Tahini-Eis

© Helen Cathcart / Dorling Kindersley Verlag

Quelle: Palomar – Kreative israelische Küche

Fotos: Helen Cathcart

Dorling Kindersley Verlag

Preis: 24,95 €

Das war das beste Dessert, das jemals meine Küche verlassen hat, die Kreation ist zum Niederknien, kostet aber auch viel Zeit und forderte mich. Ich habe hier grünen Kardamom verwendet und bin sicher, das hat das Rezept auch so vorgesehen. Créme double lässt sich leicht durch Crème fraîche  ersetzten. Beim Eisrezept, empfehle ich die Masse nicht im Topf weiter zu schlagen, sondern auf dem Wasserbad, wer weder mit Gas kocht noch Profi ist, hat es so einfach besser im Griff, ebenso habe ich es mit der Creme gehalten. Ich habe die Eis-Masse dann ganz klassisch im eiskalten Wasserbad runter geschlagen vor der weiteren Verarbeitung. Das Ergebnis wird auch ohne Eismaschine cremig und das ist dem Sirup geschuldet. Geschmacklich war dieses Dessert superb, die „Falterei „ habe ich mir aber bei den Filo-Waffeln gespart und bin gerne der Empfehlung gefolgt, hier die Stücke einfach nur zu brechen. Feigen haben keine Saison und ich habe deshalb wunderbare selbsteingelegte Rumpflaumen dazu serviert.

Dieses ausgezeichnete Eis hat Yael bei Chefkoch Assaf Granit kennengelernt. Sie war 16, als sie es im berühmten Restaurant Adom  in Jerusalem dieses Dessert auf der Karte entdeckte und dachte: „ Im Ernst? Eis aus Sesammus? Das ist schräg, das wollte sie unbedingt selbst auch mal probieren.“ Damals hatte sie keine Ahnung davon, dass man Tahin auch zu etwas anderem als Falafel essen konnte. Also probierte sie es und es schmeckte wunderbar! 10 Jahre später war sie Konditorin im Machneyuda und machte dasselbe Rezept (gute überzeugen immer). Für das Palomar hat sie sich eine ganz eigene Kreation damit einfallen lassen.

Zutaten (für 8 Portionen):

Für das Tahini-Eis:

250 ml Sahne

250 ml Créme double

100 g Eigelb (6 – 7 Eier)

110 g Dattelsirup

110 g Honig

375 ml Tahin (Sesammus)

Für die Kardamom-Créme-anglaise:

200 ml Milch

50 ml Créme double

50 g Kristallzucker

2 Kardamomkapseln, zerdrückt

50 g Eigelb (3 – 4 Eier)

Für die Filo-Waffel:

2 Scheiben Filoteig
(48×25 cm; sehr dünner Blätterteig, als Yufka-Teig erhältlich im türkischen Lebensmittel-Laden)

25 g Butter zerlassen

1 TL Kristallzucker

1 TL gemahlener Zimt

½ Rohrzucker

Für die karamelisierten Feigen:

6 Feigen

3 EL Kristallzucker

 

Zubereitung:

Für das Tahin Eis:

Sahne und Créme double in einem großen Topf gießen und zum Köcheln bringen, dann vom Herd nehmen. Eigelbe in eine Schüssel geben und unter ständigem Schlagen mit dem Schneebesen langsam ein Drittel der heißen Sahne hinzufügen, darauf achten, dass das Eigelb dabei nicht gart. Nun haben Sahne und Eigelb fast dieselbe Temperatur, und man kann sie gefahrenloser miteinander vermengen – die Sahne-Eigelb-Mischung daher zurück in den Topf gießen, dabei ständig mit dem Schneebesen weiterschlagen. Zuerst Dattelsirup und Honig, dann das Tahin unterziehen.

Die Mischung in einen Tiefkühlbehälter mit Deckel umfüllen und über Nacht im Gefrierfach stehen lassen. Das Eis hält sich dort bis zu 3 Monate.

Für die Kardamom-Créme-anglaise:

Kardamomkapseln in einen Topf geben und zum Köcheln bringen. Eigelbe in eine Schüssel geben und unter ständigem Schlagen mit dem Schneebesen langsam ein Drittel der heißen Sahne hinzufügen, dann allmählich das Eigelb zurück in den Topf gießen dabei weiter ständig schlagen (dieselbe Methode wie beim Eis).

Die Mischung unter Rühren erhitzen, bis sie eine Temperatur von 84 °C erreicht. Sie muss gerade eben angedickt sein – zu wenig, und sie bleibt zu dünn, zu viel… und sie wird zum Omelett! Mit einem Löffelrücken lässt sich die Konsistenz gut überprüfen: Tunkt ihn in die Creme und fahrt mit dem Finger darüber, wenn die Spur sichtbar bleibt, hat Ihr alles richtig gemacht.

Creme durch ein feines Sieb in eine Schüssel passieren und, um den Garprozess zu stoppen, die Schüssel in eine zweite mit Eiswasser tauchen.

Für die Filowaffel:

Den Backofen auf 200 °C vorheizen. Ein Blatt Filoteig auf ein Backblech legen, mit einem Drittel der zerlassenen Butter einpinseln und dann mit der Hälfte von Zucker und Zimt bestreuen.

Das zweite Blatt Filoteig darauflegen, ein bisschen andrücken, damit sie aneinander kleben, und den vorherigen Schritt wiederholen. Die Blätter einmal zusammenfalten, so dass man vier Schichten hat, die an einer Kante zusammenhängen. Wenn man die Blätter schneidet. Wenn man die Blätter schneidet, hat man diese Kante an jedem Stück der Waffel und die Schichten fallen nach dem Backen nicht auseinander. Wenn Euch das Schneiden zu aufwendig ist, könnt Ihr Euch das Falten sparen und die Blätterteigscheiben so wie sie sind in den Backofen schieben – nach dem Backen sind sie so knusprig, dass Ihr Sie leicht in Stücke brechen könnt.

Den Rest der Butter auf der obersten Schicht verstreichen und mit dem Rohrzucker bestreuen – das erhöht den Knusperfaktor!

Die aufeinander gelegten Scheiben in acht gleich große Stücke schneiden und 10 – 12 Minuten backen bis sie goldbraun sind. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.

Für die karamellisierten Feigen:

Diese werden kurz vor dem Montieren des Desserts zubereitet. Die Feigen vierteln. Schnittflächen mit Zucker bestreuen und mit einem Gasbrenner karamellisieren. Falls Ihr keinen habt, schiebt die Feigen unter den Backofengrill – Vorsicht das da nichts anbrennt; das geht ganz schnell!

Mit einem Löffel die Kardamom-Créme-anglaise kreisförmig auf acht Teller anrichten, etwas von den Filowaffeln zerkrümeln und in die Mitte geben (damit sich das Eis nicht vom Fleck rührt). Eine Kugel Tahin-Eis (die man mit zwei Löffeln formt) darauf setzen, 3 Feigenviertel auf jeden Teller legen und mit der Filowaffel dekorieren – et voilà!

Mandeleistorte mit süßem Wein

© David Loftus

Quelle: Eleonora Galasso: La Dolce Vita

Knesbeck Verlag

Preis: 29,95 €

Sehr lecker- Vorsicht das kann süchtig machen! P.S. Eine Kastenform in die 900 g. passt gibt es im Internet, es handelt sich hier um eine häufig bei englischen Rezepten verwendete Größe. Ich habe eine Kastenform mit 30 cm verwendet, da diese ca. 1 kg. Teig fasst. Handelsübliche Kastenformen haben aber meistens eine Länge von 25 cm, die fassen nur 750 g. Masse. Brombeeren um diese Jahreszeit selbstverständlich nicht frisch, sondern aus der Tief-Kühlteke.

Dieses mächtige Dessert ist ein Mittelding zwischen Sorbet und gelato, gelingt aber einfach ohne Eismaschine, Eiswürfel und diesen ganzen Kram. Die Füllung ist so luftig wie die Wolken am Himmel Roms, begleitet von Starenschwärmen mit ihren waghalsigen Flugmanövern. Eine gute Chance auf dieses Luftspektakel hat man Mitte Oktober, wenn die Blätter von den Bäumen fallen und die Straßen dieser liebenswerten Stadt bedecken. Als Alternative zu den cantucci nehme ich auch gern einfache Vollkornkekse mit einer Handvoll Haselnusskernen, die ich einige Minuten in einer kleinen Pfanne geröstet habe. Eine Kastenform (900 g) so mit Frischhaltefolie auslegen, dass diese über die Seiten hängt (so lässt sich der fertige semifreddo leichter aus der Form nehmen).

Zutaten (für 8 Personen):

400 g cantucci (Mandelgebäck)

3 Eier (Größe L), getrennt

50 g Zucker

1 Prise Salz

400 ml Schlagsahne

1 EL Zitronensaft

120 ml Vin Santo, Marsala oder Madeira

170 g frische Brombeeren (nach Belieben; alternativ TK-­Ware, aufgetaut)

Zubereitung:

Eine Kastenform (900 g) so mit Frischhaltefolie auslegen, dass diese über die Seiten hängt (so lässt sich der fertige semifreddo leichter aus der Form nehmen).

In einen großen Gefrierbeutel die cantucci geben und mit einer Teigrolle durch wiederholtes Klopfen und Rollen fein zerbröseln, beiseitestellen.

In einer großen Schüssel das Eigelb gemeinsam mit dem Zucker zu einer hellen, cremigen Masse mit dem doppelten Volumen aufschlagen. In einer zweiten Schüssel das Eiweiß mit 1 Prise Salz steif schlagen. In einer dritten Schüssel die Sahne cremig aufschlagen.

Den Eischnee und die Schlagsahne vorsichtig unter die Eigelb-Zucker­Masse heben. Den Zitronensaft und ein Viertel der zerbröselten cantucci unter die Creme heben.

In einer kleinen Schüssel die restlichen Keksbrösel mit dem Vin Santo tränken und gut mischen.

In die Form zuerst eine Schicht eingeweichte Keksstücke legen, dann eine dicke Schicht Creme darauf verteilen. Weitere Schichten immer abwech­selnd hinzufügen, bis die Zutaten aufgebraucht sind, dabei mit einer Schicht cantucci abschließen. Die Frischhaltefolie über der Torte zusammenklappen und die Eistorte mindestens 4 Stunden fest gefrieren lassen.

Abschließend den semifreddo 10–15 Minuten vor dem Servieren aus dem Gefrierfach nehmen, damit er etwas antauen kann. Zum Servieren die Eistorte auf eine ovale Servierplatte stürzen, die Frischhaltefolie entfernen. Mit einigen Brombeeren bestreut und in dicke Scheiben geschnitten servieren.

Zubereitungszeit: 30 Minuten plus Zeit zum Einfrieren

Eiscreme mit schwarzem Sesam (Heugimja Ice Cream)

© Dorling Kindersley Verlag
© Dorling Kindersley Verlag

Quelle: Jordan Bourke, Rejina Pyo: So kocht Korea

Dorling Kindersley Verlag

Preis: 24,95 €

Uns hat dieses Rezept sehr gut gefallen, cremig und schön nussig durch den Sesam, man merkt dass die Autoren hier getüftelt haben.

An einer kleinen gewundenen Holztreppe in einem Sträßchen nahe der Insadong-gil (dem Touristen-Mekka Seouls) fanden sich die Autoren auf einmal fern der Menschenmassen in einer kleinen Ruhe-Oase mit Papier bespannten Paravents wieder. Sie waren gekommen, um Eistee zu trinken, konnten dann aber dem herrlichem Eis aus schwarzem Sesam nicht widerstehen. Es schmeckt mild und natürlich, war unglaublich cremig, enthielt aber keine Milchprodukte. Für die Entwicklung dieses Rezepts haben Jordan & Rejina eine Ewigkeit gebraucht. Unerlässlich sind hochwertige frische schwarze Sesamsamen.

Zutaten (für 8 Personen):

50 g schwarze Sesamsamen

60 g Agavendicksaft

2 Dosen Kokosmilch (á 400 ml)

100 g Vollrohr- oder Kokosblütenzucker

1 Prise Meersalz

3 EL Speisestärke

schwarze und helle Sesamsamen zum Bestreuen

Zubereitung:

Eine Pfanne bei mittlerer Temperatur erhitzen. Den Sesam hineingeben. Sobald die Samen beginnen, zu hüpfen und zu duften, die Pfanne vom Herd nehmen. Den Sesam abkühlen lassen, dann in einer Kaffeemühle oder in der Küchenmaschine fein mahlen. In eine Schüssel geben und mit dem Agavendicksaft verrühren.

Den Inhalt einer Dose Kokosmilch mit Zucker und Salz in einem Topf mit schwerem Boden, bei mittlerer bis niedriger Temperatur erhitzen, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Den Inhalt der zweiten Dose in einer Schüssel langsam mit der Speisestärke verquirlen bis die Mischung klümpchenfrei ist. Die Mischung in den Topf gießen. Alles unter ständigem Rühren bei mittlerer bis starker Hitze 4 – 6 Minuten kochen lassen, bis die Mischung andickt, dann mit einem Teigschaber weiterrühren. Die Masse darf weder anbrennen noch klumpig werden. Sobald sie angedickt ist, den Topf vom Herd nehmen und die Mischung in eine große Schüssel umfüllen. Sollten doch Klümpchen vorhanden sein, die Masse durch ein Sieb passieren.

Die Sesampaste unter die Eismasse rühren. Die Masse mit Butterbrotpapier belegen, damit sich keine Haut bildet, und auskühlen lassen. 1-2 Stunden kühlen bis sie sehr kalt ist. Der Prozess lässt sich abkürzen, indem man die Schüssel in eine Schüssel mit Eiswürfeln stellt.

Die Masse in der Eismaschine nach Herstellerangaben gefrieren lassen. Alternativ die Masse in eine weite Schale gießen. Im Gefrierfach 40 Minuten anfrieren lassen, dann mit einer Gabel durchrühren und dabei die Eiskristalle zerstören. Dies noch zweimal in 40-minütigem wiederholen. In der letzten Phase könnt Ihr alles in der Küchenmaschine durchmixen, damit das Eis wirklich glatt wird. Wieder in die Schale geben und im Gefrierfach fest werden lassen. 15 Minuten vor dem Servieren herausnehmen und mit schwarzen und hellen Sesamsamen bestreuen.

Tiramisu-Eis

(c)frechverlag_TOPP 7920_Bild_S.52Quelle: Patrick Rosenthal: Ich machs mir einfach

Süßes, Mini-Kuchen, Desserts, Eis & mehr

TOPP Verlag

Preis: 14,99 €

ISBN: 3772479200

Patrick ist es schnuppe, wer das Tiramisu erfunden hat, er macht einfach Eis daraus. Und was für eins, wir lieben es inzwischen, Mascarpone und Amaretto sorgen für Cremigkeit, auch ohne Eismaschine. So lecker – Viva Italia!

 Zutaten:

 4 Eier

100 g Zucker

250 Mascarpone

Mark von 1 Vanilleschote (oder aus der Mühle)

5 TL Instantkaffee

5 TL heißes Wasser

4 TL Amaretto oder Kaffeelikör

10 Löffelbiskuits, in Stücke geschnitten

Kakaopulver (optional)

zum Servieren

Zubereitung:

Eine  Kasten- oder Terrinenform mit Backpapier auslegen, so dass die Enden an der langen Seite etwas herausschauen.

Eigelb vom Eiweiß trennen. Eigelb mit dem Zucker aufschlagen.. Mascarpone und Vanille dazugeben und verrühren. Eiweiß steif schlagen und unter die Mascarponecreme heben.

Instantkaffee mit dem heißen Wasser und Likör vermischen und die Löffelbiskuits kurz eintauchen. Nicht zu lange, da die Löffelbiskuits sonst zur sehr aufweichen.

Nun 1/3 der Mascarponecreme in die Form geben und die Hälfte der Löffelbiskuits darauf verteilen. Jetzt das nächste Drittel  der Mascarponemasse auf die Biskuits geben. Restliche Löffelbiskuits darauf verteilen und abschließend den Rest der Mascarponecreme darauf verteilen und mit einem Löffel glatt streichen. Abdecken und über Nacht einfrieren.

Vor dem Servieren kurz antauen lassen. Das Eis lässt sich jetzt gut an den Enden des Backpapiers herausheben. Wer mag, kann nun das Eis noch mit Kakaopulver bestreuen, in Scheiben schneiden und servieren.

Ich machs mir einfach

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Patrick Rosenthal: Ich machs mir einfach

Süßes, Mini-Kuchen, Desserts, Eis & mehr

TOPP Verlag

Preis: 14,99 €

ISBN: 3772479200

 „Ein Mann mit Händchen – oder ich mach‘s wie Patrick!“

 Wer backt?

(c)frechverlag_TOPP 7920_Bild_Patrick Rosenthal

 Patrick Rosenthal ist Blogger („ichmachsmireinfach“) und zwar einer der ganz besonderen Art: Er liebt es süß und außerdem macht er es sich gerne einfach. Ich auch Patrick, aber toll aussehen soll es auch und gut schmecken sowieso. Kalorien musst Du für mich nicht zählen, wenn alles andere stimmt!

Was ist drin?

 Patrick backt, liebt es eiskalt und ganz heiß, frühstückt, sorgt für leckere Desserts und widmet sich am Ende den kleinen Sünden. Dabei sind 60 Rezept-Kreationen herausgekommen, die obwohl sie in der Zubereitung nicht sonderlich kompliziert sind, so richtig was hermachen und vor allem für Überraschungen sorgen.

Patrick liebt die Inszenierung und lässt es farblich auch so richtig knallen!

Nein, der Mann ist kein Leisetreter, wenigstens nicht optisch, sein Brombeerkuchen kommt in Knall-Pink und die Füllung der Windbeutel darf auch schon mal hellblau sein, denn biedere Langeweile beim „Süßkram“, nicht mit ihm, das geht gar nicht!

Pimpen geht immer – aber Kalorien zählen verboten!

 Zum Beispiel  mit Karamell-Schokostücken im Brownie-Trifle, der seine Gäste zwar regelmäßig in Entzücken versetzt, auch wenn sie stets überzeugend vermitteln, dass sie es niemals schaffen werden, diese Köstlichkeit aufzuessen. Trotzdem werden hier jedes Mal persönliche Bestmarken und Rekorde gebrochen, denn bisher ist es jedem gelungen. Wenn es lecker schmeckt, ist auch eine buttrig-sahnige Kalorienbombe keine unbezwingbare Hürde und so gesellt sich Löffelchen zu Löffelchen, eigentlich wollte man den ja schon längst bei Seite schieben, aber nein, einer muss noch sein……

Lecker Patrick und so einfach und schnell gebacken!

Das Walnussbrot wird durch die Blaubeeren im Teig so richtig fruchtig und früh aufstehen muss ich auch nicht, denn Backpulver  und Öl im Teig machen es herrlich fluffig, auch ohne lange Vorbereitungszeit und die Haferflocken, das Dinkelmehl und die Walnüsse drin sorgen für den nötigen Crunch.

Wenn man sich nicht entscheiden kann nimmt man halt das Beste von beidem!

 Der Mann ist überaus kreativ und so wird aus Muffins und Donuts schnell mal eine neue Kreation, die er kurzerhand Muffnuts tauft. Diese sehen aus wie Muffins, schmecken aber eher wie ein Donut und sind dabei immer wieder sehr wandelbar, wenn man statt der Himbeermarmelade einfach eine beliebige andere Lieblingskonfitüre verwendet.

Patrick kann auch klassisch!

Zum Beispiel Clafoutis mit frischen Beeren. Lecker mit Sahne und Brombeeren im Teig und so einfach. Am besten gleich lauwarm genießen. Oder der Apfel-Zimt-Kuchen, der schon im Ofen so unwiderstehlich duftet, dass die Backzeit von 50 Minuten eine echte Herausforderung darstellen kann. Für Cheesecake wirft er gleich eine Party und hat mit Toppings wie Honig-Avocado, Mango-Kokosnuss und Rose-Himbeer richtig tolle Ideen wie dieser nicht nur lecker schmeckt, sondern auch richtig toll aussieht.

Was ist besonders – oder der Mann hat Händchen?

 Patrick Rosenthal versteht die visuelle Inszenierung aus dem ff und hat ein ausgesprochenes Händchen, dafür wie man mit Toffee-Pralinen und allerlei anderem aus dem Süßwaren-Regal im Supermarkt schnell und unkompliziert, aus einem eher biederem und langweiligem Kuchen oder Desserts etwas zaubern kann, was unsere Gäste so schnell nicht vergessen werden. Hier geht es bei weitem nicht nur um Optik, sondern auch geschmacklich setzt er gerne Akzente. Ein bisschen Mut sollte man aber schon mitbringen und weder vor Kalorien noch vor ungewöhnlich mutigen Farbkreationen zurückschrecken.

 Fazit: Tolles Buch für alle, die Süßes lieben, gerne auch mal was neues probieren und ihre Gäste mit wenig Aufwand in Verzückung setzten möchten. Kalorienzählen ist dabei verboten, aber das hat sich sowieso erledigt, wenn man erst Patricks Eiskreationen verfallen ist, die sind für mich seine Königsdisziplin!

Vielen Dank für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Aromen Feuerwerk

© EMF
© EMF

Katharina Küllmer: Aromen Feuerwerk

Gerichte mit Gewürzen, Kräutern & Früchten

Edition Michael Fischer

Preis: 29,99 €

„Bindet Euch die Kochschürze um, seid mutig und experimentiert, das lohnt sich!“

Worum geht’s – oder gibt’s auch Ottolenghi für den Hausgebrauch?

Aromen Küche ist eines der Trendthemen beim Kochen und im Kochbuchbereich. Koriander, Fenchel, Kreuzkümmel die Spitzengastronomie, wie z. B. Tanja Grandits aus der Schweiz sind schon seit einigen Jahren aromatisch höchst komplex unterwegs. Yotam Ottolenghi, der wohl berühmteste Vertreter dieser Stilrichtung, hat kreative Aromen-Kombinationen in seinen Kochbüchern und nicht zuletzt in seiner Kolumne für den Guardian breitenwirksam erfolgreich gemacht und Kritiker und Fans überschlagen sich immer noch mit Lobeshymnen. Allerdings gibt es auch schon getreue Fans, die leise Kritik äußern, wenn man da an sein jüngstes Buch „NOPI“ denkt, dass einigen zu sehr auf die Gegebenheiten einer Restaurantküche abzielt. Ganze Gerichte oder gar Menüs mit orientalischem Touch und vielfältigen Aromen leben allerdings auch von Technik und vielen Zubereitungsschritten, das sehen die Quellen dieser Rezept-Ideen halt vor, denn nur ein paar ein paar Gewürze hineinzugeben, dass allein reicht nicht immer!

Das kann man natürlich auch vereinfachen, aber dazu muss das Konzept ein anderes sein, Katharina Küllmer hat das in Angriff genommen und stellt einzelne Ideen thematisch geschickt zusammen und offeriert eine ganze Palette von Rezepten, die man mal so zwischendurch machen kann und die jedes Picknick, jeden Brunch, jeden Kaffeeklatsch adeln.

Wer ist die Frau hinter dem Buch?

Nach eigenem Bekunden ist Katharina entweder in der Küche oder hinter der Kamera, in ihrem Arbeitszimmer mit vielen Kochbüchern und Bergen an Vintage-Geschirr, denn sie hat ihre Leidenschaft für spannende Aroma-Kombinationen zu ihrem Beruf gemacht. Von Haus aus eigentlich Diplom-Ökonomin und Hotel-Kauffrau, doch seit 2011 selbständig tätig als Food-Kolumnistin. Schon im Studium wurde ihr klar, sie möchte mit ganzem Herzen Gastgeberin sein. Und das obwohl sie mit 20 noch nicht wusste, wie man ein Ei kocht und großer Angst vor kochendem Wasser hatte, wie ihre Familie stets kolportiert.

Nicht wirklich ideale Voraussetzungen, sich als Privatköchin und Supperclub-Betreiberin direkt nach dem Studium selbstständig zu machen. Durch die neu entdeckte Leidenschaft fürs Fotografieren kam folgerichtig ein Blog dazu und dann war der Weg zur Autorin und Food-Kolumnistin nicht mehr weit.

Wie sieht es aus – oder she`s a moody queen!

Als ich das Buch das erste Mal in den Händen gehalten habe, war ich baff! Dunkler schöner Pappeinband mit purpurnen Accessoires dekoriert, das zog mich an. Die Ausstattung mit Fadenheftung und beschichtetem Papier ist sehr wertig und die Fotos sehr stimmungsvoll. War da vorhin nicht die Rede von Bergen an Vintage-Geschirr, genau, die Sachen werden geschickt in Szene gesetzt und stehen offenbar nicht nur im Arbeitszimmer rum. Auf das eine oder andere Dekostück hätte ich zwar verzichtet, die alte Taschenuhr bei der Präsentation von Speisen, kann man machen, muss man aber nicht. Mir gefällt es trotzdem, das ist geschmackvoll gemacht und Vintage passt perfekt zum Stil der Rezepte.

Was ist drin –oder Alltagsküche bunt und spannend, aber nie kompliziert?

Die Autorin präsentiert über 100 spannende und kreative Rezepte, die thematisch stimmig in den Kapiteln

Aromen reiche Begleiter: wir finden Salze, Butter, Marmeladen, Honig, Pesto, Cremes und Saucen und so herrliche Ideen wie Pekannuss-Butter, Feigenbutter, Orangen-Kardamom-Marmelade, Salz mit getrockneten Sauerkirschen und Bacon oder eine Kürbis –Butter und vieles mehr.

Aufregende Durstlöscher: hier gibt es Tees, Milch, Limonaden, Drinks, Smoothies und Lassi. Von einer Pflaumenlimo mit Zimt und Sternanis über einen Prosecco mit Apfel-Ingwer-Sirup und Zitronenmelisse bis zu einem Chocolate-Lassi ist hier noch einiges mehr dabei, was mich sehr anspricht.

Würzige Leckereien: wir finden Ramen, Salate, Gemüse, Crostini, Pancakes, Brioche, Brot, Burger, Waffel und Wraps. Knusprige Auberginen-Sticks mit rauchigem Tahini-Dip, Ofengemüse mit rote-Bete Pesto, oder Crostini mit Ziegenkäse, Bacon-Crumble und Blaubeeren und warum nicht mal eine sommerliche Stulle mit Erdbeeren, hier finde ich so einiges, dass ich gerne probieren möchte.

Eisiges Naschwerk: hier gibt es Acai Bowl (die Cremigkeit entsteht durch gefrorene Früchte), Eis, Granita, Popsicles (Eis am Stil) und Parfait. Hey die Matcha Nicecream mit gefrorenen und gemixten Bananenscheiben, die gefällt mir auch als nicht Veganer, das muss ich probieren und auch das Ziegenkäse-Eis wandert auf meine Nachkoch-Liste. Moment da fehlt noch was, Kürbiseis mit Malzbier-Karamell, das muss auch sein.

Süße Köstlichkeiten: wir finden Pies, Shortbreads, Biskuits, Donuts, Hand Pies, Zitronen-Gugelhupf, Muffins, Apfelkuchen, Macarons und Cookies. Mir gefallen die Rotweinbirnen mit Kardamom und Mascarpone und Lebkuchen, vielleicht eine Idee für die Nachspeise bei unserem Weihnachtsdinner im Familienkreis? Oder ein saftiger Zitronen-Gugelhupf mit Olivenöl und Joghurt im Teig und einem Zitronen-Rosmarin-Sirup on top, das ganze präsentiert mit Zucker-Glasur und garniert mit getrockneten Rosenblüten und natürlich der buttrige Apfelkuchen mit Scotch-Karamell und Rosmarin. Mir gefällt das, absoluter Hingucker natürlich hier die pinken Äpfel im Teig.

Ein bisschen Inspiration: eine Übersicht, welche ihrer Ideen die Autorin für das Sonntagsfrühstück, ein Picknick oder auch ein Candle-Light-Dinner geeignet hält rundet das ganze ab.

Und wie sind die Rezepte?

Katharina selbst, beschreibt ihren Küchenstil als gehobene Gastronomie heruntergebrochen auf einfache Rezepte, die jeder zu Hause relativ einfach nachkochen kann. Das trifft es sehr gut, die Portionsgrößen sind normale Haushaltsmengen und es wird an Zutaten nichts verwendet, was nur über Spezialanbieter zu beziehen ist.

Was ist besonders?

Ein Vergleich der keiner ist – oder sicherlich ein Buch, das Mädels sehr stark anspricht!

Natürlich will Frau Küllmer nicht in Konkurrenz mit Hr. Ottolenghi treten, das sind wirklich zwei verschiedene Paar Schuh. Sie spielt eine andere Klaviatur ab, dass aber sehr sicher und vor allem sehr gekonnt.

Die Rezepte sind nicht nur auf Optik und Wirkung getrimmt, da ist die Autorin eine Meisterin ihres Fachs, das ist vom Start weg klar, sondern auch geschmacklich gab es für mich keine Patzer oder war etwas lasch.

Dafür finden aufwendige Techniken und Arbeitsschritte oder komplexe Kreationen eigentlich nicht statt im schönen Buch. Die Autorin spricht allenfalls von würzigen Leckereien und das ist es auch, wenn man von einigen wenigen Ausnahmen absieht. Ich konnte bei meinen Test, nichts finden, wo ich hätte meckern können und ihr könnt mir glauben, ich war kritisch, denn eigentlich liebe ich Komplexität, irgendwie muss man ja rechtfertigen, dass man mal wieder am Wochenende Stunden in der Küche verbracht hat, und den Schatz allein im Garten hat schuften lassen.

Die große Stärke der Autorin sind genau die kleinen Sachen, die aktuell überall auf den Blogs, überwiegend von weiblichen Bloggerinnen gepostet werden. Katharina Küllmer weiß sehr genau, was wir wollen und versteht auch die Inszenierung perfekt.

Fazit: Für mich ein ausgesprochen schönes Kochbuch, dass die Lücke zwischen professioneller Aromaküche und uns Normalos perfekt schließt, für das man sicherlich nicht seinen Ottolenghi aus dem Bücherregal verbannt, das aber gerne neben ihm stehen darf, ohne das gleich Streit und Zickereien zu befürchten wären. Inszenierung auch mit knappem Zeitbudget für einen Brunch oder ein Picknick, das geht auch – vielen Dank dafür!

Vielen Dank für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.