Burgunderbraten à la Waldschlössl mit Spätzle, Endiviensalat und Hausdressing

© EMF/Volker Debus

Quelle: Christoph Brand: Das Prinzip Sonntagsbraten

Fotos: Pascal Kerouche

Edition Michael Fischer

Preis: 29,99 €

Gastkoch: Lucki Maurer

 Ein Traum, mehr kann ich hier gar nicht mehr sagen!

 „ Ich komme aus einem traditionellen bayerischen Gasthof und der klassische Schweinsbraten war für uns dadurch ja alltäglich. Trotzdem machte mein Vater Sepp Maurer senior zu besonderen Anlässen immer einen besonderen Braten. Entweder den klassischen Kalbsrahmbraten mit Semmelknödeln oder den hier beschriebenen Burgunderbraten. Er ist bis heute mein Nonplusultra-Sonntagsbraten!“

 Zutaten:

Für den Braten und die Soße:

1 kg Rinderschmorbraten

2 Zwiebeln

3 Lorbeerblätter

2 Gewürznelken

10 Pfefferkörner

10 Pimentkörner

5 Zweige Thymian

1 Flasche trockener Burgunder-Rotwein
(Empfehlung: junger, rassiger Beaujolais)

Salz & Pfeffer

etwas Butterschmalz

1 EL Tomatenmark

1 Bund Suppengrün (Petersilie und Liebstöckel)

1 Spritzer Worcestershire-Soße

1 Schnapsglas Cognac

Für die Spätzle:

4 Eier

400–500 g Mehl

1 Prise Muskat

1 Prise Cayenne-Pfeffer

1 Prise Salz

1 Prise Kurkuma

Für den Endivien-Salat.

1 Kopf Endiviensalat

etwas Zucker

Für das Hausdressing:

250 ml Essiggurkenwasser

150 g Sauerrahm

Salz, Pfeffer, Essigessenz

etwas Schnittlauch

Zubereitung:

 Für den Braten:

Das Rindfleisch grob parieren, mit den gewürfelten Zwiebeln, Gewürzen und Rotwein einlegen und alles zugedeckt zwei Tage im Kühlschrank marinieren. Das Fleisch herausnehmen und trocken tupfen, mit Salz und Pfeffer einreiben. Die Marinade abseihen und beiseite stellen. Die Zwiebelwürfel mit Butterschmalz in einem Bräter erhitzen. Das Fleisch zugeben und rundherum scharf anbraten. Das Tomatenmark zugeben und scharf anrösten. Danach mit der Rotweinmarinade nach und nach ablöschen. Das Suppengrün fein gehackt zugeben. Zugedeckt im Rohr etwa 1 Stunde bei milder Hitze schmoren. Zwischendurch das Fleisch immer wieder umdrehen und mit der Marinade begießen. Das Fleisch herausnehmen, wenn es zart ist.

Den Bratensaft durch ein Sieb gießen, kurz aufkochen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und eventuell mit etwas Speisestärke binden. Zu guter Letzt nach Maurer senior 1 Spritzer Worcestershiresoße und 1 Stamperl Cognac zugeben. „Die Worcestershiresoße merkt kein Mensch, aber jedem schmeckt’s!“

Für die Spätzle:

Die Eier mit dem Mehl (so viel, bis die Masse schön zäh ist) in einer Schüssel per Hand schlagen, bis so viel Luft in der Masse ist, dass sie Blasen wirft. Die Gewürze zugeben. Anschließend durch eine Spätzlepresse drücken. Im Bayerischen Wald werden die Spätzle gepresst. Regel: Spätzleschaben tun nur die Schwaben!

Für den Endiven-Salat:

Die äußeren dunklen Blätter vom Endivienkopf entfernen und das innere Gelbe in lauwarmem Zuckerwasser für 10 Minuten einlegen. Danach fein, wie Engelshaar, schneiden.

Für das Hausdressing:

Das Essiggurkenwasser mit dem Sauerrahm, Salz und Pfeffer im Standmixer einmal aufmixen. Danach 1 winzigen Spritzer Essigessenz und fein gehackten Schnittlauch zugeben.

Kaninchenkeulen in Weißweinsoße mit Zucchini und Polenta

© EMF/Pascal Kerouche

Quelle: Christoph Brand: Das Prinzip Sonntagsbraten

Fotos: Pascal Kerouche

Edition Michael Fischer

Preis: 29,99 €

 Uns hat es prima geschmeckt, dass es bei Profis auch mal mit der guten alten Speisestärke von Mutti geht, hat uns gefallen.

Gastköchin: Katja Hack

 Zutaten:

 Für die Kaninchenkeulen und die Soße:

4 Kaninchenkeulen

100 g Knollensellerie

2–3 Möhren

1 Knolle Knoblauch

5 Schalotten oder Zwiebeln

½ Stange Lauch

5 Zweige Thymian

200 ml Weißwein

400 ml Sahne

400 ml Fond oder Brühe

etwas Speisestärke

Salz & Pfeffer aus der Mühle

Für die Polenta:

250 ml Hühnerbrühe

25 g Butter

80 g Polenta / Maisgrieß

1 TL feines Meersalz

Pfeffer

50 g Parmesan, gerieben

1 Ei

etwas Mehl

etwas Olivenöl

Für die Zucchini:

2 Zucchini

etwas Olivenöl

4 Stängel Salbei

Salz & Pfeffer

Zubereitung:

Für die Kaninchenkeulen und die Soße:

Die Keulen würzen und in einem Bräter von allen Seiten goldbraun anbraten. Das Fleisch aus dem Bräter nehmen.

In demselben Bräter nun das gewaschene und geschälte, vorher in Würfel geschnittene Röstgemüse zusammen mit Thymian anschmoren, bis es leicht Farbe nimmt. Mit Wein, Sahne und Fond ablöschen und die Keulen darin etwa 1 ½ Stunden schmoren. Sind die Keulen weich, können sie aus dem Sud genommen werden. Den Fond nun passieren und einkochen bis ein kräftiger Geschmack entsteht. Die Soße eventuell noch mit etwas Speisestärke binden und mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Für die Polenta:

Für die Polenta die Hühnerbrühe zum Kochen bringen. Butter, Salz und Pfeffer zugeben und den Maisgrieß einrühren. Im Ofen bei 200 °C, mit geschlossenem Deckel, 20 Minuten garen. Parmesan und ein Ei schnell unterrühren und alles etwa 1 ½ cm dick auf ein Blech streichen. Mit Frischhaltefolie bedecken, damit sich keine Haut bildet und abkühlen lassen. Die kalte Polenta in Stücke schneiden, in Mehl wenden und in Olivenöl goldbraun anbraten.

Für die Zucchini:

Die Zucchini vierteln und das Kerngehäuse herausschneiden. In Rauten schneiden und in einer Pfanne mit Olivenöl anrösten. Von dem Salbei 6 große Blätter abzupfen und beiseitelegen. Den restlichen Salbei in feine Streifen schneiden und zu den Zucchini in die Pfanne geben. Durchschwenken und mit Pfeffer und Salz würzen.

Die großen Salbeiblätter in Olivenöl vorsichtig knusprig braten und zur Dekoration mit auf dem Teller anrichten.

Tipp: Wenn man das Gemüse für die Soße in schöne gleichmäßige Würfel schneidet, kann es auch in der Soße bleiben!

Forelle Müllerin

© Joerg Lehmann/Brandstätter Verlag

Was für ein herrlich einfaches Rezept für eine fangfrische Forelle! Eigentlich total easy, ich verstehe gar nicht warum ich das nicht schon früher zu Hause ausprobiert habe, es gibt ja im Hunsrück, wo wir immer die Wochenenden verbringen, wirklich gute Bezugsquellen für frische Forellen. Fisch esse ich total gerne, habe aber immer eine gewisse Scheu, weil ich die nicht jeden Tag in der Pfanne habe, mit Richards tollem Rezept von jetzt an öfter!

Quelle: Richard Rauch/Katharina Seiser: Sommer –
Die Jahreszeitenkochschule

Fotos: Jörg Lehmann

Christian Brandstätter Verlag

Preis: 34,90 €

Allzeit bereit für die Müllerin. Geht natürlich auch mit Saibling oder Reinanke.

Zutaten (für 4 Personen):

 4 küchenfertige Bachforellen oder Regenbogenforellen à ca. 250 g

1 unbehandelte Zitrone

10 EL Pflanzenöl

Salz

schwarzer Pfeffer

10 Zweige Petersilie

3 EL griffiges Mehl

4 EL Butter

evtl. 4 Knoblauchzehen

Zubereitung:

Forellen waschen und gut abtrocknen.

Von ½ Zitrone mit einem Sparschäler die Schale abschälen und mit einem großen Messer fein hacken und zur Seite stellen. Zitrone auspressen. In einer kleinen Schüssel 4 EL Öl mit Salz, Pfeffer und 2 EL Zitronensaft verrühren. Forellen innen und außen gründlich damit einpinseln. In jede Forelle 1 Zweig Petersilie geben. Mehl auf ein kleines Blech streuen, Forellen kurz vor dem Braten auf beiden Seiten in Mehl wenden, überschüssiges Mehl abschütteln.

In 2 Pfannen jeweils 3 EL Öl und 1,5 EL Butter aufschäumen lassen. Forellen und evtl. von der äußeren Schale befreite Knoblauchzehen hineinlegen und auf einer Seite 2–3 Minuten anbraten. Dabei darauf achten, dass die Hitze nicht zu stark ist. Umdrehen und bei mäßiger Hitze 4–5 Minuten fertig braten. Alternativ im vorgeheizten Ofen bei 200 °C Umluft (220 °C Ober-/Unterhitze) ca. 6 Minuten braten.

Restliche 6 Petersilienzweige abzupfen und klein schneiden. Die Forellen sollten jetzt eine goldene Farbe und eine leichte Kruste haben. Aus der Pfanne heben und mit dem Knoblauch auf vorgewärmte Teller legen. Überschüssiges Fett aus den Pfannen abgießen. Restlichen 1 EL Butter in einer der Pfannen aufschäumen. Petersilie und Zitronenschale dazugeben, 1–2 Minuten durchschwenken. Salzen und pfeffern. Sofort über die Forelle geben oder extra dazu servieren.

Getränk: Grüner Veltliner aus der Wachau

Tipps: Dazu passen Petersilienerdäpfel: 12 kleine geschälte Erdäpfel ca. 15–20 Minuten in Salzwasser gar kochen. In eine Pfanne 2 EL Salzwasser geben, gekochte Erdäpfel hineinsetzen (das Wasser verhilft zu einer schönen Emulsion). 3 Zweige Petersilie abzupfen und fein hacken, mit 1 EL Butter zu den Erdäpfeln geben, durchschwenken und leicht nachsalzen.

Ribiselschaum-Schnitten nach Omas Rezept

© Joerg Lehmann/Brandstätter Verlag

Quelle: Richard Rauch/Katharina Seiser: Sommer – Die Jahreszeitenkochschule

Fotos: Jörg Lehmann

Christian Brandstätter Verlag

Preis: 34,90 €

Dieser Kuchen ist ein Traum, welche Johannisbeere möchte nicht in so einem unglaublich leckeren Kuchen landen?

Richards Oma bettet die Ribisel nicht direkt auf den Rührteig, sondern spendiert ihnen eine Vanillepuddingschicht. Finden wir sehr überzeugend.

Zutaten (für 8 Personen, 1 rechteckige Form 30 x 15 cm):

 für die Masse:

140 g weiche Butter plus Butter für die Form

80 g Staubzucker

1 EL Bourbon-Vanillezucker

½ unbehandelte Zitrone

1 Prise Salz

4 Eier

80 g Kristallzucker

140 g glattes Mehl

für den Vanillepudding:

1 Vanilleschote

500 ml Milch

100 g Kristallzucker

1 Prise Salz

50 g Speisestärke (Maisstärke)

2 EL Amaretto (Mandellikör)

350 g Ribiseln

für das Baiser:

3 Eiweiß

85 g Kristallzucker

1 Prise Salz

100 g Staubzucker

2–3 EL Staubzucker zum Bestauben

Zubereitung:

Ofen auf 180 °C Umluft (200 °C Ober-/Unterhitze) vorheizen. Butter, Staubzucker, Vanillezucker, Zitronenabrieb und Salz in einer Küchenmaschine mit dem Flachrüher schaumig rühren. Eier trennen. Dotter nach und nach in die Buttermasse einrühren. Eiweiß und Kristallzucker mit dem Rührbesen der Küchenmaschine zu cremig festem Schnee schlagen. Ein Drittel der Schneemasse mit einem Schneebesen unter die Buttermasse ziehen, Mehl einsieben. Restlichen Eischnee vorsichtig mit einem Gummispatel unterziehen. Masse in eine ausgebutterte Form füllen. Im vorgeheizten Ofen ca. 35 Minuten backen. Herausnehmen und 1 Stunde auskühlen lassen.

Für den Vanillepudding Vanilleschote weich massieren, längs halbieren, Mark auskratzen. Zwei Drittel der Milch mit Kristallzucker, Salz, Vanillemark und Vanilleschote aufkochen. Restliche Milch mit der Stärke glattrühren, mit dem Schneebesen in die kochende Milch einrühren. 1 Minute kochen lassen, vom Herd ziehen und mit Amaretto parfümieren. Vanilleschote entfernen, Pudding kurz abkühlen lassen, bis die Baisermasse fertig ist.

Ribiseln mit den Fingern von den Stielen rebeln.

Für das Baiser Eiweiß ca. 2–3 Minuten mit Kristallzucker und Salz in der Küchenmaschine aufschlagen. Löffelweise nach und nach den Staubzucker einmengen. Schlagen, bis die Masse schön glänzt.

Vanillepudding auf den gebackenen Kuchen streichen. Ein Viertel der Baisermasse auf den Vanillepudding streichen, mit Ribiseln bestreuen und mit dem restlichen Schnee wellenförmig bedecken. Mit Staubzucker kräftig bestauben und ca. 5–8 Minuten bei 250 °C Oberhitze (Umluft nicht geeignet) auf der mittleren Schiene im vorgeheizten Ofen backen. Das Baiser sollte schön gebräunt sein.

Sommer – Die Jahreszeitenkochschule

Richard Rauch/Katharina Seiser: Sommer – Die Jahreszeitenkochschule

Fotos: Jörg Lehmann

Christian Brandstätter Verlag

Preis: 34,90 €

Der Sommer  ist da und gute Rezepte sind Gold wert!

 Gestartet – jetzt ist das Beste aus der Region gerade gut genug für unseren Tisch!

 Der Sommer in 2017 ist fulminant gestartet, eigentlich sollte er uns ja erst vom 1. Juni bis zum 31. August so richtig verwöhnen, in diesem Jahr ging es aber schon Ende Mai mit hoch-sommerlichen Temperaturen los. Wir haben sehnsüchtig gewartet und auch mal eine Schlappe auf den Weg dahin locker weggesteckt, jetzt freuen wir uns auf Tomaten, Paprika, Zucchini, Bohnen und Auberginen in bester Qualität, denn es schmeckt aus der Region und auf dem Wochenmarkt tausendmal besser, als das Gemüse, dass uns aus Spanien und Marokko schon seit ein paar Wochen im Supermarkt angeboten wird. Wir wollen grillen, picknicken und uns in den heimischen Seen herrlich erfrischen, im Gepäck dabei, leckeres Pan-Baguette, einen Nudelsalat mit Schinken oder auch in moderner Version mit einen Salat aus Rollgerste, Mangold und Feigen bis wir uns über die endlich reifen Früchte wie Pfirsich, Nektarine oder Marillen hermachen. So „guter Stoff“, der will auch konserviert werden und gerne stellen wir uns in einer warmen Augustnacht noch an den Herd für Marillenmarmelade mit Rosenblüten, mit ihr kommen wir köstlich über die dunklen Tage des Winters und können schon ein wenig Zeit schinden, bis alles wieder im Überfluss in unsere Küche drängt und genossen werden will. Wem es zu heiß ist, der taucht ab in den kühlen Grund des Waldes und sucht Schwammerln für ein Schwammerl-Risotto mit Kaffeeöl oder lässt sich mit fangfrischen Forellen an den Herd locken, die als Müllerin gebraten allen am Tisch ein A und Oh entlocken.

 Wer sind die Autoren?

Richard Rauch übernahm mit 18 den elterlichen „Steira Wirt“ in Trautmannsdorf. Mit 19 erkochte er seine erste Haube, heute hat er drei. 2015 wurde er „Koch des Jahres“. Der TV-Liebling („Frisch gekocht“) steht für eine ebenso traditionsbewusste wie weltoffene Küche.

Katharina Seiser lebt in Wien und reist, um zu essen. Sie schreibt leidenschaftlich gern Kochbücher und kulinarische Geschichten für Magazine und Tageszeitungen. Sie ist kompromisslos, was guten Geschmack und beste Zutaten betrifft, außerdem Herausgeberin der Erfolgsreihe vegetarischer Kochbücher bei Brandstätter (Österreich, Deutschland, Italien, Türkei, USA) und Autorin des Bestsellers „Immer schon vegan“ (2015).

Wie wird gekocht?

Klassische Wirthausküche und außerdem viele interessante Optionen!

Richard Rauch kocht traditionell, aber auch sehr ambitioniert: stets versucht er in jedem Kapitel ausgehend von den österreichischen Klassikern, verschiedene Zugänge, Techniken und Varianten vorzustellen, die geschmacklich keinerlei Grenzen kennen und die Tür zu etwas Neuem für uns aufstoßen können: Er ist ebenso auf Du und Du mit Schwammerl-Rostbraten mit frischen Bandnudeln, Marillenknödeln in Butter-Zimt-Bröseln wie mit einem scharf würzigem Ingwer-Ripperl, Cevapici, Lavendel-Polenta-Garnelen oder einer geeisten Melonen-Paradeiser-Suppe mit Schafskäse in knusprigen Speck  und einem Vanille-Parfait mit Heidelbeeren und Pistazienkrokant. Bodenständig wie er ist, vergisst Richard auch nicht mit Paradeiser-Sugo oder Chilipaste für den Vorrat vorzusorgen. Schön wenn ein Koch und eine Autorin so mühelos viele Bühnen bespielen können und eine Bandbreite zeigen, die von Österreich über das Mittelmeer bis nach Asien viel Leckeres im Gepäck hat.

Hier wissen zwei, was wir im Moment wollen und können uns auch noch kochen beibringen!

 Man merkt hier sind zwei am Werk, die sich Zeit genommen und gründlich überlegt haben, was wir wollen, die Themen geben sich die Klinke in die Hand, Wirtshausküche, mediterrane Köstlichkeiten, präsentiert von einem Koch, der Sterne genauso kann wie er auch die regionalen Klassiker beherrscht und geschickt für uns aufpeppt und mit seinem Faible für Mediterranes und Asiatisches zu überzeugen weiß. Katharina Seiser  weiß was uns gerade Lust macht, Salate im Glas mit Pfiff und alles andere als langweilig oder leckeres für den Grill, dass wir nicht schon hundertmal wo anders so ähnlich gesehen haben, Beeren im guten alten Rumtopf, der auch später mit Eis oder Pudding immer eine gute Figur macht, wenn es was Süßes für danach sein soll, das außerdem nicht viel Arbeit macht. Sie hat ihr Ohr direkt bei uns und kann das ganz locker in ihre Roadmap integrieren, ohne dass wir das Gefühl haben, es geht nur um einen Trend oder einen Mode-Gag, bei dem man unbedingt noch dabei sein will. Nein, dieses Buch ist herrlich modern und altmodisch zugleich, es fühlt sich an wie eine kulinarische Einladung in einen Sommer, den wir uns wünschen und mit diesen Rezepten wird er in jedem Fall köstlich und wir werden noch lange Jahre Spaß daran haben. Was ist zeitloser als saisonale Küche und wer sagt, dass das nicht ebenso köstlich wie kreativ sein kann. Wir bekommen viele Tipps und Varianten geliefert, lernen von einem Profi, der z. B. Auberginen mit Speisestärke einreibt, dass diese nicht wie ein Schwamm das Öl beim Braten aufsaugen und uns dann die ganze Nacht danach nicht zur Ruhe kommen lassen. So ganz nebenbei kochen lernen ist nicht nur unglaublich einfach, sondern macht einfach Spaß, wenn es so unaufgeregt wie bei dem Besuch eines Kochkurses abläuft, wo man den Profis einfach über die Schulter schaut. Danke für dieses tolles Konzept, dieses schöne Buch und vor allem die klasse Rezepte, die mich und meine Familie mit dem Besten verwöhnen werden, was der Sommer kulinarisch im Angebot hat.

Piefkes müssen nicht draußen bleiben!

Wie schön zum Schluss gibt es neben einem Rezept-/Zutaten-Register auch eins nach Speisearten und ja die Büchermacher haben auch ein Herz für uns Piefkes und erklären mir u. a. in ihrem österreichischen Küchendeutsch, dass mit Fisolen grüne Bohnen gemeint sind und Dirndln Kornelkirschen sind.

Fazit: Ein Buch mit vielen Optionen, sehr geschmackvoll gemacht, mit vielen Tipps und Tricks und jede Menge Varianten, die sich der ambitionierten saisonalen Küche verschrieben haben. Ein Kochbuch, das mit den Füßen fest im Süden verankert ist, aber sich auch Ausflüge gönnt, die spannend sind. Hier lässt sich viel lernen, wenn wir uns der kundigen Führung eines guten Rezepts anvertrauen, das ausschlaggebend ist, wenn es toll schmecken soll und wir auch in Zukunft etwas davon haben wollen. Kochen lernt man am Besten in der Küche und schaut den Profis dabei über die Schulter, die genau wissen, was wir und unsere Gäste sich wünschen, um uns am Ende nicht nur satt zurückzulassen, sondern ein glückliches gut war’s zu entlocken. Ein Buch für Genießer und solche die es werden wollen. Mich hat es mit einem ausgeklügelten Konzept und kreativen Rezepten überzeugt, die Klassikern wieder neues Leben und Pepp einhauchen können, sicherlich aber kein Kochbuch für blutige Anfänger, sondern etwas für ambitionierte Hobbyköche, die gerne regional unterwegs sind und die Abwechslung schätzen. Dafür ist dieses Buch einfach perfekt geeignet, ein schlüssiges Konzept, überzeugende Rezepte und es ist wohltuend zu sehen, dass sich hier die Akteure genügend Zeit für eine seriöse und qualitative Umsetzung genommen haben, das macht einfach manchmal den entscheidenden Unterschied aus!

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar.

Das vegetarische Kochbuch

Bonisolli_Vegetarisch

Barbara Bonisolli: Das vegetarische Kochbuch

 Callwey Verlag

 Preis 36,– €

„Eine Aubergine ist kein Schnitzel – oder wie lässt sich Genuss verlängern?“

 Worum geht’s – oder es fing alles ganz harmlos an!

 Barbara Bonisolli ist von Hause aus keine Gesinnungs-Vegetarierin, sondern isst einfach nur gerne gut. Die Fotografin und Autorin lebt mit Mann und Kindern im bayerischen Voralpenland und hatte zu Beginn dieser Zeit nur ein paar Kräuter und Tomaten im Garten, wie das viele von uns haben.

Barbara wühlt aber in ihrer Freizeit zum Ausgleich unglaublich gerne in der Erde und so wurde nach und nach gesät und gepflanzt gejätet und geerntet und heute ist daraus ein großer Garten mit Beeten voller Obst, Gemüse und Kräuter geworden.

Also kein stilisiertes Landidyll oder eine dogmatische Überzeugungs-Vegetarierin, die uns gebetsmühlenartig zum besseren Leben bekehren möchte, sondern einfach nur eine Frau, die Spaß daran hat, mit den eigenen Händen und Füßen in der Erde herum zu werkeln und die Ergebnisse dieser Arbeit dann mit Familie und Freunden zu genießen.

Wie sieht es aus?

Die Autorin ist eine der gefragtesten Food-Fotografinnen Deutschlands, logisch versteht sie es tolle Rezept-Fotos ihren Gerichten beizusteuern. Ich mag dabei ihre lässige Art und ihr unbestechliches Gefühl, jedes zu viel dabei zu vermeiden, das tut den Rezepten und dem Thema sehr gut, nichts wirkt unnatürlich gestylt.

Bei der Ausstattung des Buches war ich dieses Mal ein wenig enttäuscht, das raue Papier passt zum Thema, aber es ist doch recht dünn, ich habe irgendwie immer das Gefühl, ich muss vorsichtig blättern, damit nichts einreißt. Bislang habe ich das bei Callwey irgendwie immer hochwertiger erlebt, vielleicht liegt es daran, dass man bei diesem Thema bewusst auf Hochglanz-Papier verzichtet hat?

 Was ist drin?

 Dogmatismus nein danke – oder genießen mit allem was die Natur anbietet!

Jeder Hobbygärtner weiß, dass die Natur den Takt bestimmt, ist der Spinat soweit, dann muss er auch geerntet werden und die Kinder von Barbara haben gleich klar gemacht, wenn es jeden Tag Spinat als Beilage gibt, wird gestreikt. Da sind gute Einfälle gefragt und so sind die vielen herrlich kreativen Rezepte im Laufe der Jahre entstanden, die sie uns jetzt in ihrem schönen vegetarischen Kochbuch präsentiert.

Vieles wurde mit der Familie, Freunden und Gästen immer wieder probiert und verändert. Wenn man saisonal kocht, ergibt sich von allein, dass man automatisch mehr Gemüse ist. Als Gartenbesitzer ist man hier natürlich besonders betroffen, denn es fällt schwer die Geschenke der Natur abzulehnen, wenn man selbst beteiligt ist.

Oh ja davon kann ich auch ein Lied singen, wir haben ein Wochenendhäuschen im Hunsrück, Garten ist zu viel gesagt, aber wir haben mehrere Obstbäume und natürlich Kräuter und Tomaten. Früher als es noch das Häuschen meiner Schwiegereltern war, hat es mich nicht angefochten, was da vom Baum fiel, denn ich hatte keine Beziehung dazu aufgebaut.

Jetzt stehe ich selbst mit meinem Mann regelmäßig am Samstag im Garten und puzzle ein wenig in meinen Kräuterbeeten herum. Das Obst der Bäume, bei uns Apfel und Pflaume, wird soweit irgend möglich, abgeerntet: Wir kochen Unmengen an Marmelade und haben uns sogar vor 2 Jahren mit der Hilfe eines befreundeten Winzers am Schnapsbrennen probiert: Denn inzwischen, ist es mir nicht egal, wenn alles auf dem Kompost landet, sondern es tut mir in der Seele weh und die Arbeit ist fast die gleiche, als wenn man die Früchte ernten würde.

Genuss geht vor – oder nicht bloß Fleischersatz!

Auch ich esse – wie Barbara Bonisolli – immer noch sehr gerne Fleisch, aber es gibt so viele Möglichkeiten, so leckere vegetarische Sachen zu kochen, die alles andere als langweilig sind, wenn man gute Ideen oder Rezepte hat! Für leckere Südtiroler Spinatnocken, lasse ich jederzeit ein beliebiges Schnitzel stehen.

Fleisch gerne, aber lieber in Top-Qualität und vom Metzger meines Vertrauens! Was ich aber gar nicht mag, ist Gemüse, das auf Fleischersatz getrimmt wird und Tofu und Soja mag ich nur in der asiatischen Küche, mit Fleischersatzprodukten kann man mich regelrecht vom Tisch wegjagen. Liebe Barbara, ich danke Dir für deine kreativen und genussvollen Rezepte, die ganz ohne solches Zeug auskommen!

Kreative Vielfalt mit Potential auch Nicht-Vegetarier kommen voll auf ihre Kosten!

Die Autorin zeigt uns 100 sehr inspirierende Rezepte für jeden Anlass, alles ist saisonal von Frühling bis Winter gegliedert.

Die Rezepte sind von einfach bis aufwendig – und manchmal richtig großartig: z.B. die „Korianderkartoffeln mit Brokkoli“ sind von der Idee bis zum fertigen Gericht genial! Hätten wir nicht gedacht, dass das so klasse schmecken kann, endlich habe ich eine weitere Möglichkeit gefunden, meinen gut sortierten Gewürzschrank, häufiger zum Einsatz zu bringen.

Ich merke bei jedem Rezept, hier hat jemand wirklich nicht nur was zusammengetragen, sondern ich bekomme ein Rezept, an dem mit Hilfe des Feedbacks von Familie und Freunden schon ein wenig geschraubt wurde, bis alles so lecker, harmonisch und unkompliziert wie meine neuen Lieblinge, die Koriander-Kartoffeln, daher kommt. Und schön, dass ich hier auch sagen kann, dass diese definitiv bei uns auch mal mit einem Steak auf den Tisch kommen.

Auch der „Lauwarme Gemüsesalat mit Rauke“ und das schlichte „Spiegelei mit Salbei und Ziegenkäse“ konnten uns geschmacklich voll überzeugen. Ich freue mich auf weitere vegetarische Genüsse, denn so macht vegetarisch kochen Spaß!

Der Sommer kann kommen – oder am besten den Genuss verlängern!

Die Autorin ist eine leidenschaftliche Hobbygärtnerin, das sieht man, denn im Buch ist sie ständig in Aktion, sogar die Bienen sind vor ihr nicht sicher. Alles scheint irgendwie selbstverständlich, für mich ist das sehr authentisch und so will ich es haben!

Barbara hat aber auch Lust, uns an schönen Erlebnissen teilhaben zu lassen, deshalb gibt es ein Kapitel mit ihren besten Ideen zum Einkochen, Dörren und sonstigem Haltbarmachen, das praktischerweise durch viele Step by Step-Anleitungen ergänzt wird.

Wer ist die Autorin?

Barbara Bonisolli ist Food-Fotografin und moderiert ihre eigene Garten- und Kochsendung im Fernsehen. Seit vielen Jahren lebt sie mit ihrer Familie auf dem Land und hat realisiert, wovon viele träumen. In ihrem Landgarten sät und pflanzt sie an, was auf den Tisch kommt. Dort findet sie auch immer wieder Inspiration für neue, köstliche Rezepte.

Fazit: Vegetarische Kochbücher gibt es inzwischen wie Sand am Meer, auch ich besitze so einige, gute Ideen kann ich aber nicht genug haben, wenn ich zwischen Schuhen und einem weiteren Kochbuch entscheiden müsste, ist klar für mich, wer gewinnt, natürlich das Kochbuch. Aber ich mag keine Dogmatiker, sondern ich liebe es mit Genuss und Kreativität überzeugt zu werden. Da hat Barbara Bonisolli für mich nichts zu wünschen übrig gelassen.

Vielen Dank für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Hähnchen mit 40 Knoblauchzehen

©Patricia Curtan

Quelle: Alice Waters: The Art of Simple Food

Illustrationen: Patricia Curtan

Prestel Verlag

Preis: 34,95 €

Bei Amazon bestellen

(Dieses Rezept bietet frisch geerntetem und getrocknetem Knoblauch einen fantastischen Auftritt. Die Häute sollten „papiertrocken“ sein, die Zehen saftig und aromatisch. Knoblauch nicht schälen; die Haut verhindert, dass er sich in der Soße auflöst und es macht Spaß, das zarte Püree aus den Häuten über das goldbraune Hühnerfleisch oder Brot zu drücken. Ein großer Rucola-Salat ist eine perfekte Beilage.)

 Möglichst schon am Vortag

4 Hähnchenschenkel oder 1 ganzes Hähnchen, in 8 Stücke zerlegt

mit

Salz

frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer

würzen. Backofen auf 190 °C vorheizen. In einem großen, schweren Topf (ein dicht schließender Gusseisentopf ist ideal)

2 EL Olivenöl

erhitzen und die Hähnchenstücke mit der Hautseite nach unten etwa 12 Minuten knusprig braun anbraten. Wenden, weitere 4 Minuten braten und herausnehmen.

4 Knoblauchknollen (etwa 40 Zehen)

zerteilen und lose trockene Häute entfernen, den Knoblauch in den leeren Topf geben und gründlich mit

10 Thymianzweigen oder 5 Thymian- u.  5 Bohnenkrautzweigen

3 EL Olivenöl

1 Lorbeerblatt

vermischen. Hähnchenstücke auf den Knoblauch legen. Mit Alufolie und einem Deckel verschließen, auf der mittleren Ofenschiene 50 Minuten backen. Deckel und Folie abnehmen und die Haut weitere 10 Minuten bei Oberhitze knusprig werden lassen. Wenn das Huhn fertig ist,

4 dicke Scheiben Krustenbrot

auf einem Backblech etwa 8 Minuten im Ofen rösten. Etwas Olivenöl vom Hähnchen darüber löffeln. Hähnchen mit Knoblauch und Röstbrot servieren.

Anmerkung: Sehr, sehr lecker und keine Angst, da der Knoblauch nicht geschält wird, schmeckt die Soße auch nicht zu dominant nach Knoblauch.