Apfeltarte mit Basilikumduft

© Volker Debus

Martina & Moritz empfehlen dieses fabelhaftes Grundrezept wärmsten. Es ist eine wunderbar unkomplizierte Version einer frz. Frangipane-Tarte, für das man sämtliches Obst der Saison verwenden kann, Zwetschen würden ebenfalls super als Belag funktionieren. Knuspriger Teig, darauf eine süße Mandel-Creme sind das perfekte Bett für den säuerlich-würzigen Apfel-Belag. Die leicht pfeffrige Würze des Basilikums ist toll dazu – Genial gut und so wandelbar!

Wir haben diese Traum-Tarte –  wie im Tipp unten empfohlen – zusätzlich mit Quittengelee aprikotiert, das sorgt nicht nur für Glanz, sondern ebenfalls für noch mehr Aroma. Ein Apfelgelee passt natürlich auch!

Zutaten für eine Springform (ø 26 cm):

Süßer Mürbteig

250 g Mehl

125 g Butter plus etwas Butter

zum Ausfetten

100 g Zucker

1 Prise Salz

1 kleines Ei

Belag

75 g Mandeln (oder Walnüsse oder Haselnüsse)

4 EL Zucker

1 Handvoll Basilikumblätter

ca. 6–8 Apfel

(z. B. Elstar, Boskoop oder Golden Delicious)

Saft und abgeriebene Schale

von 1 Zitrone

50 g Butter

Zubereitung:

Aus Mehl, weicher Butter, Zucker, einer Prise Salz und dem Ei rasch einen Mürbteig kneten. Zu einer Kugel formen und in einen Gefrierbeutel gehüllt (damit er nicht austrocknet) eine halbe Stunde kalt stellen.

Dann diese Tüte seitlich aufschlitzen und den Teig darauf ausrollen. Mithilfe dieser Unterlage lässt sich der Teig jetzt mühelos in die Form bugsieren, die natürlich sorgfältig ausgebuttert sein sollte.   

Mandeln (oder Nüsse) mit 2 EL Zucker und Basilikum im Mixer zerkleinern und auf dem Teigboden verteilen.

Äpfel schälen, vierteln, das Kerngehäuse her- ausschneiden. Jedes Viertel nochmals längs halbieren und jedes dieser Stucke ebenfalls längs in der Mitte einritzen. In Zitronensaft wenden, damit sie sich nicht verfärben.

Die Apfelstücke akkurat auf dem Tortenboden anordnen, sodass sie alle in dieselbe Richtung gewölbt sind. Dann mit Butterflöckchen besetzen, mit dem restlichen Zucker und der abgeriebenen Zitronenschale bestreuen. Bei 200 °C Ober-/Unterhitze (180 °C Heißluft) etwa 35 Minuten backen, bis der Teig schon knusprig ist und die Apfel appetitlich gebräunt sind.

Beilage: Den Kuchen mit einer Himbeersauce und/oder mit steif geschlagener Sahne servieren.

Tipp: Appetitlich glänzen wird die Tarte, wenn man sie noch warm mit Apfelgelee einpinselt. Dafür das Apfelgelee mit 2 EL Wasser oder Apfelsaft 1 Minute sprudelnd kochen. Und vor dem Servieren einige Basilikumblätter fein schneiden und darüberstreuen..

Getränk: Apfelsaft oder Kaffee.

Zubereitungszeit:

10 Minuten für den Teig,

30 Minuten Kaltstellen,

30 Minuten für den Belag plus

30 Minuten Backzeit

Apfel-Lauch-Quiche

© Ulrike Köb

Quelle: Barbara Haiden und Ulrike Köb: Apfelgarten

Süßes & Herzhaftes mit heimischen Sorten

Fotos: © Ulrike Köb

Ars Vivendi Verlag

Preis: 26,– €

Obst und Gemüse in harmonischem Zweiklang: Käse verleiht der Quiche die nötige Würze. Das Ganze ist natürlich kein Diätessen, dafür umso mehr ein himmlischer Genuss – resümiert die Apfel-Expertin Barbara Haiden und wir stimmen gerne mit ein. Diese leckere Quiche schmeckt kalt und gut durchgezogen noch mal deutlich besser, denn die fruchtige Säure der Äpfel passt perfekt zur Zwiebel-Süße, die der Lauch beisteuert – ein toller Akzent, der den mächtigen Klassiker richtig aufpeppt! Dass die Österreicherin auf gesünderes Dinkelmehl für den Teig setzt, gibt ihm zudem eine ansprechende kernige Note.

Zutaten (für 4 Personen):

Butter und Mehl für die Form

Teig

150 g Butter

250 g Dinkelmehl

Salz

1 Bio-Eigelb

Belag

2 Stangen Lauch (ca. 500 g)

2 Äpfel

40 g Butter

Salz und Pfeffer aus der Mühle

250 g Sauerrahm

3 Bio-Eier

geriebene Muskatnuss

120 g geriebener reifer Bergkäse

oder Gruyère

Utensilien

Tarteform (28 cm Ø)

Teigrolle

Linsen oder Reis zum

Blindbacken

Zubereitung:

Eine Tarteform fetten und mit Mehl bestäuben.

Für den Teig die Butter würfeln und mit Mehl und 1 Prise Salz fein krümelig zerbröseln. Das Eigelb zugeben und rasch zu einem Teig verkneten. Mit einer Teigrolle auf die Größe der Tarteform ausrollen und diese damit auslegen. Den Rand andrücken. Den Teig 30 Minuten kühl stellen.

Für den Belag den Lauch gründlich putzen und in 1 cm dicke Scheiben schneiden. Äpfel schälen, vierteln, Kerngehäuse ausschneiden und das Fruchtfleisch in etwa 1 cm dicke Scheiben schneiden. Backofen auf 200 °C vorheizen. In einer Pfanne die Butter erhitzen und Lauch- sowie Apfelstücke einige Minuten dünsten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und beiseitestellen.

Rahm und Eier in einer Schüssel verschlagen und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.

Den Tarteboden mit Backpapier belegen, mit Linsen beschweren und den Teig im Ofen etwa 12 Minuten hell backen. Herausnehmen, Papier und Linsen entfernen. Die Apfel-Lauch-Mischung auf dem Teigboden verteilen, den Rahmguss darübergießen und mit Käse bestreuen. Die Quiche im Ofen 25–30 Minuten backen.Zubereitungszeit: 90 Minuten (plus 30 Minuten Kühlzeit)

Rhabarber-Fianciers

© Theresas Küche Redaktion

Fianciers sind ein Kleingebäck aus Frankreich. Dort wird ein spezielles Blech dafür verwendet, das sie wie kleine Goldbaren aussehen lässt. Theresa Baumgärtner denkt praktisch und empfiehlt ein Mini-Muffin-Blech. Es ist die geschmolzene gebräunte Butter im Teig, die ihnen einen wunderbar nussigen Geschmack verleiht – einfach göttlich! Ein unkompliziertes Rezept, das auch ungeübten Bäcker/innen gelingt und prima geeignet, wenn Eiweiß in der Küche übrig geblieben ist. Diese herrlichen Küchlein zergehen auf der Zunge, benötigen nur 20 Minuten Backzeit und können genauso in einem normalem 12er Muffin-Blech gebacken werden, habe ich festgestellt.

Quelle: Theresa Baumgärtner: Frühlingserwachen

Blütenzauber und Rezepte aus dem Hazelnut House

Regionale & saisonale Rezepte vom Frühlingsbeginn bis zum Mittsommerfest

Fotografie: Theresas Küche Redaktion, Claudia Timmermann

Brandstätter Verlag

Preis: 30,– €

Zutaten (für 24 Stück):

125 g Butter

100 g heller Rohrohrzucker

65 g gemahlene geschälte Mandeln

45 g Dinkelmehl, Type 630

125 g Eiweiß

24 geschälte Rhabarberstückchen

Zum Bestäuben

etwas gesiebter Puderzucker

Mini-Muffinbackblech

etwas neutrales Pflanzenöl

für das Blech

Zubereitung:

Den Backofen auf 180 °C (Umluft) vorheizen. Die Vertiefungen des Muffinblechs mit Öl einfetten. Die Butter in einem kleinen Topf erhitzen und köcheln lassen, bis sie beginnt zu bräunen. Den Topf vom Herd nehmen. Den Zucker, die Mandeln und das Mehl in eine Schüssel geben und das flüssige Eiweiß mit einem Holzlöffel unterrühren. Die Nussbutter durch ein feines Sieb zum Teig gießen und unterrühren. Den Teig jeweils 2/3 hoch in die Vertiefungen der Form füllen und in die Mitte je 1 Stück Rhabarber setzen. Die Financiers im heißen Ofen auf der mittleren Schiene etwa 20 Minuten goldbraun backen. Nach Belieben mit etwas Puderzucker bestäuben.

Melissa Clark: Dinner auf Französisch

Melissa Clark: Dinner auf Französisch

Meine Rezepte mit französischem Charme

Fotos: Laura Edwards

Narayana Verlag GmbH

Preis: 29,90 €

Über die Autorin?

Melissa Clark ist Food-Kolumnistin der New York Times, für die sie ihre beliebte Kolumne „A Good Appetite“ schreibt. Sie ist unter anderem Autorin von „Dinner: Changing the Game“ und hat bereits mehrere Auszeichnungen der James Beard Foundation und der International Association of Culinary Professionals für ihre Kochbücher erhalten. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Brooklyn, New York.

Französisch kochen ist eine Lebenseinstellung und viel einfacher als Französisch sprechen!

Clark kann nach eigenem Bekunden besser Französisch kochen als sprechen. Eine Handvoll Knoblauch oder Thymian, das körnige Gefühl des grauen Sel marin zwischen den Fingern und die Zubereitung einer reichhaltigen sämigen Soße – sind für diese ebenso normal wie beglückend.

Der Grundstein und der Hang zum frankophilen Genuss wurden jeden Sommer erneuert, wenn  Melissa’s Eltern mit der Familie noch ganz ohne Airbnb & Co für ganze vier Wochen nach Frankreich aufbrachen. Anfangs mieteten die New Yorker noch Ferienhäuser. Aber irgendwann entschieden sie sich um Geld zu sparen, dass dann wieder in Restaurantbesuche investiert werden konnte, zum Haustausch mit reisefreudigen Franzosen, die in den Ferien gerne mal über den großen Teich schauen wollten. Manchmal entstanden daraus mit gleichgesinnten Genießern, Freundschaften fürs Leben und ein anderes Mal traf man auf merkwürdige Zeitgenossen. Dazu unbedingt mehr im Buch, denn die Times-Kolumnistin ist nicht nur eine gute Köchin, sondern kann ebenso unterhaltsam schreiben.

Eine Schwester im Genuss, die mit Lässigkeit am Herd steht

Was so ein bisschen savoir-vivre vor meinem geistigen Auge doch an Erinnerungen (der beeindruckende Wochenmarkt von Arles kommt mir direkt in den Sinn) und Phantasie freisetzen kann…. Verglichen mit meiner Bewunderung für das uneingeschränkte Bekenntnis unserer Nachbarn zum Genuss, koche ich verdammt wenig französisch, wie wir vermutlich alle. Leider hat es die französische Küche bei mir nie so richtig geschafft, sich als Alltagsküche in meiner Küche. zu etablieren. Und jetzt keimt doch ein wenig Hoffnung auf, diesmal geht vielleicht deutlich mehr!

Was ist drin?

Ein bisschen Weitsicht, würde Frankreich auf dem Teller durchaus gut tun…

Kann die New Yorkerin endlich die Lücke in meinem Kochbuchregal schließen, die immerzu nach Frankreich für den Feierabend und das entspannte Zusammensein mit Gästen ruft? Für mich gehört dazu ebenfalls eine gewissen praktische Ader, eine Form von kulinarischer Weitsicht, die die französische Küche für mich endlich zugänglicher und  gerne rustikaler macht und ihr vielleicht die eine oder andere neue Nuance oder unkompliziertere Zubereitung angedeihen lässt?

Eine moderne Julia Child – Qualität ist wichtig, aber praktisch soll es bitte schon bleiben!

Olivenöl,  Knoblauch und wenn ich mir die Quiches von Melissa anschaue einiges an Butter, viel mehr muss ich für die sehr pragmatische Autorin nicht aus dem Supermarkt mitbringen.

Die New Yorkerin liebt kräftige Aromen und hält Eier und Käse (z. B. Comté-Cracker, Süßkartoffel-Aligot mit gebratenem Salbei),  für die französische Küche so essenziell, dass sie diesen bei ihren 150 Rezepten, eigene Kapitel einräumt. Die himmlische Cremigkeit eines Soufflé, der intensive Geruch von Anchovis in einem Pissaladière und die karamellisierte Intensität des Boeuf Bourguignon gehören inzwischen ebenso fest zu Clark‘s  Genussmomenten wie die Bagels mit Räucherlachs, die die Familie jeden Sonntag  zu Hause in Brooklyn aß. Für die Eier bedeutet das, dass sich diese in Paris genauso zu Hause fühlen wie im jüdisch geprägten Schmelztiegel der USA: Es gibt sie  als Co-Produktion mit Räucherlachs und Estragon-Sahne oder z. B. als Eier mit Aioli. Ein französisches Omelett hat Kultstatus, tatsächlich müssen französische Küchenchefs mit der Zubereitung eines perfekten Omeletts nicht selten ihr Können unter Beweis stellen. Für die Times-Kolumnistin sind aufwendige Füllungen dabei gar nicht notwendig, aber eine großzügige Portion an Knoblauch im Essen ist quasi Familien-Tradition und für das Tahin im Omelette ist Yotam Ottolenghi verantwortlich.

Salate, Quiches, Tartes, Pasten, Suppen, Fisch & Krustentiere, Gemüse, Huhn, Fleisch und Süßes werden von der frankophilen Autorin mit rustikaler Großzügigkeit und Lässigkeit bespielt. So dass vermutlich auch Franzosen nicht entsetzt protestieren, wenn dabei nicht nur eine französische Zwiebelsuppe mit geröstetem Gruyère-Sandwich, sondern genauso ein  Gazpacho à la provençale auf den Tisch kommt. Clark setzt zudem nicht viel an Küchen-Wissen voraus, Tipps und Tricks zum Vorbereiten gibt diese gerne zu jedem Rezept reichlich dazu. Ihr herzhaftes Gruyère-Brot mit Schinken kommt ohne Sauerteig oder Hefe aus. Zeit und Lust sollten wir aber schon zum Kochen haben, denn sonst verstehen die Franzosen wirklich keinen Spaß mehr.

Probiert & Verputzt:

Spinat- und Traubensalat mit Roquefort-Dressing

Melissa Clarke empfiehlt für diese deftig-süße Salat-Variation statt Babyspinat zu reifem Spinat zu greifen, seine knackige Textur und mineralische Note kann es mit dem warm-würzigen Pancetta aufnehmen, ohne gleich in sich zusammen zu fallen.

P.S. Beim zweiten Versuch haben wir auf Blattspinat gesetzt und der war von der Textur her perfekt! – Der sehr grobe Wurzelspinat ist für meinen Geschmack weniger geeignet! Unkompliziert und dennoch sehr fein!

© 2020 by Laura Edwards

Getrüffelte Käsemakkaroni

Sehr lecker, echtes Soul-Food halt, das mit dem Trüffelaroma einen eleganten französischen Einschlag erfährt!

P.S.: Ich habe weniger Gruyère Käse gebraucht, es gibt ja schon Bindung durch die Mehlschwitze. Wir haben zu zweit das Rezept halbiert und mit gutem Appetit zweieinhalb mal davon gegessen. Außerdem sind wir mit dem Trüffelöl großzügig gewesen! Beim Rezept für die Bechamelsauce musste ich nachjustieren. Trotzdem hüpft das Rezept in die Koch-Kladde!

© 2020 by Laura Edwards

Ländlicher Apfel- Ingwer-Kuchen mit Buchweizen

Für diesen herrlichen Apfelkuchen ist ein Mix aus unterschiedlichen Apfels ideal, bei mir waren es Cox-Orange und Äpfel von der Streuobstwiese im Wochenend-Dorf, die wir bereits im Herbst „gebunkert“ hatten. Mit super luftigem Teig, vielen köstlichen Äpfeln im Teig und dem Überraschungseffekt durch die Ingwernote, konnte uns diese Kreation erobern. Ein alltagstauglicher Kuchen-Klassiker, der auch nur mit Äpfeln und ohne Ingwer nichts von seiner Überzeugungskraft einbüßt

© 2020 by Laura Edwards

Fazit: Der modernen Julia Child aus Brooklyn gelingt es französischen Genuss mit amerikanischer Lässigkeit zu verbinden, die weder den Feierabend noch eine größere Gästeschaar scheuen muss. Hat sich Julia Child noch an die Ratschläge ihrer französischen Kochlehrer gehalten und für ihr Ratatouille jedes Gemüse einzeln gegart, weil es geschmacklich wirklich einen Unterschied macht, wird daraus bei Melissa Clark ein unkompliziertes Ratatouille-Hähnchen vom Blech. Sicherlich kein Kochbuch für Puristen aber wem die französische Küche schon immer zu penibel und verkopft war und wer lieber in einem gemütlichem Bistro deftig und rustikal als im Sterne-Restaurant genießt, wird seine Freude an diesem unkomplizierten Genuss haben. Optisch da bin ich ehrlich ist das Cover des amerikanischen Originals ein echter Hingucker, die deutsche Übersetzung innen schön gelayoutet, aber mit braunem Buchrücken das Gegenteil von französischer Eleganz. Na gut müssen sie halt lernen die Franzosen, auch hinter einem unscheinbarem Äußeren, kann sich viel an genussvollen Momenten verstecken!

Getrüffelte Käsemakkaroni

© 2020 by Laura Edwards

Quelle: Melissa Clark: Dinner auf Französisch

Meine Rezepte mit französischem Charme

Fotos: Laura Edwards

Narayana Verlag GmbH

Preis: 29,90 €

Mac and Cheese mit Trüffeln anzureichern, ist natürlich keine französische Erfindung. Aber in Paris erlebt dieser Klassiker durchaus einen Höhepunkt: Die intensiv duftende, erdige Pilznote des Trüffels (hier eine Kombination aus Trüffelöl und Trüffelkäse) verleiht den Käsemakkaroni eine Intensität, ohne den natürlichen Wohlfühlfaktor zu verändern. Beim Kauf vom Trüffelöl ist auf die Verwendung echter Trüffel anstatt künstlicher Aromen zu achten, was sich dem Etikett entnehmen lässt.

Als Ersatz für Trüffelkäse empfiehlt Melissa Clark einen jungen Pecorino oder einen intensiven weißen Cheddar, dann sollte man aber zusätzlich ein paar Esslöffel gehackte tiefgefrorene oder eingelegte Trüffel dazu geben. Diese Variante kostet zwar mehr als der Trüffelkäse, ist aber  noch mal intensiver beim Aroma.

Zutaten (ergibt 10 – 12 Portionen):

Für die Garnitur

320 g Paniermehl (Panko), ich habe weniger verwendet!

90 g geriebener Gruyère

90 g geriebener Trüffelkäse (z. B. Trüffelpecorino)

2 große Knoblauchzehen, fein gerieben oder fein gehackt

3 EL Trüffelöl

Für die Makkaroni und Käsesauce

4 EL (60 g) ungesalzene Butter, plus extra für die Auflaufform

1 Pfund kleine Makkaroni (oder Gobbetti, Hörnchen)

30 g Weizenmehl (Type 405)

920 ml Vollmilch

346 g grob geriebener Gruyère, ich habe weniger verwendet!

120 g grob geriebener Trüffelkäse (z. B. Trüffelpecorino)

2 TL feines Meersalz, plus extra für den Topf

½ TL Dijon-Senf

Cayennepfeffer, nach Geschmack

Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, nach Geschmack

Zubereitung:

Garnitur zubereiten: Paniermehl, Gruyère, Trüffelkäse, Knoblauch und Trüffelöl in einer großen Schüssel mit einem Holzlöffel oder den Händen zu einer einheitlichen Masse vermengen (den Knob­lauch gut verteilen).

Backofen auf 200 °C vorheizen. Eine große Auflaufform (2 Liter) oder eine Backform (23 x 33 cm) mit Butter ausstreichen.

Makkaroni kochen: Stark gesalzenes Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen, Makkaroni hineingeben und ca. 2 Minuten, bevor sie al dente sind, abgießen. (Die Makkaroni sollten fester als bissfest sein.) Abgießen und beiseitestellen

Soupe au pistou für kalte Tage

©Jonathan Lovekin

Quelle: Diana Henry:  Vom Guten so viel

Die genussvolle Kunst des Haushaltens entdecken

Einfach, nachhaltig und saisonal kochen

Fotos: Jonathan Lovekin

Ars Vivendi Verlag

Preis: 34,– €

Ein ungemütlicher Wind pfeift schon seit Tagen beständig ums Haus, hat sogar immer wieder ein bisschen Schnee dabei, der aber leider nicht liegen bleibt. Echtes „Schietwedder„ halt……

Was gibt es da schöneres als meine Finger fest um die wärmende Suppenschale zu schließen!

Drin ist eine herrliche Gemüsesuppe, pardon natürlich Soupe au pistou, die Diana Henry oft und gerne im Sommer zubereitet. Im Herbst und Winter fehlt sie ihr dann so, dass diese ihr Lieblings-Rezept für die kalte Jahreszeit angepasst hat.

Wirklich sehr fein und genau das richtige im Moment – Und wenn es anders kommt Madame Henry gehen wirklich nie die Ideen (siehe Reste oder Variante) aus!

Zutaten (für 8 Personen):

Für die Suppe

4 gute EL Olivenöl

1 Zwiebel, fein gehackt

1 große Karotte, gehackt

1 Stange Staudensellerie, fein gehackt

1 Stange Lauch, in Ringe geschnitten

250 g Butternusskürbis, geschält, entkernt und

gewürfelt

1 kleine Fenchelknolle, Strunk entfernt, in

Scheiben geschnitten

1 Kartoffel (ca. 150 g), in kleine Stücke

geschnitten

Meersalz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

2 l Hühner- oder Gemüsebrühe

400 g Cannellini- oder Borlotti-Bohnen (aus

der Dose), abgespült

Für das Pesto

50 g Walnusskerne

50 g Pinienkerne

1 Knoblauchzehe, zerdrückt

30 g Petersilie

Meersalz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

150 ml natives Olivenöl extra

50 g Parmesan, gerieben

Zubereitung:

Für die Suppe das Öl in einem großen Topf erhitzen und Zwiebel sowie Karotte darin 5 Minuten sautieren. Das restliche Gemüse zugeben, salzen, pfeffern und 10 Minuten braten. Die Brühe zugießen und 5 Minuten köcheln lassen, dann die Bohnen zugeben und 5 Minuten durcherhitzen.

Für das Pesto Kerne, Knoblauch und Petersilie im Mixer mit Salz und Pfeffer sowie der Hälfte des Öls per Pulse-Funktion kurz vermengen. Dann restliches Öl und Parmesan untermischen. Die Suppe mit einigen Löffeln Pesto krönen und das restliche Pesto dazureichen.

Reste: Petersilien-Walnuss-Pesto und Spaghetti sind eine tolle Kombi. Das Pesto passt auch gut zu Pasta, Ziegenkäse und gebratenem Radicchio.

Variante (für 6 Personen):

Scharfsaure Suppe: 2 Stängel Zitronengras (klein geschnitten), 2,5 cm frischer Ingwer (geschält und gehackt), 2 Schalotten (in Ringe geschnitten), 6 Frühlingszwiebeln (gehackt), 3 rote Chilischote (Samen entfernt, in feine Ringe geschnitten) und 4 Kaffirlimettenblätter in 3 l Hühnerbrühe 10 Minuten köcheln lassen. 120 g Austernpilze (in Streifen geschnitten), 500 g gegartes Hähnchenfleisch (zerpflückt), 2 EL Fischsauce sowie 2 TL hellen Vollrohrzucker zufügen und 3 Minuten sanft erhitzen. 40 g Koriandergrün (frisch gehackt) und den Saft von ½ Limette einrühren. Nach Belieben mit mehr Limettensaft, Zucker, Fischsauce oder Chili abschmecken.

Bohnen-Cassoulet –Wolfsbarsch – Bohnen mit Bohnenkraut-Bröseln


© Andrea Thode / Brandstätter Verlag

Quelle: Stevan Paul/Andrea Thode/Ralf Nietmann: Kochen

echt gut kochen – einfach kombinieren – unbegrenzte Möglichkeiten

Brandstätter Verlag

Preis: 40,– €

Cassoulet, das hatte ich eigentlich schon in der hintersten Kammer meiner kulinarischen Erinnerung verbannt, jetzt bin ich wieder frisch verliebt, in diese würzige (die rauchigen Note bei den Bohnen – super klasse Hr. Paulsen!) entstaubte Version. Er (Stevan Paul) weiß außerdem ziemlich gut was Gästen imponiert und die Bohnen mit den leckeren Bröseln sind ebenso ein gern gesehener Alltags-Gast an unserem Tisch geworden.

Der wilde Wolfsbarsch kann das ab: Eigentlich ist Bohnen-Cassoulet ein winterliches Fleischgericht aus dem Süden Frankreichs, mit gepökeltem Fleisch und fetten Wursten, auch mit konfierter Ente (S. 309), Gans (S. 321) oder Hammel. In dieser einfachen, sommerlichen Variante kommen frische grüne Bohnen mit ins Traditionsgericht, dazu gebratene Filets vom Loup de mehr – formidable!

(1) Cassoulet

Zutaten (für 4 Portionen):

200 g weiße Bohnen, 750 g reife Tomaten, Salz,

6 getrocknete Tomaten, 1 große Gemüsezwiebel,

1 Knoblauchzehe, 150 g geräucherter, durchwachsener

Speck, 4 EL Olivenöl, 1 EL Paprikapulver

edelsüß, 1 EL Honig, 2 Zweige Thymian (optional),

½ EL Chipotles in Adobo-Sauce

Zubereitung:

Die Bohnen über Nacht in reichlich Wasser einweichen. Anderntags die Tomaten würfeln und mit dem austretenden Saft in eine Schussel geben, mit Salz würzen. Getrocknete Tomaten fein würfeln. Gemüsezwiebel und Knoblauch pellen und fein würfeln. Den Speck fein würfeln und im Öl knusprig auslassen, die Zwiebelwürfel und den Knoblauch zugeben und glasig dunsten. Tomaten und getrocknete Tomaten zugeben, Paprikapulver, Honig, Thymian und Chipotle-Chili unterrühren.

Bohnen zugeben, leicht salzen und mit 700 ml Wasser auffüllen, aufkochen und zugedeckt im heißen Ofen bei 180 Grad auf der ersten Schiene von unten 90 Minuten garen. Dann den Deckel entfernen und das Cassoulet weitere 35 Minuten garen.

Zubereitungszeit: ca. 140 min

(2) Grüne Bohnen mit Bohnenkraut-Bröseln

Zutaten (für 4 Portionen):

300 g grüne Bohnen, Salz, 2 Schalotten,

40 g Butter, 2 Zweige Bohnenkraut (wahlweise

½ TL getrocknetes Bohnenkraut), 50 ml Gemüsebrühe

(S. 215/216), 1 TL abgeriebene unbehandelte Zitronenschale

80 g trockenes Weißbrot (z.B. Baguette oder alter Toast, ersatzweise 80 g Semmelbrösel),

2 Zweige Bohnenkraut, 40 g Butter, Salz für die Bohnen:

Zubereitung:

Bohnen putzen und in Salzwasser 8 Minuten garen. In kaltem Wasser abschrecken. Schalotte pellen und fein würfeln und in der Butter glasig dunsten. Bohnenkraut fein schneiden und unterrühren. Die abgetropften Bohnen zugeben, Gemüsebrühe angießen, 2–3 Minuten schmoren, bis die Bohnen wieder heiß sind. Zitronenschale untermengen, mit Salz würzen.

Für die Bohnenkraut-Brösel: Weißbrot würfeln und im Mixer mit Bohnenkraut und Butter pürieren. Leicht salzen. Wenn Sie die Brösel für ein Grüne-Bohnen-Gemüse brauchen, rosten Sie die Mischung in einer Pfanne goldbraun. Für das Cassoulet heben Sie die grünen Bohnen vor dem Servieren unter das gegarte Cassoulet, bestreuen es mit den Bröseln und lassen diese im Ofen unter dem Grill 2–3 Minuten braunen (das geht überraschend schnell – dabeibleiben).

(3) Gebratener Wolfsbarsch

Zutaten (für 4 Portionen):

4 Wolfsbarsch-Filets (Loup de mer), auf der geschuppten Haut und entgrätet, a ca. 120–150 g, Salz, 4 EL Öl, 20 g Butter, schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung:

Filets salzen, die Hautseite in regelmäßigen Abstanden mit einem scharfen Messer einritzen. Öl in einer großen beschichteten Pfanne stark erhitzen, die Filets mit der Hautseite nach unten einlegen und 3–5 Minuten scharf braten. Wenn die Haut kross ist, die Filets wenden, die Butter zugeben und noch 1–2 Minuten schwenkend braten. Leicht pfeffern.

Anrichten

Cassoulet mit dem Fisch auf vorgewärmten Tellern anrichten.

Zubereitungszeit: ca. 8 min

Quiche Lorraine mit himmlischem Boden

© EMF/Dan Jones

Quelle: Alexis Gabriel Aïnouz: French Guy Cooking

100 Wow-Rezepte und genial Küchen-Hacks

Edition Michael Fischer

Preis: 18,– €

Quiche Lorraine a la „French Guy,  sorgt mit Gewürzen im Teig für kulinarische Überraschung. Und dann dieser Boden buttrig, krümelig – wunderbar!

Zutaten (für 6 Personen):

Für den Mürbteig

1 TL Kreuzkümmelsamen

1 TL Koriandersamen

½ TL Pimentkörner

½ TL ganze schwarze Pfefferkörner

230 g Weizenmehl, plus Mehl zum

Ausrollen und Bestäuben

120 g Butter, gewürfelt und zimmerwarm,

plus Butter zum Einfetten

½ TL Salz

1 Ei (Größe M)

3 EL Milch

Für die Füllung

230 ml Milch

230 ml Crème fraîche

3 Eier (Größe M)

Salz

frisch gemahlener Pfeffer

150–200 g bester Räucherspeck

(Bacon) in Scheiben

Zubereitung:

Gewürze in eine Bratpfanne geben, bei starker Hitze 30–60 Sekunden anrösten. Gewürze zu einem feinen Pulver vermahlen und, wenn Sie sie nicht gleich verarbeiten, in einem luftdichten Behälter aufbewahren.

Für den Teig in einer Rührschüssel Mehl, Butter, Salz und die gemahlenen Gewürze mit den Fingerspitzen fein zerkrümeln. Das Ei mit der Milch verquirlen und nach und nach behutsam in die Mehlmischung einkneten, bis ein glatter Teig entsteht.

Den Ofen auf 200 °C Ober- und Unterhitze (180 °C Umluft) vorheizen. Den Teig auf einer leicht bemehlten Unterlage 5 mm dick ausrollen und in eine Quicheform (25 cm Durchmesser) mit Hebeboden legen. Die Form zuvor mit Butter einfetten und leicht mit Mehl bestäuben. Um zu verhindern, dass sich der Teig in der Mitte aufwölbt (sieht lustig aus, ist aber nicht zielführend), bedecken Sie ihn mit Backpapier und beschweren dieses mit trockenen Bohnen oder Kichererbsen. Diese Methode nennt man Blindbacken. 15 Minuten backen und dann aus dem Ofen nehmen. Aber den Ofen nicht ausschalten.

Für die Füllung Milch, Crème fraîche und Eier in einer Schüssel verquirlen und mit Salz und Pfeffer würzen. Den Speck in Streifen schneiden und in einer Pfanne ohne Öl anbraten, bis er goldbraun ist aber in der Mitte noch leicht wabbelig ist.

Pochierte Eier in Rotweinsauce

© EMF/Dan Jones

Quelle: Alexis Gabriel Aïnouz: French Guy Cooking

100 Wow-Rezepte und genial Küchen-Hacks

Edition Michael Fischer

Preis: 18,– €

Wie geht drei Fliegen mit einer Klappe schlagen auf Französisch? Ganz einfach mit einer unkomplizierten Zubereitung macht die antiquierte Burgunder-Rotwein-Sauce auch wieder Spaß.  Weich cremiges Ei, knuspriger Speck auf gutem Sauerteigbrot, aromatisiert mit Schnittlauch, Frühlingszwiebel und Knoblauch. Seufz – und dabei haben wir heute doch erst Freitag und nicht Sonntag…..

Zutaten(für 4 Personen):

2 Gläser kräftiger Rotwein

350 ml Rinderbrühe

1 EL Rohrzucker

1 EL Öl

6 kleine Schalotten oder die weißen

Teile von Frühlingszwiebeln, halbiert

180 g Speckstreifen

180 g Champignons, geviertelt

2 EL Butter, gut verknetet mit 1 EL Mehl

Salz

frisch gemahlener Pfeffer

1 Schuss Essig

4 sehr frische Eier (Größe M)

5 Scheiben Brot

1 große Knoblauchzehe, geschält und

halbiert

ein paar Schnittlauchhalme

Zubereitung:

Wein und Brühe in einen Topf gießen und auf mittlerer Stufe erhitzen. Zucker hinzufügen und schwach köcheln lassen, bis die Flüssigkeit auf die Hälfte eingekocht ist. Wenn Sie ein bisschen Spaß haben möchten (und wissen, wie man das ohne Probleme hinbekommt), flambieren Sie den Wein.

In der Zwischenzeit das Öl in einer Pfanne erhitzen und Schalotten oder Frühlingszwiebeln, Speckstreifen und Champignons ca. 10 Minuten darin anbraten.

Wenn Wein und Brühe eingekocht sind, mit einem Schneebesen die Mehlbutter einrühren, bis die Sauce glatt und glänzend ist. Sauce mit Salz und Pfeffer würzen. Probieren und eventuell nachwürzen.

In einem Topf Wasser mit einem Schuss Essig langsam zum Kochen bringen. 1 Ei in ein Auflaufförmchen schlagen und vorsichtig ins Wasser gleiten lassen. Den Vorgang mit den restlichen 3 Eiern wiederholen und 3 Minuten kochen lassen. Dabei die Eier vorsichtig wenden. Eier mit einem Schaumlöffel aus der Pfanne heben und auf Küchenkrepp legen.

Die Brotscheiben toasten. 1 Scheibe mit der Schnittseite der Knoblauchzehe einreiben und in kleine Croûtons schneiden. Jeweils 1 Ei auf die übrigen Brotscheiben setzen und mit einem Löffel Zwiebeln, Speckstreifen und Champignons sowie die Sauce und die Croûtons darüber verteilen. Schnittlauchhalme mit der Schere in kurze Stücke schneiden und über die einzelnen Portionen streuen. Fertig!

Warum bildschön?

 Im ursprünglichen Rezept vermischt man die Sauce mit den Toppings und pochiert die Eier im Wein. Hört sich gut an. Aber hätte ich mich für das Foto daran gehalten, würden Sie jetzt angewidert umblättern und das Rezept garantiert niemals ausprobieren. #Babyspucke

French Guy Cooking

Alexis Gabriel Aïnouz: French Guy Cooking

100 Wow-Rezepte und genial Küchen-Hacks

Fotos:

Edition Michael Fischer

Preis: 18,– €

Worum geht’s`?

Die beste Küche der Welt braucht Paten, die im hier und jetzt zu Hause sind!

Hand aufs Herz, wann habt Ihr/Sie das letzte Mal französisch gekocht? Fällt einem doch so schnell nicht ein – oder? 2010 wurde die französische Küche von der UNESCO als schützenswert erachtet und zum Weltkultur-Erbe erhoben. Die Herrschaften könnten Recht gehabt haben, auch wenn für den ehemaligen französischen Staatspräsident Nicolas Sarkozy die Sache schon bei der Bewerbung Frankreichs im Jahr 2008 völlig klar war: „Wir haben die beste Küche der Welt!“ Leider nimmt das außerhalb Frankreichs inzwischen kaum noch jemand zur Kenntnis. Kritiker dagegen attestieren Frankreichs Cusine den Sprung ins 21. Jahrhundert nicht geschafft zu haben.

Was ist drin?

Französische Klassiker in bestechender Form……

„Nur in Frankreich hält man die französische Küche noch für die beste der Welt. Aber sie ist zu fett, zu butterlastig, zu wenig innovativ“, klagt der bekennende Gourmet Alexis Aïnouz, der sich selbst auf Youtube als das bezeichnet was er schließlich ist – ein „französischer Typ, der kocht“ –  also ein „French Guy Cooking“. Ein Faible fürs Essen und Trinken brachte er quasi von Geburt an mit und als er einfach keine Lust mehr hatte, in der Werbung zu arbeiten, wurde die kleine heimische Pariser Küche kurzerhand zum Versuchs-Labor umfunktioniert. Der Marketing-Profi beschränkte sich jedoch nicht darauf sich dort zu verschanzen, sondern sucht unermüdlich nach den bestmöglichen Zubereitungstechniken für das cremigste Rührei, das leckerste Sauerteigbrot oder ein ebenso saftiges wie knuspriges Steak! Von Anfang an, ging es dem Social Media affinen Pariser darum, eine weltweite Leserschar für sein Start-Up zu generieren, seine Seine Follower kommen eher aus den USA, Australien, Brasilien oder Deutschland und für die gibt er erst Ruhe bis er das ultimative Rezept gefunden hat.

The „naked Chef“ auf französisch….

Als Jamie Oliver 2013 für seinen eigenen You-Tube-Chanel nach einem jungen unverbrauchten Talent suchte, hat er vermutlich nicht schlecht gestaunt, als er den charmanten Franzosen bei einem Wettbewerb dafür entdeckte und sogar feststellen musste: „Hey es gibt Franzosen, die können tatsächlich Englisch sprechen und das sogar mit einem sehr charmanten Akzent“.

Zwischen Optimum, Küchenhacks und französischer Fusion-Küche oder French Guy ist kulinarisch nicht nur in Paris zu Hause…..

 100 mal nimmt Alex in den Kategorien „Eier“, „Suppen“, „Salate“, Pizza & Quiches“ „Kohlehydrate“ „Gemüse“ und „Süßes“, Anlauf um mit seiner unorthodoxen Herangehensweise für perfekte Ergebnisse zu sorgen.

Mit tüfteln zum ultimativen Steak – manchmal ist das Beste gerade gut genug…..

In Frankreich wird noch immer ein richtiger Kult um die Sterne-Gastronomie betrieben, Alexis Aïnouz geht es ebenfalls um Perfektion, jedoch beschreitet er dabei viel unkonventionellere Wege, um sein Ziel zu erreichen.

Wie ein Derwisch wirbelt der Franzose durch seine Videos. Das perfekte Steak wird bei ihm nicht nur mal eben in die Pfanne geworfen, sondern er strebt nach den höchsten Weihen dafür. Sein perfektes Steak wird zunächst Sous-vide (so bezeichnet man eine Methode zum Garen von Fleisch, Fisch oder Gemüse in einem vakuumierten Kunststoffbeutel bei relativ niedrigen Temperaturen von unter 100 °C.) gegart und dann in der Pfanne nachgebraten. Durch das langsame Vor-Garen bei konstant niedriger Temperatur im Vakuum-Beutel, kann sich der Fleischsaft im Inneren gleichmäßig verteilen. Das so vorbereitete Steak brät anschließend entspannt und gleichmäßig in der Pfanne nach und bekommt außerdem eine leckere Kruste. Ein Strohhalm und ein Zipp-Beutel ersetzen das Profi-Vakumier-Gerät – In Pandemie-Zeiten für mich interessant und echte Küchen-Tüftler mag ich sowieso , aber nicht Gäste tauglich…..

Gnadenlos gute Klassiker versöhnen mich mit Kartoffel-Gratin und Quiche Lorraine…

Ein schnödes Kartoffel-Gratin wird bei Aïnouz ein gnadenlos gutes Gratin dauphinois, dass so weich und cremig ist, dass es geradezu auf der Zunge zerschmilzt. Der Trick die Kartoffelscheiben bekommen ein Bad in viel heißer Crème double und Vollmilch spendiert, bei dem sie sich wunderbar vollsaugen können. Lorbeer und Muskatnuss tun das übrige um aus lecker, besonders lecker zu machen!

Von kulinarischen Hochzeiten – oder French Guy ist kulinarisch viel unterwegs

Was sich bei Jamie schon ein wenig abgenutzt hat finde ich, ist seine Kreativität. Auch wenn ich vieles was in der Küche des Engländers entsteht nach wie vor noch sehr gut finde. Alexis Aïnouz hat davon jedoch noch jede Menge am Start, er fusioniert kurzer Hand ein klassisches Pot-au-feu (Eintopf aus der ländlichen Küche Nordfrankreichs) mit einer vietnamesischen Pho-Bo und zeigt damit, in Paris kann man ebenso lecker Fusion kochen. Der französiche Küchen-Derwisch präsentiert ein unkompliziertes Lamm-Schisch-Kebap oder gratiniert seine Auberginen mit Miso direkt wie in Tokyo. Alles was mir in diesem richtig schönen Kochbuch begegnet, zeigt die Handschrift und den Stil eines begeisterten Gerne-Essers mit Tüftler-Gen.

„Cacio e Pepe“ transferiert der Pariser Perfektionist mit ComtéKäse nach Frankreich. Achtung es mag trival klingen, geriebenen Käse mit Kochwasser zu emulgieren, ist es aber nicht! Die Anleitung des französischen Küchenforschers ist stimmig, es muss sehr vorsichtig Flüssigkeit nach und nach hinzugegeben werden und die Flüssigkeit sollte warm aber nicht kochend heiß sein dann wird das nichts und klumpt ohne die gewünschte Verbindung einzugehen. Selbst Römer, die  die Pasta „Cacio e Pepe“ erfunden haben, essen diese deshalb gerne auswärts. Was hilft ist üben, üben, denn zu kalt sollte die Flüssigkeit, die dem Käse hinzugegeben wird ebenfalls nicht sein. Außerdem wichtig den Käse wirklich fein reiben und vielleicht die Zubereitungsschüssel vorher mit heißem Wasser anwärmen. Trotzdem ist das bei mir auch so schon mal schief gegangen…..

Probiert & Verputzt:

Bildschöne Oeufs en Meurette (Pochierte Eier in Rotweinsauce)

© EMF/Dan Jones

Wie geht drei Fliegen mit einer Klappe schlagen auf Französisch? Ganz einfach mit einer unkomplizierten Zubereitung macht die antiquierte Burgunder-Rotwein-Sauce auch wieder Spaß. Weich cremiges Ei, knuspriger Speck auf gutem Sauerteigbrot, aromatisiert mit Schnittlauch = Göttlich!

Quiche Lorraine mit himmlischem Boden

© EMF/Dan Jones

Quiche Lorraine a la „French Guy“,  sorgt mit Gewürzen im Teig für kulinarische Überraschung. Und dann dieser Boden buttrig, krümelig – wunderbar!

Hähnchen der Mitte aus dem Reich

© EMF/Dan Jones

Jamie Oliver hin oder her, dieses Hähnchen ist der Hit, da waren sich alle am Tisch einig!

Fazit: Délicieux – Merci French Guy! 

Lieber „French-Guy“ so ein unverbrauchtes Talent hatte ich schon lange nicht mehr bei mir in der Küche zu Gast. Ich freue mich auf weitere unvergleichliche Geschmackserlebnisse und bin froh, dass ich zusammen mit Dir noch viele Küchen-Abenteuer bestreiten kann, von unkonventionell, bis zum totalen Optimum oder doch lieber Fusion-Küche mit französischem Einschlag. Du beherrscht viele Programme und hast Küchen-Hacks im Angebot, die ich wirklich noch nirgendwo anders gesehen habe. Ich sage nur Zwiebel hacken wie in Bombay, lernt man vor Ort – oder einfach mit viel Effet von Dir!

 Ein wunderbares Kochbuch für gerne Kocher mit Ambitionen, oder Küchen-Menschen, die den Wunsch haben, sich Frankreich und die Welt kulinarisch kreativ oder auch mal perfekt vor knöpfen möchten. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht mit dem unkonventionellen kulinarischen Gipfelstürmer aus Paris. P.S. Bei Jamie hat es Alexis Gabriel Aïnouz nur bis zum dritten Platz gebracht, aber vielleicht war das ganz gut so…. Solo konnte er wirklich sein Ding machen und gerade das hat mir so gut gefallen bei diesem für mich sehr inspirierenden und leckerem Kochbuch, für das ein echter Tüftler in der Pariser Küche stand!

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar!