Auberginen-Laksa

© Jamie Oliver Enterprises Ltd (2020 7 WAYS), Fotos: Levon Biss/Autorenfotos: Paul Stuart und Matt Russel, f. d. dt. Ausgabe Dorling Kindersley Verlag

Massaman-Curry, Ingwer, Nudeln, Kokosmilch & zerstoßene Cashewkerne

Geschmacklich toll, die aromatische und leicht scharfe Currypaste harmoniert perfekt mit den süß-chrunchigen Cashewkernen und verhelfen den Auberginen zu Tiefe.

Quelle: Jamie Oliver: 7 mal anders

Je 7 Rezeptideen für deine Lieblingszutaten

Fotos: Levon Biss

Verlag Dorling Kindersley

Preis: 26,95  €

Für 6 Personen –  fertig in 50 Minuten:

6 große Auberginen (à 400 g)

Olivenöl

Rotweinessig

6 gehäufte TL Massaman-Currypaste

60 g geröstete Cashewkerne mit

Honig

6 Frühlingszwiebeln

1 Stück Ingwer (6 cm)

1 Dose fettreduzierte Kokosmilch

(400 g)

1 l Bio-Gemüse- oder Hühnerbrühe

450 g Eiernudeln

Den Backofen auf 180 °C vorheizen. Drei Auberginen in 2 cm dicke Scheiben schneiden. In einer Tasse je 1 EL Olivenöl und Rotweinessig, 1 gehäuften TL Currypaste sowie 1 Prise Meersalz und schwarzen Pfeffer verrühren. Die Auberginenscheiben von beiden Seiten damit einpinseln, dann nebeneinander auf ein Backblech legen und im Ofen 40 Minuten rösten. Inzwischen die übrigen Auberginen in einer Pfanne bei starker Hitze rundherum rösten, bis sie kräftig gebräunt und weich sind. Herausnehmen, die Pfanne auf dem Herd lassen. Während die Auberginen bräunen, die Cashewkerne im Mörser grob zerstoßen und beiseitestellen. Die Frühlingszwiebeln putzen, den weißen Teil würfeln (den grünen Teil beiseitelegen) und mit der restlichen Currypaste in den Mörser geben. Den Ingwer schälen, hacken und hinzufügen und alles zu einer Paste zerstoßen. Den grünen Teil der Frühlingszwiebeln in feine Streifen schneiden und in kaltes Wasser legen.

Die gerösteten Auberginen längs halbieren, das Fruchtfleisch herauslösen und mit 1 EL Öl in die heiße Pfanne geben. Die Currypaste unterrühren und 2 Minuten anschwitzen. Kokosmilch, Brühe und 1 EL Rotweinessig dazugießen und zum Kochen bringen. Die Nudeln nach Packungsangabe garen, dann abgießen und auf vorgewärmte Schalen verteilen. Das Laksa abschmecken, in die Schalen schöpfen und die Auberginenscheiben hineinlegen. Die Frühlingszwiebeln abtropfen lassen, mit etwas Rotweinessig mischen und mit den Cashewkernen über die Suppe streuen.

Laksa, mit Chili-Tofu

Quelle: Claudia Zaltenbach: Tofu, Yuba & Okara

Rezepte · Kultur · Menschen

Illustrationen: Yuki Shirono

Ein wohlig warmer Genuss, der allen am Tisch sehr gut geschmeckt hat! Perfektes Gegenmittel gegen den Blues an einen trüben nebelgrauen Wintertag!

Hädecke Verlag

Preis: 32,–

Zutaten (für 2 Portionen):

Laksa-Paste

3 cm frischer Galgant

1 walnussgroßes Stück Ingwer

1 fingerlanges Stück frische

Kurkumawurzel

1 Schalotte, 1 Knoblauchzehe

1 rote Chilischote, ½ Bund Koriander

2 Zitronengrasstängel

1 EL geschmacksneutrales Öl zum Erhitzen

1 TL Zucker, 1 EL Tamarindenpaste

1 Bio-Limette, Schalenabrieb und Saft

½ TL Meersalz

200 g fester Tofu, 2 EL Maisgries

1 EL milde Chiliflocken (Niora-Paprikaflocken

oder türkische Pul Biber)

geschmacksneutrales Öl zum Erhitzen

1 kleiner Pak Choi, 1 kleiner Brokkoli

400 ml Gemüsebrühe (s. S. 222)

6 Shiitake, 1 Spritzer Shoyu (Sojasauce)

3 EL Laksa-Paste (siehe oben)

500 ml Kokosmilch

1 EL Kurkumapulver, Meersalz

150 g breite Reisbandnudeln

1 Handvoll Mungbohnensprossen

2 EL Erdnüsse, ohne Fett in der Pfanne

geröstet, grob gehackt

3 Stängel Koriander, Blättchen abgezupft

1 Limette, in Spalten geschnitten

Zubereitung:

Für die Laksa-Paste Galgant, Ingwer, Kurkuma, Zwiebel und Knoblauch im Blitzhacker sehr fein hacken. Die Chili der Lange nach aufschneiden, entkernen und ebenfalls sehr fein hacken. Den Koriander mitsamt den Stielen sehr fein hacken. Vom Zitronengras nur den weisen Teil zuerst in Ringe schneiden, dann ebenfalls fein hacken.

Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Pasten-Zutaten mit Zucker und Tamarindenpaste hineingeben, etwa zwei Minuten braten. 1 EL Limettensaft, Salz und 1 TL Schalenabrieb hinzufugen. In ein Gefäß mit hohem Rand füllen und mit dem Pürierstab glatt pürieren. Pfanne nur auswischen.

Tofu in Kuchenpapier wickeln, beschweren und etwa zehn Minuten pressen (s. S. 214). In knapp 1 cm dicke Scheiben schneiden, diese in Maisgries wenden und mit Chiliflocken bestreuen. In der Pfanne 1 EL Öl erhitzen und die Tofu Scheiben darin golden anbraten. Warm halten.

Pak Choi in breite Streifen schneiden und mit den Brokkoli-Röschen über der Gemüsebrühe etwa fünf Minuten dampfen.

Shiitake in Scheiben schneiden, Stiel dabei entfernen. Die Pilze in etwas Öl mit Shoyu (Sojasauce) anbraten. Ebenfalls warm stellen.

Laksa-Paste in die Pfanne geben, etwa 30 Sekunden anbraten, Kokosmilch dazu gießen. Kurkumapulver und Gemüsebrühe hinzufugen, einmal aufkochen lassen. Mit Salz abschmecken.

Zuletzt die Reisnudeln nach Packungsanweisung kochen, abgießen und auf zwei große, vorgewärmte Schalen verteilen.

Mit der Suppe aufgießen. Pilze, Gemüse, Bohnensprossen und Tofu darauf anrichten, mit gehackten Erdnüssen und Korianderblättchen bestreuen, mit Limettenspalten garnieren.

Tipp: Laksa-Paste gibt es im Asialaden. Selbermachen lohnt sich aber.

Curry-Laksa (mit Hähnchen, Garnelen und Tofu-Puffs)

© Nicole Stich

Curry-Laksa (mit Hähnchen, Garnelen und Tofu-Puffs)

Quelle: Nicole Stich: Shiok

ZS Verlag

Preis: 29,80 €

Eine Suppe die satt und glücklich macht: süßsauer, scharf, cremig und durch den vietnamesischen Koriander bekommt das Ganze noch eine pfeffrige Note. Wer das Glück hat, diesen im Asia-Markt zu bekommen, sollte sich das nicht entgehen lassen…..

Laksa ist Singapurs Suppen-Nummer-eins-Hit (ähnlich der Tom Kha Gai in Thailand), wobei diese Suppe im Rest von Südostasien — in unterschiedlichen Versionen — ebenfalls sehr populär ist. Wer eine authentische Suppenschale nach allen Regeln der Kunst zubereiten möchte, braucht weit mehr als zwei Dutzend Zutaten. Aber es geht zum Glück auch etwas einfacher! Und selbst diese abgespeckte Variante versetzt mich für einen kurzen Moment nach Katong (ein für Laksa bekannter Stadtteil).

Zutaten:

300—400 g Hähnchenkeulenfleisch

(ohne Haut, ersatzweise Hähnchenbrustfilet)

1—1 ¼ l Hühnerbrühe (am besten selbst gemachte, Rezept im Buch auf S. 178)

2—4 Eier

8 Riesengarnelen (Tiger Prawns, ohne Kopf, geschält)

6—8 Tofu-Puffs (Asienladen)

2 Stängel Zitronengras

2—3 Knoblauchzehen

1 walnussgroßes Stück Galgant

1—2 Bio-Limetten

4—5 Stiele Koriandergrün oder

Laksablätter (auch bekannt als vietnamesische Minze/Koriander)

2 EL Öl

60—80 g Laksapaste (ersatzweise ca. 50 g rote Currypaste)

500 g Kokosmilch

75—100 g Sojabohnensprossen oder andere Bohnensprossen

250—350 g Nudeln
(chinesische Eiernudeln und/oder Reis-Vermicelli)

1—2 EL Fischsauce

½—1 EL Palmzucker

feines Meersalz

Zubereitung:

Das Hähnchenfleisch waschen, mit der kalten Hühnerbrühe in einen Topf geben und aufkochen. Die Hitze so weit reduzieren, dass die Brühe nur ganz sanft köchelt, und das Hähnchenfleisch 10 Minuten garen. Vom Herd nehmen und das Fleisch weitere 10 Minuten ziehen lassen. Zwischendurch die Eier in kochendem Wasser 10 bis 12 Minuten hart kochen, kalt abschrecken, pellen und halbieren.

Inzwischen die Garnelen am Rücken entlang (nicht zu tief) einschneiden und den Darm mit der Messerspitze vorsichtig herausziehen. Die Garnelen waschen und trocken tupfen. Die Tofu-Puffs in mundgerechte Würfel schneiden. Das Zitronengras waschen, putzen und die dicken Enden mit einem Stößel oder schweren Messer anquetschen, die Stängel quer halbieren. Knoblauch schälen und fein hacken. Galgant schälen und in dicke Scheiben schneiden. Die Limetten waschen und vierteln. Die Kräuter abbrausen und trocken schütteln, Blättchen abzupfen und nach Belieben fein hacken. Das gegarte Hähnchenfleisch aus der Brühe heben, kurz abkühlen lassen und in mundgerechte Stücke zupfen.

Das Öl im Wok erhitzen. Darin den Knoblauch andünsten. Die Laksapaste dazugeben (die Menge hängt vom persönlichen Schärfeempfinden ab, später kann man gut noch mal nachlegen) und 2 bis 3 Minuten unter Rühren anbraten. Mit der Kokosmilch und der Hühnerbrühe ablöschen, Galgant sowie Zitronengras dazugeben und die Suppe aufkochen.

Inzwischen in einem zweiten großen Topf Wasser aufkochen. Die Sprossen darin 30 Sekunden blanchieren, mit dem Schaumlöffel herausheben und auf Suppenschalen verteilen. Jetzt die Nudeln ins Wasser geben und nach Packungsanweisung zubereiten, abgießen und auf die Schalen verteilen.

Die Hähnchenstücke, die Garnelen und die Tofu-Puffs zur Suppe geben und 3 bis 4 Minuten mitköcheln lassen (Zitronengrasstücke und Galgant können rausgefischt oder mitserviert werden, aber nicht essen!). Die Suppe mit Fischsauce, Palmzucker und Salz abschmecken. Suppe auf die Schalen verteilen und mit den Eierhälften, Limettenvierteln und Kräutern abschließen. Dazu passt Sambal Tumis Belachan (siehe S. 166), von dem sich jeder selbst nehmen kann.

Reisnudelsalat (mit dreierlei Kräutern)

© Nicole Stich

Quelle: Nicole Stich: Shiok

ZS Verlag

Preis: 29,80 €

Alles gesagt dazu hat schon Frau Stich, von uns gibt es dazu noch den Daumen hoch – und die Aufforderung zum nach machen  – der Salat ist perfekt für die aktuelle Wetterlage und steht schnell auf dem Tisch!

Für heiße Sommertage gibt es kein besseres Essen als einen erfrischenden Salat mit Reisnudeln. Und dieser darf ganz nach Geschmack kombiniert werden: Salat! Rotkohl! Mais! … Wobei diese eher simple Zutatenauswahl schon eine ziemlich geniale Mischung ergibt.

Zutaten (für 4 Portionen als Salat):

200—250 g Hähnchenbrustfilet

feines Meersalz

250 g Reisnudeln

½ Salatgurke

1 große Möhre

100 g Sojabohnensprossen oder andere Bohnensprossen

je 2—4 Stiele Koriandergrün,

Thai-Basilikum und Minze

Saft von ½—1 Limette

1—2 EL Sesamöl

Für Dressing:

50 g Erdnusskerne (ohne Haut)

½—1 rote Chilischote

3 Knoblauchzehen

2 EL Palmzucker

2 EL Reisessig

1 ½ EL Fischsauce

feines Meersalz

Außerdem:

frittierte Zwiebeln oder Schalotten (Asienladen) zum Bestreuen

Zubereitung:

Für den Salat das Hähnchenbrustfilet waschen und in einen Topf mit leicht gesalzenem Wasser geben, aufkochen. Die Hitze so weit reduzieren, dass das Wasser nur minimal köchelt, und das Hähnchenbrustfilet knapp 20 Minuten gar ziehen lassen. Den Topf vom Herd nehmen und das Filet 10 Minuten in dem Sud ziehen lassen (auch länger ist kein Problem).

Inzwischen die Reisnudeln nach Packungsanweisung zubereiten, dann in ein Sieb abgießen, mit kaltem Wasser abbrausen und gut abtropfen lassen. Die Gurke waschen und in mundgerechte Stücke schneiden. Die Möhre schälen und mit dem Sparschäler in lange Streifen schneiden. Die Sprossen mit heißem Wasser abbrausen und abtropfen lassen. Alles in einer Schüssel vermischen. Die Kräuter abbrausen und trocken schütteln, die Blättchen abzupfen.

Für das Dressing die Erdnusskerne in einer Pfanne anrösten, bis sie ein wenig Farbe angenommen haben. Chilischote längs halbieren, entkernen und waschen, den Knoblauch schälen. Beides grob zerkleinern und mit den Erdnüssen und dem Palmzucker im Blitzhacker fein mahlen. Reisessig und Fischsauce untermixen und zum Schluss esslöffelweise so viel Wasser unterrühren, bis das Dressing sämig vom Löffel fließt. Mit wenig Salz abschmecken.

Vom Dressing die Hälfte abnehmen und zu den Nudeln und dem Gemüse in die Schüssel geben. Den Limettensaft und das Sesamöl darüberträufeln. Alles gut vermischen und auf Teller verteilen.

Das Hähnchenbrustfilet aus dem Sud nehmen, in mundgerechte Stücke zupfen und mit dem restlichen Dressing vermengen. Mit den Kräutern auf dem Salat anrichten. Zum Schluss die frittierten Schalottenringe darüberstreuen.

Nicole Stich: Shiok

Nicole Stich: Shiok

ZS Verlag

Preis: 29,80 €

Genießen als Volkssport – da möchte ich unbedingt dabei sein!

Singapur ist anders – oder das beste Essen der Welt……

Seit der Abspaltung von Malaysia und der Unabhängigkeitserklärung vor mehr als 50 Jahren ist der Stadt-Staat zum weltweit viertgrößten Finanzplatz nach New York, London und Hongkong aufgestiegen. Der Koch und Gastronom Ryan Clift stellt in einem Artikel der Welt aus 2015 fest: „In dieser Stadt bekommst du das beste Essen der Welt“, egal, ob du dafür drei Dollar zahlst oder 300.“ Manche versteigen sich sogar zu der Analyse, dass die Einwohner dieser Metropole ihren ausgesprochen ausgeprägten Genuss-Sinn als Antwort auf die rigide Autorität auf das Leben in einem autoritären Staat verstehen. Singapurer sind leidenschaftliche Esser also dann nichts wie hin, am besten mit einer kundigen Begleitung…..

Wer ist die Autorin?

© Oliver Seidel

Die freiberufliche Autorin, (Food-) Fotografin, Foodbloggerin und Genuss-Esserin Nicole Stich weiß, wie man fremde Länder am besten entdeckt: übers Essen. Auch, wenn sie dabei mal über ihren eigenen Schatten springen muss: „Wenn ich es dann zu Hause fertig bringe, ein Gericht exakt wie in meinen Erinnerungen zuzubereiten, dann habe ich es nicht nur geschafft, einen köstlichen Reisemoment wiederaufleben zu lassen, sondern ebenso meine heimische Küche um eine wunderbare Facette bereichert“, sagt sie über ihre Herangehensweise.“

Schon lange verliebt in eine Millionen-Metropole mit gefühlt genauso viel Optionen für Foodies…..

 Nicole Stich hält sich nicht lange mit Allgemein-Plätzen auf, sondern mit einer persönlichen Reise-Episode erklärt sie kurz, treffend und sehr lebendig ihre Faszination für eine Region voller Foodies und wie schnell sie mit zwei älteren Ladies beim Plausch über Restauranttische hinweg ins Gespräch kam… Einfach weil auf ihrem Tisch 4 Desserts standen und die Damen daraus folgerten, dass sie es mit jemand zu tun hatten, der Süßes liebt. Schnell entspannte sich eine lebhafte Unterhaltung darüber, was denn nun am besten geschmeckt hat und in welchem „Hawker“ (Garküche), Frau Stich und ihr Reisebegleiter unbedingt noch etwas probieren gehen sollten. So einfach und persönlich lässt sich Singapur vorstellen, ohne psychologische Analyse direkt zum Punkt. Die Mission, der sich die Autorin in diesem Buch verpflichtet fühlt heißt, ich koche Euch etwas so unverschämt Leckeres, dazu könnt Ihr unmöglich nein sagen, wenn ihr gerne was neues probiert und Schwups seid Ihr mittendrin in einem der spannendsten Abenteuer, die man sich kulinarisch gönnen kann. Chinesische und malaiische Einflüsse verschmelzen in der Küche Singapurs zu einem „Melting Pot“, der es in sich hat, so dass es Frau Stich dort in den letzten Jahren beim Essen nie langweilig geworden ist und sie immer zurückgekehrt ist….

 Herausforderung Tradition versus Alltagstauglichkeit und dann noch authentisch bleiben….

Schön, wenn man in so guten Händen ist und so persönlich begrüßt wird, denn die Materie ist äußerst komplex habe ich im letzten Jahr schon bei Shu Han Lee und ihrem schönen Buch „Chicken and Rice“ erfahren dürfen. Es geht in der südostasiatischen Küche sehr viel um komplexe Küchen-Technik (Stichwort: Dumplings, Teigtaschen, Schweinebauch und eine Suppenkultur, die es in sich hat), die ebenfalls vor sehr speziellen Zutaten nicht zurückschreckt. Deshalb ist diese in ihrer traditionellen Art, als deutlich komplexer einzustufen ist, als einfach nur thailändisch oder indisch zu kochen, da können wir auf eine ganze Schar von Experten, zurückgreifen und nicht nur der Asia-Laden hat sich inzwischen mit seinem Angebot längst darauf eingestellt, sondern auch der gut sortierte Lebensmittelhandel.

Probieren, studieren und dann optimieren……

Nicole Stich findet für mich den richtigen Einstieg in die Küche Singapurs, in dem sie Praxis favorisiert und zeigt mir in jeder ihrer sehr persönlichen Einleitung zu ihren Rezepten, sie hat alles so häufig gekocht, dass sie inzwischen bei ihrer ganz persönlich Geling sicheren Version angekommen zu sein scheint. Sie hat als Touristin mit ausgeprägten kulinarischem Talent und Ambitionen den Blick frei für die Koch-Praxis und will uns nicht das Rezept ihrer Oma oder Mutter ans Herz legen, dass jedoch für den europäischen Gaumen vollkommen ungeeignet ist und die nachkochende Gemeinde technisch vor kaum lösbare Herausforderungen stellt, wenn man kein Profi ist. Von außen sieht man die Dinge häufig klarer, es geht mehr ums schmecken, optimieren, verändern, anpassen als um Kindheits-Erinnerungen, das ist manchmal die bessere Voraussetzung, wenn es darum geht, sich neugierig immer weiter in eine neue kulinarische Welt zu wagen und hat hier sehr gut funktioniert.

Lieblingsküche – versus Trend-Thema

Ich vertraue mich ihr gerne an, sie hat schon in ihrem letzten Buch „Reisehunger“ gezeigt, dass Singapur ihr kulinarisch sehr am Herzen liegt und springt nicht kurzfristig auf einen Zug auf, der jetzt endlich in der für mich deutlich als der komplexesten und vielschichtigsten der asiatischen Küchen angekommen ist, weil es sonst kaum noch Neuland dort zu entdecken gibt.

Die versierte Begleitung ist Gold wert, wenn man geschmackliches Neuland betritt……

Ich glaube ihr, dass sich mich in neue kulinarische Welten entführen kann und das so authentisch wie möglich und alltagstauglich wie nötig! Sie gaukelt mir keine Allgemeinplätze vor, die nur von ratzfatz getrieben sind, bei ihr dauert es zwar nur 30 Minuten bis das berühmte malaiische Nationalgericht „Nasi Lemak“, das man in Singapur gerne zum Frühstück genießt, auf dem Tisch steht, manchmal empfiehlt sie uns jedoch reichlich Zeit zu reservieren, z. B. wenn wir uns mit ihr an „Spiral Curry Puffs“ (frittierte gefüllte Teigtaschen) wagen, bei denen zwei Teig-Sorten, ein Wasser- und Fett-Teig zu einem spiralen Muster verwoben werden. Ich habe vor selbstgemachten Teigtaschen viel zu viel Respekt und bescheidene Erfahrung in dieser Disziplin, aber Susanne aka Magentrazerl hat sich direkt an dieses Rezept gemacht.

Alle Rezepte von Frau Stich zeigen sowohl eine kulinarische als auch praxistaugliche Handschrift. Beim Blättern und schmökern im sehr schönen Kochbuch, entsteht stets der Eindruck bei mir, sie hat so lange herumprobiert, bis sie endlich mit der Teigkonsistenz oder dem Geschmack absolut zufrieden war und manchmal hat diese Köchin sogar, Rezepte mit eigenen Ideen weitentwickelt wie beim knackigen Papaya-Salat.

Dämpfen schmoren und stir-fry…..

 Nicole Stich hat unseren Streifzug mit ca. 75 Rezepten durch die Küche Singapurs organisiert, es geht um „Frühstück & Snacks“, „Nudeln, Reis & Gemüse“, „Fisch & Fleisch“ und „Süßes & Gebackenes“, bevor uns die Autorin noch „Basics“ und ihre „Lieblings-Zutaten“ präsentiert. Außerdem ist diese stets mit Tipps Tricks zur Stelle, wir erfahren wie es mit dem Pochieren und Einlegen von Eiern klappt, wie stir-fry (pfannenrühren) im Wok auch ohne Rezept lecker gelingen kann und zum Schluss gibt sie persönliche Tipps, wo wir was in Singapur am besten probieren sollten.

so unkompliziert wie möglich…

Die Autorin reduziert ihre südostasiatische Speisekammer auf „must-haves“, die zum Glück alle in jedem durchschnittlich sortierten Asia-Laden auf uns warten und holt uns moderat mit ihren „nice-to-haves“ aus der Komfortzone, denn Galgant, Pandanblätter und getrocknete Garnelen hat der von mir bevorzugte Asia-Laden ebenfalls im Standardprogramm. Diese Frau denkt praktisch, die speziellen Cups zum Dämpfen eines Eierflans können durch hitzebeständige Tassen ersetzt werden und klar ohne Bambus-Körbchen gibt es keine gedämpften „Pork-Buns“. Chayote (stammt aus der Familie der Kürbisgewächse und ist von der Konsistenz etwa vergleichbar mit Kohlrabi, die Früchte schmecken leicht süßlich) und Jícama (Yambohne) sind bei ihr für „Rojak“, einen asiatischen Brotsalat, geschmacklich die erste Wahl, können jedoch mit grüner unreifer Mango oder grünem Apfel ersetzt werden. Ob Bananenblüte oder chinesischer Blütenkohl, Frau Stich möchte uns möglichst mit dem authentischen Geschmack auf der Zunge beglücken, hat jedoch immer eine Alternative im Ärmel, das ist perfekt für alle und macht den Reiz des Buches für mich aus! Mit einem Rezept für Laksa-Paste hätte sie mich wunschlos glücklich gemacht, das habe ich dann das Netz erledigen lassen, weil ich mit fertigen Currypasten bislang geschmacklich nie zufrieden war.

Ich will Expertise und möchte keine Autorin, die sich nur im Netz schlau gemacht hat….

Fazit – Chapeau Madame Stich! Sie zeigen mit Ihren Rezepten, ohne das perfekte geschmackliche Ergebnis und die möglichst unkomplizierteste Herangehensweise geben Sie sich nicht zufrieden. Die Materie ist sehr komplex und ohne viele Jahre Expertise und Tüfteln nicht zu meistern. Für mich zeigen Sie eine absolut seriöse Herangehensweise, was ich im Kochbuch-Bereich schon mal anders gesehen habe, viel Recherche am PC und vielleicht dann noch eine Woche vor Ort und fertig ist das nächste Kochbuch…. Sie dagegen haben erst mal einige Jahre probiert, studiert und optimiert: Herausgekommen ist dabei ein Buch, dass alles hat, was ich mir wünsche, leckere Geling sichere Rezepte, die für mich besser funktioniert haben, als bei Autoren mit Heimvorteil. Sie haben jedoch ebenfalls der Versuchung widerstanden, daraus einen beliebig reduzierten Einheitsbrei zu machen, um uns ja nicht geschmacklich oder technisch zu überfordern und schicken uns für neue kulinarische Abenteuer auch mal auf die Jagd nach völlig neuen Zutaten in den Asia-Markt.

Ich begleite Sie gerne wieder bei Ihrer nächsten kulinarischen Reise, weil mir dieses Buch gezeigt hat, Sie machen mir kein X für ein U vor und sind selbst erst zufrieden, wenn sie alles, was Sie uns zeigen, wie im Schlaf beherrschen, weil es vorher schon viele Prototypen gegeben hat. Aber zum Anfang zurück, Sie mögen offenbar sehr gerne Süßes – ein Glück für mich, denn in der Sparte „Süßes & Gebackenes“ sind Sie nochmal zur absoluten Höchstform aufgelaufen.

Vielen Dank als Übersendung als Rezensionsexemplar!