Larousse/Rezepte aus dem Wald

160510_01_Phaidon_RezepteWALD_mk.inddJean-François Mallet: Larousse/Rezepte aus dem Wald

Anpirschen mitnehmen und dann ran an die Töpfe!

 Phaidon by Edel

Preis: 36 €

Wie sieht es aus?

 Ein schöner wertiger Pappband mit klarem und klassischem Design lädt mit wunderschöner Wald-Impression auf dem Cover zum Schmökern ein. Das Foto ist so anziehend, dass ich mir am liebsten gleich in der Früh die Gummistiefel schnappen und mit einem Pilzkörbchen in den Wald ziehen möchte, denn das Jagen überlasse ich gerne den Profis. Auch das graue Lesebändchen macht sich wirklich gut.

Worum geht’s

Jean-François Mallet, französischer Fotograf und Herausgeber des berühmten Larousse, (kulinarische Enzyklopädie) hat sich vorgenommen, mit uns im Wald auf die Pirsch nach allerlei leckerem Wild, Geflügel, Pilzen und Kräutern zu gehen. Er versteht sich als Pionier einer modernen Wildküche, die zeigen will, dass diese Köstlichkeiten auch leicht, frisch und kreativ daher kommen können. Es gilt, den zarten Eigengeschmack der Produkte zu erhalten und diese nicht durch stundenlanges Marinieren oder endlos langes Schmoren zu verfremden. Das ist längst überfällig, Wildküche gilt vielerorts als kompliziert und wenig innovativ. Auch herrscht häufig das Vorurteil, dass man gutes Wildfleisch nur als passionierter Jäger problemlos bekommt. Das muss nicht sein und wer könnte uns das besser näher bringen als ein Franzose, für den Genuss praktisch Bestandteil seiner DNA ist. Selbst Großstadt-Nomaden wie ich, haben inzwischen über Bauern- u. Wochenmärkte Zugang zu vielen Quellen für erstklassiges Wildfleisch. Also warum sich nicht mal von einem französischen Genießer zeigen lassen, was man alles Raffiniertes daraus zaubern kann, ohne endlos lange in der Küche zu stehen.

Was ist drin oder der Mann kann mehr als Klassiker!

Knapp 100 Rezepte in den Kapiteln Haarwild, Federwild, Pilze Kräuter und Schnecken, Nüsse und Beeren wurden im Buch vereint. Außerdem gibt es noch ein nützliches Glossar. Da gibt es so leckere Sachen wie Rehkeule au Chocolat, Filetspieße vom Reh mit Mango, oder auch einen Wild-Cheeseburger mit Portulak und Brunnenkresse. Die klassische Sparte ist z. B. durch Rehrückensteaks mit Kirschsauce, Hasenpfeffer mit Rotkohl und anderem vertreten. Es fällt aber auf, dass der Autor – getreu seiner Zielsetzung – hier den Akzent auf unkomplizierte, moderne und raffinierte Wildküche legt. Das gefällt mir!

Mallet ist ein großartiger Modernisierer!

Er sucht sich eine klassische Vorlage und entstaubt diese gründlich, dass Wildschwein-Ragout mit Steinpilzen wird zusätzlich mit der abgeriebenen Schale und dem Saft von 6 Mandarinen deutlich mehr Frische verpasst, als man das üblicherweise von diesem Gericht gewohnt ist und aus dem Hasenrücken zaubert er kurzerhand mit Heidelbeeren, Reispapier, Sojasauce, Thai-Basilikum und Estragon herrlich kreative Frühlingsröllchen. Die Wildkaninchen schnürt er kurzerhand mit Salbei und Kürbis zu kleinen Päckchen und die Wildenten vereinen sich mit Schweinebauch Portwein, Speck und Pistazien zu einer leckeren Terrine.

Mit einem Franzosen in der Küche
oder Stockenten, Wachteln und Schnecken gehören auch dazu

Ich liebe Frankreich und auch die Französische Küche, hier bedient sich der Autor an allem was man sich da an Zutaten vorstellen kann. Dazu gehören u. a. Stockenten, die eingelegt mit Weißrüben in den Keller wandern, genauso wie Fasan und Rebhühner. Der Fasan wird in Pastillas mit Pinienkernen versteckt, die Wachteln werden zusammen mit Geflügelleber zu  einer -von Franzosen so geliebten – Pastete verarbeitet und die Foi Gras paart sich mit Heidelbeeren zu einer interessanten Vorspeisen-Kombination. Ohne Schnecken geht natürlich in Frankreich nichts, z. B. in einer Bouillon mit Spinat und Reisnudeln. Außerdem hat der Autor eine Schwäche für die süßen Früchte des Waldes, Walderdbeeren, Heidelbeeren oder Brombeeren adeln sein Clafoutis, die Muffins und Torteletts.

Wem gefällt`s

Ich finde die Idee sehr überzeugend Wildküche einmal gründlich zu entstauben und zu modernisieren. Wir reden aller von saisonaler regionaler Küche und kaufen Rindfleisch aus Argentinien oder sonst wo her. In den Städten – wie bei uns in Frankfurt – wird im Stadtwald kaum noch gejagt und entsprechend groß ist der Wildbestand. Beim Mountain-Biken oder Joggen muss man aufpassen, dass man nicht von einer Herde Rehe oder Horde Wildschweine umgerannt wird, denn Angst vor Menschen haben die nicht mehr. Ich will den Bambis sicherlich keine Angst machen, habe aber durch unser Wochenend-Häuschen auf dem Land, auch Jäger in der Nachbarschaft und schätze ein gutes Wildgericht ebenso wie ein gutes Steak, wenn nicht sogar ein bisschen mehr. Es fehlt halt wirklich an kreativen und gut umsetzbaren Rezepten dafür, zumindest was den deutschen Kochbuch-Markt betrifft. Mallet liefert das, er holt als Franzose, Genießer und Jäger an die Tafel, die das Besondere schätzen und offen für Experimente sind. Bei den Beeren des Waldes als Zutat wird sicherlich nicht jeder fündig werden, obwohl es dieses Jahr geradezu eine Flut an Heidelbeeren gab und wir beim Wandern in den Alpen noch nie so viele Walderdbeeren genascht haben. Wenn das mal nicht zur Verfügung steht, lässt sich sicherlich auch ein tolles Produkt des Obst- und Gemüsehändlers unseres Vertrauens alternativ einsetzen.

Fazit: Definitiv ein Buch für Spezialisten, Genießer und Jäger werden ihre Freude haben. Es setzt auf neue Akzente in der Wild- und Waldküche, das macht das Kochbuch spannend!

 Vielen Dank für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Advertisements

Shaking Salad

 

shaking_salad_download_0.jpg

Karin Stöttinger: Shaking Salad

Christian Brandstätter Verlag

Preis: 19,99 €

„Shake it Baby – oder der Star ist das Glas!“

 Worum geht’s? 

Karin Stöttinger ist eine passionierte Surferin, bei ihrem ersten Surf-Urlaub in einem Sportcamp im südlichen Spanien wurde zum Lunch oft ein sommerlicher Salat – serviert im Glas, simpel, praktisch zum Mitnehmen, und köstlich!

Karin war von dem Konzept begeistert, als berufstätige Mutter, die auch Wert auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung in der Mittagspause legt, hat sie zu Hause, diese Idee weiterentwickelt und perfektioniert.

Zurück im Büro begann sie, Salate im Glas mitzunehmen und das Dressing separat zu verpacken. Schon bald bekochte Karin die ganze Mittagstischrunde im Büro und nahm immer wieder bis zu 12 Salate mit in die Arbeit. Die Kolleginnen und Kollegen waren voll des Lobes und so war für sie klar, dass sie mehr daraus machen wollte….

Aus dem mehr ist inzwischen neben ihrem Blog „geschmacksmomente.com“ auch ein wunderschönes alltagstaugliches Kochbuch geworden, das gerade erschienen ist.

Wie sieht es aus?

 Das Glas mit den vielen bunten Zutaten auf dem Titel, macht schon mal neugierig und Lust hier weiter zu schauen.

Zur Ausstattung fällt mir nur „Brandstätter Verlag halt“ ein, d. h. übersetzt für die Nicht-Insider, hier werden schöne Bücher mit handwerklich wertiger Ausstattung gemacht und das konstant!

 Zu jedem Rezept gibt es ein schönes geschmackvolles Foto, das Lust macht und den Fokus auf die Speise legt, nicht zu viel Drumherum, sondern sehr harmonisch.

 Layout, ist bei Brandstätter immer besonders schön wie auch hier, man lässt sich etwas einfallen, auch optisch, um die Lesbarkeit und die Struktur des Rezeptes für den Leser schön und nützlich zu gestalten. Die gepunkteten Linien zwischen Rezepttitel und den einzelnen Zutaten sehen nicht nur hübsch aus, sondern erhöhen den Lesekomfort enorm!

Was ist drin?

 Los geht es gleich mit ein paar nützlichen Infos zum Dressing, der Reihenfolge im Glas und was man bei der Vorbereitung beachten muss. Erfahrung macht hier viel aus, wäre doch schade, wenn unsere Mühe nicht mit einem tollen Ergebnis belohnt wird. Karin hat viele Tipps parat und bemüht sich um ein grundsätzliches Verständnis, das gefällt mir sehr gut, weil sowas ein gutes Kochbuch ausmacht!

 Weiter geht es mit Rezepten und zwar in den Rubriken:

 „Vegetarisch“

 Mein Lieblingsrezept:

„Warmer Wintersalat mit frischem Olivenöl-Zitronen-Honig-Dressing“, weil so lecker!

 „Vegan“

 Meine Lieblingsrezepte:

„Auberginen-Cashewkern-Salat mit Karotten-Kardamom-Dressing“, I love Kardamom!

„Taboulé mit frischer Pfefferminze“, lecker und gesund und schnell selbst gemacht.

„Kichererbsensalat mit Datteln, Kreuzkümmel, Kardamom und Zimt“

 „Fisch“

 Mein Lieblingsrezept: „Thai-Noodle-Salat mit Lachs im Sesammantel“

 „Fleisch“

 Meine Lieblingsrezepte:

„Schwarzwurzel-Speck-Salat mit frischen Zwetschgen“,

war auch mit getrockneten Pflaumen sehr lecker!

„Rindfleisch-Käferbohnensalat mit Kürbiskernöl-Dressing“

„Süß“

 Meine Lieblingsrezepte:

„Apfel-Preiselbeer-Tiramisu“

„Matcha-Joghurt mit Pfirsichmus“, so dekorativ!

 Was mich begeistert hat:

Ehrlich gesagt, bin ich ja nicht so der Fan von neuen Trends beim Essen, denn vieles hat es schon mal gegeben und wird nur noch mal schick verpackt und Schwups ist ein neuer Trend geboren. Häufig ist dieser aus den USA zu uns rüber geschwappt, aber immer mit einer ganzen Marketing Maschinerie im Schlepptau und dann gibt es zu den entsprechenden Büchern, noch das passende Equipment, das wir unbedingt natürlich auch noch kaufen müssen. Deshalb war ich auch bei dem Shaking-Salad-Konzept und dem schönen Buch von Karin Stöttinger zwar sehr neugierig doch auch skeptisch.

Überzeugt hat mich aber, dass ich erstmal kein neues Zubehör oder Gerät kaufen musste, sondern sogar die leeren gut gespülten Konservengläser aus dem Supermarkt verwenden kann. Zudem bringt die Aufbewahrung im Glas mehrere Vorteile mit sich: Es ist gut verschließbar, Glas gibt keinen Geschmack ab und die Lebensmittel halten darin teilweise länger als in vergleichbaren Plastikbehältern.

Die zum Teil sehr kontrastierenden Schichtungen der Salate sind zudem schön appetitlich an zu sehen – und machen gleich richtig Appetit!

Das Geheimnis des Dressings liegt im Schütteln. Im richtigen Verhältnis geshaked und da greife ich gerne auf die Erfahrungen einer Expertin zurück, entsteht eine cremige Emulsion, die dem jeweiligen Salat den speziellen Geschmackskick gibt.

Alle Rezepte sind für zwei Personen geschrieben. Aber auch für größere Mengen, zum Beispiel zum Grillen oder für ein Abendessen mit Freunden, ist das Konzept auch perfekt geeignet.

Das Dressing hält sich locker über einige Tage im Kühlschrank und kann so auch im Vorrat hergestellt werden. Bei mir steht jetzt immer ein Vorrat mit meinen momentanen Lieblings-Dressings im Kühlschrank.

Nach Lust und Laune und auch mal nach Farben ausgewählt, denn unsere Augen essen ja immer mit, suche ich mir dann abends eines der schönen Rezepte aus dem tollen Buch heraus und kann so die Fast-Food-Falle in der Mittagspause umschiffen, ohne dass ich das Gefühl habe, ich habe muss auf Genuss verzichten!). Der Phantasie bei Zutat, Geschmacksrichtung oder Variante sind hier keine Grenzen gesetzt, aber eine fundierte Einführung und tolle Rezeptvorschläge, machen natürlich Lust auf mehr!

 Wer ist die Autorin?

Einfach kreativ kochen: Diesem Credo folgend kocht sich Karin Stöttinger in die Herzen der Foodies im deutschsprachigen Raum. Als Quereinsteigerin bloggt und fotografiert sie leidenschaftlich gern Rezepte und Reisen auf geschmacksmomente.com.

Gut zu wissen:

 Es werden weder Nährwert-/Kalorienangaben noch Zubereitungszeiten angegeben.

Für mich stimmig, die schaue ich sowieso nicht an, entweder springt der Funke bei einem Rezept über oder nicht, da lasse ich mich weder von Kalorien noch von ein wenig Aufwand abhalten, damit ich dann mehr Zeit vor der „Glotze“ vertrödeln kann, für mich ist gutes Essen und nette Gesellschaft hier eindeutig wichtiger und der ausprobierte „warme Wintersalat“ war bei mir in 30 Minuten fertig.

Wem wird es gefallen?

 „Shaking-Salad“ ist eine tolle Inspirationsquelle für Menschen mit einem Faible für gutes, gesundes Essen mit Kick, die auch in der Mittagspause und unterwegs nicht darauf verzichten wollen!

 Das Buch ist sicherlich auch dafür geeignet, Veganer und Nicht-Veganer glücklich am Tisch zu vereinen, denn besonders die veganen Rezepte, haben mich absolut begeistert.

 Und warum nicht mal ein Grillbuffet nach dem Shaking-Salat-Prinzip vorbereiten? Optisch sicherlich eine tolle Überraschung für die Gäste!

 Fazit: Für mich ein schönes, überzeugendes Kochbuch zum neuen Trend mit tollen Rezepten für den gesunden Genuss auch unterwegs, denn es gibt keinen Grund Abstriche beim Geschmack zu machen und auch die Veganer kommen hier voll auf ihre Kosten!

Vielen Dank für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.