Bourbon Brownies

©Jenny Zarins/Comfort Food, Prestel Verlag

Quelle: Russel Norman: Comfort-Food oder gute Laune Küche aus New York

Prestel Verlag

Preis: 32,– €

 So gut, Kalorienzählen ist verboten!

Brownies konkurrieren mit Apfelkuchen um Platz eins der beliebtesten Desserts der Amerikaner. Auch in Deutschland  ist der Schokokuchen als Brownie bekannt und beliebt, in Großbritannien spricht man dagegen von „chocolate brownies“. Ein Brownie sollte saftig-feucht, aber fest sein. Leichtigkeit ist nicht das Ziel. Eine ordentliche Beigabe von Alkohol macht ihn sogar regelrecht schwer. Die Zubereitung beginnt bereits einen Tag im Voraus.

Zubereitung (für acht Stücke):

200 g getrocknete Feigen, in grobe Stücke geschnitten

150 ml Bourbon Whiskey

250 g ungesalzene Butter, gewürfelt, plus ein Stück zum Einfetten

200 g dunkle Kuvertüre, gehackt

100 g geschälte Walnüsse, grob gehackt

80 g Kakaopulver

65 g Mehl

1 TL Backpulver

200 g feinkörniger Zucker

4 mittelgroße Eier

Zum Anrichten Vanilleeis

Zubereitung:

Feigen über Nacht im Whiskey einweichen. Am nächsten Tag abgießen, den Whiskey für später aufbewahren.

Ofen auf 180 ºC vorheizen. Ein 20 × 30 cm großes Backblech einfetten und mit Backpapier auslegen.

Butter und Schokolade gemeinsam im Wasserbad schmelzen. Dann vom Herd nehmen und die Feigen und Walnüsse in die Masse geben.

In einer anderen Schüssel Kakaopulver, Mehl, Backpulver und Zucker vermischen. Alles zur Schokoladenmasse hinzufügen und gut unterrühren. In einem Messbecher die Eier aufschlagen, dann ebenfalls gut mit der Schokoladenmasse vermengen.

Teig auf das vorbereitete Backblech geben und mit der Rückseite eines Löffels verteilen. Im vorgeheizten Ofen 25 Minuten backen, Backblech einmal drehen und weitere 10 Minuten backen (oder so lange, bis an der Spitze eines hineingesteckten Messers kein Teig mehr kleben bleibt).

Backblech aus dem Ofen nehmen, Brownie mit einem Zahnstocher großflächig einstechen und in die Löcher den Whiskey der eingelegten Feigen träufeln. In acht gleich große Stücke schneiden und noch warm mit jeweils einer Kugel Vanilleeis servieren.

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Spargel-, Ei- & Haselnuss-Salat

©Jenny Zarins/Comfort Food, Prestel Verlag

Quelle: Russel Norman: Comfort-Food oder gute Laune Küche aus New York

Prestel Verlag

Preis: 32,– €

Geröstete Haselnüsse passen perfekt zu den Gewürzen und dem Spargel. Der Salat war geschmacklich toll, hm……

Wenn die Spargelsaison beginnt, bricht unter den Londoner Foodies für gewöhnlich eine leichte Hysterie aus. Da bleibt es nicht aus, dass Spargel schon im März auf so mancher Speisekarten auftaucht, doch dieser ist bei Weitem nicht so schmackhaft wie der richtige Frühlingsspargel. Traditionell endet die Spargelsaison am Johannistag. Übrigens gibt es einen etymologischen Mythos, dass das Wort „asparagus“ von „sparrowgrass“ (wörtlich: Spatzengras) kommt. Das Gegenteil ist der Fall. „Asparagus“ wurde wahrscheinlich im 17. Jahrhundert zu „sparrowgrass“ verballhornt und bis zum Ende des 19. Jahrhunderts so genannt.

Zutaten (für vier Personen):

50 g Haselnusskerne

1 TL Kümmel

1 TL Kreuzkümmel

1 TL Koriandersamen

1 TL schwarze Sesamsamen

Flockiges Meersalz und schwarzer Pfeffer

4 kleine Eier

Feines Salz

Mindestens 20 dünne Spargelstangen

1 Kopf Friséesalat

100 g Feldsalat

½ Bund Frühlingszwiebeln, schräg in dünne Scheiben geschnitten

6 EL Vinaigrette

Zubereitung:

Haselnüsse in einer beschichteten Pfanne ohne Öl einige Minuten bei mittlerer Hitze goldbraun rösten (Das Rezept verwendet offenbar schon vorbereitete, geschälte Nüsse), dann herausnehmen und abkühlen lassen.

Ich röste diese allerdings gerne im Backofen (170°C Ober-/Unterhitze), dauert 10 – 15 Minuten, zwischendurch immer mal umrühren. Anschließend in ein sauberes Küchenhandtuch geben, einwickeln und mit dem Tuch gut bedecken. Jetzt bleibt der Dampf hauptsächlich innen, was beim Lösen der Schale nachher hilft. Nach etwa 5 Minuten die Nüsse im Handtuch zwischen den Händen gegenseitig aneinander reiben. Ruhig mit etwas Kraftaufwand. Bitte aber nicht wundern wenn die Schale nicht komplett abgeht, das ist normal, ein zweiter oder auch dritter Durchlauf ist aber empfehlenswert. Anschließend nochmal zurück in den Backofen und noch mal 5 – 7 Minuten hellbraun rösten. Solche Nüsse habe ich gerne im Vorrat, für 50 g. lohnt es nicht den Backofen einzuschalten.

In derselben Pfanne, Kümmel, Kreuzkümmel und Koriander rösten bis sie duften, darauf achten, dass nichts verbrennt. Die gerösteten Samen in einen Mörser geben (bei mir meine kleine elektrische Kaffeemühle) und mahlen. Nun die schwarzen Sesamsamen in dieselbe Pfanne geben und ebenfalls auf diese Weise rösten, jedoch nicht mahlen.

Haselnüsse, Samen sowie je eine Prise Salz und schwarzen Pfeffer mischen. Einen Topf mit Wasser zum Kochen bringen, die Eier darin 6½ Minuten kochen, dann zum Abkühlen in Eiswasser legen. Die abgekühlten Eier vorsichtig pellen und beiseitelegen.

Einen weiteren Topf mit Wasser zum Kochen bringen und großzügig salzen. Die holzigen Enden des Spargels abbrechen und die Stangen schräg in Stücke schneiden. Die Spargelstücke in das kochende Wasser geben und nicht länger als 2 Minuten kochen. Abgießen und wie zuvor beschrieben in Eiswasser geben.

Strunk des Frisées entfernen und den Kopf vierteln, die Blätter in Eiswasser waschen und in der Salatschleuder trocken schleudern, dann mit Feldsalat, Spargel und Frühlingszwiebeln in eine tiefe Schüssel geben, Dressing darübergießen, gut vermischen und auf vier große Teller aufteilen. Eier halbieren und auf dem Salat anrichten. Alles großzügig mit dem Haselnuss-Sesam-Mix bestreuen und sofort servieren.

Vinaigrette

Wir streiten uns zu Hause über die Herkunft dieses Vinaigrette-Rezepts. Meine Frau behauptet, es sei ihres. Ich meine jedoch, es schon immer gekannt zu haben. Eigentlich spielt das aber keine Rolle, da es sich um einen jahrhundertealten französischen Klassiker handelt. (Die Prise Zucker macht übrigens den Unterschied. Also nicht vergessen!)

Zutaten (ergibt etwa 275 ml):

½ Knoblauchzehe, sehr fein gehackt

Flockiges Meersalz und schwarzer Pfeffer

½ TL feinkörniger Zucker

2 EL Dijon-Senf

200 ml Natives Olivenöl Extra

70 ml Rotweinessig

Zubereitung:

Gehackten Knoblauch mit je einer Prise Salz und Pfeffer und dem Zucker in ein sauberes Marmeladenglas geben. Senf, Öl und Essig hinzufügen, Deckel fest verschließen und mindestens 30 Sekunden kräftig schütteln. Das Dressing ist gekühlt bis zu einer Woche haltbar. Eine Stunde vor der Verwendung aus dem Kühlschrank nehmen, da es im kalten Zustand etwas andickt. Vor Gebrauch nochmals schütteln.

Croque Monsieur

©Jenny Zarins/Comfort Food, Prestel Verlag

Quelle: Russel Norman: Comfort-Food oder gute Laune Küche aus New York

Prestel Verlag

Preis: 32,– €

Das hat uns himmlisch geschmeckt, die Cayenne-Note ist mit 1 TL deutlich, für mich war es ein gestrichener TL, aber das versteht sich eigentlich von selbst hier.  Sicherlich auch ein formidabler Begleiter zu Cocktail & Co.

Ich hatte einmal einen ziemlich guten Croque Monsieur in Harry’s Bar in Venedig. Es war ein trister, regnerischer Tag, und ich war in der Stimmung für einen Martini. Mir stand der Sinn nach etwas Heißem und Salzigem zum Cocktail, und der Croque Monsieur war genau das Richtige. In vielerlei Hinsicht ist er der perfekte Snack: salziger Schinken, geschmolzener Käse und Kohlenhydrate. Drei Ernährungssünden in einem Paket. Ein einfaches, geschnittenes Weißbrot eignet sich am besten für dieses Gericht.

Zutaten (für 6 Personen):

300 g Gruyère, gerieben

1 Eigelb von einem mittelgroßen Ei

1 EL Sahne

1 EL Worcestershiresauce

1½ TL Dijon-Senf

Je eine gute Prise flockiges Meersalz und schwarzer Pfeffer

1 TL Cayennepfeffer

6 dicke Scheiben Weißbrot ohne Kruste

3 dicke Scheiben guter Sandwich-Schinken

1 großes Stück Butter

Olivenöl

Zubereitung:

Käse, Eigelb, Sahne, Worcestershiresauce, Senf, Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer in einer großen Schüssel gut mischen und glatt rühren. Alle Brotscheiben auf einer Seite gleichmäßig mit der Käsecreme bestreichen. Drei der Scheiben mit Schinken belegen, die restlichen Brotscheiben mit der Käseseite nach unten daraufsetzen, sodass drei quadratische Sandwiches entstehen.

Eine schwere Pfanne auf mittlerer bis niedriger Temperatur erhitzen und Butter schmelzen, dann einen guten Schuss Olivenöl hinzufügen. Wenn das Fett heiß ist, jedes Sandwich beidseitig goldbraun braten, dann auf Küchenpapier legen, um überschüssiges Fett zu entfernen.

Die Sandwiches mit einem sehr scharfen Messer in rechteckige Hälften schneiden, in Sandwich-Papier wickeln und heiß servieren.

Comfort-Food

„Little Italy“ – Feeling von Brooklyn direkt in unsere Küche

 Russel Norman: Comfort-Food oder gute Laune Küche aus New York

Fotos: Jenny Zarins

Prestel Verlag

Preis: 32,– €

 Worum geht’s? – oder Liebe auf den zweiten Blick!

 Comfort-Food oder gute Laune Küche aus New York. Seid Ihr jetzt genauso irritiert wie ich und wollt Euch schon abwenden? Nicht schon wieder irgend so ein importierter Pseudo-Trend, der uns als der letzte Schrei verkauft werden soll. So ähnlich ging es mir bei der Ankündigung zu diesem schönen Buch. Schnell weiter blättern, brauche ich nicht, dachte ich mir, als ich das erste Mal in der Verlagsvorschau über das neue Buch von Russell Norman gestolpert bin. Ich bin heilfroh über den Tipp einer lieben Blogger-Kollegin, deren Urteil mir viel bedeutet, da sie es schon einige Jahre länger als ich regelmäßig mit Kochbüchern gemütlich macht und tolle authentische Rezensionen verfasst. Liebe Susanne, ich danke Dir, ohne Dich wäre dieses Schätzchen mir glatt durch die Lappen gegangen. Und da hätte ich mich sowas von geärgert, weil ich mich sofort in das Buch verliebt habe als es bei mir einzog. Der englische Originaltitel „Spuntino“ (Imbiss) gefällt mir aber deutlich besser, weil dieser für mich einfach besser passt.

Wer ist der Autor?

 

 Russell Norman ist eigentlich Lehrer für englische Literatur, der über das Jobben in der Gastronomie am Wochenende zum leidenschaftlichen Restaurant-Macher wurde. In den letzten 20 Jahren hat er in vielen berühmten Restaurants in London als Kellner, als Barmann, als Manager oder als Geschäftsführer gearbeitet. 2009 gründete er mit seinem besten Freund eine Gastronomiefirma und hat seither acht Restaurants in London eröffnet, darunter Polpo (Venezianische Küche), „Spuntino“ (Italo-amerikanische Küche) und Mashkin’s (Jüdische Küche). Außerdem hat dieser Mann bereits ein vielbeachtetes Werk zur venezianischen Küche veröffentlicht. Noch bin ich dennoch ein wenig skeptisch, wegen der stattlichen Anzahl an unterschiedlicher kulinarischer Expertise, die wir ja immer von einem Kochbuch erwarten. Nicht immer ist der Tausendsassa meine erste Wahl, wenn ich zu einem neuen Kochbuch greife.

Wie sieht es aus? – eine Augenweide stellt sich vor….

Dieses Buch weiß was es will und was genau zu ihm passt. Inhalt und Form korrespondieren wunderbar miteinander: Ein wertiger Pappband, dessen Buchrücken nicht beschnitten und verleimt wurde. Da muss man erst mal drauf kommen, aber der Autor beweist viel Geschmack und liefert ein Buch in einer ungewöhnlichen Ausstattung, dass sich von allem abzuheben weiß, was ich im Regal stehen habe. Durch den nicht beschnittenen Buchrücken lässt es sich wunderbar quer aufklappen, was besonders den vielen Impressionen und Fotos auf Russels Tour durch sein New York gerecht wird. Das Papier ist matt-weiß, was viel besser zum Sujet passt. Und natürlich ist dieses Buch fadengeheftet. Hm, jetzt beginne ich zu begreifen, warum dieser Restaurantmacher so erfolgreich ist, er hat definitiv Händchen und einen Blick für das Besondere, das wir ja alle immer suchen.

Wie alles begann? – oder die vertikale Perspektive ist nicht zu unterschätzen!

© Comfort Food, Prestel Verlag

Wir haben es mit einem bekennenden N. Y.-Fan zu tun, aber nicht die glitzernden Wolkenkratzer der Upper-East-Side sind sein Ziel, sondern Brooklyn mit Typen wie Travis Blickle („Taxi Driver“), die mit Muskeln und Grobheiten durchs Leben kommen zu versuchen sind seine Helden. Alles was jenseits der 14. Straße passiert, wo das Gitternetz der Straßen von einem lockeren Stadtbild mit etwas Provinzcharme abgelöst wird, gehört nicht zu seinem Kosmos und nur selten wagt er sich über den East-River nach Williamsbourg. Er blickt – wie die Einheimischen – nicht mehr nach oben, sondern sein Blick scannt vertikal Straßen, Auslagen, Eingänge und Fenster und vor allem Geschäfte und Restaurants, die für leckere und aufbauende Kraftnahrung ohne Kalorienbeschränkung stehen, wie wir sie mit einem New York der 40iger und 50iger Jahre verbinden: Russel Norman amüsiert sich darüber, dass viele amerikanische Gerichte ihren Ursprung in Italien haben, – was würden die nur ohne die kulinarische Entwicklungshilfe aus Italien essen? Hackbällen, Pizza, Makkaroni mit Käse sind seine Favoriten, gerne in Läden, die schon ein bisschen in die Jahre gekommen sind und die wir im besten Fall „old-fashioned“ nennen würden und wenn wir einen schlechten Tag erwischen oder bisher nur in durch-gestylten Szene-Bars unterwegs waren, auch mal als schäbig wahrnehmen. Hier gibt es noch das ehrliche und unverfälschte, gerne mal mit einem starken Cocktail oder mit krächzender Blues-Musik von Tom Waits und anderen beschallt. Optisch hochgetunnte Portiönchen sind nicht gefragt und kalorienbewusste Zeitgenossen sind wahrscheinlich einer Ohnmacht nahe, wenn sie im Kopf durchkalkulieren wie das auf den Hüften zu Buche schlägt.

Russel Norman ist ein Gastronom, der Stimmungen verkaufen will, kochen lässt er und doch ist bei seinem Restaurant und diesem Buch nichts zufällig. Seine Welt hat mit Clean-Chic überhaupt nichts am Hut, deshalb beschließt er sein Bild von „Little Italy“ nach Soho zu transformieren. „Spuntino“ ist die perfekte Inkarnation von all dem, was wir damit verbinden und passt natürlich in London bestens nach Soho, einem Stadtteil der heute noch mit den Schattenseiten des Großstadt-Lebens kokettiert. Der Mann hat großen Erfolg, das Lokal schlägt ein wie eine Bombe, obwohl man nicht mal reservieren kann.

Was ist drin oder gehaltvoll und würzig, das ist hier Programm….

 Lecker essen ohne Kalorienbeschränkung, bloß wo anfangen und wo aufhören!

 100 Rezepte von Brunch über Toasts, Pizzette, Salate, Slider (Mini-Burger), Fisch– und Fleischgerichte, Desserts und Drinks aus dem „Spuntino“ werden präsentiert. Wer normalerweise Kalorien zählt sollte jetzt einfach nicht mehr weiterlesen, macht keinen Sinn bei diesem Kochbuch, dann sind seid Ihr hier definitiv falsch!

Brunch oder eine vernünftige Grundlage ist immens wichtig!

Gleich beim Brunch geht es so richtig in die Vollen, diese Gerichte fürchten sich nicht vor Alkohol als Begleiter, auch wenn wir uns diesem nicht nur nach Sonnenuntergang hingeben: Kandierter Speck, Ei zum Stippen ein getrüffelter Eiertoast, Linsen mit Sardellen & weich gekochtem Ei und so einiges mehr erwarten uns zu einem spätem Frühstück. Bei Steak & Eiern und Mac & Cheese (mit 450 ml. Creme double und jede Menge Käse drin) heißt es Augen zu und dann einfach nur genießen.

„Spuntino“s Antwort auf Toast & Co…

Aber ebenso Klippfisch-Toast gehört zum Repertoire, Russel hat ebenfalls eine Schwäche für venezianische Küche. Sein Croque Monsieur ist dem legendärem Vorbild aus Harry`s Bar in Venedig nachempfunden und hat uns himmlisch geschmeckt, die Cayenne-Note ist mit 1 TL deutlich, für mich war ein gestrichener TL genug, aber das versteht sich hier eigentlich von selbst. Schinken-Käse-Kroketten oder Auberginen-Fritten mit Fenchel-Joghurt oder frittierte Sprotten mit Dill sind „Spuntino“s Antwort auf Toast & Co.

Außerdem werden Gewürznüsse und Pickles als würdige Begleiter zum Feierabend-Cocktail angeboten, die nicht fehlen dürfen.

Ich will mehr davon – oder Pizette, Slider Salate….

Bei den Pizzen folgt das Lokal seinem Konzept, dass viele kleine Speisen mehr Spaß machen als wagenradgroße amerikanische Pizzen und serviert kleine Pizzette, mit knusprigen Rand, Ecken und Kanten gehören dazu, optische Perfektion ist nicht das Ziel und dem Teig und der Pizzasoße wird dieselbe Aufmerksamkeit wie dem Belag gewidmet. Fenchelsalami, Kapern, Blumenkohl, Skarmorza oder Kartoffeln, Sardellen und Brennnessel machen als Belag eine gute Figur, die einem das Wasser im Mund zusammen laufen lässt.

Und was gibt es dazu? Oder machen Sie doch mal Bekanntschaft mit dem kleinen Bruder des mächtigen Burgers…..

Begleitet werden die Pizette oder Slider z. B. von geschnittenem Salat mit viel Estragon-Dressing, oder einem Krautsalat, der sowohl optisch als geschmacklich mit Zucchini, roter Zwiebel und Radicchio zu gefallen versucht, im „Spuntino“ gerne mit einem Zitronendressing. Genauso sticht mir der Spargel-, Ei & Haselnuss-Salat sofort ins Auge. Burger war gestern, hier gibt es den kleinen Bruder einen Slider, der mit Brioche-Bun und leckerem Patty in verschiedensten, ausnahmslos leckeren Kombinationen mir das Wasser im Mund zusammen laufen lässt. Wie wäre es mit Lammhackbällchen-Slider, Rindfleisch- u. Knochenmark-Slider, Corned-Beef-Slider oder Garnelen-Po‘-Boy, mit denen die streikenden Mitarbeiter eines Straßenbau-Unternehmens aus New-Orleans 1929 für 4 Monate von einem lokalen Restaurant verköstigt wurden.

Fisch muss schwimmen!

Bei den Fischgerichten dominieren die Muscheln. Clam-Chowder nach Soho-Art, bedeutet im „Spuntino“: Pancetta, relativ viel Weißwein (600 ml), Fischbrühe, Venusmuscheln, Butter, Milch, bei der auf Sahne verzichtet wird, aber Tomaten und Schnittlauch dabei sein sollten. Es gibt außerdem eingelegten Hering, gewürzt mit Dill & begeleitet von Frühkartoffeln aus Jersey, die sicherlich einen tollen Kater-Killer darstellen, denn bei Russel Norman wird nirgendwo gekleckert, sondern viel geklotzt. Eine Komposition aus Makrele, Rauchmandeln, Radieschen und Minze weiß optisch zu gefallen und Seebarsch, Fenchel und Oliven stehen für die italienische Fraktion bei den Fischgerichten.

Krosse Hähnchen, Slow-Food oder Klassikern, soo lecker!

Natürlich wird gerne frittiert, z. B. die frittierten Hähnchenflügel, allerdings wie so häufig bei englischen Kochbüchern, wird hier Knoblauchpulver eingesetzt, darauf hätte ich ausnahmsweise verzichten können, kann man ja aber dem eigenen Geschmack entsprechend abändern. Mir gefallen außerdem die Hähnchenschenkel im Cornflakes-Mantel, mit Thymian, Paprika- u. Chilipulver und Dijon-Senf in der Panade und mit pikanten Würstchen, Linsen und Radicchio kann man mein Herz genauso erwärmen, wie mit geschmortem Chicorée & Südtiroler Speck, oder doch lieber Rinderbacke, Grünkohl & Blumenkohl? Warum nicht ein klassisches Tartar probieren und sich dann einfach durchkochen, hier gibt es so viele Sachen die Lust machen, da fällt es direkt schwer sich zu entscheiden! Am besten das schöne Kochbuch bleibt gleich in der Küche.

Cheese-Cake, Brownies am besten alles, wenn Ihr mich fragt!

Zum Abschluss gerne einen Cheese-Cake mit braunem Zucker und beschwipsten Pflaumen oder lieber doch einen Bourbon-Brownie mit Feigen, Whisky und Walnüssen im Teig, der für mich das Rennen macht und feucht und schwer mit einer Kugel Vanilleeis zu überzeugen weiß. Ach ja und das Lorbeereis muss ich unbedingt noch probieren, gerne auch mit den vorgeschlagenen Pistazien-Cantucchini.

Die Grundlage ist da, warum nicht mal ein oder zwei Drinks dazu….

Die Getränke-Sparte darf nicht fehlen, schließlich schätzt auch Russel Norman mal einen guten Drink zum Brunch, ob nun bei Harry oder vielleicht in einer seiner Restaurants, er hat da ja die Qual der Wahl. Das „Spuntino“ setzt auf Klassiker und hat auch ein paar Eigen-Kreationen am Start, wer Gin, Bourbon oder Cynar in der Hausbar hat, kann gleich loslegen z. B. mit Apple Pie Bourbon,  oder einem schönen herben Cynar Gin Fizz, der mich besonders motiviert oder einem klassischen Old Fahsioned. Leider schreibe ich diese Rezension um 07:00 Uhr am Samstag-Morgen, absolut keine Zeit, um mit Alkohol den Tag zu beginnen und die köstliche Kraftnahrung, die sich die Gäste des „Spuntino“ dazu ordern, kann ich mir ebenfalls nicht gönnen, der Mann ist noch nicht vom Brötchen holen zurück und ich warte noch auf das Weißbrot für den Croque Monsieur.

Von wegen mein Kochbuch, der Mann will eine Augenreise machen….

Nun gut ich dachte mir, dass das Comfort-Food Buch erstmal bei mir in der Küche bleibt, ich habe die Rechnung offenbar ohne meine bessere Hälfte gemacht, er will mit Russell durch Greenwich Village, „Little Italy“ und den Meatpacking District spazieren. Schöne stimmungsvolle Fotos, das Buch macht jeden Spaß mit und lässt sich wegen seiner besonderen Bindung auch wie eine Zeitungseite quer aufklappen. Jedes Detail stimmt, wir bekommen viel geboten und eifersüchtig beobachte ich meinen Mann, der bei seinem Stadtrundgang mit Mr. Norman sichtlich begeistert ist und dauernd meint, Mensch da müssen wir auch mal hin, auch wenn er sonst nicht gerade Hurra schreit, wenn mal kein Wanderurlaub ansteht. Hat der seine Meinung geändert oder sich einfach nur verführen lassen? Und morgen ist das Buch wieder bei mir in der Küche mein lieber Schatz, dass hast Du fest versprochen!

Fazit – oder die Sache mit Restaurant-Kochbüchern, dieses ist anders…..

Restaurantkochbücher sind in, aber auch sehr fordernd, stehen hier doch Profis am Herd, die den lieben langen Tag nichts anderes machen als kochen. Tja, da muss man auch schon mal Multitask-Fähigkeiten an den Tag legen, denn das machen die täglich und die Rezepte sind so ambitioniert, dass wir wirklich Gas geben müssen. Viele sind deshalb nachdem die erste Euphorie verschwunden ist, schnell ernüchtert und diese Bücher wandern wieder ins Regal, dass wollen die allermeisten von uns so nämlich nicht, dann doch lieber gepflegt essen gehen. Dieses Schicksal haben selbst uneingeschränkte Stars der Szene erlebt, bei „NOPI“ von Ottolenghi spalten sich die Follower in zwei Lager, die einen finden es klasse und noch raffinierter, die anderen haben ihre Leistungsfähigkeit überschritten und wollen eigentlich auch nur ausnahmsweise so ambitioniert kochen, wenn überhaupt, ist halt nicht unser Beruf sondern nur ein schönes Hobby. Dieses Buch ist davon frei, denn es ist von A-Z perfekt konzipiert, es liefert Soulfood-Gerichte, wie wir sie alle seit Kindertagen lieben, passt Portionen an den Zeitgeschmack an und katapultiert uns mitten nach „Little Italy“ und das obwohl die Concorde nicht mehr ist. Es verkauft mühelos Wohlfühlmomente am laufenden Band, denn es bedient Klischees und Bilder, die uns einfach nur gefallen und bei denen wir gerne dabei sind, überfordert wird hier keiner, aber es wird definitiv gut gegessen. Jetzt verstehe ich sehr gut, warum dieser Gastronom so erfolgreich ist. Wer das kann, dessen Talente sind als Lehrer total vergeudet. Ihr werdet viel kochen, ungeheuer lecker Essen und Trinken, Euch sehr gut unterhalten, sowohl optisch als auch mit Texten, denn dieser Mann kann auch noch gut schreiben und habt vor allem das Gefühl, Ihr habt einen richtigen Schatz gefunden, dieses Buch ist nämlich auch äußerlich so geschmackvoll, dass ich es wie meinen Augapfel hüte und es auch nicht gerne meinem Mann überlasse. Wenn alle Gastronomen so tolle Bücher machen, dann können sich die schreibenden Köche zukünftig warm anziehen. Ich bin begeistert und das nachhaltig!

Vielen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.

Eine kleine Küche in New York

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Deb Perelman: Eine kleine Küche in New York

Berlin Verlag

Preis: 29,90 €

Rufen Sie noch den Lieferdienst oder kochen und genießen Sie schon?

Als ich mich neulich mit meiner Schwägerin über eine gemeinsame Freundin unterhielt, die in einem kleinen Dorf auf dem Land lebt und seit mehr als 20 Jahren, täglich für sich und ihren Mann – und früher auch die beiden Töchter – noch regelmäßig nach der Arbeit kocht, meinte sie nur lapidar, Monika kocht halt, weil essen gehen, dort einfach teurer ist als bei uns in Berlin. Hier ist die Auswahl an leckeren Restaurants und Lieferdiensten so groß und außerdem auch vergleichsweise sehr erschwinglich, wozu sollte ich mich da regelmäßig nach dem Job an den Herd stellen? Ja, warum eigentlich, wenn die Auswahl zwischen Pizza, Falafel oder Co. nicht nur groß ist, sondern nahezu unbegrenzt rund um die Uhr zur Verfügung steht.

Platz ist in der kleinsten Küche – oder im Backofen bewahrt man Pullis auf!

Deb Perelman lebt mit Mann und Kind in New York. Jeder der Fotos von ihrer Küche auf ihrem Blog (Smitten Kittchen) sieht staunt erstmal nicht schlecht, denn diese ist winzig. Dass dort mehr als der Knopf der Espresso-Maschine morgens getätigt wird, kaum vorstellbar. Und doch wird schnell klar, die Frau kocht und das nicht nur Kaffee. Auf dem Cover des Buches erkenne ich, hier hat jemand jeden Zentimeter optimal genutzt, Töpfe, Siebe und allerlei anderes sperrige Gerät zieren die Halterung über dem Küchenfenster, wie bei anderen Menschen die Küchengardine und machen auch den Nachbarn gegenüber deutlich, hinter diesem Fenster wohnt jemand, der tatsächlich auch in einer Stadt wie New York noch selbst am Herd steht. Auch wenn das längst nicht mehr für viele Menschen in Big Apple gilt, als Deb nach New York zog, erklärte ihr eine Freundin all Ernstes, dass sie im Backofen Pullis aufbewahrt…..

Leidenschaft und Lust auf Genuss macht einfach den Unterschied!

Wer jetzt denkt Deb geht niemals mit ihren Mann essen, der irrt gewaltig, Klischees sind hier fehl am Platz! Ihr macht Essen einfach Spaß, wenn sie mit der Familie auswärts isst, dann „wildert“ sie mit Vorliebe auf dem Teller ihres Mannes und lässt ihn immer auch von ihrer Wahl kosten, stets verbunden mit der Frage, was meinst Du, kann man das noch besser machen, was fehlt hier, um es wirklich perfekt zu machen?

Was ist drin oder hier meint es jemand richtig ernst!

Aus Deb Perelmans Passion für gutes Essen ist nicht nur einer der erfolgreichsten Food.-Blogs weltweit geworden, sondern auch ein tolles Buch mit geling sicheren Rezepten, für Frühstück, Salate, Sandwiches, Tartes und Pizzen, vegetarischen und nicht vegetarischen Hauptspeisen, Desserts und Süßem sowie Kleingebäck, Pies und Kuchen. Die Auswahl ist natürlich auch sehr amerikanisch geprägt, es gibt sehr viele Frühstücks-Rezepte, die locker auch für ein Brunch mit lieben Menschen taugen. Salate werden auch schon mal mit Mayonnaise angemacht und Süßes und Kuchen gehören eindeutig zu den Favoriten der Autorin. Hier geht es aber immer um geschmacklich und handwerklich sehr gut gemachte Speisen, das ist niemals die Frage, Kalorien sollte man dabei aber nicht zählen.

Auch zu Partysnacks und Getränken fällt der Autorin einiges ein, nicht nur Rezepte, sondern auch wie man als Gastgeber stressfrei über die Runden kommt. Zu guter Letzt gibt sie noch viele nützliche Tipps, was in einer Küche nicht fehlen sollte und auf was man vorerst verzichten kann.

Mit einer Genießerin und passionierten Tüftlerin auf einen Espresso!

Die Bloggerin geizt nicht mit Text, denn zu jedem Rezept hat Deb eine kleine Geschichte parat, als würde sie mit uns auf einen Espresso in der Küche sitzen, erzählt sie, warum es ihr gerade dieses Rezept angetan hat und warum sie glaubt, es geht noch besser. Wer will, springt hier einfach weiter, aber ich mag diese sehr persönliche Einführung, das macht jedes Rezept zu einem ganz besonderen Erlebnis, nicht nur geschmacklich.

Zutaten werden übersichtlich links oder rechts in separaten Kolumnen aufgeführt. Hier und da immer mal ergänzt mit kleinen Anmerkungen oder auch Tipps zur Aufbewahrung oder Alternativen. Deb ist mit Akribie bei der Sache, deshalb wirken die Zubereitungsschritte erstmal sehr detailliert. Die Rezepte sind aber nicht kompliziert, sondern immer sehr reflektiert und nachvollziehbar für den Leser beschrieben.

Und das obwohl Deb weder jahrelang Kochkurse bei Spitzenköchen besuchte oder das familieneigene Chili-Rezept bereits in fünfter Generation kocht. Bevor sie das Kochen zu ihrem Beruf machte und 2006 mit ihrem Blog startete, arbeitete sie als Schichtleiterin in einem Plattenladen, als Softeisverkäuferin, Kunsttherapeutin und IT-Journalistin. Sie hat einen kleinen Sohn und kann sich noch gut erinnern, wie sie 5 Wochen nach seiner Geburt, kaum etwas vernünftiges zu essen bekam, bis sie, den kleinen Mann überlisten konnte, seine Äuglein für einen kurzen Moment zu zumachen, um das Rezept eines Kochs, aus der „Gramercy Tavern“ für Pasta mit Blumenkohl nach zu kochen. Deb gelang es zum Schluss, unter Aufbietung all ihrer Selbstbeherrschung, sogar noch eine Mini-Portion für den stolzen Vater zu reservieren.

Eine bodenständige Köchin, die uns gut kennt!

Auch wenn man nicht gerade den Balanceakt zwischen Baby und Küche zu bewältigen hat wurde Deb Perelman schnell klar, dass dieses Rezept wenig geeignet ist für Leute, die unter Zeitdruck stehen. Als sie ein Jahr später noch einmal darauf zurückkam, nahm Deb sich vor, diese wunderbare Kombination von Aromen zu einem Gericht weiterzuentwickeln, das weniger arbeitsintensiv ist und mehrere Personen davon locker satt werden können. Das Ergebnis ihrer Bemühungen lässt sich verblüffend schnell zubereiten. Man braucht keine Knoblauchzehen zu schälen und zu zerkleinern oder Mandel zu hacken. Der Blumenkohl bleibt roh und die meiste Arbeit wird von der Küchenmaschine erledigt, man muss im Grunde nur ein wenig rühren und mischen, um am Ende ein frisches, leichtes Herbstgericht zu erhalten. Wer keine Lust auf Nudeln hat, streicht dieses Pesto einfach auf einen mit Olivenöl beträufelten Toast, ähnlich wie südfranzösische Olivenpaste (Tapenade).

Welche Helfer werden wirklich gebraucht – die Frau denkt praktisch!

Kennen Sie die Kochbücher, die gleich auf der zweiten Seite, eine perfekte Ausstattung einfordern. Bevor es losgeht, wird ein Reisgarer oder Pizzastein benötigt, denn ohne, so wird uns suggeriert, gibt es kein perfektes Ergebnis. Oh nein, das wollen wir nicht riskieren und so ziehen am Ende nicht nur der Reiskocher und der Pizzastein bei uns ein, nein, es muss auch noch eine Eismaschine sein. Gibt es deshalb häufiger Pizza, Iwo, meistens landen wir dann doch beim Lieferdienst, der Pizzastein, wo war der gleich noch mal und ja natürlich der sollte mindestens eine Stunde vorher aufgeheizt werden. Pizzastein und Pizzaschaufel sind in den Augen von Deb Perelman nützlich, aber letztendlich geht es auch ohne direkt auf dem Blech. Und zu guter Letzt: Gute Pizza passt sich Ihrem Zeitplan an und nicht umgekehrt. Über die Jahre hat Deb für Pizzateig zwei verschiedene Herangehensweisen entwickelt. Der eine Teig ist innerhalb 45 Minuten backfertig, das liegt an dem relativ hohen Verhältnis von Hefe zum verwendeten Mehl. Passionierte Brotbäcker mögen jetzt stöhnen, aber für Familie Perelman hat sich dieses Rezept in der Praxis bewährt, der Teig ist perfekt: elastisch und knusprig zugleich. Alternativ dazu schlägt die Autorin eine zweite Herangehensweise vor, bei der der Teig vorbereitet und über Nacht oder während wir im Büro sind, im Kühlschrank reifen kann. So können wir selbst entscheiden, was für uns im Moment, am besten passt.

Die Sache mit dem Tomatenmark!

Großartige Fehler konnte ich nicht feststellen, auch wenn mal eine Zutat bei der Zubereitung nicht auftaucht, aber hey das ist vielleicht nicht optimal, macht aber aus einem guten, konzeptionell sehr guten Kochbuch, kein schlechtes Buch. Da können wir durchaus großzügig sein. Beim Rezept für das „Jumbosandwich mit Ratatouille“ sollen aber 250 g. Tomatenmark bzw. Tomatensauce aus der Dose verwendet werden, bitte ignoriert einfach das Tomatenmark, die Menge funktioniert niemals, hier scheint bei der Übersetzung einfach was schief gegangen zu sein, denn bei anderen Rezepten war die Angabe hierfür plausibel. Tomatenmark, wie wir es kennen, gibt es scheinbar in den USA nicht in dieser konzentrierten Form, deshalb haben auch viele Übersetzungen da ihre Schwächen. Hier war da zumindest die Tomatensauce dabei, dass es eigentlich jeden erfahrenen Küchenbenutzer geradezu anspringen musste, dass hier was nicht stimmen kann. Mir ist es leider aber auch schon in anderen Büchern begegnet und das ohne weitere Alternative. Wenn Übersetzer selber hier keine Erfahrung haben, scheint das leider gelegentlich mal vorzukommen.

Fazit: Das Buch gehört definitiv in jede Küche! Leckere Rezepte, die immer wieder optimiert wurden gepaart mit vielen Tipps und Tricks einer echten Tüftlerin, die zudem eine von uns ist, ohne Küchenbrigade oder Gerätepark im Hintergrund. Das alles ersetzt Deb Perelman mit Leidenschaft und Tüftelei, so dass wir getrost auf Firlefanz verzichten können und deshalb ist dieses Buch nicht nur wertvoll, sondern auch längst überfällig! P.S: Dieses Buch wird an Weihnachten als nett verpacktes Geschenk, seinen Weg in die Hauptstadt antreten, mal sehen, ob ich da nicht doch jemand vom Gegenteil überzeugen kann.

Vielen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars!

New York Christmas

 

NY Christmas

Lisa Nieschlag/Lars Wentrup/Julia Cawley:

New York Christmas – Rezepte und Geschichten

 Hölker Verlag

Preis: 24,95 €

 „Köstlich genießen im Happy Winter-Wonderland“

 Worum geht’s?

 Aus allen Teilen der Erde kommen Millionen Menschen Jahr für Jahr nach New York zum berühmten Christmas Shopping oder auch zum Eislaufen in den Central Park. Inmitten einer beindruckenden Szenerie schwingen sie die Kufen, begleitet von einem Gefühl der Schwerelosigkeit und der unbegrenzten Möglichkeiten. Zur Weihnachtszeit hat sich die Stadt ein besonderes Kleid übergeworfen. New York funkelt mehr denn je und berauscht Einheimische wie Gäste mit einem Meer von tausenden bunten Lichtern und illuminierten Weihnachtsbäumen.

Das Wechselspiel zwischen der pulsierenden Kraft der Großstadt und dem Zauber der Weihnachtszeit fasziniert und begeistert die in New York lebende Fotografin Julia Cawley und ihre Blogger-Freundin Lisa Nieschlag („Liz and Jewels“) aus Münster gleichermaßen. Sie lassen uns mit tollen Fotos und unsagbar leckeren Rezepten an dieser Begeisterung für die Stadt, die niemals schläft auf beeindruckend schöne Weise Anteil haben.

Was ist drin?

Wie auch schon bei den vorausgegangenen Titeln „Grüße aus meiner Küche“ und „Advent, Advent“ geht es bei „New York Christmas – Rezepte und Geschichten“ um tolle, einfach umzusetzende Rezepte, erstklassige Fotos und ein liebevolles Design. Und „New York Christmas“ kann meine ohnehin schon hohen Erwartungen noch toppen, denn es enthält noch mehr Rezepte als die Vorgängerbücher und fängt die zauberhafte Vorweihnachtsstimmung im Big Apple in zahlreichen, großen – auch doppelseitigen – Fotografien wunderschön ein.

Ergänzt durch zwei berührende Weihnachtserzählungen katapultiert uns das stimmungsvolle Buch in das großstädtische, amerikanische Weihnachts-Feeling mitten rein.

„New York Christmas“ verlässt die in den Vorgänger-Titel noch sehr präsente Do-It-Yourself-Schiene zugunsten einer Stimmung, die in all ihren Facetten eingefangen werden soll: Geschmäcker, Bilder und Geschichten.

Hinzu kommen Informationen zu den Ursprüngen der jeweiligen Rezepte und den damit verbundenen Traditionen und Gebräuchen. Fast jedem Rezept ist daher eine kleine Einleitung vorangestellt.

Ging es in „Grüße aus meiner Küche“ und „Advent Advent“ noch hauptsächlich um das Thema Backen oder kleinere Snacks, rückt in „New York Christmas“ auch immer mehr das Thema Kochen in den Fokus.

Insgesamt gibt es fünf Kapitel – Christmas Baking, Winter Brunch, Happy Holidays, Christmas Dinner und New Year’s Eve – die sich vor allem um die Adventszeit und das Weihnachtsfest drehen, aber auch der Jahreswechsel und die Wintersaison insgesamt berücksichtigen.

Lieblingsrezepte:

 Chocolate Babka

Mini Cinnamon Rolls

Spaghetti & Meat Balls

Mac & Cheese

Lammburger mit Granatapfelkernen

Apple Pie mit Walnüssen und Cranberrys

und noch so vieles mehr……..

 Wer soll angesprochen werden?

 Das Buch wird alle begeistern, die Wert auf kreative und doch nicht zu komplizierte Rezepte legen, die sowohl bei Singles, Paaren und Familien gleichermaßen Anklang finden.

Außerdem versteht das Buch auf beeindruckende Weise mit den sehr gelungenen Fotos, Stimmungen zu erzeugen und zu transportieren. Das kann dann auch schon mal eine Reise nach New York wett machen, wenn man will.

Optisch ist das Buch von Julia und Lisa eine große Augenweide und adelt sicherlich jedes Bücherregal und jeden Coffee-Table!

Wer sind die Autoren?

Lisa Nieschlag ist Diplom-Designerin. Gemeinsam mit Lars Wentrup betreibt sie eine Agentur in Münster. Am liebsten verbringt sie ihre Zeit in der Küche beim Kochen, Backen, Stylen und Fotografieren. Sie ist Autorin des Food-Blogs „Liz & Jewels“.

Julia Cawley ist Fotografin und Food Bloggerin. Sie ist ein Foodie durch und durch – in ihrem Leben dreht sich viel um gutes Essen. Eigentlich kommt sie aus Münster, lebte aber bis kürzlich mit Mann und Kind 5 Jahre in New York und wird demnächst in Hamburg zu Hause sein.

Fazit: Ein schönes Buch für Weihnachtsfans und Koch-Ästheten das das Potential hat, einen kostspieligen New York Trip zu ersetzen!