Tegole Valdostane (Runde Mandelplätzchen)

© Cettina Vicenzino für Dolci Italiani/ Edition Fackelträger
© Cettina Vicenzino für Dolci Italiani/ Edition Fackelträger

Quelle: Cettina Vicenzio: Dolci Italiani – Süße Verführung auf Italienisch

Fackelträger Verlag

Preis: 19,99 €

Dieses Gebäck hat seinen Ursprung im Aosta-Tal. Die Plätzchen bestehen aus Mandeln und sind dort überall erhältlich und wurden früher wie ein Dachziegel gebogen, daher auch ihr Name Tegola (Dachziegel). In der Regel werden Tegola mit einer Schokoladencreme gegessen. Wer mag kann diese auch durch eine Maronencreme ersetzen. Uns hat es in der puristischen Variante sehr gut geschmeckt, Creme-Kekse sind mir sowieso viel zu üppig.

 Zutaten (für ca. 30 Plätzchen):

 30 g Haselnüsse

50 g geschälte Mandeln

40 g weißer Zucker

40 g brauner Zucker

1 Pck. Vanillezucker

30 g weiche Butter

30 g Weizenmehl (Typ 405)

einige Tropfen Bittermandelöl

2 Eiweiß (Größe M)

1 Prise Salz

Zubereitung:

 Die Haselnüsse in einer Pfanne ohne Öl bei mittlerer Temperatur anrösten. In ein Tuch geben und die Nüsse gegeneinander reiben, damit sich die Schale ablöst.

Für den Geschmack bringt das Rösten und Schälen der Haselnüsse unglaublich viel, deshalb empfehle ich sich die Mühe zu machen und diesen Schritt nicht auszulassen, ist ja zum Glück keine große Menge.

Haselnüsse, Mandeln und die beiden Zuckersorten in einen Mixer geben und fein mahlen. Dann die Nüsse mit Vanillezucker, Butter, Mehl und Bittermandelöl gut vermischen.

Die Eiweiße mit dem Salz etwas aufschlagen und ebenfalls unterrühren. Den Teig für 30 Minuten im Kühlschrank kalt stellen.

Den Backofen auf 180 ° C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und den Teig mit einem Löffel in Kreisen von ca. 8 cm Ø auf das Backblech geben. Die Tegole auf der mittleren Schiene des Backofens 7 – 8 Minuten backen.

Zubereitungszeit: 15 Minuten

Kühlzeit: 30 Minuten

Backzeit: 7 – 8 Minuten backen

Dolci Italiani

Dolci italiani

Cettina Vicenzio: Dolci Italiani – Süße Verführung auf Italienisch

Fackelträger Verlag

Preis: 19,99 €

 „Festtags- und Weltstar Dolci aus ganz Italien – oder den Heiligen sei Dank!“

 Worum geht’s?

 Italienische Nachspeisen, ganz besonders die italienische Dolci haben es mir angetan! Obwohl ich sonst nicht so ein „Süßschnabel“ bin, nach einem guten Essen, darfs auch gern schon mal nur ein Stück Obst sein, aber nicht in Italien, da ist der Nachtisch und das Gebäck, definitiv das Highlight eines jeden Essens! Nirgendwo gibt es verführerische Süßspeisen für mich!

Den Heiligen sei Dank!

In Italien sind diese aber weniger Nachtisch als vielmehr Begleiter kultureller, religiöser Feste, die untrennbar mit diesem Ereignis verbunden werden, inzwischen aber das ganze Jahr über erhältlich sind. Heute wissen viele Italiener allerdings gar nicht mehr, welchem Heiligen sie die unterschiedlichen Dolce eigentlich zu verdanken haben. Diese Wissenslücke wird jetzt mit dem schönen Buch „Dolci“ von Cettina Vicenzio endlich geschlossen und für mich und Euch hat sie viele unendlich leckere Süßspeisen-Rezepte aus den unterschiedlichsten Regionen Italiens endlich mal in einem Buch zusammengetragen.

 Was ist drin?

 Das Buch gliedert sich in die folgenden 6 Kapitel

 “Norden” (Aosta-Tal, Piemont, Trentino, Venedig, Lombardei, Friaul, Emilia-Romagna)

“Zentrum” (Toskana, Marken, Umbrien, Rom)

„Süden“ (Abruzzen, Molise, Kampanien, Kalabrien, Basilicata, Apulien,

„Inseln“ (Sizilien, Sardinien)

„Weltstar-Dolci“

“Festtags-Dolci“

 Jedes der ersten vier Kapitel ist wiederrum in einzelne Regionen unterteilt, hier werden wirklich alle 20 Regionen Italiens und ihre süßen Spezialitäten vorgestellt.

Zu jeder Region gibt es eine Seite, auf der für die Region typische Zutaten vorgestellt werden. Das ganze komprimiert und immer sehr anschaulich in einer Bild-Collage dargestellt. Ein besonderes Anliegen ist es der Autorin aber, die präsentierten Speisen in die Geschichten dahinter einzubinden: Die Entstehungsgeschichten der „Minne di Sant’Agata“ (Kleine Cassata-Törtchen) und der „Cuccia di Santa Lucia“ (Ricotta-Creme) sind sehr blutig, wen wundert es, sie kommen ja auch aus Sizilien. Sie lesen sich vor allem deshalb so spannend, weil Religion in den Legenden eine große Rolle spielt. Doch nicht alle Dolci auf Sizilien haben eine brutale Geschichte, hinter den „Cannoli“ steht eine eher anzügliche Überlieferung.

Die präsentierten Rezepte bieten einen guten Querschnitt, quer durch Italien vom herrlichen „Südtiroler Apfelstrudel“ bis zu den sizilianischen „Fichi ripieni al cioccolato“ (Feigen im Schokomantel).

Abgesehen davon, werden noch „Weltstar-Dolci“ serviert, wo es um die altbekannten Klassiker wie „Tiramesù“ und „Panna cotta“ etc. geht. Im Kapitel „Festtags-Dolci“ sind Dolici-Spezialitäten wie z. B. „Panettone“ vereint, die zu bestimmten Feiertagen serviert werden.

Natürlich geht es der Autorin in erster Linie um traditionelle Rezepte, aber einige Klassiker wie die Zabaione und das Tiramisu präsentiert Cettina in ihrer Version, für die Zabaione bedeutet das einen Hauch von Kardamom.

Wie sieht es aus?

Die Ausstattung des Buches ist hochwertig (Fadenheftung, beschichtetes Papier), das Layout klassisch elegant, viel Gold und auch ein wenig verspielt.

Wer ist die Autorin?

 Cettina Vicenzino, waschechte Sizilianerin und Autorin prämierter Kochbücher der italienischen Küche, kam 1972 mit ihrer Familie nach Köln. Hier eröffneten ihre Eltern ein italienisches Restaurant. 1992 begann sie mit der Food-Fotografie und arbeitet heute als Fotografin, Stylistin, Buchautorin und Künstlerin.

Meine Reise durch den Dolci-Himmel

 Ich liebe italienisches Essen und ganz besonders Dolci, nirgendwo sonst in Europa wird mit mehr Liebe gekocht und Essen regelrecht zelebriert. Zabaione mit Kardamom das war mir einen Versuch Wert, außerdem liebe ich Torrone, deshalb musste es für mich auch das Mandel- Torrone sein, zum Schluss noch runde Mandelplätzchen, die mir ohne Schokoladenüberzug sehr viel besser gefallen als im Original. Alles war gut strukturiert und hat uns sehr gut geschmeckt. Mein Favorit aber ist ganz klar, das Mandel-Torrone.

Was ist besonders – oder endlich mal ein Buch nur mit herrlichen  Dolce!

 Häufig macht man ja die Erfahrung bei Länderkochbüchern, dass die Übersetzung nichts taugt, oder die Adaption der Rezepte nicht wirklich auf unsere Lebenswirklichkeit vollzogen ist. Skeptisch bin ich auch immer, wenn sogenannte Touristen als Autoren am Werk sind, die sich vielleicht mal zwei Wochen Zeit nehmen, im Ursprungsland der Rezepte schnell ein Shooting zu veranstalten und uns diese – oft mit heißer Nadel zusammen komponierte Rezept-Zusammenstellung – als Buch präsentieren.

Bei Cettina Vicenzio habe ich keinerlei Bedenken, Sie ist nicht nur Sizilianerin, sondern hat auch bei vielen erfolgreichen Kochbüchern schon mitgewirkt. Das merkt man überall, denn die Auswahl ist wirklich stimmig, ich finde alles an Klassikern was ich mir gewünscht habe und habe vor allem den Eindruck, die Rezepte sind wirklich authentisch, aber auch praktisch und gut bei uns umsetzbar. Der ein oder andere unerwartete Kniff ist auch noch dabei und trägt die Handschrift einer Autorin, die sich hier auch traut, Klassikern mit Pfiff neues Leben einzuhauchen.

 Fazit: Das Buch „Dolce“ von Cettina Vicenzino hat meine Erwartungen voll und ganz erfüllt und ich bin froh, dass ich endlich ein wirklich authentisches Kochbuch zum Thema italienische Süßigkeiten in meinem Kochbuch-Regal habe, das es schafft authentische Rezepte praxistauglich und liebevoll zu präsentieren und mir außerdem kurzweilige Unterhaltung bietet,  weil es immer den regionalen und religiösen Bezug der präsentierten Köstlichkeiten herstellt, auch wenn ich es mit den „Heiligen“ nicht so habe. Mir hat ein solches Buch lange gefehlt!

Herzlichen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.