Steak nach Florentiner Art

© Stefano Scatà
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Quelle: Csaba della Zorza: Toskana

Fotos: Stefano Scatà

Callwey Verlag

Preis 39,95 €

Das Fiorentina ist ein Steak mit Knochen, das in recht dicke Scheiben von normalerweise drei oder vier Zentimetern geschnitten wird. Je nach Gewicht, das meist bei knapp einem Kilogramm liegt, reicht es für zwei oder mehr Personen. Die klassische T-Form entsteht durch den Knochen zwischen Filet und Lendenstück. Auf dem Holzkohlengrill gebraten, entwickelt es wunderbar sommerliche Aromen, es wird aber auch in einer guten Grillpfanne vorzüglich. Csaba lässt das Fleisch so lange in Öl mit frischem Rosmarin marinieren, bis es Raumtemperatur angenommen hat, und würzt es sowohl während als auch nach dem Braten mit Salz und Pfeffer. Wir fanden es einfach nur lecker und haben es in einer Grillpfanne zubereitet!

Zutaten (für 2-3 Personen):

 1 großes Steak, 3 cm hoch (ca. 750 g mit Knochen)

5 schwarze Pfefferkörner

2–3 EL Olivenöl extra vergine

+ etwas mehr zum Servieren

2 Zweige frischer Rosmarin

Meersalzflocken

Zubereitung:

Das Steak aus dem Kühlschrank nehmen und mit einem scharfen Messer überschüssiges Fett entfernen, ein wenig Fett sollte aber am Fleisch bleiben. Die Pfefferkörner auf ein Holzbrett legen und mit der flachen Seite eines Messers zerdrücken, dann zusammen mit dem Öl und den Rosmarinzweigen in einen tiefen Teller geben. Das Fleisch in der Ölmischung wenden, ein wenig salzen und etwa 15 Minuten ruhen lassen. In der Zwischenzeit eine gusseiserne Grillpfanne erhitzen beziehungsweise den Holzgrill vorbereiten.

Das Steak mit etwas Küchenpapier abtupfen – ich brate es lieber ohne Öl, um Rauch zu vermeiden, aber auch wegen des besseren Geschmacks. Das Fleisch in die heiße Grillpfanne legen und für 5– 6 Minuten auf dieser Seite liegen lassen, dann das Steak wenden und weitere 6–7 Minuten auf der zweiten Seite braten. Ein Steak alla fiorentina wird traditionell medium serviert. Es sollte recht dunkle Röststreifen von den Grillstäben haben und innen rosa sein. Für ein Steak von 750 g kann man mit einer Gesamt-Grillzeit von 12–15 Minuten rechnen. Das Fleisch vom Grill nehmen und auf einen Teller legen. Noch einmal mit Salzflocken

bestreuen, dann vor dem Servieren 10 Minuten ruhen lassen. Wenn das Fleisch von guter Qualität ist, wird es nicht viel Saft abgeben, da dieser durch die hohe Temperatur im Inneren eingeschlossen wird.

Das Steak mit einem extra Schüsselchen Salzflocken und Olivenöl servieren.

Cremesuppe von weißen Bohnen u. Steinpilzen

© Stefano Scatà
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Quelle: Csaba della Zorza: Toskana

Fotos: Stefano Scatà

Callwey Verlag

Preis 39,95 €

Man kann diese einfache Suppe auch mit frischen Pilzen zubereiten und es müssen nicht unbedingt die teuren Steinpilze sein. Viele Rezepte geben an, dass man das Waschwasser der Pilze verwenden soll. Das macht Casba nie, denn es enthält Erde und oft auch anderen Schmutz. Bei uns waren es selbst getrocknete Pilze, die Suppe ist sehr lecker, ich persönlich würde aber kein fertiges Brühpulver verwenden. Die Menge lässt sich auch verdoppeln, allerdings mit gekauften Steinpilzen dann eine echte Kapitalanlage.

Zutaten (für 4 Personen):

150 g weiße Bohnen, getrocknet

150 g getrocknete Steinpilze

50 ml Olivenöl extra vergine

2 Knoblauchzehen

Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

500 ml Gemüsebrühe

50 g Parmesan (nach Belieben)

 Zubereitung:

Die getrockneten weißen Bohnen in eine Schüssel geben, mit kaltem Wasser bedecken und für etwa 8 Stunden oder über Nacht einweichen lassen. Die eingeweichten Bohnen in ein Sieb abgießen. Die getrockneten Pilze in einen tiefen Teller geben, mit heißem Wasser bedecken und 10 Minuten einweichen lassen, dann abgießen und die Pilze ausdrücken.

In einem großen Topf 2 EL Öl und eine geschälte, zerdrückte Knoblauchzehe erhitzen. Den Knoblauch etwa 2 Minuten dünsten lassen, damit das Öl Geschmack bekommt, dann die Bohnen dazugeben und verrühren. Mit kaltem Wasser auffüllen, zum Kochen bringen und zugedeckt für etwa 1,5 Stunden kochen. Falls nötig, zwischendurch Wasser zugeben und jedes Mal gut umrühren. Wenn man einen Dampfkochtopf nutzt, halbiert sich die Kochzeit ab dem Pfeifen des Ventils gerechnet.

In einer großen Pfanne 2 EL Öl mit der zweiten Knoblauchzehe erhitzen und diese etwa 3 Minuten dünsten. Dann die ausgedrückten und eventuell klein geschnittenen Steinpilze zugeben. Umrühren, ein wenig salzen und pfeffern und bei schwacher Hitze 10 Minuten köcheln lassen, bis die Pilze weich sind. Falls nötig, 1 EL heiße Brühe dazugeben.

Die weichen Bohnen abgießen, in einen Mixer geben und pürieren. So viel heiße Brühe zugeben, dass eine zarte Creme entsteht, die Suppe jedoch nicht zu flüssig wird. Die Hälfte der Steinpilze dazugeben und alles fein pürieren. Abschmecken und falls nötig nachsalzen. Die übrigen Steinpilze auf Teller verteilen, die Cremesuppe darüber geben und mit etwas Öl garnieren. Servieren und geriebenen Parmesan zur Suppe reichen.

Topini mit Öl und Salbei

© Stefano Scatà
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Csaba della Zorza: Toskana

Fotos: Stefano Scatà

Callwey Verlag

Preis 39,95 €

Zorzas Mutter ist in der massenweisen Herstellung dieser kleinen paradiesischen Leckerbissen besser als diese, aber sie hofft, nach weiteren zehn Jahren Übung ihre Fingerfertigkeit zu erreichen Für einen wirklich authentischen Geschmack muss man die Gnocchi mit besonders reinem Olivenöl beträufeln, aber sie schmecken auch mit Butter sehr gut. Zwei Sachen habe ich anders gemacht, die Kartoffeln (bei mir mehlig kochende) in der Schale gekocht, das soll hier verhindern, dass sich die Kartoffel mit zu viel Wasser vollsaugt, trockene Kartoffeln benötigen weniger Mehl und es soll ja eine angenehme weiche Konsistenz entstehen bei den Gnocchi. Es gibt sogar Leute, die die Kartoffeln für Gnocchi im Backofen garen. Beim Mehl kam ich auch mit weniger davon aus, das macht man am besten nach Gefühl. Versucht, einen luftigen, homogenen Teig herzustellen, der gerade eben nicht mehr auseinanderbröselt, auf keinen Fall zu Lange kneten, max. 5 Minuten. Beim Kneten und auch beim Rollen solltet Ihr, nicht zu viel Druck auszuüben. Dieses klassische sehr puristische Rezept hat uns ausgesprochen gut gefallen!

Zutaten (für 3– 4 Personen):

500 g alte Kartoffeln (bei mir mehlig kochende Kartoffeln)

1 TL grobes Salz

150–200 g Mehl, Type 405

30 ml Olivenöl extra vergine

frische Salbeiblätter

2 EL frisch geriebener Parmesan Reggiano

Zubereitung:

Die Kartoffeln schälen, in Stücke schneiden und mit dem Salz in einen Topf geben. Mit Wasser bedecken, zum Kochen bringen und bei niedriger Hitze etwa 15 Minuten köcheln lassen. Sobald die Kartoffeln weich sind, sie in ein Sieb abgießen, etwas abkühlen lassen und zweimal durch die Kartoffelpresse geben.

Die Hälfte des Mehls portionsweise zu den Kartoffeln geben und zuerst mit einem Holzlöffel, dann mit den Händen einarbeiten. Dann den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und noch etwas Mehl zufügen, bis er eine griffige Konsistenz hat. Den Teig nicht zu lange bearbeiten, sonst werden die Gnocchi zäh.

Den Teig in 5 oder 6 Stücke schneiden und leicht mit Mehl bestäuben. Jedes Stück zu einer Wurst mit etwa 1,5 cm Durchmesser rollen. Die Gnocchi mit einem Messer mit sauberer, runder Klinge schneiden, kurz zwischen den Handballen rundlicher rollen und auf ein leicht bemehltes Küchentuch legen. Mit dem restlichen Teig ebenso verfahren.

Die Gnocchi direkt vor dem Anrichten kochen. Salzwasser in einem großen Topf zum Kochen bringen. In der Zwischenzeit in einer kleinen Pfanne Olivenöl extra vergine mit dem Salbei erhitzen. Dabei aufpassen, dass der Salbei nicht braun wird.

Die Hälfte der Gnocchi in das kochende Wasser geben und vorsichtig umrühren. Wenn sie an die Oberfläche steigen (nach ca. 2 Minuten), die Gnocchi mit einem großen Schaumlöffel herausfischen und in eine Suppenschüssel oder eine große Schale geben. Auch die restlichen Gnocchi so garen und alle mit dem aromatisierten Salbeiöl beträufeln. Auf Teller verteilen und mit Salbeiblättern und etwas Parmesan Reggiano garnieren.

Toskana

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Toskana elegant und köstlich!

Csaba della Zorza: Toskana

Fotos: Stefano Scatà

Callwey Verlag

Preis 39,95 €

 Worum geht’s?

 Die Toskanische Küche stand eigentlich viele Jahrzehnte für eine Arme-Leute Küche. Berühmt sind z. B. Cantuccini, die beliebten Hartkekse, die gerne in Vino-Santo getaucht werden und der weihnachtliche Panforte-Kuchen aus Siena. Aber auch viele Gerichte mit Maronen und Kastanien  und eine Ribollita (toskanische Brot- u. Gemüsesuppe) sind typisch für diese Region.

Wer ist die Autorin?

© Stefano Scatà
© Stefano Scatà

Aber auch hier hat sich in den letzten Jahren viel getan, Casba della Zorza, eine Cordon-Bleu-Köchin (Eine berühmte frz. Kochschule, die mittlerweile in 15 Ländern Ableger hat und zu deren berühmtesten Absolventen, Julia Child, Rachel Khoo, Mario Batoli etc. gehören.), Lifestyle-Journalistin, Autorin mehrerer Kochbücher, Expertin im italienischen TV und Kolumnistin für viele Zeitschriften zeigt in ihren Rezepten, dass traditionelle italienische Gerichte mit einer modernen internationalen Herangehensweise verschmelzen. Csabas Handschrift ist ebenso frisch wie praktisch und ausgefeilt. Sie zeigt, wie mühelos das alltägliche Kochen sein kann und wie die Gäste am Tisch auf einfache Weise beeindruckt werden können, sowohl kulinarisch als auch optisch. Die Autorin lebt mit Mann und zwei Kindern in Mailand.

Wie sieht es aus – rundum ein echtes Schmuckstück?

 Verlag und Buch passen perfekt zusammen: Bei Callwey werden normalerweise hochwertige Bücher zu Kochen, Interieur und Gartenkunst verlegt. Elegante und hochwertige Ausstattung ist hier Programm. Vor mir liegt ein schöner handlicher A-5-Leineneinband mit farblich abgesetzter Schrift (Aubergine), grünem aufgedruckten Olivenzweig und passendem Lesebändchen in Pink. Wer sich das italienische Cover anschaut, sieht hier liegen Welten dazwischen, diesen ziert nur eine nette Aufnahme der attraktiven Autorin auf einer Vespa. Ja, das kann man so machen, Callwey hat es aber um Längen besser gemacht, hier passen Ausstattung und Inhalt perfekt zusammen und ergänzen sich vortrefflich. Diese elegante Buch-Erscheinung fühlt sich überall wohl auch auf dem Coffee-Table und spricht Menschen an, die bei Büchern auf liebevolle Ausstattung nicht verzichten wollen.

Was ist drin?-  oder ein sehr persönliches Kochbuch

 Wir müssen lernen besser zu essen und nicht besser zu kochen!

 Die Autorin verbindet mit der Toskana viele sehr persönliche Erinnerungen, regelmäßig wurden hier mit der Familie die Ferien bei der Großmutter verbracht. Csaba della Zorza erinnert sich noch gut, dass für ihre Großmutter gutes Essen einfach das Wichtigste war: Morgens die erste in der Küche und schon schwer in Aktion, wenn die anderen Familienmitglieder noch schlaftrunken und sich die Augen reibend in der Küche erschienen. Die Nonna lebte für ihre Küche und der Nonno hat jedes Jahr mindestens 50 kg Birnentomaten konserviert und dabei die Küche in ein wahres Laboratorium verwandelt. Wer jemals einen Tomaten-Sugo aus selbst gezogenen Tomaten genossen hat, ist sicherlich für alle Zeiten immun für lieblos gemachte Industrieprodukte, die außer viel Zucker und Salz nicht wirklich viel zu bieten haben. Ohne Tomaten, Olivenöl und Pecorino ist eine authentische toskanische Küche, die traditionell eher schlicht ist und von der Qualität ihrer Zutaten lebt nicht vorstellbar. Für Tomaten, die leider nicht an ihrem optimalen Reifepunkt in der Küche, zum Einsatz kamen, war das Heilmittel von Csabas Mutter ein bisschen gutes Tomatenmark.

Mit einer sinnvoll ausgestatteten Speisekammerfängt der Spaß beim Kochen an: Pasta, Olivenöl, Knoblauch, Zwiebeln zwei Sorten Essig (Balsam- u. Apfelessig), Knoblauch, Zwiebeln, getrocknete Chilischoten, Senf von allerbester Qualität, Nüsse, eine Dose Thunfisch, damit ist schon einiges möglich. Ergänzt durch Rezepte, die den Eigenschmack der Produkte in den Vordergrund stellen, aber auch Platz zum Improvisieren lassen

Klassische Rezepte, hier und da  ein wenig modernisiert!

100 Rezepte von Antipasti, Gnocchi und Pasta, Fleisch und Fisch, Gemüse, bis hin zu Snacks für Groß und Klein und zum Schluss noch Süßes für Desserts und zum Kaffee werden uns in unterschiedlichen Varianten sowohl traditionell als auch behutsam auf unseren Zeitgeschmack und unsere Lebensumstände angepasst vorgestellt. Vielfach, handelt es sich hier um Familien-Rezepte, die von einer erfahrenen Köchin und erfolgreichen Autorin aufgepeppt und modernisiert wurden und mit nur wenigem an Zutaten auskommen. Brotsalat mit oder ohne Gurke, das handhabt man in Florenz und Siena unterschiedlich, das hier präsentierte Rezept versteht es aber auch einiges besser als die traditionelle Vorlage zu machen, die rohe Zwiebel wird durch das Einlegen in ein wenig Wasser und Essig entschärft und das Brot nicht pappig, weil es nicht – wie bei der klassischen Vorlage – vorher in Wasser eingeweicht wird. Carbonara kommt ohne die leidige Sahne aus und die Tagiatelle werden mit einem Wildschwein-Ragout serviert. Auch die Suppen bleiben schlicht, es wird verwendet was gerade Saison hat und lebt von der Qualität der Zutaten. Wo es Not tut und man mit Erfahrung was besser machen kann, ist die Autorin stets präsent und erklärt z. B. gerne, dass sie ihr Steak nach Florentiner Art gerne ohne Öl in einer gusseisernen Pfanne oder auf dem Grill anbrät, um Rauchentwicklung zu vermeiden. Wer auf der Suche nach den bewährten Klassikern der toskanischen Küche ist, wird hier alles finden, was man sich da vorstellt.

 Ein Kochbuch, das ein Lebensgefühl transportieren möchte!

 Csaba della Zorza gilt in Italien als Lifestyle Expertin, dieses Buch ist also viel mehr als nur ein Kochbuch und bringt echten italienischen Country-Chic zu uns nach Hause. Fotos von eleganten Häuser und Küchen, die ebenso stilvoll wie klassisch sind und eine Autorin, die nicht nur kochen kann, sondern sympathisch und mit lässigem Chic im Sommerkleid und auch in Gummistiefeln eine sehr gute Figur macht, machen das Buch zu Augenschmaus, für alle jene, die bei einem Kochbuch auch optisch was geboten bekommen möchten und sich dem Land-Adel näher fühlen, als dem Großstadttrubel.

 Fazit: Ein klassisches Toskana-Kochbuch für alle, die nicht nur kochen wollen, sondern auch gerne mal auf einem italienischen Landgut eingeladen werden möchten. Auch die Köchin fühlt sich dieser Tradition verpflichtet, gibt aber gerne Tipps wie man hier und dort ein Rezept ein wenig modernisieren und verbessern kann. Bei der Ausstattung hat der Verlag ausgesprochenes Händchen bewiesen, denn die italienische Original-Version spart hier doch mächtig und kann nicht im Entferntesten da mithalten.

Zabaione con pere al vino Bianco (Zabaione mit Weißweinbirnen)

© Cettina Vicenzino für Dolci Italiani/ Edition Fackelträger
© Cettina Vicenzino für Dolci Italiani/ Edition Fackelträger

Quelle: Cettina Vicenzio: Dolci Italiani – Süße Verführung auf Italienisch

Fackelträger Verlag

Preis: 19,99 €

Wie sagt man so schön, Erfolg hat viele Väter! Das gilt auch für die weltberühmte italienische Eierspeise Zabaione. Auch wenn diese häufig der Emilia-Romagna zugeschrieben wird, so hat man sich aufgrund vieler anderer Entstehungsgeschichten hier nie einigen können.

 in Franziskanermönch mit dem Namen Pasquale Baylón, der zwischen 1540-1592 in einer Kirche in Turin untergebracht war, soll diese Speise für Büßerinnen, die sich über die mangelnde Vitalität ihrer Männer beschwerten, kreiert haben. Als sein Name 1680 den Zusatz San erhielt, weil der Mönch heiliggesprochen wurde, war für viele der Beweis erbracht, dass es sich hier um den Schöpfer der Zabaione handelt. Denn San Baylón sprachen die Italiener wie Zabaione oder Zabaglione aus.

 Die Emilianer lassen sich von dieser Geschichte nicht beeindrucken und liefern eine eigene Entstehungsgeschichte: Diese handelt von Kapitän Giovan Paolo Baglioni, der im Volksmund Žvan Bajóun genannt wurde. Als er sich im Jahre 1471 in der Nähe der Reggio Emilia befand, befahl er seinen Soldaten die umliegenden Bauernhöfe nach Lebensmitteln zu durchsuchen. Diese kamen aber nur mit Eiern, Zucker, Wein und Kräutern zurück. Giovan Paolo Baglioni vermischte kurzerhand alles miteinander und erweckte mit dieser Speise neue ungeahnte Kräfte in seinen Soldaten. Fortan wurde diese Creme nach ihm benannt, erst Zambajoun, dann Zabajone und schließlich Zabaglione.

 Also mir ist der Mönch, als geistiger Vater des Rezepts entschieden lieber! In der Tat hat diese Süßspeise es in sich und weckt auch bei mir verborgene Kräfte, vielleicht hätte ich sie vor der Zubereitung der Torrone zu mir nehmen sollen?

 Cettina Vicenzio beweist Händchen und verpasst ihrer Zabaione einen Hauch von Kardamom, das passt perfekt und gibt ihr den nötigen Pfiff!

 Zutaten (für 2 Portionen):

 2 kleine Birnen

etwas Zitronensaft

300 ml Weißwein (von Muskateller)

145 g Zucker

1 Kardamomkapsel

1 Msp. Bourbon Vanillepulver

3 Eigelbe

Zubereitung:

 Die Birnen schälen, den Stilansatz stehen lassen und mit Zitronensaft einreiben. Den Weißwein mit 100 g Zucker, der Kardamomkapsel und dem Vanillepulver aufkochen. Die Hitze reduzieren und die Birnen in den Wein setzen. Zugedeckt bei mittlerer Hitze je nach Größe 7 – 15 Minuten gar ziehen lassen, bis sie weich sind, aber nicht auseinanderfallen. Die Birnen aus dem Weinsud nehmen.

Die Eigelbe mit dem restlichen Zucker in einem Wasserbad weißschaumig rühren. Nach und nach 50 ml warmen Weißwein unterrühren und 5 – 7 Minuten weiter rühren. Dann die Rührschüssel auf eine Schüssel mit Eiswasser setzen und so lange weiter rühren, bis die Creme erkaltet.

Die Birnen in ein Dessertglas oder in eine Dessertschüssel setzen und rundherum mit Zabaione auffüllen, sodass das Endstück der Birne noch zu sehen ist.

 Zubereitungszeit: 25 Minuten

Mandorlato (Mandeltorrone)

© Cettina Vicenzino für Dolci Italiani/ Edition Fackelträger
© Cettina Vicenzino für Dolci Italiani/ Edition Fackelträger

Quelle: Cettina Vicenzio: Dolci Italiani – Süße Verführung auf Italienisch

Fackelträger Verlag

Preis: 19,99 €

Mandorlato (Mandeltorrone)

 Erste Erwähnungen dieser Süßspeise aus Venetien finden sich in den Schriften des venezianischen Schriftstellers Lodovico Dolce aus dem Jahre 1540 wieder. Ende des 19. Jh. schrieb der bekannte Historiker Guilo Cardo über einen gewissen Antonio Finco, einem in Chemie sehr begabten Apotheker, der diesen Dolce erfand, weil er seinen Freunden etwas Besonderes anbieten wollte. Ein Jahr später, 1852, perfektionierte dann sein Kollege, der Apotheker Italo Marani, das Rezept und ging damit in Produktion.

 Der Mandorlato ist ein Weihnachts-Dolce, der im Dezember zum Festtag von Marias Empfängnis (8. Dezember) hergestellt und mit einem eigenen Fest gefeiert wird.

 Das Zeug ist wirklich ober lecker, aber das nur in der Weihnachtszeit genießen, dagegen habe ich entschieden was einzuwenden! Die Zubereitung ist sehr detailliert und ausführlich beschrieben, da kann man dann auch schon mal 2 ½ Stunden investieren, wenn so was Leckeres dabei herauskommt, finde ich. Am Ende erhält man auch noch ein echtes Work-Out für die Armmuskeln. Ich dachte immer das wäre nur beim Risotto so.

 Zutaten (für 2 Torrone von 13 x 9 cm):

 200 g Mandeln

100 g Akazienhonig

150 g selbst gemachter Vanillezucker (s. Tipp)

2 Eiweiß (Größe M)

½ gestrichener TL Zimt

2 – 4 große rechteckige Oblaten

Zubereitung:

Den Backofen auf 160 ° vorheizen. Die Mandeln mit heißem Wasser übergießen und einige Minuten stehen lassen. Dann die Schalen abziehen und 8 – 10 Minuten im den Ofen leicht anbräunen.

Honig mit Vanillezucker und 2 EL Wasser in einem Wasserbad unter Rühren 30 Minuten lang erhitzen. Ein Eiweiß mit einer kleinen Prise Salz steif schlagen. Ein Drittel des Eischnees unter die Zucker-Honig-Mischung heben, bis er sich gut vermischt hat. Dann das nächste Drittel Eiweiß untermischen und ebenfalls erst gut unterheben, bevor das restliche Eiweiß untergehoben wird. Langsam rühren, bis die Masse eindickt und eine zähe Konsistenz erhält. Das dauert ungefähr 30 Minuten. Danach weitere 25 – 30 Minuten abkühlen lassen.

Das restliche Eiweiß mit dem restlichen Salz steif schlagen. Die eingedickte Eiweißmasse in ein Wasserbad geben und das frische Eiweiß wie zuvor beschrieben, mit jeweils nur einem Drittel dazu geben. Zimt dazugeben und gut unterrühren. Nach und nach die Mandeln unterheben und weitere 40 Minuten langsam rühren, bis die Masse erneut eindickt.

Zwei Oblaten von 13 x 9 cm zurechtschneiden und die etwas abgekühlten Mandorlato gleichmäßig ca. 1 – 2 cm hoch auf beiden Oblaten verteilen. Mit zwei weiteren Oblaten in der gleichen Größe belegen. Diese mit einem Holzbrett und zusätzlich einem schweren Topf darauf beschweren. Die Mandorlato an einem kühlen Ort mindestens 12 Stunden fest werden lassen.

TIPP: Vanillezucker kann ganz einfach selbst hergestellt werden. Dafür frische oder auch schon mal verwendete, aufgeschlitzte Vanilleschoten in einen großen Glasbehälter geben, mit Zucker auffüllen und für mindestens 1 Woche vor der weiteren Verwendung stehen lassen. Danach kann der Zucker immer wieder aufgefüllt und ab und an die Vanilleschote durch eine neue ersetzt werden

 Zubereitungszeit: 2 ½ Stunden

 Kühlzeit: 12 Stunden

Tegole Valdostane (Runde Mandelplätzchen)

© Cettina Vicenzino für Dolci Italiani/ Edition Fackelträger
© Cettina Vicenzino für Dolci Italiani/ Edition Fackelträger

Quelle: Cettina Vicenzio: Dolci Italiani – Süße Verführung auf Italienisch

Fackelträger Verlag

Preis: 19,99 €

Dieses Gebäck hat seinen Ursprung im Aosta-Tal. Die Plätzchen bestehen aus Mandeln und sind dort überall erhältlich und wurden früher wie ein Dachziegel gebogen, daher auch ihr Name Tegola (Dachziegel). In der Regel werden Tegola mit einer Schokoladencreme gegessen. Wer mag kann diese auch durch eine Maronencreme ersetzen. Uns hat es in der puristischen Variante sehr gut geschmeckt, Creme-Kekse sind mir sowieso viel zu üppig.

 Zutaten (für ca. 30 Plätzchen):

 30 g Haselnüsse

50 g geschälte Mandeln

40 g weißer Zucker

40 g brauner Zucker

1 Pck. Vanillezucker

30 g weiche Butter

30 g Weizenmehl (Typ 405)

einige Tropfen Bittermandelöl

2 Eiweiß (Größe M)

1 Prise Salz

Zubereitung:

 Die Haselnüsse in einer Pfanne ohne Öl bei mittlerer Temperatur anrösten. In ein Tuch geben und die Nüsse gegeneinander reiben, damit sich die Schale ablöst.

Für den Geschmack bringt das Rösten und Schälen der Haselnüsse unglaublich viel, deshalb empfehle ich sich die Mühe zu machen und diesen Schritt nicht auszulassen, ist ja zum Glück keine große Menge.

Haselnüsse, Mandeln und die beiden Zuckersorten in einen Mixer geben und fein mahlen. Dann die Nüsse mit Vanillezucker, Butter, Mehl und Bittermandelöl gut vermischen.

Die Eiweiße mit dem Salz etwas aufschlagen und ebenfalls unterrühren. Den Teig für 30 Minuten im Kühlschrank kalt stellen.

Den Backofen auf 180 ° C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und den Teig mit einem Löffel in Kreisen von ca. 8 cm Ø auf das Backblech geben. Die Tegole auf der mittleren Schiene des Backofens 7 – 8 Minuten backen.

Zubereitungszeit: 15 Minuten

Kühlzeit: 30 Minuten

Backzeit: 7 – 8 Minuten backen