Herzhafte Arme Ritter

© Oof Verschuren / DuMont Buchverlag 2019

Gibt es zum Brunch am ersten Weihnachtstag, da können sogar die Kinder mitmischen…. Der Testlauf zu Hause verlief angenehm lecker!

Arme Ritter sind meistens süß, schmecken aber auch herzhaft. Sie sind perfekt, um altes Brot aufzubrauchen, und außerdem ein süchtig machendes (Weihnachts-) Frühstück.

Zutaten (für 4 Personen):

4 große Eier

125 ml Milch

125 g Schlagsahne

1 TL Senf

50 g Parmesan, gerieben, und ein

wenig mehr zum Garnieren

1 Prise Salz und frisch gemahlener

schwarzer Pfeffer

einige Tropfen Tabasco

1 EL Worcestersauce

6–8 Scheiben leckeres Weißbrot

(evtl. schön ausgestochen mit

einer Ausstechform)

ein wenig Butter zum Anbraten

zum Garnieren

Dazu passt ein Salat aus frische Gartenkräutern wie z. B. Schnittlauch, glatte Petersilie und/oder Basilikum und etwas Rucola, angemacht mit Essig und Öl

Vorbereiten:

Eier, Milch, Sahne und Senf schaumig schlagen. Den Parmesan hineinstreuen, mit Salz, Pfeffer, etwas Tabasco und einem ordentlichen Schuss Worcestersauce abschmecken. Das Eigemisch in eine flache Schale gießen. Das können Sie gut am Abend vorher machen und bis zum Frühstück in den Kühlschrank stellen.

Zubereiten:

Zwei Scheiben Brot in die Schale legen (oder so viele wie hineinpassen) und 1–2 Minuten darin ziehen lassen.

Eine kleine Portion Butter in einer Pfanne bei mittlerer Temperatur erhitzen und die Armen Ritter darin 2 Minuten pro Seite anbraten, bis sie goldbraun und die Eier durch sind.

Auf Küchenpapier abtropfen lassen. In der Zwischenzeit die anderen Scheiben anbraten. Die Armen Ritter mit Parmesan bestreuen und mit dem Salat als Beilage servieren.

Ukrainisches Gedicht

© Nathalie Wolff, Finken & Bumiller, Stuttgart

Quelle: Frank Winter: MarmelaMania

Thorbecke Verlag

Preis: 16,– €

Wassermelone, Orange, rote Johannisbeere

Wassermelone, Orange, rote Johannisbeere, da geht definitiv was, wäre ich selbst nie im Leben darauf gekommen. Was wäre mein Frühstück nur ohne die Kochbücher experimentierfreudige Marmeladen-Freaks. Danke für diese neue und köstliche Erfahrung!

 Wassermelonen lieben die Wärme und sind sehr süß. Deshalb hier mein Rezept- Vorschlag mit roten Johannisbeeren, deren Säure ausgleichend wirkt; ein idealer Brotbelag.

Zutaten (für 4 Einmachglaser a 440 ml):

1,5 kg Wassermelone (geschält: 1 kg)

500 g Orangen (geschält: 400 g)

250 g rote Johannisbeeren (entstielt: 220 g)

2 EL Zitronensaft

900 g Gelierzucker

Zubereitung:

Wassermelone vierteln. Das rote Fleisch mit einem Messer entfernen und klein schneiden. Kerne dabei entfernen.

* Orangen schalen, die Segmente teilen. Faserige Teile entfernen.

* Johannisbeeren waschen, Stiele entfernen.

* Obst in den Einmachtopf geben, Zitronensaft und Gelierzucker hinzufugen.

* Gut rühren.

* Etwa 2 Stunden (oder über Nacht) im Topf mit aufgelegtem Deckel relaxen lassen.

* Gut 5 Minuten köcheln.

* Pürieren.

* Aufkochen und 3–5 Minuten sprudelnd kochen, bis die Marmelade geliert. Dabei wird unsere Wassermelonen- Marmelade hellrot, was bedeutet, dass wir tüchtig (Vorsicht, heiß!) rühren, bis sie wieder ihre ursprüngliche Farbe hat.

Verrückte Zwiebel

© Nathalie Wolff, Finken & Bumiller, Stuttgart

Quelle: Frank Winter: MarmelaMania

Thorbecke Verlag

Preis: 16,– €

Zwiebel, Zwetschge, Estragon

Die letzten Bio-Zwetschgen vom eigenen Pflaumenbaum haben Glück gehabt! Eine tolle Kombination und sehr viel eleganter als ein Chutney, dass alles darunter gleich geschmacklich platt macht…. Wir sind sehr angetan!

Es wird Sie erstaunen, wie dezent diese Marmelade auftritt. Ein Veggie-Burger freut sich besonders über sie.

Zutaten (für 2,5 Einmachglaser a 440 ml):

1 kg rote Zwiebeln (geschält: 700 g)

2 EL Butter

1 EL gemahlener Estragon

300 ml Merlot

250 g Zwetschgen

500 g Gelierzucker

Zubereitung:

Zwiebeln schälen und sehr klein schneiden.

* Butter im Einmachtopf erhitzen. Estragon

dazugeben und bei mittlerer Hitze eine Minute braten.

* Zwiebeln dazugeben. Etwa 10 Minuten leicht gebräunt braten. Dabei hin und wieder rühren.

* Wein dazu gießen. Etwa 15 Minuten köcheln.

* Zwetschgen waschen, entsteinen, vierteln und dazugeben.

* Etwa 5 Minuten bei mittlerer Hitze kochen.

* Pürieren.

* Gelierzucker einrühren. Aufkochen und mindestens

3 Minuten sprudelnd kochen, bis die Marmelade geliert. Darauf achten, dass nichts anhängt.

Frank Winter: MarmelaMania

Frank Winter: MarmelaMania

Fotos: Nathalie Wolff, Finken & Bumiller, Stuttgart

Thorbecke Verlag

Preis: 16,– €

Wer sagt denn, dass Marmelade nur süß schmecken darf?

Worum geht’s?

Eigentlich keiner und trotzdem kleben wir an den überlieferten Rezepten von der Oma oder unserer Mutter. Mutigere Zeitgenossen wagen sich vielleicht mal ausgefallenere Kreationen, heran, bei denen die Früchte mit Kräutern oder sogar Tonka-Bohne aromatisiert werden. Dann ist aber auch schon Schluss mit dem Gaumen-Abenteuer bei Marmelade, Konfitüre & Co. Frank Winter legt an diesem Punkt erst los…..

Wer hamstert?

© Heidi Offterdinger

Frank Winter hat Germanistik, Soziologie und Philosophie studiert. Für sein Buch »Schottisch kochen« wurde er von der Gastronomischen Akademie Deutschland (GAD) mit einer Silbermedaille ausgezeichnet. In seinen Schottland-Gourmet-Krimis sind ebenfalls reichlich Rezepte enthalten. Das Marmeladekochen hat zudem in seiner Familie eine lange Tradition.

 

Was ist drin? – oder von der Idee ins Labor und am Ende ins Gläschen….

Vor einigen Jahren ist Winter über eine herausragende Brombeer-Ernte selbst zum Einkochen gekommen. Seitdem hat ihn das Fieber (oder die Manie) nicht mehr losgelassen. Die kreative Freude am gesamten Prozess ist es, die den Hessen begeistert. Es beginnt zunächst mit einer Idee, die Frank Winter zu Papier bringt und die dann von ihm in seiner Küche (oder sagen wir besser in seinem Labor) verfeinert wird. Schon mal was von „Verrückter Zwiebel“ (rote Zwiebeln, Zwetschgen, Merlot und Estragon), „Einfach rot“ (Rote Bete mit Kakao und Grapefruits) oder auch „Sweet Craft Beer-Marmelade“ (Apfel, Kaffee, Holunderbluten und dunkles Export) gehört? Nein, macht nichts einfach mal dem mutigen Pionier am Marmeladen-Kessel vertrauen, der beim Marmelade kochen gerne nicht nur auf Altbekanntes setzt!

Ein Deutscher der „blendet“ und ein Faible für Zitrusfrüchte hat…..

Unsere französischen Nachbarn wissen schließlich seit langem, dass in Cuvees die einzelnen Bestandteile hervorragend zur Geltung kommen. Bester Beweis: Bordeaux-Wein. Oder nehmen wir die Schotten mit ihrem Blended Scotch Whisky. Als Deutscher meint Winter hat man leider zu oft das Handicap, Purist sein zu wollen. Darüber setzt er sich in diesem Buch einfach mal hinweg. Seine Ideen für Marmelade & Konfitüren sind ungewöhnlich und einzigartig und garantiert nirgendwo in Büchern, Magazinen oder im Netz zu finden.

Er kombiniert Zitrone, Ananas und Kaffee und nennt die daraus entstandene Kombination Z-Ananas im Kaffeekleid. Bei ihm gibt es sogar die Cola fürs Sonntagsbrötchen, Limo-Mix ist eine Kreation aus Zitrone, Rosine, Kokosraspel & Bio-Cola. Aus Orange, Grapefruit und kandierter Ingwer wird ein Orangenfeuer im Glas!

 Europa im Glas und Früchte, die zu einem guten Schuss Alkohol nicht nein sagen….

Winter liebt jedoch nicht nur. Zitrusfrüchte im Glas, sondern schätzt ebenfalls den einen oder anderen kräftigen Schuss Alkohol in seinen Gläschen. Bei „Grüß Gott, Bavaria!“ ist mehr als ein guter Schuss Weizenbier (500 ml) drin, und das ist in der Marmelade deutlich zu schmecken. Für seinen Gin Jam gehen Apfel, Grapefruits und Lavendel sogar in 500 ml Gin baden.

Der bekennende Schottland-Fan hat außerdem aus Orange, Hafermehl, Honig und Scotch eine Huldigung im Glas gekocht (Caledonia FOREVER!), verfeinert einen portugiesischen Tomatenaufstrich mit Limette & Haselnuss (Portugal sei Dank!) und verheiratet sogar deutsche Erdbeeren mit Erdnusscreme und Brennesel zu einer brennenden Beere Deutschlandi.

Gemüse Cuvees für den Frühstückstisch

Marmeladen bestehen für Frank Winter nicht zwingend ausschließlich aus Früchten! Im Gegenteil Gemüse passt in seinen Augen sehr gut auf den Frühstückstisch. Die oben erwähnte „Verrückte Zwiebel“ leert sich zum Beispiel auf dem Frühstückstisch des Frankfurters stets wie von Geisterhand … auch wenn vorher viel geunkt wird, erzählt der Marmeladen-Kocher. Bei Gemüse-Marmeladen hat sich für ihn sein Cuvee-Prinzip ebenfalls bewährt und wird zum Träger überaus leckerer und ungewöhnlicher Kreationen. Er kombiniert beispielsweise Aubergine, Pflaume & weißen Pfeffer (Eierpflanze im Pfefferbett) oder Rhabarber, Kokoswasser & Zuckerrübensirup (Verkannter Star).

Brombeer-Mania

Herr Winter liebt Brombeeren, nicht die aus dem Supermarkt, sondern bitte schön bio und natürlich selbst gepflückt. Schon vor der Ernte im Juli checkt er die Lage in seinem Revier und auch wenn es das eine oder andere Jahr mal mühsamer ist, die Frischhaltedosen zu füllen, macht ihm diese fast mediative Beschäftigung sehr viel Spaß! Solche Früchtchen dann einfach nur zu Brombeermarmelade zu verkochen, wäre zu schade und dafür ist er viel zu kreativ und abenteuerlustig! Bei ihm werden aus Mirabelle, Brombeere & Zimt Mirabeere mit Zimt oder aus Brombeere, Birne & Haselnuss Unsere Brombirne. Nicht immer sorgt der Schuss Alkohol für den Gaumenkitzel, sondern fein aufeinander abgestimmte Früchte-Kombis (süße Wassermelone bekommt Pfiff durch ein paar Johannisbeeren), Kräuter, Gewürze und unterschiedliche Texturen in Form von Nüssen oder Samen gehören zu den Geheimwaffen bei Frank Winters Marmeladen-Feintuning. Was man erstmal nicht erwartet, wenn so viel Verschiedenes im Glas landet.

Praktisch gedacht macht beim Einkochen viel Sinn

Wer auf sich auf dem Wochenmarkt mit Früchten für seine Lieblings-Kreation im Glas eindeckt, den wird es freuen, dass bei Frank Winter die hochpreisigen Früchte wie Himbeeren, immer zusammen mit günstigeren, zum Beispiel Grapefruits oder Äpfeln: (Kirsches Traum, Aromabömbchen) kombiniert werden. Den Rest der verlangten Zutaten wie z. B. Mohn (für Mohn-Schein) bekommt man in seinem gut sortierten Lieblings-Supermarkt.

Der Marmeladen-Freak verwendet gerne 440-ml-Gläschen mit handlichen Schraubdeckeln, die bei ihm nur einmal benutzt werden, denn sicher ist sicher! Außerdem verwendet er auf 1 kg Frucht 500 g. Gelierzucker und lässt seine Früchte gerne über Nacht relaxen, d. h. Saft ziehen, bevor er richtig loslegt. Der Mann weiß halt wie es geht!

Probiert & verputzt:

My Stöffche

© Nathalie Wolff, Finken & Bumiller, Stuttgart

Eine gänzlich neue Erfahrung: Kaffee passt nicht nur zum Marmeladen-Brötchen, sondern veredelt die Marmelade schon im Glas. Damit das Koffein draußen bleibt, wurde Ersatz-Kaffee verwendet. Sehr elegante Kombination, der auch der Apfelwein nichts mehr anhaben kann… Und die Anis-Note einfach wunderbar!

Ukrainisches Gedicht

© Nathalie Wolff, Finken & Bumiller, Stuttgart

Wassermelone, Orange, rote Johannisbeere, da geht definitiv was, wäre ich selbst nie im Leben darauf gekommen. Was wäre mein Frühstück nur ohne die Kochbücher experimentierfreudige Marmeladen-Freaks. Danke für diese neue und köstliche Erfahrung!

 

Verrückte Zwiebel

© Nathalie Wolff, Finken & Bumiller, Stuttgart

Die letzten Bio-Zwetschgen vom eigenen Pflaumenbaum haben Glück gehabt! Eine tolle Kombination und sehr viel eleganter als ein Chutney, dass alles darunter gleich geschmacklich platt macht…. Wir sind sehr angetan!

 

 

Fazit: Kreativitätsschub für den Frühstückstisch und endlich Rezepte, die wirklich mal was Neues sind!

Frank Winter bietet eine Fülle von Kreationen für den Frühstückstisch an, die es nirgendwo zu kaufen gibt. Auch die gängigen Food-Magazine und das was an Rezepten im Netz zu diesem Thema unterwegs ist kann nicht mit der Kreativität des experimentierfreudigen Marmeladen-Erfinders mithalten. Mir haben die probierten Rezepte sehr viel Spaß gemacht, weil ich selbst nie auf solche Ideen gekommen wäre. Ob mir viel Gin und viel Weißbier in meiner Frühstücks-Konfitüre schmecken, dass muss ich erst noch rausfinden. Bin jedoch gespannt auf die Ergebnisse, weil das probierte uns gut gefallen hat und wir auch das feine Händchen, das jedes Glas begleitet hat, geschmeckt haben. Viel macht halt nur viel, wenn jemand mit Mut und natürlich ebenso mit einem Plan seine Früchtchen und Aromageber in den Einkoch-Topf wirft!

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar!

Herzhaftes Knäckebrot mit Honig und Körnern

Neveda Berg © North Wild Kitchen

Quelle: Neveda Berg: North wild Kitchen

Das Norwegen-Kochbuch

Prestel

Preis: 30,– €

Volltreffer und so einfach selbst zu machen! Von jetzt an wird es bei uns wohl häufiger am sonntäglichen Frühstückstisch heißen, haben wir noch was von dem superleckerem Knäckebrot?

 Knekkebrød, oder Knäckebrot, ist flach und trocken und erinnert an einen Cracker. Seinen Ursprung hatte es vermutlich vor rund 500 Jahren in Skandinavien. Manche Quellen besagen, Knäckebrot sei ein Grundnahrungsmittel der Wikinger gewesen, da es gut über einen langen Zeitraum lagerfähig ist. Zu jener Zeit wäre es auf einem heißen Stein zubereitet worden; heute wird es im Ofen gebacken.

Das einst als „Arme-Leute-Essen“ geltende Knekkebrød hat sich zu einem beliebten Lebensmittel entwickelt. Mittlerweile gibt es zahlreiche herzhafte oder süße Varianten mit Nüssen, Kräutern oder Ähnlichem. Knekkebrød ist einfach herzustellen, verzeiht kleine Fehler und benötigt nur eine Handvoll Zutaten, die, je nachdem, was gerade vorrätig ist, ausgetauscht werden können. Alles was man wirklich braucht, ist Wasser und ein wenig Fantasie.

Zutaten (ergibt 30 Stück):

1 EL Honig

600 ml warmes Wasser

135 g Instant-Haferflocken

135 g grobes Roggenmehl

25 g Weizenkleie

60 g Kürbiskerne, grob gehackt

80 g Sesamsamen

60 g Sonnenblumenkerne

45 g Leinsamen

1 TL Salz

Zubereitung:

Backofen auf 160 °C (Umluft) vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. In einer mittelgroßen Schüssel Honig mit warmem Wasser verquirlen.

In einer großen Rührschüssel Hafer, Roggenmehl, Weizenkleie, Kürbiskerne, Sesam, Sonnenblumenkerne, Leinsamen und Salz mischen. Langsam das Honigwasser hinzufügen und verquirlen, bis eine feuchte Masse entsteht. 5 Minuten quellen lassen. Mischung auf die vorbereiteten Backbleche verteilen und mit einem Gummispatel als dünne, gleichmäßige Schicht bis an die Ränder verstreichen. 10 Minuten backen, dann aus dem Ofen nehmen und vorsichtig in 15 Rechtecke pro Backblech schneiden. Zurück in den Ofen schieben und etwa 50 bis 60 Minuten weiter backen, bis der Teig trocken und spröde ist und an den Rändern leicht bräunt. Zwischendurch zweimal die Backbleche vertauschen und gelegentlich die Ofentür öffnen, um den Dampf abzulassen. Knäckebrote vorsichtig auseinanderbrechen und auf einem Gitterrost vollständig abkühlen lassen. Die Knäckebrote können sofort genossen oder in einem luftdichten Behälter bei Raumtemperatur bis zu 2 Wochen gelagert werden.

Véronique Witzigmann: Mein Einmachbuch

Véronique Witzigmann: Mein Einmachbuch

Illustrationen: Kat Menschik

Insel Bücherei

Preis:  16,– €

Einmachen heute ist komplett anders als bei Muttern – neue Rezepte müssen her!

© Volker Debus

Véronique Witzigmann, geboren 1970 in Washington D.C., ist Expertin für Süßes. Mit ihrer Familie lebt sie in München und arbeitet von dort aus in ganz Deutschland. Kulinarische Messen, Caterings und Workshops im Bereich Süßspeisen und Desserts sind ihre Welt. Zuletzt erschienen von ihr u. a. Ein Süßes Stück vom Glück und Das Marmeladenbuch.

Worum geht’s?

 Ihr Vorwort übertitelt die Tochter des Starkochs Eckhart Witzigmann mit „Eingemacht – feingemacht“, damit wird recht schnell klar, dass das Thema heute für uns alle eine ganz andere Bedeutung hat, als für unsere Mütter und Omas. Die haben eingekocht, um die Ernte aus dem Obst- und Gemüsegarten zu verwerten. „Einkocher“ von heute setzten oft ganz andere Maßstäbe bei diesem Thema an. Es geht längst nicht mehr um effiziente Vorratshaltung, sondern das besondere Geschmackserlebnis ist für uns das Ziel dabei. Alte Obst- und Gemüsesorten werden neu entdeckt und mit besonderen Gewürzen kombiniert. Wir wollen uns selber verwöhnen, mit Twist Freude machen und suchen dafür die besten Zutaten und die hübschesten Gläser aus.

Was ist drin?

 Marmelade war gestern, heute wollen wir auch pikante Begleiter auf dem Tisch!

 Nicht nur Marmeladen süß soll es sein, sondern die Münchnerin legt gleich mit pikanten Chutney’s los: Ananas, Apfel, Aprikose und Birne hüpfen mit vielen Aromagebern ins Chutney Glas.

Fein, feiner am feinsten und tolle Tricks, die ich noch nicht kenne…..

Veronique Witzigmann ist eine Chutney-Köchin, die aus dem Vollen bei ihren Zutaten schöpft. Für die Ananas heißen die Partner, Zitronengras, Limette, kandierter Ingwer, Chilischote, Gemüsezwiebeln, Knoblauch, Currypulver, gemahlener Kardamom, Zimt, Balsamessig, Kokosmilch und ein bisschen Salz und Pfeffer. Für ein Zwetschgen-Chutney, das ich aus der Ernte aus dem eigenen Garten probiert habe, sind neben Essig, Zucker und Salz, Lorbeerblatt, Pimentkörner, Sternanis, Wacholderbeeren, Nelken, Thymian- u. Rosmarinzweige, rote Zwiebel, Zitronen-Zeste, Muskat und Majoran gesetzt. Ja, das ist viel, jedoch haben wir bislang auch noch nie so ein leckeres Chutney aus unseren eigenen Früchten produziert. Diese Köchin dirigiert ihr Zutaten-Orchester auf Sterne-Niveau und hat Kniffe im Programm, auf die ich selbst nicht gekommen wäre, dem Zwetschgen-Chutney verleiht sie mit einem Teil getrockneter Soft-Pflaumen mehr geschmackliche Tiefe. Danke für diesen Tipp Frau Witzigmann!

Obst-Chutneys sind jedoch noch längst nicht alles……

Es gibt Karotten-, Kürbis-, Rote Bete-, Tomaten und Zucchini-Chutney und alles ist wie immer in diesem Buch sehr fein und lecker komponiert.

Einlegen mit Twist und bei den Zutaten darf es auch mal was Besonderes sein…..

 Apfelspalten in Gewürztraminer, Karotten in Curry, Kürbis á la Fernost. Und dann blitzt der geschulte Gourmet-Gaumen in Form von Mango-Balsam (150 ml) aus dem Rezept, denn 500 g. kosten ca. 15,– €. Ein  kleiner aromatischer Ausflug in die  Welt des exuisiten Geschmacks, den wir uns schon mal gönnen sollten. Die eingelegten Quitten, die ich auch probiert habe, geben sich bescheiden mit Zitrone, Vanilleschote, Birnensaft, Zitrone, Thymian, Pimentkörnern und Lorbeer zufrieden. Geschmacklich wieder sehr interessant.

Essig, Öl, Salz und Zucker

Es gibt Rotwein-Essig mit Feigen, Kaffee-Öl, Aprikosen-Lavendel-Öl, Thymian-Zitronensalz, Hibiskus-Rosenblüten-Zucker. Bei der Ausbeute wird es hier jedoch zum ersten Mal recht üppig, denn Witzigmann verwendet meistens jeweils ein ganzes Kilo Meersalz. Das führt nicht zu unbeliebten Resten, aber auch schon mal zu 5 Gläsern á 200 g als Endprodukt. Wer sowieso Meersalz in der Küche verwendet und diese Kreationen nicht verschenken will, ist wahrscheinlich besser beraten, die Rezept-Mengen zu halbieren.

Pesto und Kompott geht auch kreativ!

 z.B. mit Grüne-Soße-Pesto, toll zum Verschenken, besonders als Frankfurterin schätze ich diese Idee sehr und beide Daumen hoch für das Koriander-Sesam-Pesto! Véronique kann Pesto auch in süß und mit einem süßen Minz-Pesto als Topping für Vanille-Eis oder Milchreis ebenso überzeugen. Basilikum-Limetten-Pesto überrascht mich neben normalem Basilikum außerdem mit Thai-Basilikum und dem Abrieb von der Kaffir-Limette. Großartig auch ein Steinpilz-Nuss-Pesto, bei dem ich die getrockneten selbst gesammelten Pilze aus dem letzten Jahr formidable geschenktauglich machen konnte. Lieblingstomatensoße und Tomaten-Ketchup hatten es den Neffen bei ihrem letzten Besuch angetan und Apfelmus gibt es in der spannenderen Kombination mit Vanille, Ingwer, Zimt und Pimentkorn.

Süßes Finale – Kuchen im Glas sind praktisch und bei Veronique so lecker!

Ihrer Leidenschaft für alle Süße bringt für uns nicht mehr jeden Tag Kuchen-Esser einen riesen Vorteil, Kuchen im Glas sind die Geheimwaffe und können die spontane Lust auf Süßes stillen. Kühl und dunkel gelagert, kann man sie problemlos bis zu zwei Monaten aufbewahren. Meine Favoriten hier sind Früchtebrot und Butterkuchen mit Marzipan – großartig!

Fazit: Véronique Witzigmann ist ein wunderbar kleines Büchlein gelungen, dass das Thema Einkochen und Einmachen überraschend anders begreift. Besondere geschmacklich sehr fein komponierte Kreationen sind ihre Stärke. Sie betont die herzhafte Note und kann beim Pesto nicht nur sehr viel Neues zeigen, sondern bringt ebenso süße Optionen mit, die mir gefallen haben.  Zum Finale dreht sich noch mal richtig auf, ihre Kuchen im Glas sind großes Kino! Ein wunderhübsches Buch in bewährter Insel-Bücherei Ausstattung mit sehr hübschen Illustrationen ist dabei herausgekommen, dass mich sehr begeistert hat und allen Freude machen wird, die beim Einmachen an mehr als Vorrat denken und das besondere suchen. Dafür steht dieses Buch wie kein anderes und ist bei mir deshalb auch schon als Weihnachtsgeschenk für gleichgesinnte liebe Menschen gesetzt!

Seeds of Love Bread

© Marina Jerkovic/Brandstätter Verlag

Quelle: Theresa Baumgärtner: Backen in der Winterzeit

Einfach, liebevoll, natürlich

 Brandstätter Verlag

 Fotos: Marina Jerkovic

Super Rezept, das alles hat, was ich mir gewünscht habe. Schön, dass die Autorin auch Alternativen bei der Backformgröße anbieten kann.

Das legendäre „Life-Changing-Bread“ aus Nüssen und Saaten von Sarah Britton hat unzählige Hobbybäcker weltweit inspiriert. Ich habe kleine knusprige Minilaibe entwickelt, die ich gern zu winterlichen Salaten serviere.

Zutaten (für 10 Mini-Kastenform 9,5 cm):

100 g Mandeln

50 g Kurbiskerne

150 g Sonnenblumenkerne

120 g geschroteter Leinsamen

20 g Flohsamen

25 g Chiasamen

12 g Meersalz

2 EL Ahornsirup

60 ml Olivenol

600 ml Wasser

 Zum Bestreuen:

30 g Sonnenblumenkerne

 Zubereitung:

Den Backofen auf 180 °C (Umluft) vorheizen

.Die Mandeln auf ein Backblech geben und 10 Minuten im Backofen rosten, bis sie leicht duften. Auf einem Teller abkühlen lassen.

Die Mandeln und die Kürbiskerne mittel bis fein hacken. Alle trockenen Zutaten in eine Rührschussel geben und gut vermischen. Den Ahornsirup, das Öl und das Wasser vermengen und dazugeben. Den Teig mit der Hand kräftig durchkneten, mit Klarsichtfolie abdecken und über Nacht im Kühlschrank quellen lassen.

Den Backofen auf 180 °C (Umluft) vorheizen. 10 kleine Backförmchen mit Backpapier auslegen. Den Teig in die Formen füllen, glattstreichen und mit den Sonnenblumenkernen bestreuen. Die kleinen Brote 45 Minuten backen, aus der Form losen und weitere 15 Minuten backen.

Alternativ den Teig in einer großen Kastenform backen: 1 Stunde in der Form und weitere 20 Minuten ohne Form.

Die knusprige Kruste ist für das Aroma der kleinen Brote, die sich gut einfrieren lassen, sehr wichtig. Wenn man sie nach dem Auftauen noch einmal kurz in den Ofen schiebt, schmecken sie wie frisch gebacken.

Lahm Bi Ajin

© Dan Perez/Gestalten Verlag

Quelle: David Haliva (Hrsg.): Neue Esskultur und Rezepte aus Israel und Palästina

Fotos: Dan Perez

Gestalten Verlag

Preis: 35,– €

Wirklich lecker allerdings haben wir uns als Gewürz-Freaks ein wenig mehr arabische Würze in Form von Baharat, ersatzweise geht auch Piment, Zimt und getrocknetem Majoran gegönnt.

Diese „nahöstliche Pizza” kann wie das Manakeesh-Fladenbrot ( Seite 50 ) ganz nach Belieben und entsprechend der Jahreszeit belegt werden. Sie wird gerne als Appetizer oder Street Food angeboten, auch als Teil einer großen Auswahl von Vorspeisen auf kleinen Tellern, bekannt als Mezze. In Großsyrien und im Südosten der Türkei, wo man sie Lahmacun nennt, wird sie sehr häufig gegessen. Diese beliebte regionale Variante wird mit Lammhackfleisch und scharfen Chilischoten belegt.

 Zutaten (für 2 große Fladenbrote):

Level: komplex

 Eine Grundmenge Manakeesh-Teig ( Seite 50 )

Belag:

2 Esslöffel natives Olivenöl extra

2 kleine Lauchstangen, fein gehackt

1 mittlere Zwiebel, fein gehackt

2 Knoblauchzehen, fein gehackt

½ Teelöffel fein gehackte frische grüne Chilischote, entkernt

500 g Lammhackfleisch

1 Prise Salz

1 Prise frisch gemahlener

schwarzer Pfeffer

Manakeesh-Teig:

500 g weißes Mehl

1 TL frische Hefe

350 ml Wasser (bei mir weniger)

2 EL natives Olivenöl

1 EL Zucker

1 TL Salz

Zubereitung:

Eine Grundmenge Manakeesh-Teig vorbereiten ( Seite 50 ). Ca. 1 Stunde, bevor der Teig backfertig ist, einen Brotbackstein in den Ofen legen und auf 250 °C vorheizen.

Alle Teigzutaten in ein Standrührgerät geben und mit den Knethaken auf niedriger Stufe 3 Minuten verrühren. Auf mittlerer Stufe weitere 5 Minuten rühren, bis der Teig glatt und gleichmäßig ist. Falls Ihr kein Standrührgerät habt, könnt Ihr den Teig für 8 Minuten von Hand kneten bis der eine elastische Konsistenz hat.

Den Teig in eine leicht geölte Schüssel legen und mit einem Küchenhandtuch bedecken. Bei Zimmertemperatur 2 Stunden gehen lassen, bzw. so lange bis der Teig seine Größe verdoppelt hat. Ungefähr eine Stunde bevor der Teig backfertig ist, einen Brotbackstein auf den Boden des Ofens legen und diesen auf 250 °Grad vorheizen. Solltet Ihr keinen Brotbackstein und Backschieber besitzen, könnt ihr auch das Backblech im Ofen vorher erhitzen, um eine heiße Oberfläche zu schaffen. Das Manakeesh kann in diesem Fall auf Backpapier vorbereitet und dann auf das Blech umgesetzt werden.

Nachdem der Teig aufgegangen ist, Mehl auf eine Arbeitsfläche streuen, den Teig in zwei gleich große Portionen aufteilen und jeweils zu einer Kugel formen. In ein sauberes Küchenhandtuch einschlagen, um ein Austrocknen zu verhindern.

In einer großen Bratpfanne Öl erhitzen und Lauch sowie Zwiebel, Knoblauch und Chili anbraten, bis sie eine leicht goldbraune Färbung angenommen haben.

Das Lammhackfleisch dazugeben, würzen und anbraten, bis das Fleisch die Farbe ändert. Dann in eine Schüssel umfüllen und abkühlen lassen.

Die Teigkugeln jeweils zu dünnen ovalen Fladen ausrollen. Auf einen leicht bemehlten Backschieber legen und die Mischung für den Belag darauf verteilen. Mit dem Backschieber auf den Brotbackstein gleiten lassen und für 12 Minuten backen.

Tipp: Sollten Ihr keinen Brotbackstein und Backschieber zur Hand haben, könnt Ihr auch das Backblech im Ofen zuvor erhitzen, um eine heiße Oberfläche zu schaffen. Das Lahm Bi Ajin kann in diesem Fall auf Backpapier vorbereitet und dann auf das Blech umgesetzt werden.

Sandwich mit Speck, Salat und Ananas

©Simon Wheeler/AT-Verlag

Quelle: Hugh Fearnley-Whittingstall: Täglich Früchte

Fotos: Simon Wheeler

AT Verlag

Preis: 28,– €

Verblüffend diese Kombination, aber ungemein lecker, ich hatte nur Römersalat im Haus, aber mit Radicchio stelle ich es mir noch ein wenig spannender vor, auch optisch. Werde ich beim nächsten Mal unbedingt probieren.

Es klingt vielleicht sonderbar, ein Sandwich mit Ananas aufzupeppen, aber so abwegig ist es eigentlich gar nicht. Ebenso wie die üblichen Tomatenscheiben verleiht auch die tropische Frucht dem Sandwich Saftigkeit, Aroma und eine süß-säuerliche Note. Und Ananas mit Speck schmeckt einfach toll. Ein paar knackige, leicht bittere Salatblätter und eine Spur Senf geben dieser salzig-süßen Kombination Pep.

Zutaten (pro Person):

2–3 Scheiben guter Speck

(Rücken oder Bauch, geräuchert oder ungeräuchert, ganz nach Wunsch)

Sonnenblumenöl

2 Scheiben gutes Weißbrot

Butter zum Bestreichen

Senf der bevorzugten Sorte

1–2 Scheiben geschälte, reife Ananas, 1 ½ bis 2 cm dick

einige Blätter Radicchio, Chicorée oder Römersalat

frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

Den Speck in einer beschichteten Pfanne bei mittlerer Hitze in wenig Sonnenblumenöl anbraten, dabei ein- bis zweimal wenden. Eine Brotscheibe mit Butter bestreichen und den heißen Speck darauflegen.

Mit der zweiten Brotscheibe die Pfanne auswischen, um etwas Bratensaft aufzunehmen, dann mit Senf bestreichen.

Dann die Ananas in die heiße Pfanne geben und auf jeder Seite einige Minuten anbraten, bis sie goldbraun und heiß ist. Die angebratene Ananas auf den Speck legen und etwas Pfeffer darüber mahlen. Mit Blattsalat belegen und mit der zweiten Brotscheibe abdecken; sanft andrücken und 1–2 Minuten stehen lassen, damit die Ananas leicht abkühlt, dann essen.

Variation: Die Kombination von Schweinefleisch und Ananas eignet sich auch für ein gehaltvolleres Hauptgericht: Dazu ein Kotelett anbraten, dann einige Scheiben Ananas in dem in der Pfanne verbliebenen Öl anbraten. Mit einem Schuss Apfelwein, Weißwein oder Wasser ablöschen und den Bratenfond mit etwas Senf, Olivenöl sowie Salz und Pfeffer mischen und als einfaches, warmes Dressing für einen Blattsalat als Beilage verwenden