Paella mit Garnelen und Merguez aus Spanien

© Melina Kutelas/Hölker Verlag

Paella mit Trick-Kiste: hier in Form der Merguez-Würstchen, die wunderbar Geschmack abgeben und bei uns deutlich einfacher zu beschaffen sind als die klassische Zutat Chorizo-Würste!

 Ich bin mit ca. 800 ml ausgekommen, hier hilft nur probieren, weil Einkochen und Alter, sowie Reis-Sorte die Menge an Brühe bestimmen und der persönliche Geschmack ebenfalls eine Rolle spielt. Generell kalkuliere ich mit dem Faktor 3.

Quelle: Martin Kintrup: Spice Kitchen. Einfach gut gewürzt

Fotos: Melina Kutelas

Hölker Verlag

Preis: 22 €

Zutaten (für 4 Personen):

2 Zwiebeln

2 Knoblauchzehen

2 rote Spitzpaprikaschoten

100 g breite grüne Bohnen

4 Merguez (würzige Bratwurst aus Lamm- und Rindfleisch; ca. 300 g)

500 g Black Tiger Garnelen (geschält und entdarmt)

800–900 ml heiße Gemüsebrühe

2 Döschen Safranfäden (à 0,1 g)

½ TL gemahlene Kurkuma

5 EL Olivenöl

2 Zweige Rosmarin

2 Lorbeerblätter

½–1 TL Pimentón de la Vera

(ersatzweise edelsüßes Paprikapulver)

250 g Paellareis (Arroz bomba; ersatzweise Risottoreis

– Zubereitungszeit und Brühemenge können leicht variieren)

100 ml trockener Weißwein

1 Bio-Zitrone

3 Stängel Petersilie

Salz

frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

 Zubereitung:

Zwiebeln und Knoblauch schälen und in feine Würfel schneiden. Die Paprikaschoten längs halbieren, entkernen und klein schneiden. Die Bohnen putzen und in mundgerechte Stücke schneiden. Die Würste in Stücke schneiden. Die Garnelen unter kaltem Wasser waschen und trocken tupfen. 800 ml Brühe mit Safran und Kurkuma verrühren.

2 EL Olivenöl in einer großen hohen Pfanne erhitzen, die Merguez darin anbraten, bis sie rundherum gebräunt sind. Die Garnelen zugeben und kurz rundherum mitbraten. Dann alles aus der Pfanne nehmen. Restliches Olivenöl erhitzen, Zwiebeln und Paprika darin andünsten, bis die Zwiebelwürfel glasig sind. Knoblauch, Bohnen, Rosmarin und Lorbeerblätter zugeben und kurz mitdünsten. Mit ½ TL Pimentón würzen, den Reis zufügen und alles kurz dünsten. Dann mit Wein ablöschen und diesen fast vollständig verkochen lassen. Die Safranbrühe angießen, die Wurststücke auf den Reis legen. Alles zum Kochen bringen und bei schwacher Hitze zunächst 5 Minuten offen, dann 10 Minuten abgedeckt köcheln lassen. Danach die Garnelen auf dem Reis verteilen und alles weitere 5 Minuten abgedeckt garen, dafür gegebenenfalls noch etwas Brühe angießen.

Inzwischen die Zitrone in Spalten schneiden. Die Petersilienblätter abzupfen und in Streifen schneiden. Die Paella mit Salz, Pfeffer und Pimentón abschmecken, Rosmarin und Lorbeerblätter entfernen. Die Paella mit Petersilie bestreuen und die Zitronenspalten zum individuellen Abschmecken dazulegen.

Sollte noch Wein in der Flasche sein: Unbedingt dazu servieren.

Wolfsbarsch mit Runzelkartoffeln und Mojo verde

© Melina Kutelas/Hölker Verlag

Auf Honig in einer Mojo wäre ich selbst nicht gekommen, macht aber sehr viel Sinn! Die Zubereitung der Kartoffeln auf dem Blech konnte uns – wie die Räucherpaprika-Butter – für den Fisch ebenfalls überzeugen – dieses Rezept muss unbedingt mit in den bevorstehenden Wanderurlaub auf die Kanaren!

Quelle: Martin Kintrup: Spice Kitchen. Einfach gut gewürzt

Fotos: Melina Kutelas

Hölker Verlag

Preis: 22 €

Zutaten (für 4 Personen):

3 Zweige Rosmarin

2 EL feines Meersalz

800 g junge Kartoffeln

2 Bund Petersilie

1 Bund Koriandergrün

1 frische grüne Chilischote

2 Knoblauchzehen

1 Bio-Zitrone

130 ml Olivenöl

2 EL Weißweinessig

1–2 TL Honig

1 Msp. gemahlener Kreuzkümmel

Salz

frisch gemahlener

schwarzer Pfeffer

4 Wolfsbarschfilets

(mit Haut; à 150–200 g)

1 EL Mehl

20 g Butter

2 Msp. Pimentón de la Vera

(ersatzweise edelsüßes Paprikapulver)

 Zubereitung:

Den Backofen auf 200 °C vorheizen. Die Rosmarinnadeln eines Zweiges abzupfen, fein hacken und mit dem Meersalz mischen. Die Kartoffeln gründlich waschen und noch tropfnass mit dem Rosmarinsalz einreiben. Auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech im heißen Backofen ca. 30 Minuten backen, bis sie weich und runzelig sind. Inzwischen für die Mojo verde die Blätter von Petersilie und Koriander abzupfen und grob hacken. Die Chilischote längs halbieren, entkernen und klein schneiden.

Den Knoblauch schälen und grob würfeln. Die Zitronenschale fein abreiben und den Saft der Frucht auspressen. Gehackte Kräuter, Chili- und Knoblauchwürfel sowie Zitronenschale im Blitzhacker oder mit dem Stabmixer mit 100 ml Olivenöl, dem Essig, 1 EL Zitronensaft, 1 TL Honig, Kreuzkümmel und 1 Prise Salz zu einer feinen Soße verarbeiten. Mit Salz, Pfeffer und Honig abschmecken.

Die Wolfsbarschfilets unter kaltem Wasser waschen und mit Küchenpapier trocken tupfen. Die Hautseite diagonal vier- bis fünfmal einritzen. Die Filets jeweils mit 1 EL Zitronensaft beträufeln, die Hautseite wieder trocken tupfen und mit Mehl bestäuben.

Restliches Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Die Filets darin bei nicht zu starker Hitze auf der Hautseite ca. 4 Minuten anbraten, bis sie leicht gebräunt sind. Wenden und ca. 2 Minuten garen, sodass sie innen noch glasig sind. Butter in der Pfanne schmelzen, Pimentón und etwas Salz hineingeben. Den Fisch kurz in der Pimentón-Butter schwenken, die Hautseite ebenfalls damit beträufeln.

Die Kartoffeln aus dem Ofen nehmen, überschüssiges Salz abklopfen. Kartoffeln mit einer Gabel leicht flach drücken, den Fisch darauf anrichten, mit den übrigen Rosmarinzweigen und mit der Mojo verde servieren.

Martin Kintrup: Spice Kitchen

Martin Kintrup: Spice Kitchen. Einfach gut gewürzt

Fotos: Melina Kutelas

Hölker Verlag

Preis: 22,– €

 Kulinarische Weltreise mit System!

Wer kocht ?

Martin Kintrup hat seine Lust am Kochen, Essen und Genießen zum Beruf gemacht. Als Autor und Redakteur arbeitet er für mehrere Verlage und schreibt seit 2004 fleißig Kochbücher – mal vegetarisch, mal vegan, mal mit Fleisch, immer gut gewürzt – zum Teil preisgekrönt. Für Spice Kitchen konnte er seiner Leidenschaft frönen und tief in die großen Würzküchen der Welt eintauchen.

Worum geht’s?

 Kulinarische Weltreisen bezahlt man häufig mit jede Menge Neuzugängen im Gewürzschrank. Für mich persönlich kein Problem, ich habe Platz und kann mich sogar noch im Wochenendhaus so richtig austoben. Ich höre aber immer wieder, dass die meisten lieber mit weniger auskommen möchten.

Was ist drin?

System macht Sinn – den Schlüssel zur kulinarischen DNA sicher in der Tasche!

Martin Kintrup hat sich was vorgenommen – er lüpft in 9 Ländern von Indien über Israel nach Mexiko, Vietnam, Japan, in die Türkei bis nach Vietnam – und dann schnell zurück nach Europa – in Italien und Spanien die Topfdeckel. 40 Rezepte sind dabei für uns herausgekommen, bei denen pro Land nicht mehr als 5 Gewürze zugelassen sind. Wie man Indien auf 5 Gewürze runterbrechen will, da bin ich gespannt, das ist definitiv eine Challenge. Der versierte Autor geht jedoch mit viel System an die Sache ran. Klar warum sollte man sich sonst ein Kochbuch kaufen, das es wagt so viele unterschiedliche Geschmackswelten quasi gleichermaßen zu dekodieren. Das endet vielleicht im kulinarischen Chaos oder in kulinarischer Beliebigkeit. Ziel bei der von Martin Kintrup organisierten kulinairschen Weltreise, ist ein solides Rezept, das einen Klassiker nicht verhunzt, sondern diejenigen, die sich eben nicht mühsam durch traditionelle Länder-Kochbücher arbeiten wollen, erstmal ab holt und mit dem typischen Geschmack einer Region vertraut macht.

Für Indien bedeutet dies – um wieder auf die Ausgangsfrage zurückzukommen, dass Kintrup sich mit System an die Sache macht. Kardamom wahlweise grün oder schwarz, Nelken, jeweils ergänzt durch Ingwer, denn den haben wir ja schon adoptiert, außerdem Kreuzkümmel – wird sich aus Mexiko geborgt und Koriander frisch oder gemahlen ist sowieso dabei. So weht schnell mit Chicken Biryani oder Lamm Vindaloo der Duft Indiens durch unsere Küche. Der Geschmacks- „backbone“ des indischen Kontinents heißt jedoch schlicht Curryblätter und Senfsamen, die bei einem vegetarischen Masoor Dal mit Paneer oder einem Madras Fischcurry für authentisches India-Feeling sorgen. Danke an den Koch, dass er nochmal darauf hinweist, dass frische Curryblätter in einer ganz anderen Liga spielen, als getrocknete. Es lohnt sich unbedingt danach Ausschau zu halten. Wer sie nicht frisch bekommt, kann auf tiefgekühlte Blätter ausweichen, werden im gut sortierten indischen Spezialitäten-Geschäft angeboten.

Klassiker und neue Zubereitungstechniken, die Zeit und Platz sparen….

Shakshuka und Falafel die gehören unbedingt dazu, wenn wir in Tel-Aviv oder Jerusalem landen. Genauso wie Gnocchi (Spinat-Gnocchi mit Salbei-Nuss-Butter) und Pizza (Pizza bianca mit Salsiccia und Peperoni), wenn wir an Italien denken. Japan ohne Sushi (Wasabi-Sushi-Rollen mit Soja-Dip und Ramen (Pulled Salmon Ramen) undenkbar. Die Idee mal Lachs in einer pulled-Variante zu servieren, finde ich sehr gelungen, hier lässt sich nicht nur ein neues Geschmackerlebnis machen, sondern genauso kräftig Zeit sparen. Für ungeübte kulinarische Weltenbummler ist die sichere Führung des erfahrenen Kochbuch-Autors durch jedes Rezept eine absolute Bank, sonst machen Bücher mit einem derartig großen Focus einfach keinen Sinn.

 Vegetarisch und vegan gehört heute unbedingt zu einem Kochbuch dazu

Masoor Dal mit Paneer aus Indien, Zucchini-Möhren-Puffer mit Cacık aus der Türkei und vegetarische Pancakes aus Vietnam erfreuen die vegetarische Fraktion. Malawach-Fladenbrote mit Zhug und mariniertem Rotkohl aus Israel. Vegetarisches Thali in Form von Ananas-Pachadi Auberginen-Dal und begleitet von Zitronenreis und Paratha aus Indien schmecken rein vegan genauso gut. Rotes Thai-Curry sowie ein herrlich frischer Mango-Gurken-Salat aus Thailand sind weitere vegane Optionen. In Thailand wird dieser Salat klassischerweise mit grüner, unreifer Papaya statt Mango und Gurke zubereitet. Diese ist hierzulande nur schwer erhältlich, deshalb hat sie Martin Kintrup mit unfreien grünen Mangos ersetzt.

Leckeres Soul-Food für die die Fleisch-Fraktion

Ossobuco-Ragout mit Gremolata aus Italien oder würzig scharfes Lamm Vindaloo aus Indien, Banh-Mi-Baguettes mit Nem-Nuong-Fleischbällchen (zum Glück ohne die von mir nicht geliebte Leber-Pate und stattdessen mit einem geglückten Mayonnaise Siracha Aufstrich) und der Suppen-Klassiker Pho mit Rindfleisch, ergänzen gekonnt ein reichhaltiges Angebot an Klassikern oder spannenden neu interpretierten Versionen.

probiert & verputzt:

Paella mit Garnelen und Merguez aus Spanien

© Melina Kutelas/Hölker Verlag

Paella mit Trick-Kiste: hier in Form der Merguez-Würstchen, die wunderbar Geschmack abgeben und bei uns deutlich einfacher zu beschaffen sind als die klassische Zutat Chorizo-Würste!

Ich bin mit ca. 800 ml ausgekommen, hier hilft nur probieren, weil Einkochen und Alter, sowie Reis-Sorte die Menge an Brühe bestimmen und der persönliche Geschmack ebenfalls eine Rolle spielt. Generell kalkuliere ich mit dem Faktor 3.

Wolfsbarsch mit Runzelkartoffeln und Mojo verde

© Melina Kutelas/Hölker Verlag

Auf Honig in einer Mojo wäre ich selbst nicht gekommen, macht aber Sinn und schmeckt vor allem dann nicht sauer durch. Die Zubereitung der Kartoffeln auf dem Blech konnte uns wie die Räucherpaprika-Butter für den Fisch ebenfalls überzeugen – dieses Rezept muss unbedingt mit in den bevorstehenden Wanderurlaub auf die Kanaren!

 

 

Rotes Thai-Curry

© Melina Kutelas/Hölker Verlag

Leckere Currypaste mit moderater Schärfe, schön dass lecker Thai auch mal ohne Fleisch auskommt!

P.S. Es schien zunächst aufwendig, aber das Dämpfen des Brokkoli lohnt, ebenso, dass dieser dann trockengeschleudert wird, so verwässert die tolle Curry-Paste nicht und alles bleibt schön knackig!

 

 

Fazit: Einfach gut gewürzt – wer mit einem guten Führer reist kriegt es lecker!

 Es ist nicht einfach eine derartig große Bühne kulinarisch zu bespielen und viele abzuholen. Martin Kintrup zeigt mit seiner handverlesenen Auswahl, dass er Klassiker sicher mit gelingsicheren Rezepten bespielen kann und ebenfalls was Neues in petto hat. Runzelkartoffeln aus dem Backofen gelingen ohne,  dass dafür sehr viel Meersalz erforderlich ist. Paella mal mit Merguez zu servieren, die ja eigentlich aus Marokko geklaut wurden, fanden wir eine wunderbare Idee. Die Ausstattung und Aufmachung des Buches sind wertig und zeigen es geht in diesem Buch mehr um Klasse als Masse! 40 klasse Rezepte für unserem Background und unsere gewählten Beschränkungen, sind mehr als hundert, bei der doch nur jedes zweites oder drittes, es wirklich in die persönliche Hit-Liste schaffen. Der Autor überzeugt mit handwerklicher Expertise und als kreativer, kundiger Führer durch den Gewürz-Dschungel vieler Regionen und berücksichtigt dabei Fleischesser, Vegetarier und Veganer gleichermaßen. Sehr schön gemachtes Buch, in dem mir jedes Rezept genauso gut gefällt! Auch wenn ich noch Platz hätte im Gewürzschrank und genau das macht für mich den Unterschied, für diejenigen, die sich gerne auf eine kulinarische Weltreise begeben wollen und trotzdem die Kontrolle über ihren Gewürzschrank nicht abgeben wollen!

Von der Provence bis nach Pondicherry

Tessa Kiros: Von der Provence bis nach Pondicherry

Fotos: Manos Chatzikonstantis

Gerstenberg Verlag

Preis: 34,–

French Connections….

Tessa Kiros zeigt uns in ihrem neuen Buch, diese angenehme Seite der Kolonialisierung und nimmt uns mit auf eine faszinierende, kulinarische Reise in die einstigen französischen Kolonien und an exotische Orte wie Guadeloupe, La Réunion, Vietnam und Pondicherry im Süden Indiens. Ausgangspunkt dieser spannenden kulinarischen Exkursion ist die Provence, Endpunkt die Normandie, denn von dort sind Franzosen in die neue Welt aufgebrochen und wieder in die Heimat zurückgekehrt.

Jeder Region ist ein kurzer historischer Abriss gewidmet und Kiros erklärt welche Produkte dort gedeihen und genossen werden. Gefolgt von den jeweils typischen Gerichten, die Lust machen, die Nase tiefer in die Gewürzdose zu stecken und einfach mal was Neues auf den Tisch zu bringen.

Immer der Nase nach – oder Tessa’s Art der kulinarischen Begegnung….

 Dem Zimt- und Ingwer-Duft folgend begibt sich die Autorin auf die Spuren französischen Entdecker in die Karibik (Guadeloupe), in den indischen Ozean (La Réunion) bis hin ins südindische Pondicherry und nach Vietnam ans Südchinesische Meer. Tessa kulinarischen Wurzeln ist es geschuldet, sie ist die Tochter einer Finnin und eines Zyprioten mit griechischen Wurzeln, in London geboren und in Südafrika aufgewachsen, dass sie großen Wert darauf legt, immer selbst vor Ort die fremden Speisen und Aromen kennenlernen und mit Einheimischen kochen möchte.

Provenzalische Genüsse

 Tessa Kiros Reise begann in der Provence. Hier faszinierten sie besonders die regionalen Stoffe, Farben und Muster. Mit der berühmten Kräutermischung „Kräuter der Provence“ bereitet sie ein „Hähnchen mit Paprika, Fenchel und Oliven“ für uns zu und zaubert mit einer „Tapenade“ (Paste aus schwarzen Oliven) den unvergleichlichen Duft dieser Region auf unsere Teller. Dazu noch einen Pastis und schwups sind wir in südlichen Gefilden unterwegs. In den Picknick-Korb packt die Autorin gleich noch eine aromatische „Sommer-Tarte mit Tomaten und Ziegenkäse“ .Am Abend, wenn die Gäste kommen, verwöhnt sie diese und uns mit einer waschechten „Bouillabaisse“ mit „Rouille“ (Mayonnaise mit Safran und Cayenne-Pfeffer) und einer „Aioli“ (Knoblauch-Mayonnaise) als klassische aromatische Begleiter.

Karibik-Feeling pur!

Wem das noch nicht exotisch genug ist lässt sich von Kiros kulinarisch nach Guadeloupe entführen und lernt unter ihrer Anleitung, wie man eines der dortigen Nationalgerichte, ein „Hähnchen Colombo“ zubereitet. Vegetarier werden mit einer „karibischen Ratatouille“, die stilecht mit Kürbis u. Chayote (tropisches Kürbisgemüse) zubereitet wird, kulinarisch beglückt. Zum Nachtisch gibt es wahlweise „ Kokos-Nuss-Sorbet“, eine „Schoko-Maracuja-Tarte“ oder „flambierte Bananen mit Rum“.

 Crème Caramel auf asiatisch und paradiesische Zustände für Suppenkasper

 Schon immer träumte Tessa Kiros davon, Vietnam zu bereisen. Bei ihren kulinarischen Streifzügen durch Hanoi oder Saigon hält sie unterwegs höchsten für eine mit einer köstlich Brühe (Pho Bo) oder einen Lotos-Tee, an. Sie sehnte sich danach die über dem Meer tanzenden bunten Drachen im Wind zu beobachten und dabei Baguette mit Pâté oder Crème Caramel (Karamellcreme) mit Kokos zu genißen.

In Hanoi lernt sie bei der Recherche für diese wunderbare nostalgische Kochbuch von einer liebenswerten Dame namens Thuy Do, wie man „Bun Cha“ (Nudelsuppe) zubereitet, ihr Rat an Kiros lt. „Knüllen Sie Salat und Kräuter zusammen, drücken Sie sie mit den Essstäbchen in die Brühe und genießen Sie sie, sobald sie etwas weicher geworden sind“.

Die milde Seite der indischen Küche!

Die französische Präsenz in Indien begann 1673, als die Ostindien-Kompanie das strategisch günstig gelegene Fischerdorf Puducherry (seit 2006 wieder der offizielle Name der Stadt) übernahm. In der Folgezeit wurde es zum kulturellen und verwaltungstechnischen Zentrum sowie zum Haupthafen für alle französischen Territorien an der Ostküste. Auf dem Höhepunkt der Kolonialzeit brachten Pondicherrys exotische Gewürze, Textilien sowie Edelsteine den französischen Kaufleuten viel Reichtum ein. Der französische Einfluss lässt sich auch heute noch in den Straßen, der Lebensart, der Kultur und in der Architektur erkennen. Auf den ersten Blick lässt sich in Pondicherrys Küche kaum ein französischer Einfluss ausmachen. Nach einer Weile jedoch bemerkt man einige Besonderheiten: eine feine Kombination aus Gewürzen + und Chili sowie französische Zubereitungsarten, die auf einen empfindlicheren Gaumen ausgerichtet sind. Pondicherry bezeichnet man als eine »mildere « Ecke Indiens. Kiros serviert z.B. „Miesmuscheln in einer mildwürzigen Masala-Gewürzmischung“ und „Pondicherry-Hähnchen“. Bis auf ein „Kartoffel-Curry“, dass immerhin 2 entkernte Chilischoten verlangt, sind alle präsentierten Gerichte deutlich weniger scharf ausgelegt als die traditionelle indische Küche.

La Réunion – Naturparadies im indischen Ozean eine Insel, die nach Vanille und Rum duftet….

Auf La Réunion, Insel und Naturparadies im indischen Ozean, wo sich Siedlungen an imposante Berggipfel schmiegen und man überall Vulkane, und das Meer sieht, hat der Kolonialismus eine Mischung aus Afrikanern, Indern, Madagassen, Europäern, Franzosen, Chinesen und anderen Völkern verschiedenster Abstammung unter den Einwohnern hinterlassen. Hier serviert Tesa Kiros herzhaft „scharfe Bohnenküchlein“, „Thunfisch-Samosas“,  verschiedenste „aromatisierte Rum-Getränke“, einkreolisches Thunfisch-Kaffirlimetten-Curry“ und die unverzichtbare Beilage in Form von „Rougail“. Damit bezeichnen die Einheimischen ein würziges Beilage- Relish, z. B. aus Gurken, Tomaten, zerstoßenen Erdnüssen oder grünen Mangos. Tessa Kiros rät dazu, die Schärfe ganz dem eigenen Geschmack anzupassen und verrät, das auf La Réunion fast zu jeder Mahlzeit davon ein Schälchen zum Würzen mit auf dem Tisch steht.

Probiert und verputzt!

Ente mit Vanillesauce

©Manos Chatzikonstantis

Ein kleiner Abstecher, nach La Reunion im indischen Ozean gefällig, dann ist dieses Rezept eine wunderbare Möglichkeit sich in die Aromen der Insel ein zu schmecken: Ente trifft auf eine aromatische Würze aus Ingwer, Knoblauch, der Kick kommt hier durch Muskatnuss und Vanille und trifft mit einer Tomaten-oder Mango-Rougail auf einen wunderbar – bei uns auch gerne leicht scharfen – Begleiter.

 

 

Pondicherry Hähnchen

 

©Manos Chatzikonstantis

Indien light: Die aromatische Würzpaste aus Senfsamen, Kreuzkümmel, Ingwer und Knoblauch verbindet sich mit Kokosmilch und den frischen Curry- u. Korianderblättern zu einem großartigem Geschmackserlebnis. Frische Curryblätter sind häufig schwer zu bekommen, machen hier jedoch einen beträchtlichen Unterschied zu der getrockneten Alternative. Ein Curry das sich aufgrund seiner milden Würze auch Bestens für Gäste eignet. Alles lässt sich prima vorbereiten. Die Kardamom-Kokos-Creme dazu ist einfach klasse!

Bos Sot Vang

©Manos Chatzikonstantis

Ein Klassiker der französischen Küche (Boeuf bourguignon) bekommt den vietnamesischen Feinschliff in Form von Sternanis, Zimt, Pfeffer und außerdem jede Menge Umami durch Fisch- u. Sojasauce, das gefällt nicht nur dem Rindfleisch ausgesprochen gut, sondern auch uns!

 

 

 

Fazit: Tessa Kiros entführt spannend, sehr unterhaltsam und genussvoll in das kulinarische Erbe der Grande-Nation ohne dass wir überhaupt die Koffer packen müssen. Ein Hauch von Rum, Muskat und Vanille liegt in der Luft und lässt Karibik-Feeling und exotische Genüsse unsere Küche erobern.  Hier ist ein sehr persönliches und authentisches Kochbuch gelungen, dass mühelos dicht, lebendig und lecker eine kleine Weltreise ersetzt.

Als neugierige kulinarische Entdeckerin besteht  Frau Kiros zum Glück darauf, dass man sich die typischen Geschmäcker nur vor Ort von den Einheimischen zeigen lassen kann. Die typischen Gewürz-Mischungen jeder Region werden selbstverständlich mit Rezepten belegt. Chapeau, das bleiben uns viele Kochbuch-Autoren gerne auch mal schuldig! Und natürlich darf es neben den traditionellen Hauptspeisen weder an leckeren Desserts und schon gar nicht an Getränken wie dem unverzichtbaren Rezept für einen karibischen Kokos-Punsch fehlen – Cheers diese kulinarische Weltreise hat in vielerlei Hinsicht sehr viel Spaß gemacht!

Vielen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar!