Graupen-Risotto mit Trüffelöl

© Gräfe und Unzer Verlag/ Fotografin: Mona Binner

Quelle: Susanne Bodensteiner, Sabine Schlimm: One Pot Soulfood

Fotos: Mona Binner

Gräfe und Unzer Verlag

Preis: 19,99 €

Was serviert man, wenn der Mann mittags im Büro anruft und einen Kollegen zum Abendessen ankündigt und wirklich kaum was im Haus ist, was zur kulinarischen Wunderwaffe taugt? Mir fiel zum Glück noch das Weihnachtsgeschenk (3 Fläschchen Trüffelöl) vom Schwager ein. Und hatte ich da neulich nicht auch ein tolles Rezept in einem Kochbuch gesehen, dass genau nach diesem Öl verlangt. Die Feierabend-Köchin fand alles andere im Supermarkt auf dem Heimweg vom Büro. Schön, wenn man ein so unkompliziertes Rezept mit Wow-Potenzial in petto hat, der Kollege, war einfach nur glücklich satt und wollte sogar das Rezept für seine Frau. Geklaut ist das neue ich kann, man muss nur wissen, wo man sich bedienen kann! Das Rezept habe ich natürlich verdoppelt, soll ja keiner hungrig nach Hause gehen. Ach bevor ich es vergesse, Gemüsebrühe funktioniert hier nur in sehr guter Qualität entweder aus dem Vorrat, wie bei mir, oder nur in einen Fonds investieren.

Man muss die Feste feiern, wie man sie braucht! Ein mieseliger Montag ist ein mindestens so guter Grund, sich ein bisschen Luxus zu gönnen, wie Geburtstag oder Weihnachten. Vor allem, wenn der so einfach zu haben ist wie ein paar Tröpfchen Trüffelöl.

Zutaten (für 2 Personen):

1 kleine Zwiebel

300 g Sellerie

100 g Austernpilze

1 EL Öl

Salz

1 EL Butter

150 g Graupen

700 ml Gemüsebrühe

100 g Sahne

4 Stängel Petersilie

Pfeffer

Trüffelöl zum Beträufeln

 Zubereitung:

Die Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden. Den Sellerie putzen, schälen und auf der Rohkostreibe grob raspeln. Die Austernpilze putzen, bei Bedarf mit einem Tuch abreiben und in mundgerechte Stücke reißen.

Das Öl in einem Topf erhitzen, die Pilze hineingeben, salzen und unter Rühren bei großer Hitze in ca. 4 Min. goldbraun braten. Herausnehmen und die Hitze herunterschalten. Die Butter im Topf zerlassen. Die Zwiebelwürfel darin bei mittlerer Hitze ca. 4 Min. anschwitzen. Sellerieraspel und Graupen zufügen, Gemüsebrühe und Sahne angießen und alles zum Kochen bringen.

Die Mischung bei kleiner Hitze off en ca. 25 Min. köcheln lassen, bis die Graupen die Flüssigkeit fast vollständig aufgenommen haben. Dabei häufig umrühren.

In der Zwischenzeit die Petersilie waschen, trocken schütteln, die Blätter abzupfen und fein hacken. Den Graupenrisotto mit Salz und Pfeff er abschmecken. Austernpilze und Petersilie unterheben und kurz heiß werden lassen. Den Risotto auf Teller verteilen und mit Trüffelöl beträufeln.

Zubereitungszeit: 45 Min.

Pro Person: ca. 555 kcal, 12 g E, 29 g F, 59 g KH

Tipp: Trüffelöl ist der Innbegriff von Luxus. Leider wird die Geschmacksfülle von Trüffelöl oft durch künstliche Aromastoffe erreicht. Im Bioladen oder im italienischen Spezialitätengeschäft bekommt man aber häufig Öl, das mit echten Trüffeln aromatisiert wurde. Und natürlich spricht nichts dagegen, den Risotto mit hauchdünn gehobeltem echtem Trüffel zu krönen!

 

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Chili con Carne

© Wolfgang Schardt, Hamburg

Dieser Klassiker erscheint mit neuem Twist und wird mit einem fruchtig-säuerlichem Mango-Schmand serviert. Auch die Augenbohnen machen sich gut und bringen eine leicht süßliche Note mit, ergänzt durch Koriander & Co. ist das einfach yummy und absolut Freitag-Abend tauglich! Wir lieben es gerne scharf, wer das nicht so mag, nimmt am besten nur TL Chilipulver und entkernt die Chili zum Garnieren selbstverständlich. Die kleinen sehr scharfen vom Thai oder Inder sind für meinen Geschmack dafür ungeeignet.

Quelle: Inga Pfannebecker: Linsen, Kichererbsen & Co.

Fotos: Wolfgang Schardt

GU-Küchenratgeber

Preis: 8,99 €

Zutaten (für 4 Portionen):

1 Zwiebel

2 Knoblauchzehen

1 EL Olivenöl

300 g Rinderhackfleisch

Salz, Pfeffer

1 TL brauner Zucker

½ TL Zimt

1 – 2 TL Chilipulver

1 TL Kreuzkümmel

1 EL Tomatenmark

2 Dosen stückige Tomaten (à 400 g)

2 Lorbeerblätter

je 1 Dose Kidney- und Augenbohnen

(à 265 g Abtropfgewicht; ersatzweise nur Kidneybohnen)

½ reife Mango

100 g Schmand

Koriandergrün

1 rote Chilischote, in Ringen zum Garnieren

Zubereitung:

Die Zwiebel und den Knoblauch schälen und würfeln. Das Öl in einem Topf erhitzen. Die Zwiebel darin andünsten. Das Hackfleisch darin unter Wenden krümelig anbraten. Den Knoblauch unterrühren, kurz mitbraten. Mit Salz, Pfeffer, Zucker, Zimt, Chili und Kreuzkümmel würzen. Das Tomatenmark einrühren, kurz anrösten. Mit den stückigen Tomaten ablöschen. Lorbeerblätter zugeben, aufkochen und ca. 10 Min. köcheln lassen.

Die Bohnen in ein Sieb abgießen, kalt abspülen und gut abtropfen lassen. Unter die Sauce rühren und weitere ca. 5 Min. köcheln lassen.

Mango schälen, das Fruchtfleisch vom Stein schneiden, grob würfeln und mit dem Schmand pürieren. Den Dip mit Salz und Pfeffer würzen. Das Chili abschmecken und mit jeweils einem Klecks Dip anrichten. Mit Koriander und Chili garnieren, übrigen Dip extra dazu servieren.

Zubereitungszeit: 30 Min.

Pro Portion ca. 455 kcal, 30 g E, 20 g F, 37 g KH

Chili Grill-Fisch nach Donna Hay

© William Meppem, AT Verlag

Quelle: Donna Hay: Von einfach zu brillant

Fotos: William Meppen

At Verlag

Preis: 39,90 €

Die Chili-Marmelade, süß-sauer und mit einer scharfen Note, ist der Hit! Damit werde ich sicher noch viel experimentieren. Das Rezept zeigt Händchen in der Zusammenstellung. Einiges habe ich nach meinem Geschmack abgeändert und die Zubereitung nach meiner Einschätzung angepasst.

 Chili-Marmelade (Basic Rezept):

Zutaten (für 5  Portionen):

5 milde rote Chilis, grob gehackt

1 Schalotte, grob gehackt (ca. 60 g)

3 Knoblauchzehen (eine weniger würde es auch tun)grob gehackt

1 EL gehackter Ingwer (ca. 20 g)

2 EL Erdnussöl

2 TL Sesamöl (geröstet)

4 EL Reisweinessig

2 EL Fischsauce*

120 g brauner Zucker

Für den schnellen Chili-Grillfisch:

12 (bei mir nur 10 a‘ 100 – 120 g) kleine weißfleischige Fischfilets  (z. B. Wolfsbarsch) mit Haut, entgrätet

1 Rezeptmenge Chilimarmelade (Basic-Rezept)

2 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten

1 Handvoll Korianderblätter (ca. 5 – 6 Stiele)

Limettenspalten zum Servieren (ich habe 2 Bio-Limetten zerteilt)

Zubereitung (angepasst):

Ingwer schälen, grob schneiden. Schalotten und Knoblauch grob hacken. Chilis nach Belieben entkernen, grob hacken. Chilis mit Schalotten, Knoblauch und Ingwer im Blitzhacker fein zerkleinern. Beide Öle in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Chili-Mischung darin 6 -8 Minuten unter Rühren dünsten, bis sie leicht zu bräunen beginnt. Essig, Fischsauce und Zucker zugeben. Mischung 3 – 4 Minuten einkochen, bis sie dicklich wird. Chili-Marmelade (ca. 200 ml) in ein Twist-off-Glas füllen und bis zum Gebrauch kalt stellen.

Frühlingszwiebeln putzen, waschen, das Weiße und Hellgrüne in sehr feine Ringe schneiden. Korianderblätter abzupfen und grob schneiden. Beides in kaltes Wasser legen. Limetten in Spalten schneiden. Fischfilets mit der Hautseite nach unten auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Mit der Hälfte der Chili-Marmelade bestreichen. Frühlingszwiebeln und Koriander in einem Sieb abtropfen lassen, mit Küchenpapier trocken tupfen.

Fisch unter dem vorgeheizten Backofengrill bei 240 ° C auf der 3. Schiene von unten 3 – 5 Minuten goldbraun gar grillen. Aufpassen ist hier angesagt. Backblech herausnehmen. Fisch mit Frühlingszwiebeln und Koriander bestreuen. Mit den Limettenspalten sofort servieren. Als Beilage hatten wir einen Koriander-Reis, der außerdem noch mit der Limettenschale aromatisiert wurde.

Hinweis:

Beim Auskühlen dickt die Marmelade noch weiter ein.

 Tipp:

Chilimarmelade hält sich in einem luftdicht verschlossenen Glas im Kühlschrank hält 4 Wochen, wenn sie fest verschlossen im Kühlschrank gelagert wird.

Gebackene Eier mit Speck, Tomaten und Pimentos de Padrón

©GVO Media aus „Ein Blech. Kein Stress“, Umschau Verlag 2017

Dieser Koch liebt es zu kochen, selbstgefällige Einleitungen scheinen zum Glück seine Sache nicht zu sein. Er hält sich vornehm, zurück und lässt Rezepte sprechen! Super unkompliziertes Rezept, das er in der Abteilung „Mix and Match“ präsentiert. Wir haben dies erstmals im Wanderurlaub auf Teneriffa probiert und waren begeistert. Wenn man hungrig und müde nach einer langen Wanderung heim kommt, soll es schnell gehen und trotzdem lecker schmecken. Diese Kombi hat unsere Erwartungen übertroffen, statt edelsüßem Paprikapulver habe ich allerdings Rauchpaprika verwendet. Tolles Rezept, das ebenso das Potenzial hat, bei einem Brunch Gäste glücklich machen zu können. Daniel Schimkowitsch hat nicht zu viel versprochen als er in seiner Einleitung, versprach, das seine Rezepte so funktionieren, wie er sie aufgeschrieben hat.

Quelle: Daniel Schimkowitsch: Ein Blech – kein Stress
100 geile Rezepte

Fotos: Gregor Ott

Neuer Umschau Buchverlag

Preis: 25,–€

Zutaten (für 4 Portionen):

1 Zwiebel

3 Knoblauchzehen

2 EL Olivenöl

400 g Tomaten aus der Dose

1 TL Zucker

1 TL edelsüßes Paprikapulver (bei mir Rauchpaprika)

100 g Räucherspeck

2 geröstete Paprika aus dem Glas

6 Pimentos de Padrón

100 g. Erbsen (bei mir tiefgefroren)

4 Eier

100 g Serranoschinken in Scheiben

1 EL fein geschnittenes Basilikum (bei mir Petersilie)

Salz Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung:

Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Zwiebel und den Knoblauch schälen und fein würfeln. In einer ofenfesten Pfanne im Olivenöl anschwitzen. Die Tomaten samt Saft, den Zucker und das Paprikapulver hinzufugen und kräftig durchkochen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

Den Speck wurfeln, die eingelegten Paprikaschoten in Streifen schneiden, die Pimientos halbieren und entkernen. Mit den Erbsen unter die Tomatensauce heben. Vier Mulden bilden und je 1 Ei hineinschlagen. Den Serranoschinken in Streifen schneiden und darüberlegen.

Die Pfanne auf ein Blech setzen und im Ofen 8–10 Minuten backen, bis die Eier gestockt sind. Vor dem Servieren mit Basilikum bestreuen.

Ein Blech – kein Stress

Daniel Schimkowitsch: Ein Blech – kein Stress

100 geile Rezepte

Fotos: Gregor Ott

Neuer Umschau Buchverlag

Preis: 25,–€

Jetzt gibt es was aufs Blech Baby!

 Worum geht’s?

 – oder welches Potenzial steckt im Trendthema?

 Nach „Slowcooker“ und „One-Pot“ wird längst eine neue Sau durchs kulinarische Dorf getrieben. Versprochen wird uns dabei, dass wir dann zu den Trendsettern gehören und vor allem jede Menge Zeit sparen können. Nicht wenig – oder vielleicht doch viel zu wenig. Für mich schon, aber Moment erstmal lasse ich die Katze aus dem Sack, es geht um „One-Tray“ oder zu Deutsch: alles wird auf einem Blech gekocht oder gebacken. Hört sich gut an? Na, ja zumindest wird der Abwasch übersichtlich ausfallen. Was mir bei allen Büchern, die ich mir zu diesem Thema angeschaut habe, definitiv gefehlt hat, ist die Kreativität und der Genuss, den die dargebotenen Kreationen mir offerierten. Keines dieser Bücher durfte mit in meine Küche, denn neben netten Ideen war auch jede Menge dabei, was mir einfach zu beliebig erschien, da komme ich, wenn es hart auf hart kommt, auch noch selber drauf. Im Spanien-Urlaub garen die Chorizo-Würste schon lange mit Kartoffeln und Paprika in trauter Regelmäßigkeit zusammen. Was gibt es neues und hat das Blech das Potenzial, Gäste glücklich zu machen? Das möchte ich wissen!

Wie sieht es aus?

 Ein fröhliches Kochbuch liegt vor mir, es ist optisch kein Leise-Tretter, sondern eine Ansage, hier geht es um etwas Neues, das sich nicht mit gedeckten Farben im inneren begnügt, da muss richtig Farbe rein, in diesem Fall gelb. Layout und Gestaltung im inneren setzten auf eine moderne Kundschaft, die keinen Firlefanz oder zu viel Nostalgie in der Küche mag. In diesem Buch soll es statt dessen rocken, das passt zum Thema und auch zum Koch, der auch lieber zeigt, was er in der Küche kann, anstatt Schwänke aus seinem Leben zu erzählen.

Wer kocht?

©GVO Media aus „Ein Blech. Kein Stress“, Umschau Verlag 2017

 Daniel Schimkowitsch gilt als aufstrebender Stern am Himmel der deutschen Kochlandschaft: sein Handwerk lernte er unter anderem bei Drei-Sterne-Koch Christian Jürgens und er erkochte sich gleich bei seiner ersten Station als Küchenchef einen der begehrten Michelin-Sterne – und das mit nur 26 Jahren. 2010 wurde er sogar zum New-Comer des Jahres gekürt. Seit 2014 hat er seine kulinarischen Zelte im südpfälzischen Deidesheim aufgeschlagen. Im Restaurant „L.A. Jordan“ im aufwändig restaurierten 5-Sterne-Hotel Ketschauer Hof dürfen sich die Gäste auf überraschende geschmackliche Erlebnisse der Extraklasse freuen – „höchste Kreativität und Qualität“ bescheinigt ihm dafür der GAULT MILLAU mit gleich drei der begehrten Hauben.

 Was ist drin?

 100 Rezepte werden von Schimkowitsch in den Rubriken Mix and Match (Blech-Kreationen als Vorspeise oder für den kleinen Hunger). Work Hard – Eat Hard (großes Sattmacher, mit viel Fleisch, Fisch und reichlich Gemüse) und  Hot & Sweet (süße Ofen-Hits) präsentiert. Außerdem gibt es eine Reihe von Dips, Pestos und Dressings, die gut kombiniert, noch mal ein wenig Abwechslung  für die Esser am Tisch bringen.

Blechküche für Genießer und um Gästen ein Oh und Ah zu entlocken!

 Endlich mal ein Profi, der den Ball auch mal flach halten kann……

 Meine Genießer-Seele hüpft vor Freude endlich mal ein Herd-Akrobat, der das Thema „Blechküche“ nicht nur unter Optimierungsaspekten aufgreift, sondern wirklich spannende und unkomplizierte Kreationen zaubert. Mal rustikal wie bei den Erbsen mit Saubohnen, Pancetta und Pecorino oder bei den gebackenen Eiern mit Speck, Tomaten und Pimentos de Padrón, die ebenso Brunch- wie Feierabend tauglich sind. Dieser Koch wagt aber auch Kreationen mit erleseneren Zutaten, wie z. B. Perigord-Trüffel und Txogitxu Beef, das als das beste Fleisch der Welt gilt und aus dem Baskenland stammt. Seine Kreationen sind jeweils sehr kreativ und bestechen mit einer unkomplizierten Zubereitung und übersichtlichen Zutatenlisten.

Fazit: Daniel Schimkowitsch ist es gelungen, seine Antwort zu einem Trend-Thema zu geben: er zeigt, wie es gelingt, Gäste, Familie und Freunde mit unkomplizierten Gerichten rustikal oder elegant zu beglücken. Die Eleganz ist auf Ausflüge beschränkt, die sich der Profi gelegentlich erlaubt, weil er als Sternekoch eben auch ein Faible für hochwertige Produkte hat. Seine Rezepte sind ebenso stressfrei wie überraschend und köstlich. Bei ihm geht es um mehr als nur Optimierung und Sattwerden. Dem Profi-Koch gelingt es zudem wunderbar den Ball in der Küche flach zu halten und er vermeidet glücklicherweise jedes zu viel an Chi-Chi oder komplizierte Zubereitungstechniken, die Köche oft nutzen um ihr Können unter Beweis stellen und sich damit meistens sehr weit von der Zielgruppe ihrer Bücher entfernen. Diese Buch besticht durch eine eigene wohl überlegte Interpretation, die Süßes ebenfalls nicht ausklammert und die das Thema zum Glück aus den Fängen der Beliebigkeit befreit und zeigt wie kreativ und köstlich auf einem Backblech gekocht werden kann, wenn ein junger Koch einfach nur kreativ ist und Verlag und Lektorat ihn kompetent dabei unterstützen und ihre Aufgabe nicht nur auf Aspekte des Layouts und der Fehler-Kontrolle beschränkt sehen. Herausgekommen ist dabei ein Buch mit einer eigenen Handschrift, jung, frisch, modern und unkompliziert, dies zum Genießen einlädt und sich von allem anderen was dazu bereits unterwegs ist, wohltuend unterscheidet. Genauso stelle ich mir Blechküche vor!

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar!

Frühlingserbsen, Chorizo & pochierte Eier

© Craig Fraser 2017 Aus: Mein portugiesisches Fest, Sieveking Verlag 2017

Quelle: Mimi Jardim: Mein portugiesisches Fest

Rezepte meines Herzens

Fotos: Craig Fraser

Sieveking Verlag

Preis: 36,–

Chorizo geht bei uns immer, ein leckeres Urlaubs-Abendessen, das wir zuletzt beim Wandern auf Teneriffa sogar zweimal gekocht haben, weil es richtig lecker schmeckt und sehr unkompliziert zuzubereiten ist. Ist jetzt in der Sparte Urlaubs-Keeper-Rezept fest etabliert. Eine kleine Änderung musste jedoch sein, statt Paprikapulver rosenscharf habe ich mit Rauch-Paprika gewürzt.

Als wir klein waren, mussten wir für frische Erbsen immer bis zur Erntezeit im Frühling warten – dieses Gericht war also etwas ganz Besonderes für uns. Es machte Spaß, die Erbsen zu palen und sich dabei mit Oma zu unterhalten. Dann kamen tiefgekühlte Erbsen auf, und vorbei war es mit dem Spaß und den langen Unterhaltungen. Aber wenigstens können wir heutzutage jederzeit diese köstlichen Erbsen mit pochierten Eiern essen.

Zutaten (Für 4 Portionen):

10 ml Olivenöl

etwa 200 g Chorizo, in Scheiben geschnitten

4 Scheiben Speck, gewürfelt

1 Zwiebel, geschält und gewürfelt

2 Knoblauchzehen, geschält und gewürfelt

500 g TK-Erbsen

½ TL Paprikapulver, rosenscharf (bei mir Rauch-Paprika- dulce)

15 g Zucker

Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

2 Frühlingszwiebeln, in große Stücke geschnitten

4 Eier

1 kleine Handvoll frisch

gehacktes Koriandergrün

 Zubereitung:

In einem großen Topf das Olivenöl auf mittlerer Stufe erhitzen. Die Chorizo und die Speckwürfel darin knusprig anbraten. Die Zwiebel und den Knoblauch zufügen und glasig schwitzen. Die Erbsen unter fließendem Wasser abspülen, abtropfen lassen und dann zusammen mit 125 ml Wasser, Paprikapulver, Zucker, Salz und Pfeffer sowie den Frühlingszwiebeln zufügen. Abgedeckt 10–15 Minuten sanft köcheln lassen, bis die Erbsen gar sind. Mit einem Löffel vier Mulden hineindrücken, die Eier vorsichtig aufschlagen und in jede Mulde 1 Ei gleiten lassen. Die Eier würzen und etwas frisch gehacktes Koriandergrün daraufstreuen. Den Topf mit dem Deckel verschließen und die Erbsen noch so lang erhitzen, bis die Eier nach Belieben gegart sind.

Mimis Tipp:

Für eine vegetarische Version dieses Gerichts einfach Chorizo und Speck weglassen und stattdessen 1 Extraprise Paprikapulver, 1 fein gehackte Tomate und ½ EL Zucker untermischen

 

 

Leah Koenig: Schalom

Leah Koenig: Schalom

Fotos: Linda Pugliese

Hölker Verlag

Preis: 16,95 €

Die kleinen Stars auf dem Tisch sind weitgereist und machen viele glücklich

 Kleine Verführer, passen besser  in unser Leben als steife  und mächtige Speisefolgen!

 Das große Menü hat ausgedient, zumindest für die heimischen Küchen. Zu komplex, zu mächtig und vor allem zu steif sind diese Speisefolgen, wenn es darum geht, Familie, Freunde, Verwandte und Partygäste zu beglücken. Wie viel netter ist es da, sich mit lieben Menschen um eine bunte Tafel mit lauter verschiedenen leckeren Kleinigkeiten zu scharen, hier und dort zu probieren, miteinander darüber ins Gespräch zu kommen und sich ganz nach Lust und Laune zu bedienen.

Die „Forspeis“ wird Multikulti – super darauf haben wir gewartet!

Das jiddische Wort für Vorspeise heißt „Forspeis“ und diese ist für Leah Koenig der „geheime Höhepunkt eines Menüs“ –das merkt man ihren Rezepten definitiv an! Sie weiß was wir uns wünschen und bespielt diese Bühne mit vielen kleinen Happen von Orangen-Oliven-Salat über Ricotta-Feigen-Strudel bis Pilz-Piroggen ist alles nicht nur jüdisch, sondern vor allem formidable einfach, alltagstauglich und ziemlich lecker. Leah’s Fokus ist dabei nicht nur auf die aschkenasischen (mittel-, nord- und osteuropäische Juden) Traditionen ihrer New Yorker Familie beschränkt und damit wird der Tisch unter ihrer Führung mit kleinen Häppchen, Dips und Cremes noch köstlicher und bunter gedeckt: Neben „gefillte Fisch“ (Bei ihr übrigens in einer geländegängigeren Version aus der Pfanne, als die gewöhnungsbedürftige klassischen Vorlage.), Knishes (Die klassische Version wird hier mit ein paar Zutaten, die für noch mehr Pep und Cremigkeit bei der Füllung sorgen, super „gepimpt“.) oder eingelegten Steckrüben (Für die sie ein unkompliziertes und einfaches Rezept parat hat) bringt sie zusammen, was zusammen gehört – Schalom, der Frieden beginnt zuerst in der Küche! Muhammara (ein köstlicher Walnuss-Dip und Highlight der nahöstlichen Mezze-Tafel), grünes Matbucha ( ein sehr beliebtes nordafrikanische Gemüse-Relish) reihen sich zusammen mit Pita-Chips mit Zatar und Knoblauch, einem Auberginen-Carpaccio (Das im Moment in Israel in den  gehobenen Restaurants der letzte Schrei ist) und würzigen Roggen Cracker (Als Hommage an die New Yorker Bagel Tradition) am Buffet lecker und abwechslungsreich für die Gästeschar auf.

Wer ist die Autorin?

Bild: Zivar Amrami

 Leah Koenig, Schriftstellerin, Journalistin (die u.a. für die New York, Times, das Wall Street Journal und Saveur schreibt.), Expertin und neue Autorität für die moderne jüdische Küche in Amerika ist in einem jüdischen Haushalt aufgewachsen und hat schon immer zu den verschiedensten Gelegenheiten und Feiertagen die traditionellen jüdischen Speisen sehr genossen. Doch obwohl sie den Geschmack der Gerichte liebte, brachte ihr niemand bei, wie sie zubereitet werden, denn ihre „Bobbe“ (jiddisch für Großmutter) war schon lange vor ihrer Geburt verstorben. Koenig hat bereits in ihrem ersten Buch Händchen bewiesen, traditionell jüdischen Rezepten einen modernen und alltagstauglichen Anstrich zu geben und aus den althergebrachten heute unzeitgemäßen und zudem geschmacklich langweiligen Zubereitungstechniken zu erlösen. Cremige Dips und Füllungen sind ihre kulinarische „Koenigs“-Disziplin.

Die richtigen „Anheizer“ auf dem Tisch  machen den Hauptact überflüssig

Egal ob für die Cocktailparty, eine Vorspeisentafel oder spontanen Besuch, die Autorin hat für jeden Anlass, die richtige „Vorgruppe“ im Programm. Dieses Vorspeisenbüchlein punktet mit einer kleinen und sehr feinen Auswahl an Vorspeisen, wie wir uns das im Moment alle wünschen, wenn wir an jüdische Küche denken. Ich habe kein einziges Rezept bei den 26 vorgeschlagenen Ideen gefunden, dass ich nicht probieren möchte. Mit dieser schönen Zusammenstellung hat sie quasi ihre „Masterarbeit“ als äußerst talentierte Kochbuch-Autorin abgeliefert, nachdem es in ihrem ersten Buch noch klassischer zuging. Leah Koenig hat sich dafür auf der ganzen Welt umgesehen, bringt aus Budapest einen köstlichen Brotaufstrich mit Ei und karamellisierten Zwiebeln mit, und legt zum Glück Wert darauf, das, dass ein Hummus nicht mit Zutaten wie Pizza-Gewürz verhunzt wird und das kann schnell passieren im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“. Ihr Rezept für Süßkartoffel-Hummus wurde als tolle Variante weiterentwickelt, verzichtet jedoch nicht auf die unverzichtbaren Bausteine Kichererbsen, Tahini und Knoblauch, die unangetastet bleiben. Das ist Leah wichtig, besser machen geht immer, verhunzen und herauslösen aus dem kulinarischen Kontext sind überhaupt nicht ihr Ding.

Leah Koenig beweist außerdem Gespür, wenn es darum geht, einen All-Time Klassiker von gut auf super gut zu „tunen“, dem Zaziki verhilft sie mit einem Klecks saure Sahne oder Schmand und ein wenig Zitronenabrieb zu neuen Ehren. Dabei geht es nicht nur um mehr Raffinesse, die Köchin denkt weiter, optimiert Zubereitungsschritte und tritt nicht nur mit ihrem Zaziki den Beweis an, dass sie eine Schwäche für cremige Speisen hat. Ich auch danke Leah!

Fazit: Jüdische Küche, bunt und lecker und vor allem alltagstauglich!

Leah Koenig präsentiert eine kleine, aber äußerst feine Auswahl an richtig gutem jüdischen Party-„Anheizern“, die wir in meinen Augen im Moment nirgendwo anders leckerer, bunter und vor allem moderner bekommen können. Das ist beim „gefillten Fish“ wie auch anderen klassischen aschkenasischen Speisen durchaus eine Herausforderung, denn eigentlich stellen wir uns die nämlich nicht vor, wenn wir an leckere jüdische Küche denken, da wollen wir gefühlt mehr Ottolenghi auf der Tafel sehen. Dieser Autorin ist jedoch der Spagat gelungen, ebenfalls die osteuropäischen Traditionen neu und ausgesprochen lecker für den heimischen Küchentisch und ebenso das Party-Buffet zu beleben. Die gelernte Journalistin beweist eine großartige Begabung, wenn es darum geht, mit ein paar Anpassungen für mehr Cremigkeit und mehr Geschmack zu sorgen und hat dabei vor allem ein Herz für uns Gastgeber, ihre Rezepte machen jede Menge her und sind vor allem alltagstauglich! Der Besuch kann kommen, ohne dass wir uns dafür stundenlang vorher in der Küche verbarrikadieren müssen. Bei Leah gibt es jüdische Küche zum Genießen, die so wunderbar zu unserem Leben und in unsere Zeit passt, sie hat mit diesem Buch eindrucksvoll gezeigt,wo ihre Stärken liegen und hat da weitergemacht, wo sie mit ihrem letzten Buch aufgehört und sogar noch gehörig einen draufgesetzt, mir gefällt das sehr gut! Das Buch hat sich zudem richtig hübsch herausgeputzt und punktet beim Einband mit einer Folienprägung in Gold, hochwertigem Papier und Fadenheftung. Die gehobene Ausstattung und vor allem die sehr gelungene Zusammenstellung machen für mich den gehoberen Preis wett, hier wird auf allen Ebenen auf Qualität gesetzt.

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionexemplar!