Salziges Limetten-Pickle auf indische Art

© Alan Benson

Die Pickles haben wir noch im Frühjahr probiert, das Glas ist nicht alt geworden, die waren einfach zu lecker. Ich freue mich schon auf die neue Saison!

Quelle: Matthew Evans: Eingemacht

Fotos: Alan Benson

Edel Verlag

Preis: 16,95 €

Als ich meine Partnerin Sadie kennenlernte, verheimlichte sie mir dieses sagenhafte Limetten-Pickle. Erst nachdem ich sie einige Monate lang umworben hatte, holte sie mit dem für sie typischen Understatement ein unscheinbares Glas aus dem Kühlschrank hervor. Der Inhalt entpuppte sich als die ultimative Beilage für Currys. Und nun, da das Geheimnis gelüftet ist, schätzt Fat Pig Farm sich glücklich, dieses Rezept mit Ihnen teilen zu dürfen.

Zutaten (ergibt etwa 400 g):

400 g Bio-Limetten

11/2 EL Salz

1 TL gemahlene Kurkuma

1/2 TL Cayennepfeffer

2 TL gemahlener Piment

2–3 EL Weißweinessig

Zwei 250-ml-Gläser spülen und sterilisieren (siehe Seite 10).

Zubereitung:

Bereiten Sie dieses Pickle, wenn Ihnen preiswerte Limetten in die Hände fallen. Die Limetten in etwa 1 cm dicke Würfel schneiden, dabei die Kerne entfernen. Austretenden Saft auffangen. Die Stücke in die sterilisierten Gläser füllen. Salz, Gewürze, Essig und den aufgefangenen Limettensaft vermischen und über die Limetten gießen. Die Gläser verschließen und eine Woche an einem warmen Ort, eventuell sogar in der Sonne, stehen lassen. Wichtig ist, dass die Limettenstücke oft durchgeschüttelt werden, damit sie immer von Lake überzogen werden. Wenn sie weich sind, im Vorratsschrank oder an einem anderen dunklen, kühlen Ort 6 Monate lagern, bevor Sie das Pickle verzehren.

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Minzgelee

© Alan Benson

Quelle: Matthew Evans: Eingemacht

Fotos: Alan Benson

Edel Verlag

Preis: 16,95 €

Minze und Äpfel sind dieses Jahr geradezu reichlich im Garten vertreten. Wir waren froh, mit diesem Rezept gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und lecker war es auch.

Ein selbst gemachtes Minzgelee ist das Nonplusultra, der perfekte Begleiter zum Lamm. Es schmeckt besser als jegliches Fertiggelee und zeichnet sich dadurch aus, dass es nicht künstlich grün eingefärbt ist.

Zutaten (ergibt etwa 1 kg):

1 kg Äpfel (Fallobst ist prima)

60 ml Apfelessig aus Cidre

500 g Zucker

1 großes Bund Minze, sehr fein gehackt

Vier 250-ml-Gläser spülen und sterilisieren (siehe Seite 10).

Zubereitung:

Tag 1: Die Äpfel grob in Stücke schneiden. Entkernen und Schälen ist nicht nötig, nur braune Stellen müssen herausgeschnitten werden. Die Äpfel in einen großen Topf geben und knapp mit Wasser bedecken, etwa 1 Liter. Auf hoher Stufe zum Kochen bringen, dann die Äpfel auf kleiner Stufe eine Stunde köcheln lassen, bis sie weich sind. Dabei die Früchte mit einem Holzlöffel zerdrücken, damit sie auseinanderfallen.

Die Mischung in ein mit Passiertuch ausgelegtes Küchensieb geben, das über einer Schüssel hängt, und über Nacht abtropfen lassen.

Tag 2: Den aufgefangenen Saft abmessen. Es sollten etwa 700 ml sein; falls es nicht 700 ml sind, die Zuckermenge entsprechend anpassen. Den Saft mit dem Essig in einem Topf auf mittlerer Stufe erhitzen. Dann den Zucker zugeben und rühren, bis er aufgelöst ist. Auf hoher Stufe zum Kochen bringen, dann 10 Minuten köcheln lassen, bis der Gelierpunkt erreicht ist (siehe Seite 18). Vom Herd nehmen und die gehackte Minze einrühren. In die vorgewärmten Gläser füllen und verschließen. Beim Abkühlen die Gläser mehrmals auf den Kopf und wieder zurück stellen, damit die Minze nicht auf den Boden sinkt und dort bleibt. Das Gelee bis zu ein Jahr im Vorratsschrank lagern. Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren.

Matthew Evans: Eingemacht

Matthew Evans: Eingemacht

Edel Verlag

Preis: 16,95 €

Selbstgemacht macht Freude, viel besser schmeckt es sowieso!

 Worum geht es – oder Gartenbesitzer und „Freeganer“ vor?

 Nein, ich werde jetzt kein Plädoyer für Nachhaltigkeit halten, das hatten wir schon und wer diese Rezension liest, weiß schon warum er das tut. Wahrscheinlich ist er reich beschenkt worden und weiß jetzt nicht wohin mit dem Zaster. Bitte diesmal nicht unter der Matratze horten, sondern einfach mal im Glas verstauen, so kann man Luxusprobleme ziemlich schnell lösen. Glaubt Ihr nicht? Doch funktioniert, allerdings nicht mit Papier, sondern mit pflanzlicher Ware. Holt also jetzt die Leitern aus der Garage und die großen Töpfe aus dem Schrank, denn der Nachbarn freut sich, wenn der Kirschbaum nicht nur von den Vögeln abgeerntet wird, sondern dessen Erzeugnisse wirklich im Keller von netten Menschen landet in Form von Marmelade & Co. Und ich habe wieder was neues gelernt, im Englischen bezeichnet man die Leute, die wir gerne des „Containerns“ bezichtigen und hierzulande damit einen Status als Food-Saver verteidigen, als „Freeganer“ und das hat ausnahmsweise mal nichts mit einer komplett pflanzlichen Ernährung zu tun, wie ich eingangs befürchtet hatte.

Wer ist der Autor?

 Matthew Evans, ehemaliger Koch und in Australien Food-Aktivist, ist einer der bekanntesten „tree-changer“ Australiens, das sind Menschen, die ihr städtisches Leben zugunsten eines Lebens auf dem Lande aufgeben und die Nachhaltigkeit nicht nur für wichtig halten, sondern diese wirklich leben. Evans lebt inzwischen auf einer kleinen Farm („The fat Pig Farm“) im Huon Valley in Tasmanien und wenn er gerade nicht im australischen Fernsehen als Gourmet-Farmer unterwegs ist, kümmert er sich darum, dass seine Schweine Speck ansetzen, die Kühe gemolken werden, Obst und Gemüse im Garten geerntet und verarbeitet werden oder schreibt Kochbücher.

Was ist drin?

 Verstehen wie was funktioniert, dann klappt es auch mit den Erdbeeren!

Los geht es mit ein wenig Theorie, dem sogenannten 1 x 1 des Einmachens, ich vermisse hier nichts und finde Matthew Evans macht hier vieles richtig, er führt kundig und profund durch die Thematik gibt Tipps zum Sterilisieren der Gläser und Flaschen, bis hin zur Auswahl von geeigneten Töpfen und dem Grund warum manche Konfitüren schneller als andere gelieren. Ich werde bestärkt darin, dass meine neue Haushaltshilfe, die Geschirrspülmaschine am besten geeignet ist, wenn man einfach und unkompliziert seine Einmachgläser sterilisieren möchte und das etwa ein Viertel unreifer Früchte im Marmeladentopf die Gelierung vorantreibt durch die darin enthaltene Säure (Stichwort Pektin) und es sinnvoll ist, wenn die Früchte zusammen mit Zucker schon einige Stunden Saft ziehen konnten, ansonsten lauft ihr Gefahr, dass während der Zucker sich auflöst, kochen Eure Früchte schon. Sollten diese sehr empfindlich sein, sind sie schnell verkocht und verlieren an Geschmack. Töpfe sollten lt. Evans einen gut leitbaren Boden und eine weiter Öffnung haben, Kupfer als Material ist nur bedingt geeignet, bzw. die Früchte müssen in jedem Fall vorher Saft ziehen.

Genau solche Tipps brauche ich, um später selbst kreativ zu werden. Die kreativsten Rezepte sind nur die halbe Miete, wenn man das Prinzip dahinter nicht versteht und genau darum geht es diesem Autor. Er rollt das Thema von der praktischen Seite auf, wie es auch unsere Omas schon gehalten haben. Finde ich gut, wir bekommen oft etwas geschenkt von Nachbarn und Verwandten, wenn wir am Wochenende in unserem Ferienhäuschen unweit der Mosel sind, meistens habe ich dann nur eine begrenzte Auswahl an Rezepten dabei und vor allem sind exotische Aromaten wie Tonkabohne & Co. nun wirklich nicht greifbar, es gibt nicht mal „Tante Emma“ im Ort. Also greife ich immer gerne wieder zu Rezepten, die relativ klassisch sind und mit ein paar Zutaten funktionieren und das Aroma der Früchte in den Vordergrund stellen.

Im Kapitel Konfitüre & Marmelade lerne ich das man eine Diva nicht lange warten lässt, ja nee es geht hier weder um Liz Taylor oder gar Sophia Loren, diese Diva unter den Früchten heißt Erdbeere und reagiert extrem eigenwillig bei der Konfitüren-Herstellung, beste Ergebnisse kann man lt. Aussage des Kochs hier nur erzielen, wenn sie keinesfalls länger als 8 Minuten kocht, ob das Produkt dann die gewünschte Konsistenz hat, zweifelt der Experte zu Recht an, die Profis haben einen Trick und geben ein wenig Petkin hinzu, lerne ich ganz nebenbei. Interessant ist ebenfalls die Option Erdbeer-Konfitüre in der Sonne zubereiten, die auf ein altes amerikanisches Rezept zurück geht und wo angeblich keine Gefahr besteht, wie im ersten Fall, dass die Früchte zerkocht werden, schön das für die weniger heißen Tage im Jahr noch die Option besteht, das Ganze im Backofen für 2 Stunden bei 120 Grad zuzubereiten. Was ich in jedem Fall unbedingt probieren muss, ist die griechische Quitten-Zitronen-Marmelade. Etwas irritiert lässt mich die Aussage des Kochs zurück, dass Brombeeren manchmal wenig Pektin enthalten, eigentlich geht die landläufige Meinung vom Gegenteil aus, es mag da Unterschiede geben, die mit Sonneneinwirkung und optimaler Reifegrad korrespondieren. Außerdem wird ebenso die herzhafte Seite in diesem Kapitel bespielt und es gibt so spannende Ideen wie eine Chili-Konfitüre oder eine Tomaten-Konfitüre im südostasiatischen Stil.

Die klassische Version wird bevorzugt!

Matthew Evans ist kein großer Freund von Gelierzucker, ich kann ihn inzwischen verstehen, seit ich seit 10 Jahren selber Pflaumenmus einkoche, ist mir dieses immer lieber als die Konfitüre-Variante mit Gelierzucker. Bei Konfitüren aus Früchten mit wenig Pektin wird in den Rezepten dieses Buch auf den klassischen Gelierzucker (1 X 1) zurückgegriffen oder extra Pektin zugesetzt, wie bei der wirklich spannend klingenden Rhabarber-Rosenkonfitüre. Was mir fehlt ist eine kleine Faustregel, wie das im Verhältnis aussehen kann, das bleibt das Buch leider schuldig, wie so viele andere auch. In der Regel geht man hier je nach Fruchtsorte und Pektin-Gehalt der Früchte von 1 – 2% der Fruchteinwaage plus 1 -2 Zitronen aus. Der Autor ist als Food-Saver unterwegs und nimmt es deshalb gerne mit großen Portionen auf, er denkt bei den Rezepten sehr häufig in Kilos, es muss ja gerettet werden was nur irgend geht, achtet aber bei der Gläserwahl auf vernünftige Portionsgrößen. Wer Zucker einsparen will, sollte entweder gleich beim Gelierzucker bleiben oder mit Apfel-Pektin und Calcium-Citrat arbeiten, darum geht es aber nicht in diesem schönen Buch, sondern die Oma-Methode wird neu belebt. Dazu gehört ebenso das Verständnis, dass man nicht mit vielen zusätzlichen Gerätschaften wie Einkochautomaten oder Dampf-Entsafter arbeitet, sondern mit dem auskommt, was normalerweise in jedem Haushalt vorhanden ist. Einzig eine „Flotte Lotte“ (Passiermühle) legt uns Matthew Evans ans Herz. Bei einigen Rezepten zieht sich die Zubereitung über 2 Tage hin, es lohnt sich also, sich ein wenig Zeit zu nehmen, für die Einmach-Projekte a la Evans.

Bei den Gelees kommen vergessene Früchte zum Zug!

Bei den Gelees finde ich ein Holzapfel-Gelee, und lerne der europäische Wildapfel ist in vielen Teilen Europas bis hin zum Ural anzutreffen. Obwohl das Verbreitungsgebiet relativ groß erscheint, kommt er nur sehr zerstreut und vorwiegend in Einzelexemplaren vor. Der Wildapfel bevorzugt als lichtliebendes Gehölz Standorte in lichten Wäldern, Steinrücken, Hecken und Gebüschen. Mal sehen, ob sich diese interessante Frucht auch in unseren Hunsrück verirrt hat. Außerdem wird Mispel-Gelee gekocht und das Schlehen-Apfel-Gelee wandert bei mir für weitere Exkursionen ebenfalls auf die Nachkochliste.

Zum Glück mehr als Konfitüre, Marmelade & Gelee!

 Dieses Buch ist recht umfangreich knapp 90 Rezepte wurden vom australischen Food-Aktivisten zusammengetragen dazu gehören ebenso eingekochtes Obst, Pickles & Chutneys, Saucen, Curds & Butter, Sirup, Konzentrat & Limonade und sogar Getrocknetes, Kandiertes & Pasten hat es in diese umfangreiche und klassische Zusammenstellung geschafft. Es wird die ganze Palette der angelsächsischen Einkoch-Traditionen bespielt und es bleibt zum Glück nicht nur bei den hinlänglich bekannten Vertretern für den Frühstückstisch. Mir persönlich haben es die Pickles angetan und ich habe mich bereits vor einigen Monaten an salzigen Limetten-Pickle auf indische Art versucht, die wir sehr lecker finden. Das Rezept für die Senffrüchte finde ich ebenfalls sehr interessiert, werde aber wohl den verwendeten Holzapfel ersetzten und das scharfe Senföl werde ich mir wohl online besorgen. Es gibt weiterhin jede Menge Senf-Rezepte und Ideen für die verschiedensten Curds, wie man es von einem Kochbuch mit britischem Einschlag erwarten kann. Speziell die Saucen Rezepte und die Ideen für Sirups sind ein echter Gewinn. Abgerundet wird dieser spannende Ausflug mit verschiedenen getrockneten Spezialitäten, die weit über das bekannte Quitten-Konfekt hinausgehen. In dieser Abteilung finde ich ein sehr interessantes Zwetschgen-Muss, wo zuerst die Früchte mit Kernen im Backofen schmoren, das sorgt für eine feine Mandelnote beim Mus, das muss ich definitiv probieren, wenn unser Baum im nächsten Jahr wieder Früchte trägt.

Fazit – oder für wen ist das was?

Ein schöne Zusammenstellung mit Rezepten rund ums Einmachen, für alle, die es klassisch mögen und für die Food-Saving wichtiger ist als nur aufgemotzte Trend-Rezepte. In diesem Buch werden neben den „Rettern“ ebenso die Garten-Besitzer angesprochen. Auf Gelierzucker wird zum Glück bis auf wenige Ausnahmen, wo das sinnvoll ist, verzichtet. Im Ergebnis bedeutet das aber hier werden Rezepte angeboten, für Leute, denen es zuerst um den Geschmack geht, Kalorienzähler und Zucker-Vermeider werden nicht glücklich werden. Ein bisschen Abenteuerlust kann ebenfalls nicht schaden, wenn man keinen Gelierzucker verwendet, muss man manchmal auch tricksen oder das Ergebnis als Sirup-Basis verwenden, wenn es nicht geklappt hat mir der Gelierung. Mich hat  der Aussteiger Evans mit seinem praxistauglichem Ansatz und seiner unkomplizierten Herangehensweise überzeugt, das war stimmig und es wurde zum Glück nicht mit vielen grundlegenden Tipps gespart, auch wenn beim Thema Pektin noch Luft nach oben gewesen wäre. Besonders gefällt mir, dass es in diesem Buch so viele Rezepte für Pickles & Chutneys, Saucen, Curds & Butter, Sirups & Co. gibt und sogar Getrocknetes, Kandiertes & Pasten nicht zu kurz kommen. In dieser Fülle gibt es das woanders leider nicht. Das Preis-Leistungs-Verhältnis macht ebenfalls Freude, wenn man bedenkt, dass es für knapp 17,– € gleich 90 sehr unterschiedliche Ideen rund ums Einmachen bekommt, die sich nicht nur auf Konfitüre & Co. beziehen.

Vielen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar.

Selbstgemacht im Glas

3d_sigTomsich/Derndorfer/Fischer: Selbstgemacht im Glas
Zum Einkochen, mitnehmen &verschenken

Christian Brandstätter Verlag

Preis: 34,90 €

Im Glas ist vieles möglich!

Worum geht‘s?

Einkochen ist wieder hip, der Mief der 60ziger und 70ziger Jahre der dieses Thema stets begleitete hat sich längst verflüchtigt, denn heute geht es hier nicht nur um Vorratshaltung, sondern auch um saisonalen Genuss, bei dem man auch noch herrlich kreativ sein kann. Der Trend zur saisonalen Ernährung hat bei vielen das Bewusstsein dafür geweckt, im Sommer schon an den Winter zu denken und Marmelade, Kompott, Sirup und vieles mehr für unsere Keller-Regale zu produzieren. Bei mir fing alles mit einem Pflaumenbaum und einem Apfelbaum im Wochenendhäuschen an und ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, mein Pflaumenmus im Supermarkt zu kaufen, auch wenn die Zubereitung schon ein wenig Arbeit macht. Inzwischen besitze ich auch einen Einkoch- und Dörrautomaten um die Steinpilzfunde zu konservieren und um Gemüsebrühpulver selbst herzustellen. Auch beim Kochen bin ich eher großzügig und Gulasch und Kürbissuppe und vieles mehr wird praktischerweise in großen Mengen produziert und die Reste, die nicht gleich verspeist werden, wandern in Einmachgläser. Das ist ungeheuer praktisch, wenn es mal schnell gehen soll und für mich die einzig vorstellbare Möglichkeit, auf konservierte Produkte zurückzugreifen, denn im Gegensatz zu Industrieprodukten, weiß ich genau was drin ist.

Was ist drin?

 Erst mal mit den Grundlagen vertraut machen und hier wird es uns einfach gemacht!

Nein Einkochen ist kein Hexenwerk, aber ein bisschen Know-How ist immens wichtig, damit sparen die Autoren nicht und bereiten es vor allem ungeheuer anschaulich auf: Wir erfahren im Schnelldurchlauf alles Wissenswertes zu den unterschiedlichen Konservier-Methoden, Ausstattung und Zubehör Füllvolumen, Glasformen, Deckeln und mehr.

Wissensvermittlung par excellence oder was ist für mich das beste Setting!

uebersicht

 In dieser Ausführlichkeit lassen das viele Bücher zum Thema vermissen, aber Nikolas Tomsich als Herausgeber des schönen Buches, ist vom Fach und bei Österreichs größtem Glashändler beschäftigt.  Auf sein Wissen und seine Erfahrung im Bereich Glas und Verschluss greifen Köche, Produzenten und Abfüller gerne zurück, neben Fachvorträgen und Schulungen zum Thema Verpackung von Lebensmitteln ist er selbst ein leidenschaftlicher „Einrexer“. Hier habe ich vieles neues erfahren und bin glücklich, dass dieser Aspekt einmal so ausführlich in einem Buch zum Thema präsentiert wird. Wunderbar auch die Übersichtstabelle „Einkochen auf einem Blick“, die sehr anschaulich für die jeweiligen Produkte die optimalen Garzeiten, Glasformen und Deckel präsentiert. Das macht Spaß und man merkt die Leidenschaft, mit der Verlag und Autoren Inhalte vermitteln wollen. Unter der Rubrik „Optimal Setting“ können sowohl Anfänger als auch Vorratshalter im größeren Stil, die für sie optimale Methode zum Einwecken herausfinden und erhalten nebenbei noch nützliche Tipps.

Alles was im Glas möglich ist!

Langschläfer, Berufstätige und Gartenbesitzer, hier kommen alle auf Ihre Kosten!

Die Autoren haben ganze Arbeit geleistet und holen hier viele ab, denn das Buch berücksichtigt im Rezeptteil, alles was im Glas möglich ist, nicht nur „Einkocher“ kommen auf Ihre Kosten, sondern auch Berufstätige, die ihr ihr Mittagessen im Glas vorbereiten und mit ins Büro nehmen. Mit wenigen Handgriffen wird ein leckerer Schichtsalat im Glas oder eine Suppe to go hergestellt, die praktischerweise direkt aus diesem genossen werden können. Singles sind froh, dass sie ihre Lieblingsgerichte auch in kleinen Portionen genießen können und keine Langeweile aufkommt. Für Picknick-Fans und Ästheten darf es auch gerne ein Kuchen oder ein Dessert im Glas sein. Langschläfer freuen sich, wenn sie gesund und lecker mit Smoothies & Overnight Oats den Weg ins Büro antreten. Gartenbesitzer und leidenschaftliche Gastgeber bekommen leckere Ideen, wie man unkompliziert und köstlich die Zeit von Saison zu Saison überbrücken kann oder auch Überraschungsbesuch lecker bewirten kann.

Gastgeber können sich freuen, hier wird an alles gedacht!

 Tagelang frische Pizza das ist kein Problem, die Mini-Pizzen werden einfach im Glas vorgebacken und sofort verschlossen. Dann nur noch die Gläser dunkel und kühl lagern und 2 Tage später zum Aufwärmen herausnehmen und aufbacken. Flache Gläser eigenen sich nicht nur als Transportmittel, sondern sind auch preiswerte Backformen. Soll die Köstlichkeit anschließend transportiert werden, einfach Deckel aufsetzen und schon können auch die Bürokollegen oder Picknickfreunde in den Genuss von einem leckeren gebackenen Thymian-Ricotta kommen und Sesam-Zitronen- oder Mohnbutter mit Basilikum und Basilikum- Pinien-Eis mit Himbeer-Sauce machen im Glas auf jedem Buffet eine gute Figur.

Was gibt es denn?

 Carnivoren, Vegetarier, Veganer alle werden mit sehr kreativen Rezepten bedacht, hier mal eine kleine Kostprobe:

Aprikosen-Mango-Lassi

Erdbeer-Melonen-Fenchel-Smoothie

Marinierte leicht getrocknete Tomaten

Kalte Mandel-Knoblauch-Suppe

zitronige Rucola-Kartoffel-Suppe mit Croûtons

Quinoasalat mit Auberginen, Zucchini u. Feta

Asia-Nudelsalat mit Huhn u. Mandarine

Marokkanischer Rindfleisch-Gemüse-Topf

Heidelbeer-Tiramisu

Cremiger Erdbeer—Milchreis

Walnuss-Koriander-Pesto

Apfel—Basilikum Senf

Süssaure Asia-Pflaumensauce

Himbeer-Thymian-Ansatzessig

Honig-Senfgurken

Rotes Kimichi

herzhafte Leberwurst

Marokkanische Bratwurst

Wiener Saftgulasch

Rindfleisch-Curry

Himbeer-Bananen-Marmelade

Pfirsich-Marmelade mit Rosmarin

Birnenkompott mit Cassis.

Schokokuchen mit Salzpistazien u. Melone

Rhabarber-Ingwer—Sirup

Ananas-Minze-Sirup

Orangen-Wacholder-Likör

Rosen-Holunderblüten-Zucker

Diese Liste ließe sich noch eine Weile fortsetzen, denn die Auswahl der beiden Autorinnen ist ebenso stimmig wie kreativ, da macht einfach vieles Lust auf ausprobieren.

Was ist besonders? – oder Theorie geht auch anschaulich!

 Bei einem Kochbuch geht es ja auch immer um Wissensvermittlung und nicht nur um Rezepte. Häufig haben die meisten Bücher aber gerade hier ihre Schwächen. Manchmal wird uns da nur dürftig zusammengetragenes Wissen präsentiert, dass es nur begrenzt versteht die richtige Klammer für die Rezepte zu bilden, viel häufiger wird man da aber mit liebloser und wenig ansprechender Präsentation konfrontiert. In diesem Buch wurde für mich alles richtig gemacht, denn auch im Anhang wird nicht mit Tipps gegeizt und wieder alles sehr anschaulich und übersichtlich präsentiert. Die Rezepte sind kompakt präsentiert, hier wäre eine noch umfangreichere Information zur Haltbarkeit bei den unterschiedlichen Lagermethoden gerade für Anfänger sehr hilfreich gewesen und hätte mein Glück perfekt gemacht.

Fazit: Ein Buch mit vielen kreativen Rezepten rund um alles was im Glas möglich ist, der Theorieteil sucht seines Gleichen in dieser Anschaulich- und Ausführlichkeit ist mir das noch nicht begegnet. Jedem Kapitel wird außerdem noch mal das Wichtigste vorab vorausgestellt. Wer sich nur für das Haltbarmachen interessiert, bekommt sehr inspirierende Ideen und Rezepte, die Spaß machen, aber durchaus auch kompakt gehalten sind. Am besten sich auch mal bei den Salaten, Kuchen, Desserts und anderem umschauen, es lohnt sich! Außerdem haben wir es hier mit einem Buch mit herausragender Ausstattung zu tun, das auch mit optischen Reizen nicht geizt.

Vielen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars!

 

Johannisbeer-Lavendel-Gelee

© Christian Verlag / Sandra Eckhardt
© Christian Verlag / Sandra Eckhardt

Quelle: Sarah Schocke/Alexander Dölle: Die Einmach-Bibel

Fotos Sandra Eckhardt

Christian Verlag

Preis: 39,99 €

Ich hatte am Anfang Befürchtungen, dass der Lavendel zu dominant durchschmecken konnte, was zum Glück nicht der Fall war. Schöne Kombination, die uns gefallen hat und auch mal was anderes ist.

 Zutaten (für 1 Glas (250 ml):

250 g rote Johannisbeeren

200 g Zucker

3 Lavendelblüten

Zubereitung:

Die Johannisbeeren vorsichtig waschen, von den Rispen zupfen und trockentupfen. In eine Schale geben und mit Zucker bedecken. Auch die Lavendelblüten waschen und trocknen.

Die ausgezuckerten Johannisbeeren mit Lavendelblüten in einem Topf bei mittlerer Temperatur offen etwa 20 Minuten unter gelegentlichem Rühren köcheln lassen. Noch heiß in ein sterilisiertes Glas füllen und sofort verschließen.

Haltbar: 12 Monate

Eingelegte Paprikaschoten

© Christian Verlag / Sandra Eckhardt
© Christian Verlag / Sandra Eckhardt

 Sarah Schocke/Alexander Dölle: Die Einmach-Bibel

Fotos Sandra Eckhardt

Christian Verlag

Preis: 39,99 €

Oregano und Paprika gehen eine aromatische Beziehung ein, uns hat es gefallen. Mein Tipp: Die Paprika zum Häuten kurz in einen Plastikbeutel geben und schwitzen lassen, dann lassen sich diese wesentlich leichter häuten.

Zutaten: (für 2 Gläser (à 190 ml):

2 Paprikaschoten (etwa 300 g)

4 Zweige Oregano

4 Knoblauchzehen

200 ml Olivenöl

Zubereitung:

Den Backofen auf 250 °C (Umluft 230 °C) vorheizen. Die Paprikaschoten waschen, halbieren, Stielansätze und Samen entfernen. Mit der Schnittfläche nach unten auf ein mit Backpapierausgelegtes Backblech legen und im Ofen auf der oberen Schiene 15 Minuten grillen, bis die Haut Blasen wirft. Anschließend die Haut abziehen.

Den Oregano waschen und trockenschütteln, die Blättchen abzupfen. Die Knoblauchzehen schälen und halbieren. Die Paprikahälften in Streifen schneiden und mit Knoblauch und Oregano in sterilisierte Gläser füllen.

Das Olivenöl auf 80 °C erhitzen und sofort über die Paprikamischung gießen, sodass alles vollständig mit Öl bedeckt ist. Das Glas mit dem Boden auf die Arbeitsfläche stoßen, damit eventuell entstandene Luftblasen verschwinden. Das Glas sofort verschließen und im Kühlschrank aufbewahren. 1 Stunde vor dem Servieren herausnehmen, damit das Olivenöl wieder flüssig werden kann.

Haltbar: 1 Monat

 

Holunderblütensirup

© Christian Verlag / Sandra Eckhardt
© Christian Verlag / Sandra Eckhardt

Quelle: Sarah Schocke/Alexander Dölle: Die Einmach-Bibel

Fotos Sandra Eckhardt

Christian Verlag

Preis: 39,99 €

Wir lieben ihn und haben vor einigen Wochen bereits 10 Liter produziert, immer wieder ein tolles Weihnachtsgeschenk, besonders bei den Familien mit Kindern kommt er gut an. Mein Tipp: Blüten nicht abwaschen, der Blütenstaub, sorgt für das Aroma, auch pflücken bei Regen kann hier schon für merklich weniger sorgen.

Zutaten Flasche (für1 l):

10–15 Holunderblütendolden

500 g Zucker

2 unbehandelte Zitronen

Zubereitung:

Die Holunderblütendolden zunächst in der Sonne auslegen, damit gegebenenfalls Insekten wegfliegen können. 1 l Wasser mit weißem Zucker (oder Rohrohrzucker, dann wird der Sirup dunkler) aufkochen, bis dieser sich vollständig aufgelöst hat.

Die Zitronen heiß waschen und in Scheiben schneiden.

Die Zuckerlösung, die Zitronen und die Dolden in eine Schale geben. Die Dolden beschweren, sodass sie alle in der Lösung liegen. Nach dem Abkühlen 3 Tage im Kühlschrank ziehen lassen.

Den Sirup erst durch ein Sieb, dann durch ein Tuch abseihen. In einem Topf aufkochen und entstehenden Schaum dabei abschöpfen. Noch heiß in eine sterilisierte Flasche füllen. Für eine Haltbarkeit von 12 Monaten den Sirup im Einkochtopf bei 90 °C etwa 15 Minuten einkochen.

Haltbar: 3–4 Monate