Einmachbibel

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Sarah Schocke/Alexander Dölle: Die Einmach-Bibel

Fotos Sandra Eckhardt

Christian Verlag

Preis: 39,99 €

 „Omas Wissen geht nicht verloren!“

Worum geht’s?

Einmachen, fermentieren ist wieder hipp und angesagt und auch mich hat der Virus seit 4 Jahren fest im Griff. Es begann mit den Obstbäumen unseres Wochenendhäuschens und ersten Versuchen ein echtes Pflaumenmus herzustellen.

Ich habe hier aber tüchtig Lehrgeld zahlen müssen, denn ich habe einfach nur rumprobiert und mich leider nicht mit einem guten Ratgeber, geschweige denn, mit einer echten Wissensbibel ausgestattet. Ich hätte mir sicherlich das eine oder andere niederschmetternde Erlebnis ersparen können und erinnere mich gut, wie enttäuscht ich war, dass die mühsame Ernte von 5 Kilo Pflaumen, einfach in den Mülleimer gewandert ist, weil mir das Mus auf dem Herd angebrannt ist.

Heute gibt es da schon den einen oder anderen Titel in meinem Kochbuch-Regal, aber ich bin ständig auf der Jagd nach neuen Ideen und Experten-Tipps.

Was wird geboten?

 Die Ausstattung des Buches ist hochwertig (Fadenheftung, beschichtetes Papier, stabiler Pappeinband), genauso wie man es erwarten kann, wann ein Buch als Bibel deklariert ist und auch seinen Preis hat.

Wer sind die Autoren?

© Christian Verlag / Sandra Eckhardt
© Christian Verlag / Sandra Eckhardt

 Sarah Schocke, Ökotrophologin, arbeitete mehrere Jahre für einen führenden Ratgeberverlag. Heute lebt und arbeitet sie als Fachjournalistin und Buchautorin für die Themen Ernährung, Gesundheit und Genussküche in Frankfurt am Main.

© Christian Verlag / Sandra Eckhardt
© Christian Verlag / Sandra Eckhardt

Alexander Dölle, Ökotrophologe, arbeitet für ein führendes Unternehmen in der Biobranche, kocht mit Leidenschaft und erstellt viele Bücher gemeinsam mit Sarah Schocke.

Was ist drin – oder große Vielfalt, die viele neue Ideen liefert!

 

© Christian Verlag / Sandra Eckhardt
© Christian Verlag / Sandra Eckhardt

Das schöne Buch von Sarah Schocke und Alexander Dölle liefert eine Fülle an Ideen, insgesamt 325 Rezepte für das haltbar machen von Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Milchprodukten wurden zusammengetragen und natürlich kommen auch Kräuter nicht zu kurz.

Wer einkocht und fermentiert sollte sich auch mit dem fachgerechten Einlagern beschäftigen!

Los geht es mit einem Saisonkalender für Gemüse im Deckel, der nützlicher weise nicht nur die Verfügbarkeit von Frischware, sondern auch die Einlagerungsmöglichkeiten aufzeigt, hier kann ich genau erkennen, wie lange ich die Äpfel aus dem Garten im Keller aufbewahren kann. Eine entsprechende Übersicht für Salat, Nüsse und Obst findet sich im hinteren Deckel.

Sarah und Alexander fangen von Grund auf an und erklären, was man über die fachgerechte Lagerung von Lebensmittel wissen muss, denn damit beginnt das Thema eigentlich schon und schließt es dann auch ab. Die Mühe die wir uns mit dem Einmachen machen, soll natürlich auch belohnt werden und Haltbarkeit ist ein nicht zu vernachlässigendes Thema.

Was wird an Equipment gebraucht und welche Methoden eigenen sich für unser Lieblingsobst und -gemüse zum Haltbarmachen?

Das wichtigste hierbei sind die Gläser, säurebeständig sollten sie sein, hitzebeständige Deckel sind ein Muß! Für mich aber auch ein professioneller Einfülltrichter, damit die Hygiene nicht auf der Strecke bleibt oder die Gefahr besteht, dass Gläser und die Umgebung verkleckert werden. Ich habe das am Anfang mit einer Schöpf-Kelle gemacht, das war wirklich nicht ökonomisch und ziemlich umständlich. Ich empfehle allen, sich das einfach zu ersparen

Kompakte Information auf den Punkt gebracht!

Alle Methoden zum Haltbarmachen von Lebensmittel wie Einkochen, Lufttrocknen, Dörren, Einlegen, Salzen, Beizen und Räuchern, Fermentieren und Einfrieren werden von den Autoren kurz mit allerlei Wissenswertem und dem Für und Wider erklärt. Besondere Aufmerksamkeit erfahren hier das Einkochen von Marmelade, Beizen und Räuchern, Einfrieren und Fermentieren, auch eine Temperaturtabelle für das Einkochen im Einkochtopf und Übersichten über die Dörr-Dauer von Obst und Gemüse werden hier geliefert. Insgesamt lässt sich sagen, dass hier alles sehr komprimiert zusammengetragen worden ist.

Rezepte, Rezepte soweit das Auge reicht!

 – oder ein schöner und moderner Mix quer durch alle Kategorien

325 Rezepte auf insgesamt knapp 300 Seiten quer durch alle Kategorien wie Obst, Gemüse, Milch, Fleisch, Fisch, Kräuter und Gewürze lassen bei mir keine Wünsche offen, denn die Auswahl ist beeindruckend und die Rezepte sind kreativ und so wie ich es mir in 2016 von so einem Buch erwarte. Unsere Mütter und Omas sind Pate für Wissen und Techniken, die Handschrift der Rezepte ist aber äußerst kreativ und modern.

Kleine Auswahl gefällig?

Apfelkompott mit Rosmarin und rosa Pfefferbeeren
Brombeer-Senf
Erdbeer-Fruchtleder mit Apfel
Himbeer-Zucker
Orientalisches Holunder-Chutney
Johannisbeer-Lavendel-Gelee
Snackmischung mit getrockneten Pfirsichen
Karotten-Orangen-Gelee mit Koriander
Thai-Kimchi
Kürbisragout mit Pflaume
Rote-Beete-Salz
Dukka (orientalische Gewürzmischung)
Beef Jerky

Das Fruchtleder ist mir wo anders so noch nicht begegnet, mir gefällt das, denn seit letztem Jahr bin ich auch stolze Besitzerin eines Dörr-Automaten.

Bei Milch und Fleisch bin ich von der Fülle und Kreativität begeistert!

Besonders die Kapitel zu Milch und Fleisch bieten viel, von Joghurt über Quark, Creme fraiche, Mozzarella ist alles dabei, was man sich zum Thema vorstellen kann. Auch beim Fleisch-Kapitel bin ich begeistert, selbstgemachte Bratwurst, Pulled Pork und sogar getrocknetes Fleisch in Form von Jerky ist hier geboten. Schön dass die Autoren so viele Ideen haben und als Ökotrophologen auch ein Händchen für die praktische Umsetzbarkeit der Rezepte beweisen.

Praxistest:

Natürlich haben wir Holunderblüten-Sirup probiert, diesmal sogar eingekocht wie von Sarah und Alexander als Tipp angegeben. Außerdem haben wir die eingelegten Paprika und das Johannisbeer-Lavendel-Gelee zubereitet, alles lecker und auch mit dem nötigen Pfiff. Die Zubereitungsschritte sind sehr gut strukturiert, hier gab es keine Patzer, die Autoren sind vom Fach und haben es auch an der nötigen Sorgfalt nicht fehlen lassen. Lobenswert!

Was kann ich im Netz erfahren?

Sehr schön, ist die Zusammenstellung von nützlichen Links zu allen Themen rund ums Fermentieren und Einkochen, diese Quellen ergänzen den doch eher bündigen Einführungsteil vortrefflich, denn man erkennt die Recherche von Experten hier wieder.

 Wer freut sich – oder mit diesem Buch bin ich noch lange nicht fertig!

Das schöne Buch ist eine kreative Bibel mit jeder Menge neuer Inspirationen zum Thema. Es ist damit perfekt für alle geeignet, die auf der Jagd nach neuen Ideen zum Einmachen sind. Besonders die Bandbreite ist herausragend. Es sieht so aus, als wenn die Einmachbibel in meinem Bücher-Regal andere Bücher zum Thema auf die hinteren Plätze verdrängen möchte. Bis auf die, die sich einen sehr umfassenden Theorieteil auf die Fahnen geschrieben haben. Die weiteren Partner für die „Einmachbibel“ in meiner Kochbuch-Bibliothek sind also schon gesetzt. Mir gefällt das Buch sehr gut, denn ich bin immer wieder auf der Suche nach neuen Ideen rund um das Thema Einmachen und Fermentieren.

Herzlichen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.

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Cornersmith-Senf

© Alan Benson/Knesebeck Verlag
© Alan Benson/Knesebeck Verlag

Quelle: Alex Elliott-Howery und James Grant: Cafe Cornersmith

Frische Saisonküche & köstliches Eingemachtes

Fotos: Alan Benson

Knesebeck Verlag

Preis: 29,95 €

Der selbstgemachte Cornersmith-Senf ist bei den Kunden der „Picklery“ und des Cafés überaus beliebt, die Produktion steht deshalb nie still. Das Rezept verändert sich allerdings mit den Jahreszeiten: Mal wird mit Salbei verfeinert, dann wieder mit Rosmarin oder Meerrettich oder auch gerne mit Thymian, ganz nach Laune und vor allem Saison. Senf ist auch ein toller Partner für saisonreifes Obst und lässt sich herrlich mit den verschiedensten Aromen kombinieren. Also einfach mal selbst nach Laune und Angebot experimentieren!

Außerdem ist selbstgemachter Senf einfach ein tolles Mitbringsel, das immer viel Eindruck macht. Die Cornersmith-Autoren haben ihre Hausaufgaben gemacht und lassen ihn lange reifen und das noch vor dem Abfüllen ins Glas, was mich total erstaunt hat. Bei mir hat er das im Kühlen getan, das bewahrt Schärfe und war mir einfach sicherer. Gelegentliches umrühren, in den ersten 24 Stunden, schadet dabei nicht.

 Bei den selbstgemachten Weihnachtsgeschenken für unsere Lieben, ist der Cornersmith-Senf in diesem Jahr definitiv dabei, denn wir finden ihn sehr lecker.

 Zutaten (für 4 Einmachgläser a‘ 300 ml):

 210 g gelbe Senfsamen

210 g braune Senfsamen

160 ml kochendes Wasser

40 g. feines Salz

125 g Honig

470 ml Apfelessig

1 EL frisch gehackter Salbei

 Zwei Drittel der Senfsamen in einer Gewürzmühle, bei mir eine kleine elektrische Kaffeemühle, die ich nur für Gewürze verwende, zu einem feinen Pulver zermahlen, dabei darauf achten, dass der Senf nicht zu warm wird.

Senf darf beim Vermahlen nicht warm werden da ätherische Öle und Aromastoffe flüchtig sind und durch die Wärme teilweise verloren gehen. Die vorbereiteten Senfkörner am besten vor dem Mahlen für eine Weile in den Kühlschrank stellen, dann werden sie beim Mahlen nicht ganz so schnell warm und ggf. in Intervallen arbeiten.

 Das Senfpulver in eine große Schüssel geben, dann die restlichen Senfsamen und das kochende Wasser dazugeben und alles 5 Minuten ziehen lassen.

In einer kleinen Schüssel das Salz gründlich mit dem Honig und dem Essig vermischen, dann die Mischung unter die Senfmasse schlagen.

Achtung bitte nicht abschrecken lassen, erst durch die Reife verschwinden die Bitterstoffe, probieren macht jetzt noch keinen Sinn!

 Den Senf in einen in einem nicht-metallischen Behälter umfüllen und drei bis vier Wochen reifen lassen.

Auf keinen Fall zum Reifen eine Aluschüssel verwenden oder gar mit Alufolie abdecken! Die ätherischen Öle und die Säure vom Essig lösen das Aluminium aus der Alufolie. ihr erhöht damit ohne Not den Aluminiumgehalt des Nahrungsmittels, das ihr konsumiert.

Sollte das Endprodukt nach der Reife, denn der Senf dickt nach, noch zu fest sein, kann man immer mit Wasser verdünnen.

 Einmachgläser sterilisieren (wie beim Rezept für das Ananas-Chili-Sambal ausführlich erklärt) und abkühlen lassen. Den gehackten Salbei in den fertig gereiften Senf einrühren und diesen dann in die abgekühlten Gläser füllen. An einem kühlen, dunklen Ort hält sich der Senf bis zu drei Monaten. Um die Haltbarkeit auf bis zu 2 Jahre zu verlängern, den Senf zusätzlich 15 Minuten einkochen (bei Gläser bis zu 500 ml ab dem Siedepunkt ca.10 – 15 Minuten). Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren.

Ich persönlich würde nicht einkochen, kühle und dunkle Lagerung bringt nahezu dasselbe Ergebnis, aber wer lieber auf Nummer sicher gehen will, kann es ja mal probieren und berichten.

 Zubereitungszeit: 15 Minuten, plus 3-4 Wochen zum Reifen

Haltbarkeit: 3 Monate, oder eingekocht bis zu 2 Jahre

Für: 4 Einmachgläser a‘ 300 ml

Cafe Cornersmith

924-4_case_cafe-cornersmith_final-1.inddAlex Elliott-Howery und James Grant: Cafe Cornersmith

Frische Saisonküche & köstliches Eingemachtes

Fotos: Alan Benson

Knesebeck Verlag

Preis: 29,95 €

„Ein Paar mit Ambitionen, eine tolle Nachbarschaft – oder saisonal genießen macht Spaß!“

 Worum geht’s?

 Ein junges Paar aus Australien, Eltern von 2 kleineren Kindern, beide immer in der Gastronomie tätig, haben einen Traum und möchten was anders machen: Sie legen nicht nur am eigenen Küchentisch Wert auf Nachhaltigkeit, sondern eröffnen im Westen von Sydney ein Café, das eine regionale, saisonale Küche verfolgt und sich auch als Treff für die Nachbarschaft versteht. Wunderbare Idee, wo es heute in der Gastronomie so viele Einheits-Konzepte ohne persönlichen Charme oder Note mit allerlei Convenience -Produkten auf der Karte gibt, dass man schon beim Lesen der Speisekarte gähnen möchte oder doch lieber ganz schnell das Lokal verlässt, bevor es zu spät ist…..

© Alan Benson/Knesebeck Verlag
© Alan Benson/Knesebeck Verlag

Alex Elliott-Howery hat zudem während der Erziehungszeiten ihrer kleinen Kinder, eine neue Leidenschaft entwickelt, sie hat mit einer Freundin kurzerhand die Küche, zur  Produktionsstätte erklärt und ein totales Einmach-Faible entwickelt. Bei Spaziergängen mit den Kindern durch ihr Viertel fallen ihr überall reife nicht abgeerntete Obstbäume auf und Alex hat den Mut und klingelt eines Tages ganz einfach und bietet den Besitzern an, die Früchte selbst zu ernten, im Austausch erhalten die Gärtner dann 1 Gläschen von den fertigen Produkten, die Alex zusammen mit ihrer Freundin Jamie zu Hause daraus herstellt. Das hat wunderbar funktioniert, schon bald laden die Nachbarn, Berge von Obst und Gemüse vor der Tür des Cafés ab, oder tauschen diese gegen einen Coffee-To-Go oder was sie sonst so bevorzugen.

Wie sieht es aus?

Heller freundlicher Einband mit einer kleinen Collage, leckere Gerichte umrahmen ein Speisekammer-Regal mit großen Gläsern voller eingemachter Köstlichkeiten, alles schön, ohne zu viel Chi-Chi präsentiert, aber auch fröhlich und bunt. Spannend die Kombination, da möchte ich gleich mehr wissen, worum es hier geht. Schöner großformatiger Einband, Fadenheftung und tolle, Fotos, die zum Glück auf jede Übertreibung verzichten und die Speisen in den Vordergrund stellen. Und es gibt auch schöne Impressionen vom Café, den Menschen hinter dem Café, den Autoren und Marrickville, dem Ort des Geschehens, die es wunderbar verstehen, die Geschichte des Cafés und der Autoren zu erzählen, was für mich das Buch sehr anziehend macht.

 Was ist drin?

 Soweit so gut und das ist einfach toll, ich bin begeistert, als ebenfalls Einmach-Verrückte, gefällt mir das super und auch die Nachbarn der Autoren, habe ich direkt ins Herz geschlossen! Ich überlege kurz, ob ich nach Australien auswandern sollte, den Australier sind offenbar nicht nur super entspannt, sondern auch die besseren Nachbarn! Aber stopp, vielleicht funktioniert das auch bei uns und ich traue mich, auch einfach mal bei den Nachbarn unseres Wochenendhauses im Hunsrück zu klingeln, fragen kostet ja nichts. Außer dass ich zum Dorfgespräch werde, kann ja nicht viel passieren. Ich werde einfach mal darüber nachdenken und mir dann vielleicht auch ein Herz nehmen….

Das Buch lädt zunächst im Kapitel „Über uns„ dazu ein, die Protagonisten kennen zu lernen, am besten, Ihr schaut mal selber was Alex und James so machen!

Weiter geht es mit tollen kreativen Rezepten entlang der Jahreszeiten in den Kapiteln Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Wir lernen außerdem noch etwas über das Einmachen und die Rezept-Grundlagen. Der Schwerpunkt des Buches liegt in jedem Fall auf den  Rezepten, im Kapitel Rezept-Grundlagen wird aber der Grundstein gelegt, auch selber kreativ zu werden, denn es geht den Autoren darum, nicht nur Rezepte zu vermitteln, sondern uns auch Mut zu machen, hier selbst kreativ zu werden, Nachhaltigkeit kann nur so funktionieren, dass wir das verwenden was da ist. Mir ist das ungeheuer sympathisch, denn ich habe wirklich viele Jahre gebraucht, um mich nicht sklavisch an Rezepte zu halten, dazu braucht es aber neben Mut auch ein wenig Erfahrung und Grundkenntnisse, sonst wird das leider nichts und genau das versuchen die Autoren hier.

Die Rezepte sind ein buntes Potpourri aus beliebten Klassikern des „Cornersmith“ Cafés und Rezepten für leckere Essig- u. Gärkonserven, Konfitüren, Marmeladen und Kompotte. Es gibt

Hühnersuppe mit Frühlingsgemüse, Fenchel-Orangen-Salz, geröstete Mandeln mit Rauchpaprika, eingelegte grüne Chilischoten, Chilikonfitüre, scharfe grüne Tomatensauce, Käsekuchen, Maulbeer-Joghurt-Eis am Stiel, Limonadensirup, pikant gebratenes Hackfleisch mit Granatapfelsirup, Tomaten-Kirsch-Gazpacho, Zitronen-Aoli, Tomaten im Glas, Brotzeitgurken und vieles mehr.

Einmachen macht Spaß, aber was dann?

 Im Buch geht es munter zwischen den eingemachten oder fermentierten Produkten und Ideen zur Weiterverarbeitung hin und her. Am Anfang wirkt das vielleicht ein wenig fremd, denn ich habe noch nie so ein Buch erlebt, das so fröhlich und unerschrocken, die Grenzen verwischt, aber ich bin sehr angetan davon. Ich leide selbst schon ein paar Jahre am Einmach-Virus, nichts erdet mich nach einer anstrengenden Woche im Büro mehr. Allerdings biegen sich die Keller-Regale und häufig, fällt mir nach Monaten auf, dass ich den einen oder anderen Schatz gar nicht weiter beachtet habe. Praktisch, wenn man das mal anders macht und den Granatapfel-Sirup gleich für das pikante Hackfleisch herstellt, so ist zumindest sichergestellt, dass man nicht nur für die Speisekammer produziert.

Was ist besonders – oder Nachbarschaft tut not!

 Als das „Cornersmith“ gerade eröffnet hatte, wurde von Unbekannten nachts Scheiben eingeschmissen. Furchtbar so eine Erfahrung, wenn man gerade so viel Liebe in ein Herzensprojekt gesteckt hat, das Paar machte aber schnell die Erfahrung, dass die Nachbarn das neue Café schon in ihr Herz geschlossen hatten, denn die sie brachten Karten vorbei und versicherten Alex und James, wie froh sie über den neuen Nachbarschafts-Treff waren.

So was kommt aber nicht von alleine, sondern ist das Ergebnis von einem intensiven Bemühen: Alex und James haben es nicht nur bei der Eröffnung des Cafés belassen, sondern engagieren sie für vieles, was im Viertel passiert, da ist z. B. ihre Initiative für die „Dulwich-Hill-Grundschule“ und deren Gemüsegarten. An einem Wochenende im Jahr werden dazu Brötchen mit pochiertem Ei im Cornersmith verkauft. Die Brötchen wurden mit Gemüse, das die Schülergruppe, die den schuleigenen Gemüsegarten pflegt, selbst gezogen hat, belegt, so dass die Kinder selbst erleben können, wie die Nachbarschaft die Früchte ihrer Arbeit genüsslich verzehrt. Alle Gewinne aus dieser Gemeinschaftsaktion werden zur Anstellung von speziell angestellten Lehrkräften und zur Anschaffung von Gartenbedarf genutzt.

Auch die später hinzugekommene „Picklery“ für die eine alte Metzgerei herhalten musste, erfreut sich großer Beliebtheit bei den Kunden, hier kann man Produkte der Lieferanten des Cornersmith kaufen, Kurse zum Einmachen und Fermentieren besuchen, oder auch einfach die fertigen Ergebnisse der Bemühungen erstehen.

Cornersmith – eine große Familie mit unterschiedlichen Talenten

Die Autoren sind nicht nur in ihrem Viertel gut vernetzt, sondern haben auch viele engagierte Helfer, ohne die solch ambitionierten Projekte, niemals möglich wären, in ihren Reihen:

z. B. Sabine Spindler, die Küchenchefin des Cafés, hat mit Alex in der Küche eines Bowling-Clubs gearbeitet, eine rührige und sehr bodenständige Person, die im Buch ihre besondere Vorliebe für interessante Kombinationen aus Gemüse der Saison und Kräutern auslebt.

Oder Jamie Edwards, die andere Hälfte des Einmach-Duos und Spezialistin für Gär-Konserven, war nicht nur Inspirationsquelle für Alex, sondern ist heute auch in der  „Picklery“ schwer aktiv.

Ergänzt wird das ganze durch Kristen Allan, die Expertin für selbstgemachten Käse, Quark und Ricotta.

Schaut man auf die Webseite des Cornersmith und die dort angebotenen Workshops wird schnell klar, die beiden meinen es verdammt ernst mit ihrem Anliegen, schön, dass sowas noch möglich ist. Und genau das kann das Buch auch glaubhaft und authentisch präsentieren, deshalb ist mir das Buch auch ans Herz gewachsen und ich nehme es sehr gerne zur Hand und zwar ebenso so gerne zum Kochen, wie um darin zu schmökern.

 Praxistest:

 Probiert haben wir den Ananas-Chili-Sambal, den Limonaden-Sirup und den Cornersmith-Senf, alles sehr lecker und auch ohne Schwierigkeiten nachzumachen.

Bei der Kapiteleinteilung gilt es zu beachten, dass wir es hier mit einer Übersetzung aus dem australischen zu tun haben, klimatisch also nicht mit uns zu vergleichen, deshalb muss man sich auch ein wenig anpassen, nicht alles was hier in den jeweiligen Rubriken versammelt ist, ist auch bei uns zu ähnlichen Zeiten reif. Für mich stellt das aber nicht wirklich ein Problem dar, denn ich suche meine Rezepte gerne selber aus und verlasse mich hier nicht nur auf die Kapitelzuordnung. Das Credo der Autoren ist es, Menschen und Nachbarschaften zu mobilisieren und sie zu ermutigen zu Hause und im Geschäft wohlüberlegte Entscheidungen zu treffen, was auf den Teller kommt. Für mich ist das mit diesem schönen Buch voll und ganz erfüllt und ich freue mich deshalb sehr, dass es dank des Knesebeck Verlags auch den Weg in mein Kochbuch-Regal gefunden hat!

 Fazit: Einfach mal dem Cornersmith einen Besuch abstatten, wer dazu nicht nach Sydney fliegen möchte, holt sich am Besten im Buch einen Vorgeschmack, was ihn dort alles an Köstlichem erwartet.  Für mich ist das schöne Buch eine tolle Inspirationsquelle, sehr glaubwürdige und engagierte Autoren, inspirierende Rezepte, die mich schon fast als Nachbarn gewonnen haben, so sehr habe ich mich in das Buch verliebt. Ein Buch zum neuen DIY-Trend, mit einer angenehm anderen Herangehensweise, mir hat es sehr gut gefallen!

 Herzlichen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.

Lavendel-Sirup

© Rita Newman
© Rita Newman

Quelle: Rosemarie Zehetgruber: Praxishandbuch Natürlich konservieren

Fotos Rita Newman

Löwenzahn Verlag

Preis: 29,90 €

Lavendel erinnert ich immer an wunderschöne Sommerurlaube in der Provence, man fährt an endlosen Lavendelfeldern vorbei und es riecht so unvergleichlich nach Sommer…..

Der Sommer 2016 ist ein wenig verlässlicher Zeitgenosse, Grund genug für mich. sich ein bisschen Sommerfeeling für meine Drinks und meinen Obstsalat zu holen

Zutaten:

1 l. Wasser

15 Lavendelblüten

2 Zitronen

500 g. Zucker

 Zubereitung:

Wasser, Blüten und die in Scheiben geschnittenen Zitronen in einem Topf zugedeckt mindestens 4 Stunden zugedeckt ziehen lassen. Dann durch ein feines Haarsieb abseihen, den Zucker zugeben alles zusammen erhitzen, 5 Minuten kochen lassen und heiß in die vorbereiteten Flaschen füllen.

Praxishandbuch Natürlich konservieren

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Rosemarie Zehetgruber: Praxishandbuch Natürlich konservieren

Fotos Rita Newman

Löwenzahn Verlag

Preis: 29,90 €

 „Selbstversorgung braucht (auch) gute Bücher!“

 Worum geht’s – oder füllen Sie ihre Vorratskammer mit persönlicher Note!

 Ich liebe Einkochen, es ist absolut mein liebstes Hobby aktuell, weil ich hier vieles vereinen kann.

Verschwendung macht keinen Spaß!

Die Früchte unseres kleinen Gartens an unserem Wochenendhäuschens landen nicht auf dem Kompost, was übrigens fast dieselbe Arbeit macht wie selber ernten. Denn alle heruntergefallenen Pflaumen und deren Kerne machen im nächsten Jahr das Rasenmähen zu einem schwierigen Unterfangen, wenn die Kerne, wie die Natur es vorgesehen hat, nämlich zu kleinen Pflänzchen geworden sind. Bedeutet ohne Aufheben, zusammenrechen und ab damit auf den Komposthaufen, geht es leider nicht.

Kreativ sein – ist ein tolles Entschleunigung-Programm und definitiv kein Discounter Unterstützungs-Programm!

Hach, als ich das erste Mal Pflaumenmus eingekocht habe, das war zwar viel Arbeit und keineswegs eine irrsinnig große Ausbeute, aber so ein tolles Gefühl, denn so was hatte ich bisher noch nicht gegessen, Supermarkt-Produkte können da nicht im Entferntesten mitkommen. Klar kann man die sicherlich auch kaufen, aber ich gebe keine 6 € und mehr für einen Fruchtaufstrich aus. Manch einer mag das geizig nennen, aber ich frühstücke in der Regel nicht, außer am Wochenende, handwerklich gut gemachte Produkte sind mir sehr wichtig, aber noch wichtiger ist mir den Dingen eine eigene Note zu geben. Gerade beim Pflaumenmus habe ich reichlich probiert, bis ich die für uns ultimativ richtige Gewürzmischung gefunden habe. Einkochen ist für mich der perfekte Ausgleich zu dem ganzen Bürowahnsinn unter der Woche, denn mein Einsatz wird immer belohnt, wenn die Herangehensweise stimmt und es ist ein tolles Gefühl, wenn man danach die Ergebnisse der eigenen Hände Arbeit bewundern kann, das ist bei schwierigen Projekten im Berufsalltag keinesfalls garantiert, egal wie sehr man sich vorher reingehängt hat oder welche schlauen Bücher zum Thema man gelesen hat.

Geben ist seliger als nehmen!

Ich habe das ganze Jahr Spaß beim Einkochen, Einlegen, Trocknen und mehr und am Ende des Jahres gehen wir die Regale in unserer Speisekammer ab und suchen für alle unsere Lieben etwas aus, was liebevoll verpackt in einer schönen Holzkiste landet und ein Teil der Weihnachtsgeschenke für die Familie darstellt. Das macht in jedem Stadium Spaß auch mein Mann, war begeisterter Helfer beim Gurken einlegen, wir hatten ein echtes Team-Erlebnis und das nach mehr als zwanzig Jahren Ehe. Was aber fast noch besser war, ist das alle Beschenkten gerne noch mal ihre Eindrücke zu unseren selbstgemachten Produkten, zurückgespiegelt haben, was mir bei gekauften Geschenken häufig nicht passiert ist.

 Was ist drin oder eine Autorin, die zeigt wie es geht und auch Rezepte liefert!

 Lernen wie man am besten startet!

 Die Autorin ist eine ambitionierte Person, die Menschen bewegen will, Rosemarie ist es sehr wichtig, das Thema theoretisch so aufzubereiten, dass Menschen mit Freude und Spaß möglichst unabhängig und selbständig zu Konservier-Profis werden. Deshalb hat sie zu Beginn ihres schönen Buches alle Aspekte zur Selbstversorgung, Lagerung etc. umfassend beleuchtet. Jeder soll die Möglichkeit bekommen mit seinen individuellen Vorkenntnissen hier möglichst unkompliziert einzusteigen.

Haltbarmachen umfassend, alle Methoden werden präsentiert!

Von Grund auf, macht Spaß und tut not!

Viele Bücher zum Thema beschäftigen sich nur mit Einkochen und Fermentieren, hier wird aber zu Beginn gestartet und das Ziel Selbstversorgung ausgegeben. Das ist der Autorin wichtig und wird häufig gerne woanders stiefmütterlich behandelt. Wissen ums Frischhalten und Lagern da fängt es an spannend zu werden, wenn man wirklich tief in die Materie einsteigen möchte und nicht nur Rezepte sucht. Genau das ist das Metier von Rosemarie Zehetgruber und hier kennt sie sich super aus und lässt uns Anteil haben an ihrem Wissen. Was nützen die kreativsten Rezepte, wenn man hier schon schwächelt und genau das ist das was uns Großstadt-Nomaden nicht mehr in die Wiege gelegt wurde oder wir von Oma und Mutter lernen können. Physiologische Vorgänge nach der Ernte, Verderb durch Mikroorganismen da sollte man sich wenig Fachwissen aneignen, genauso wie Kenntnisse über das Einlagern, wenn man nicht nur als „Schmalspur-Einkocher oder _“Fermentierer“ unterwegs sein möchte. Schnell wird mir klar, ich habe es hier mit einer echten Expertin zu tun und das ergänzt meine umfassende Bibliothek zu meinem neuen Hobby vortrefflich, denn alle Techniken, wie einfrieren, trocknen heißabfüllen, einlegen, Milchsäurevergärung etc. werden wirklich umfassend erklärt. Und erst dann lässt uns die Autorin auf Rezepte los.

Praxistest:

 Letzte Woche habe ich eine Erdbeer-Rhabarber-Marmelade eingekocht und den Lavendelsirup werde ich auch noch probieren, wenn der Lavendel erst bei uns blüht. Mir gefällt aber besonders, die pädagogische Ader der Autorin und das ich hier immer mal wieder etwas nachlesen kann, wenn ich etwas tiefer in die Materie einsteigen möchte.

Wer ist die Autorin?

 Rosemarie Zehetgruber berät als Geschäftsführerin von gutessen consulting Schulen, Gemeinden und Betriebe. Die Ernährungwissenschafterin und Mutter weiß, was am besten auf den Teller kommt, um sich und seine Lieben gesund, nachhaltig und genussvoll zu ernähren. Gärtnern, einlagern und (ein)kochen waren in ihrer Kindheit am Bauernhof eine Selbstverständlichkeit und zählen für die leidenschaftliche Köchin auch heute zu den wesentlichen Faktoren für ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben. Die vitaminreichen Zutaten für ihre Gerichte erntet sie von ihrem eigenen Balkongarten genauso wie vom Gemeinschaftsbeet oder sammelt sie beim Spaziergang am Wochenende

 Was ist besonders – wissen wie es geht, erspart Enttäuschungen?

 Fermentieren ist trendy, allerdings beschränken sich die meisten Bücher auf Rezepte und liefern ein wenig Fachwissen dazu. Das ist leider häufig ein wenig zu kurz gesprungen, weil die meisten der „Hobby-Einkocher“, die Techniken nicht mehr beherrschen, geschweige denn, die Hygiene-Regeln kennen. Wie schade, wenn die supertolle Marmelade vor sich hin schimmelt oder die eingelagerten selbstgeernteten Äpfel oder Birnen allesamt auf dem Kompost landen. Schade um Arbeit und Zeit, die wir investiert haben und die Motivation weiter am Ball zu bleiben, ist auch flöten.

 Fazit: Das Buch von Rosemarie Zehetgruber ist eine tolle Informationsquelle zum Thema Fermentieren und ergänzt damit nicht nur jede kreative Rezeptsammlung, sondern macht auch Mut, selbst kreativ bei den Rezepten zu werden, denn ohne Verständnis der Techniken sind lediglich Rezepte die halbe Miete, wenn man es wirklich ernst damit meint. Genauso ein Buch habe ich noch in meiner umfangreichen Sammlung gebraucht!

399 x einlegen und einkochen

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Cosima Bellersen-Quirini: 399 x einlegen und einkochen

Ulmer Verlag

Preis: 16,90 €

“Entschleunigen mit Genuss!“

Worum geht’s?  Einkochen und Einlegen in Zeiten, wo es morgens kaum zu einem Kaffee zu Hause reicht und jedwede Art von Nahrungsmitteln ohnehin bereits fertig zubereitet, in riesiger Vielfalt, relativ günstig, fast rund um die Uhr an jeder Ecke zu haben ist, ist mehr denn je so aktuell wie schon lange nicht mehr! Bei den selbst eingekochten und eingelegten Delikatessen, wissen wir was drin ist, es schmeckt immer so wie man es persönlich am liebsten mag und darüber hinaus ist das Haltbarmachen ein tolles Hobby zur Entschleunigung, verbunden mit dem tollen Effekt, dass man die Ergebnisse der eigenen Arbeit sehen und schmecken kann.

Was ist drin?  Der Titel verspricht nicht nur 399 Variationen zum Thema Einkochen und Einlegen, sondern liefert auch 400 Rezepte und Varianten und da ist wirklich für jeden Geschmack was dabei von bekannt-klassisch bis modern-ungewöhnlich, wie z. B. der eingeweckten Curryurst im Glas oder dem Brot, das in der Dose haltbar gemacht wurde.

Sie finden aber auch klassische Marmeladen-Kreationen, Rezepte für Chutneys, Senf, eingelegtes Gemüse und Obst, eingewecktes Fleisch und Würste, feine Würzöle, Säfte, Sirups, Limonaden, Bier, Aufstriche, Kuchen. Der zusammengestellte Fundus scheint unerschöpflich und wird ergänzt durch ganz viel Expertise und viele praktischen Tipps, die das Buch so wertvoll machen.

Ich habe bisher die „Kräuter-Paprika“ probiert und die schmecken wirklich klasse!

Wer ist die Autorin?  Cosima Bellersen Quirini, in der Nähe des Bodensees aufgewachsen, lebt in Celle und ist mehrfache Mutter. Seit einigen Jahren arbeitet die ausgebildete Buchhändlerin und Mediatorin nach einer langen Familienphase überwiegend als Autorin. Ihre Themen sind Geschichte, Krimi, Celle, Medizin, Kochen und Lyrik sowie alles rund um das Thema „Selbermachen“.

 Was ist besonders oder wie geht einkochen in der Geschirrspülmaschine?

Ja, Sie haben richtig gelesen! Einkochen im Geschirrspüler geht mühelos und ist vor allem für größere Mengen und zartes Gargut wie Beeren, Aprikosen, Gurken oder Saft, aber besonders auch für Fleisch und Fisch perfekt. Alles weitere und viele nützliche Tipps und leckerere Rezepte erfahren Sie in dem schönen Titel „399 x einlegen und einkochen“

Fazit: * * * * * Ich glaube man kann wirklich nicht glaubwürdiger als mit diesem Tipp darstellen, wie sehr die Autorin ihr Metier versteht. Wenn man sich für das Thema interessiert, ist das Buch wirklich ein Super-Nachschlagewerk und echte Bibel zum Thema Einkochen und Einlegen.

Köstliches aus dem Glas

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Henrik Andersson: Köstliches aus dem Glas

Christian Verlag

Preis: 19,99 €

„Hendrik Andersson, der Mann fürs Eingemachte“

Worum geht’s?  Reserviert man einen Tisch im „Fumoir“, jenem eleganten Restaurant in Paris, dessen Chef Hendrik Andersson seit 1999 ist, kommt man wohl nicht in den Genuss seiner eingemachten Köstlichkeiten. Setzt man sich dagegen auf ein Glas an den Tresen, um auf einen freien Tisch zu warten, winkt einem dazu ein kleines Weckglas zum Selbstöffnen, dessen erfrischender, aromatischer Inhalt den Gast auf die Reise schickt – zu einem lauschigen Angelplätzchen oder in einen duftenden Gemüsegarten. Für Hendrik ist Einmachen, die einfachste Art etwas Schmackhaftes auf den Tisch zu zaubern, ohne zu viel Zeit in der Küche zu verbringen und eine wunderbare Freizeitbeschäftigung obendrein, der er selbst gerne an freien Tagen oder im Urlaub nachgeht.

Was ist drin? Der schöne Band liefert mit den folgenden Kapiteln, vielfältige Informationen und rund 80 Rezepte rund um das Einmachen

 „Das Einmaleins des Einmachens“

 Hier gibt es allerlei nützliche Informationen zu Zutaten, Konservierungsmethoden und Regeln zum erfolgreichen Einmachen, damit nichts schiefgehen kann.

Weiterhin werden im Rezeptteil viele leckere innovative Ideen zum Konservieren von Gemüse, Fisch, Fleisch, Desserts und Sirups geliefert.

Im Kapitel „Würzsaucen“, sind allerlei köstliche Ideen für Saucen und Chutneys versammelt, die einmal hergestellt, gerne im Kühlschrank auf ihre Partner warten.

Abschließend werden unter der Rubrik „Aus dem Keller“ noch vier, von Hendrik persönlich ausgewählte, schmackhafte Tropfen präsentiert, die nicht nur bestens zu den Rezepten passen, sondern auch eine unkomplizierte Begleitung zum vernünftigen Preis versprechen.

Obligatorisch folgen zum Finale ein „Register“ sowie ein „Rezeptregister“.

Wer ist derAutor?  Hendrik Andersson stammt aus Südschweden und wuchs in einem kleinen Dorf von nicht einmal 1500 Seelen auf, in dem es buchstäblich nichts gab, nicht einmal ein Gasthaus. Nichts als die Natur. Dichte Wälder und soweit das Auge reicht, Seen und Flüsse.

Zuhause wachte die Mutter über Herd und Gemüsegarten, der die Hauptversorgungsquelle der Familie bildete und Fleisch lieferten die Tanten, die auf einem benachbarten Gehöft, Rinder und Schweine züchteten.

Je nach Jahreszeit ging es in den Wald um Beeren oder Pilze zu sammeln. Äpfel, Kirschen und Pflaumen wurden bei Nachbarn oder Freunden geerntet.

Das Essen war einfach, bodenständig und von Sparsamkeit geprägt, doch immer gut und liebevoll zubereitet.

Mit 16 Jahren entschied sich Hendrik Andersson für eine Ausbildung an einer Fachschule für das Gastgewerbe und nach deren Abschluss zog es ihn statt nach Stockholm ins Ausland nach Österreich und die Schweiz bis er in Paris landete, wo er zum Küchenchef aufstieg und schließlich auf den sternegekrönten Michael Portos im „Fumoir“ traf, seinem vorbehaltlosem Fürsprecher der ersten Stunde.

Gleich zu Beginn wird die Kochkunst von Hendrik Andersson vom Publikum sehr gut angenommen und heute dirigiert er eine Küchenbrigade, die täglich bis zu 350 Essen zubereitet und serviert.

Das Geheimnis seines Erfolges ist schnell erklärt: Alles von der Konfitüre zum Brunch, über den Räucherlachs, das Rauchfleisch und selbst das Brot wird mit Expertise und viel Liebe zum Produkt selbst gemacht.

Was ist besonders/Fazit?  Das Buch ist nicht irgendein beliebiges Buch zum Thema Einmachen, sondern liefert authentische Rezepte, die auch verwöhnte Gaumen in Erstaunen versetzen können.

Besonders die Fisch- und Fleischkreationen werden nicht nur die ambitionierten Laien überzeugen, sondern haben allesamt das Zeug auch den Profikoch zu begeistern.

Daneben gibt es allerlei Rezepte, die zwar schlicht bei Zutaten und Zubereitung sind, geschmacklich aber auf ganzer Linie überzeugen, wie z. B. beim Rezept für das eingelegte Grillgemüse oder auch die eingelegten jungen Karotten.

Layout des Buches und Rezeptfotos bestechen mit schlicht moderner Eleganz.