Eisdessert Toskana

© Verena Susanna Wohlleben aus „Eis geht immer“, Umschau Verlag 2018

Quelle: Jeni Britton Bauer: Eis geht immer

Neuer Umschau Buchverlag

Preis: 19,95 €

Eis-Kino der Extraklasse: salziges Karamelleis und eine süß-würzige Sauce mit Vino Santo und Sternanis. Getoppt durch die knusprige Note der Biscotti und dann alles begleitet durch Weinbrandkirschen, da kam bei allem am Tisch große Freude auf! Dafür lohnt es sich, sich auch mal richtig reinzuhängen. Der Aufwand dafür war durchaus nicht unerheblich – trotzdem gerne wieder, wenn es mal was Besonderes für liebe Gäste sein soll – oder einfach zum selber verwöhnen und das scheidende schöne Wetter noch mal richtig zu huldigen!

Dieses Eisdessert wurde von einem Winterurlaub in Florenz inspiriert. Es taucht jedes Jahr bei meinen Menüs auf, wenn es kalt wird. „Il Santo“ ist ein italienischer Dessertwein. Er ist genauso lecker, aber nur halb so teuer wie Vin Santo. Beide schmecken nach goldenen Rosinen.

Salziges Karamelleis (siehe unten)
6 Biscotti (siehe unten)
Schlagsahne (siehe Rezept Strawberry-Cheesecake-Becher) mit Honig
6 Weinbrandkirschen (siehe unten)

Honig-Vino-Santo-Sauce:

450 g Honig
350 ml Vin Santo oder Il Santo
1 ganzer Sternanis (nach Wunsch)

Vorbereiten: Für die Sauce Honig, Vin Santo und Sternanis in einem kleinen Topf bei geringer Hitze erwärmen. Sternanis herausnehmen.

Zubereiten: Zwei kleine Kugeln Eis auf jeden Teller geben. Mit etwa 80 ml warmer Sauce übergießen und mit Biscotti, Schlagsahne und einer Kirsche garnieren.

Salziges Karamelleis

Aromen von geröstetem Zucker und eine perfekte Balance von süß und salzig – kein Wunder, dass dies eine der beliebtesten Eiscremes überhaupt ist.

450 ml Vollmilch
1 EL plus 1 TL Speisestärke
40 g Frischkäse (Raumtemperatur)
½ TL feines Meersalz
300 g Sahne
2 EL Glukosesirup
150 g Zucker
2 TL Vanilleextrakt

Vorbereiten: Für die Eiscremebasis in einer kleinen Schüssel etwa 2 EL der Milch mit der Speisestärke glatt rühren. Den Frischkäse mit Salz in einer mittelgroßen Schüssel verrühren. Sahne und Glukosesirup in einem Kännchen verrühren. Eine große Schüssel mit Eiswürfeln und Wasser füllen und bereitstellen.

Achtung der Zucker wird trocken karamellisiert, das heißt ohne Wasser. Trocken karamellisieren geht schneller, aber man muss aufpassen und die Sahne muss bereit stehen. So macht man es:

Zubereiten: Den Zucker in einem 4-Liter-Topf bei mittlerer Hitze erhitzen, bis er geschmolzen und bernsteinfarben ist.

Vom Herd nehmen und unter ständigem Rühren etwas Sahnemischung zum Karamell geben, dabei zischt und spritzt es. Gut verrühren, mehr Sahne dazugeben und wieder rühren. Wenn die Sahne vollständig untergerührt ist, Milch dazugeben und bei mittlerer Hitze aufkochen und 4 Min. sprudelnd kochen lassen. Vom Herd nehmen und langsam die Stärkemischung einrühren. Wieder aufkochen und mit einem hitzefesten Spatel etwa 1 Min. rühren, bis die Mischung andickt.

Vom Herd nehmen. Durch ein Sieb gießen, wenn sich noch feste Karamellstückchen in der Creme befinden.

Kühlen: Die heiße Mischung langsam mit dem Frischkäse und dem Vanilleextrakt glatt rühren. Die Eiscremebasis in einen großen wiederverschließbaren Gefrierbeutel füllen und in das Eisbad legen. Etwa 30 Min. kühlen, dabei wenn nötig Eis nachfüllen.

Frieren: Die Basis in den gekühlten Behälter der Eismaschine füllen und die Maschine laufen lassen, bis das Eis dick und cremig ist. Die Eiscreme in eine Aufbewahrungsbox füllen, ein Stück Pergamentpapier auf die Oberfläche drücken und mit einem luftdichten Deckel verschließen. Im kältesten Teil des Tiefühlgeräts mind. 4 Std. fest werden lassen.

Passt gut zu Apfelkuchen, Schokoladenkuchen oder Rhabarber-Kompott

Biscotti

Butterkuchen

Für eine 23 x 23 cm große Backform

Dieser Biskuit ist bestens geeignet, um Stücke in Eiscreme zu mischen. Er behält seine Form und saugt Zuckersirup auf. Je nach verwendeter Eiscreme kann er mit Zimt (¼–½ TL) oder anderen Gewürzen zubereitet werden. Wir benutzen ihn auch, um Biscotti zu machen.

3 EL Butter
1½ TL Vanilleextrakt
2 große Eier
2 Eigelb
50 g Zucker
60 g heller brauner Zucker
¼ TL feines Meersalz
75 g gesiebtes extrafeines Mehl

Den Ofen auf 180 ˚C vorheizen. Von einer 23 x 23 cm großen Backform den Boden, aber nicht die Seiten einfetten oder mit Backpapier auslegen. Die Butter schmelzen, Vanilleextrakt dazugeben und beiseitestellen. Eier, Eigelbe, beide Zuckerarten und Salz in die Schüssel eines Standmixers geben und mit dem Schneebesenaufsatz 8–10 Min. schlagen, bis die Masse sehr dick und hellgelb ist und sich verdreifacht hat. Zuerst das Mehl, dann die geschmolzene Butter vorsichtig unterheben. In die Form gießen und etwa 20 Min. backen, bis die Oberfläche goldbraun ist und die Seiten sich von der Form lösen. Für 10 Min. in der Form abkühlen lassen, dann herausnehmen und vollständig erkalten lassen.

Variante Biscotti (Ergibt 8 Biscotti):

 Den Kuchenteig zubereiten und 60 g Mandeln oder Nüsse oder ½ TL gemahlenen Kardamom oder andere Gewürze dazugeben. Vollständig auskühlen lassen, dann im Kühlschrank sehr fest werden lassen. Den Ofen auf 160 ˚C vorheizen. Den Kuchen auf ein Brett legen und zuerst halbieren, dann quer zum ersten Schnitt in vier Scheiben schneiden. Diese auf ein Backblech legen und im Ofen etwa 25 Min. backen. Dabei nach der Hälfte der Zeit wenden, bis beide Seiten goldbraun sind.

Weinbrandkirschen

Ergibt 3 ½ Tassen
Diese Kirschen schmecken auf jedem Eisbecher.
500 g frische oder tiefgekühlte Schwarzkirschen, entsteint
60 g Zucker
60 ml Weinbrand

Kirschen, Zucker und Weinbrand in einem Topf aufkochen, dabei den Zucker unter Rühren auflösen. Etwa 5 Min. kochen, vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Vor dem Servieren möglichst über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.

Sommerobst-Dessert

© Verena Susanna Wohlleben aus „Eis geht immer“, Umschau Verlag 2018

Quelle: Jeni Britton Bauer: Eis geht immer

Neuer Umschau Buchverlag

Preis: 19,95 €

Cremiges Joghurt Eis mit einer tollen frischen Zitronen-Note, die als Sirup im Eis seine ganze Klasse entfalten kann, ist schon mal ein Argument, das uns für diese Eis-Sorte wirklich begeistert hat. Ergänzt durch die Früchte in einem leckeren Bad aus Honig, Zucker und Portwein wird daraus eine süße Dessert-Sünde, der wir nicht widerstehen konnten. Diesmal auch mit überschaubarem Aufwand herzustellen.

Die in Stücke geschnittenen Pfirsiche, Aprikosen oder Pflaumen lassen sich auch durch Beeren ersetzen.

400 g Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren,
Erdbeeren und/oder entsteinte Kirschen, alle halbiert
50 g Zucker
1 EL Honig
2 EL Portwein
(alternativ Eiswein, Sekt oder Lambrusco oder 1 EL Grand Marnier)
Zitronen-Joghurteis (siehe unten)

Schlagsahne (siehe Rezept Strawberry-Cheesecake-Becher)
6 frische Kräuterzweige, z. B. Minze, Basilikum oder Zitronenmelisse

Vorbereiten: Die Früchte mit Zucker, Honig und Portwein mischen und mind. 30 Min. bis 6 Std. marinieren lassen. Sie bilden dabei einen wunderbaren Sirup.

Zubereiten: Die Früchte auf sechs Teller (oder in breite Einmachgläser) verteilen. Zwei kleine Kugeln Joghurt-Zitroneneis daraufsetzen, dann mit einem großzügigen EL Sahne und einem Kräuterzweig garnieren.

Zitronen-Joghurteis

Kühler Joghurt und saure Zitrone führen zu einer wahren Geschmacksexplosion. Für Varianten kann man alle Fruchtsaucen aus dem Grundrezeptkapitel (Seite 20) dafür verwenden.

1 kg fettarmer Naturjoghurt
350 ml Milch
2 EL Speisestärke
60 g Frischkäse (Raumtemperatur)
120 g Sahne
150 g Zucker
abgeriebene Schale von 1 unbehandelten Zitrone
60 ml Glukosesirup

Zitronen-Sirup:

2–3 unbehandelte Zitronen
3 EL Zucker

Am Vortag: Ein Sieb mit zwei Lagen Musselintuch auslegen und über eine Schüssel stellen. Den Joghurt hineingeben und mit Frischhaltefolie bedeckt 6–8 Std. im Kühlschrank abtropfen lassen. Die Flüssigkeit wegschütten und vom Joghurt 400 g abwiegen und beiseitestellen.

Vorbereiten: Für den Zitronensirup mit einem Sparschäler die Schale von einer Zitrone dünn abschälen und für das Joghurteis beiseitestellen. Die Schale in möglichst großen Stücken lassen, damit sie sich später leichter aus der Eiscremebasis entfernen lässt. Genug Zitronen auspressen, um 120 ml Saft zu erhalten. Diesen Saft mit dem Zucker in einem kleinen Topf bei mittlerer bis hoher Hitze aufkochen, dabei rühren, um den Zucker aufzulösen. Abkühlen lassen. Etwa 2 EL der Milch in einer kleinen Schüssel mit der Stärke zu einer glatten Paste verrühren. Frischkäse in einer mittleren Schüssel glatt rühren. Eine große Schüssel mit Wasser und Eiswürfeln füllen.

Zubereiten: Die restliche Milch mit Sahne, Zucker, Zitronenschale und Glukosesirup in einem 4-Liter-Topf bei mittlerer Hitze aufkochen und 4 Min. sprudelnd kochen lassen. Vom Herd nehmen und langsam die Stärkemischung einrühren. Erneut zum Kochen bringen und bei mittlerer bis hoher Hitze etwa 1 Min. kochen, bis sie leicht andickt, dann vom Herd nehmen.

Kühlen: Die heiße Milchmischung nach und nach unter die Frischkäsemasse rühren, Zitronensirup und Joghurt zugeben. Zu einer glatten Masse verarbeiten und dann in einen wiederverschließbaren 4-Liter-Gefrierbeutel füllen. Verschließen, in das Eisbad legen und darin 30 Min. abkühlen lassen. Bei Bedarf Eis nachfüllen.

Frieren: Die Zitronenschale aus der Eiscremebasis entfernen, die Basis in die Eismaschine füllen und laufen lassen, bis das Eis dick und cremig ist. Die Eiscreme in eine Aufbewahrungsbox füllen, ein Stück Pergamentpapier auf die Oberfläche drücken und mit einem luftdichten Deckel verschließen. Im kältesten Teil des Tiefühlgeräts mind. 4 Std. fest werden lassen.

Passt gut zu: Kirschkuchen, Dunkle Schokolade

Strawberry-Cheesecake-Becher

© Verena Susanna Wohlleben aus „Eis geht immer“, Umschau Verlag 2018

Quelle: Jeni Britton Bauer: Eis geht immer

Neuer Umschau Buchverlag

Preis: 19,95 €

Fruchtig süßes Erdbeerkompott umschmeichelt cremig-sahniges Frischkäse-Eis, on top noch eine kleine knusprige Überraschung in Form von salzigen Butterkeksstreuseln. Wir waren sozusagen in null-komma-nichts im Eishimmel, was für die Zeit in der Küche nicht gilt: Ohne Fleiß gibt es hier nämlich keinen Preis, trotzdem wer sich diesen Eisbecher einmal auf der Zunge hat zergehen lassen, wird für die Mühen aufs köstlichste entschädigt! Irritiert hat mich der Verweis auf das Grundrezept auf Seite 53, das richtige Rezept taucht erst auf Seite 54 auf, irgendwas scheint hier bei der Übersetzung schief gegangen zu sein. Der Unterschied in den Rezepten ist lediglich das einmal als Hauptzutat Joghurt + Frischkäse und ein anderes Mal Vollmilch + Frischkäse ausgewiesen wird. Ich habe mich entschieden und auf das Rezept auf Seite 54 vertraut, weil dieses als Frischkäseeis ausgewiesen war. P.S. Wenn man Glukose-Sirup kauft wird es teurer, Zucker-Sirup ist eine prima Alternative und lässt sich zu Hause problemlos selber herstellen. Ach so, Sahne von Hand schlagen würde ich gerne, habe  aber definitiv nicht die Muckis oder die Geduld, ich lasse mich hier gerne von der Technik unterstützen, allerdings ist dabei der Handmixer meine erste Wahl und nicht die Küchenmaschine, die ich nur an größere Mengen ran lasse.

Wer Strawberry-Cheesecake-Eis mag, wird diesen Becher lieben!

Zutaten:

Erdbeerkompott (siehe unten)
Schlagsahne(siehe unten)
Frischkäse-Eis (siehe unten ohne die Guavensauce)
salzige Butterkeksstreusel (siehe unten)
etwas Minze für die Deko

Zubereitung:

Zunächst die Hälfte der Erdbeeren in einen Eisbecher geben, dann Eis und Streusel daraufschichten. Mit den restlichen Erdbeeren und Streuseln abschließen und mit Schlagsahne und etwas Minze toppen.

Erdbeerkompott

Dieses richtig süße, fruchtige Erdbeerkompott macht einfach alles saftig! Der Zucker sorgt dafür, dass die Sauce nicht einfriert, wenn man das Kompott zum Eis gibt. Perfekt für den Strawberry-Cheesecake-Becher (Seite 86) oder das Eton Mess (Seite 129)

Ergibt 350 ml:

500 g Erdbeeren
120 g Zucker

Die Erdbeeren putzen, in Scheiben schneiden und in einer Schüssel mit dem Zucker mischen. Für 3 Std. in den Gefrierschrank stellen.

 Schlagsahne:

Eine der wichtigsten Zutaten für gute Eisdesserts ist Schlagsahne. Gut gemachte Schlagsahne ist einer der großen Genüsse im Leben. In unseren Läden schlagen wir Schlagsahne in einer Schüssel mit dem Schneebesen – jeweils nur einen Becher. Ein Becher Schlagsahne ist genug für acht bis zehn Eisdesserts, wir schlagen also sehr oft jeden Tag neue Sahne.

Tipps: Investieren Sie in einen guten Ballonschneebesen mit mehr Drähten als bei einem normalen Schneebesen, die Sahne lässt sich damit besser aufschlagen. Unhomogenisierte Sahne lässt sich schneller steif schlagen und hat eine wunderbar hellgelbe Farbe. Je kälter Sahne und Schüssel sind, desto leichter lässt die Sahne sich schlagen. Für manche Desserts, wie das Oslo-Ambrosia-Eisdessert (Seite 125) schlage ich die Sahne nicht ganz fest, sondern nur bis sie weiche Spitzen formt. Für andere schlage ich festere Schlagsahne, die auf traditionellere Art oben auf dem Eisdessert sitzt. Schlägt man die Sahne ein wenig zu lang, bilden sich kleine Klümpchen. Fügt man 1 EL frische Sahne hinzu und schlägt ihn vorsichtig unter, lässt sich die Schlagsahne oft retten. Man kann Schlagsahne auch mit Honig oder Ahornsirup süßen. Dabei zuerst ein wenig Sahne mit dem dickeren Honig oder Sirup glatt rühren, um ihn zu verflüssigen. Er verbindet sich dann leichter mit der restlichen Sahne.

200 g Sahne

1–2 EL Zucker

1 TL Vanilleextrakt

Eine große Glas- oder Metallschüssel im Kühlschrank mind. 15 Min. kühlen. Sahne, Zucker und Vanilleextrakt hineingeben und mit dem Handmixer steif schlagen. Sofort verwenden oder bis zu 1 Std. im Kühlschrank aufbewahren.

Frischkäse-Eis (Seite 54, ohne die Guavensauce):

Weich cremiger Frischkäse macht dieses Eis unfassbar verführerisch. Ich verwende hierfür Frischkäse direkt vom Bauernhof – der Laurel Valley Creamery in Ohio. Dieser zeichnet sich durch seine besondere Cremigkeit aus. Wer an der Käsetheke keinen entsprechenden „frischen“ Frischkäse findet, sollte in jedem Fall die Doppelrahmstufe aus dem Kühlregal wählen. Meine Lieblingsvariante dieser Eiscreme mit Guave wurde von einem kubanischen Dessert inspiriert, das Weichkäse und Guavenscheiben vereint.

650 ml Vollmilch

1 EL und 2 TL Speisestärke

170 g cremiger Doppelrahmfrischkäse

⅛ TL feines Meersalz

300 g Sahne

170 g Zucker

60 ml Glukosesirup (kann durch Zucker-Sirup ersetzt werden und ist dann preiswerter)

 Vorbereiten:

2 EL Milch mit der Speisestärke glatt rühren. Separat den Frischkäse mit dem Salz verrühren. Eine große Schüssel mit Eis und Wasser füllen.

Zubereiten:

Die restliche Milch mit Sahne, Zucker und dem Glukose-/Zucker-Sirup in einem großen Topf bei mittlerer bis hoher Hitze aufkochen und 4 Minuten lang köcheln lassen. Den Topf vom Herd nehmen und langsam die Stärkemischung einrühren. Die Mischung wieder zum Kochen bringen, dabei mit einem hitzefesten Spatel umrühren, bis die Mischung nach etwa 1 Minute andickt, dann den Topf vom Herd nehmen.

Kühlen:

Die heiße Mischung langsam unter den Frischkäse rühren, bis alles glatt ist. Die Eiscremebasis in einem großen verschließbaren Gefrier-Beutel füllen und diesen in das Eisbad legen. Ca 30 Minuten kühlen, dabei wenn nötig Eis nachfüllen.

Frieren:

Die Basis in den gekühlten Behälter der Eismaschine füllen und die Maschine laufen lassen bis das Eis dick und cremig ist. Die Eiscreme in eine Aufbewahrungs-Box füllen, ein Stück Pergamentpapier auf die Oberfläche drücken und mit einem luftdichten Deckel verschließen. Im Tiefkühlgerät mindestens 4 Stunden fest werden lassen.

Salzige Butterstreusel

Ergibt 350 g:
120 g Butter
70 g fein zerkrümelte Butterkekse
90 g Mehl (Type 405)
2 TL Speisestärke
100 g Zucker
2 TL feines Meersalz

Zubereitung:

Den Backofen auf 160 °C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Butter in einem kleinen Topf bei geringer Hitze schmelzen. Die Kekskrümel mit dem Mehl, der Stärke und dem Zucker mischen. Die Butter hinzufügen und so lange mischen, bis alle Zutaten feucht sind und sich große Klumpen formen (die Mischung sollte an nassen, klumpigen Sand erinnern). Das Salz hinzufügen und nur kurz verrühren, sodass es sich gleichmäßig verteilt. Die Krümel auf dem Backblech ausbreiten und 10 Min. im Ofen backen. Das Blech herausnehmen und die Streusel mit zwei Pfannenwendern in ca. 0,3 – 0,5 cm große Stücke zerteilen und wenden. Für weitere 10 Min. backen, dann aus dem Ofen nehmen und vollständig auskühlen lassen.

Jeni Britton Bauer: Eis geht immer

Jeni Britton Bauer: Eis geht immer

Neuer Umschau Buchverlag

Preis: 19,95 €

Das beste Eis Amerikas – das will ich genauer wissen!

Wer ist die Autorin?

 Jeni Britton Bauer gründete 2002 ihren ersten eigenen Eis-Salon „Jeni’s Spendid Ice Creams“ in Ohio. Heute besitzt sie mehrere Läden in den USA, einen florierenden Onlinehandel und hat eine stetig wachsende Fangemeinde für die ihre außergewöhnlichen Eiskreationen einfach das Nonplusultra beim selbstgemachten Eis sind. Ihre Eiscreme wird sogar als die beste Amerikas gefeiert. 2012 erschien bereits ihr erstes Buch, das schlicht „Das beste Eis der Welt“ anpreist und mit 120 sehr außergewöhnlichen Kreationen, die Eishandwerker aus dem „home office“ beglückte. 2014 hat Jeni dann in den USA nachgelegt und mit ihren Eis-Kreationen tolle Dessert-Kompositionen kreiert. Dieses Buch hatte es sich zum Ziel gesetzt, ambitionierte Eis-Dessert-Kreationen zu präsentieren, die auf Britton Bauer’s Geling sicheren und ungewöhnlichen Rezepturen basierten. Wobei unweigerlich noch mal deutlich mehr Komplexität bei den Rezepten gefordert war, auf die man sich ja gerne mal ausgewählt einlässt, aber bei einem ganzen Buch dazu, die Nicht-Profis sich einfach nicht mehr angesprochen fühlen.

Was geht noch, wenn man tolle und Geling sichere Eis-Rezepte hat…

„Eis geht immer“ greift die Eis-Rezepte des ersten Buchs von Ms. Britton Bauer nochmal auf und präsentiert in einer überarbeiteten Neuauflage und ansprechender Aufmachung zudem einige Eis-Desserts, die perfekt zu Jeni’s Eissorten passen, weil sie kreativ und ambitioniert, diesen Eis-Sorten mit Twist, zu einem weiteren geschmackssicheren Auftritt verhelfen.

In saisonaler Reihenfolge von Frühling bis Herbst werden die spannenden Rezepturen  noch mal gezeigt und für so ungemein leckeres Eis bleibt selbst im Winter das heimische Eiscafé geöffnet. Der Frühling wird z. B. mit Sorten wie „Erdbeer-Buttermilch“ oder „Rhabarber-Jogurt“ und so ungewöhnlichen Kreationen wie „Earl-Grey-Eiscreme mit Kirschen“, „Kamille-Chardonnay-Eiscreme“ eistechnisch eingeleitet. Im Sommer wird es sogar noch bunter z. B. mit „Himbeer-„ oder „Wassermelonen-Limonaden-Sorbet“ und Milcheis-Liebhaber werden z.B. mit „Ziegenkäse-Eiscreme mit gerösteten Kirschen“ verwöhnt. Britton Bauer liebt es, mit Frischkäse und Joghurt bei der Eisherstellung zu experimentieren und zeigt mit Sorten wie „Joghurt-Eis mit Gurke, Melone und Cayennepfeffer“ und Eiscreme mit „Mais und schwarzen Himbeeren“ wie überaus kreativ sie dabei ist. Die klassischen Sorten wie Vanille oder Schoko hat dieser Eis-Salon im Herbst und Winter mit neuen spannenden exquisiten Rezepturen im Programm. Die Autorin lässt es sich nicht nehmen, bei diesen Rezepten für ein wenig Twist zu sorgen und so gibt es bei ihr nicht nur schnödes Vanille- oder Schokoeis, sondern sie serviert stattdessen „Dunkles-Schokoladen-Eis“ oder „Schoko-Rotwein-Eiscreme“ und achtet bei der Vanilleeiscreme auf qualitativ hochwertige und fair gehandelte ugandische Vanille. Nach dem Motto „Wenn schon denn schon!“ – werden Variationen der altbekannten Klassiker bemüht, die es eben nicht im Supermarkt oder in jeder x-beliebigen Eisdiele zu kaufen gibt und dann schaut man bei den Zutaten eben auch nicht auf die preiswertesten Produkte, sondern gönnt sich das Beste was da zu bekommen ist.

Wer es mit der Lieblings-Eisdiele aufnehmen will, braucht funktionierende Rezepte!

 oder Glukose-Sirup ist eine echte Geheimwaffe…..

Um es mal deutlich auf den Punkt zu bringen, wer den Anspruch hat, mit der Cremigkeit und Konsistenz von Eis aus der Herstellung von Profis ebenfalls zu Hause mitzubieten, braucht die richtigen Rezepte und Jeni Britton Bauer hat ihren Schwerpunkt glücklicherweise auf funktionierende Rezepturen für „Heim-Eiswerker“ gesetzt! Teures Equipment ist bei ihr zweitrangig, sie nutzt sogar einfache Eis-Maschinen ohne Kühlkompressor, deren Akkus erst mal 24 Stunden im Tiefkühler geparkt werden müssen, bevor es losgehen kann. Deshalb benötigen ihre Ideen auch ein wenig Vorlauf, zeigen aber auf wunderbare Weise, ein teurer Maschinenpark ist keine Garantie für cremiges Eis, dazu muss man einfach ebenfalls die chemischen Grundlagen bei diesem Prozess verstehen und berücksichtigen! Die Geheimwaffen der amerikanischen Eis-Expertin sind Glukose-Sirup und Stärke, denn im Gegensatz zu Haushaltszucker ist Glukose-Sirup – oder auch ein ganz normaler Zucker-Sirup, den man schnell und unkompliziert zu Hause selbst herstellen kann, in der Lage Wasser zu binden und genau das ist der Schlüssel zum Erfolg, wenn es um cremig schmelzende Eiscreme aus der heimischen Eis-Werkstatt geht. Schön, dass mir endlich jemand zeigt, wie ich zukünftig diese Klippe bei der Eisherstellung umschiffen kann.

 Außergewöhnliche Kombinationen und exquisite Desserts….

 – oder pimp your ice-cream

 Die Autorin liebt Eis in jeder Darbietungs-Form und will deutlich mehr als nur die hinlänglich bekannten klassischen Sorten erklären. Wunderbar, dass durch die Verschmelzung zweier Titel, zu diesem Buch, diese ungewöhnlichen Kreationen auch mal mit leckeren Toppings gepimpt werden, z. B. mit „Honig-Nuss-Krokant“, „Rosmarin-Nüssen“, „gerösteten Kirschen“, „Lemon- oder Lime-Curd“, „Pralinen-Sauce“ oder „salziger Karamell-Sauce“. Außerdem gibt es gebackene süße Begleiter wie Biscotti oder salzige Butterstreusel und Baisers dazu. Mit einer nützlichen step-by-step Anleitung zeigt die amerikanische „Eis-Fee“ außerdem, wie es Schritt für Schritt zur perfekten Eiswaffel geht.

Großes Kino für den Eisbecher, die Mühe lohnt sich…..

In meinen Praxistest habe ich mich auf den „Cheesecake-Strawberry-Becher“ (Leider war die Seitenangabe für das Frischkäseeis nicht ganz passgenau, ich konnte es erst auf der Seite 54 und nicht wie angegeben auf der Seite 53 finden), sowie das „Sommerobst-Dessert“ und ein salziges Karamelleis gestürzt, dass mit einer Honig-Vino-Santo-Sauce zu einem „Eis-Dessert Toskana“ aufgemotzt wurde. Alles war wirklich exquisit und ungemein wohlschmeckend! Zeit nehmen sollte man sich dafür jedoch schon, denn Jeni Britton Bauer hat großes vor, ihre Eisbecher bestechen mit unterschiedliche Aromen und Texturen, für die man sich allesamt ein bisschen reinhängen muss. Wer das nicht will, bleibt einfach bei den Solo-Sorten.

Fazit – oder großes Eis-Kino, das auch in der heimischen Küche funktioniert! Viele meinen ja, in ein handwerklich hochwertig gemachtes Eis gehören keine weiteren Zutaten als Eier und Sahne. Natürlich kann man das so machen, damit macht man es sich aber zu Hause sehr viel schwieriger und aufwendiger und trotzdem werdet Ihr selten die Ergebnisse erzielen, die wir aus der Eisdiele oder dem Handel gewohnt sind. Eine gute Eis-Rezeptur für zu Hause, sollte in der Lage sein, die Chemie dabei ein wenig auszutricksen und das zeigt die Autorin in beeindruckender Weise! Dieses Buch vereint zudem alle Eis-Sorten aus dem ersten Buch von Jeni Britton Bauer und hat die best-of Toppings und Eisbecher-Kreationen ihres zweiten Buches praktischerweise gleich mit dabei, was mir sehr gut gefällt, denn für mich ist es das erste Buch der Autorin. Wer den Titel „Das beste Eis der Welt“ von ihr jedoch schon hat, sieht neben einer wertigeren Ausstattung in allen Kategorien von Eis, über Sauce bis hin zu Toppings immerhin noch ca. 30 neue Rezepte. So kamen z.B. das Schwarzwälder-Kirsch-Eis, das isländische Hochzeits-Kuchen-Skyr-Eis oder auch das Vinho-Verde-Sorbet dazu, sowie ein paar Eisbecher, zwei zusätzliche Cocktails, Kuchen zum Eis und eine „Skunk as a Drunk“-Eistorte. Damit die Struktur des Buchs nicht zu sehr gestört wird, wurden diese etwa gleichmäßig auf die einzelnen Jahreszeitenkapitel aufgeteilt, so dass einem das auf den ersten Blick erstmal nicht direkt auffällt. Damit zeigt das Buch jedoch auch sehr viel deutlicher als das erste Buch, was sich aus den Eissorten mit Wow-Potenzial noch alles machen lässt. P.S.: Das Nachfolge-Buch mit dem Schwerpunkt Eis-Inszenierung im Becher und auf dem Desserttisch wurde nicht ins Deutsche übersetzt. Für dieses Buch hat sich der Verlag auf ausgewählte Rezepte aus dem Folge-Titel beschränkt und Layout und ein Teil der Fotos (die zu den hinzugenommenen Rezepten) wurden komplett neu gemacht das ist auch gut so – denn so ist eine spannende und attraktiv präsentierte Mischung daraus geworden, die nicht nur Profis oder Menschen mit ganz viel „Küchenfreizeit“ anspricht.

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar!