Masel-tov!

Liv Fleischhacker/Lukas Großmann: Masel-tov!

Fotos: Maria Grossmann & Monika Schuerle

Jüdische Küche – oder  kulinarische Spurensuche und was bedeutet das für heute?

Cristian Verlag

Preis: 29,99 €

Worum geht’s?

– oder jüdische Kultur gehört zu Deutschland!

„Masel tov“ ist jiddisch bzw. hebräisch und bedeutet frei übersetzt, viel Glück oder viel Erfolg, außerdem verwendet man es gerne als Glückwunsch bei Hochzeiten oder bei einer Bar Mitzwa (Feier zur Religionsmündigkeit bei Jugendlichen). Bezogen auf dieses wirklich sehr schönes Koch-Lese-Buch, ist das als Startschuss zu verstehen, eine neue Zeit einzuleiten. Jüdische Kultur und Speisen sind ein wichtiger Bestandteil unserer kulturellen Identität. Mitten in Deutschland, mitten in Europa sollte jüdisches Essen wieder ganz  in der Mitte unserer Gesellschaften ankommen und so selbstverständlich sein, wie der Gang zum Lieblings-Döner. In Berlin, der Stadt, die auch für junge Israelis endlich wieder überaus attraktiv ist, gibt es bereits ein paar Restaurants wo man sich lecker in diese Küche einschmecken kann und auch Frankfurt meine Heimatstadt verfügt z. B. mit dem „Maxi Eisen“  oder dem „Chez Ima“ über stylische Adressen, die zu Pastrami, Bagel & Co einladen, wie es in New York an jeder Straßenecke vorkommt.

Wer ist die Autorin?

 Essen ist Identität – die Menschen Trost schenken kann!

 In Liv Fleischhackers Familie hat Judentum immer eine große Rolle gespielt, wenn auch eher kulturell als religiöser Natur. Ihr Großvater väterlicherseits, Alfred Ginger Fleischhacker, wurde Ende der 1930er durch den Kindertransport nach England gerettet und die Enkelin besuchte auf die nachdrückliche Initiative ihres Vaters sechs Jahre lang den jüdischen Religionsunterricht, um ein bisschen etwas von der Geschichte ihres Volkes mit auf ihren Lebensweg mit zubekommen. Danach begann sie gegen ihre Wurzeln zu rebellieren und wollte nichts mehr von jüdischen Traditionen und jüdischem Leben wissen. Mehrere Jahre später, im Sommer 2016, fragte ihre aus Boston stämmige jüdische Freundin Laurel Kratochvila, die in Berlin den Bagelladen „Fine Bagels„ leitet, ob sie nicht zusammen ein jüdisches Foodfestival in Berlin auf die Beine stellen wollen. Beide hatten das Gefühl, dass es Zeit war. Viel der jüdischen Esskultur ist verloren gegangen, langsam aber stetig jedoch merkt man ein Zusammenkommen. In der deutschen Hauptstadt und auch anderswo, begeht man neue Wege, die uns wieder zusammenbringen. Eine Woche, die mit Workshops, Podiumsdiskussionen, Lesungen, Filmvorführungen, Märkten und natürlich unglaublich viel Essen gefüllt war, war das Ergebnis ihrer erfolgreichen Bemühungen.

Was gehört alles zur jüdischen Küche?

Jüdisches Essen ist Weltküche, es gibt keine „definitive“ Küche. Manches Essen, wie Matzen und Cholent, sind eng an jüdische Tradition und Speisegebote gebunden. Sie werden in verschiedenen Kulturen anders, aber ähnlich, umgesetzt. Die Autoren versuchen mit „Masel Tov“ so viele Kulturen wie möglich zu repräsentieren: Von israelisch-marokkanischen Fleischbällchen, zum Gefilte Fisch (in diesem Buch in der Version 2.0 präsentiert), zur mexikanischen Jalapeño Matzenklößchen Suppe, bis hin zu süßen Verführungen, wie einer fluffigen dänischen Rosinenkrone und herrlichen jugoslawischen Kastanienschnitten und den aus dieser Küche nicht wegzudenkenden Bagels, jüdisches Essen ist so bunt gemischt wie die Menschen jüdischer Abstammung.

Wie war das bei Dir zu Hause?

 Das spannende an diesem Buch zur jüdischen Küche ist, dass viele unterschiedliche Menschen zu Wort kommen und alle Protagonisten haben großzügig in ihren jeweiligen Familientruhen gekramt oder sich eine leckere moderne Version der Klassiker ausgedacht, um ihre Rezepte mit uns zu teilen. Die Auswahl der Personen entstand auf eine sehr natürliche Art. Jeder, der am Buch mitgearbeitet hat, schlug Menschen vor und so kamen 19 Menschen mit ganz unterschiedlichen Herkunfts-Hintergründen und Familien-Rezepten zusammen. Die Beteiligten sind keine Köche haben jedoch z. B. als Gastronomen oder Kochbuch-Autoren eine unmittelbare Nähe zum Thema Essen. Ziel dieses Buches ist, die große Bandbreite der jüdischen Küche darzustellen und vielleicht den einen oder anderen Horizont zu erweitern, wenn es um jüdisches Essen geht. Außerdem ging es Liv Fleischhacker um die Geschichten, hinter jedem Rezept, dadurch gelingt ein sehr persönlicher Blick auf jüdische Küchen-Tradition und was daraus heute im Nahen Osten (Israel), der alten Welt (Europa) und der neuen Welt (USA) geworden ist. Diese 3 Kategorien gliedern gleichzeitig Texte und Rezepte im Buch, die sich spannend lesen lassen und gleichzeitig entsteht ein sehr informativen Überblick über alle unterschiedlichen Einflüsse die die jüdische Küche heute prägen. Mich hat gerade diese sehr persönliche Herangehensweise für das Buch eingenommen, die Rezepte spielen in diesem Buch eindeutig nicht die erste Geige. Wem dass das wichtigste ist und wer sich nicht auf die Menschen hinter den Rezepten einlassen kann, ist bei diesem Buch einfach nicht richtig!

Was ich probiert habe?

 Von Frankfurt bis London – oder Hühnersuppe hat nichts mit Ottolenghi zu tun…

 Darf ich vorstellen:

 

Matzenklösschen mit Hühnerbrühe, der Frankfurter Ardinast-Brüder, musste sein, allein wegen dem Heimvorteil, ich lebe ja ebenfalls in Frankfurt. War lecker und genau das richtige, wenn die Nase trieft und einen eine fiese Sommergrippe erwischt hat. Dieser Klassiker der jüdischen Küche zeigt sehr gut, dass die echte jüdische Küche eigentlich gar nichts mit Ottolenghi zu tun hat, der kocht in London eine Fusion-Küche, also einen sehr freien Mix aus jüdischer Küche und der Küche der angrenzenden arabischen Nachbarn, so was gibt es im Moment wirklich nur in London und nicht in Jerusalem oder dem hippen Tel-Aviv.

Die Küche in Israel formiert sich gerade neu, das ganze Land ist momentan extrem an guten Produkten und Essen interessiert, es gibt zahlreiche Koch-Shows und Restaurant-Kritiker, die sich bei einer zahlreichen Fan-Gemeinde  großer Beliebtheit erfreuen. Einer davon ist der sehr sympathische Gil Hovav aus Tel Aviv, den ich Euch ebenfalls gerne vorstellen möchte: dessen Rezepte für Zhug – eine höllisch scharfe jemetische Salsa und einen scharfen israelischen Karotten-Salat, den ich ebenfalls probiert habe,  ließen schon eher den Geschmack des Nahen Ostens auf meine Zunge erscheinen. Übrigens eine prima Beilage zu vielem, es schmeckt toll zu Pastrami, Pulled Beef, ebenso zu Shakshuka und auch nach Feierabend oder auf der Grill-Party können sich diese Speisen ohne Bedenken sehen lassen.

Anschließend habe ich mich in New York bei Leah Koenig, einer New Yorker Journalistin und großartigen jungen Kochbuch-Autorin bei Latkes – Kartoffelpuffer mit Apfel-Dattel-Chutney und Zimtschmand satt gegessen. So lecker, ich lehne mich jetzt weit aus dem Fenster, aber das waren die besten Kartoffel-Puffer, die ich überhaupt gegessen habe. Ich schätze Leah’s Bemühungen um eine modernisierte jüdische Küche aschkenasisischen (osteuropäischen) Ursprungs sehr.

Zum Abschluss ging es für mich  nach Krakau zu einem starken Espresso habe ich mir noch ein Stück leckeren Mohnstrudel gegönnt. Das Rezept dafür hat Kasia Leonardi beigesteuert, die erst vor 12 Jahren herausfand, dass sie eigentlich jüdischer Abstammung ist und die heute als offizielle Köchin der jüdischen Gemeinde in Krakau, viel in Europa herum reist, um die Menschen an die polnische jüdische Küche heranzuführen.

4 weitere Menschen aus dem Buch möchte ich ebenfalls noch gerne vorstellen, um Euch zu zeigen, wie informativ umfassend und vielschichtig sich die Autoren mit dem jüdischen kulinarischen Erbe auseinandergesetzt haben:

In New York kümmern sich Liz Alpern & Jeffrey Yoskowitz ebenfalls um die ost-europäische Seite der jüdischen Küche und wollen mit der von ihnen gegründeten „Gefilteria“ der angestaubten Küche ihrer aschkenasischen Vorfahren einen modernen Schliff verpassen, dazu beliefern sie Familien-Feiern, geben Workshops, schreiben Bücher, reisen und kochen für uns Hähnchen mit Tsimmes oder backen Lekach, einen würzigen Honigkuchen. Als Tsimmes bezeichnet man in der jüdischen Küche in kleine Würfel oder Scheiben geschnittene Möhren, die auf niedriger Flamme oder im Ofen gegart und mit Honig und Gewürzen wie Muskat oder Zimt süß-pikant abgeschmeckt wurden.

Molly Yeh,  Bloggerin, aufgewachsen in Chicago hat es der Liebe wegen von New York in die Einöde des amerikanischen mittleren Westens nach Grand Forks (North-Dakota) verschlagen. Einigen von Euch ist sie vielleicht durch ihr jüngst erschienenes erstes Buch bereits gut bekannt. Rugelach, die bekannten jüdischen Hörnchen werden jetzt bei ihr selbstgebacken, dazu hat sie eine moderne und sehr eigene Version mit Halva kreiert.

Außerdem möchte ich gerne noch Uri Scheft aus Tel Aviv auf die virtuelle Bühne holen, er gilt als der bekannteste Bäcker Israels, serviert Challah – das geflochtene Sabbat-Brot und zeigt im Video wie es mit 6 Zöpfen ganz einfach funktioniert.

Fazit – oder auf den Spuren der kulinarischen Erinnerungen der jüdischen Emigranten und was ist eigentlich heute daraus geworden? Dieses Buch ist viel mehr als ein Kochbuch, es zeigt auf sehr persönliche Weise wie unterschiedlich und vielschichtig jüdische Küche ist. Die einzelnen Portraits sind für mich fast noch wichtiger als die Rezepte des Buches. Liv Fleischhacker und Lukas Grossmann, der Koch an ihrer Seite, ist ein bemerkenswert unterhaltsamer Einblick in die moderne Seite dieser Weltküche gelungen, in die es sich mit all seinen unterschiedlichen Facetten einschmecken lässt. Das ist absolut spannend gemacht und hat mir sehr viel Spaß gemacht. Wer mit Israel nur Fusion-Küche á la Ottolenghi verbindet, ist bei diesem Buch definitiv falsch! In Jerusalem und Tel-Aviv sucht man gerade nach Wegen unkompliziert, neu und undogmatisch die israelische Küche zu interpretieren, die auf beste Zutaten setzt, bei der das Gewürz-Feuerwerk, das in London gezündet wird, jedoch aktuell noch nicht stattfindet. „Masel-Tov“ ist entstanden weil Maria Grossmann, eine der Fotografinnen des Buches, nach einem Besuch in Krakau wissen wollte, was die emigrierten Juden an kulinarischen Erinnerungen jeweils in ihre neue Heimat mitgenommen haben und wie ihre Nachfahren heute damit umgehen. Genau das beantwortet dieses Buch wunderbar und vielschichtig!

Vielen Dank als Übersendung als Rezensionsexemplar!

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Frittierte gefüllte Paprika (Chiles Rellenos)

© Ulrike Holsten/Brandstätter Verlag
© Ulrike Holsten/Brandstätter Verlag

Quelle: Oliver Trific/Katharina Seiser (Hg.): USA Vegetarisch

Fotos: Ulrike Holsten

Christian Brandstätter Verlag

Preis: 34,90 €

Chilischoten sind das offizielle Staatsgemüse von New Mexico. Nicht verwunderlich, dass man diese köstliche gefüllte Variante, die Oliver Trific mit türkischen Paprikaschoten zubereitet (s. Tipps) in vielen Restaurants des Südwestens findet. Sehr lecker und tolle Tipps zu Zutaten und Zubereitung. Der Maissalat gehört in unseren Augen aber unbedingt mit auf den Tisch. Statt dem gekühlten Lambrusco haben wir uns ein dunkles Bockbier gegönnt, was als Begleitung zum Maissalat empfohlen wurde und sehr gut zum würzigem und herzhaftem mexikanischen Essen passt.

Zutaten:

300 ml Öl

4 längliche türkische Paprikaschoten (à ca. 125 g., s. Tipps)

175 g Edamer

2 Eier

100 g Mehl

100 ml helles Bier

1 Prise Salz

Zubereitung:

Öl in einer tiefen Bratpfanne auf 180 °C erhitzen. Paprikaschoten im Ganzen nacheinander unter Wenden frittieren, bis die Haut Blasen wirft. Paprikaschoten in einer Schüssel mit einem Teller bedeckt einige Minuten abkühlen lassen und häuten. Das Öl bis zur späteren Verwendung in der Pfanne beiseite stellen.

Edamer reiben. Paprikaschoten an einer Seite längs einschneiden und die Kerne vorsichtig herausnehmen. Käse in die Schoten füllen und die Schoten kalt stellen.

Eier trennen. Eigelb mit Mehl, Bier und Salz glattrühren. Eiweiß steif schlagen und unter den Teig heben. Öl auf 170 °C erhitzen. Die gefüllten Paprikaschoten portionsweise durch den Teig ziehen und mit der Öffnung nach oben in das Öl geben. Mit einem großen Löffel vorsichtig etwas heißes Öl über die Öffnungen geben, um diese zu verschließen. Die Schoten unter Wenden 5 Minuten goldbraun frittieren. Auf Küchenpapier abtropfen lassen und servieren.

Tipps: Passt zu geröstetem Maissalat mit Avocado.

Grüne türkische Paprika kommen aufgrund ihres relativen dünnen Fruchtfleischs den in den USA verwendeten milden Anaheim chiles am nächsten. Sie sind nicht durch gewöhnliche Paprikaschoten zu ersetzen.

Getränk: gekühlter Lambrusco

Gerösteter Maissalat mit Avocado (Roasted Corn Salad with Avocado)

 Ein einfacher schneller Salat, der die Süße des Mais durch Braten richtig zum Ausdruck bringt. Ein Muss für jedes Spätsommer-Picknick oder Grillfest.

Zutaten:

2 frische Maiskolben

1 Bund Frühlingszwiebeln

1 Knoblauchzehe

3 EL Öl

2–3 EL Limettensaft

Salz

Pfeffer

1 reife Avocado (am besten Hass-Avocado)

½ Bund Koriander

 Zubereitung:

Mais putzen, dabei alle feinen Härchen entfernen. Maiskörner mit einem scharfen Messer vom Kolben schneiden. Dabei darauf achten, dass nur wenig vom Kolben mit angeschnitten wird. Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Knoblauch pellen und fein hacken.

Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen, Mais darin 3–4 Minuten bei hoher Hitze unter Rühren braten. Frühlingszwiebeln und Knoblauch dazugeben und 1 weitere Minute braten.

In eine Schüssel geben, mit Limettensaft, Salz und Pfeffer würzen und kurz marinieren. Avocado halbieren, Stein entfernen, Fruchtfleisch aus der Schale lösen und in Würfel schneiden. Vorsichtig unter den Mais heben. Koriander zupfen und grob hacken, zum Maissalat geben.

Allerseelen-Salat (Fiambre)

© Ulrike Holsten/Brandstätter Verlag
© Ulrike Holsten/Brandstätter Verlag

Quelle: Oliver Trific/Katharina Seiser (Hg.): USA Vegetarisch

Fotos: Ulrike Holsten

Christian Brandstätter Verlag

Preis: 34,90 €

Ursprünglich kommt dieser Salat aus Guatemala, wo er traditionell zu Allerseelen auf dem Friedhof als Picknick-Gericht serviert wird, wenn auch in deutlich aufwändigerer Zusammenstellung. In Los Angeles, wo fast eine Viertelmillion Guatemalteken leben, kann man den Salat zum Feiertag einfach als take-out erwerben. Wunderbar sättigender Herbstsalat mit erdiger, süßlicher Note, Koriander, Limettensaft und Senf machten unser Salatglück perfekt. Und außerdem sehr schön bunt auf dem Teller!

Zutaten:

300 g Rote Bete (1 große)

Salz

4 Eier

1 frische Maiskolben

3 Orangen

1 Kopf Römersalat

1 kleine rote Zwiebel

2 Zweige frischer Koriander

1 keine Dose Kidneybohnen
(ca. 212 ml Füllmenge, ca. 125 g abgetropfte Kidneybohnen)

3 EL Limettensaft

1 TL mittelscharfer Senf

2 TL Zucker

Pfeffer

6 EL Öl

1 vollreife Avocado (am besten Hass-Avocado)

Zutaten:

Bete in Salzwasser geben, zum Kochen bringen und zugedeckt ca. 1–1,5 Stunden sanft weich kochen (mit einer Messerspitze testen).

Inzwischen die Eier anpieken und in kochendes Wasser geben. 9 Minuten hart kochen, kalt abschrecken und anschließend pellen.

Mais putzen, dabei alle feinen Härchen entfernen. Maiskörner mit einem scharfen Messer vom Kolben schneiden. Dabei darauf achten, dass nur wenig vom Kolben mit angeschnitten wird. Maiskörner in kochendem Salzwasser 3 Minuten kochen, abgießen, kalt abschrecken und gut abtropfen lassen.

Orangen mit einem Messer so schälen, dass die weiße Haut vollständig mit der Schale entfernt wird. Fruchtfleisch in Scheiben von ca. 0,5 cm Dicke schneiden und zur Seite legen.

Salat putzen und in mundgerechte Stücke schneiden. Waschen und trockenschleudern.

Zwiebel pellen und in feine Ringe schneiden. Koriander zupfen. Bohnen in einem Sieb abspülen und abtropfen lassen.

Limettensaft, Senf und Zucker mit Salz und Pfeffer in einer Schüssel verrühren und das Speiseöl langsam einrühren.

Die gegarte Bete abgießen, kalt abschrecken und pellen. Bete in Scheiben schneiden.

Alle vorbereiteten Salat-Zutaten dekorativ auf einer großen Platte anrichten.

Avocado halbieren, Kern herauslösen und Fruchtfleisch aus der Schale lösen. In Spalten schneiden und zu den anderen Zutaten auf die Platte geben. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Alles mit der Limettenvinaigrette beträufeln und sofort servieren.

Enchiladas mit Reis und Käse (Rice and Cheese Enchiladas)

© Ulrike Holsten/Brandstätter Verlag

Quelle: Oliver Trific/Katharina Seiser (Hg.): USA Vegetarisch

Fotos: Ulrike Holsten

Christian Brandstätter Verlag

Preis: 34,90 €

 Das erste amerikanische Kochbuch, das Enchiladas (span.: mit Chili gewürzt) erwähnt, ist Bertha Haffner-Gingers „California Mexican-Spanish Cookbook“ von 1914. Seither hat sich der gefüllte Fladen, immer mit einer scharfen Tomatensauce bedeckt und überbacken, als eines der beliebtesten Gerichte mexikanischer Herkunft etabliert.

Der Knaller hier ist Chipotle-Chili, für mich unverzichtbar und dann die eingelegten Schoten in Essig, da soll mir noch mal einer mit fertiger Sauce kommen, geht gar nicht, kein Vergleich und genau der Grund,warum ich der amerikanischen Küche bisher immer sehr misstrauisch begegnet bin. Aber so, wunderbar, gerne wieder.

Zutaten:

125 g getrocknete schwarze Bohnen

1 getrocknete scharfe rote Chilischote

1 Knoblauchzehe

175 g Langkornreis

Salz

200 g Cheddar

Pfeffer

Chipotle-Chilipulver (oder scharfes Pimentón de la Vera)

(Wer die Wahl hat, sollte in jedem Fall das Chipotle-Chilipulver bevorzugen, dieses rauchig-scharfe Aroma ist nicht zu toppen, wir haben das Pulver selbst gemahlen aus getrockneten Früchten)

8 Weizen-Mais-Tortillas (bei uns diesmal gekauft)

Für die Tex-Mex-Tomatensauce:

5 Frühlingszwiebeln

2 Knoblauchzehen

2- 3 Chipotles in Adobo

(„Chipotle in Adobo“ sind ganze Chipotle-Schoten in einer speziellen dicken würzig-pikanten Tomatensoße mit Essig.)

2 EL Öl

1 große Dose gehackte Tomaten (ca. 800 ml Füllmenge)

Salz

Pfeffer

Limettensaft

Zubereitung:

Für die Sauce Frühlingszwiebeln putzen, in 1 cm große Stücke schneiden. Knoblauch pellen und hacken, Chipotles groß hacken.

Öl in einem Topf erhitzen, Frühlingszwiebeln und Knoblauch darin 2-3 Minuten anschwitzen. Chipotles und Tomaten dazugeben mit Salz und Pfeffer würzen und 35 Minuten sanft kochen.

Sauce mit einem Pürierstab im Topf fein pürieren. Weitere 15 Minuten bei sanfter Hitze unter häufigem Rühren dicklich einkochen lassen. Limettensaft dazugeben.

Tipps:

Die Sauce kann problemlose eingefroren werden. Sie passt z. B. auch sehr gut zu frittierten Maisbällchen und Tortillas. Kleine Mengen halten sich zudem ca. 1 Woche gut verschlossen im Kühlschrank.

Wer die Sauce noch schärfer mag, kann kurz vor Ende der Garzeit noch 1-2 Chipotles fein zerdrücken oder hacken und dazugeben.

Zubereitung:

Bohnen über Nacht in reichlich kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag abgießen und anschließend in reichlich Wasser mit der Chilischote und der zerdrückten Knoblauchzehe weich garen. Abgießen und abkühlen lassen. Reis in Salzwasser nach Packungsanweisung kochen, abgießen und abkühlen lassen.

Käse reiben. Reis und Bohnen in einer Schüssel mit der Hälfte des Käses mischen. Mit Salz, Pfeffer und Chilipulver würzen.

Sauce zum Kochen bringen und davon in eine ofenfeste Auflaufform geben.

Ofen auf 200 °C vorheizen. Tortillas mit der Reismischung belegen und aufrollen. Auf die Tomatensauce setzen. Restliche Tomatensauce kurz erhitzen und heiß auf die Tortillas geben. Mit dem restlichen Käse bestreuen und 20 Minuten im heißen Ofen backen.

Getränk:

Chardonnay oder Bier

USA Vegetarisch

usa-downloadOliver Trific/Katharina Seiser (Hg.): USA Vegetarisch

Fotos: Ulrike Holsten

Christian Brandstätter Verlag

Preis: 34,90 €

Vegetarisches Soul-Food aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Worum geht’s – oder werden Foodies und Vegetarier glücklich und satt?

Mal ehrlich, bei leckerer vegetarischer Küche denkt man nicht sofort an die USA, eher schon an Burger, Donuts & Co. mit manchmal fragwürdiger kulinarischer Reputation. Aber es geht auch anders, auch wenn ich das nicht für möglich gehalten hätte, ist die USA doch nicht gerade dafür bekannt dafür, dass wir hier nach allen Regeln der Kunst kulinarisch verwöhnt werden. Es bedarf dafür neben einer großen Leidenschaft für Kulinarik und großer praktischer Koch-Erfahrung auch viel Erfahrung mit Land und Leuten, um aus dieser herausfordernden Aufgabe ein erfolgreiches Projekt und tolles Buch zu machen. Gerade wenn es um leckere vegetarische Küche geht, für die die Vereinigten Staaten nun wirklich nicht gerade bekannt und geliebt sind, bedeutet das, dass dies nur von absoluten Kennern mit vielfältigen Talenten gemeistert werden kann.

Wie sieht es aus – oder ein Verlag, der sich Qualität leistet!

Ein wertiger geschmackvoller Pappband mit schönem abgesetzten Leinenrücken, den 3 Lesebändchen in den Nationalfarben gekonnt schmücken, hochwertiges Papier und Fadenheftung runden diesen Eindruck noch ab. Geschmackvolles und vor allem benutzerfreundliches Layout mit vielen tollen Rezept-Fotos, die klassisch daher kommen und ohne zu viel Drumherum auskommen, sind genau das was ich mir von einem gut gemachten Buch erwarte.

Ein tolles Team, jede Menge Erfahrung und vor allem ein leidenschaftlicher Koch und Rezeptentwickler!

© Ulrike Holsten/Brandstätter Verlag
© Ulrike Holsten/Brandstätter Verlag

Oliver Trific ist gelernter Koch und in Hamburg und Chicago aufgewachsen. Zurück in Deutschland arbeite er in der Spitzengastronomie (u. a. „Le Canard“) und landete schließlich als Food-Stylist bei „Essen und Trinken“, wo er sich mit seinem Freund und Weggefährten Stevan Paul ein Büro teilen durfte. Oliver hat außerdem sehr erfolgreich mit Tim Mälzer als Rezeptentwickler zusammen gearbeitet. Mit seiner Frau Tanja, einer Stylistin, die u. a. für „Schöner Wohnen“ gearbeitet hat, betreibt er inzwischen in Hamburg ein Restaurant, das sich bei den Hamburgern großer Beliebtheit erfreut. Tanja Trific ist bei USA vegetarisch für das SetStyling verantwortlich. Alle Fotos sind von Ulrike Holsten, die sich auch gerne mal die Gummistiefel anzieht, um mit der Kamera festzuhalten, wie das Gemüse auf dem Feld wächst und geerntet wird. Ulrike hat in Dortmund Foto/Filmdesign studiert und sich danach ihrer Leidenschaft für Food gewidmet. Miriam Strobach, die für die grafische Gestaltung im Buch verantwortlich ist, hat in Graz Informationsdesign studiert und in Paris die Kulinarik für sich entdeckt, seitdem konzipiert und gestaltet sie als Mitbegründerin von „Le Foodink“ Projekte im Bereich Essen und Trinken und ist die Frau, die den Büchern von Stevan Paul und anderen auch grafisch zu hoher Benutzerfreundlichkeit verhilft. Else Rieger als Lektorin, verpasst den Brandstätter Büchern, eine eigene unverwechselbare Handschrift, sie schätz an Kochbüchern die Herausforderung, Wissen und Handlungsanweisungen bestmöglich in Worte und Bilder zu kleiden. Herausgeberin hier ist wieder mal Katharina Seiser, die nur eine Reise antritt, wenn auch was Gutes zu Essen in Sicht ist und bislang war sie hier in Italien, Deutschland und Österreich sehr erfolgreich unterwegs. Außerdem ist Katharina Autorin des erfolgreichen Bestsellers „Immer schon vegan“.

Was ist drin, oder ein Autor der seine Hausaufgaben mit Bravour gelöst hat!

150 Rezepte, die vortrefflich die kulinarische vegetarischen Tradition eines riesigen Landes und dessen vielfältige Einflüsse von den indianischen Ureinwohnern bis hin zu den Geschmäckern, die die zahlreichen Einwanderer mitbrachten, widerspiegeln. Das allein ist schon eine beträchtliche Herausforderung, die hier mit Bravour gemeistert wurde. Dass ich Lust bekomme auf amerikanisches Essen hätte ich nicht gedacht, ich bin dort bis auf einen Stopp in Puerto Rico noch nicht gewesen, weil ich immer dachte, ach nee, ich fahre doch nicht in den Urlaub, um mich dann dort in den örtlichen Schnellrestaurants zu verköstigen. Ich liebe gutes Essen und traditionelle Zubereitungen und genau das schafft der Autor mir hier in den bewährten saisonalen Kategorien, jeweils unterteilt nach Frühstück, Suppe, Salat & Sandwich, Hauptgericht und Beilagen, Backwerk & Süßes mit jeweils einigen Ideen für die Speisekammer und Rezepten, die zu jeder Jahreszeit gut ankommen, schmackhaft zu machen. Oliver hat klug gewählt, denn als passionierter Skeptiker bei amerikanischen Genüssen bin ich schon beim Blättern sehr angetan, ich hätte nicht gedacht, dass in den USA so lecker vegetarisch gekocht wird.

Kostprobe gefällig?

Mandelsuppe mit grüner Spargel-Salsa

Spinat-Frischkäse-Dip in der Brotschüssel

Grüner Spargel aus dem Ofen mit Minz-Mayonnaise

California Rolls

Artischocken und Topinamburen mit Sauerampfer-Dip

New York Cheesecake mit Rhabarber

Heidelbeer-Pfannkuchen (Blueberry Pancakes)

Bloody-Mary-Salat

Club-Sandwich mit gegrilltem Gemüse

Cajun-Maiseintopf mit Okra und Tomaten

Knusprige Mini-Tortillas mit Bohnen und Salat

Sauer eingelegte Wassermelonen-Rinde

Allerseelen-Salat

Enchiladas mit Reis und Käse

Frittierte gefüllte Paprika

Pecannuss-Tarte

Paprika-Kohl-Relish aus den Südstaaten

Chili-Ketchup

Schwarze Bohnensuppe aus Puerto-Rico

Coleslaw mit Ananas

Gemüse-Bulgur-Chili

Walnuss-Brownies

Huevos Rancheros

Frischkäseaufstriche für Bagels

Mac and Cheese

Chicago-Style-Pizza

Die Liste ließe sich endlos fortsetzen……

Abschließend wird ein nützliches Glossar und ein umfassendes Inhaltsverzeichnis präsentiert.

Was ist besonders – oder hier gibt es nichts zu meckern!

Die Auswahl ist klasse, sie präsentiert eine große Vielfalt, die ich niemals erwartet hätte und hat auch die Klassiker im Gepäck, ohne dass diese Rezepte in Beliebigkeit erstarren oder nur irgendwie zusammengetragen wirken. Alles hat Hand und Fuß und man merkt die Erfahrung eines ortskundigen Kochs, der es gewohnt ist, Rezepte für ein interessiertes Publikum zu entwickeln, die auch funktionieren. Dieser Autor lässt sich dabei aber nicht hinreißen, auf Qualität zu verzichten und so bietet er auch Rezepte für die verwendeten Grundprodukte von Mayonnaise, über Gemüsebrühe bis hin zu Tortillas und Toastbrot an. Genauso habe ich mir das immer gewünscht.

Fazit: Ein Buch für Ästheten, Genießer und USA-Liebhaber gleichermaßen, egal ob nun Vegetarier oder nicht. Ich bin begeistert, obwohl ich sehr skeptisch war, dieses Buch zeigt aber, wenn die richtigen Menschen am Werk sind und ein tolles Konzept haben, spricht das für sich allein und holt auch Menschen ab, die bisher mit amerikanischer Küche nichts anfangen konnten. Mich hat das Buch überzeugt und ich werde sicherlich jetzt öfter einen kulinarischen Ausflug in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten unternehmen, auch wenn das bis vor wenigen Tagen so gar nicht auf meinem Programm stand.

Vielen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars!