Pilze, Erbsen, Toast

© Jonathan Lovekin

Waldige Pilze. Das üppige Grün von Erbsen so wirbt Nigel Slater für seine Kreation. Nicht nur optisch macht diese viel her, sondern überzeugt geschmacklich mit einem feinwürzigem frühlingsfrischen Pesto, wo Estragon und Rucola eine tolle Figur machen und erdigen Pilzen, die sich gekonnt mit Butter und Knoblauch verbinden. So mausert sich eine ordinäre Stulle zu einer Kombination, die uns begeistert hat!

P.S. Statt Toast habe ich Sauerteig-Brotscheiben im Backofen geröstet und den Austernseitling, gegen Kräutersaitlinge getauscht. Im Herbst jedoch sehr gerne mit selbstgesammelten Steinpilzen.

Quelle: Nigel Slater: Greenfeast Spring/Summer

Fotos: Jonathan Lovekin

Dumont Verlag

Preis: 28,— €

Waldige Pilze. Das üppige Grün von Erbsen.

Zutaten (für 2 Personen):

tiefgekühlte Erbsen – 200 g

Rucola – 50 g

Saft von ½ Zitrone

Estragon – 10 g

Olivenöl

brauner Champignon –

1 sehr großer

Austernseitlinge – 2

Butter – 40 g

Knoblauch – 1 Zehe

Brot – 2 dicke Scheiben

Zubereitung:

Die Erbsen 3 bis 4 Minuten in kochendem Wasser garen, bis sie zart sind. Abgießen und mit dem Rucola, dem Zitronensaft und den Estragonblättern in einen Mixer geben. Mit 80 Millilitern Olivenöl pürieren, bis ein glattes, knallgrünes Püree entstanden ist. Beiseitestellen.

Die Pilze putzen, sauberwischen und in ungefähr 1 Zentimeter dicke Scheiben schneiden. In einer Pfanne 2 Esslöffel Olivenöl bei mittlerer Temperatur mit der Butter erhitzen. Wenn es anfängt zu brutzeln, erst den flach gedrückten Knoblauch und dann die Pilze hineingeben. Die Pilze weich dünsten. Mit Salz und schwarzem Pfeffer würzen.

Das Brot anrösten und großzügig mit Erbsenpüree bestreichen. Die heißen Pilze auf die Toasts verteilen und servieren.

• Sie könnten hier zwei verschiedene Pilzarten verwenden – feste, preiswerte Sorten wie braune Champignons und noch etwas Zarteres wie Shimeji- oder Enoki-Pilze. Erstere sollten kräftig nussbraun angebraten werden, bevor die fragileren Sorten dazukommen. Diese zerfallen leicht und sollten erst dann untergerührt werden, wenn die festen Pilze fast gar sind, damit sie ihre feine Konsistenz behalten.

Indische rote Linsensuppe

Christina Heß © 2020 Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern

Quelle: Christina Hess: Herbstliebe

Wohlfühlrezepte für neblige Morgen und kühle Tage

Thorbecke Verlag

Preis: 24,– €

Einen ihrer größten Träume hat sich Christina Hess bereits 2018 erfüllt: Eine Reise nach Indien & Nepal. Und da sie in Indien ziemlich gut gegessen hat, hat sich ihre Liebe für indisches Essen vervielfacht. Wie man authentisches indisches Essen von europäischem indischen Essen unterscheiden kann? Original indisches Essen ist meistens richtig scharf und enthält nur sehr sehr selten Kokosmilch. Bei diesem Rezept von ihr für eine indische rote Linsensuppe lässt sich die Schärfe nach Geschmack justieren. So lecker und obwohl ich schon ein paar Mal in Indien war, habe ich noch nie so eine tolle rote Linsensuppe gegessen (bitte die Pickles nicht vergessen und unbedingt das tolle Pfannenbrot von Seite 117 dazu servieren!) – man kann mit jedem Löffel schmecken, wie viel Spaß diese Autorin bei der Rezeptentwicklung hat!

Zutaten (für 4 Personen):

2 EL Ghee oder Rapsöl

1 EL braune Senfkörner

1 EL Kreuzkümmelsamen

1–2 Nelken

1 EL Curryblätter

(frische sind deutlich aromatischer, aber schwerz zu bekommen)

1 EL Koriandersamen

1 TL–1 EL Chilipulver

(z. B. Kashmiri-Pulver, es schmeckt fruchtig und eignet sich, ähnlich wie scharfer Paprika, zum leichten Schärfen und Würzen – Obacht es gibt ebenfalls eine extra hot Variante)

1 Chilischote

3 cm frischer Ingwer

1 Zwiebel

3 Knoblauchzehen

1 TL frischer Koriander

1 TL indische Pickles (optional – bei mir unbedingt!)

300 g rote Linsen

1 kleine Dose Tomaten

1,5 l Wasser

Salz nach Geschmack

Saft einer Zitrone

Naturjoghurt und Pfannenbrot

(Seite 117) zum Servieren

Zubereitung:

Das Ghee oder das Öl in einen großen Topf geben und bei mittlerer Hitze erwärmen. Die Gewürze dazugeben und anrösten, bis sie anfangen zu duften.

Währenddessen die Chilischote vom Stiel befreien und in einen Mixer geben. Den Ingwer, die Zwiebel und den Knoblauch schälen und ebenfalls in den Mixer geben. Die Pickles, falls verwendet, hinzufügen. Alles zu einer Paste vermixen, zu den Gewürzen geben und anbraten. Dann die Linsen, die Tomaten und das Wasser dazugeben und ca. 30 Minuten köcheln lassen. Immer mal wieder umrühren. Die Suppe dann pürieren, nun noch salzen und den Zitronensaft hinzugeben. Die Suppe mit einem Klecks Naturjoghurt und frischem Pfannenbrot servieren.

Kartoffeltaler mit Feta-Füllung und Tomaten-Salsa

Christina Heß © 2020 Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern

Quelle: Christina Hess: Herbstliebe

Wohlfühlrezepte für neblige Morgen und kühle Tage

Thorbecke Verlag

Preis: 24,– €

Manchmal hat Christina im Herbst noch Lust auf etwas Frisches – mir geht es ähnlich, ich liebe frisch würzige Begleiter zu echtem Soulfood. So kommen mir ihre Kartoffeltaler mit leckerer Tomaten-Salsa und begleitet durch eine würzige Chimichurri- Soße wie gerufen – genau so ein Genuss! Meistens macht sie gleich das doppelte Rezept und nimmt sich die Taler am nächsten Tag gerne als Mittags-Snack mit ins Gericht. Oh, die sind toll und viel besser als langweiliges Kantinen-Food – unbedingt nachmachen!

Zutaten (für 4 Personen oder 12 Stück):

Chimichurri-Sauce

½ Bund Koriandergrün

1 Bund glatte Petersilie

4 Knoblauchzehen

2 TL frischer Oregano

1 rote Chilischote

1 TL Salz

200 ml Olivenöl

Salsa

400 g Cherrytomaten

1 rote Zwiebel

1 Knoblauchzehe

1 EL Koriandergrün

Salz und Pfeffer nach Geschmack

Saft von ½ Limette

Taler

600 g mehligkochende Kartoffeln

1 Zwiebel

1 Ei

125 g Magerquark

50 g Weichweizengrieß

50–100 g Mehl

Salz und Pfeffer nach Geschmack

1 EL gehackter Schnittlauch

200 g Feta

200 ml Rapsöl

Zubereitung:

Bei diesem Gericht zuerst die Soßen zubereiten. Für die Chimichurri-Soße die Kräuter waschen und trocknen, die Knoblauchzehen schälen und alles zusammen (bis auf das Öl) in einen Mixer geben und fein zerhacken. Nun das Öl hinzugeben und alles in ein Schraubglas füllen.Dann die Salsa zubereiten. Dafür die Tomaten waschen, trocknen, vom Strunk befreien und in kleine Würfel schneiden. Die Zwiebel und die Knoblauchzehe schälen und ebenfalls in kleine Würfel schneiden. Den Koriander fein hacken und alles vermengen. Mit Salz und Pfeffer und Limettensaft abschmecken. Beide Soßen kühlstellen.

Dann die Kartoffeln schälen und in reichlich Salzwasser gar kochen. Durch eine Kartoffelpresse drücken und mit den restlichen Zutaten (bis auf den Feta und das Öl) verkneten. Den Feta zerkrümeln. Die Kartoffelmasse in 12 gleich große Stücke teilen. Jeweils zuerst eine Kugel formen und diese dann auf der Handfläche platt drücken. Etwas von dem Feta in die Mitte legen, die Kartoffelmaße darüber verschließen und eine Art Frikadelle daraus formen. Ca. 1 Fingerbreit Rapsöl in eine große Pfanne geben und das Öl erhitzen. Die Kartoffeltaler von beiden Seiten darin goldbraun ausbacken und wenn sie fertig sind, kurz auf einem Küchentuch abtropfen lassen. Mit den beiden Soßen servieren. Ich mache dazu gerne noch einen bunten Salat.

Christina Hess: Herbstliebe

Wohlfühlrezepte für neblige Morgen und kühle Tage

Thorbecke Verlag

Preis: 24,– €

Rezepte gegen den Herbst-Blues

Worum geht’s?

einfach was Leckeres kochen und drinnen gemütlich machen!

Wenn die Tage kürzer werden und es draußen wieder kälter wird, beschleicht mich als Sommer-Fan immer ein bisschen Wehmut, mein nächster Gedanke ist aber gleich, ach wie schön, ohne schlechtes Gewissen einfach mal ein paar Stunden in der Küche verschwinden, was leckeres kochen oder backen und am besten dann noch nette Leute zum Brunch oder zum Kaffee-Klatsch einladen. Klingt gut nicht – und geht wirklich sehr easy habe ich bei der Beschäftigung mit Christina Hess’s insgesamt vierten vegetarischen Koch- u. Backbuchbuch gelernt.

Wer kocht für uns?

Christina Heß © 2020 Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern

Christina Heß, Jahrgang 1990 aus Kassel, im echten Leben Bürofee bei der Justiz, ist Foodbloggerin aus Leidenschaft. Neben ihrem Blog liebt sie ihre Familie & Heavy Metal Musik und ist ständig unterwegs (sie stand z.B. bei Williams & Kates Hochzeit in der 1. Reihe vor der Westminster Abbey). Auf ihrem Blog »Christina macht was« schreibt und berichtet sie über all die Dinge, die ihr schmecken, und nimmt auch bei anderen Themen kein Blatt vor den Mund.

 

 

Was ist drin?

Ihre Bucket-List für graue Tage und ganz viele wirklich sehr leckere Rezepte dazu

Der Herbst ist die Lieblings-Jahreszeit von Christina Hess, sie hat sogar im Herbst ihre Traum-Hochzeit gefeiert…. Ihre sehr persönliche Hommage an graue Nebeltage hat diese mal wieder sehr geschmackvoll in Szene gesetzt und alles selbst fotografiert. Unterstrichen wird das noch durch eine wertige Austattung mit Fadenheftung und hochwertigem Papier, das diesen tollen Fotos den richtigen Rahmen gibt. Frau Hess startet mit einer persönlichen Bucket-List bei der sie u. a. empfiehlt, mindestens einen hausgemachten Pumpkin-Spice-Latte in ihrer Lieblings-Jahreszeit zu trinken. Ihre Pumpkin-Spice-Gewürzmischng folgt auf Seite 15 sofort und wie sich daraus 1 Tasse ihres Lieblings-Spice-Latte mixen lässt erklärt sie dann weiter auf Seite 16. Sehr angenehmer Start in einen genussvollen Herbst und typisch Christina, die es sich gerne mit „Teechen“ (London-Fog-Latte bei der sich Earl Grey Tee mit Wasser, Zuckersirup und aufgeschäumter Milch verbindet) oder einem Latte in ihrer Lieblings-Jahreszeit gemütlich macht.

Mit Kindern Kastanien sammeln und Kastanienmännchen basteln oder mindestens einmal in einen Blätterhaufen springen, sollte ebenfalls keiner verpassen, ganz egal wie alt man ist.

Herbst das sind Äpfel und Kürbis in Hülle & Fülle und sie ist eine echte Pie-Expertin….

Und einfach mal Freunde und Familie zu einem Erntedankessen einladen oder einen Apfelkuchen zum Kaffeeklatsch backen, von der Kasselerin gibt es sogar 5 Ideen dazu, die nicht nur deutsche Klassiker in petto haben: Apfelkuchen schwäbische Art oder ein gedeckter Apfelkuchen, gesellen sich zu einem britischen Appel-Pie, Seite 57 und bei Pies hat Christina bevor sie zur Expertin wurde, viele Rezepte ausprobiert. Ihr Tipp für den „Crust“ (Teig) ist unbedingt darauf zu achten, dass die Butter darin nicht zu warm wird, sie soll unbedingt eiskalt und in Scheiben geschnitten sehr schnell unter den Teig gemischt werden. Achtung, dabei ist ein stückiger Teig, in dem man die einzelnen Butterstücke noch gut erkennen kann unbedingt notwendig, sonst haben wir was falsch gemacht. Nur so klappt es mit einem perfekten „Crust“ und dem knusprig, blättrig und einfach tollen Kontrast zu der weichen Füllung. Einzig die fehlende Angabe für die Größe der Pie-Form irritiert. Ihren falschen („Mock“) Apple-Pie fügt die Food-Bloggerin mit 200 g Salz-Cräckern (spannend) eine Crunch-Schicht im Pie-Teig hinzu. Für die Füllung wird „Cream of Tatar“ mit Wasser, Zucker, Zitronensaft und Zitronen-Abrieb aufgekocht, das ebenfalls wichtig für die Konsistenz ist. Im Notfall sollten wir uns dieses englisches/amerikanisches Produkt (nicht vergleichbar mit dem bei uns gängigen Weinstein-Backpulver) im Internet bestellen, empfiehlt Frau Hess. Ein gutes selbstgemachtes Apfelmus als Zutat, dass schon im Vorfeld hergestellt wurde und idealerweise im Keller oder Tiefkühler auf einen gelungenen Einsatz wartet, nicht nur für das ausgefeilte „Mock“-Pie-Rezept zu verwenden, sondern genauso für den leckeren gedeckten Apfelkuchen, ist für mich eine weitere gelungene Optimierung, die mir bei der Obstschwämme aus 2020 sehr entgegenkommt. Ich habe mit tatsächlich damit schon bevorratet und kann mit Apfelmus solo nicht wirklich viel anfangen.

Kürbissuppe kennen wir schon, aber keine mit Amaretti-Topping und die Kürbisbrötchen sehen ebenfalls toll aus….

Sich doch mal wieder an einem Kürbis-Rezept probieren (vielleicht mit Kürbis-Pancakes oder –Waffeln) oder das Kürbis-Püree von Seite 11 selber herstellen und in süße und sehr schmucke Kürbis-Brötchen, (optisch schon ein Knaller, weil sogar der Form eines Kürbis nachempfunden und mit herrlich lockerem gelbem Teig) wandern zu lassen, ist eine weitere Idee, bei der ich merke, diese Autorin achtet bei Herbst-Klassikern auf neue Optionen für Kürbis & Co. Die Kürbissuppe mit Amaretti-Bröseln zu toppen erweckt meine Aufmerksamkeit. Vorstellen kann ich es mir noch nicht so richtig, jedoch werde ich es unbedingt ausprobieren und ich ahne, das könnte was werden mit uns und einer Kürbissuppe die einfach anders und lecker ist.

Süßschnäbel und Kuchenesser kommen in diesem stimmungsvollen Herbst-Kochbuch eindeutig nicht zu kurz, aber die Autorin hat ebenso ein Faible für herzhaftes vegetarisches Comfort-Food (Pizzabohnen aus dem Ofen oder One Pot Alfredo-Pasta, ein besonderer Liebling der Leser von Christinas Blog). Außerdem gibt es sehr schmackhafte und wärmende Herbst-Suppen (herzhafte Erbsensuppe –mit rauchiger Note und rein vegetarisch – oder ungarische Pilzsuppe mit selbstgebackenen Brot-Sticks).

Probiert & Verputzt:

Kartoffeltaler mit Feta-Füllung und Tomaten-Salsa

Christina Heß © 2020 Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern

Manchmal hat Christina im Herbst noch Lust auf etwas Frisches – mir geht es ähnlich, ich liebe frisch würzige Begleiter zu echtem Soulfood. So kommen mir ihre Kartoffeltaler mit leckerer Tomaten-Salsa und begleitet durch eine würzige Chimichurri- Soße wie gerufen – genau so ein Genuss! Meistens macht sie gleich das doppelte Rezept und nimmt sich die Taler am nächsten Tag gerne als Mittags-Snack mit ins Gericht. Oh, die sind toll und viel besser als langweiliges Kantinen-Food – unbedingt nachmachen!

 

Indische rote Linsensuppe

Christina Heß © 2020 Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern

Einen ihrer größten Träume hat sich Christina Hess bereits 2018 erfüllt: Eine Reise nach Indien & Nepal. Und da sie in Indien ziemlich gut gegessen hat, hat sich ihre Liebe für indisches Essen vervielfacht. Wie man authentisches indisches Essen von europäischem indischen Essen unterscheiden kann? Original indisches Essen ist meistens richtig scharf und enthält nur sehr sehr selten Kokosmilch. Bei diesem Rezept von ihr für eine indische rote Linsensuppe lässt sich die Schärfe nach Geschmack justieren. So lecker und obwohl ich schon ein paar Mal in Indien war, habe ich noch nie so eine geniale rote Linsensuppe gegessen (bitte die Pickles nicht vergessen und das leckere Pfannenbrot von Seite 117 dazu servieren!) – man kann mit jedem Löffel schmecken, wie viel Spaß diese Autorin bei der Rezeptentwicklung hat!

Apfelkuchen schwäbische Art

Christina Heß © 2020 Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern

 

Nachbarschaft ist etwas Schönes – und vor allem, wenn dein Nachbar dir abends noch lauwarmen Apfelkuchen vorbeibringt. Dann ist Frau Hess mit dem Tag und dem Leben versöhnt und hofft, dass es uns nach dem Genuss dieses schwäbischen Apfelkuchens genauso geht. Hat bei uns super funktioniert!

 

 

 

Fazit: Sie liebt es die weite Welt nach zu kochen, kann Kürbis und Äpfel lecker, aber vor allem in neuem Gewand „herbstfein“ herausputzen und hat ein Faible für Halloween…

Christina Hess steht nicht nur für feine Kuchenrezepte, sondern genauso für kulinarische Ausflüge.

Jedes Rezept, was die Kasselerin mir präsentiert, wurde von ihr auf „Herz und Nieren“ getestet und vielfach durch persönliche Momente oder Reisen inspiriert. Ihre ultimativen und gelingsicheren Pie-Rezepte sind sogar gleich optimiert und werden dann erst an die Community weiter gereicht.

Ich mag die sehr persönliche Präsentation inklusive der sehr ansprechenden Fotos und schätze die kulinarische Abenteuerlust von Frau Hess, wenn dann an der Tür vielleicht noch einer meiner Gäste nach dem tollen Rezept für den schwäbischen Apfelkuchen fragt, klopfe ich mir als „Rezept-Diebin“ gerne ein bisschen selbst auf die Schulter…. Auch wenn ich kein eingefleischter Halloween-Fan bin, möchte ich gerne auf Christinas wirklich sehr kreativen Rezept-Ideen dazu: Popcorn-Geister, Red-Velvet-Halloween-Torte (fluffig mit Buttermilch im Teig oder Jalapeno Mumien (bei denen die Schoten jedes Jahr auf dem „Hess’ischen“ Balkon dafür gedeihen) hinweisen, weil ihre Kreationen einfach einzigartig sind!

Chaat-Masala-Kartoffeln mit Joghurt und Tamarinde

© DK Verlag/Jonathan Lovekin

Säure kann schon geschmacklich voll durchschlagen und alles dominieren, deshalb war ich nie ein großer Freund von „Aloo Chaat“. Für dieses Rezept ändere ich gerne meine Meinung und finde es absolut perfekt wie sich saures, süßes, scharfes, würziges, knuspriges und mildes zu einem genussvollen Wohlklang in meinen Mund verbinden.

 Wer es lieber weniger rockig säuerlich  mag, sollte mit der Tamarinde vorsichtig agieren.

Quelle: Yotam Ottolenghi, Ixta Belfrage: Flavour

Fotos: Jonathan Lovekin

Verlag Dorling Kindersley

Preis: 29,95 €

Zu diesem Gericht wurden wir von Aloo Chaat inspiriert, indischem Streetfood, das es in zahllosen regionalen Varianten gibt, die allesamt extrem süßsauer und mit recht viel Crunch daherkommen. Diese Version hier ist etwas zahmer, aber immer noch ganz schön »laut«, sowohl im Hinblick auf den Geschmack als auch auf die Optik. Diese Karto.eln eignen sich, zusammen mit der Aubergine mit Kräutern und knusprigem Knoblauch (S..251) oder dem Rettich-Gurken- Salat mit Chipotle-Erdnüssen (S..263), ideal für ein entspanntes Mittagessen am Wochenende. Aber auch als Beilage zu Lammbraten oder Brathähnchen sind sie gut zu gebrauchen.

Chaat masala ist eine säuerliche Gewürzmischung, die diesem Gericht den unverwechselbaren Geschmack verleiht. Die Säure stammt von Amchoor, einem Pulver aus getrockneten unreifen Mangos, das in Indien gern anstelle von Zitrone verwendet wird. Sie kennen den Geschmack vielleicht von Samosas und Pakoras, die häufig damit gewürzt werden.

Koriander-Chutney und Tamarindendressing eignen sich gut zum Aufpeppen von Sandwiches und Wraps, lassen sich auf Eier löffeln oder zu Tofu oder Fisch servieren. Verdoppeln oder verdreifachen Sie die Mengen nach Belieben – das Korianderchutney hält sich im Kühlschrank bis zu 1 Woche, das Tamarindendressing bis zu 2 Wochen.

Zutaten (für 4 Personen als Beilage):

750 g sehr kleine Frühkartoffeln,

längs in 1cm dicke Scheiben

geschnitten

2 EL Olivenöl

1TL Chaat masala

(siehe Einleitung)

½ TL gemahlene

Kurkuma

250 g griechischer Joghurt

½ kleine rote Zwiebel,

geschält und in feine

Scheiben geschnitten (45.g)

1 grüne Chilischote, in

feine Ringe geschnitten (10.g)

1½ TL Korianderkörner, geröstet

1½ TL Schwarzkümmelsamen, geröstet

Salz und schwarzer Pfeffer

Koriander-Chutney

30 g Koriandergrün

1 grüne Chilischote,

entkernt und grob gehackt (10.g)

1.EL Limettensaft

60 ml Olivenöl

Süßes-Tamarinden-Dressing

1½ EL Tamarindenpaste

(Fertigprodukt; falls

Sie die Paste selbst herstellen, die Menge

verdoppeln; s.S.20)

1½TL Zucker

¼ TL Chaat masala

Zubereitung:

Den Backofen auf 220 °C (Umluft) vorheizen.

Die Kartoffeln mit 2 TL Salz in einen Topf geben und 4 cm hoch mit kaltem Wasser bedecken. Bei mittlerer bis starker Hitze zum Kochen bringen, dann etwa 6 Minuten köcheln lassen, bis sie fast gar, aber noch etwas bissfest sind. In ein Sieb abgießen und trocken tupfen, dann auf einem mit Backpapier bedeckten Blech verteilen und mit Öl, Chaat masala, Kurkuma, ⅓ TL Salz und 1 kräftigen Prise Pfeffer mischen. 35 Minuten rösten, bis die Kartoffeln kräftig gebräunt sind.

Inzwischen das Korianderchutney zubereiten. Dafür alle Zutaten mit ¼ TL Salz in den Mixer geben und glatt pürieren. Bis zur Verwendung beiseitestellen.

Für das Tamarindendressing alle Zutaten mit 1½ TL Wasser in einer kleinen Schüssel mit einem Schneebesen verrühren.

Den Joghurt auf einer großen runden Servierplatte verstreichen. Das Korianderchutney daraufgeben und spiralförmig unterziehen (nicht vollständig verrühren). Die Hälfte des Tamarindendressings daraufträufeln, dann Kartoffeln, Zwiebel und Chili daraufgeben. Mit dem restlichen Dressing beträufeln, mit Koriander und Schwarzkümmel bestreuen und servieren

Süsssaure Zwiebeln

© DK Verlag/Jonathan Lovekin

Es gibt Rezepte, die sind ebenso schlicht wie großartig, dieses ist eins davon!

Eigentlich steht es schon in der Zutatenliste, es braucht unbedingt einen guten Granatapfelsaft (Direktsaft), der hat selbstverständlich seinen Preis, jedoch sehr wichtig. Wer Isot-Biber mit Chiliflocken ersetzt sollte vorsichtiger sein, weil die türkische Chili-Variante sehr mild und schön aromatisch ist.

Quelle: Yotam Ottolenghi, Ixta Belfrage: Flavour

Fotos: Jonathan Lovekin

Verlag Dorling Kindersley

Preis: 29,95 €

Diese Zwiebeln – innen süß, am Rand gebräunt und umgeben von herbem Granatapfelsirup – erblickten das Licht der Welt im Testi, einem von uns sehr geschätzten türkischen Restaurant in London. Dort wird ein ähnliches Gericht zubereitet, indem man Zwiebeln neben Lammfleisch auf dem Grill röstet, dann in Şalgam einer Flüssigkeit aus der sauer-salzigen Lake von fermentierten violetten Karotten und Rüben, wendet und zum Schluss mit Granatapfelsirup süßt. Die bittersüßen Zwiebeln bilden einen schönen Kontrast zum Lammfleisch. Unsere Zwiebeln werden mit eingekochtem Granatapfelsa. anstelle von Sirup und Şalgam zubereitet. Natürlich würden sie gut zu gegrilltem Fleisch passen, aber wir finden sie auch in einem vegetarischen Kontext köstlich, mit oder ohne Ziegenkäse, dessen Verwendung Ihnen freigestellt ist. Sehr gut vertragen sie sich beispielsweise mit Hummus (wie unserem Hummus mit Zitrone, Knoblauch und Chili, S..79), einem Auberginensalat (Aubergine mit Kräutern und knusprigem Knoblauch, S..251) und Brot.

Zutaten (für 4 Personen als Vorspeise

oder Teil einer Mezze-Auswahl):

500g golfballgroße Zwiebeln

(etwa 12.Stück), geschält und längs halbiert

75 ml Olivenöl

400 ml Granatapfelsaft (100 % Fruchtgehalt)

10 g Schnittlauch, in feine Röllchen geschnitten

70 g Ziegenfrischkäse, in 2 cm große Stücke zerteilt

¾ TL Isot Biber (türkische Chiliflocken aus Urfa;

oder herkömmliche Chiliflocken)

Salz

Zubereitung:

Den Backofen auf 200 °C (Umluft) vorheizen.

Eine große beschichtete Pfanne bei hoher Temperatur sehr stark erhitzen. Die Zwiebeln mit 2.EL Öl und ¼.TL Salz mischen. Mit der Schnittfläche nach unten und mit etwas Abstand zueinander in die heiße Pfanne setzen. Einen Topf zum Beschweren – damit sie gleichmäßig braun werden – auf die Zwiebeln stellen. Die Zwiebeln in aller Ruhe bei mittlerer bis starker Hitze etwa 6.Minuten braten, bis die Schnittflächen sehr dunkel sind. An – schließend mit der angebratenen Seite nach oben auf ein mit Backpapier Abkühlen beiseitestellen.

Inzwischen den Granatapfelsaft in einen Topf gießen. Bei mittlerer bis starker Hitze zum Kochen bringen, dann etwa 12.Minuten köcheln lassen, bis die Flüssigkeit auf etwa 70 ml reduziert ist und etwa die Konsistenz von Ahornsirup hat. Beiseitestellen und abkühlen lassen; dabei dickt der Sirup weiter ein.

Die Schnittlauchröllchen mit den restlichen 45 ml Öl und 1 kräftigen Prise Salz mischen. Beiseitestellen.

Den Granatapfelsirup auf eine große Platte mit hohem Rand gießen und durch Schwenken verteilen. Die Zwiebeln von Hand in die einzelnen Schichten zerlegen und diese in dem Sirup verteilen. Nach Belieben mit Ziegenkäse garnieren, dann mit dem Schnittlauchöl beträufeln. Vor dem Servieren das Gericht mit den Chiliflocken bestreuen.

Gefüllte Auberginenröllchen mit Curry-Kokos-Dal

© DK Verlag/Jonathan Lovekin

Quelle: Yotam Ottolenghi, Ixta Belfrage: Flavour

Hat sich Mr. Ottolenghi in der Einleitung zu „Flavour“ noch gefragt, wie viele Möglichkeiten es noch geben mag eine Aubergine zuzubereiten, ergibt sich mit diesem Rezept eine wundervolle weitere Option für uns alle. Perfekte Kombination, die geschmacklich für uns das Optimum bieten konnte und dafür nehme ich mir gerne auch ein bisschen Zeit!

Fotos: Jonathan Lovekin

Verlag Dorling Kindersley

Preis: 29,95 €

Um Panir zu Hause selbst zu machen, braucht man nur zwei Zutaten – Milch und Zitrone. Das sollte man ruhig einmal probieren (Sie werden sich vorkommen, wie bei einem Chemie-Experiment), man wird mit dem Gefühl belohnt, etwas geleistet zu haben und das Ergebnis ist ein unvergleichlich frisches Lebensmittel. Yotam hat ein Rezept dafür im Guardian veröffentlicht, aber im Internet finden Sie noch weitere. Wenn Sie den Panir doch lieber fertig kaufen – er ist für die Füllung am besten geeignet, weil er die Sauce so schön aufnimmt-, sollten Sie einen weichen auswählen, der eine ähnliche Konsistenz wie gepresster Ricotta hat. Fester Panir eignet sich eher für vegetarisches Tikka-Kebab; aber falls Sie nichts anderes zur Hand haben, können Sie ihn hier ebenfalls verwenden. Für eine vegane Variante nehmen Sie festen Tofu. Versuchen Sie für dieses Gericht ein gutes indisches Mango Pickle zu bekommen.

Auberginenröllchen und Dal können Sie bereits am Vortag zubereiten. Eigentlich lässt sich das ganze Gericht 1 Tag im Voraus machen – bis zu dem Punkt, an dem es in den Ofen wandert. Im Kühlschrank aufbewahren und vor dem Aufwärmen Raumtemperatur annehmen lassen.

Das Kokos-Dal ist auch für sich genommen großartig. Verdoppeln Sie nach Belieben die Menge und probieren Sie es zu unseren Steckrübensteaks mit Currykruste (s. S. 63) und Reis.

Zutaten (für 4 Personen als Hauptgericht):

3 große Auberginen, längs in je sechs 5 mm dicke Scheiben geschnitten (750 g.)

3 EL Olivenöl

220 g Panir (oder ein fester Tofu), geraspelt

2 Bio Limetten, 1 TL Schale abgerieben, dann 2 EL Saft ausgepresst

45 g scharfes Mango-Pickle, grob gehackt, plus mehr zum Servieren

100 g große Spinatblätter (kein Baby-Spinat, ohne Stiele (60 g)

Salz und schwarzer Pfeffer

Kokos-Dal

3 EL Olivenöl

5 Schalotten, geschält und fein gewürfelt (250 g)

45 g Ingwer geschält und fein gehackt

2 rote Chilischoten, fein gehackt

30 frische Curry-Blätter (nach Belieben)

1 TL schwarze Senfsamen

1 TL gemahlener Kreuzkümmel

1 TL gemahlener Koriander

½ TL gemahlene Kurkuma

2 TL Curry-Pulver

2 TL Tomatenmark

100 g rote Linsen

1 Dose Kokosmilch (400 ml, mindestens 70 % Kokosanteil)

Zubereitung:

Den Backofen auf 220 ° C (Umluft vorheizen).

Die Auberginen in einer großen Schüssel mit dem Öl, ¾ TL Salz und einer kräftigen Prise schwarzen Pfeffer mischen. Die Scheiben auf zwei mit Backpapier bedeckten Blechen verteilen und im Ofen 25 Minuten garen, bis weich und leicht gebräunt sind; nach der Hälfte der Zeit wenden. Zum Abkühlen beiseite stellen.

Für das Dal 2 EL Öl in einer großen Pfanne bei mittlerer bis hoher Temperatur erhitzen. Die Schalottenwürfel darin 8 Minuten braten, bis sie goldbraun sind. Den Ingwer, die Hälfte der Chilischoten und die Hälfte der Curryblätter (falls Sie welche verwenden) hinzufügen. 2 Minuten mitbraten, dann die Gewürze das Tomatenmark und die Linsen dazugeben. 1 Minute rühren, anschließend heiße Kokosmilch, 800 ml Wasser und ¾ l TL Salz dazu geben. Aufkochen und bei mittlerer Hitze 20 Minuten köcheln lassen, bis die Linsen weich sind uns die Sauce eingedickt ist; gelegentlich umrühren. Die Linsen in eine ofenfeste Form (etwa 28 x 18 cm oder ⌀ 25 cm) geben und beiseitestellen.

Den Panir in einer kleinen Schüssel mit der Limettenschale, dem Mango-Pickle, 1 EL Limettensaft, dem Koriandergrün und 1/8 TL Salz verrühren.

Eine Auberginenscheibe auf die Arbeitsfläche legen, ein Spinatblatt darauflegen. Jeweils einen gehäuften EL der Panir-Mischung mittig draufgeben. Die Schale vom schmalen  oberen Ende zum breiten unteren Ende hin aufrollen, sodass die Füllung eingeschlossen ist. Das Röllchen mit der Naht nach unten in das Dal legen. Mit den restlichen Auberginenscheiben und Spinatblättern und der restlichen Panir-Mischung ebenso verfahren. Zum Schluss sollten etwa 18 Röllchen dicht an dicht in der Sauce liegen. Die Röllchen behutsam in das Dal drücken – aber nicht so tief, dass sie untertauchen. 15 – 20 Minuten backen, bis die Auberginenröllchen goldbraun sind und die Sauce Blasen wirft. Aus dem Ofen nehmen und 5 Minuten ruhen lassen.

Das restliche Öl (1 EL) in einem kleinen Topf bei mittlerer bis hoher Temperatur erhitzen. Die restliche Chilischote und die restlichen Curry-Blätter darin eine Minute braten bis die Curryblätter knusprig sind und duften. Auf den Auberginenröllchen verteilen. Das Gericht mit dem restlichen Limettensaft (1 EL) beträufeln, mit Koriandergrün bestreuen und servieren.

Yotam Ottolenghi, Ixta Belfrage: Flavour

Yotam Ottolenghi, Ixta Belfrage: Flavour

Fotos: Jonathan Lovekin

Verlag Dorling Kindersley

Preis: 29,95 €

Flavour da geht noch mehr!

Worum geht’s?

 „Geschmacks-Forscher“ ruhen nie!

Wenn einer in unserer kulinarischen Welt mit „Flavour“ in Verbindung gebracht wird, ist das der in London beheimatete Israeli Yotam Ottolenghi. Das er Gemüse dabei besonders gut ins kulinarische Spot-Light rückte und von einem Dasein als langweiliger Beilage erlösen konnte, hat uns in den vergangenen 10 Jahren viele überraschend köstliche Momente zu Hause beschert.

Die Zutaten gingen als schlichtes Gemüse durch die erste Tür und kamen am Ende unglaublich lecker wieder raus auf den Tisch. Aber was macht so ein kreativer und ambitionierter „Gemüse-Aroma-Forscher“, wenn er uns in seinem insgesamt siebten Kochbuch immer weitere neue kulinarische Höhepunkte liefern möchte, die auch zu Hause gelingen?

Partner in Flavour….

Mit einem guten Rezept das verborgene Potenzial einer Zutat aufzuspüren und sie in ein neues Licht zu rücken, ist eine der großen Freuden seines Berufes lässt mich Mr. Ottolenghi wissen. Seine „Partnerin in Flavour“ ist Ixta Belfrage, die ihre Jugend mit den Fingern in den Töpfen von Italien, Mexiko und Brasilien verbrachte. Ihre kulinarische Karriere begann sie in Ottolenghis Restaurant „NOPI“, bevor sie 2016 zum Team seiner Testküche stieß und seitdem Beiträge zu seinen Kolumnen liefert. Sie lebt in London und kocht regelmäßig in einigen der Top-Restaurants dort.

Was ist drin?

Gemüse die erste, die zweite und was kann die dritte Session noch Neues bringen?

Das erste Gemüsekochbuch von Yotam Ottolenghi hieß auf Deutsch „Genussvoll Vegetarisch“, als es auf der „Kochbuch-Bühne“ erschien, begann die große köstliche Gemüse-Party für uns alle und Paprika, Tomaten und Pilzen & Co. wurde erstmals eine eigene Spielwiese (Kapitel) gewidmet, wo sie die volle Aufmerksamkeit des experimentierfreudigen  „Geschmacks-Abenteurers“ ganz für sich alleine hatten.

Mit dem richtigen Coach gewinnst Du auch Dein „Battle“..

Endlich mal jemand der ihre verborgenen Stärken mit neuen Partnern, die damals noch häufig aus der arabisch israelischen Speisekammer kamen,  zu einem ganz neuen Geschmackserlebnis transformieren konnte. Mr. Ottolenghi und seine jeweilige Mit-Autoren sind die Coaches die sich jedes Gemüse für sein „Battle“  um die Gunst der Genuss-Süchtigen wünscht.

Gute Kochbücher haben tolle Rezepte, geniale Kochbücher auch noch einen erkennbaren Plan dahinter….

Drei wesentliche Punkte weist das sehr strukturierte Inhaltsverzeichnis von Tara Wigley dazu aus, denn Rezepte ohne Sinn und Struktur einfach nur in ein Buch zu kippen, das ist dem Team aus London einfach zu wenig. Es geht zum einen um die grundlegenden Prozesse, die beim Garen von Gemüse und seinen Zutaten-Partnern ablaufen und die natürlich jeweils großen Einfluss auf das geschmackliche Endergebnis haben. Ein großes Thema, aber die wenigstens Hobbyköche haben genügend Zeit und vor allem Muße diesen wundersamen Verwandlungen mit ständigem Methodenwechsel selbst auf die Spur zu kommen. Super, wenn ein Rezept dies genauso berücksichtigen kann und gleichzeitig die ideale Partnerwahl mit Wissen und Pioniergeist unterstützt und in einer Rezeptur Zutaten zusammen kommen, die nicht nur von ihren gegenseitigen Stärken und Qualitäten profitieren, sondern sich gegenseitig zum geschmacklichen Erstrahlen bringen können. Zum Abschluss dieses tollen Kochbuchs geht es den Londonern Aroma-Experten um die geschmacklichen „Überflieger“ und alten Bekannten (wie Pilze, Zwiebeln Knoblauch, Nüsse, Samen, Zucker), die allesamt das Potenzial zu einem „Allein-Unterhalter“ beim Geschmackerlebnis haben.

Optimierung heißt hier perfekt, denn alles andere ist austauschbar….

Wer sich darauf einlassen möchte, wird mit besonderen Geschmackserlebnissen belohnt, denn wo Ottolenghi darauf steht, geht es immer um das bestmögliche Geschmacks-Ergebnis und wenn es dazu manchmal bis zu 15 Versionen braucht bis das gelungen ist, dann ist vorher auch noch nicht Schluss! Ixta ist detailversessen, wie kaum eine andere Köchin, die er kennengelernt hat, berichtet er und manchmal rät diese ihm sogar ab, die unterschiedlichen Proto-Typen überhaupt zu probieren….Wenn er es dennoch tut, stellt er regelmäßig fest, dass die meisten das schon als besonderes Geschmackserlebnis feiern würden, wo Ixta noch mit sich ringt. Belfrage’s außergewöhnliches  Talent zeigt sich sowohl bei den Neuauflagen altbekannter Klassiker (Lasagne, Seite 228) und auch bei ihrem gelegentlichen Hang zu ungewöhnlichen Kombinationen (süßsaurer Rosenkohl mit Maronen und Weintrauben, Seite 93).

Vegetarier (gerne auch in Teilzeit), Veganer und Köche mit einem Faible für Geschmacksbomben, Ihr seid alle eingeladen….

Ixta kann sogar Steaks vergessen machen (Selleriesteaks mit Café-de Paris-Sauce) und Yotam lockt mich mit einem Kartoffelgratin das nach Kokos und Limette duftet und ganz wunderbar zu einer Sichuan Lammschulter passen soll. In diesem Buch dass den vegetarischen Genuss feiert, sich aber lieber von einem Gurkensalat (Gurkensalat á la Xian, Seite 113) begleiten lässt.

Von den rund 100 Rezepten dieses wunderbar anderen Gemüse-Kochbuchs sind 45 ebenfalls für Veganer geeignet und weitere 17 einfach zu „veganisieren“. Genauso fühlen sich bei ihm die Flexitarier – wie ich – angesprochen. Nichts muss alles kann lautet die Devise und so zeigt sich am Ende dieses abwechslungsreichen Genuss-Kochbuchs, dass es ebenfalls Vorschläge (Bucatini Cacio e Pepe) für knappe Zeit-Budgets hat und viele weitere Vorlieben bis zu Büffets und Festessen mit tollen Rezept-Kreationen bespielt werden.

Mein Lieblingskapitel ist das mit den „Geschmacksbomben“, hier gibt es Öle, Buttermischungen und Marinaden (Chiliöl, Seite 159 oder Limetten-Kürbiskern-Butter, Seite 264) sowie Saucen (Orangen-Nam-Jim), Salsas (Salsa mit gerösteten Chilis), Dressings (süßes Tamarinden-Dressing),  Beilagen (Curryblatt-Mayonnaise) und Pickles (eingelegte Hibiscus-Zwiebeln), die im Voraus hergestellt werden können und es mühelos schaffen, „dieses oder jenes“ in eine andere Geschmacks Liga zu katapultieren.

Das Kapitel für die süßen Sünden zeigt eine kleine, aber feine Auswahl an Verführungen (z. B. Mandarinenflan mit Ancho-Chili, Tapioka-Krapfen).

Probiert & Verputzt:

Gefüllte Auberginenröllchen mit Curry-Kokos-Dal

© DK Verlag/Jonathan Lovekin

Hat sich Mr. Ottolenghi in der Einleitung zu „Flavour“ noch gefragt wie viele Möglichkeiten es noch geben mag, eine Aubergine zuzubereiten, ergibt sich mit diesem Rezept eine wundervolle weitere Option für uns alle. Perfekte Kombination, die geschmacklich für uns das Optimum bieten konnte und dafür nehme ich mir gerne auch ein bisschen Zeit!

 

 

 

Süsssaure Zwiebeln

© DK Verlag/Jonathan Lovekin

Es gibt Rezepte, die sind ebenso schlicht wie großartig, dieses ist eins davon!

 

 

 

 

 

 

Chaat-Masala-Kartoffeln mit Joghurt  und Tamarinde

© DK Verlag/Jonathan Lovekin

Spritzige Säure kann schon geschmacklich  voll durchschlagen und alles dominieren, deshalb war ich nie ein großer Freund von „Aloo Chaat“. Für dieses Rezept ändere ich gerne meine Meinung und finde es absolut perfekt wie sich saures, süßes, scharfes, würziges, knuspriges und mildes zu einem genussvollen Wohlklang in meinen Mund verbinden.

 

 

Fazit: 20 Zutaten für deutlich mehr Geschmack, das lässt sich machen!

 Eigentlich wollen alle mehr Geschmack, im Detail sieht es dann aber anders aus, sonst würden nicht so viele Kochbücher mit deutlich reduzierten Zutatenlisten gekauft werden. Klar ist sowas verführerisch, aber Hand aufs Herz, was wollen wir denn nun eigentlich, ein überraschendes Geschmackserlebnis oder simple Rezept-Kombinationen, die austauschbar sind? Wer sich für die langweilige und wenig anspruchsvolle Variante entscheidet, der wird sein kulinarisches Glück fast überall finden… Ein Meister im Bereich der schnellen Feierabendkocher, ist jedoch der andere Herr mit O…., der ebenfalls in London zu Hause ist, sich aber um die Unterstützung einer ganz anderen Klientel kümmern möchte. Wer wirklich nach neuen Geschmackserlebnissen sucht, guckt in seine Vorratsschänke und stellt fest, das ihm sicherlich die eine oder andere Bestellung im Internet angetragen wird, denn Ixta Belfrage ist mit verschiedenen getrockneten Chilisorten-Sorten, Hibiskusblüten oder Masa Harina (nixtamalisierten Mais) aufgewachsen. Jedoch wird jeder, der gerne kocht, die eine oder andere Zutat wie z. B. Miso, Fisch-Sauce oder die koreanische Gochujang-Chilipaste aus Korea aus dem 20iger „Geschmacks-Club“ sowieso schon zu Hause haben. Ixta und Yotam bleiben trotzdem flexibel, aber Chilischoten sind wirklich nicht gleich Chilischoten, es geht nicht nur um Schärfe, sondern um das gekonnte Zusammenspiel von scharf, rauchig und aromatisch, nur „hot“ kann wirklich jeder.

Ich finde es großartig, das Mr. Ottolenghi nicht nur simple bei uns bedienen kann und seinem Anspruch an Essen und Rezepte nicht nur treu bleibt, sondern mir wieder was komplett neues anbieten kann. Er und seine vielgereiste Co-Autorin gönnen dem Gemüse diesmal einen Ausflug nach Mexiko, Brasilien, Kuba oder Italien und dieses inspirierende Kochbuch buhlt nicht wieder um unsere Gunst mit einem Humus-Rezept, das wir längst kennen. Obwohl Humus gibt es hier auch, jedoch mit ein paar Zutaten-Partnern, die ihm in Jerusalem sicherlich nicht über den Weg gelaufen wären und das macht ebenfalls Freude!

 

Kartoffeln mit Blumenkohl und Masala

©Nassima Rothacker

Sehr lecker & Feierabend tauglich – Zwei werden wieder gut satt, vier leider nicht – dazu braucht es weitere Beilagen oder vorweg einen leckeren Salat, den Makan ebenfalls auf indisch servieren kann. Ein ganzes Kaptiel widnet sie dieser für Indien eher unüblichen Speise und das ist in 2020 auch gut so!

P.S. Das in Indien übliche Kashmir-Chilipulver ist recht mild, deshalb sind ein halber TL hier passend, wer ein anderes Chilipulver wählt sollte vorsichtiger sein!

Quelle: Chetna Makan: Gesundes Indien

Einfache Rezepte für jeden Tag

Fotos: Nassima Rothacker

Ars Vivendi Verlag

Preis: 24,–

Chetna Makan erinnert sich, dass ihre Mutter diesen köstlichen Mix aus Blumenkohl und Kartoffeln oft zu Hause servierte, meist mit Dal und Reis. Gerne hat sie das Masala auch mit LacChethcha Paratha gegessen, das ihre Mama immer mit selbst gemachtem Ghee zubereitete. Passt gut zu Wrap oder Sandwich, dazu Chutney oder Ketchup und ein Salat empfiehlt die Britin mit indischen Wurzeln.

Zutaten (für 4 Personen):

1 EL Sonnenblumenöl

1 TL Senfkörner

1 TL Kreuzkümmelsamen

1 große Zwiebel, grob gehackt

2 Knoblauchzehen, fein gehackt

1 cm Ingwer, geschält und fein

gehackt

1 kleine grüne Chilischote, fein

gehackt

2 Tomaten, grob gehackt

1 TL Salz

1 TL Garam Masala

1 TL gemahlene Kurkuma

½ TL Chilipulver

200 g TK-Erbsen

1 Blumenkohl, in kleine Röschen

zerteilt

1 große Kartoffel, grob gewürfelt

frisch gehacktes Koriandergrün

zum Garnieren

 Zubereitung:

Das Öl in einem großen Topf bei mittelschwacher Temperatur heiß werden lassen und Senfkörner sowie Kreuzkümmelsamen darin 1–2 Minuten rösten. Die Zwiebel zugeben und 10–12 Minuten goldbraun braten. Knoblauch, Ingwer und Chili unterrühren und 2 Minuten mitgaren. Dann Tomaten, Salz und Gewürze zufügen. Die Temperatur erhöhen und 2 Minuten braten.

Erbsen, Blumenkohl, Kartoffel und 50 ml Wasser einrühren. Einen Deckel auflegen, die Temperatur reduzieren und so lange schmoren, bis Blumenkohl und Kartoffel weich sind.

Den Topf vom Herd nehmen, das Curry mit Koriandergrün bestreuen und heiß servieren.

Maiskolbenräder

© Peter Schulte

Quelle: Thomas Zapp: Grillakademie

Steak grillen oder Burger grillen, vegetarisch grillen oder Fisch grillen – immer besser grillen!

Fotos: Peter Schulte

Stiftung Warentest

Preis: 29,90 €

Mit Rauchsalz, Zucker und Butter und einem sensationellen Basic-Blend-Rub, war das ein sehr erfolgreicher Auftakt in die große weite Welt des Feuermachens. Wer eine mexikanische Geschmacksnote will, sollte statt Basic-Blend-Rub die Gewürzmischung Azteken-Rub von Seite 290 verwenden verrät der Grill-Experte. Uns überzeugen seine Ideen und Gewürz-Mischungen.

Zutaten (für4 Portionen):

1 EL Zucker

1 EL Rauchsalz

4 geschälte Maiskolben

80 g Butter

Zubereitung:

4 EL Basic Blend Rub (Gewürzmischung; siehe Seite 291 oder unten ) In einem großen Topf Wasser mit Zucker und Rauchsalz aufkochen. Die Maiskolben zufügen und bei mittlerer Hitze 30 Minuten garen. Dann die Kolben herausnehmen, etwas abkühlen lassen und in 2 cm dicke Scheiben schneiden.

Die Butter in einer hitzebeständigen Form zerlassen und mit Basic Blend Rub verrühren. Anschließend die Maiskolbenräder darin schwenken.

Den Grill auf 180 °C vorheizen. Die Form in den Grill stellen und die Maiskolbenräder ca. 30 Minuten indirekt grillen.

Indirekt

35 Min. vorbereiten

30 Min. grillen

323 kcal — 19 g F — 28 g KH — 6 g E

Basic Blend Rub

110 g edelsüßes Paprikapulver

70 g feines Salz

60 g brauner Zucker

30 g Senfpulver

60 g Chilipulver

60 g Kreuzkümmel (gemahlen)

30 g schwarzer Pfeffer

60 g Knoblauchgranulat

20 g geräuchertes Paprika‧pulver (Chipotle)

Alle Zutaten in einer Schüssel vermischen. Die Gewürzmischung in ein passendes dunkles Gefäß abfüllen. So hält sie sich etwa ein halbes Jahr.