Biberli Cacik

©Laura Edwards

Quelle: Diana Henry: Simple

ars Vivendi Verlag

Preis: 29,90 €

Sehr einfach und ungemein lecker, die Röstaromen der Paprika passen perfekt zur kühlenden Joghurtsauce mit Feta und Dill. Tolle Kombination, ich empfehle bei den Chilis entweder die Menge zu reduzieren oder nicht gerade die höllisch scharfe Thai-Variante zu verwenden. Unsere kamen aus dem türkischen Lädchen.

Es gibt kaum etwas Einfacheres, doch die Kombination aus süßem Fruchtfleisch und pikantem Dressing ist unwiderstehlich. Nehmen Sie gewöhnliche Paprikaschoten, wenn Sie keine türkischen oder Romanopaprika bekommen (obwohl deren Form sehr attraktiv ist).

Zutaten:

8 lange türkische Paprikaschoten oder Romano, falls erhältlich

4EL Olivenöl

Salz und Pfeffer aus der Mühle

4 kleine rote Chilischoten, entkernt

250 g griechischer Joghurt

4EL Buttermilch

2EL natives Olivenöl extra, plus mehr zum Servieren

1 Knoblauchzehe, zerdrückt

3EL grob gehackte Dillspitzen

75 g Feta, zerkrümelt

Zubereitung:

Den Backofen auf 200 °C vorheizen. Die Paprika auf einem Backblech mit dem Olivenöl beträufeln, salzen und pfeffern. Im Ofen 25–30Minuten sehr weich backen. Zur Halbzeit die Chilis unter die Paprikaschoten schieben.

In der Zwischenzeit Joghurt mit Buttermilch, nativem Olivenöl und Knoblauch zu einer zähflüssigen Sauce mischen.

Die Paprika auf einen Servierteller legen. Mit dem Bratensaft begießen. Die Chilis hacken und darüberstreuen. Die Joghurtsauce darauflöffeln, mit Dill und Feta bestreuen. Mit etwas nativem Olivenöl beträufelt servieren.

Türkei Vegetarisch

Türkei Vegetarisch

Orkide Tançgil & Orhan Tançgil/ Katharina Seiser: Türkei Vegetarisch

Christian Brandstätter Verlag

Preis: 34,90 €

„Koch Dich Türkisch“

 Worum geht’s? KochDichTürkisch“ ist der Name des erfolgreichen Blogs und Ladens, den Orkide & Orhan Tançgils zusammen mit Familienmitgliedern und Freunden betreiben, um uns die türkische Küche mit all ihren Köstlichkeiten näher zu bringen. 

Türkisch und vegetarisch werden bislang allerdings selten zusammen in einem Satz erwähnt. Das ist einer der Gründe, warum sich Orkide & Orhan Tançgils mit Leidenschaft und Eifer entschieden haben, zusammen mit der Herausgeberin Katharina Seiser, das schöne Buch „Türkei Vegetarisch“ zu machen. Denn die türkische Küche kennt eine Vielzahl traditioneller vegetarischer Köstlichkeiten.

Außerdem werden Rezepte in der türkischen Küche meist nur an die Töchter weitergeben, mündlich oder durch Zeigen. Aufgeschrieben wird kaum, und wenn, dann ohne Mengen- und Zeitangaben. Viele Rezepte verlassen niemals die Familien, nicht wenige gehen deshalb mit der Zeit verloren. Das Buch soll auch dabei helfen, diese überlieferten Rezepte im nachvollziehbaren Gewand zugänglich zu machen und zu bewahren, vielleicht auch mit der ein oder anderen Variante, die neugierig macht und unsere Gaumen erfreut. 

Was ist drin? Typisch türkische Kreationen für

Meze, die hier nicht nur Vorspeisen sind, sondern Beilagen, Salate, Teigwaren, Gerichte in Olivenöl und auch Hauptspeisen in kleineren Portionen.

Gerichte in Olivenöl, meistens Gemüsegerichte, die schonend gegart werden und entweder kühlschrankkalt als leckere Beilage auf den Tisch kommen oder direkt nach der Zubereitung noch lauwarm konsumiert werden.

Dolma & Sarma, gewickelte oder gefüllte Gemüse, die auf das byzantinische Erbe zurückgehen und in vielfältigen Variationen vorkommen. Die bekanntesten sind wohl gefüllte Auberginen und gewickelte Weinblätter.

Vielfältige Süßspeisen-Kreationen, für die die feine Hofküche des Sultans Pate stand, der wir auch die köstliche Baklava zu verdanken haben.

Teigwaren und Pilaws, wobei Reis in der türkischen Küche, wie in allen arabischen Ländern, nicht nur eine Zutat, sondern ein eigenständiges Gericht ist. Das Wort pilav steht dabei nicht nur für Reis, sondern eher für die Zubereitungsart.

Das Inhaltsverzeichnis ist saisonal (Frühling, Sommer, Herbst, Winter) gegliedert innerhalb dieser Rubriken findet man dann Suppen & Eintöpfe, Meze und Salate, Gerichte in Olivenöl/Dolma & Sarna, Gemüse und andere Hauptgerichte, Teigwaren & Pilaw und Süßes. Abschließend findet sich noch ein Kapitel zu Getränken und ein Register und Glossar.

Das Buch ist eine wahre Schatzkiste mit köstlichen Rezepten der türkischen Küche, die lecker und modern daher kommen und vielfach auch Varianten beinhalten. Ich konnte mich gar nicht sattsehen und sattlesen und habe vieles gefunden, was ich unbedingt nachkochen muss, ganz oben stehen

Bulgur-Salat mit Mangold

Spinat-Salat mit Datteln und Mandeln

Gefüllte Weinblätter mit Sauerkirschen

Rote Bällchen

Brennessel-Börek

Gefüllte Trockengemüse

Pide mit Walnuss-Käse-Füllung

Lauch-Börek aus der Pfanne

Baklava

Knusprige Teigröllchen

Gefüllte Trockenaprikosen

Wer sind die Autoren? Orkide Tançgil lebt seit vielen Jahren gemeinsam mit ihrem Mann das Herzens-Projekt „KochDichTürkisch“. Dafür recherchiert sie liebend gern in alten Rezeptsammlungen ihrer Familie. Für ein schmackhaftes Essen, sagt sie, braucht man nicht viel: frische Zutaten, etwas Inspiration und viel Leidenschaft.

Orhan Tançgil, Kochbuchautor und TV-Koch, ist Experte für die türkische Küche. Und diese ist, so Tançgil, eine wahre kulinarische Schatzkiste. Auf seinem Food Blog „KochDichTürkisch“ erklärt er seit Anfang 2007, wie man typisch türkisch kocht.

Katharina Seiser (Hg.) lebt in Wien und reist, um zu essen. Sie schreibt leidenschaftlich gern Kochbücher und kulinarische Geschichten für Magazine und Tageszeitungen. Sie ist kompromisslos, was guten Geschmack und beste Zutaten betrifft. Seiser ist Herausgeberin der Erfolgsreihe vegetarischer Kochbücher bei Brandstätter (Österreich, Deutschland, Italien) und Autorin des Bestsellers „Immer schon vegan“(2015). 

Was ist besonders? Absolut großartig ist, dass „Türkei Vegetarisch“ nicht nur traditionelle Rezepte präsentiert, die man schon hundertfach in allen möglichen türkischen Kochbüchern gesehen hat. Sondern die Rezepte wurden weiter entwickelt, zeitgemäß interpretiert und warten mit allerlei Finessen auf, wie wir sie uns heute für ein modernes Kochbuch wünschen. Wir wollen überrascht werden geschmacklich und visuell und nicht irgendeinen Abklatsch präsentiert bekommen. Das gelingt den Autoren und der Herausgeberin außerordentlich gut und ist mir bei dem Trend zur türkischen Küche in dieser Vollendung auch selten begegnet.

Die Ausstattung des Buches und vor allem das Layout sind – wie immer im Brandstätter Verlag – mehr als gelungen. Immer wird daran gedacht, sowohl optische Anreize zu schaffen, als auch die Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen. So sind Zutaten zum Vollenden (Bestreuen, Garnieren) von Speisen mit einer Blüte gekennzeichnet und spezielle Zutaten, die im Glossar erläutert werden, sind ebenfalls mit einem Symbol gekennzeichnet. Das gefällt, zeigt es doch, mit wieviel Liebe hier auch die Büchermacher im Hintergrund dabei sind!

Fazit: * * * * * Ein sehr schönes und lohnendes türkisches Kochbuch für Liebhaber der türkischen Küche, nicht nur Vegetarier. Ein schönes Geschenk für alle die Spaß an innovativen Rezepten und schön gemachten Büchern haben. Ein tolles türkisches Kochbuch, weil es eben die türkische Küche 2.0 präsentiert, ohne Tradition zu verleugnen.

COOK MAL TÜRKISCH

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Filiz Penzkofer: COOK MAL TÜRKISCH

Verlag: Gräfe und Unzer

Preis: 19,99 €

„Neue Türkische Küche zwischen Fastfood und Fingerfood und Gerichte mit Geschichte“

 Worum geht’s? Wie geht das denn und geht das überhaupt: ein Kochbuch mit türkischen Rezepten, die irgendwo zwischen Berlin und Ankara liegen, gleichzeitig sich überall sonst noch so bedienen, wie es gerade gefällt?

Was ist drin? Ja, das geht sogar wunderbar, hat bisher nur keiner den Mut dazu gehabt, geschweige denn eine Idee, sowas zu machen. Dazu musste erst Filiz Penzkofer kommen, die in ihrem spannenden Buch einen modernen Mix aus Slowfood und Fastfood, Orient und Okzident mit vielen witzigen persönlichen Geschichten rund um Filiz’ türkisch-deutsche Familie, spannende Neuköllner Begegnungen und kulinarische Erlebnisse mit und in der jungen türkischen Küche präsentiert und mich damit total begeistert hat! Da kann es schon mal sein, dass die Spreewaldgurken einen fulminanten Gastauftritt bei den türkischen Köfte hinlegen und man sich fragt, warum man das selbst noch nicht probiert hat.

Die Rezepte von Filiz sind in die Kategorien „Meze“, „Halbmond-Fastfood“, „Istanbul daheim in Deutschland“ und „Paradies und Engelshaar (hier gibt es das süße Seelenfutter)“ eingeordnet und da gibt es so herrliche Sachen, wie

„KETCH-ARAB“ eine leckere feurig, tomatig, orientalisch Soße, die nicht nur Pommes oder Bratwurst glücklich machen, sondern auch ein prima Begleiter für Nudeln sein können.

Einen türkischen „SCHNEEWITTCHENSALAT“, der aus weißen Bohnen, schwarzen Oliven und roten Granatapfelkernen besteht und super lecker aussieht.

„NEUKÖLLN FRIED OKRA“

„KÖFTE mit Spreewaldgürkchen

und den ORIENTAL CHEESECAKE muss ich unbedingt am Wochenende probieren.

Fleischgerichte gibt es eher wenige, aber das entspricht ja sowieso dem Zeitgeist und finde ich auch richtig hier.

Beim Durchblättern sind aber noch viele weitere „gelbe Zettelchen“ ins Buch gewandert, weil es einfach so viele wirklich spannende Kreationen gibt, die mich ungeheuer angemacht haben.

Das fröhliche blau gehaltene orientalische Layout und die tollen Fotos von Thorsten Suedfels haben das Ihrige dazu beigetragen.

Wer ist die Autorin? Filiz Penzkofer – 1985 in München geboren, Mutter Türkin, Vater Deutscher – studierte in Bamberg und Ankara Journalismus, Germanistik und Turkologie. Nach einem Auslandsaufenthalt in Lissabon wohnt sie in Berlin. Seit über zwei Jahren schreibt sie eine wöchentliche Kolumne für den Bayerischen Rundfunk: „Notizbuch kulinarisch“ handelt von Gerichten mit Geschichten bzw. türkischen Speisen, die so kuriose Namen tragen wie „der Imam ist in Ohnmacht gefallen“. 

Als Kind mangelte es ihr an nichts: Ihr Vater bekochte die Familie abends mit der Spitzenküche seiner Kochbuch-Idole und die Mutter lieferte mittags erstklassige türkische Hausmannskost. Möglicherweise ist das eine Erklärung dafür, warum sie in ihren Rezepten beherzt und kreativ und ohne zu viel Respekt Dinge miteinander kombiniert auf die andere nie kommen würden.

Bitte weiter so, mir gefällt das super!

Was ist besonders? Ein tolles schwungvolles Koch- und Lesebuch, das ich gar nicht mehr aus der Hand legen kann, wenn ich nicht gerade begeistert durch die leckeren und sehr spannenden Rezepte blättere und mir überlege, was ich noch unbedingt probieren möchte, bleibe ich bei den lustigen Anekdoten hängen und amüsiere mich köstlich!

Über die Oma die als Maßangabe für die richtige Mehlmenge für einen gelungenen Manti-Teig die Maxime ausgibt „Der Teig muss sich genauso so anfühlen, wie sich dein Ohrläppchen anfühlt!“

Über den „Deutsch-Türkischen Anti-Kapitalismus-Snack“, der sich als Simit-Kringel mit Schokolade entpuppt und vieles mehr.

Ich habe mich vortrefflich unterhalten!

Fazit: * * * * * Ein sehr spannendes Kochbuch, das mit modernen türkisch inspirierten alltagstauglichen Rezepten und sehr unterhaltsamen Geschichten zu glänzen weis. Mir macht das Buch ungeheuer Spaß und ich empfehle es gerne weiter!