Gebackener Kabeljau mit Tomaten und grünen Oliven

© Ditte Isager/Knesebeck Verlag

Eine noch schlichtere Kombination, die von der Qualität der Zutaten lebt! Das Mütter-Spead-Programm funktioniert auch bei gestressten Berufstätigen. Erstaunlich wie einfach gute Küche sein kann, wenn die Zutaten stimmen – der Fisch blieb wunderbar saftig und schmeckte durch Oliven, Tomaten und Oregano herrlich aromatisch! Zunächst war ich erstaunt hinsichtlich der Menge an Olivenöl, aber 5 EL sind tatsächlich 75 ml, 1 EL = 15 ml.

Quelle: Nadine Levy Redzepi: Downtime

Soulfood der Extraklasse

Fotos: Ditte Isager

Knesebeck Verlag

Preis: 35,– €

Familienküche alltags- und Sterne tauglich….

Ich glaube, ich bin immer die Letzte, die ihre Kinder von der Schule abholt. Wahrscheinlich, weil ich zu wenige Zeit einplane oder weil ich meine, ich könnte schneller von A nach B gelangen, als es möglich ist. Der Gourmetmarkt Torvehallerne liegt quasi neben der Schule, und ich halte dort fast jeden Tag. Wenn ich schon da bin, muss ich natürlich einen Kaffee trinken, bevor ich die Kinder abhole. Dann treffe ich einen Freund und unterhalte mich mit ihm, und auf einmal ist die Zeit davongerannt, und mir bleibt am Schluss nur noch eine halbe Stunde, um das Abendessen zuzubereiten. Glücklicherweise ist dieser Fisch sogar noch schneller gemacht. Er ist das Richtige für stressige Abende.

Zutaten (Für 4 Portionen):

4 küchenfertige Filets Kabeljau oder Schellfisch, (a 200 g)

5 EL (75 ml) natives Olivenol extra

4 Romatomaten

10 grüne Oliven (etwa Nocellara)

5 Stängel frischer Oregano

feines Meersalz

2 Scheiben Krustenbrot (etwa Ciabatta)

2 Knoblauchzehen

Zubereitung:

Den Backofen auf 180 °C vorheizen.

Den Fisch mit Küchenpapier trocken tupfen. Von jedem Filetstück die dünnen Seitenstücke abschneiden und anderweitig verwenden. Eine Ofenform, in die alle Fischstucke nebeneinander passen, mit 2 EL Öl einfetten. Die Kabeljaufilets in die Form legen. Mit weiteren 2 EL Öl beträufeln.

Hier werden nur die dicken mittleren Stücke der Filets verwendet, so dass der Fisch gleichmäßig gart und nicht zu trocken wird.

Die Tomaten waschen, trocken tupfen und halbieren. Die Hälften schrag am Stielansatz einschneiden und diesen herauslosen.

Jede Tomatenhälfte über dem Fisch auspressen. Dabei sollten der Saft und die Kerne hauptsachlich auf den Kabeljau fallen. Die Tomatenhälften an den Fisch legen. Mit einer breiten Messerklinge jede Olive zerdrücken und die Steine entsorgen. Die Oliven über die Tomaten streuen. Die Oreganoblätter hacken, die Stiele entsorgen und die Blatter über Fisch und Gemüse streuen. Das Ganze sehr leicht salzen.

Entsteint man die Oliven selbst, ist die Auswahl an köstlichen Sorten viel größer. Diese Technik ist so einfach, und es geht viel schneller als mit einem Olivenentsteiner!

 Das Brot in kleine Stücke reißen und diese in der Küchenmaschine grob hacken. Die Croutons in eine mittelgroße Schüssel geben. Mit einer breiten Messerklinge den Knoblauch zerdrücken und häuten. Den Knoblauch in der Kuchenmaschine hacken. Die Hälfte des Brotes gemeinsam mit dem restlichen Öl (1 EL) mit der Pulsfunktion vermengen und so anfeuchten. Die restlichen Croutons hinzufugen und alles mit der Pulsfunktion verarbeiten. Mit einem Löffel die Knoblauchcroutons gleichmäßig über den Fisch und die Tomaten streuen.

Im Ofen in etwa 15 Minuten goldbraun backen; der Fisch sollte dann leicht auseinanderfallen, wenn man eine Gabel hineinsticht. Direkt aus der Form und ganz heiß servieren.

 

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Ein Blech – kein Stress

Daniel Schimkowitsch: Ein Blech – kein Stress

100 geile Rezepte

Fotos: Gregor Ott

Neuer Umschau Buchverlag

Preis: 25,–€

Jetzt gibt es was aufs Blech Baby!

 Worum geht’s?

 – oder welches Potenzial steckt im Trendthema?

 Nach „Slowcooker“ und „One-Pot“ wird längst eine neue Sau durchs kulinarische Dorf getrieben. Versprochen wird uns dabei, dass wir dann zu den Trendsettern gehören und vor allem jede Menge Zeit sparen können. Nicht wenig – oder vielleicht doch viel zu wenig. Für mich schon, aber Moment erstmal lasse ich die Katze aus dem Sack, es geht um „One-Tray“ oder zu Deutsch: alles wird auf einem Blech gekocht oder gebacken. Hört sich gut an? Na, ja zumindest wird der Abwasch übersichtlich ausfallen. Was mir bei allen Büchern, die ich mir zu diesem Thema angeschaut habe, definitiv gefehlt hat, ist die Kreativität und der Genuss, den die dargebotenen Kreationen mir offerierten. Keines dieser Bücher durfte mit in meine Küche, denn neben netten Ideen war auch jede Menge dabei, was mir einfach zu beliebig erschien, da komme ich, wenn es hart auf hart kommt, auch noch selber drauf. Im Spanien-Urlaub garen die Chorizo-Würste schon lange mit Kartoffeln und Paprika in trauter Regelmäßigkeit zusammen. Was gibt es neues und hat das Blech das Potenzial, Gäste glücklich zu machen? Das möchte ich wissen!

Wie sieht es aus?

 Ein fröhliches Kochbuch liegt vor mir, es ist optisch kein Leise-Tretter, sondern eine Ansage, hier geht es um etwas Neues, das sich nicht mit gedeckten Farben im inneren begnügt, da muss richtig Farbe rein, in diesem Fall gelb. Layout und Gestaltung im inneren setzten auf eine moderne Kundschaft, die keinen Firlefanz oder zu viel Nostalgie in der Küche mag. In diesem Buch soll es statt dessen rocken, das passt zum Thema und auch zum Koch, der auch lieber zeigt, was er in der Küche kann, anstatt Schwänke aus seinem Leben zu erzählen.

Wer kocht?

©GVO Media aus „Ein Blech. Kein Stress“, Umschau Verlag 2017

 Daniel Schimkowitsch gilt als aufstrebender Stern am Himmel der deutschen Kochlandschaft: sein Handwerk lernte er unter anderem bei Drei-Sterne-Koch Christian Jürgens und er erkochte sich gleich bei seiner ersten Station als Küchenchef einen der begehrten Michelin-Sterne – und das mit nur 26 Jahren. 2010 wurde er sogar zum New-Comer des Jahres gekürt. Seit 2014 hat er seine kulinarischen Zelte im südpfälzischen Deidesheim aufgeschlagen. Im Restaurant „L.A. Jordan“ im aufwändig restaurierten 5-Sterne-Hotel Ketschauer Hof dürfen sich die Gäste auf überraschende geschmackliche Erlebnisse der Extraklasse freuen – „höchste Kreativität und Qualität“ bescheinigt ihm dafür der GAULT MILLAU mit gleich drei der begehrten Hauben.

 Was ist drin?

 100 Rezepte werden von Schimkowitsch in den Rubriken Mix and Match (Blech-Kreationen als Vorspeise oder für den kleinen Hunger). Work Hard – Eat Hard (großes Sattmacher, mit viel Fleisch, Fisch und reichlich Gemüse) und  Hot & Sweet (süße Ofen-Hits) präsentiert. Außerdem gibt es eine Reihe von Dips, Pestos und Dressings, die gut kombiniert, noch mal ein wenig Abwechslung  für die Esser am Tisch bringen.

Blechküche für Genießer und um Gästen ein Oh und Ah zu entlocken!

 Endlich mal ein Profi, der den Ball auch mal flach halten kann……

 Meine Genießer-Seele hüpft vor Freude endlich mal ein Herd-Akrobat, der das Thema „Blechküche“ nicht nur unter Optimierungsaspekten aufgreift, sondern wirklich spannende und unkomplizierte Kreationen zaubert. Mal rustikal wie bei den Erbsen mit Saubohnen, Pancetta und Pecorino oder bei den gebackenen Eiern mit Speck, Tomaten und Pimentos de Padrón, die ebenso Brunch- wie Feierabend tauglich sind. Dieser Koch wagt aber auch Kreationen mit erleseneren Zutaten, wie z. B. Perigord-Trüffel und Txogitxu Beef, das als das beste Fleisch der Welt gilt und aus dem Baskenland stammt. Seine Kreationen sind jeweils sehr kreativ und bestechen mit einer unkomplizierten Zubereitung und übersichtlichen Zutatenlisten.

Fazit: Daniel Schimkowitsch ist es gelungen, seine Antwort zu einem Trend-Thema zu geben: er zeigt, wie es gelingt, Gäste, Familie und Freunde mit unkomplizierten Gerichten rustikal oder elegant zu beglücken. Die Eleganz ist auf Ausflüge beschränkt, die sich der Profi gelegentlich erlaubt, weil er als Sternekoch eben auch ein Faible für hochwertige Produkte hat. Seine Rezepte sind ebenso stressfrei wie überraschend und köstlich. Bei ihm geht es um mehr als nur Optimierung und Sattwerden. Dem Profi-Koch gelingt es zudem wunderbar den Ball in der Küche flach zu halten und er vermeidet glücklicherweise jedes zu viel an Chi-Chi oder komplizierte Zubereitungstechniken, die Köche oft nutzen um ihr Können unter Beweis stellen und sich damit meistens sehr weit von der Zielgruppe ihrer Bücher entfernen. Diese Buch besticht durch eine eigene wohl überlegte Interpretation, die Süßes ebenfalls nicht ausklammert und die das Thema zum Glück aus den Fängen der Beliebigkeit befreit und zeigt wie kreativ und köstlich auf einem Backblech gekocht werden kann, wenn ein junger Koch einfach nur kreativ ist und Verlag und Lektorat ihn kompetent dabei unterstützen und ihre Aufgabe nicht nur auf Aspekte des Layouts und der Fehler-Kontrolle beschränkt sehen. Herausgekommen ist dabei ein Buch mit einer eigenen Handschrift, jung, frisch, modern und unkompliziert, dies zum Genießen einlädt und sich von allem anderen was dazu bereits unterwegs ist, wohltuend unterscheidet. Genauso stelle ich mir Blechküche vor!

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar!

Schneller Käsekuchen

© EMF/Sabrina Sue Daniels

Quelle: Rose-Marie Donhauser: Einfach – Heimatküche

EMF Verlag

Preis: 24,99 €

 Eine schnelle Variante des All-Time-Klassikers, wir haben uns auch Rosinen und Zitronenaroma gegönnt und bei der Anzahl der Zutaten 5 gerade sein lassen. Das Puddingpulver sorgt für Stabilität und eine leckere Farbe. Beim nächsten Mal würde ich ein 1 Ei mehr wagen und das Backpulver auf 1 TL reduzieren. Hier ist man mit mehr auf der sicheren Seite.

 Zutaten für eine Springform mit 26 cm Ø):

3 Eier

1 TL + 250 g zimmerwarme Butter

200 g Zucker

1 kg Speisequark (20 % Fett)

1 Päckchen Backpulver

1 Päckchen Vanillepuddingpulver

 Tipp: Rosinen und Zitronenaroma unter den Quark rühren.

 Zubereitung:

Die Eier trennen. Die Eiweiße steif schlagen. Die Springform mit 1 Teelöffel Butter einfetten.

Butter, Zucker und Eigelb in einer  Rührschüssel cremig rühren. Quark, Backpulver und Puddingpulver unterrühren und den Eischnee unterheben.

Die Quarkmasse in die Form füllen. Anschließend den Kuchen im vorgeheizten Backofen bei 180 °C 1 Stunde backen.

Zubereitungszeit: 15 Minuten

Backzeit: 1 Stunde Backzeit

Rahmpfifferlinge mit Speck

© EMF/Sabrina Sue Daniels

Quelle: Rose-Marie Donhauser: Einfach – Heimatküche

EMF Verlag

Preis: 24,99 €

Unkompliziert, perfekt für ein schnelles Abendessen nach der Pilz-Jagd im Wald.

Zutaten (für 4 Personen):

500 g Pfifferlinge

1 Zwiebel

1 EL Butter

100 g Räucherspeck, gewürfelt

200 g Sahne

½ Bund Petersilie, fein gehackt

Zusätzlich: Pfeffer u. Salz

Zubereitung:

Die Pfifferlinge putzen, waschen und abtrocknen. Die Zwiebel schälen und sehr fein würfeln.

Die Butter in einer Pfanne erhitzen, Zwiebel und Speck darin etwa 2 Minuten anbraten. Die Pilze dazugeben und braten, bis der Pilzsaft verdampft ist. Mit Salz und Pfeffer

würzen. Dann die Sahne dazugeben, aufkochen und offen 3–4 Minuten einkochen lassen. Die Petersilie unterrühren und servieren.

Und dazu: selbstgemachte Semmelknödel oder einfach nur Nudeln wie bei uns, denn das Rezept probierten wir mit einem guten Pfifferlings-Fund nach einer anstrengenden Wanderung und nach 6 Stunden über Stock und Stein,brauche  ich keine komplexen Zutatenlisten mehr, sondern will einfach nur schnell was zu essen. Wer im Kühlschrank noch eine Flasche Weißwein hat, gönnt sich einfach noch einen Hauch Säure.

Zubereitungszeit: 30 Minuten

Grund-Rezept Semmelknödel

Zutaten (für 4 Personen):

Brötchen (1–2 Tage alt)

250 ml heiße Milch

1 Zwiebel

1 EL Butter

2 Eier (S)

etwas Mehl

Zubereitung:

Die Brötchen  klein schneiden und mit heißer Milch begießen. Die Zwiebel  schälen und würfeln.

Die Butter erhitzen, die Zwiebel darin kurz andünsten und zu den Brötchen  geben. Die Brötchen  salzen, mit den Eiern verkneten. Nach Bedarf etwas Mehl unterkneten.

Aus der Masse mit feuchten Händen Knödel formen. In siedendem Salzwasser bei mittlerer Hitze 15 Minuten ziehen lassen. Die Semmelknödel herausnehmen und abtropfen lassen

Mein Trick 17: Wer sowieso schon Petersilie für die Rahm-Pfifferlinge besorgt hat, zwackt halt ein bisschen für die Semmelknödel ab. Die macht die Semmelknödel noch ein bisschen feiner und zu streng bei der Anzahl der Zutaten sollte man ja auch nicht sein.

 Zubereitungszeit: 40 Minuten

Rose-Marie Donhauser: Einfach – Heimatküche

Rose-Marie Donhauser: Einfach – Heimatküche

EMF Verlag

Preis: 24,99 €

Wieso kompliziert, wenn es auch einfach geht – oder wir wissen was wir tun und manchmal genauso wollen!

 Worum geht’s – oder Küchenklassiker against Facebook und Glotze

 Die Welt ist schneller geworden immer mehr stopfen wir in unsere Tage hinein. Büro, Familie, Hobby, Lieblings-Serie, wo wir natürlich keine Folge verpassen wollen, bloggen, Facebook-Freunde mit Likes versorgen und…..Das Alltägliche bleibt auf der Strecke, Kochen, nö, keine Zeit und wenn doch dann max. 30 – 45 Minuten, danach fängt meine Serie an. Bei Salat und vielen Pasta-Gerichten geht das noch auf, aber die guten alten Klassiker wie Rouladen, Königsberger-Klopse und Co. fallen durchs Zeit-Raster. Und nun, was machen wir jetzt, die Erinnerung an die super-leckere Roulade der Mama aus dem Gedächtnis streichen, ins Wirtshaus gehen, oder selber machen und Hilfe in Anspruch nehmen und auch mal Abstriche in Kauf nehmen?

Wer ist die Autorin?

 Rose Marie Donhauser wuchs in einem Landgasthaus im Landkreis Altötting/Oberbayern auf. Sie verbrachte ihre Lehrjahre in der internationalen Hotellerie, unter anderem im Hilton. Anschließend arbeitete sie als Köchin und Food & Beverage-Managerin. Nach über 15 Jahren in Schweden, Belgien, München – in den besten Hotels – hatte sie ein sicheres Fundament, um über Gastronomie und Kulinarisches schreiben zu können. Das nötige Handwerkszeug erlernte sie an der „Akademie der Bayerischen Presse“. Seit 1988 ist sie als Kochbuchautorin, Food- und Reisejournalistin sowie Restauranttesterin unterwegs. Sie war acht Jahre im Ressort „Essen und Trinken“ der /Abendzeitung/ München tätig, schrieb Artikel für Fachmagazine und war Ernährungsexpertin des RBB. Rose Marie Donhauser ist Jurymitglied bei den „Berliner Meisterköchen“, gibt ihre Erfahrung in Kochkursen weiter und trat in Kochsendungen der ARD und des SWR auf. Inzwischen hat sie mehr als 160 Kochbuchtitel veröffentlicht, von denen mehrere ausgezeichnet wurden.

Was ist drin – oder warum nicht mal auf Essentials vertrauen?

Rose-Marie Donhauser möchte das ändern, Genuss ist für sie nicht nur mit unzählige Zutaten, Schüsseln und Töpfe möglich, sie konzentriert sich deshalb in „Einfach – Heimatküche” auf die absoluten Essentials dieser Soul-Food-Gerichte: maximal sechs Zutaten, die den Klassikern der Mama recht nah kommen sollen. Bebilderte Zutaten und eine deutlich größere Schriftgröße machen das Projekt „Heimat-Ruckzuck“ zu einer Mission, für die wir definitiv keine Brille brauchten oder am Ende – “So ein Mist“- das wichtigste überlesen haben.

150 traditionsreichen Rezepte aus der Alltagsküche sollen uns wieder mit der Küchen-Tradition unserer Mütter versöhnen, auch wenn wir uns entgegen anderer Generation vor uns, nur noch einen Bruchteil der Zeit dafür nehmen wollen: Wiener Schnitzel, Heringssalat, Sauerbraten und andere Klassikern werden auf 2017 getrimmt und versuchen, den Kampf um unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen, um sich endlich wieder in unseren heimischen Küchen zu etablieren, auch wenn es für diese Soulfood-Klassiker bedeutet, dass sie sich mächtig anpassen müssen, unser Zeitbudget ist knapp und wir sind busy, very busy, stundenlang am Herd stehen war gestern. Wir bekommen heutzutage im Supermarkt fast alles, was wir zum Kochen benötigen und uns die Arbeit in der Küche extrem erleichtern kann. Das geht vom Knödelteig aus der Kühlung bis hin zu fertig abgepacktem Hackfleisch, mit dem ich mich persönlich nicht anfreunden werde, denn der Metzger meines Vertrauens will auch von was leben und ich muss mein schwer verdientes Geld nicht nur an der Supermarkt-Kasse lassen. Manche dieser Discounter-Platzhirsche investieren es dann vielleicht in Kunst und werden dabei noch betrogen, mein Metzger investiert es in sein Geschäft und seine Familie, das ist mir lieber.

Praxistest – oder jedem das seine!

Ich habe mich gleich an mein persönliches -Soulfood gemacht und nehme mir die Freiheit, es auch mal beim alt bewährtem zu lassen:

Das Rouladen-Rezept geht für mich nicht, ich fülle die immer selber und werde das aus Gründen der Zeitersparnis auch nicht ändern, beim passsenden Rezept dafür bin ich mit Mälzer verheiratet, da passt klein Blatt zwischen uns, wir sind ein eingespieltes Team, da es ist es mir auch wurscht, dass der mehr als 6 Zutaten verlangt, gefüllt wird immer selbst, dann allerdings im großen Stil aufgekocht und die eine oder andere Portion eingefroren oder eingeweckt. Die selbstgesammelten Pilze wollen aber auch schnell und lecker nach einer Wanderung auf den Tisch gebracht werden und dann sind maximal 6 Zutaten und weniger Zeit in der Küche gerade richtig für mich. Mein Trick 17, war die Petersilie sowohl beim Pfifferlings-Ragout, wie bei den Knödeln zum Einsatz zu bringen, die Petersilie war ja schon mal gesetzt.

Fazit – oder für wen ist das was? Keep-Simple-Kochbücher erfreuen sich großer Beliebtheit, wir die Konsumenten wollen es so – oder zumindest die Mehrheit unter uns, die sonst ins Wirtshaus abwandern würde! Nach Feierabend am liebsten alles noch schnell im Supermarkt besorgt, den Fleischer gibt es dort ja auch, das Hackfleisch praktisch im Plastik-Pack und die Rouladen schon fertig gefüllt. Das ist die Realität, auch wenn das für mich und einige andere ein No-Go ist, ist das mehrheitsfähig und meine 80-jährige Schwiegermutter hat damit kein Problem. Sie isst zwar gerne an unserem Tisch selbstgemachte Semmel-Knödel und die schmecken ihr immer ausgezeichnet, aber richtig verstehen tut sie nicht, warum ich das überhaupt mache, für sie ist das heute einfach nicht unbedingt mehr nötig. Wer das genauso sieht und das ist ja partout nichts Schlechtes, sondern einfach nur die Anpassung an veränderte Lebensumstände, der ist bei diesem Buch richtig, es geht wirklich in erster Linie um ruckzuck Heimatküche und nicht um 2 -3 Stunden Küchendienst, dafür wird versucht, intelligent zu reduzieren, um das zu ermöglichen. Das funktioniert bei einigen Rezepten ordentlich auch wenn die Raffinesse dabei nicht immer auf die vollen Hundert Punkte kommt, sondern diese bei 70 % stecken bleibt. Die Ansprüche und Bedürfnisse sind unterschiedlich, wenn jeder das Rezept findet was er braucht, ist das Bestmögliche erreicht, die Leute kochen schließlich noch und sind noch nicht beim Lieferdienst oder der Koch-box gelandet. Ich gestatte mir gerne mal wieder einen Ausflug ins optimierte andere Lager, auch in diesem Buch hat es  bei den ausprobierten Rezepten funktioniert, mal abgesehen vom Rouladen-Rezept, da brauche und will ich keine Optimierung. Ich fühle mich den Genussverfechtern zugehörig und werde das von Fall zu Fall entscheiden, ich bin sowieso lieber in der Küche als vor der Flimmerkiste, denn ich bin ja eine bekennende Kochbuchsüchtige und kann verstehen, wenn nicht jeder nach dem Optimum strebt, sondern es manchmal nur das Bestmögliche ist. Ein Trend, der inzwischen auch bei Jamie angekommen ist, weil der die Zeichen der Zeit, genauso wie wir, nicht negieren möchte – es geht nicht um Abschaffung, sondern um Optionen, die manchmal einfach sein müssen, denn wir wissen was wir tun und manchmal einfach auch genauso wollen.

Vielen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar.

Nudeltopf mit Speck und Brokkoli

© Philippe Vaurès-Santamaria

Zutaten für 2 Personen:

150 g Räucherspeckstreifen

12 TK Brokkoliröschen

200 g Pasta, vorzugsweise kurze Sorten

3 EL Zitronensaft

150 g. Sahne

2 EL Mascarpone

2 Minzeblätter

frisch geriebener Parmesan

Salz, Pfeffer

Speckstreifen und Brokkoliröschen in einem großem Topf 2 Minuten anbraten.

Pasta, Zitronensaft und 500 ml Wasser zufügen und zum Kochen bringen. Die Hitze reduzieren und 10 Minuten köcheln lassen.

Sahne, Mascarpone und gehackte Minze untermischen.

Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit frisch geriebenem Parmesan bestreuen und sofort servieren.

Vorbereitungszeit: 15 Minuten

Garzeit: 15 Minuten

Anmerkung: Leckere Pasta-Variante, die ratzfatz auf dem Tisch steht, hat mir sehr gut gefallen, wird es zukünftig öfter geben.

Pasta & Sauce aus 1 Topf

Pasta Sauce aus 1 Topf von Emilie Perrin
Pasta Sauce aus 1 Topf von Emilie Perrin

Emilie Perrin: Pasta und Sauce aus 1 Topf

Fotos: Philippe Vaurés-Santamaria

Bassermann Verlag

Preis: 9,99 €

Bei Amazon bestellen

„Manchmal soll es lecker schmecken und auch schnell gehen!“

 Worum geht’s?

 Unter der Woche ist bei uns immer viel los, wir verbringen die Wochenenden fast immer in unserem Wochenend-Häuschen, da muss es mit dem Kochen am Abend schnell gehen, besonders, wenn es bei mir mal im Büro länger geworden ist. Brot am Abend ist leider nicht so mein Ding, weil ich auch oft die Mittagspause ausfallen lasse und wenigstens eine warme Mahlzeit am Tag mit meinem Liebsten genießen möchte. Allein schon deshalb gibt es bei uns in der Woche sehr häufig Pasta, seit einigen Wochen bin ich jetzt aber auf die „One-Pot-Pasta-Methode“ umgeschwenkt, die ursprünglich aus den USA kommt und aktuell überall im Netz großes Thema ist. Das ist für mich auch die perfekte Lösung im Wanderurlaub, um nach einem anstrengenden und ereignisreichen Tag noch schnell was Leckeres auf den Tisch zu zaubern.

Das Prinzip ist ebenso genial wie einfach: Die Nudeln werden mit allen anderen Zutaten gleichzeitig in einem Topf gegart und am Ende gibt es immer ein leckeres Pasta-Gericht, das schnell auf dem Tisch steht und sehr aromatisch schmeckt. Dass dann der Abwasch auch viel schneller erledigt ist, versteht sich von selbst, schließlich haben wir ja nur einen Topf für alles benutzt.

 Was ist drin?

 Die in Frankreich sehr bekannte Bloggerin, Emilie Perrin, hat jetzt passend zu diesem Trend ein Kochbuch mit 30 Rezepten im Bassermann Verlag veröffentlicht.

©Philippe Vaurés-Santamaria/Bassermann Verlag

Im ersten Teil des Buches finden wir viel traditionelles, wie z. B. „Pasta mit Cocktail-Tomaten und Pesto“, „Nudeltopf mit Speck und Brokkoli“, „Pasta mit Ziegenkäse, Haselnuss und Bratwurst“, alles deftig und herrlich aromatisch. Insgesamt ist dieses Kapitel auch das umfangreichste und enthält deutlich mehr Rezepte als die weiteren Kapitel „Aus aller Welt“ und „Vegetarisch“, wo mich der „feurige Bohnentopf“ und die Orecchiette mit Walnüssen und Gorgonzola sehr angesprochen haben.

Ergänzt wird das durch Tipps der Autorin, die übrigens kurze Nudelsorten bevorzugt und  zur Vorsicht mahnt bei der verwendeten Flüssigkeitsmenge, die sollte immer exakt abgemessen werden und auch Brühwürfel, Kräuter und Gewürze als zusätzliche Aroma-Verstärker empfiehlt. Ich verwende hier gerne, ein selbstgemachtes Brühpulver, das ich im letzten Herbst mit meinem Dörr-Automaten selbstgemacht habe. Falls das nicht zur Hand ist, würde ich Brühwürfel in jedem Fall sehr vorsichtig einsetzen, nachwürzen kann man immer. Nützlich fand ich auch die Übersicht mit „Mengen und Entsprechungen“, die hilft wenn Waage oder Messbecher mal nicht zur Hand sein sollten.

 Meine Erfahrungen:

 Besonders der Nudeltopf, aber auch die Pasta mit Ziegenkäse hat uns diese Woche schon sehr gut geschmeckt. Beide Rezepte waren in 30 bzw. 45 Minuten auf dem Tisch.

Kleine Bemerkung am Rande, bei „One-Pot-Pasta“ sind Aroma und Geschmack die wichtigsten Argumente, bitte erwarten Sie keine optischen Meisterwerke am Ende. Der eine oder andere farbliche Akzent, stellt sich da schon mal in den Dienst des großen Ziels und strahlt nicht mehr als wie eben kalt abgeschreckt und dann dem Gericht zugeführt.

Wer fühlt sich angesprochen?

 Für Vegetarier gibt es nicht ganz so viel Rezepte und besonders ambitionierte Hobby-Köche werden hier auch keine komplexen Rezepte finden, die sie so richtig fordern. Aber ehrlich gesagt, ist das für mich auch ein Widerspruch, bei „One-Pot-Pasta“ geht es um was ganz anderes, nämlich um aromatischen Geschmack trotz simpler Zubereitung und das Ganze auch mal ratzfatz. Eigentlich wollen wir das ja alle mal, egal wie ambitioniert wir sonst mit viel Zeit und Liebe am Herd stehen. Kochen ist ein sehr großes Hobby von mir, aber eben auch nicht mein einziges!

Fazit: Mir hat das Buch gut gefallen und ich werde es definitiv mit in den nächsten Wanderurlaub mitnehmen, da habe ich es nämlich gerne deftig, wenn wir nach einer anstrengenden Wanderung nach Hause kommen. Außerdem weiß man nie was man in einer Ferienwohnung an Equipment da hat.