Leah Koenig: Schalom

Leah Koenig: Schalom

Fotos: Linda Pugliese

Hölker Verlag

Preis: 16,95 €

Die kleinen Stars auf dem Tisch sind weitgereist und machen viele glücklich

 Kleine Verführer, passen besser  in unser Leben als steife  und mächtige Speisefolgen!

 Das große Menü hat ausgedient, zumindest für die heimischen Küchen. Zu komplex, zu mächtig und vor allem zu steif sind diese Speisefolgen, wenn es darum geht, Familie, Freunde, Verwandte und Partygäste zu beglücken. Wie viel netter ist es da, sich mit lieben Menschen um eine bunte Tafel mit lauter verschiedenen leckeren Kleinigkeiten zu scharen, hier und dort zu probieren, miteinander darüber ins Gespräch zu kommen und sich ganz nach Lust und Laune zu bedienen.

Die „Forspeis“ wird Multikulti – super darauf haben wir gewartet!

Das jiddische Wort für Vorspeise heißt „Forspeis“ und diese ist für Leah Koenig der „geheime Höhepunkt eines Menüs“ –das merkt man ihren Rezepten definitiv an! Sie weiß was wir uns wünschen und bespielt diese Bühne mit vielen kleinen Happen von Orangen-Oliven-Salat über Ricotta-Feigen-Strudel bis Pilz-Piroggen ist alles nicht nur jüdisch, sondern vor allem formidable einfach, alltagstauglich und ziemlich lecker. Leah’s Fokus ist dabei nicht nur auf die aschkenasischen (mittel-, nord- und osteuropäische Juden) Traditionen ihrer New Yorker Familie beschränkt und damit wird der Tisch unter ihrer Führung mit kleinen Häppchen, Dips und Cremes noch köstlicher und bunter gedeckt: Neben „gefillte Fisch“ (Bei ihr übrigens in einer geländegängigeren Version aus der Pfanne, als die gewöhnungsbedürftige klassischen Vorlage.), Knishes (Die klassische Version wird hier mit ein paar Zutaten, die für noch mehr Pep und Cremigkeit bei der Füllung sorgen, super „gepimpt“.) oder eingelegten Steckrüben (Für die sie ein unkompliziertes und einfaches Rezept parat hat) bringt sie zusammen, was zusammen gehört – Schalom, der Frieden beginnt zuerst in der Küche! Muhammara (ein köstlicher Walnuss-Dip und Highlight der nahöstlichen Mezze-Tafel), grünes Matbucha ( ein sehr beliebtes nordafrikanische Gemüse-Relish) reihen sich zusammen mit Pita-Chips mit Zatar und Knoblauch, einem Auberginen-Carpaccio (Das im Moment in Israel in den  gehobenen Restaurants der letzte Schrei ist) und würzigen Roggen Cracker (Als Hommage an die New Yorker Bagel Tradition) am Buffet lecker und abwechslungsreich für die Gästeschar auf.

Wer ist die Autorin?

Bild: Zivar Amrami

 Leah Koenig, Schriftstellerin, Journalistin (die u.a. für die New York, Times, das Wall Street Journal und Saveur schreibt.), Expertin und neue Autorität für die moderne jüdische Küche in Amerika ist in einem jüdischen Haushalt aufgewachsen und hat schon immer zu den verschiedensten Gelegenheiten und Feiertagen die traditionellen jüdischen Speisen sehr genossen. Doch obwohl sie den Geschmack der Gerichte liebte, brachte ihr niemand bei, wie sie zubereitet werden, denn ihre „Bobbe“ (jiddisch für Großmutter) war schon lange vor ihrer Geburt verstorben. Koenig hat bereits in ihrem ersten Buch Händchen bewiesen, traditionell jüdischen Rezepten einen modernen und alltagstauglichen Anstrich zu geben und aus den althergebrachten heute unzeitgemäßen und zudem geschmacklich langweiligen Zubereitungstechniken zu erlösen. Cremige Dips und Füllungen sind ihre kulinarische „Koenigs“-Disziplin.

Die richtigen „Anheizer“ auf dem Tisch  machen den Hauptact überflüssig

Egal ob für die Cocktailparty, eine Vorspeisentafel oder spontanen Besuch, die Autorin hat für jeden Anlass, die richtige „Vorgruppe“ im Programm. Dieses Vorspeisenbüchlein punktet mit einer kleinen und sehr feinen Auswahl an Vorspeisen, wie wir uns das im Moment alle wünschen, wenn wir an jüdische Küche denken. Ich habe kein einziges Rezept bei den 26 vorgeschlagenen Ideen gefunden, dass ich nicht probieren möchte. Mit dieser schönen Zusammenstellung hat sie quasi ihre „Masterarbeit“ als äußerst talentierte Kochbuch-Autorin abgeliefert, nachdem es in ihrem ersten Buch noch klassischer zuging. Leah Koenig hat sich dafür auf der ganzen Welt umgesehen, bringt aus Budapest einen köstlichen Brotaufstrich mit Ei und karamellisierten Zwiebeln mit, und legt zum Glück Wert darauf, das, dass ein Hummus nicht mit Zutaten wie Pizza-Gewürz verhunzt wird und das kann schnell passieren im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“. Ihr Rezept für Süßkartoffel-Hummus wurde als tolle Variante weiterentwickelt, verzichtet jedoch nicht auf die unverzichtbaren Bausteine Kichererbsen, Tahini und Knoblauch, die unangetastet bleiben. Das ist Leah wichtig, besser machen geht immer, verhunzen und herauslösen aus dem kulinarischen Kontext sind überhaupt nicht ihr Ding.

Leah Koenig beweist außerdem Gespür, wenn es darum geht, einen All-Time Klassiker von gut auf super gut zu „tunen“, dem Zaziki verhilft sie mit einem Klecks saure Sahne oder Schmand und ein wenig Zitronenabrieb zu neuen Ehren. Dabei geht es nicht nur um mehr Raffinesse, die Köchin denkt weiter, optimiert Zubereitungsschritte und tritt nicht nur mit ihrem Zaziki den Beweis an, dass sie eine Schwäche für cremige Speisen hat. Ich auch danke Leah!

Fazit: Jüdische Küche, bunt und lecker und vor allem alltagstauglich!

Leah Koenig präsentiert eine kleine, aber äußerst feine Auswahl an richtig gutem jüdischen Party-„Anheizern“, die wir in meinen Augen im Moment nirgendwo anders leckerer, bunter und vor allem moderner bekommen können. Das ist beim „gefillten Fish“ wie auch anderen klassischen aschkenasischen Speisen durchaus eine Herausforderung, denn eigentlich stellen wir uns die nämlich nicht vor, wenn wir an leckere jüdische Küche denken, da wollen wir gefühlt mehr Ottolenghi auf der Tafel sehen. Dieser Autorin ist jedoch der Spagat gelungen, ebenfalls die osteuropäischen Traditionen neu und ausgesprochen lecker für den heimischen Küchentisch und ebenso das Party-Buffet zu beleben. Die gelernte Journalistin beweist eine großartige Begabung, wenn es darum geht, mit ein paar Anpassungen für mehr Cremigkeit und mehr Geschmack zu sorgen und hat dabei vor allem ein Herz für uns Gastgeber, ihre Rezepte machen jede Menge her und sind vor allem alltagstauglich! Der Besuch kann kommen, ohne dass wir uns dafür stundenlang vorher in der Küche verbarrikadieren müssen. Bei Leah gibt es jüdische Küche zum Genießen, die so wunderbar zu unserem Leben und in unsere Zeit passt, sie hat mit diesem Buch eindrucksvoll gezeigt,wo ihre Stärken liegen und hat da weitergemacht, wo sie mit ihrem letzten Buch aufgehört und sogar noch gehörig einen draufgesetzt, mir gefällt das sehr gut! Das Buch hat sich zudem richtig hübsch herausgeputzt und punktet beim Einband mit einer Folienprägung in Gold, hochwertigem Papier und Fadenheftung. Die gehobene Ausstattung und vor allem die sehr gelungene Zusammenstellung machen für mich den gehoberen Preis wett, hier wird auf allen Ebenen auf Qualität gesetzt.

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionexemplar!

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Chana Masala

© Lisa Linder/Knesebeck Verlag
© Lisa Linder/Knesebeck Verlag

Quelle: Amandip Uppal: Einfach indisch

Fotos: Lisa Linder

Knesebeck Verlag

Preis: 24,95 €

Dieses üppige nordindische Kichererbsen-Gericht wird traditionell mit Puri, ballonartig aufgeblähten frittiertem Fladenbrot, serviert. Jedes andere Weißbrot oder die Kartoffel-Erbsen-Küchlein aus dem Buch (Seite 156) können ebenso gut als Begleiter serviert werden. Dieser Klassiker hat uns phantastisch geschmeckt, sehr angenehm, dass die verwendete Würz-Mischung, auch selbst hergestellt werden kann (ich vermeide es gemahlene Gewürze zu kaufen, weil diese nicht so lange haltbar sind). Wir haben es mit normalem Baguette nach Feierabend genossen, die empfohlene Beilage werde ich aber in jedem Fall noch mal probieren, gerne auch zu einem Essen mit Freunden!

Zutaten (für 4 Portionen):

3 EL Öl

1 große Zwiebel, grob gehackt

1 Stück frischer Ingwer (5 cm), geschält und grob gehackt

3 Knoblauchzehen, grob gehackt

1½ frische grüne Chilischoten,

grob gehackt

760 g Kichererbsen (vorgegart)

2 EL passierte Tomaten

2 EL fein gehacktes frisches

Koriandergrün, plus ein paar Blätter

zum Garnieren

1 TL Salz

4 TL Crème fraîche

Gewürze:

2 TL Bockshornkleeblätter (getrocknet)

1 TL Panch Phoron
(bengalische Fünf-Gewürze-Mischung, Rezept auf Seite 13 )

1 Lorbeerblatt

1 Stück Kassiarinde oder eine Zimtstange (2,5 cm)

2 TL gemahlene Kurkuma

2 TL Garam Masala (bei uns selbstgemacht, nach dem Rezept auf Seite 242)

2 TL gemahlener Kreuzkümmel

Zum Servieren (nach Belieben):

1 TL flüssiges Ghee

¼ TL Chat Masala

Zubereitung:

In einer Pfanne 1 EL Öl erhitzen und darin die Zwiebel, den Ingwer, den Knoblauch und die Chilischoten 6–7 Minuten weich und goldbraun schwitzen. Die Mischung mit einem Schaumlöffel in den Mixer umfüllen, 2 EL von den Kichererbsen, die passierten Tomaten, die Bockshornkleeblätter und 180–190 ml Wasser dazugeben und alles zu einer glatten Masse verarbeiten.

In derselben Pfanne bei mittlerer Temperatur das restliche Öl erhitzen. Das Panch Phoron, das Lorbeerblatt und die Kassiarinde darin 30–40 Sekunden anbraten.

Die Gemüsemasse dazugeben und 1 Minute mitbraten. Die Kurkuma, das Garam Masala, den Kreuzkümmel, 1 EL von dem Koriandergrün und das Salz hinzufügen und alles 1 weitere Minute braten.

Die restlichen Kichererbsen und 60–70 ml Wasser einrühren und alles bei geschlossenem Deckel 5–6 Minuten köcheln lassen. Die Crème fraîche und den restlichen Koriander unterheben und die Mischung nochmals etwa 5 Minuten erhitzen, bis das Gericht schön dick und sämig ist.

Das Gericht nach Belieben mit flüssigem Ghee beträufeln und mit Chat Masala bestreuen. Mit dem restlichen Koriandergrün garnieren und servieren.

Tipp: Die Mischung aus gegarten Kichererbsen, karamellisierten Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer sorgt für eine dicke, sämige Basis. Diese Grundmasse können Sie bereits am Vortag vorbereiten.

 Vorbereitungszeit: 30 Minuten

Garzeit: 15 Minuten

Garnelen mit Knoblauch, Ingwer und Chili

© Lisa Linder/Knesebeck Verlag© Lisa Linder/Knesebeck Verlag
© Lisa Linder/Knesebeck Verlag

Quelle: Amandip Uppal: Einfach indisch

Fotos: Lisa Linder

Knesebeck Verlag

Preis: 24,95 €

Dieses pfiffe leichte Gericht ist perfekt für ein entspanntes Essen mit Freunden. Leckeres, knuspriges Brot dazu zum Auftunken der Würzbutter und das war’s auch schon. So funktioniert auch nach Feierabend indischer Genuss! Uns hat das sehr gut gefallen. Beim Ghee habe ich 1 EL pro Riesengarnele kalkuliert. Die Knoblauch-Menge mag sehr hoch sein für manche, doch wir lieben das und es ist auch authentisch nach meiner Erfahrung.

Zutaten (für 4 Portionen):

200 g Ghee

12 rohe Riesengarnelen, bis auf den Schwanz geschält

½ EL Öl

8 frische Curryblätter

4 Knoblauchzehen, zerdrückt

1 Stück frischer Ingwer (5 cm), geschält und in dünne Stifte geschnitten

1 große rote Chilischote, in feine Ringe geschnitten

Salz

Gewürze:

1 TL schwarze Senfsamen

Zum Servieren:

2 EL fein gehacktes frisches Koriandergrün

3 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten

Zubereitung:

Den Backofen auf 200 °C vorheizen.

In einem mittelgroßen Topf das Ghee bei hoher Temperatur schmelzen. Vier Auflaufförmchen auf einem Backblech platzieren.

Das heiße, flüssige Ghee gleichmäßig auf die Auflaufförmchen verteilen und je drei Garnelen hineingeben.

Die Formen in den Ofen schieben und die Garnelen 5 Minuten im heißen Ghee braten.

In der Zwischenzeit in einer kleinen Pfanne das Öl bei mittlerer Temperatur erhitzen. Die Senfsamen und die Curryblätter hineingeben und kurz anrösten. Dann den Knoblauch, den Ingwer und die Chiliringe hinzufügen und alles Weitere 20–30 Sekunden braten.

Die heiße Würzmischung auf die Garnelenportionen verteilen, jede Portion salzen und vorsichtig umrühren. 7. Mit Koriandergrün und Frühlingszwiebelringen bestreuen und heiß servieren.

Vorbereitungszeit: 15 Minuten

Garzeit: 5 Minuten

Nigels bestes Sandwich aller Zeiten

© Jonathan Lovekin
© Jonathan Lovekin

Quelle: Nigel Slater: Küchentagebuch

Fotos: Jonathan Lovekin

DuMont Buchverlag

Preis: 39,99 €

Nigels Freundin Caroline hat ihm per Post im Polsterumschlag einen ordentlichen Schlag, Bärlauch-Blätter geschickt. Für ihn Grund genug, daraus eine leckere Bärlauch-Butter zu fabrizieren. Mein Bärlauch ist selbstgesammelt, denn der Frankfurter Stadtwald ist im Frühjahr eine unerschöpfliche Quelle für Bärlauch-Freunde. Der Mountain-Biker meines Herzens darf zu diesen Zeiten nie ohne Beute aus dem Stadtwald zurückkommen und er tut es Gottseidank auch nicht! Bärlauch-Püree und Bärlauch-Butter sind ein fester Bestandteil unserer Hamster-Orgien. Es vergeht kein Jahr ohne sie für einen späteren fulminanten Auftritt in Position zu bringen. Heute mal mit einer Idee von Nigel Slater, die uns sehr, sehr gut gefallen hat.

Zutaten:

Bärlauch-Butter

Baguette

Lammsteaks ohne Knochen

1 Klacks Mayonnaise

Taleggio

Zubereitung:

Ein Baguette in 4 Teile teilen und jedes aufschneiden. Anschließend 2 Lammsteaks, ohne Knochen, braten bis sie braun und leicht angekohlt sind. Jetzt in dicke Streifen schneiden. Ein wenig in der Pfanne zerlassene Bärlauch-Butter über die Baguette-Stücke träufeln, dann das Baguette im Backofen grillen, bis es an den Rändern knusprig ist. Einen großzügigen Klacks Mayonnaise und ein paar Taleggio-Scheiben darauf, on top die heißen Lammsteaks und zum Schluss noch etwas Bärlauch-Butter.

Jetzt die Baguette-Stücke zuklappen und genießen. Geschmolzene Bärlauch-Butter, Mayonnaise und Fleischsaft haben sich wirklich lieb und verhelfen uns zum besten Sandwich, das wir von Nigel gelernt haben, wenn nicht sogar zum Besten was wir je gegessen haben! Dann allerdings mit selbstgemachter Mayonnaise, weil wir es uns wert sind.

 

Fruchtiges Lachs-Curry

© Jonathan Lovekin
© Jonathan Lovekin

Quelle: Nigel Slater: Küchentagebuch

Fotos: Jonathan Lovekin

DuMont Buchverlag

Preis: 39,99 €

Achtung Hr. Slater mag es „hot“ und wir auch, 2 kleine Chilis könnten für manch einen zu viel sein! Ich empfehle hier eine Chili zu verwenden. Allerdings lasst es Euch gesagt sein, dass die Kerne hier für Schärfe sorgen, deshalb immer Schoten entkernen, am besten mit Gummihandschuhen und bloß nicht in die Augen fassen, bevor man die Hände gewaschen hat! Gewürze würde ich auch ungemahlen kaufen und in einer elektr. Kaffeemühle mahlen, sehr praktisch und die Gewürze sind nicht nur immer sehr frisch, sondern auch nahezu unbegrenzt haltbar. Mörsern geht auch, man braucht aber Zeit und viele Muckies! Statt Tamarindenpaste lässt sich ersatzweise auch Zitronensaft verwenden, hier würde ich aber davon ausgehen, dass es dann ein wenig mehr Zitronensaft sein sollte. Die Tamarindenpaste löst man eigentlich immer in ein paar Löffel Wasser auf. Schöne Kombi, die uns gut geschmeckt hat, und auch noch schnell auf dem Tisch stand.

 Zutaten (für 4 Personen):

 500 g. Lachsfilet, gehäutet

1 große Zwiebel

2 EL Erdnussöl

2 kleine scharfe Chilischoten, fein gehackt

½ TL Senfkörner

½ TL Kurkuma, gemahlen

1 TL Cumin (Kreuzkümmel), gemahlen

1 TL Koriander, gemahlen

6 ziemlich große Tomaten

1 EL Tamarindenpaste (gibt es im asiatischen Laden)

200 ml Kokosmilch

Den Lachs in etwa 20 dicke Würfel schneiden. Die Zwiebel schälen und fein hacken, dann mit dem Öl in einer tiefen beschichteten Pfanne weich dünsten. Sobald sie anfängt Farbe zu nehmen, Chilis, Senfkörner, Kurkuma, Cumin und Koriander dazugeben und etwa eine Minute rühren, bis die Gewürze erwärmt sind und duften.

Die Tomaten klein schneiden, in die Pfanne geben und 1 – 2 Minuten weich werden lassen. Die Tamarindenpaste unterrühren.

Aufkochen dann den Herd herunterschalten und 10 Minuten köcheln lassen. Die Lachswürfel hinein geben und mit etwas Salz und schwarzem Pfeffer würzen.

10 – 15 Minuten köcheln lassen, bis der Lachs hellrosa geworden ist. Die Kokosmilch hineingießen und weitere 4 – Minuten köcheln lassen.

 

Brötchen mit zerzupftem Schweinefleisch und Karotten-Ingwer-Mayonnaise

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© Jonathan Lovekin

Quelle: Nigel Slater: Küchentagebuch

Fotos: Jonathan Lovekin

DuMont Buchverlag

Preis: 39,99 €

So einfach und dabei super lecker, bei Mayonnaise verwende ich gerne selbstgemachte, falls das nicht geht, tut es für mich auch die leichtere Salatcreme. Bei Mayonnaise habe ich im Supermarkt nie die Qualität gefunden, die mir schmeckt. Mit Thai-Ingwer, meint Nigel Slater Galgant, für mich am liebsten mit Ingwer. Ingwer, Limette und Koriander sind eine geniale Kombi, deshalb würde ich persönlich nicht auf die Korianderblättchen verzichten. Tolle Kombi, gerne wieder!

Zutaten (für 4 Personen):

 180 g. Schweinebratenreste

180 g. Karotten

1 großes Stück (gerieben 4 Teelöffel) Thai-Ingwer oder Ingwer

150 g. Mayonnaise

Saft von einer 1/2 Limette

Bratenreste (gerne auch Haut oder Fett verwenden)

4 körnige Brötchen

Nach Wunsch Korianderblätter

Das Schweinfleisch mit 2 Gabeln fein zerzupfen und in eine Schüssel geben. Die Karotten bindfadendick dazu reiben (die grobe Reibe einer Küchenmaschine oder einer Standreibe passt gut). Ingwer sehr fein reiben, fast breiig und dazugeben. Die Mayonnaise vorsichtig mit einer Gabel unterziehen (sie hindert die geriebenen Karotten am Verklumpen). Großzügig mit schwarzem Pfeffer und dem Limettensaft würzen.

Bratenreste (gerne auch Haut oder Fett verwenden) auf ein mit Alufolie belegtes Blech geben und etwa 5 Minuten unter dem heißen Backofengrill schieben, bis die Haut knusprig geworden ist. Umdrehen und die andere Seite grillen, dann herausnehmen und auf Küchenkrepp abkühlen lassen. Mit einem Messer in feine Streifen schneiden.

Die Brötchen aufschneiden, wenn gewünscht je eine kleine Handvoll Korianderblätter auf die Unterseite legen und die Karotten-Mayonnaise darüber löffeln. Ein paar Knusperstreifen darauflegen, sofort zuklappen und essen.

 

Küchentagebuch

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Nigel Slater: Küchentagebuch

Fotos: Jonathan Lovekin

DuMont Buchverlag

Preis: 39,99 €

„250 mal ehrliche, einfache Sachen – oder Ehrfurcht nein danke!“

Worum geht’s?

Kochbücher über Kochbücher, eine Neuerscheinung jagt die nächste Vegan, Paleo, Soul-Food, arabisch, italienisch oder doch lieber koreanisch kochen, die Themen sind vielseitig und ständig gibt es einen neuen Hype: Gestern war es noch vegan, heute Aromaküche oder doch lieber fermentieren und einmachen. Trends gibt es viele, alle haben ihre Berechtigung, aber seien wir mal ehrlich, manchmal will man einfach nur mal was Schnelles zaubern… Nach einem anstrengenden Tag im Büro, steht mir der Sinn nach was unkomplizierten, dass schnell auf dem Tisch steht und Seele und Gaumen erfreut.

Nigel Slater ist so ein Koch, der das kann, sein Credo ist „Einfach nur kochen“, genau so einfach ist das, kein Schick-Schnack oder viel „Getüdel“ und bloß keine inszenierten Fotos oder Sterneküche, dass brauche ich für das alltägliche Kochvergnügen nicht. Für ehrfürchtiges Staunen habe ich um 19:30 Uhr schlichtweg keine Zeit und für meine Motivation zum Kochen nach Feierabend, brauche ich andere Impulse. Nigel versteht mich und kann mich wunderbar inspirieren, den Herd auch um 19:30 Uhr noch anzuschmeißen!

Pleased to meet you!

Das Buch ist vor einigen Wochen an einem Samstag bei mir eingezogen und wurde sehnlichst erwartet: Der Paketbote war etwas irritiert, als ich im freudestrahlend das Paket fast aus den Händen reißen wollte, hat es aber mit Gelassenheit hingenommen und mich noch schnell darauf hingewiesen, dass ich ihm den Empfang bitte noch quittieren muss. Schnell zurück in die Wohnung und das „Slatersche Küchentagebuch“ erst mal aus seinem Verpackungs-Verließ befreien: Knackige appetitliche Äpfel auf Rücken und Cover und ein geschmackvoller grüner sehr hochwertiger Leineneinband mit Schiebebanderole auf der mich ein entspannter Nigel Slater begrüßt: „Pleased to meet you!“.

My pleasure, Mr. Slater!

Ein sehr großes Vergnügen war es sogar, ein Nachmittag auf der Couch eine wahre Post-it Invasion und 4 Stunden später, schaue ich auf die Uhr und merke erst wie viel Spaß es mir mit Herrn Slater gemacht hat, Anekdoten, Tipps und herrlich unkomplizierte Rezepte haben mich köstlich unterhalten und mir viele neue Ideen und Inspirationen beschert. Das Vergnügen ist aufgrund der wertigen Ausstattung mit hochwertigem Papier, Fadenheftung und Lesebändchen sogar noch steigerungsfähig.

 Was ist drin – oder Rezepte für jede Gelegenheit?

 Wie mit dem Titel bereits angedeutet, liefert der Autor in seinem 532 Seiten starken Küchentagebuch, 250 Rezepte authentische, schlichte Rezepte für jeden Tag und jede Gelegenheit: Wochenend-Rezepte, Sonntagskuchen, Ideen für Tage, wo im Kühlschrank gerade mal Ebbe herrscht, oder das angebrochene Päckchen Nudeln endlich mal aufgebraucht werden soll und die Kartoffel-Reste von gestern „gepimpt“ noch mal zu Ehren kommen sollen. Warum nicht einfach, wie von Neigel vorgeschlagen, ein Petersilien-Risotto mit Parmesanchips oder eine Suppe aus Speck und Sellerie oder vielleicht doch lieber einen Eintopf aus Auberginen und Bohnen servieren. Mandeltörtchen mit Marzipan und Beeren und die Zitronen-Tarte sehen auch sehr lecker aus und alles wirklich simpel, schnell und unkompliziert in der Zubereitung.

Glücklich und satt – ohne Stress das geht auch!

Von Januar bis Dezember ein ganzes Jahr lang an Nigel Slaters Küchentisch Platz nehmen, um sich von seinen simplen und doch köstlichen Ideen für eine saisonale, bodenständige Küche überzeugen zu lassen, die ein wohliges Lächeln auf unsere Gesichter zaubern. Die Zutatenlisten sind in Slaters Küchentagebuch alle immer sehr kurz und übersichtig gehalten, glücklich und satt – ohne Stress das geht auch, jedenfalls wenn man sich Nigel anvertraut.

Sympathischer Typ, dem ich mich gerne anvertraue!

Gerne folge ich ihm auf seine Exkursen zu Einkaufsgewohnheiten, Kräutern und Tarte-Formen und der Suche nach einem ultimativen Küchentisch, denn dieses Kochbuch ist so wunderbar kurzweilig und Nigel Slaters Art des Schreibens ist ebenso simpel wie interessant und bereichernd, wie seine Rezepte, inspirierend. Außerdem sind diese mit 180 wunderbar authentischen Fotografien von Jonathan Lovekin illustriert, einfach schöne Fotos, aber Gottseidank nicht überstylt, ebenso wie wir zu Hause auch kochen möchten. Dass es nicht zu jedem Rezept ein Foto gibt, kann ich verschmerzen, ich stehe sowieso eher auf die inneren Werte eines Kochbuchs.

Wer ist der Autor?

© Jonathan Lovekin
© Jonathan Lovekin

Nigel Slater, geboren 1958 in Wolverhampton, zählt zu den besten Food-Journalisten der Welt. Er ist Autor vieler erfolgreicher Bücher und genießt in England nicht nur unter Spitzenköchen Kultstatus. Seit 20 Jahren schreibt er für den Observer eine Kolumne zum Thema Essen und drehte diverse Kochsendungen für die BBC. Seine Kochbücher schaffen es regelmäßig sowohl Profis wie auch Laien gleichermaßen zu begeistern.

Gibt es heute noch was zu essen oder vom Sofa in die Küche!

Huch, meinen Mann habe ich ja ganz vergessen und stattdessen „fremd-geflirtet“….. Jetzt aber ab in die Küche, ein Blick in den Kühlschrank und ein Blick in Nigels Tagebuch und schon kann es losgehen: Heute mal schnell ein Brötchen mit zerzupftem Schweinefleisch und Karotten-Ingwer-Mayonnaise zaubern, denn nicht nur der Gatte hat Hunger und Reste vom Schweinebraten von gestern haben wir auch noch. Frischen Koriander und Ingwer haben wir sowieso immer im Haus deshalb morgen vielleicht ein leckeres mildes fruchtiges Lachscurry genießen. Auch die Bärlauch-Butter im Tiefkühler ist dankbar für ebenbürtige Partner, wie Lamm-Steaks und Taleggio.

Fazit: Einfache kreative Küche = Nigel Slater und sein Küchentagebuch ist eines seiner besten Kochbücher, aber in jedem Fall das unterhaltsamste. Wie schön dass es jetzt auch endlich bei mir eingezogen ist! Wer nach unkomplizierten kreativen Rezepten sucht, die von einem sehr sympathischen und unterhaltsamen Protagonisten präsentiert werden und nicht zu jedem Rezept ein Foto braucht, ist mit dem Küchentagebuch sehr gut beraten!

Herzlichen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.