Vicenzo Buonassisi: Pasta Codex

Pasta total!

Worum geht’s?

Die Wiege der Pasta-Küche liegt zweifelslos in Italien. Auch wenn die Nudelküche heute in vielen Küchen der Welt einen Stammplatz hat, wird diese in Italien geradezu zelebriert, während sie woanders nur eine schnelle Möglichkeit darstellt unkompliziert satt zu werden. Das Nudeln vielleicht doch bereits in China erfunden worden sind, geschenkt, denn es sind definitiv die italienischen Nonnas, die wirklich alles für ihre Pasta tun. Sie jeden Tag wie ein großartiges Geschenk hegen und pflegen und ihr das Beste angedeihen lassen, wie es jede gute Mutter für ihre Kinder tut…

Der Chronist der Pastaküche

Ihr bestmöglicher Chronist ist sicherlich Vincenzo Buonassisi (1918–2004) gewesen, der Anwalt, berühmte Journalist und erfolgreicher Gastronom hat sich in Italien vor allem durch seine zahlreichen Zeitschriftenartikel und Bücher zur klassischen italienischen Küche verdient gemacht. Er galt als einer der führenden kulinarischen Autoritäten und seine Bücher erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit, weil diese ebenso erhellend wie zeitlos sind.

Wer sich dieser Pasta-Bibel nähert lässt sich auf 704 Seiten geballte Pasta-Power mit 1001 Rezepten ein, die mit ihren 1,5 Kilo eindrucksvoll dokumentiert, der bereits verstorbene Mailänder Journalist hat mehr an ein Denkmal als ein Büchlein zur geliebten Nudel gedacht und vermutlich viele, viele Jahre als Chronist der Pasta gedient.

Eine Suchmaschine in Buchform – Alexa gab es 1977 definitiv noch nicht…….

Diese Pasta-Bibel enthalt zahlreiche Rezepte für alle Arten von Nudeln – mit Sauce oder in Suppen, frisch oder getrocknet, mit oder ohne Loch in der Mitte, nackt. Noch nie wurde eine solch umfangreiche systematische Sammlung mit Pasta-Rezepten zusammengestellt, und trotzdem hat dieses traditionelle Pasta-Kochbuch, das nur mit klassischen Illustrationen auskommt, keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Man findet in ihm neben ganz vielen italienischen Nudel-Kreationen ebenfalls Rezepte sowohl für chinesische Nudeln als beispielsweise genauso für osteuropäische Pasta-Gerichte. Die Menge der Variationen und kreativen Twists ist beeindruckend und stammt teilweise von namhaften Köchen und Gastronomen. Dieser Pasta-Codex soll vor allen Dingen beweisen, dass Pasta ein eigenes kulinarisches Universum ist. Sie passt zu jedem Gemüse, jedem Kraut und jeder Art von Fleisch, glänzt ausserdem in zahllosen Kombinationen und dabei ist noch immer kein Ende abzusehen, geschweige denn alles an Möglichkeiten schon ausprobiert worden.

Das Hauptanliegen dieses Buchs ist ein ganz praktisches: Rezepte zu sammeln, die jeden Tag genossen werden können und für Abwechslung sorgen. Der Pasta Codex funktioniert als formidable Suchmaschine in Buchform. Heute würde man dafür vielleicht Alexa befragen, aber weil eben keiner sagen kann, ob Alexa wirklich kochen kann und so intuitiv wie ein italienischer Pasta-Chronist, Zutaten und Zubereitungsmöglichkeiten beherrscht, ist mir in der Küche ein solch imposantes Pasta-Kompendium tausendmal lieber als Alexa! 1001 Möglichkeiten wird auch diese nur schwer, wenn überhaupt toppen können – und dann kommen noch die Varianten dazu!

Die Bandbreite bewegt sich von einfacher Hausmannskost bis hin zu Gerichten, die in Restaurants und Hotels serviert werden. Außerdem soll dieses Buch einen historischen Überblick über die besten kulinarischen Pasta-Traditionen vermitteln. Es enthält ganz schlichte, aber auch sehr aufwendige Gerichte und räumt ganz entschieden und beeindruckend vielfältig mit dem Mythos auf, Pasta sei zwar lecker, aber auch eintönig.

Wie der Codex funktioniert?

Jedes Kapitel beginnt mit den schlichten Rezepten und endet mit den aufwendigeren. Das erste Kapitel enthält Gerichte mit Gemüse, weitere Kapitel enthalten Pasta-Versionen mit Milchprodukten, Eiern, Fisch, Geflügel, Kalb, Rind, Schwein und Wild. Ziel bei jedem Rezept ist es, einen knappen Überblick über die existierenden Versionen des Gerichts zu geben. Einige berühmte Pasta-Kreationen wurden je nach Koch, Region oder Land dutzende Male abgewandelt, Mit dem Pasta-Codex wurde der Versuch unternommen, all diese Varianten zu vergleichen, sie zu ihrem Ursprung zurückzuverfolgen und die sinnvollste Version auszuwählen, um sie mit Anmerkungen und Alternativen zu ergänzen. Würde man all diese Varianten als eigenständige Rezepte einrechnen, enthält dieses Buch vier- bis fünftausend Rezepte. In fast jedem Rezept werden die geeignetsten Pasta-Sorten für das jeweilige Gericht empfohlen. Die goldene Regel ist jedoch, dass die Pasta-Sorte größtenteils austauschbar ist.

Da ein Codex immer nur eine Handlungsmaxime sein möchte, empfiehlt sich dieses Universum der Pasta-Küche nur für erfahrene Pasta-Liebhaber, die entweder Techniken beherrschen oder ergoogeln und beim Lesen einer Zutatenliste, sofort Bilder im Kopf haben und das eine oder andere – wie Italiener halt – antizipieren können.

Fazit: Geballte Pasta-Vielfalt für Hobbyköche mit Erfahrung oder diejenigen, die gerne weiter forschen….

Der Pasta-Codex ist für die traditionelle Pasta-Küche ein epochales Werk, das in 2020 zunächst in den USA wieder entdeckt wurde. Erstmalig erschien dieses zeitlose Kompendium der Pasta bereits in den 70iger Jahren und ist auch in seiner 2021 erschienen Fassung der Inbegriff von Retro-Pasta-Romantik.

Das ein solches Werk keine Fotos braucht, versteht sich von selbst und haben Marianne Kaltenbach oder Marcella Hazan allen Pasta-Freunden längst bewiesen!

Ich selbst freue mich sehr über diesen Klassiker in meinem Kochbuch-Regal, Pasta liebt Vielfalt und braucht für mich eigentlich kein modernes make over bei der entsprechenden Begleitung. Wenn ich mehr zu Zubereitungs-Techniken – beispielsweise bei selbstgemachter Pasta wissen will, frage ich sowieso zusätzlich zum jeweiligen Rezept stets Google. Die Anschaulichkeit bei dieser komplexen Küchenarbeit, die mir Youtube & Co anbieten, können selbst die detailliertesten Rezepte nicht liefern. Was extrem schade ist, das der Rezeptindex für dieses Kompendium nur eine Sortierung nach Nudelsorten und nicht nach Zutaten vornimmt, auch wenn Register bei so umfangreichen Büchern viel Fleißarbeit bedeuten, hätte es die Neuauflage extrem aufgewertet!

Wer weder Retro-Romantik noch Google beim Kochen mag, gehört für mich nicht in die Zielgruppe für dieses traditionelle Pasta-Kompendium.

Frühstückskuchen mit weihnachtlichen Gewürzen

© Melina Kutelas, Hölker Verlag

Quelle: Alexander Höss-Knakal: Erzähl mit von Weihnachten

Fotos: Melina Kutelas

Hölker Verlag

Preis: 32,– €

Vorsicht, dieser Früchtekuchen kann süchtig machen! Wir haben statt Marillen-Schnaps den wir nicht zur Hand hatten, einen Pflaumenschnaps mit Pflaumen aus dem eigenen Garten verwendet

Zutaten (für 1 Kastenform):

300 g getrocknete Pflaumen

250 g getrocknete Aprikosen

200 g getrocknete Datteln

200 g Rosinen

200 g Walnusskerne

6 EL Marillenschnaps

6 EL Rum

2 Prisen Zimt

1 Msp. gemahlene Nelken

30 ml lauwarme Milch

20 g Trockenhefe

80 g Puderzucker

100 g Mehl (Type 405)

Außerdem

Kastenform (28 cm x 10 cm)

Zubereitung:

Die Trockenfrüchte falls notwendig entkernen, waschen  und trocken tupfen. Pflaumen, Aprikosen und Datteln klein schneiden und mit den Rosinen und Walnusskernen in einer Schüssel mit Schnaps, Rum, Zimt und Nelken gut vermischen. Abgedeckt 10 Std. ziehen lassen.

Milch mit Hefe und Zucker glatt rühren und mit den eingelegten  Früchten gut vermischen. Mehl darübersieben und  unterrühren. Den Teig zu einem rechteckigen Laib formen,  in Frischhaltefolie wickeln und ca. 2 Std. ruhen lassen.

Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Kastenform mit Backpapier auslegen, das Backpapier  sollte genau zugeschnitten sein. Den Teig einfüllen und glatt  streichen oder fest andrücken. Ca. 60 Min. backen. In der  Form auskühlen lassen. Der Früchtekuchen hält sich einige  Wochen im Kühlschrank.

Zubereitungszeit: 30 Minuten (ohne Ruhezeit)

Rehragout mit gedünsteten Pflaumen u. Kürbiskernknödeln

© Melina Kutelas, Hölker Verlag

Dieses Weihnachten mit Corona-Beschränkung fiel bei uns klein aus: wir haben es uns im Ferien-Haus zu zweit gemütlich gemacht, Rehfleisch vom Jäger aus dem Ort besorgt, der zum Glück auch kleinere Mengen verkauft und daraus dieses sehr feines Rezept des Österreichers Alexander Höss-Knakal mit gedünsteten Pflaumen (eigene Ernte und im Tiefkühler zwischen geparkt) und frittierten Kartoffel-Knödel mit Kürbis-Crunch zubereitet und waren trotz Mühen hin und weg!

P.S. Das Frittieren dauert ca. 10 Minuten bis die Knödel goldgelb frittiert sind. Achtung: Das Öl darf nicht zu heiß sein, sonst werden die Bällchen außen zu dunkel, bevor sie innen gar sind.

Quelle: Alexander Höss-Knakal: Erzähl mit von Weihnachten

Fotos: Melina Kutelas

Hölker Verlag

Preis: 32,– €

Zutaten (für 4 Personen):

Für das Rehragout

500 g Rehschulter

je 2 Zweige Rosmarin und Thymian

frisch gemahlener

schwarzer Pfeffer

70 ml Rotwein

70 ml Portwein

1 Zwiebel

Salz

2 EL Sonnenblumenöl

2 EL Preiselbeerkompott

Für die gedünsteten Pflaumen

200 g Pflaumen

1 EL Zucker

1 Zimtstange

100 ml Rotwein

Für die Kürbiskernknödel

100 g Kürbiskerne

400 g. mehligkochende Kartoffeln

2 Eigelbe

2 EL Butter

Salz, Pfeffer

2 Prisen frisch geriebene Muskatnuss

ca. 400 ml Sonnenblumenöl

ca. 100 g Mehl (Typ 405)

2 Eier, verquirlt

Außerdem

Etwas Preiselbeer-Kompott

Zum Garnieren

Zubereitung

Für das Rehragout das Fleisch abspülen, trocken tupfen und in gleich große Stücke schneiden. Die Kräuter abbrausen und trocken tupfen, die Blätter abstreifen. Das Fleisch in einer Schüssel mit Thymian, Rosmarin und Pfeffer mischen, mit Rot- und Portwein übergießen und mit Frischhaltefolie abgedeckt ca. 10 Std. kalt stellen. Das Fleisch abseihen, die Marinade auffangen. Die Zwiebel schälen, halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Das Fleisch salzen und in Öl anbraten. Die Zwiebel mitrösten. Mit der Marinade ablöschen. Die Flüssigkeit kurz einkochen lassen. 400 ml Wasser angießen und Preiselbeeren unterrühren. Den Deckel auflegen und das Fleisch auf niedriger Hitze ca. 1 Std. 30 Min. weich schmoren.

 Für die gedünsteten Pflaumen, die Pflaumen halbieren vom Stein befreien, in Scheiben schneiden und in einer Pfanne bei mittlerer Hitze mit Zucker und Zimstange einige Minuten schwenken. Rotwein angießen und einige Minuten  einkochen lassen. Beiseitestellen.

Für die Knödel die Kürbiskerne fein hacken oder reiben. Die Kartoffeln kochen pellen und noch heiß durch eine Kartoffelpresse drücken. Mit Eigelben und Butter mischen und mit Salz und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Aus dem Teig kleine Knödel (von 2 Zentimeter Durchmesser) formen. Das Öl in einem Topf auf 170 ° C erhitzen. Die Knödel nacheinander in Mehl, Ei und Kürbiskernen wenden und im heißen Öl goldgelb backen.

Das Ragout mit den Knödeln und Pflaumen anrichten und mit etwas Preiselbeerkompott garnieren.

 Zubereitungszeit: 90 Minuten (ohne die Zeit zum Marinieren), bei mir hat es ein bisschen länger gedauert

 

Erzähl mir von Weihnachten

Alexander Höss-Knakal: Erzähl mir von Weihnachten

Fotos: Melina Kutelas

Hölker Verlag

Preis: 32,– €

Festliche Rezepte, wahre Geschichten und die eine oder andere Überraschung ist auch noch dabei…

 Worum geht’s?

Weihnachten ist das Familien-Fest, an das wir die meisten Erwartungen und Wünsche knüpfen. Viele von uns verbinden damit schöne Feste voller Leben und genussvoller Momente, wenn Familien, die sonst weit entfernt leben, sich für 3 Tage treffen, lachen, ratschen und lecker essen. 2020 ist ganz unerwartet anders, auch wir werden das erste Mal nicht mit meiner Schwiegermutter, den Brüdern meines Mannes und meinen drei Neffen zusammen in München feiern. Wie werden diese Tag werden, die sich sonst voller schöner Momente und leckerem Essen so mühelos gestalteten, weil viele zum Gelingen in der Vergangenheit beigetragen haben? Ehrlich ich weiß es noch nicht wie sich das in wenigen Stunden  anfühlen wird? – Was ich aber schon genau weiß ist, was wir an den Feiertagen zu zweit verputzen werden.

Wie sieht es aus?

 Ein Buch das weiß wie „Kitsch“ geschmackvoll geht!

Es ist ein ausnehmend hübsches Kochbuch geworden! Eigentlich kein Wunder, im Hause Hölker hält man noch viel vom Erlebnis Buch. Für dieses besonders schönes Kochbuch bedeutet es einen beschichteten Umschlag in Leder-Optik, der vielleicht peinlich hätte werden können, aber es hier nicht geworden ist: die aufgedruckten Weihnachtsgirlanden, durchaus mit ein bisschen goldenen Glitter und der goldene Buchschnitt sind sehr geschmackvoll und erinnern mich an die Postkarten-Alben einer alten Tante mütterlicherseits, die lebenslang unverheiratet blieb und in den Zwanzigern eine Weile in New York lebte und von dort regelmäßig Weihnachtskarten erhielt, die ähnlich gestaltet waren und die ich als Kind fasziniert bewunderte. Nostalgische Postkarten-Motive ziehen sich weiter durchs Kochbuch und es liegt an der sehr wertigen Ausstattung mit rot abgesetzten Vorsatz-Seiten, einem ebenfalls rotem Lesebändchen und einem professionellem Layout mit viel Platz und schönen kleinen Details (Illustrationen), dass es trotz dieses durchaus nostalgisch-romantischen Ansatzes alles sehr geschmackvoll bleibt. Besonders erwähnen möchte ich dabei die Rezept-Fotos von Melina Kutelas, die genau weiß, wann es zu viel Vintage wird und sich bei ihren Fotos auf 1 – 2 Elemente zu beschränken versteht, die niemals das Bild beherrschen, das ist bei ihr der Speise vorbehalten und das ist auch gut so! Das kann kein Blog oder ähnliches genauso sinnlich präsentieren. Es lebe das gedruckte Buch und Verlage, die keine Mühen scheuen oder die richtigen Experten bemühen, um uns zu zeigen, man muss ein solches Buch einfach mal in den Händen halten. Viel besser als all die Deko-Accessoires, die mehrheitlich sowieso aus China kommen… Dieses tolle Kochbuch wurde aber – soweit ich das beurteilen kann – in Deutschland gedruckt und das riecht man auch – Experten wissen wovon ich spreche….

Wer kocht?

© Melina Kutelas, Hölker Verlag

 Alexander Höss-Knakal ist in Wien geboren und lebt in Kloster-Neuburg. Sein Handwerk lernte er in renommierten Sterne-Restaurants, seit 1997 ist er selbstständig als Food-Stylist und Rezept-Autor tätig. Seine Rezepte bestechen durch ausgewählte feine Kombinationen  und sind für Augen und Gaumen ein Genuss. Tatsächlich versteht er es bei seinen Rezepten ebenfalls ein bisschen Bitter (Chicorée) als Beilage gekonnt in Szene zu setzen. Neben seiner Arbeit für Kochbücher und Magazine gibt er sein kulinarisches Wissen außerdem als Kochlehrer weiter.

 

Was ist drin?

Tolle Rezepte quer durch alle Rubriken, nachhaltige Verpackungs-Ideen die überzeugen und zum Glück echte Weihnachtserinnerungen….

Der Österreicher Alexander Höss-Knakal hat eine Doppelbegabung, vielleicht liegt es an der DNA der Alpen-Republik aber dieser Koch kann auch backen. Ja, Hr. Mälzer das soll es durchaus geben. Und er hat sich nicht nur die traditionelle Weihnacht mit Reh (marinierte Reh-Nuss mit Quarkservietten-Knödeln und gebratenem Chicorée oder Entenbraten, hier übrigens bei den Beilagen mit Süßkartoffelstampf und Wirsing modernisiert und formidable begleitet),  auf die Fahnen geschrieben, sondern dieses Weihnachts-Kochbuch möchte ebenfalls Vegetarier (z. B. mit Rotkohl-Risotto mit Blauschimmelkäse und Walnüssen oder einer Rote-Bete-Tarte mit Honigcreme) am Tisch begrüßen, dennoch bleibt der Focus häufig  klassisch. Der Profi versteht es zudem großartig viele Klassiker ohne Geschmacks-Einbußen auf ihre Kernaussage zu reduzieren und das führt für die Nachkocher zu übersichtlichen Zutaten-Listen.  Das wünschen sich fast alle Leser, gelingt aber nur wenn jemand einen Plan hat und über eine langjährige Geschmacks-Schulung verfügt.

Dieses sehr brauchbare moderne Kochbuch setzt außerdem geschickter weise auf ein Programm was besser nach 2020 passt, festliche Kleinigkeiten werden durch deftige Speisen für kalte Tage, edles Gebäck, Desserts, köstliches aus der Speisekammer und der Weihnachtsbäckerei ergänzt.

Jedes dieser Kapitel behält sich dennoch vor, gleich die besten Plätzchen-Rezepte seiner Kategorie mit zu liefern, da bleibt kein Klassiker unbedacht und die Anleitungen sind zwar komprimiert jedoch stimmig. Unerfahrene Weihnachts-Bäcker – wie ich – sollten aber bitte noch mal bei YouTube schauen, wie es mit den Zimtsternen oder dem Schwarz-Weiß-Gebäck denn ganz genau klappt.

Und sonst?

Hat dieses tolle Kochbuch der Versuchung widerstanden, zu  viel des Guten zu liefern, mit der wertigen Ausstattung und den vielen Extras von Postkarten über Menü-Karten bis zum Geschenk-Anhänger und –Papier zum Kopieren liefert es viele Gründe für das gedruckte Buch. Was mich als kritischer Weihnachts-Fan jedoch am meisten gefreut hat, das alle Geschichten, die Weihnachts-Stimmung in uns triggern sollen nicht aus der „Kitsch-Konserve“ kommen, sondern von echten Menschen bzw. von Mitarbeitern des Verlages, dem Verleger und vielen weiteren Menschen aus dem Umfeld der Projekt-Leiterin beigesteuert wurden. Man hat verstanden, dass wir es echt lieben und uns persönliche Erfahrungen und Weihnachtserlebnisse lieber sind, als aufgewärmtes „Weihnachts-Tralala“. Natürlich wünschen wir uns alle Schnee an Weihnachten aber selbstverständlich ist das heutzutage keinesfalls mehr gesetzt und manch einer wird nach diesen „Corona-Weihnachten 2020“  gerne mal wieder die Festtage in Portugal oder sonstwo verbringen. Genauso wie es die Familie einer Verlags-Mitarbeiterin regelmäßig gemacht hat und das muss keinesfalls weniger festlich als zu Hause sein und ist vor allem realistisch…..

Probiert & Verputzt:

 To be continued….

Rehragout mit gedünsteten Pflaumen u. Kürbiskernknödeln

Corona taugliches Rezept, viel Einkauf war nicht zu erledigen, weil viele Zutaten aus dem Vorrat kamen und das Rehfleisch haben wir vom Jäger aus dem Ort besorgt, der zum Glück auch kleinere Mengen verkauft und damit dieses sehr feines Rezept des Österreichers Alexander Höss-Knakal mit gedünsteten Pflaumen (eigene Ernte und im Tiefkühler zwischen geparkt) und frittierten Kartoffel-Knödel mit Kürbis-Crunch zubereitet und waren trotz ein wenig Mühe (aber Zeit hat man ja im Moment) hin und weg!

Frühstückskuchen mit Weihnachtlichen Gewürzen

© Melina Kutelas, Hölker Verlag

Vorsicht, dieser Früchtekuchen kann süchtig machen! Wir haben statt Marillen-Schnaps, den wir nicht zur Hand hatten, einen Pflaumenschnaps mit Pflaumen aus dem eigenen Garten verwendet.

 

 

 

 

Gebratener Rosenkohl mit Macadamia-Nüssen

Vegane Weihnacht geht auch, ich weiß aber noch nicht genau, was ich von diesem Rezept halten soll und schicke es in die zweite Testrunde. Der erste Versuch fiel durchwachsen aus….

Fazit: Bei Weihnachts-Kochbüchern kriegt man mich nur, wenn die Kern-Disziplin punkten kann!

Und die stimmt hier, fast alle Rezepte des Österreichers Alexander Höss-Knakal, sind auf den Punkt und das war für mich der Grund, mich mit diesem Kochbuch zu befassen. Ganz unabhängig davon, dass es sich extrem hübsch gemacht hat und sogar Weihnachts-Postkarten und Geschenk-Papier zum Kopieren oder gleich verwenden mitliefert. Dass die Macher zudem auf echte Weihnachtsgeschichten mit vielen Wünschen aber ohne Kitsch und Pathos gesetzt haben, zeigt, dass hier jemand die Fäden in der Hand hatte, die wollte, dass es in jedem Fall ein authentisches Weihnachts-Kochbuch wird. Zusammen ist das ein gelungenes Paket. Mir hat die dieses Weihnachts-Kochbuch sogar noch gezeigt, wie ich meine Geschenke endlich geschmackvoll und nachhaltig verpacken kann.

Ich wünsche Euch allen frohe, schöne und erholsame Festtage! Auch wenn diese so anders – als noch zu Beginn des Jahres erwartet – ausfallen werden! Mir hat dieses Jahr viele neue Erfahrungen beschert vor allem beruflich, aber auch privat. Manches wünsche ich mir zurück und bei anderen Dingen, bin ich erstaunt wie gut sich darauf verzichten lässt und vielleicht noch eine ganz neue Perspektive entsteht, wenn man sich bewusst entscheidet. Macht es gut und bleibt vor allem gesund!