Bo Ssam (Knuspriger Schweinebauch)

©Lisa Linder/Knesebeck Verlag

Quelle: Caroline K. Hwan: Einfach koreanisch!

Der entspannte Weg zu Kimchi, Bibimbap & Co.

Fotos: Lisa Linder

Knesebeck Verlag

Preis: 30,– €

Austern zu Schweinebauch, das mag ungewöhnlich klingen passt aber perfekt und ist typisch koreanisch, häufig kommt die fischige Beilage als Austernsalat dazu. Für meinen Mann als Austernfan war es das reinste Vergnügen, obwohl ich keine 12 Stück erstanden habe. Denn ich habe lediglich eine probiert und mich dann an Kimchi & Co gehalten.

Traditionell handelt es sich bei diesem Gericht um gekochtes Schweinefleisch, das in roten Kopfsalat gewickelt (ssam) und mit eingelegtem Rettich, einem Dip und Austern serviert wird.

Zutaten (für 6 Portionen):

1,5 kg ausgelöster Schweinebauch

1 Zwiebel, geviertelt

1 Fuji-Apfel, geviertelt

2 Frühlingszwiebeln

1 Stück Ingwer (8 cm), geschält und grob gehackt

6 Knoblauchzehen, geschält

2½ EL Doenjang (siehe Seite 17)

2½ EL Sojasauce

120 ml Mirin

Gewürze

60 g feines Meersalz

1 TL schwarze Pfefferkörner

60 g grobes Meersalz

Zum Servieren

Pikanter Trockenrettich (siehe Seite 34)

Würzpaste zum Dippen (siehe Seite 242 oder unten)

12 rohe Austern (je salziger, desto besser!)

Zubereitung:

Den Schweinebauch unter fließendem kaltem Wasser abspülen und die Schwarte mehrmals einstechen.

Zwiebel, Apfel, Frühlingszwiebeln, Ingwer, Knoblauch, Doenjang, Sojasauce, Mirin sowie das feine Salz und die Pfefferkörner in einen großen Topf mit 1,75 l Wasser geben. Bei starker Hitze zum Kochen bringen, den Schweinebauch einlegen und bei moderater Hitze 20–30 Minuten köcheln lassen. Das Fleisch herausnehmen und abtrocknen. Auf einen Teller legen und für 4 Stunden (oder über Nacht) in den Kühlschrank stellen, damit die Schwarte austrocknet.

Den Ofen auf 200 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Den Schweinebauch aus dem Kühlschrank nehmen, den Saft, der sich eventuell gesammelt hat, weggießen. Das Fleisch noch einmal trockentupfen, die Schwarte mit dem groben Salz einreiben und auf einem Gitter in ein Bratenblech setzen. Eine mit Wasser gefüllte ofenfeste Schüssel auf der untersten Schiene in den Ofen stellen – das Wasser soll Dampf im Ofen erzeugen. Den Schweinebauch auf der oberen Schiene einschieben und 30 Minuten braten. Herausnehmen und den Grill auf höchster Stufe vorheizen. Das Fleisch unter dem Grill bräunen, bis die Schwarte knusprig ist. Das Fleisch 5–10 Minuten ruhen lassen und in Scheiben schneiden. Mit dem Trockenrettich, der Würzpaste und den geöffneten Austern servieren.

Vorbereitungszeit: 20 Minuten

Ruhezeit: mindestens 4 Stunden, besser über Nacht

Garzeit: 45 Minuten

Würzpaste zum Dippen

Servieren Sie diese würzige Paste zu jeder Art von Grillfleisch, sie sorgt für ein vollmundiges Aroma, oder zu Ssam (Salat-Wraps). Zuweilen genießt man sie auch schlicht als Dip für roten Kopfsalat ohne weitere Zutaten.

Zutaten (ergibt 240 ml):

1 TL zerstoßener Knoblauch

1 Frühlingszwiebel, in dünne Ringe geschnitten

60 g Zwiebeln, gerieben

2 EL Doenjang (siehe Seite 17)

2 TL Gochujang (rote Chilipaste)

1 TL geröstetes Sesamöl

1 TL Honig

Gewürze:

gemahlener schwarzer Pfeffer

Sämtliche Zutaten in einer Schüssel sorgfältig verrühren. Die Paste hält sich im Kühlschrank bis zu 1 Woche.

Zubereitungszeit: 15 Minuten

Pikanter Trockenrettich (Mumallaengi Muchim)

 in Asia-Läden unter den Trockenwaren. Er ist von leicht gummiartiger, aber angenehm knackiger Konsistenz und ein Muss zu Bo Ssam (Schweinebauch, siehe Seite 124).

Zutaten (für4- 6 Portionen):

90 g getrockneter Rettich

1 EL Traubenkernöl

½ Serrano-Chilischote, fein gehackt

3 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe

geschnitten

2 TL zerstoßener Knoblauch

100 ml Sojasauce, plus 1 EL

1 EL Fischsauce

2 EL Honig

2 EL geröstete Sesamsamen, plus etwas zum

Servieren

Gewürze

40 g Gochugaru (rote getrocknete

Chiliflocken)

Zubereitung:

Den Rettich 30 Minuten in Wasser einweichen, abtropfen und sorgfältig ausdrücken.

Das Öl in einer Pfanne bei mittlerer Temperatur erhitzen und den Rettich darin 2 Minuten anschwitzen. Die restlichen Zutaten hinzufügen und 3–4 Minuten unter Rühren erhitzen, sodass  der Rettich rundherum mit der Sauce bedeckt ist. Vor dem Servieren mit gerösteten Sesamsamen bestreuen.

Zubereitungszeit: 20 Minuten

 

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Koreanisches Steak Tatar (Yukhoe)

©Lisa Linder/Knesebeck Verlag

Quelle: Caroline K. Hwan: Einfach koreanisch!

Der entspannte Weg zu Kimchi, Bibimbap & Co.

Fotos: Lisa Linder

Knesebeck Verlag

Preis: 30,– €

Hm, wie fein! Ich habe auf den knackigen Apfel vertraut. Zu oft habe ich mit Nashi-Birnen Pech gehabt und ein altes und mehliges Exemplar erwischt. Da sowohl Yuzu-Früchte als auch Meyer-Zitronen wirklich schwer zu kriegen sind, wenn man nicht in die Läden für Profis geht und die legen bei uns in Frankfurt leider nicht in der Innenstadt, habe ich auf den erfahrenen Süd-Früchte Importeuer aus der Frankfurter Kleinmarkthalle vertraut und stattdessen eine Amalfi-Zitrone gekauft. Das man Zwiebeln die Schärfe nehmen kann, wenn man sie in kaltes Wasser einweicht, wusste ich bisher nicht, wieder was gelernt!

Hier eine originelle koreanische Interpretation des Steak Tatar mit einer kräftigen Sesamnote. Verordnen Sie dem Fleisch samt Teller einen mindestens 15-minütigen Aufenthalt im Gefrierschrank – wer mag schon ein lauwarmes Steak Tatar? Dazu schmecken ganz hervorragend Lotuswurzelchips (siehe Seite 198).

Zutaten (für4 Portionen):

285 g Rinderfilet, ganz fein gewürfelt

½ Nashi-Birne oder Fuji-Apfel, in feine Streifen geschnitten

1 TL geriebene Schale von 1 unbehandelten Yuzu

(oder Meyer-Zitrone)

2 TL Yuzu-Saft (oder Meyer-Zitronensaft)

1 Frühlingszwiebel, schräg in Ringe geschnitten

1 EL ganz fein gehackte Zwiebel, 10–15 Minuten

in kaltem Wasser eingeweicht

1 TL zerstoßener Knoblauch

2 EL Sojasauce

1 EL geröstetes Sesamöl

2 Wachteleigelbe (oder Hühnereigelbe)

geröstete Sesamsamen zum Garnieren

Pinienkerne zum Garnieren

Gewürze

Salz und gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Das gehackte Rinderfilet so darauf verteilen, dass sich die Stückchen nicht berühren, und (samt Teller zum Anrichten) 10–15 Minuten in den Gefrierschrank stellen.

Inzwischen die restlichen Zutaten, außer den Eigelben und der Garnitur, in einer Schüssel gründlich vermengen. Das angefrorene Fleisch dazugeben, sorgfältig untermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Tatar auf dem eiskalten Teller anrichten und in der Mitte eine kleine Mulde hineindrücken. Dort die Eigelbe hin

Vorbereitungszeit: 20 Minuten

Einweichzeit: 10 – 15 Minuten

Gefrierzeit: 15 Minuten

 

Das zarteste Pörkelt der Welt

©Daniela Haug

Quelle: Stevan Paul: Blaue Stunde

Rezepte, die den Abend feiern. Tapas, Antipasti, Mezze, Ceviche & Apéro

Fotos: Daniela Haug

Brandstätter Verlag

Preis: 36,– €

Ein butterzarter Soulfood-Traum, der die Familie begeisterte. Sogar die Schwiegermutter hat nach dem Rezept gefragt………

Das Nationalgericht der Magyaren, das Gulyás (ungar.= Hirte) bezeichnete einst gekochtes und dann getrocknetes Fleisch, das die Schafhirten auf ihren langenWanderungen mit sich führten. Daraus entwickelte sich das Gulasch, traditionell eher ein Eintopfgericht aus Lamm-, Schweine- und/oder Hühnerfleisch mit Zwiebeln, Paprika und Kartoffelwürfeln. Pörkölt hingegen bezeichnet das mit Zwiebeln und Paprika weich geschmorte Rindfleischgericht mit dicklicher Sauce, das im deutschsprachigen Raum oft irrtümlich als Gulaschbezeichnet wird. Besonders zart gelingt das Pörkölt, wenn man statt der klassischen Ober- und Unterschale das Fleisch aus der Wade des Rinds, die Rinderbeinscheiben, verwendet, jenes Fleisch also, das ansonsten für Osso buco geschmort wird. Es ist kernig und dennoch butterweich und mit ihm gelingt ein Pörkölt, über dessen Würze und Zartheit die Leute reden werden.

Zutaten (für 6 Portionen): 1,8 kg fleischige Rinderbeinscheiben1 kg Gemüsezwiebeln1–2 Knoblauchzehen2 EL edelsüßes Paprikapulver1 TL scharfes Paprikapulver1 EL Tomatenmark1 TL Zucker½ TL Kümmelsaat2 Lorbeerblätter300 ml Rotwein
(z.B. Blaufränkisch oder ein leichter Spätburgunder)Butterschmalz1 rote Paprika2 Tomaten250 ml RinderbrüheSalzeinige Perlzwiebeln und Gewürzgurken200 g saure Sahneetwas Milcheinige Zweige Dill

Zubereitung: Silberhaut rund um die Rinderbeinscheiben entfernen, Fleisch in mundgerechten Würfeln vom Knochenschneiden. Knochen bis zur Verwendung zur Seite stellen. Mark aus den Knochen drücken und in einem Bräter bei mittlerer Hitze schmelzen. Zwiebeln pellen, halbieren und in feine Streifen schneiden. Knoblauchpellen und würfeln. Zwiebeln im Mark-Fett hellbraunbraten, mit Paprikapulver bestäuben, Tomatenmark und Zucker unterrühren. Knoblauch, Kümmel und Lorbeer zugeben. Mit Rotwein ablöschen, aufkochen und 2 Minuten offen kochen. Beiseitestellen.

Fleisch in einer beschichteten Pfanne in etwas Butterschmalz portionsweise kräftig anbraten, in den Bräter geben. Paprika vierteln, entkernen und würfeln, Tomaten würfeln und beides unter den Pörkölt-Ansatz rühren. Mit Brühe auffüllen, Knochen zugeben und zugedeckt bei kleiner Hitze 2 Stunden leise simmernd schmoren, dabei ab und zu umrühren. Mit Salz würzen.

Sauergemüse klein schneiden, saure Sahne mit etwa sMilch cremig rühren und salzen, Dill zupfen. Knochen und Lorbeer entfernen und das Pörkölt mit Sauergemüse, saurer Sahne und Dill anrichten.

Egésusédre! Hier schmeckt der Rotwein, mit dem auch gekocht wurde, bestenfalls ein Kékfrankos (Blaufränkisch) aus der ungarischen Weinregion Balaton (Plattensee) oder ein leichter, junger Spätburgunder. In jedem Fall darf auch Rotwein leicht gekühlt sein, 16–18 Grad ist ein guter Richtwert.

Alkoholfrei: pikanter Tomatensaft oder ein mit Wasser leicht verdünnter und subtil gesalzener Trinkjoghurt (z.B. Ayran).

 

Hummus-Stulle mit Dukkah

© Daniela Haug/Brandstätter Verlag

 Quelle: Stevan Paul: Blaue Stunde

Rezepte, die den Abend feiern. Tapas, Antipasti, Mezze, Ceviche & Apéro

Fotos: Daniela Haug

Brandstätter Verlag

Preis: 36,– €

Cremiger Hummus + geniales Dukkah +essigwürzige milde Zwiebeln + pfeffrige Rauke + süße eingelegte Paprika = beste Stulle ever. We love Stevan, we love Amerstam!

Diese grandiose Stulle aß ich nicht in Casablanca, sondern im The Breakfast Club in Amsterdam: cremiger Hummus mit eingelegten Paprika und Essigzwiebeln auf Brot, bestreut mit knusprig-würzigem Dukkah – einer nordafrikanischen Nuss-Gewürzmischung, die süchtig macht und eigentlich zu allem passt. Zu diesen Broten besonders gut!

So geht’s für 6–8 Stullen):

Für den Humus:

1 Dose Kichererbsen (425 g EW) abgießen, abtropfen lassen und mit 200 g Tahin (Sesampaste), 1–2 EL Zitronensaft, ½ Knoblauchzehe und 2–4 EL Wasser im Mixer cremig pürieren. Humus mit Salz und Piment d’Espelette (wahlweise Cayennepfeffer) mild abschmecken.

Für das Dukkah:

1 EL Fenchelsaat, 1 EL Koriandersaat, ½ TL Kreuzkümmel, 1 TL schwarze Pfefferkörner, 1 EL geröstete Sesamsaat und 1 TL schwarze Sesamsaat im Mörser fein zerreiben. 80 g geröstete gesalzene Erdnüsse zugeben und weiter mörsern, bis ein feines Gewürz entstanden ist.

Zum Anrichten:

1 rote Zwiebel pellen, halbieren, in Streifen schneiden und mit 1 TL Rotweinessig und Salz würzen. Eingelegte Paprika (S. 74) abtropfen, 1 Handvoll Rauke waschen und trocken schleudern. 6–8 Scheiben Brot mit Hummus bestreichen, mit Paprika, Essig-Zwiebeln und Rauke belegen, mit Dukkah bestreuen und servieren.

Basaha: Frische Minze im Teeglas mit heißem Wasser übergießen, wer mag, süßt mit Honig oder braunem Zucker.

Musik: Auf ihrem Debüt-Album „Soul of Morocco“ (2013) verwebt die stimmstarke Sängerin Oum traditionelle Klänge ihrer Heimat Marokko mit viel Jazz – elegant!

Geröstete Macadamia mit Sichimi Togarashi

 Quelle: Stevan Paul: Blaue Stunde

Rezepte, die den Abend feiern. Tapas, Antipasti, Mezze, Ceviche & Apéro

Fotos: Daniela Haug

Brandstätter Verlag

Preis: 36,– €

Die Symbiose aus mild-süßen Nüssen und Säure und Schärfe, einfach großartig. Die Dinger waren in Windeseile verputzt!

Australier lieben Nüsse und Königinist die australische Macadamia-Nuss.Knackig und doch zart, buttrig-nussig im Geschmack – und schwer zu knacken. Das alles rechtfertigt den Preis der Edel-Nuss, die hier noch mit der japanischen „Sieben-Gewürz-Chilipfeffer“-Mischung SichimiTogar ashi verfeinert und geschärft wird: Hauptaromen sind Chili, Sansho-Pfefferund Mandarinenschale, Mohn, Sesamsaatund Aonori-Alge. Erhältlich ist die Gewürzmischung bei uns im Asialaden und dem Asia-Regal im gut sortierten Supermarkt. Wer keine Gewürzmischung bekommt, würzt nach Geschmackmit schwarzem Pfeffer aus der Mühle, Chiliflocken und etwas fein abgeriebener Orangen- oder Mandarinenschale.

So geht’s (für 275 g Nussmischung):

Ofen auf 180 Grad vorheizen.

1 Eiweiß mit etwas Salz und einer Prise Zucker steif schlagen. 125 g Macadamia-Nüsse mit 150 g Cashew-Kernen und dem feinen Abrieb und Saft von ½ Limette zum Eiweiß geben, dazu ca. 1 TL Sichimi Togarashi (Vorsicht, scharf!). Alles mischen und die gewürzten Nüsse in einem Sieb abtropfen lassen.

Auf einem Blech mit Backpapier verteilen und im heißen Ofen 6 Minuten antrocknen lassen.

Papier entfernen und die Nüsse auf dem blanken Blech weitere 6 Minuten rösten, sodass sie rundum braun werden.

Nüsse komplett auskühlen lassen, erst dann haben sie den „Röstknack“. Funktioniert auch mit anderen Nüssen und Kernen wie Haselnüssen, Walnüssen oder Mandeln.

Musik: Aus dem benachbarten Neuseeland kommen Fat Freddy’s Drop, deren Mischung aus Roots-Reggae und Dub mit Elementen aus Soul, Jazz, Funk und einer Prise Electro jede Blaue Stunde adelt. Reinhören: Album „Black Bird“ (2013).

Bottom up! Neue Lieblings-Barfood-Nussmischung zu einfach allem! Richtig, richtig gut allerdings

zu Sherry in Fino-, Amontillado- oder Olorosso-Qualität.

Stevan Paul: Blaue Stunde

Rezepte, die den Abend feiern. Tapas, Antipasti, Mezze, Ceviche & Apéro

Fotos: Daniela Haug

Brandstätter Verlag

Preis: 36,– €

Bar-Food ist das neue Street-Food

Worum geht’s?

oder endlich Feierabend, der zum gemeinsamen Genießen einlädt!

Lt. Wikipedia bezieht sich der Begriff „Blaue Stunde“ auf die besondere Färbung des Himmels während der Zeit der Dämmerung nach Sonnenuntergang und vor Eintritt der nächtlichen Dunkelheit, während sich die Sonne etwa 4 bis 8 Grad unterhalb des Horizontes befindet. So weit zu den wissenschaftlichen Parametern eines Synonyms, das wir mit einer Zeit der Entspannung nach einem langen Tag im Büro verbinden. Diese Momente einfach nur allein auf der Couch zu verbringe, wär extrem schade. Findet auch Stevan Paul und liefert in seinem neuen Kochbuch viele leckere und unkomplizierte Ideen um diese besondere Zeit des Tages. wenn überall die Lichter angehen und der Lärm in den Städten leiser wird und Lachen und Gläserklingen an dessen Stelle tritt, auch kulinarisch zu feiern Ein solcher Abend kann unmöglich ohne die passende musikalische Untermalung anfangen,  deshalb hat der Hamburger praktischerweise auch schon mal die Mucke aufgedreht.

Wer sind die Autoren?

© Daniela Haug/Brandstätter Verlag

Autor und Foodjournalist Stevan Paul folgt in diesem Buch dem Lauf der untergehenden Sonne einmal rund um die Welt. Sein Lieblingsdrink zur Blauen Stunde ist der Port Tonic von Seite 222. Bei Brandstätter erschienen ebenfalls sein Streetfood-Bestseller „Auf die Hand“, das innovative Outdoor-Kochbuch „Open Air“ sowie das erste Kochbuch zum Trendthema Craftbeer.

Die Arbeit an diesem Buch führte Daniela Haug auf eine fotografische Reise durch die Blauen Stunden von Padua bis San Francisco. Dabei entdeckte sie in Lissabon nicht nur ihre Liebe zu Pastèis de Nata wieder (S. 192), sondern auch ihren neuen Lieblingsplatz am Ponto Final. Die leidenschaftliche Fotografin für People, Food und Reisen arbeitet international für Verlage, Agenturen und Unternehmen.

Wie sieht es aus?       

Es ist ein „blaues Wunder“ mit Goldprägung und Goldschnitt geworden. Der Wiener Verlag versteht sich nicht nur als Trendsetter, sondern bei Brandstätter versucht man stets, aus jedem Buch auch optisch ein Erlebnis zu machen. Wichtig, sehr wichtig finde ich, denn nur so kann man Menschen vermitteln, ein Buch  kann Dich genauso glücklich machen, wie ein neues paar Schuhe, die neue Handtasche des Luxuslabels oder Deine extrabreiten Autofelgen. Berühr, es fass es an und freue Dich wie wunderbar das Buch sich anfühlt, glatt wie ein Kinderpopo und mit einem Buchschnitt der schimmert und blinkt, wie die Sonne.

Was ist drin?

 oder sharing ist das neue Dinner!

 Die sich in vielen Ländern etablierte Barfood-Kultur, nimmt immer mehr Platz auch bei uns zu Hause ein und führt Familien und Freunde zur blauen Stunde zusammen. Zu den feierabendlichen Drinks lassen sich kleine Köstlichkeiten perfekt gemeinsam genießen.

In vielen Ländern der Erde gehört Barfood-Kultur zum kulinarischen Erbe: Italiener haben ihre Cicchetti, Spanier ihre Tapas und die Mittelmeer-Anrainer und die Araber zelebrieren in entspannter Runde ihre Mezze-Vielfalt, während die Briten locker an der Theke ihres Pubs lehnen und vom Autor mit Haggis Meatballs und  Steak-Pie verwöhnt werden.

Beam me up Stevan……

Dem Sonnenlauf folgend genießen wir eingeladen von Stevan Paul entspannte Momente bei einer kulinarischen Reise rund um die ganze Welt, mit appetitlichen Häppchen, Kleinig- und Köstlichkeiten, die uns in Lichtgeschwindigkeit mit „Oka i’a Fischsalat“ nach Samoa beamen oder uns „gemischte Yakitori“ (gegrillte Hähnchenspieße) aus Japan genießen lassen. Uns mit „Paneer Cigar Rolls“ aus Indien, „Lachs-Ceviche“ aus „Brasilien und Enchiladas mit Hühnchen und Chorizo“ als höchst leckerstes Soul-Food versorgen.

Tradition und Moderne treffen sich gerne zur Blauen Stunde, die neue Feierabendküche ist unkompliziert, einfach und hammerlecker und passt perfekt, um die schönste Zeit des Tages mit netten Menschen zu verbringen und sich gemeinsam ein paar Happen zu teilen. Der Abend gehört uns und bei der der Erinnerung an die Köstlichkeiten vom Vorabend klappt es mit dem Aufstehen am nächsten Morgen gleich viel besser.

Probiert und verputzt:

Geröstete Macadamia mit Sichimi Togarashi

Die Symbiose aus mild-süßen Nüssen und Säure und Schärfe, einfach großartig. Die Dinger waren in Windeseile verputzt!

 

Das zarteste Pörkelt der Welt

Ein butterzarter Soulfood-Traum, der die Familie begeisterte. Sogar die Schwiegermutter hat nach dem Rezept gefragt………

 

Hummus-Stulle mit Dukkah

Cremiger Hummus + geniales würziges Dukkah + essigwürzige milde Zwiebeln + pfeffrige Rauke + süße eingelegte Parika = beste Stulle ever. We love Stevan, we love Amerstam!

Unkomplizierte Rezepte aus aller Welt zum gemeinsamen genießen

 Fazit: Stevan Paul ist ein spannender Querschnitt gelungen, er serviert Soulfood vom Feinsten das er sich auf der ganzen Welt abgeschaut hat. Paul ist zudem ein wunderbarer Gastgeber, der seine Gäste nie allein am Tisch sitzen lässt und es versteht, diese vortrefflich zu unterhalten und mit Einblicken zu versorgen. Wenn er mir beschreibt wie effizient und unaufgeregt Köche in Japan in der Küche agieren, habe ich fast das Gefühl ich wäre selbst dort gewesen. Er versteht es uns mitzunehmen, weil er sehr authentisch und persönlich von seinen Reisen und Erlebnissen berichtet. Außerdem sorgt er für super Stimmung am Tisch, weil er immer die passende Mucke dazu auflegt.

Sein außergewöhnliches Talent als Rezept-Entwickler ist dafür verantwortlich, dass alles richtig lecker schmeckt und sehr unkompliziert funktioniert. Ihm ist ein Buch gelungen, das viele anspricht, die gerne gut essen und unkompliziert genießen wollen. Mir gefällt es außerordentlich gut, weil der Funke, den ein solches Kochbuch zu einem sehr einladenden Kochbuch macht, nur überspringt, wenn sich ein Autor persönlich einbringt und erkennbar macht, es geht um Erlebnisse und die kann er herrlich einfach und alltagstauglich so dass sie auch in der heimischen Küche unglaublich Spaß machen!  Es gibt jede Menge auf die Hand oder zum wohlig über den Bauch streichen, dass mit Twist und Händchen serviert wird.

Heute Abend wird weiter gefeiert schaut einfach noch mal vorbei!

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar!

Lamm-Rote-Bete-Süßkartoffel-Salat mit Fetacreme

©Tam West

 Quelle: Chelsa Winter: Eat

Fotos: Tam West

Ars Vivendi Verlag

Preis: 26,–

Soul-Food, wie wir das lieben. Auch die Gäste am Tisch waren hin und weg! Besser geht es nicht. Was mir auch bei diesem Rezept wieder auffällt jeder Zubereitungsschritt sitzt, es wird nichts ausgelassen oder vorausgesetzt. Welche Wohltat, dass das diese Autorin hier ihren Schwerpunkt setzt. Endlich mal wieder ein Kochbuch, wo wirklich alles passt!

Dieser Salat kommt im Winter wie im Sommer gut an, denn er ist ziemlich anspruchslos und kann warm oder kalt serviert werden. Ihr könnt auch Lammsteaks verwenden und euch das Garen im Ofen sparen, sondern das Fleisch einfach nur in der Pfanne braten. Oder nehmt Reste vom letzten Lammbraten. Anstelle von Süßkartoffeln könnt ihr auch Kürbis verwenden

Zutaten (für 5 – 6 Portionen):

2 mittlere Rote Beten

Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

3 Zweige Rosmarin, Nadeln abgezupft und gehackt

4 mittlere Süßkartoffeln, geschält und in 4 cm große Stücke geschnitten

3 rote Zwiebeln, in Spalten geschnitten

2 Knoblauchknollen im Ganzen

60 ml natives Olivenöl extra, plus mehr zum Beträufeln

400 g Lammrücken, Haut und Fett entfernt
neutrales Pflanzenöl (z. B. Raps-, Traubenkern- oder Kokosöl) zum Braten

250 g grüne Bohnen, in Stücke geschnitten

Zitronensaft

½ kleines Bund Minze,

Petersilie, Koriandergrün oder Schnittlauch, frisch gehackt

Fetacreme

100 g Feta, zerkrümelt

250 g Naturjoghurt oder griechischer Joghurt

2 EL frisch gehackte Minzeblättchen

1 EL Dijonsenf

2 TL Honig

1 TL frisch gepresster Zitronensaft

Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung:

Backofen auf 180 °C (Umluft) vorheizen. Das obere und untere Ende der Roten Beten abschneiden, die Knollen halbieren und auf ein großes Stück Alufolie legen. Mit Olivenöl beträufeln, salzen, pfeffern und ein wenig Rosmarin zwischen den Beten verteilen. Die Alufolie darüber verschließen. Süßkartoffeln, Zwiebeln, Knoblauchknollen, restlichen Rosmarin und Olivenöl auf ein Backblech geben. Salzen, pfeffern, alle Zutaten gut mischen. Rote-Bete-Päckchen ebenfalls auf das Blech legen und das Ganze im vorgeheizten Ofen 1 Stunde backen. Anschließend herausnehmen und beiseitestellen. Ofentemperatur auf 220 °C (Umluft) erhöhen.

Das Lammfleisch 30 Minuten vor dem Garen aus dem Kühlschrank nehmen und rundherum großzügig mit Salz und Pfeffer würzen. Pfanne auf hoher Stufe erhitzen. Sobald sie sehr heiß ist, 1 EL neutrales Öl zufügen und das Lammfleisch anbraten, bis es rundherum schön gebräunt ist. Das Fleisch auf ein Bratenblech legen und im heißen Ofen 10 Minuten garen (für die Garstufe medium-rare). Dann herausnehmen, locker mit Alufolie abdecken und mindestens 10 Minuten ruhen lassen. Für die Fetacreme alle Zutaten in einer Schüssel glatt rühren. Die Hälfte der gerösteten Knoblauchzehen aus ihrer Haut drücken und untermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Garen der Bohnen die Pfanne kurz ausspülen und mit 80 ml Wasser füllen, dann auf hoher Stufe zum Kochen bringen. Die Bohnen hineingeben und unter gelegentlichem Wenden köcheln lassen, bis sie eine leuchtend grüne Farbe haben und bissfest sind. Damit die Bohnen das intensive Grün behalten, sofort nach dem Abgießen in einer Schüssel mit eiskaltem Wasser abschrecken. Die Bohnen mit Süßkartoffeln, Zwiebeln und den restlichen, aus ihrer Haut gepressten Knoblauchzehen in eine Schüssel füllen.

Die Roten Beten aus der Alufolie nehmen, sobald sie ausreichend abgekühlt sind, die Schalen abreiben und den Rosmarin entfernen, dann in feine Scheiben schneiden und kurz vor dem Servieren unter die anderen Zutaten für den Salat heben.

Das Lammfleisch in Scheiben schneiden und auf dem Salat arrangieren. Etwas natives Olivenöl extra und Zitronensaft darüberträufeln, mit Salz und Pfeffer würzen und mit frischen Kräutern bestreuen. Ein paar Tupfen Fetacreme auf dem Salat verteilen und den Rest am Tisch dazureichen, damit sich jeder selbst bedienen kann.

Chelseas Tipp: Falls ihr noch altbackenes Weißbrot rumliegen habt, könnt ihr es in kleine Stückchen reißen und diese in 60 ml nativem Olivenöl extra goldbraun und knusprig braten. Diese Croutons als Garnitur verwenden.

 Arbeitszeit: 20 Min

Garzeit: 1 ½ Std, plus10 Min Ruhen