Kanapees mit Räucherforelle

© Linda Pugliese

Quelle: Quelle: Leah Koenig: Schalom

Fotos: Linda Pugliese

Hölker Verlag

Preis: 16,95 €

Kanapees mit Forellenfilets, bis zu diesem Rezept hätte ich nie einen Gedanken daran verschwendet, diese für Gäste zu servieren. Mit diesem Rezept bei dem die Forelle von einem sehr aromatischen, cremigen Frischkäse und dem süßlichen Pumpernickel begleitet wird, sieht es anders: Die Gäste waren total begeistert und die Häppchen sehr schnell aufgegessen. Kein Wunder das Rezept ist der Knaller! Das zarte Raucharoma der Forellen passt in meinen Augen hier auch viel, viel besser als ein dominantes Räucherlachs-Aroma. Bitte bei den Forellenfilets auf sehr gute Qualität achten, es lohnt sich, diese direkt vom Erzeuger zu kaufen. In meiner Wochenend-Wahlheimat, dem Hunsrück, überhaupt kein Problem.

Geräucherte Forelle (Seite 125) ist in der jüdischen Küche nicht so bekannt wie Raucherlachs oder eingelegter Hering, aber sie ist eine tolle Ergänzung für jede Fischplatte. Zunächst gepökelt und dann heißgeräuchert werden die Forellenfilets schon zart und entwickeln ein feines Aroma. In diesem Rezept kombiniere ich sie mit einer leichten Frischkäsecreme. Die Kanapees sind in nur 10 Minuten zubereitet und wirklich einfache, aber nicht weniger wirkungsvolle Appetithäppchen. Ich reiche sie gern beim Chanukka-Fest, damit meine Gäste schon mal etwas zu naschen haben, während die Latkes noch in der Pfanne brutzeln.

Zutaten (für 6 Personen):

170 g. Frischkäse (Doppelrahmstufe), zimmerwarm

1 EL Kapern in Salzlake (Glas) abgetropft

2 EL frisch gepresster Zitronensaft

2 Frühlingszwiebeln, geputzt und fein geschnitten

koscheres Salz

12 Scheiben Pumpernickel, in ca. 7,5 cm große Quadrate geschnitten

225 g. geräucherte Forellenfilets, mit der Gabel leicht zerdrückt

Etwas frischer Schnittlauch, grob geschnitten

Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

Frischkäse, Kapern, Zitronensaft, Frühlingszwiebeln und 1 Prise Salz im Mixer glatt pürieren.

Die Frischkäsemischung auf die Brotscheiben streichen. Die Forellenstücke darauf geben. Die Kanapees mit Schnittlauchröllchen bestreuen und mit Pfeffer würzen. Sofort servieren.

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Kaspressknödel auf Salat

© Julia Stix

Hier wird Soulfood in der Party-Version serviert, Heimat versteht sich kulinarisch durchaus mit Mexiko und Asien. Danke für diese Version, die  uns außerdem nicht gleich papp-satt macht. P.S. Bei mir sind es deutlich weniger als 40 Stück geworden! Milchverbrauch ist abhängig von der Trockenheit des Brotes, bei mir war es etwa die selbe Menge, die das Brotgewicht ausmacht, es kann aber auch mal mehr sein. Die Idee ist klasse den Knödeln mal eine Mini-Kur zu verpassen, am Rezept werde ich noch „schrauben“, um die Ausbeute durch Anpassungen einiger Zutaten zu erhöhen.

 Quelle: Karin Stöttinger: Gefüllt, gewickelt und gerollt.

Fotos; Julia Stix + Christian Schütz

Brandstätter Verlag

Preis: 21,80 €

 Danke an Dominik vom Hotel Peter in St. Wolfgang für die Inspiration zu diesem Rezept.

 Zutaten (Für etwa 40 Stück):

1 Schalotte

½ Bund glatte Petersilie

100 g Semmelknödelbrot

oder zerkleinerte altbackene

Semmeln

50 ml Milch (bei mir lauwarm erwärmt)

2 Eier

3 EL geriebener würziger Hartkäse

Salz und schwarzer Pfeffer

aus der Mühle

60 ml Pflanzenöl

Salat nach Belieben

Zubereitung:

Die Schalotte abziehen, fein hacken (bei mir noch ausgelassen). Die Petersilie kalt abbrausen, trocken schütteln, Blättchen fein hacken. Das Knödelbrot oder die Semmeln etwas zerkleinern, in eine Schüssel geben.

Milch angießen. Die Eier verschlagen, mit Käse, Schalottenstückchen und Petersilienblättchen verrühren, einkneten. 10 Minuten ziehen lassen, dann pikant salzen und pfeffern. Mit nassen Händen Miniknödel formen.

Ein Drittel des Öls in einer beschichteten Pfanne erhitzen, etwa 10 Knödel von allen Seiten etwa 8 Minuten goldbraun anbraten. Die restlichen Knödel ebenso verarbeiten. Inzwischen den Salat putzen und waschen, auf Tellern anrichten. Die Kaspressknödel noch warm dazu servieren.

Tipp: Für die Kaspressknödel nehme ich am liebsten eine Mischung aus Bergkäse und Gouda.

Asiasüppchen mit Fleischbällchen

© Julia Stix

Einfach herrlich, nicht nur für mich und den Liebsten, sondern auch als Mitternachtssuppe auf der nächsten Party gewiss der Star. Am besten gleich die doppelte Menge kochen, es lohnt sich in jedem Fall.

Quelle: Karin Stöttinger: Gefüllt, gewickelt und gerollt.

Fotos; Julia Stix + Christian Schütz

Brandstätter Verlag

Preis: 21,80 €

 Zutaten (für 4 Portionen):

100 g getrocknete Shiitake-Pilze

1 cm Ingwerwurzel

1 Knoblauchzehe

3 Stängel Koriandergrün

200 g gemischtes Hackfleisch

2 EL Sojasauce

1 rote Paprikaschote

2 Frühlingszwiebeln

2 kleine Pak Choi

1 kleine Chilischote

3 Stängel Zitronengras

1 l (Gemüse)-Brühe

2 TL Sesamöl

80 g Asianudeln

(z.B. Glasnudeln)

2 EL Sesamsaat

 Zubereitung:

 Die Shiitake-Pilze mindestens 30 Minuten in warmem Wasser einweichen. Die Ingwerwurzel und die Knoblauchzehe abziehen, fein reiben. Das Koriandergrün kalt abbrausen, trocken schütteln, einige Blättchen zur Dekoration beiseitelegen, den Rest fein hacken. Fein gehackten Koriander, Knoblauch und Ingwer mit dem Hackfleisch vermengen, mit 1 EL Sojasauce würzen.

Mit angefeuchteten Händen etwa 16 Bällchen formen, bis zur Verarbeitung abgedeckt kühlen.

Die Paprikaschote kalt abbrausen, halbieren, von Samen und Samensträngen befreien, grob hacken. Die eingeweichten Shiitake-Pilze von den Stängel befreien, putzen, fein schneiden. Die Frühlingszwiebeln putzen, längs in dünne Streifen schneiden. Die Blätter vom Pak Choi lösen, größere Blätter vom Strunk befreien und mundgerecht zerteilen, kalt abbrausen. Die Chili andrücken, die Zitronengrasstängel längs halbieren. Das Innere herauskratzen und fein hacken. Die Stängel brechen.

Die Gemüsebrühe mit Chili, Zitronengras, Sesamöl erwärmen, die Fleischbällchen und das Gemüse einlegen. Mit den Asianudeln einmal aufwallen lassen, dann ca. 15 Minuten bei leichter Hitze ziehen lassen. Mit der restlichen Sojasauce aromatisieren und mit Sesamsaat und Korianderblättchen garnieren.

Vor dem Servieren die groben Zitronengrasstängel entfernen.

Tipp: Ich bereite immer einen großen Topf von dieser Suppe ohne Gemüse, Bällchen und Nudeln zu und fülle sie portionsweise in Einmachgläser ein. Die Bällchen friere ich portionsweise ein und lasse sie in der Suppe auftauen, Nudeln und Gemüse kommen frisch dazu.

Gefüllt, gewickelt und gerollt.

Karin Stöttinger: Gefüllt, gewickelt und gerollt.

Fotos; Julia Stix + Christian Schütz

Brandstätter Verlag

Preis: 21,80 €

Bei Häppchen bitte nur vom Feinsten für mich!

 Worum geht’s?

Wrap’n’Roll around the World

 Fingerfood ist in, viele Kleinigkeiten, die es uns ermöglichen nach Lust und Laune mal hier und mal dort zu probieren, sind der Star auf jeder Party. Und nicht nur dort, eigentlich sind die kleinen Happen für zwischendurch perfekt in unserer Zeit, alles kann nichts muss. Karin Stöttinger hat schon in ihren beiden vorausgegangenen Büchern, in denen es um Salate im Glas ging, bewiesen, dass sie die Mobilität und Unkompliziertheit, die solche Speisen ermöglichen, sehr schätzt. Für dieses Buch hat sie sich jede Menge Rollen und Röllchen vorgeknöpft, die gefüllt, gewickelt und gerollt als Sommerrollen, Ravioli, Dim-Sun, Wraps, Tacos & Co. den Duft der weiten Welt zu uns nach Hause und auf unsere Party bringen.

Wer ist die Autorin?

© Christian Schütz

Einfach kreativ kochen: Diesem Credo folgend kocht sich Karin Stöttinger in die Herzen der Foodies im deutschsprachigen Raum. Sie bloggt und fotografiert leidenschaftlich gern Rezepte und Reisen auf geschmacksmomente.com, der 2017 als „Bester Blog Austria“ ausgezeichnet wurde. Ihre Bücher „Shaking Salad“ und „Shaking Salad low carb“ sind internationale Bestseller und wurden in mehrere Sprachen übersetzt.

 

 

Was ist drin?

 Häppchen satt, egal ob gefüllt gewickelt gerollt, gedämpft, gebacken oder frittiert

 Es gibt jede Menge Taschen ( z. B. Ravioli, Tortellinis, Samosas, Empenadas), Röllchen (z. B. Frühlingsrollen, Sommerrollen) Bällchen (z. B. Dim Sun, Wonton) wahlweise aus Teigen mit Mehl, Wasser, Hefe, Reis- oder Maismehl und bei den 125 Rezepten wird gefüllt, gewickelt, gerollt, gedämpft, gebacken oder frittiert was das Zeug hält.

 Asiatisch, mexikanisch oder immer gerne wieder italienisch .“Yes“ das will ich haben!

Karin Stöttinger liebt es mexikanisch, asiatisch oder italienisch und auch der „Sohnemann“ kann von Buritos gar nicht genug bekommen, von wem er das wohl geerbt hat? Eine ihrer liebsten Zutaten heißt Koriander und meine Augen bleiben beim Blättern im Buch verzückt bei Avocados mit Mango-Grapefruit-Füllung oder einer Quesadillas mit Süßkartoffelfüllung und Salsa verde hängen, die sich übrigens hervorragend für die Bewirtung einer größeren Gästeschar eignen. „Yes“ schreit es stumm in mir genau so mag ich es! Vor meinem geistigen Auge sehe ich die schon auf meinem nächsten Party-Buffet und freue mich über eine Autorin, die weiß, was jede Menge her macht, wenn Gäste sich angesagt haben.

Wir rollen und wickeln und unsere Gäste dippen dann was das Zeug hält!

Dippen der mexikanische Lieblingsstyle, ist auch bei Karin hoch im Kurs, entweder mit dem Klassiker einer cremigen frisch-würzigen Guacamole, natürlich mit Koriander und einen Hauch von geräuchertem Chili oder einer Avocado-Mousse, aromatisiert mit Gorgonzola und ein bisschen Sojasauce.

Street-Food a la Karin gefällt mir gut!

 Kreativität und Geschmack spielen die erste Geige, ohne dass es zu kompliziert wird.

War Street-Food noch in den letzten Jahren der letzte Schrei, ist die Euphorie inzwischen deutlich abgeebbt, zumindest in der Kochbuch-Szene. Die Gründe dafür liegen für mich eigentlich klar auf der Hand: Street-Food hat nichts mit Fast-Food zu tun, ist mit Nichten mal schnell gemacht, bevor die Gäste für eine Party eintrudeln und eignet sich definitiv nicht als schneller Feierabend-Snack zwischen nach Hause kommen und Tagesschau. Es handelt sich dabei sehr häufig um traditionelle Speisen, die ganz wesentlich von umfangreichen Zubereitungsschritten und speziellen Zutaten leben und Zeit und Mühe kosten. Zeit ist heute aber schon beim Einkauf ein kostbares Gut. Karin Stöttinger bedient sich bei den Zutaten gerne im gut sortierten Sortiment des Supermarktes, erklärt in ihrer Einführung jedoch durchaus, dass sie Wert auf Qualität legt, dazu gehören eben auch die Produzenten direkt vor der Haustür und der Einkauf im Hofladen. Was sie an speziellen Zutaten für Falafel Empanadas, Sushi-Donuts, chinesische Burritos und Hotteok (das sind süße Pfannkuchen aus Korea) sonst noch benötigt, wird im Asienladen oder online besorgt. Um Karins Rezepte nach zu kochen, braucht Ihr weder Kochpraxis noch einen Küchenschrank voller ausgefallener Gewürze. Technisch lässt sie es niemals zu kompliziert werden und Falafeln, die nicht frittiert werden, passen einfach besser zu uns nach Hause, besonders, wenn man nicht möchte, dass die Gäste schon auf der Straße, dem Duft der heimischen Frittenbude folgen können. Karin Stöttinger und Gabriele Gugetzer präsentieren viele leckere Kreationen, ob nun salzig oder süß, wie z. B. knusprige Törtchen mit Asia-Hühnersalat, mexikanisch gefüllte Kartoffelschüsseln, Rucola-Röllchen oder Asiasüppchen mit Fleischbällchen. Das passt perfekt zu mir und auf meine Party, weil sie es niemals zu kompliziert werden lassen. Dahinter stehen jedoch jede Menge Knowhow und viel Kreativität. Karin Stöttinger und ihrer Co-Autorin ist dieser Spagat sehr gut gelungen, es wird uns zum Glück  auch nicht vorgegaukelt, dass wir immer in 30 Minuten fertig sind. Warum auch, füllen, rollen oder wickeln macht jede Menge Spaß, besonders wenn die Rezepte optisch und geschmacklich so viel hermachen, wie es z. B. beim Obstsalat in der Wassermelone mit Zimt-Tortilla, den auch Kinder lieben werden, oder den phänomenalen Sushi-Donuts der Fall ist, die zudem ohne Sushi-Matte und ohne den perfekten Dreh funktionieren.

Fazit

– oder hier gibt es im Schnelldurchlauf das Häppchen-Diplom: Karin Stöttinger und Gabriele Gugetzer schaffen es mit ihrem schönen Buch ,,Gefüllt, gewickelt und gerollt“, Themen wieder zu beleben, von denen wir uns schon abgewandt haben: Streetfood war gestern, wir wollen es nicht so kompliziert, wir brauchen es einfach, aber nicht weniger spektakulär. Warum gelingt das ihnen und anderen nicht, ganz einfach die Damen machen ihr eigenes Ding, sie mischen fröhlich, Stile, Länder und Zubereitungstechniken, verabschieden sich gekonnt von zu komplexen Zubereitungstechniken, die zu Hause einfach nicht funktionieren und lassen es bei der Besorgung der Zutaten auch mal mit dem gut sortierten Supermarkt um die Ecke gut sein. Ersetzen stattdessen alles was sie weglassen, mit viel Geschmack und einem echten Händchen für Optik, das aus einer Häppchen-Dilettantin wie mir eine Häppchen-Queen  werden lässt. Wo sonst kann ich als „Bastel-Verweigerin“ in der Küche so schnell das Häppchen-Diplom machen? Für mich übrigens Karin Stöttingers überzeugendes Buch! Ich gebe das Buch nicht mehr her, denn mir gefällt es super, auch weil die Wiener es mit einem tollem Team am Start wieder geschafft haben, uns zu zeigen, wie kurzweilig und hübsch ein modernes Kochbuch sein kann, das ist definitiv mehr als nur eine Sammlung von Rezepten zwischen zwei Buchdeckeln.

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar.

Deliciously Ella mit Freunden

Ella Mills (Woodward): Deliciously Ella mit Freunden

Gesunde Rezepte zum gemeinsamen Genießen

Berlin Verlag

Preis: 22,– €

Wer ist die Autorin?

Ella Woodward, Jahrgang 1992, studierte Kunstgeschichte und wurde als Model berühmt. Mit der Umstellung ihrer Ernährung auf pflanzliche, milch- und Gluten freie Kost gelang es ihr 2012, die Nervenkrankheit POTS zu besiegen. Diese Erfahrung brachte sie zum Schreiben des Food Blogs „Deliciously Ella“, der inzwischen weltweit Millionen Leser hat. Ihr erstes Kochbuch „Deliciously Ella“ erschien 2015 und wurde in England und Deutschland ein Riesenerfolg. Ella Woodward lebt in London, wo sie Kochkurse gibt und neben ihrer Model-Tätigkeit als Ernährungsberaterin am College für Naturheilpraxis arbeitet.

Was tun Veganer, wenn sich die Schwiegermutter zum Sonntags-Lunch angesagt hat?

 Da ist guter Rat teuer! Auch wenn wir diese Lady schon längst in der Gunst ihres Herzensprinzen abgehängt haben, wir wollen uns doch nicht die Blöße geben und eingestehen, der Lieferdienst geht sozusagen ein und aus bei uns zu Hause. Es muss also etwas auf den Tisch, das schnell funktioniert, gesund und vegan ist und toll schmeckt. An sich in dieser Kombination ein No-Go. Ella Mills (geborene Woodward) hat dasselbe Problem, seit jüngstem glücklich verheiratet und Darling der veganen Szene, da gilt es nicht nur die Schwiegermutter zu überzeugen, sondern auch Freunde, Familie, die Arbeitskollegen des Liebsten und eine Leserschaft, die sie entweder enthusiastisch feiert oder auf Fehltritte hofft.

Kochen und essen mit Freunden macht Spaß – oder Aye, Aye Ma’am!

Ihre Antwort fällt denkbar einfach aus, lt. Ms. Mills macht Kochen und Essen mit Freunden Spaß, das weiß sie auf dem Cover zu verkünden. OK, dann lassen sie doch mal sehen liebe Ella, was sie da in petto haben, um Veganer und Nicht-Veganer am Essentisch in kulinarischer Eintracht, möglichst mit einem Ah und Oh nach dem Essen, zu vereinen. Nicht das die Schwiegermutter, ihrem Sohnemann am Ende heimlich noch einen „Fuffi“ zusteckt, damit der arme Junge sich endlich mal wieder in seinem Lieblings-Fast-Food-Restaurant sattessen kann und nicht vom Fleisch fällt. Wenn eine Queen der Clean-Eating-Szene es anordnet, warum dann nicht mal schauen, was ihr zu Frühstück oder Brunch mit vielen Freunden; gerne auch mal leicht und schnell oder für unterwegs, aber auch zu umfangreichen Menüs für Feste und Feiern; zu Beilagen und ultimativen Party Häppchen und natürlich zu süßen Desserts mit Suchtpotential so einfällt.

Was ist drin?

Frühstücksglück oder Frühstücksfrust?

 Blaubeer­-Streusel­-Schnitten oder Honig-­Zitronen­-Riegel als Snacks to grab auf dem Weg zur U-Bahn, oder einen Brunch mit Süßkartoffel -Rösti, Rosmarin-­Limabohnen mit Ahornsirup und einer üppigen Portion würziger Guacamole all das ist bei Ella morgens möglich. Es gibt außerdem Müsli aus geröstetem Buchweizen und Kokosflocken oder einen saftigen Mango­Ananas­Teller, Kurkuma­-Rührtofu mit Paprika und Thymian Champignons. Die Bandbreite reicht vom einfachen Rezept, das sich fix zubereiten lässt, bis hin zum raffinierten Brunch für ein gemütliches Wochenende mit Freunden. Wenn das so weiter geht, hat sie mich auf ihrer Seite, auch wenn ich weder zu den Anhängern der veganen noch der Clean-Eating Ernährung gehöre, ich esse einfach gerne und habe das Gefühl hier trotz freiwilliger Beschränkung auf meine Kosten zu kommen.

 Schnell was Leckeres to go or not to go!

 Im zweiten Kapitel sehen wir uns ein paar super­leichte Rezepte an, die sich für ein schnelles Abend­essen unter der Woche eignen oder einen Lunch für unterwegs. Wir lernen fruchtige Speisen wie das Mango-Champignon-Ceviche kennen, Blumenkohlreis-Sushi mit Avocado, schnelle After-Work-Menüs wie die Kartoffelküchlein mit Knoblauch-Tomatensoße und das perfekte Picknick mit geröstetem Kokosmais und einem sättigenden Quinoa-Mango-Salat mit Erdnüssen. Lovely Ella verspricht, dass alles in null Komma nichts zubereitet ist. Wie wäre mit den Lieblingsrezepten der Queen of Clean-Eating wie z. B. eine Chili-Ingwer-Pho, ein Pistazien-Aprikosen-Quinoa und Sesam-Sommerrollen mit Mandeldip, die diese ebenso gerne ihrem Mann serviert, wenn das vielbeschäftigte Paar wochentags zu Hause ist, oder wenn ein paar Freundinnen zum Essen kommen.

Familie und Freunde deftig und herzhaft bewirten, Ihr braucht keine Notration mitnehmen!

Das dritte Kapitel handelt von herzhaften Speisen für Feste und Feiern, mit denen Ms. Mills sowohl Freunde als auch Verwandte beglückt. Ella wäre nicht Ella, wenn sie auch gleich noch mal nachlegt und uns verspricht, dass diese Gerichte jeden Skeptiker davon überzeugen, dass gesundes Essen eine Offenbarung sein kann. Jetzt werde ich aber hellhörig, wie kann das denn gelingen? Ganz einfach sie bedient sich in den Länderküchen der Welt von Mexiko bis Indien und hier scheint diese Ms. Wunderbar sich so gut auszukennen, dass ihr Lieblingscurry mit Limetten- Pickle oder Spinat mit Senfsamen auch bei mir punkten können, auch wenn ich keine Veganerin bin. Und dieses Buch ist auch Gartenparty tauglich, es gibt z. B. gegrillte Blumenkohlsteaks auf einem Chili- Quinoa-Bett, Limabohnen-Hummus mit Tomaten oder einen Eintopf aus dreierlei Bohnen und Mango Salsa, wenn wir unsere Gäste im Haus bewirten wollen. Wer am Monatsende noch schnell ein paar Freunde einladen will, serviert einfach gebackenen Süßkartoffeln, die mit Kichererbsen-Chili gefüllt sind. Für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel ist etwas dabei, auch wenn es bei dieser Art zu Kochen und zu Genießen nicht vordergründig um sehr preiswertes Essen geht.

Beilagen-Himmel – viele Optionen garantiert!

Anschließend wendet sich dieser Küchen-Derwisch den Beilagen zu. Wer darauf wartet, dass sie jetzt endlich mal schwächelt, erfährt von ihr, dass es sich um ihre Lieblings-Disziplin handelt, weil sich hier vieles an Zutaten, Aromen und Texturen kombinieren lässt, auch wenn Ella diese Rezepte am liebsten als traditionelle Beilagen auf den Tisch bringt. Ihre persönliche Favoritenliste: gebackenen Kochbananen mit Chilisoße, Kurkuma-Stampfkartoffeln mit Senf, glasierten Miso-Auberginen mit Sesam und panierte Avocado-Pommes mit einem Limetten-Cashew-Dip. Wer sich nicht vollständig nach Deliciously Ella ernähren möchte, dem rät die Autorin Standardgerichte einfach mit einer ihrer Beilagen zu kombinieren, dass ist  für Fleischesser ebenfalls eine gute Möglichkeit, mehr Pflanzennahrung in den Alltag zu integrieren.

Hipster-Party hoffentlich ohne Alltagsbeschränkung?

Es gibt Häppchen, Cocktails und sogar Geburtstagskuchen! Hier werden eine große Auswahl vielversprechender Snacks serviert: von gebratenen Pimientos mit Cashew-Chipotle-Creme über gebackene Tortilla-Chips mit Auberginencreme bis zu Mini-Socca-Fladen. Das Ganze wird ergänzt durch eine Reihe von Mocktails und Cocktails, sodass die Gäste auch einen spritzigen Ananas-Cayenne-Cocktail oder eines erfrischende Wassermelone-Gurken-Drinks schlürfen können. Zum Schluss gibt es traditionell britisch einen klassischen Nachmittagstee mit Ingwer-Muffins oder Gurkensandwiches mit Zitronen und Limabohnen. Außerdem im Angebot der umtriebigen Ella: Haferkekse mit Erdnussbutter und Honig, Blaubeer-Scones mit Vanille-Kokos-Creme und sogar eine dreischichtige Geburtstagstorte. Damit ist schon mal die Voraussetzung vorhanden, dass bei Familienfeiern nicht an der einen Ecke des Tisches die Veganer und an der anderen die Nicht-Veganer hocken.

Schaue ich mir die Fotos im Buch an, sind natürlich viele gut-gelaunte junge Menschen zu sehen, aber auch die ältere Generation durfte mal mit aufs Bild, Familie Woodward scheint sich bei Familien-Zusammenkünften mit veganem Essen nicht nur arrangiert zu haben.

Ich bin dabei Mylady!

Muss man auch nicht, die Rezepte von Ella sind klasse und eigentlich noch raffinierter geworden und trotzdem leicht nach zu kochen! Ihre Phase des Experimentierens, in denen sie gerne überall und nirgends, Bindung mit Apfelmus erzeugt hat, scheint überwunden, das hat mir nicht immer so gefallen und auch Knoblauch und Zwiebeln haben Einzug in ihre Küche gehalten, den Assistenten sei Dank! Das einzige was mir partout nicht gefällt, ist Ellas Idee ein Risotto mit Kokosmilch zu binden, definitiv nicht meins, da sträuben sich bei mir die Nackenhaare! Vielleicht bin ich einfach zu alt und meine kulinarische DNA zu determiniert.

Auch Veganer sind Süßschnäbel!

Zum Abschluss schauen wir mit Ms. Healthy auf ihre unwiderstehlichen (O-Ton der Autorin) Desserts, mit denen sich eine leckere Mahlzeit abrunden lässt: Hier gibt es Nachspeisen wie Pistazien-Orangen-Trüffel, Wassermelonen-Minze-Sorbet oder Zimt-Honig-Äpfel, die eine festliche Mahlzeit abschließen, ohne schwer im Magen zu liegen, weiß die Autorin zu berichten Daneben gibt leckere Snacks wie salziges Maca-Tahin-Fudge, Orangen-Kardamom-Kekse und Ms. Mills Lieblingssnack – Quinoa-Haselnuss-Riegel mit Kakao, die sich auch für unterwegs eignen. Wer eher reichhaltigere Nachspeisen liebt, wird am Ende des Kapitels ein paar köstliche Entdeckungen machen: Erdnuss-Schoko-Pie, Orangen-Polenta-Kuchen mit Guss und sogar ein gefüllter Toffee-Mandel-Pudding.

Ellas Schlachtplan, um Gäste vegan zu becircen

Bekannte Gerichte zubereiten, demonstrieren statt predigen, Rezepte beliebig abwandeln, nicht alles auf einmal ändern, nicht zu streng sein, alles appetitlich anrichten und aus den Zutaten ein Geheimnis machen, denn sie hat die Erfahrung gemacht, dass die meisten von uns meinen, einen bestimmten Geschmack oder eine bestimmte Konsistenz nicht zu mögen, die wir in anderer Zusammensetzung jedoch gerne akzeptieren. Vor allem, wenn es eine Zutat unter vielen ist, hält sie diese lieber geheim, damit die Gäste unvoreingenommen essen können.

Fazit: No, she’s not the girl from the neighbourhood, but…..

Alles wirkt irgendwie sehr viel professioneller als bei Ellas erstem Buch, dieser verwöhnte Mittelklasse-Twentysomething verwendet nach wie vor gerne Ersatz“-Nahrungsmitteln wie Medjool-Datteln statt Zucker oder Cashew-Butter statt gewöhnlicher Butter und somit ist diese Ernährung-Form nicht preiswert, da würde ich ihr gerne widersprechen, aber das Buch präsentiert jede Menge spannende Party-Rezepte, die es einfach machen auch weniger dogmatische Zeitgenossen, die normalerweise nicht vegan essen, zu beglücken. Sie werden also nicht erleben, dass ihre nicht veganen Gäste händeringend nach einer Ausrede suchen, wenn Sie diese zum Abendessen einladen, oder mit geheimer Not-Ration vor der Tür stehen. Auch Schwiegermutter Mills wird zufrieden sein, ihr Herzbube wird nicht vom Fleisch fallen oder Care-Pakete von Mama einfordern. Die Schwiegertochter achtet im Buch penibel darauf, uns mitzuteilen, was sie alles für ihren Matthew gerne kocht und was er unheimlich liebt. Der Mann hat keine schlechte Wahl getroffen, auch wenn die Rezeptentwicklung längst von Profis übernommen worden scheint. Die junge Frau Mills ist gerade dabei, sich mit ihrem Mann ein Eat-Healthy-Imperium aufzubauen, da hat man keine Zeit am Herd zu stehen. Für mich hat die Raffinesse bei den Rezepten deutlich gewonnen, dass was Ella hier abgeliefert hat ist, alltagstauglich und köstlich, deshalb gefällt mir dieses Buch sehr gut auch als Nicht-Veganerin. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass die Schwiegermutter manchmal von ihren enthusiastischen sprachlichen Superlativen genervt ist, wer nicht mehr der Kategorie „Hipster“ angehört, reagiert da vielleicht ein wenig empfindlich und für den ist nicht immer alles wunderbar und rosarot. Verbuchen wir das entweder als zulässige Jungendsünde oder als Marketing-Gag, das diesem Buch nicht schaden kann, das Konzept ist stimmig und die Rezepte köstlich und leicht nachzukochen, dass haben andere Autoren mit mir Ethos für mich bisher nicht erreicht. Vor solch einer Leistung ziehe ich gerne meinen Hut, denn das können ihr auch die schärfsten Kritiker nicht absprechen!  Privilegien und jugendlicher Optimus haben damit überhaupt nichts zu tun, mich überzeugt das was dabei herausgekommen ist und das kann sich wirklich sehen lassen! Ob ich aber noch mal Deliciously Ella in der Schwangerschaft rezensiere, das überlege ich mir genau, denn ich gehöre definitiv nicht mehr in diese Zielgruppe!

Vielen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.