Walliser Kartoffelkuchen

© Michael Schinharl für ZS Verlag

Quelle: Cornelia Schinharl: Alpenküche Vegetarisch

ZS Verlag

Preis: 24,90 €

Mit einem frischen Salat , für uns Endivie mit einer deutlichen Zwiebelnote, das passt hier als Kontrast recht gut finde ich, ein leckeres Abendessen, gerne wieder oder auch mal als Proviant für eine Wanderung, dann zupfe ich auch den Thymian wieder direkt vor Ort. Es gibt für mich kein größeres Vergnügen, als von Wanderungen Kräuter mitzubringen und diese dann am Abend in der Ferienwohnung direkt  zum Einsatz zu bringen. Nur beim Wermut-Kraut habe ich mir das diesmal im Wanderurlaub auf Teneriffa verkniffen, das hat am Wegesrand schon so geduftet, das wir vom Geruch schon gänzlich angeschickert waren.

 Fast in allen Alpenregionen werden Äpfel angebaut, ob in Südtirol, im Veltlin oder eben im Wallis. Mit Käse und Kartoffeln gehen sie eine besondere und feine Verbindung ein!

Zutaten (für 1 Springform 26 cm Ø):

400 g vorwiegend festkochende

Kartoffeln

Salz

300 g Mehl

125 g kalte Butter

75 ml Weißwein

1 dicke Stange Lauch

1 EL Butter

2 säuerliche Äpfel

200 g würziger Bergkäse

2 EL (Berg-) Thymianblättchen

Pfeffer aus der Mühle

1 Ei

100 g Sahne

1 Eigelb

1 EL Milch

Zubereitung:

Am Vortag die Kartoffeln mit der Schale waschen und in Salzwasser weich, aber nicht zu weich garen. Die Kartoffeln abgießen, ausdampfen und abkühlen lassen. Bis zum nächsten Tag in den Kühlschrank legen.

Am nächsten Tag das Mehl mit 1 TL Salz mischen. Die kalte Butter in kleine Würfel schneiden, mit dem Wein dazugeben und alles zu einem glatten, geschmeidigen Teig verkneten. Zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank legen.

Inzwischen den Lauch putzen, gründlich waschen und in feine Streifen schneiden. Die Butter in einer Pfanne erhitzen, den Lauch dazugeben, mit Salz würzen und bei mittlerer Hitze unter Rühren etwa 5 Minuten dünsten.

Die Äpfel vierteln, schälen und die Kerngehäuse entfernen. Die Viertel in dünne Scheiben schneiden. Den Käse gegebenenfalls entrinden und grob raspeln. Die Kartoffeln pellen und in dünne Scheiben schneiden. Den Lauch mit den Äpfeln und dem Thymian mischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zwei Drittel des Teiges abnehmen, zu einer Kugel formen und zwischen zwei Lagen Backpapier rund (32 cm Durchmesser) ausrollen. Die Springform mit dem Teig auslegen und dabei einen etwa 4 cm hohen Rand formen. Die Hälfte der Kartoffelscheiben einschichten, mit Salz würzen und mit etwas Käse bestreuen. Die Hälfte der Lauchmischung darauf verteilen und ebenfalls mit Käse bestreuen. Die restlichen Kartoffeln und den übrigen Lauch ebenso einschichten und mit Käse bestreuen. Das Ei mit der Sahne verrühren, mit Salz und Pfeffer würzen und darüber gießen.

Den Backofen auf 180°C vorheizen. Den restlichen Teig zu einem Kreis (26 cm Durchmesser) ausrollen, auf die Füllung legen und mit einer Gabel mehrmals einstechen. Die Ränder gut andrücken. Den Kartoffelkuchen im Ofen auf der mittleren Schiene etwa 30 Minuten backen.

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Small is the new big!

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Ilse König/Klara Monti/Inge Prader: Mini-Mania

Brandstätter Verlag

Preis: 19,90 €

Worum geht’s – oder ganz wie es uns gefällt!

 Kleine Köstlichkeiten wie Tartelettes, Canapes & Co. stehen in der Gunst von Gästen – egal zu welchem Anlass – hoch im Kurs. Kein Wunder kleine Häppchen sind nicht nur ein echter Hingucker, sondern garantieren jede Menge Überraschungen und Genuss und werden vielen Vorlieben gerecht: von süß bis salzig, cremig bis knusprig wird hier jeder nach seiner Fasson glücklich. Diese mundgerechten Bissen haben nicht nur das Talent, Vegetarier und Fleischesser, Gesundheitsfanatiker und Genießer mühelos ins Gespräch zu bringen, nein Minis sind perfekt für den Genuss ohne Reue, denn kleine Sünden sollten wir uns immer gönnen. Außerdem scheint es, dass sie häufig auch viel besser schmecken, als ein großes Stück und festlegen, ob wir nun süß oder salzig, vegetarisch oder nicht genießen wollen, müssen wir uns bei ihnen nicht, nein wir können nach Lust und Laune von einem zu anderen springen, ganz wie es uns gefällt.

Gästebewirtung 2.0 – ist das auch was für den Hausgebrauch?

 Hand aufs Herz, Fingerfood und Canapes, wer hat da nicht sofort die Befürchtung oje hoffentlich schaffe ich das  in der eigenen Küche? Irgendwie erscheinen dabei vor meinem geistigen Auge sofort Bilder von unglaublich schönen und filigranen Häppchen, adrett drapiert und bestimmt selbst gekauft und von Profis geschaffen. Klar finde ich die äußerst lecker und so viel passender und zwangloser für die nächste Party, aber bekomme ich das selbst ebenso hin, ohne dass ich Tage vorher in der Küche verbringe? Vorbereiten lassen sich diese leckeren kleinen Verführungen selbstverständlich schon viel besser, als das auf den Punkt frisch zu servierende Menü für die nächste Familienfeier oder den zwanglosen Abend mit einer illustren Gästeschar. Ich bin ehrlich, bei diesem kulinarischen Genre bekomme ich kalte Füße, ich bin weder Filigrantechnikerin noch möchte ich mich vor der nächsten Party Tage in der Küche verbarrikadieren und mit meinem Spritzbeutel verwachsen, entsprechend bin sehr gespannt, ob ich in Ilse König jetzt endlich eine kompetente Komplizin gefunden habe.

Was ist drin?

Frau König präsentiert sehr viele kleine Süden im Miniformat, entweder süß oder salzig und dirigiert uns mit einer spannende Motto-Reise, durch einen ganzen Himmel an kleinen Sünden zum Verwöhnen und Genießen, gerne auch in der gesunden Variante, mit aufregenden inneren Werten oder einfach easy peasy und Outdoor tauglich. Allen gemeinsam ist, dass mindestens eine Komponente gebacken wurde.

Partyküche im Zeitalter der Superlative – wie kriege ich das denn hin?

 Rasend einfach, rasend schnell und rasend gut
– mehr muss es gar nicht sein!

Hand hoch, wer das nicht möchte, bitte melden! Huch jetzt sehe ich aber gerade niemanden der sich hier als Spaßverderber oder als Schwarzseher outet. Wollen täten wir sie schon die Minis, aber wie kann das in der heimischen Küche als „One-Man/Woman-Show“ funktionieren? Und bitte schön so, dass alles ganz einfach vorzubereiten ist, wir nicht zu lange in der Küche stehen, sondern uns noch locker bevor die Gäste eintreffen,  ein Gläschen Sekt genehmigen können. Natürlich möchte ich auch, dass die Gäste später Schlange stehen, weil sie unbedingt das Rezept für die Citrus Cups mit den verschiedenen Curds, die Kirsch-Stracciatella Blossoms, die Bluecheese Cakelets, den Karottenkuchen XS, die Gravlax-Ladybirds, die Bocconotti mit ihrem leckeren Kern aus Nüssen und Schokolade, oder die super einfachen aber nicht minder köstlichen Nutty-Bites oder Käse-Crispies von mir wollen. Die verwöhnten Genießer unter meinen Gästen, möchte ich nicht mit Tomate-Mozzarella langweilen, sondern halte mich da lieber an die süßen Erdbeer-Caprese, aus Madeleine-Teig, gefüllt mit Frischkäsecreme und Erdbeere, und auch bei den Crostini-Chocolive-Chèvre oder den Diavoletti, das sind Tartelettes, die mit einer Füllung aus Erdbeer-Chili-Konfitüre begeistern können, ist für jede Menge Spannung auch bei den verwöhnten Gaumen gesorgt.

Viel Kreativität und ein Konzept sind der Schlüssel
– und mehr geht auch nicht!

 Die Eiermilch legende Wollmilch-Sau das wäre genau die Lösung gewesen, hier alle meine Anforderungen und Wünsche zu erfüllen, es geht aber auch anders: hier kreiert jemand mit viel, viel Kreativität jede Menge aufregende Häppchen-Ideen, die nicht nur gut schmecken, sondern genauso für Glamour und jede Menge Abwechslung auf dem Party-Buffet sorgen. Damit das funktioniert, greift die Autorin ebenso gerne mal auf die ready-made Teige aus dem Kühlregal zurück. Wer es dennoch nicht lassen kann, findet im Anschluss an die Mini-Parade einfache und praxistaugliche Rezepte, wie man Mürbe-/Blätter- und Hefeteig & Co. geling sicher selbst herstellen kann. Außerdem schöne Ideen für Füllungen in Form von Curds und Marmelade und selbstverständlich muss die Karamell- und die Tomatensauce für den Pizzateig nicht jedes Mal aus dem Supermarkt kommen. Mir gefällt ebenfalls, dass das Buch sogar ein Rezept für ein selbstgemachtes Jelly im Angebot hat, müssen ja nicht immer die langweiligen Gummibären sein. So kann ich mit meinem Lieblingsfruchtsaft selbst experimentieren, und als Cracker-Fan muss ich unbedingt Ilses Ideen für Crispies, Craquelins und Olivenöl-Cracker ausprobieren.

Ein paar Tipps hier und da, die können nicht schaden!

 Ilse König hat selbstverständlich noch ein paar Tipps für den maximalen Erfolg parat und erklärt kurz wie Backzeiten und Backtemperatur sich zu den Minis verhalten. Alle Rezepte sind in der für sie jeweils am besten geeigneten Form gebacken worden. Wenn Ihr die passende Form nicht besitzt, kann jede andere Form verwendet werden, ggf. müsst Ihr nur ein bisschen hinsichtlich Backtemperatur und -zeit tüfteln, auch ein wenig Improvisationsgeist kann in meinen Augen nicht schaden. Zur Mini-Grundausstattung gehören für Frau König nur 3 Formen: Mini-Muffins, Mini-Tartelettes und Mini-Pies, diese kommen im Buch in unterschiedlichen Größen zum Einsatz.

Fazit: Minis sind quasi die Königsdisziplin in der Küche, was hier mit Bravour,  sehr viel Kreativität und ausgesprochenem praktischem Verständnis an die Frau oder den Mann gebracht wird! Das ist für mich bisher einzigartig, mich holt das schöne Buch hier voll ab, dabei ich bin überhaupt keine Basteltante in der Küche und habe diese Spezies bisher gemieden wie der Teufel das Weihwasser, obwohl ich sehr gerne für Gäste selber koche. Hier kriege ich für mich das Maximale geboten und kann mir das ebenso sehr einfach machen, zusätzlich staune ich über die schönen Fotos, die mir gleichzeitig als Deko-Ideen dienen. Layout und Präsentation machen Spaß, sind nützlich und ich bin begeistert, über die vielen neuen herrlich unkomplizierten Ideen! Also ich kann jetzt auch Minis, wenn Ihr Lust habt auch dabei zu sein, einfach mal reinschauen, es lohnt sich, wenn Ihr Spaß an neuen Ideen und interessanten Kombinationen habt.

Herzlichen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.