handelt von Kapitän Giovan Paolo Baglioni, der im Volksmund Žvan Bajóun genannt wurde. Als er sich im Jahre 1471 in der Nähe der Reggio Emilia befand, befahl er seinen Soldaten die umliegenden Bauernhöfe nach Lebensmitteln zu durchsuchen. Diese kamen aber nur mit Eiern, Zucker, Wein und Kräutern zurück. Giovan Paolo Baglioni vermischte kurzerhand alles miteinander und erweckte mit dieser Speise neue ungeahnte Kräfte in seinen Soldaten. Fortan wurde diese Creme nach ihm benannt, erst Zambajoun, dann Zabajone und schließlich Zabaglione.

 Also mir ist der Mönch, als geistiger Vater des Rezepts entschieden lieber! In der Tat hat diese Süßspeise es in sich und weckt auch bei mir verborgene Kräfte, vielleicht hätte ich sie vor der Zubereitung der Torrone zu mir nehmen sollen?

 Cettina Vicenzio beweist Händchen und verpasst ihrer Zabaione einen Hauch von Kardamom, das passt perfekt und gibt ihr den nötigen Pfiff!

 Zutaten (für 2 Portionen):

 2 kleine Birnen

etwas Zitronensaft

300 ml Weißwein (von Muskateller)

145 g Zucker

1 Kardamomkapsel

1 Msp. Bourbon Vanillepulver

3 Eigelbe

Zubereitung:

 Die Birnen schälen, den Stilansatz stehen lassen und mit Zitronensaft einreiben. Den Weißwein mit 100 g Zucker, der Kardamomkapsel und dem Vanillepulver aufkochen. Die Hitze reduzieren und die Birnen in den Wein setzen. Zugedeckt bei mittlerer Hitze je nach Größe 7 – 15 Minuten gar ziehen lassen, bis sie weich sind, aber nicht auseinanderfallen. Die Birnen aus dem Weinsud nehmen.

Die Eigelbe mit dem restlichen Zucker in einem Wasserbad weißschaumig rühren. Nach und nach 50 ml warmen Weißwein unterrühren und 5 – 7 Minuten weiter rühren. Dann die Rührschüssel auf eine Schüssel mit Eiswasser setzen und so lange weiter rühren, bis die Creme erkaltet.

Die Birnen in ein Dessertglas oder in eine Dessertschüssel setzen und rundherum mit Zabaione auffüllen, sodass das Endstück der Birne noch zu sehen ist.

 Zubereitungszeit: 25 Minuten

Mandorlato (Mandeltorrone)

© Cettina Vicenzino für Dolci Italiani/ Edition Fackelträger
© Cettina Vicenzino für Dolci Italiani/ Edition Fackelträger

Quelle: Cettina Vicenzio: Dolci Italiani – Süße Verführung auf Italienisch

Fackelträger Verlag

Preis: 19,99 €

Mandorlato (Mandeltorrone)

 Erste Erwähnungen dieser Süßspeise aus Venetien finden sich in den Schriften des venezianischen Schriftstellers Lodovico Dolce aus dem Jahre 1540 wieder. Ende des 19. Jh. schrieb der bekannte Historiker Guilo Cardo über einen gewissen Antonio Finco, einem in Chemie sehr begabten Apotheker, der diesen Dolce erfand, weil er seinen Freunden etwas Besonderes anbieten wollte. Ein Jahr später, 1852, perfektionierte dann sein Kollege, der Apotheker Italo Marani, das Rezept und ging damit in Produktion.

 Der Mandorlato ist ein Weihnachts-Dolce, der im Dezember zum Festtag von Marias Empfängnis (8. Dezember) hergestellt und mit einem eigenen Fest gefeiert wird.

 Das Zeug ist wirklich ober lecker, aber das nur in der Weihnachtszeit genießen, dagegen habe ich entschieden was einzuwenden! Die Zubereitung ist sehr detailliert und ausführlich beschrieben, da kann man dann auch schon mal 2 ½ Stunden investieren, wenn so was Leckeres dabei herauskommt, finde ich. Am Ende erhält man auch noch ein echtes Work-Out für die Armmuskeln. Ich dachte immer das wäre nur beim Risotto so.

 Zutaten (für 2 Torrone von 13 x 9 cm):

 200 g Mandeln

100 g Akazienhonig

150 g selbst gemachter Vanillezucker (s. Tipp)

2 Eiweiß (Größe M)

½ gestrichener TL Zimt

2 – 4 große rechteckige Oblaten

Zubereitung:

Den Backofen auf 160 ° vorheizen. Die Mandeln mit heißem Wasser übergießen und einige Minuten stehen lassen. Dann die Schalen abziehen und 8 – 10 Minuten im den Ofen leicht anbräunen.

Honig mit Vanillezucker und 2 EL Wasser in einem Wasserbad unter Rühren 30 Minuten lang erhitzen. Ein Eiweiß mit einer kleinen Prise Salz steif schlagen. Ein Drittel des Eischnees unter die Zucker-Honig-Mischung heben, bis er sich gut vermischt hat. Dann das nächste Drittel Eiweiß untermischen und ebenfalls erst gut unterheben, bevor das restliche Eiweiß untergehoben wird. Langsam rühren, bis die Masse eindickt und eine zähe Konsistenz erhält. Das dauert ungefähr 30 Minuten. Danach weitere 25 – 30 Minuten abkühlen lassen.

Das restliche Eiweiß mit dem restlichen Salz steif schlagen. Die eingedickte Eiweißmasse in ein Wasserbad geben und das frische Eiweiß wie zuvor beschrieben, mit jeweils nur einem Drittel dazu geben. Zimt dazugeben und gut unterrühren. Nach und nach die Mandeln unterheben und weitere 40 Minuten langsam rühren, bis die Masse erneut eindickt.

Zwei Oblaten von 13 x 9 cm zurechtschneiden und die etwas abgekühlten Mandorlato gleichmäßig ca. 1 – 2 cm hoch auf beiden Oblaten verteilen. Mit zwei weiteren Oblaten in der gleichen Größe belegen. Diese mit einem Holzbrett und zusätzlich einem schweren Topf darauf beschweren. Die Mandorlato an einem kühlen Ort mindestens 12 Stunden fest werden lassen.

TIPP: Vanillezucker kann ganz einfach selbst hergestellt werden. Dafür frische oder auch schon mal verwendete, aufgeschlitzte Vanilleschoten in einen großen Glasbehälter geben, mit Zucker auffüllen und für mindestens 1 Woche vor der weiteren Verwendung stehen lassen. Danach kann der Zucker immer wieder aufgefüllt und ab und an die Vanilleschote durch eine neue ersetzt werden

 Zubereitungszeit: 2 ½ Stunden

 Kühlzeit: 12 Stunden