Tiroler Speckknödel mit Pfifferlingsrahm

© Helga Lugert

Semmelknödel und Pilze das hat Tradition bei uns, bei Verena Lugerts Rezept hab ich gelernt, dass wenn Eier und Milch vermengt werden, man nicht Gefahr läuft, dass die Masse zu feucht wird. Trotzdem ist Obacht angesagt, weil die benötigte Menge an Milch von der Trockenheit der Semmeln abhängt. Außerdem tut der Senf der Sauce geschmacklich richtig gut und Schnittlauch statt Petersilie ist ebenfalls eine sehr gute Idee – neues Lieblings-Rezept!

P.S. Ich war natürlich nicht im Wald, da gäbe es zu dieser Zeit weit und breit keinen Pfifferling, habe jedoch immer einen Vorrat selbst gesammelter getrockneter Steinpilze in der Speisekammer, die ich zu dieser Zeit gerne mit braunen Bio-Champignons verwende!

Quelle: Verena Lugert: Nervennahrung

Gerichte und Ihre Geschichten, die einfach glücklich machen.

Das Kolumnenbuch

Fotos: Helga Lugert

ZS Verlag

Preis: 19,99 €

Zutaten (für 4 Personen):

250 ml Milch

2 Eier

200 g altbackene Brötchen, in Würfel geschnitten. Oder fertiges Knödelbrot

100 g Speck, am besten Tiroler Speck

1 weiße Zwiebel

2 EL Butter (1 EL für die Knödel, 1 EL für die Pfifferlinge)

Salz

Pfeffer

Muskatnuss

5–6 Zweige Petersilie, die Blättchen abgezupft

2–3 EL Mehl

500–600 g Pfifferlinge

200 g Schlagsahne

1 Schuss Weißwein

2 TL mittelscharfer Senf

Schnittlauch, in Röllchen geschnitten

Zubereitung:

Milch lauwarm erwärmen, die Eier darin verquirlen, die Semmelwürfel mit der Eiermilch vermengen, ca. 20 Minuten ziehen lassen.

Speck und Zwiebel in Würfel schneiden, in Butter bei geringer Hitze langsam anbraten. Salzen, pfeffern, mit geriebener Muskatnuss abschmecken. Speckmasse abkühlen lassen, dann zum Knödelteig geben. Petersilienblätter fein hacken und mit dem Mehl zum Knödelteig geben, alles vermengen, noch einmal 10 Minuten quellen lassen.

Mit angefeuchteten Händen aus der Masse kleine Knödel rollen, diese dann in siedendem Salzwasser gar ziehen lassen (nicht kochen). Das dauert ca. 15 Minuten, je nach Größe der Knödel. In der Zwischenzeit Pfifferlinge mit einem weichen Tuch oder einer Bürste vorsichtig abreiben, nicht waschen. Pilze halbieren, in 1 EL Butter anbraten. Sahne dazugeben, den Schuss Weißwein, 3 Minuten köcheln lassen, Senf unterrühren. Pfifferlingsrahm mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Schnittlauchröllchen zu den abgeseihten Speckknödeln anrichten.

Verena Lugert: Nervennahrung

Gerichte und Ihre Geschichten, die einfach glücklich machen.

Das Kolumnenbuch

Fotos: Helga Lugert

ZS Verlag

Preis: 19,99 €

She loves Food!

Worum geht’s?

Essen ist mehr als sattwerden und auch ganz viel Erinnerung….

Wir kennen das alle, weil Essen so viel mehr als sattwerden bedeutet, dieses eine Gericht von der Mama, der Oma, einer Freundin, etwas was wir in entspannter Atmosphäre an irgendeinem lauschigen Ort unserer Wahl erstmalig probieren, bleibt immer verbunden mit einem besonderen Genuss-Moment! Das wohlige Gefühl, das uns beschleicht, wenn Oma ihren lauwarmen Zwiebel und Kräuter würzigen Kartoffel-Salat mit einer krossen und saftigen Frikadelle serviert. Oft muss es jedoch gar nicht so üppig werden, Spaghetti mit Tomatensoße oder Pfannkuchen haben ohne Komplexität dasselbe Potenzial uns in kulinarische Hochstimmung zu versetzen.

Wer kocht und kann Perfektion, ohne  viel Aufwand?

© Peter Rigaud

Verena Lugert ist Journalistin und hat an der legendären Kochschule Cordon Bleu in London eine Kochausbildung absolviert, um danach in der Küche von Gordon Ramsay zu arbeiten. Von dieser Zeit handelt ihr Bestseller »Die Irren mit dem Messer«. Heute verbindet sie das Schreiben und das Kochen, trifft und porträtiert auf der ganzen Welt Köche für Food-Magazine, berät als zertifizierte Gewürzexpertin die Lebensmittelindustrie und entwickelt Rezepte und Marken-Konzepte.

Sie kann herrliche Geschichten erzählen, die mir total Appetit machen….

Verena Lugert kommt aus einer Groß-Familie, sie und ihre drei Geschwister wurden mittags regelmäßig von der böhmischen Oma mit wunderbaren Mehlspeisen verwöhnt. Am liebsten waren den Kindern Erdbeeren dazu! Zum Pflücken rückte die gesamte Familie inklusive Oma aus. „In die Erdbeeren gehen“ hieß im Frühsommer der Lieblingszeitvertreib im Hause Lugert. Kaum war die ganze Bagage an der Erdbeer-Plantage angekommen, schwor Oma die Kinder ein und die wussten dann, was diese zu tun hatten: nämlich so viel zu essen, wie sie nur konnten – war ja umsonst! Die Oma pflückte eifrig, achtete aber mit Argusaugen darauf, dass die Kinder genug aßen, das war stets heilige Pflicht!

Wer bei einer solchen bildhaften kulinarischen Einladung nicht sofort Lust bekommt auf Quarkklößchen mit Mohnbutter und Erdbeeren dazu, dem kann man mit nichts locken… 40 weitere Lieblings-Rezepte, die Lust auf Herzhaftes, Nudeliges. Gemüse oder Süßes machen hat diese Rezept-Kladde im besten Sinne im Angebot: Alle Rezepte sind Bestandteil einer Spiegel-Kolumne, zu der die kochbegeisterte Journalistin wie die Jungfrau zum Kinde kam. Der Plan für das Frühjahr 2020 sah ganz anders aus: Es war Ende März, mitten im ersten Corona-Lockdown und kurz zuvor war Lugert noch dabei gewesen, in Hamburg ihre kleine Experimentier-Küche einzurichten, die sie im Mai 2020 eröffnen wollte. Dort sollten Rezepte entwickelt, Tastings veranstaltet und im kleinen Rahmen Koch- und Gewürz-Kurse gegeben werden. Corona machte Verena Lugert jedoch einen dicken Strich durch ihre Pläne, kurzerhand schloss sie ihr Laden-Lokal ab und fuhr zurück zu ihren Eltern nach Augsburg. Dort aß sie im Akkord nervenberuhigende Gummi-Bären, schaute ständig Nachrichten, klickte sich durchs Netz und sah der rasant kletternden Corona-Kurve zu, bis ein Anruf des Spiegel kam, ob sie sich vorstellen könne, täglich eine Art Lockdown-Rezept zu veröffentlichen? Ein wirklich einfaches Rezept sollte es werden, das schnell und ohne großen Aufwand nachkochbar wäre, ohne großen Zutaten-Schnickschnack. Niemand war im März 2020 danach, für ein paar Korianderblättchen, die sichere Wohnung zu verlassen.

Der Feuersturm, der sich in den Kommentarfelder auftat hat ihr Profil geschärft….

Zunächst war der Weg jedoch steinig, die Fotos die Verena mit ihrem alten Handy machte, fanden bei den Lesern wenig Anklang. Ihr perfekt knuspriges Brathähnchen wurde sogar als Brandopfer wahrgenommen! Ohne Extra-Licht und ohne weitere Bearbeitung konnte es bei den Lesern nicht punkten. Aus Verzweiflung hätte die genussfreudige Journalistin beinahe das Handtuch geworfen, die Kommentare lauteten von viel zu leichte Rezepte bis hin zu viele Zutaten…. Das war der Moment wo die Schwester als Unterstützung zur Hilfe eilte, diese übernahm fortan das Fotografieren und suchte auf Dachböden, in Gartenschuppen und Kellern von Tanten und Eltern nach Geschirr, Stoffen und Hintergründen für die Bilder. Für ein besseres Licht bastelte Helga Lugert aus einem mit Alu-Folie bezogenem Tablett einen Reflektor, der das Tageslicht einfangen und auf den Teller zurückwerfen sollte. Als im Mai 2020 eine vorsichtige Normalität einsetzte war das Schwestern-Team so eingespielt, das es seine tägliche Kolumne mit Freude als wöchentliche Kolumne weiter führen wollte.

Klassiker aus der Heimat- und Weltküche plus nützliche Kniffe aus der Rezept-Kladde!

Beim Durchblättern habe ich kein Rezept entdeckt, dass ich nicht kochen möchte, bin aber am Anfang skeptisch, warum ich denn noch das Rezept von Verena Lugert für ein Filet Wellington brauche? Ich merke jedoch schnell, bei ihr geht es moderner zu, den Blätterteig wie in der Kochschule selbst zuzubereiten, darauf verzichtet die Augsburgerin, außerdem reichen bei ihr 400 g Rinderfilet für 4 Personen. Die Pilze sollten wir jedoch unbedingt von Hand sehr fein schneiden und um Gotteswillen nicht pürieren – danke für den Tipp! Das Filet ist fertig, wenn der Blätterteig goldbraun ist oder eine Kerntemperatur von 40 Grad erreicht hat, denn es gart in der Teighülle nach. Lugert’s schmackhafte Königsberger Klopse werden mit Mehlbutter gebunden, viel besser als mit Mehlschwitze! Und ihr krosses Brathähnchen bleibt extrem saftig, weil tiefgekühlte flachgewalzte Würzbutter (mit Knoblauch und Zitrone) unter Brust und Rücken geschoben wird. Verena Lugert’s erstes Kochbuch ist ein Buch mit Lieblingsrezepten geworden. Dazu gehören neben den Klassiker der deutschen Küche ebenso Chicken-Tikka Masala in einer cremigen Sauce und eben nicht höllisch scharf… Ein vietnamesisches Bánh Mi Sandwich, das mich mit knusprigen Fleischbällchen aus Schweinehack und Garnele, knackigem Gemüse und einer toll-würzigen Siracha-Mayonnaise überrascht. Diese Rezepte haben sich in London in ihr Herz geschlichen, vieles wurde von Kollegen aus der Restaurant-Küche von Gordon Ramsey inspiriert oder bei den besten Food-Trucks der Stadt genossen. Ein anderes Mal hat sie während eines Auslands-Semesters in Valencia Paella perfektionieren können. Und die Liebe zu Münchner Schnitzeln begann Sonntags, wenn ein wumm – bumm – bang die morgendliche Idylle durchbrach, weil die Oma am Schnitzel platieren war. Bei Spaghetti Carbonara braucht es eigentlich kein Kochbuch mehr, dennoch gibt es viele verhunzte Rezepte, Lugert’s Version vertraut auf eine Mischung aus Eigelb und ganzen Eiern, die für eine bessere Bindung sorgen und verbannt die Zehe Knoblauch nicht, wie es Puristen tun würden. Ihre Fettucchine Alfredo kommen nur mit Butter, Parmesan und Pfeffer aus, der Trick die Nudeln in nicht allzu viel Wasser zu kochen, sorgt am Ende durch die dadurch konzentrierte Stärke im Kochwasser für eine cremige Sauce, die nur mit Pasta-Wasser gebunden wurde. Zu den bereits erwähnten Mini-Pavlovas, gesellen sich in der süßen Abteilung, eine perfekte Mousse au Chocolat, Kardamom-Rhabarber-Crumble (großartig) und noch ein paar süße Klassiker mehr. Überhaupt sind Verena Lugerts Tipps und perfekt aus tarierten Rezepte ein Grund, warum ich immer häufiger zu der leckeren und nützlichen Rezept-Kladde greife auch wenn die meisten Rezepte mit viel Werbung versehen, ebenfalls noch im Netz auffindbar sind, habe ich mich in diese handliches Büchlein mit einer wohl verlesenen Anzahl an Rezepten, die genau meinem Geschmack treffen, auf den zweiten und dritten Blick regelrecht verguckt.

Probiert & Verputzt:

Jim’s Jamaican – Jerk Chicken

© Helga Lugert

Dieses Rezept hat Verena Lugert aus London mitgebracht. Jim war ein Kollege, den sie in ihrer Zeit in einem von Gordon Ramsay’s Restaurants kennenlernte. Das Personal-Essen war stets eine Aufgabe die reihum erledigt wurde. Jim, der Tänzer aus Jamaika, hat dieses von seiner Großmutter übernommen und versprach irgendwann das beste jamaikanische Restaurant in London zu eröffnen…..

Sein Jamaican – Jerk Chicken ist eines der einfachsten Rezepte überhaupt, man püriert die Zutaten für die Würz-Marinade, lässt die Schenkel darin ziehen und wird am Ende mit total leckeren Hähnchenkeulen belohnt – Das Beste dabei ist, das die meisten Gewürze sowieso bei den meisten schon im Gewürzschrank stehen!

Tiroler Speckknödel mit Pfifferlingsrahm

© Helga Lugert

Semmelknödel und Pilze dass hat Tradition bei uns, bei Verena Lugerts Rezept hab ich gelernt, dass wenn Eier und Milch vermengt werden, man nicht Gefahr läuft, dass die Masse zu feucht wird. Trotzdem ist Obacht angesagt, weil die benötigte Menge an Milch von der Trockenheit der Semmeln abhängt. Außerdem tut der Senf der Sauce geschmacklich richtig gut und Schnittlauch statt Petersilie ist ebenfalls eine sehr gute Idee – neues Lieblings-Rezept!

P.S. Ich war natürlich nicht im Wald, da gäbe es zu dieser Zeit weit und breit keinen Pfifferling, habe jedoch immer einen Vorrat selbst gesammelter getrockneter Steinpilze in der Speisekammer, die ich zu dieser Zeit gerne mit braunen Bio-Champignons verwende!

Gado-Gado

© Helga Lugert

Dieses Rezept hat Verna Lugert auf Bali kennen und lieben gelernt. 8 Jahre pendelte diese zwischen Hamburg und Bali, bevor sie sich entschloss, das Kochen in London noch mal von der Pike auf zu lernen. Die lauwarm servierte Gemüse-Platte scheint zunächst nichts wirklich besonderes, weicher Kohl, frische Gurken, Gaumen schmeichelnde Kartoffeln, knackige Karotten, gedünstete Bohnen und gebratener Tofu….Dann kommt jedoch eine köstlich würzige Erdnuss-Sauce dazu und es wird kulinarisch spektakulär!

Wer es partout nicht scharf mag, sollte ggf. etwas vorsichtiger mit dem Sambal Oelek sein.

Fazit: Es lebe die Koch-Kladde mit lauter Lieblingsrezepten, die zudem so wunderbar unterhaltsam ist!

Ich muss gestehen, dass ich regelmäßig bei den Wochenend-Ausgaben der englischen Tageszeitungen sofort die Rezept-Beilage aufschlage, diese Lektüre verbinde ich stets mit einem kulinarischem Ausflug der Extraklasse – ganz egal ob mir nun Ottolenghi & Co die weite Welt des Genuss zu Füßen legen oder mir endlich jemand erklärt, wie dieser oder jener Klassiker endlich perfekt funktioniert. Um ehrlich zu sein, frage ich mich schon lange, warum es bei den stetig schwindenden Abonnementen so wenige Koch-Kolumnen in deutschen Tageszeitungen gibt? Verena Lugert kann beides – mitreißend und sehr persönlich ihre Rezepte vorstellen und noch besser kochen! Ihre Rezepte überzeugen zudem mit vielen Kniffen: Ich habe z. B. gelernt wie viel leckerer Käsespätzle mit einer Mischung aus verschiedenen Käsesorten schmecken, dass Risotto auch auf die Gäste warten kann, wenn man den Garprozess geschickt unterbricht, wie die ultimativen Pommes funktionieren und und….. Ich werde diese für mich sehr gelungene Rezept-Kladde definitiv auch an Familie und Freunde verschenken, die wieder mehr selber kochen wollen –dazu eignet sich dieses Büchlein wirklich prima!

Apfelkuchen schwäbische Art

Christina Heß © 2020 Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern

Quelle: Christina Hess: Herbstliebe

Wohlfühlrezepte für neblige Morgen und kühle Tage

Thorbecke Verlag

Preis: 24,– €

Nachbarschaft ist etwas Schönes – und vor allem, wenn dein Nachbar dir abends noch lauwarmen Apfelkuchen vorbeibringt. Dann ist Frau Hess mit dem Tag und dem Leben versöhnt und hofft, dass es uns nach dem Genuss dieses schwäbischen Apfelkuchens genauso geht. Hat bei uns super funktioniert!

Zutaten (für eine Springform mit 24 cm Ø):

Teig

260 g Mehl

1 TL Backpulver

80 g Butter

70 g Zucker

1 Ei

2 EL Milch

1 Prise Salz

Fülling

6 Äpfel (ca. 1 kg)

200 ml Sahne

200 g Crème fraîche

abgeriebene Schale

einer Bio-Zitrone

2 Eier

50 g Zucker

½ TL gemahlene Vanille

Topping

50 g gehackte Mandeln

50 g Butter

50 g Zucker

½ TL Zimt

Zubereitung:

Zuerst den Teig zubereiten. Dafür alle Zutaten zu einem Mürbeteig verkneten und abgedeckt für ca. 30 Minuten in den Kühlschrank legen. Den Ofen auf 160 °C Ober-/ Unterhitze vorheizen. Den Teig danach auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und die Springform damit auskleiden (hier kann man den Teig bereits 10 Minuten im Ofen vorbacken für einen knackigeren Boden).

Die Äpfel schälen, entkernen und in Scheiben schneiden. In die Springform legen und die restlichen Zutaten für die Füllung vermengen und über die Äpfel gießen. Den Kuchen nun für 30 Minuten in den Ofen schieben. In der Zwischenzeit die Zutaten für das Topping vermengen und den Kuchen nach diesen 30 Minuten aus dem Ofen nehmen, das Topping darübergeben und den Kuchen nochmals für 30 Minuten weiterbacken.

Den schwäbischen Apfelkuchen am besten lauwarm genießen.

Klassische Rinderrouladen mit Kartoffelknödeln

©Meike Peters

Nicht wie bei Muttern, sondern wie bei Ms. Soul-Food… „Mutti ich hab Dich wirklich lieb und dachte bis jetzt neben Deinen Rouladen kann es keine anderen geben….“ Sorry, diese, sind aber noch besser, die Sauce ist der Hit. Ich bring Dir das Rezept mit, wenn wir uns Weihnachten wieder sehen! Und dann noch die Knödel dazu, dein Schwiegersohn konnte gar nicht genug davon bekommen…..

Quelle: Peters: 365: Jeden Tag einfach kochen & backen

Prestel Verlag

Preis: 30,– €

Die Rinderrouladen meiner Oma waren das Highlight ihrer grandiosen Sonntagsessen. Das Fleisch war so zart, dass man es mit der Gabel zerteilen konnte, und dazu gab es reichlich Knödel, um die leckere Sauce aufzutunken. Für mich fasst dieses Gericht das zusammen, was ich an der winterlichen deutschen Küche liebe: Fleisch, Kohlenhydrate und Sauce, vereint in einem herzhaft bodenständigen Essen.

Zutaten (für 4 Personen):

Für die Rouladen

4 große, 3 mm dicke Rinderrouladen (700 g insgesamt)

feines Meersalz

fein gemahlener schwarzer Pfeffer

6 TL Tomatenmark

4 TL Dijon-Senf

8 dünne Scheiben Tiroler Speck

(oder Prosciutto di Parma)

4 große Gewürzgurken, der Länge nach in dünne Scheiben geschnitten

Olivenöl

2 mittelgroße Karotten, der Länge nach halbiert und in Scheiben geschnitten

1 Stange Staudensellerie, gewürfelt

Stange Lauch (nur die weißen und hellgrünen Teile), in dünne Scheiben geschnitten

¼ mittelgroßer Knollensellerie, geschält und halbiert

2 große Knoblauchzehen, halbiert 60 ml Brandy (oder Portwein)

750 ml kräftiger Rotwein

1 kleiner Bund frischer Thymian

3 frische Salbeiblätter

5 Wacholderbeeren, zerdrückt

5 Pimentkörner

5 Gewürznelken

1 großes Lorbeerblatt

Holunderblütensirup

8 Zahnstocher (oder Kochgarn)

zum Fixieren der Rouladen

Für die Kartoffelknödel

450 g geschälte mehligkochende Kartoffeln, gewürfelt

30 g Butter

2 Eigelb

130 g Mehl

1½ TL feines Meersalz

½ TL gemahlene Muskatnuss (bevorzugt frisch abgerieben)

fein gemahlener schwarzer Pfeffer

3 Scheiben weiches Toastbrot, in 1 cm große Würfel geschnitten

Zubereitung:

Für die Rouladen ein großes Stück Frischhaltefolie auf der Arbeitsfläche ausbreiten. Die Rinderrouladen nebeneinander darauflegen und mit Salz sowie Pfeffer würzen. Jede Roulade gleichmäßig mit 1 TL Tomatenmark und 1 TL Senf bestreichen, dann mit 2 Scheiben Speck und 1/4 der Gurkenscheiben belegen. Zu festen Rouladen aufwickeln und jeweils mit 2 Zahnstochern (oder Kochgarn) fixieren. In einem ausreichend großen Schmortopf (mit passendem Deckel) einen Schuss Olivenöl bei mittlerer bis hoher Temperatur erhitzen. Die Rouladen portionsweise unter Wenden 1–2 Minuten darin scharf anbraten, bis sie gleichmäßig gebräunt sind, dann mit Salz sowie Pfeffer würzen und auf einen Teller geben. Karotten, Staudensellerie, Lauch, Knollensellerie und Knoblauch in den Schmortopf geben und 1 Minute anschwitzen. 2 TL Tomatenmark unterrühren und 1 Minute mit anrösten, dann alles mit dem Brandy ablöschen und mit einem Pfannenwender den Bratensatz vom Topfboden lösen. Die Rouladen zurück in den Topf geben, mit dem Rotwein fast ganz bedecken, dann Thymian, Salbei, Wacholderbeeren, Piment, Nelken und Lorbeerblatt hinzufügen und alles mit Salz sowie Pfeffer würzen. Den Deckel auflegen und alles kurz aufkochen lassen, dann die Temperatur senken und die Rouladen bei mittlerer bis niedriger Temperatur für 2–3 Stunden sanft schmoren, bis das Fleisch zart ist. Die Kräuter entsorgen, die Rouladen auf einen Teller geben und zum Warmhalten abdecken. Die Sauce zum Kochen bringen und 1–2 Minuten reduzieren, bis sie die gewünschte Intensität und Konsistenz hat. Die Sauce mit Salz, Pfeffer und einem Schuss Holunderblütensirup abschmecken, dann die Rouladen zurück in den Topf geben.

Während das Fleisch schmort, die Kartoffelknödel zubereiten: In einem großen Topf gesalzenes Wasser zum Kochen bringen und die Kartoffeln darin 15–18 Minuten garen, bis sie weich sind. Die Kartoffeln mit einer Schaumkelle in ein Sieb geben und 2 Minuten ausdampfen lassen. Die warmen Kartoffeln durch eine Kartoffelpresse in eine große Schüssel drücken. Butter und Eigelbe untermengen und die Kartoffelmasse bei Raumtemperatur etwa 30 Minuten, oder 15 Minuten im Kühlschrank, vollständig abkühlen lassen.

Sobald die Kartoffelmasse vollständig abgekühlt ist, Mehl, Salz, Muskatnuss und großzügig Pfeffer zügig unterrühren. Falls die Mischung nicht fest genug ist, um Knödel daraus zu formen, nach und nach etwas mehr Mehl einarbeiten. Hände und Arbeitsfläche leicht mit Mehl bepudern. 1 gehäuften EL der Mischung mit den Fingern zu einer dicken Scheibe formen. 3 Brotwürfel behutsam in die Mitte der Scheibe drücken, dann den Teig zu einer Kugel rollen, dabei die Brotwürfel im Teig gut verschließen. 10–12 weitere Knödel aus dem restlichen Teig auf die gleiche Weise herstellen.

In einem großen Topf gesalzenes Wasser zum Kochen bringen. Die Knödel portionsweise etwa 10 Minuten sanft darin köcheln lassen, bis sie an die Oberfläche steigen. Die Knödel mit einer Schaumkelle aus dem Wasser heben, abtropfen lassen und in eine Auflaufform geben. Abdecken und im Backofen warm halten, bis alle Knödel fertig sind.

Rouladen und Knödel je mit einer kleinen Kelle Sauce auf Tellern anrichten und servieren.

Kürbis-Pesto-Sandwich mit Datteln und Chèvre

©Meike Peters

Jeder Kürbis der in diesem Sandwich landet kann sich mehr als glücklich schätzen! I love it und ich bin weder von Haus aus Kürbis noch Sandwich-Fan. Einfach perfekt die Verbindung aus Kürbis, Thymian, Orangensaft, den süßen Datteln und dem würzig-säuerlichen Ziegenkäse dazu – genial!

Quelle: Peters: 365: Jeden Tag einfach kochen & backen

Prestel Verlag

Preis: 30,– €

Samtweicher nussiger Kürbis ist wie dafür gemacht, in ein Pesto verwandelt zu werden. Orange und Thymian verfeinern die dicke Paste, und obwohl ich sicher bin, dass sie mit warmen Spaghetti ganz wunderbar schmeckt, liebe ich dieses Pesto auf einem Brötchen, zusammen mit saftigen Datteln und reifem Sainte- Maure de Touraine Chèvre.

Zutaten (ergibt 2–3 Sandwiches):

Für das Pesto

340 g geputzter Kürbis (bevorzugt geschälter Butternut oder Hokkaido mit Schale), in 2,5 cm dicke Würfel geschnitten

2 EL Kürbiskerne

2 EL Olivenöl

¼–½ TL frischer Orangenabrieb

1 EL frisch gepresster Orangensaft

1½ TL frische Thymianblätter

feines Meersalz

Backpapier

Für die Sandwiches

2–3 Dinkel- oder Roggenbrötchen, halbiert

85 g gereifter Chèvre (bevorzugt Sainte-Maure de Touraine), in dünne Scheiben geschnitten

4 große saftige Datteln, entsteint und geviertelt

1 EL Kürbiskerne

1 TL frische Thymianblätter

grob gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

Den Backofen auf 200 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Die Kürbiswürfel in eine mittelgroße Auflaufform geben und den Boden mit etwas Wasser bedecken. Ein großes Stück Backpapier mit Wasser durchnässen, auswringen und den Kürbis komplett damit bedecken. 20–30 Minuten im Ofen backen, bis der Kürbis zart ist, dann im Universalzerkleinerer zusammen mit Kürbiskernen, Olivenöl, 1/4 TL Orangenabrieb, Orangensaft und Thymian glatt pürieren. Mit zusätzlichem Orangenabrieb sowie Salz abschmecken und in eine kleine Schüssel füllen.

Großzügig Pesto auf den unteren Brötchenhälften verteilen, mit Chèvre belegen und mit Datteln, Kürbiskernen, Thymian und Pfeffer bestreuen. Die oberen Brötchenhälften darauflegen und genießen.

365: Jeden Tag einfach kochen & backen

Meike Peters: 365: Jeden Tag einfach kochen & backen

Prestel Verlag

Preis: 30,– €

Seelenfutter für jeden Tag,  jeden Geschmack und jede Laune!

©Meike Peters

 

Meike Peters, Begründerin des internationalen Blogs „Eat in my kitchen“ ist kulinarisch im herzhaften deutschen Wohlfühlessen verwurzelt, aber auch stark von Einflüssen aus der französischen und italienischen Küche geprägt. Mit ihrer Mutter, einer fabelhaften Köchin und wundervollen Gastgeberin, fing alles an: Sie war es die Meikes Geschmacksnerven mit dem Genuss von feinem Olivenöl und dem großzügigem Gebrauch von Knoblauch und mediterranen Kräutern schon früh richtig programmiert hat. Mal mit ausgefeilten Klassikern der französischen und italienischen Küche, aber auch einfachen Pasta-Gerichten. Meike ist in Nordrhein-Westfalen aufgewachsen und der schwäbische Stiefvater hat mit so herrlichen Gerichten wie Spätzle und Maultaschen aus dem Süden der Republik zu ihrer weiteren kulinarischen Sozialisierung beigetragen. Die begonnene kulinarische Reise setze sich fort als die Autorin ihren Partner kennen lernte. Die Rezepte und Bräuche der maltesischen Schwiegermutter und des amerikanischen Schwiegervaters öffneten weitere Türen. Inzwischen verbringt das Paar regelmäßig den Sommer auf Malta, dem südeuropäischen Inselstaat am Mittelmeer, dessen Küche ebenfalls von nordafrikanischen und arabischen Einflüssen geprägt ist.

Viele, viele Optionen alle in einem Buch – oder 365 einfach total lecker!

Ein durchschnittliches Kochbuch hat in der Regel ca. 100 Rezepte, hier gibt es sogar 365 köstliche Optionen für üppige Sandwiches (z. B. Gegrilltes Schinken-Käse-Sandwich mit Kaki oder Schnitzel-Krautsalat-Sandwich), Muffins (z. B. Pistazien-Orangenblüten-Muffins oder mediterrane bittersüße Schoko-Orangen-Muffins), Quiche & Tartes (z. B. Kartoffel-Tarte mit Chèvre, Fenchel-Tarte, Basilikum-Ricotta-Pie mit Tomaten), Gemüse (z. B. knusprige Koriander-Bratkartoffeln mit Chèvre, Thymian und Zitrone oder Zucchini-Paprika-Auberginen-Moussaka mit Zitronen-Ricotta), Pasta (z. B. Kürbis-Pasta mit Orange, Ahornsirup und Salbei oder Spaghetti mit Röst-Knoblauch-Butter und Thymian), Fleisch (z. B. Kidneybohnen-Hackbällchen mit Tomatensauce und Koriander oder Lammkoteletts mit Granatapfel-Portwein-Sauce und Pistazien), Huhn (z. B. Gewürz-Hähnchenkeulen mit Weißen Bohnen und Minze oder Coq au Vin), Fisch & Meeresfrüchte (z. B. Lachs mit Fenchelkruste oder scharfe Chorizo-Muscheln mit Chili und Majoran), Salat (Kirsch-Panzanella mit Stilton, Schalotten und Thymian, Winter-Caprese mit Blutorange, Roter Bete und Mozzarella di Bufala) und Süßes & Gebäck (z. B. Germknödel mit Pflaumen, Mohn und Vanillesauce oder Loukoumades – Griechische Krapfen mit Honig, Zimt und Pistazien, Madeira-Kuchen mit karamellisierten Mandarinen). Tja, da ist nicht nur viel, sondern, sehr sehr viel an köstlichem Soul-Food im Angebot. Mit diesem Kochbuch beschäftigt man/frau sich nicht mal nebenbei, das ist jeden Tag aufs Neue eine leckere Entdeckung.

Klassische Rinderrouladen mit Kartoffelknödeln,

©Meike Peters

Nicht wie bei Muttern, sondern wie bei Ms. Soul-Food… „Mutti ich hab Dich wirklich lieb und dachte bis jetzt neben Deinen Rouladen kann es keine anderen geben….“ Sorry, diese sind aber noch besser, die Sauce ist der Hit. Ich bring Dir das Rezept mit, wenn wir uns Weihnachten wieder sehen! Und dann noch die Knödel dazu, Dein Schwiegersohn konnte gar nicht genug davon bekommen…..

 

Kürbis-Pesto-Sandwich mit Datteln und Chèvre

©Meike Peters

Jeder Kürbis, der in diesem Sandwich landet kann sich mehr als glücklich schätzen! I love it und ich bin weder von Haus aus Kürbis- noch Sandwich-Fan. Einfach perfekt die Verbindung aus Kürbis, Thymian, Orangensaft, den süßen Datteln und dem würzig-säuerlichen Ziegenkäse dazu – genial!

 

 

 

 

Tiroler Apfelstrudel

Final Countdown beim Strudel-Casting: Platz Nr. 1 geht für mich an den “Tiroler Apfelstrudel“ aus dem Hause Peters in Berlin, die die saftigste Version über die Ziellinie geschoben haben – umhüllt von knusprig-buttrigem Mürbeteig – best Appel-Strudel ever!

 

 

 

 

Fazit: Be yourself, stay authentic and don’t mix it up with too much of everything!

Meike Peters kocht wie viele heute einen Mix aus Soul-Food und Fusion-Küche, schafft es jedoch  sich und ihrem Stil dabei treu zu bleiben! Sie komponiert stilsicher Wohlfühlessen, das einfach funktioniert und ebenso optisch wunderbar ansprechend ist. Kocht man diese Rezepte nach, stellt sich schnell heraus, dass dieses Zusammenspiel nicht zufällig, sondern das Ergebnis von Kreativität und intensivem probieren ist. Alles was bei ihr auf den Tisch kommt, ist kein Kunstprodukt, sondern inspiriert durch Mutter, Großmutter, den schwäbisch-stämmigen Stiefvater und der maltesisch-amerikanisch geprägte Schwieger-Familie und nichts wirkt dabei künstlich oder gar konstruiert.

Meike zeigt dabei ein feines Händchen und legt zudem keinerlei Trend-Hascherei an den Tag, sondern will einfach nur lecker kochen. Wenn in fast jedem Rezept inflationär mit Salzzitronen umgegangen wird und mit den unterschiedlichsten Gewürzen nur so um sich geschmissen wird nützen auch die bekannten Namen beim dritten oder vierten Buch damit nichts mehr. Viel macht aber nicht unbedingt viel und es muss auch nicht fast alles mit Salzzitronen gewürzt werden. Die als Fertigprodukt zudem häufig sehr synthetisch schmecken können. Bei insgesamt 365 Rezepten sind es bei Meike Peters gerade mal 2, die darauf setzen und können immer mit Zitronenabrieb ersetzt werden.

Die New York Times  hat sich bereits geoutet und dieses umfassende Projekt mit erkennbar eigener Handschrift, das ebenfalls saisonale Aspekte berücksichtigt, zu eines der besten Kochbücher dieses Bücher-Herbstes gekürt und das in meinen Augen sehr zu recht.

Einzig das Register hätte man noch übersichtlicher machen können. Allerdings bei einem Kochbuch, das bewusst jeden Tag des Jahres lecker bestückt und ebenfalls mit Monatsübersichten arbeitet, jammern auf hohem Niveau.

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar!