Das ultimative Frühstücksbananenbrot mit Pecannüssen

©Brian Ferry

Quelle: Anna Jones: A modern way to cook

Mosaik Verlag

Preis: 22;– €

In eine handelsübliche Kastenform passen in Deutschland ca. 750 g. 900 g Teig benötigt eine Kastenform von 30 cm, diese ist im angelsächsischen Raum aber eine handelsübliche Größe. Das Brot hat meinen kleinen Neffen, die zu Besuch waren toll geschmeckt, auch die Eltern waren begeistert, ich habe aber für die Kinder vorerst den Kümmel weggelassen, um auf der sichereren Seite zu sein. Auch Schokolade musste für das Frühstück nicht sein. Ich habe aber großes Vertrauen in die Kreationen von Anna und möchte das Rezept gerne noch mal genauso wie von ihr vorgeschlagenen backen. Prima Möglichkeit, auch überreife Bananen, die es bei uns immer wieder gibt weiter zu verwerten.

Hier ist mein ultimatives Bananenbrot – weich, saftig und luftig zugleich, mit einer Körnerkruste, die jeden schwedischen Bäcker stolz machen würde, und dicken Stücken Bitterschokolade darin. Und das alles ganz ohne Gluten, Milchprodukte und Zuckerraffinade. Toasten Sie es hingebungsvoll zum Frühstück und gratulieren Sie sich zu einem unverschämt leckeren Genuss ganz ohne Reue und schlechtes Gewissen.

Nicht weniger gut und etwas weniger sündig ist dieses Brot ohne die Schokolade. Ich verwende Schokolade, wenn ich es zum Nachmittagstee serviere, und lasse sie weg, wenn es unser Frühstücksbrot ist. Viel besser als gewöhnlicher Toast oder der ewige Porridge. Wer keinen Kokosblütenzucker findet, nimmt braunen Rohrohrzucker.

Zutaten (für einen großen Laib mit 900 g): 75 g zerlassenes Kokosöl, plus extra zum Einfetten 200 g Pecannusskerne (Walnüsse gehen auch),  200 g kernige Haferflocken, 4 große reife Bananen 100 g, Kokosblütenzucker (bei mir brauner Zucker),  plus 1 EL (nach Belieben), 100 g Ahornsirup, 100 ml ungesüßte Mandelmilch,  2 TL Backpulver, Meersalz, 1 kräftige Prise Kümmelsamen (nach Belieben), 75 g Bitterschokolade (70 % Kakaoanteil)

Zubereitung:

Den Ofen auf 170 °C (150 °C Umluft/Gas Stufe 3) vorheizen. Sämtliche Zutaten bereitlegen und eine beschichtete Kastenform (900 g) mit Kokosöl einfetten.

Während der Ofen vorheizt, die Pecannüsse 10 Minuten darin rösten, anschließend grob hacken und beiseitelegen. Inzwischen die Haferflocken im Mixer zu einem krümeligen Mehl zermahlen und in eine Schüssel geben.

Die geschälten Bananen sowie 100 g Kokosblütenzucker, den Ahornsirup, die Mandelmilch und das zerlassene Kokosöl im Mixer zermahlen, bis alles gleichmäßig vermengt ist. Hafermehl, Backpulver und eine kräftige Prise Salz zugeben und erneut mixen, dann die Pecannüsse untermischen und die Kümmelsamen hineingeben, falls verwendet.

Die Hälfte des Teiges in die vorbereitete Form füllen. Die Schokolade in Riegel brechen und entlang der Mitte auf den Teig legen. Den restlichen Teig einfüllen und mit dem übrigen Kokosblüten bestreuen. 1 Stunde und 10 Minuten backen – zur Garprobe mit einem Spieß einstechen, es sollte kein Teig mehr daran haften. Auf einem Kuchengitter mindestens 30 Minuten abkühlen lassen.

Spinat-Polpette mit Zitrone

©Matt Russel

Quelle: Anna Jones: A modern way to cook

Mosaik Verlag

Preis: 22;– €

Hier zahlt es sich aus, das Rezept gut zu lesen, wenn man die ambitionierte Zeitplanung von 25 Minuten halten will, Anna greift nämlich auf gegarte Puy-Linsen zurück. Die Klösschen im Backofen knusprig zu garen ist wirklich eine tolle Idee, das war wirklich oberlecker, ich bin sehr angetan von Annas Art zu kochen. Vegetarischer Parmesan enthält kein tierisches Lab und ist auch gut im Bio-Supermarkt zu bekommen. Ich hatte noch normalen im Kühlschrank.

Diese leichten leckeren Spinatklößchen mit Muskatnuss serviere ich zu Spaghetti und einer schnellen Tomatensauce. Wer es noch leichter möchte, kann sie auch mit Quinoa und einem grünen Salat genießen.

Ich verwende vegetarischen Parmesan. Falls Sie keinen bekommen, erfüllt auch jeder andere vegetarische Hartkäse den Zweck. Veganer können mit einen Löffel Nährhefe für die perfekte Illusion von Parmesan sorgen, benötigen allerdings ein paar mehr Semmelbrösel oder Haferflocken.

Zutaten (für 4 Personen):

Für die Spinat-Polpette: 250 g Spinat, 100 g gegarte Puy-Linsen, 1 Freiland- oder Bio-Ei, 1 kräftige Prise geriebene Muskatnuss, 50 g Vollkornsemmelbrösel oder Haferflocken, 50 g Parmesan, abgeriebene Schale von 1 unbehandelten Zitrone, Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, 1 Knoblauchzehe

Für die Sauce: 1 Handvoll Mandelkerne, 2 Knoblauchzehen, 3 EL Olivenöl,
1 unbehandelte Zitrone, 1 kleines Bund Basilikum, 350 g Kirschtomaten, 300 g Spaghetti nach Wahl

Zubereitung:

Den Ofen auf 200 °C (180 °C Umluft/Gas Stufe 6) vorheizen. Den Wasserkocher füllen und einschalten, sämtliche Zutaten bereitlegen.

Den Spinat waschen und von harten Stielen befreien. Eine große Pfanne bei hoher Temperatur erhitzen. Sobald sie heiß ist, den Spinat darin garen, bis er zusammengefallen und das Wasser verdampft ist.

Die Linsen gut abtropfen, wenn sie aus der Dose kommen, und im Mixer pürieren. Ei, Muskatnuss, Semmelbrösel oder Haferflocken, Parmesan, Zitronenschale sowie etwas Salz und Pfeffer zugeben. Den Knoblauch schälen, hacken und hinzufügen. Alle Zutaten mixen, bis sie gleichmäßig vermengt sind. Die Masse in eine Schüssel umfüllen und den Spinat unterheben.

Die Masse vierteln und aus jeder Portion 8 kleine Klöße formen – insgesamt also 32 walnussgroße Klöße. Auf ein Backblech legen und 15 bis 20 Minuten im Ofen backen, bis sie goldbraun und knusprig sind.

Für die Sauce die Mandeln, den geschälten Knoblauch und das Olivenöl im Mixer grob zerkleinern. Die abgeriebene Schale und den Saft der Zitrone, das abgezupfte Basilikum und die Kirschtomaten hinzufügen und alles zu einer Art Pesto pürieren; anschließend kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Wenn die Polpette etwa 10 Minuten im Ofen sind, einen großen Topf mit kochendem Wasser füllen, salzen und erneut zum Kochen bringen. Sobald es sprudelnd kocht, die Spaghetti hineingeben und nach der Packungsanleitung garen (gewöhnlich etwa 8 Minuten).

Die Spaghetti abgießen, dabei etwas Kochwasser auffangen. Die Spaghetti sorgfältig mit dem Pesto mischen und bei Bedarf etwas Kochwasser unterrühren. Die Spaghetti auf Teller verteilen, die Spinat-Polpette darauf anrichten und nach Belieben mit weiterem Parmesan bestreuen.

Zubereitungszeit: 40 Minuten

Süßkartoffelsuppe mit Limette und Erdnüssen

©Matt Russel

Quelle: Anna Jones: A modern way to cook

Mosaik Verlag

Preis: 22;– €

So lecker, toll der Kontrast zwischen scharf, sauer und nussig-erdig, dieser Kreation merkt man an, dass hier jemand komponiert hat, der einen Plan hatte.

Diese Suppe habe ich zum ersten Mal im Januar gekocht, als die Feiertage hinter uns lagen und ich das winterliche Essen leid war. Ich hatte Appetit auf etwas, das zugleich wärmte, sättigte, erfrischte und belebte. So entstand diese Suppe, von der ich nicht genug kriegen kann. Keine großartige Sache vielleicht, ihr Reiz liegt vielmehr in der überschaubaren Zahl von Zutaten und dem klaren, anregenden und zugleich herzhaften Aroma.

Die Suppe tut ihre Wirkung bereits im Alleingang, doch damit sie richtig rund wird, bereite ich dazu noch ein knuspriges Topping zu, das ich mit Limettenschale und ein paar Erdnüssen vermische, ein effektvolles geschmackliches Extra.

Der Clou ist die Erdnussbutter, sie macht die Suppe wunderbar cremig, sorgt für eine reichliche Portion Proteine und eine vollmundig-herzhafte Note. Kaufen Sie eine hochwertige Erdnussbutter ohne Zusätze wie Palmöl. Ich mache sie selbst und fülle sie in Töpfchen ab, sodass ich einen Monat Ruhe habe – sie schmeckt viel frischer und ist sicher auch nahrhafter, ein Aufwand, der sich auf dem Frühstückstisch und für Saucen und Suppen bezahlt macht.

Zutaten (für 4 Personen):

Für die Suppe: 2 Stangen Lauch, Kokosöl, 1 kg Süßkartoffeln (etwa 4 Stück),
1 daumengroßes Stück Ingwer, 1 EL gekörnte Gemüsebrühe oder ½ Brühwürfel, 1 EL Sojasauce oder Tamari 1 EL Ahornsirup, 1 EL Erdnussbutter Meersalz

Für das Topping: 1 Schalotte, 1 daumengroßes Stück Ingwer Kokosöl,
1 Handvoll geröstete ungesalzene Erdnusskerne, 2 unbehandelte Limetten

Den Wasserkocher füllen und einschalten. Sämtliche Zutaten und Arbeitsutensilien bereitlegen.

Den Lauch putzen, waschen und in feine Streifen schneiden. Etwas Kokosöl in einem großen Topf zerlassen, den Lauch hineinwerfen und bei hoher Temperatur 3 bis 4 Minuten dünsten, bis er weich ist. Ab und zu umrühren.

Während der Lauch gart, die Süßkartoffeln schälen und in 1 cm große Würfel schneiden. Den Ingwer schälen und reiben. Wenn der Lauch so weit ist, die Süßkartoffeln, den Ingwer und 1,5 Liter kochendes Wasser sowie die Brühe zugeben. Zum Kochen bringen und 10 Minuten garen, bis die Süßkartoffeln weich sind. Bei Bedarf noch etwas Wasser zugeben.

Inzwischen für das Topping eine Pfanne bei hoher Temperatur erhitzen. Die Schalotte schälen und in feine Streifen schneiden, den Ingwer reiben. Etwas Kokosöl in der heißen Pfanne zerlassen, die Schalotte und den Ingwer hineingeben und knusprig braten. Die Erdnüsse grob hacken und in eine Schüssel geben. Die Schale einer Limette dazureiben.

Sobald man die Süßkartoffeln am Topfrand zerdrücken kann, ist es so weit. Die Suppe im Topf mit einem Stabmixer pürieren, bis sie ganz glatt und cremig ist. Sojasauce, Ahornsirup, Erdnussbutter und etwas Limettensaft hineingeben und erneut mixen. Bei Bedarf mit mehr Limettensaft, Soja und Ahornsirup abschmecken; eine Prise Meersalz kann ebenfalls nicht schaden. Die Suppe sollte von vollem Aroma sein, mit einer ausgewogenen Balance zwischen der süßlichen Note der Süßkartoffeln und dem nussigerdigen Geschmack der Erdnussbutter sowie mit einem kräftigen Anklang von Limette und Ingwer.

Die Suppe in Schalen schöpfen, mit den knusprigen Schalotten und Erdnüssen garnieren und mit Limettenspalten zum Auspressen servieren.

Zubereitungszeit: 20 – 25 Minuten

A modern way to cook

Anna Jones: A modern way to cook

Mosaik Verlag

Preis: 22;– €

Gesundes Essen, das jeden Tag funktioniert!

Worum geht`s?

Ein Ernährungstrend jagt den nächsten, gestern waren Veganer noch die Coolsten, heute hat im Kochbuch-Bereich dieser Trend merklich nachgelassen. Kunststück, vegan ist mutig, aber es fordert uns auch viel ab. Aktuell gewinne ich besonders in diesem Frühjahr den Eindruck, es hat sich bei der gesunden Ernährung doch mal wieder mächtig was gedreht. Es scheint so zu sein, dass verschiedene Ernährungsstile sich aufeinander zu bewegen. Vegetarische Küche ist nachhaltiger geworden und es wird noch mehr Wert auf gesunde gute Ausgangsprodukte und viel Obst und Gemüse gelegt. Es reicht definitiv nicht mehr aus, nur auf Fleisch und Fisch zu verzichten.

Gut Essen in 2017 – auf Qualität achten, genießen und selber kochen, mehr braucht es nicht!

Viele schwören heute auf alle möglichen Superfoods, die beim Abnehmen helfen sollen, Krankheiten kurieren und uns natürlich auch noch schöner und jugendlicher machen. Wer nicht aufpasst und entsprechend kritisch mit dem Thema umgeht, findet sich in Nullkomma nichts in einer Dauer-Diät wieder, die mit Genuss nun gar nichts mehr zu tun hat.

Gut essen ist aber das einfachste und simpelste der Welt, wenn man sich Genuss nicht versagt, hochwertige Lebensmittel kauft, selbst kocht und der Schwerpunkt der Ernährung auf pflanzlicher Basis bleibt, meint jedenfalls Anna Jones! Wenn wir es schaffen, bewusst und flexibel zu genießen, nichts verteufeln und hin und wieder auf die eigene Stimme hören. Low-Carb ist eben nichts für jeden Tag und manchmal, dass wissen wir alle, da verlangt unserer Körper geradezu nach einer deftigen Stulle, auch wenn es bereits nach 18.00 Uhr ist und wir das normalerweise nicht tun.

Schnelle Küche ganz entspannt – heißt in erster Linie gute Rezepte und einfache Arbeitsabläufe!

Ein ausgeklügelter Stufenplan von Ratzfatz bis zum Festschmaus ist hier vieles möglich!

Die Autorin ist Expertin für vegetarische Ernährung, Anna gehörte früher zur Entourage von Jamie Oliver und hat für ihn viele leckere Rezepte entwickelt und sie ist sehr kreativ, aber was sie vor allem auszeichnet ist, Anna Jones hat immer einen Plan im Hinterkopf und nähert sich diesem Thema strukturiert und sehr praxisnah: Ausgehend von der Situation, dass wir uns heute häufig erst nach Büroschluss an den Herd stellen, hat sie viele abwechslungsreiche Rezepte entwickelt, die in 15- (das dauert auch nicht länger, als bis die Kinder schon mal den Tisch gedeckt haben), 20- (perfekt für ein schnelles Abendessen) oder 30-Minuten (hier kann man schon etwas Anspruchsvolleres und komplexeren Geschmack erwarten) auf dem Tisch stehen können. Ihre Ideen dahinter, schmackhaft, simpel mit wenigen Zutaten und ohne große Schnippelei soll es zu unserem ganz persönlichen Zeit-Budget passen. Ehrlich gesagt konnte ich mir nicht vorstellen, dass es wirklich möglich ist in 15-Minuten was Leckeres zu zaubern, ohne dass dabei jede Menge Fertigkram dabei ist, ich wurde allerdings eines besseren belehrt. Immer dabei ist das liebste Gadget-Tool dieser Köchin, ihr Wasserkocher, der es möglich macht, jedem Rezept einen echten „Speed me up-Kick“ zu verpassen, das gilt für den Quinoa in der mild-pikanten Quinoa-Bowl, die Aufgießsuppe und wird auch mal mit moderatem Einsatz von Fertigprodukten in Form von Tortilla-Wraps bei den Quesadillas mit Röstpaprika und weißen Bohnen erreicht und erfüllt sowohl die Anforderungen an Geschmack als auch an unser Bedürfnis nach gesunder Ernährung und so funktionieren die ambitionierten Zeitpläne von Ms. Jones auch bei uns zu Hause.

Wer bereit ist, noch ein wenig mehr zu investieren und gute 20-Minuten Zeit hat, wird belohnt mit weißen Bohnen mit Fenchel, Zitrone und Tomaten, Bun-cha mit Zitronengras, Erdnüssen und Kräutern, Zucchini-Spaghetti mit Pistazien, Kräutern und Ricotta und vielem Köstlichem mehr. Der Unterschied zu meinen persönlichen Ratz fatz Rezepten ist frappierend, was hier mit Anleitung und guter Vorbereitung – und darauf legt diese Köchin wirklich wert – alles möglich ist.

Wie oft vertrödeln wir eine halbe Stunde vor dem PC und wissen am Ende gar nicht mehr was wir im Netz gesucht haben. 30 Minuten Zeit-Budget bedeutet bei Anna Jones, hier ist schon Raffinesse möglich, wie wäre es also mit Burritos mit gebratenem Feta, grünem Chiligemüse und Limette, gegrillter Zucchini Ratatouille mit knusprigen Kichererbsen oder gebratenem Panir mit Chili und glasierten Bohnen?

Mit 40 Minuten ZeitBudget lassen sich mit erfolgreicher Unterstützung einer Profi-Köchin schon ein kleiner Festschmaus für Freunde und Familie kreieren, voller Aroma und Farben, genauso wie wir es lieben, wenn wir auswärts essen. Da gibt es so leckere Sachen wie Süßkartoffel-Auflauf Silver Lake, eine moderne Moussaka, die ganz vegan daher kommt, aber problemlos für Normalesser angepasst werden kann. Gemüsecurry mit Kokos, Limette und Tamarinde, Geröstetes Ofengemüse mit Trauben und Linsen, Samos mit schnellem Mango-Chutney und türkisches Fladenbrot aus der Pfanne mit Löffelsalat, in diesem Kapitel hat mich eigentlich jedes Rezept sofort gehabt.

Diese Frau ist ebenso kreativ wie gut strukturiert, da lässt sich jede Menge abschauen!

Kreatives Chaos mit der die Küche in Null-Komma-Nichts in ein Schlachtfeld verwandelt wird oder ellenlange lange Zutatenlisten gibt es bei dieser Lady nicht. Annas Passion ist eine solide und durch und durch strukturierte Herangehensweise. Zu oft hat sie bei ihren Kursen gehört mir sind die Zwiebeln angebrannt, als ich nach dem Koriander gesucht habe, ihre Rezepte bestehen aus einfachen Arbeitsabläufen, Organisation und Gelassenheit statt Hektik und Chaos, das ist hier die Devise und sie möchte, dass wir auch ein wenig davon profitieren: also alle Zutaten bereit stellen bevor es los geht und vor allem das Rezept gründlich lesen, das ist wichtig. Wer sich darauf einlässt, bekommt auch noch eine Fülle von nützlichen Tipps zu Küchenausstattung und vielen mehr.

Baukasten Kreative, die nicht nur sklavische Rezept-Treue verlangt!

Dieser Köchin ist es wichtig, uns viele Freiheiten zu lassen, sie liebt das Baukasten-Prinzip, wo wir ganz nach Lust und Laune die unterschiedlichsten Inspirationen für leckere Büro-Salate oder auch die 10 leckersten Füllungen für Omeletts und einiges mehr entdecken können. Sie gibt dabei so viel Hilfe wie nötig und arbeitet mit Kategorien: zur Hauptzutat gesellen sich die Extra-Zutat, der Aroma Akzent + das Zusatz-Aroma sowie ein leckeres Topping. Wer so angeleitet wird, traut sich auch mal selbst kreativ zu werden, weil es mit Begleitung so gut geklappt und geschmeckt hat.

Alles dabei, wir futtern uns gesund und köstlich durch den Tag!

Anna hat vom Frühstück bis zum Dessert lauter klasse Ideen entwickelt, wie wir gut durch den Tag kommen. Sie denkt an alles, mit ihr können wir indischen Panir oder Kichererbsen-Tofu selber machen, ein Bananenbrot backen, was bei einem Familienbrunch bei uns punkten konnte und die unterschiedlichen Nussaufstriche in wirklich spannenden Kreationen entschädigen mich, für die vermisste Erdnussbutter, für die es kein detailliertes Rezept gibt, weil es aus der Grund-Anleitung abwandelbar ist. Ich hatte hier aber irgendwie auch ein Knaller-Rezept erwartet.

Fix frühstücken mit ihr macht Spaß mit tollen Rezepten für Bowls, Smoothies und wie anders zu erwarten in einem englischen Kochbuch, natürlich auch mit Pancakes und Porridge.

Bei den schnellen Desserts und Süßigkeiten kann ich mich gleich für die Safran-Aprikosen sowie das Bananen-Dattel-Eis mit kandierten Pekannüssen und die salzigen Mandelbutter-Schokoriegel begeistern.

Praxistest – hop oder top?

Ich hatte mich für die Süßkartoffelsuppe mit Limette und Erdnüssen entschieden, ging wirklich ziemlich schnell, geschmacklich top, für die Erdnussbutter, wäre ich aber auch für ein gutes Rezept dankbar gewesen, so habe ich eine gute in Bio-Qualität gekauft. Beim zweiten Rezept Spinat-Polpette mit Zitrone hat es uns sogar noch besser geschmeckt, wirklich eine tolle Idee die Linsenbällchen im Ofen zu rösten, die Zubereitungszeit von 20 -25 Minuten ist zu schaffen, wenn die Linsen bereits gegart wurden. Da gilt es das Rezept wirklich gründlich zu lesen, was die Autorin ja empfiehlt. Das dritte probierte Rezept ein Frühstücksbananenbrot mit Pecannüssen hat meine kleinen Neffen, die zu Besuch waren, zu einem sportlichen Wettbewerb animiert, wer ist schneller mit seiner Scheibe fertig und ergattert, die wirklich allerletzte, auch die Eltern waren sehr angetan. Hier muss man wissen, dass in England und Amerika längliche Brotbackformen bzw. Kastenformen üblicherweise 30 cm Länge haben und problemlos mit der im Rezept anvisierten Teigmenge von 900 g klar kommen. Bei uns sind 24 cm gängig, die reichen leider nur für ca. 750 g. Teig.

Top, für mich das Beste, innovativste und praktikabelste gesunde Kochbuch, dass ich bis jetzt in diesem Jahr in den Händen gehalten habe. So kann man Menschen spielend für gesunde Ernährung gewinnen. Wer sich fragt, was dieses Kochbuch hier neues bringt, ganz einfach es wird noch gesünder, die Autorin ist längst bei Veganern und allen möglichen Unverträglichkeiten angekommen, es geht bei weiten nicht mehr nur um vegetarische Ernährung, das gefällt mir, denn es ist genau das, was wir wollen, gesund essen und trotzdem flexibel bleiben und nicht zu lange in der Küche stehen.

Fazit – oder Ideen und Struktur statt Pathos!

Wer gesund essen möchte mit tollen Rezepten und strukturierten Anleitungen, ist hier goldrichtig! Diese Autorin hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen in der Küche zu begleiten und sie verfügt über jede Menge Erfahrung sowohl als Köchin, als auch beim Vermitteln von Rezepten, sie kennt ihre Zielgruppe und arbeitet geschickt mit Zeit-Budgets, die alle abholen, wer nicht 15-Minuten investieren will, um gesund und köstlich zu essen, dem ist in der Küche nicht zu helfen. Mir ist diese Herangehensweise bei gesunder Ernährung tausendmal lieber als die derjenigen, die es mit Pathos versuchen oder gleich die Welt reformieren wollen. Ich bin überzeugt und finde auch, dass zweite Buch von Anna Jones bietet wieder viel Neues und vor allem wird alles sehr praxistauglich präsentiert mit strukturierten Anleitungen oder variablen Baukasten-Ideen. Mir gefällt das unheimlich gut, weil diese Köchin halten kann, was sie uns verspricht, hier wird auf vielversprechende Weise modern gegessen und gut organisiert gekocht. Die wertige sehr reduzierte Ausstattung und die Tatsache, dass es auf Apfelpapier gedruckt wurde, zeigen hier legen Verlag und Autorin nicht nur vordergründig Wert auf Nachhaltigkeit. Wenn ich mir eine Kleinigkeit für das nächste Buch wünschen darf liebe Anna, würde ich mich freuen, wenn die Rezepte beim nächsten Buch mit Piktogrammen im Rezeptteil kategorisiert werden, da sehen wir gleich auf den ersten Blick, für wen das geeignet ist, aber das ist Jammern auf sehr hohem Niveau.

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar.

Pur

Solla Eiríksdóttir: Pur

Fotos: Simon Bajada

Phaidon Verlag

Preis: 29,95 €

Ernährung für ein neues Zeitalter

Worum geht‘s

Wir leben im Überfluss und müssen weder jagen noch einen Garten bestellen, um täglich etwas auf den Teller zu bekommen. Ein großer Fortschritt möchte man meinen, aber das Gegenteil ist der Fall: Wir überlassen es ertragsorientierten Lebensmittelkonzernen für die Qualität dessen was auf unserem Teller landet zu sorgen und zücken nicht die Rote Karte und drohen mit Boykott, denn der Preis ist heiß. Geiz ist geil und wozu für Essen das Geld bezahlen, was heimische Produzenten mit Anspruch und Qualitätsbewusstsein benötigen, um davon leben zu können. Beim Thema Ernährung spalten sich unsere Gesellschaften weltweit in zwei Lager: Da sind die, denen es gar nicht billig genug sein kann, um ihr Geld in teure Unterhaltungselektronik und Klamotten zu stecken und dann immer mehr Menschen, die zur zweiten Spezis gehören und sich jede Menge Gedanken um Nachhaltigkeit und Qualität bei ihrem Essen machen und sich deshalb häufig vegetarisch und vegan ernähren. An den Rändern dieser unterschiedlichen Gruppen kämpfen inzwischen viele mit Allergien und Unverträglichkeiten wie Gluten, Nüsse oder Lactose.

Was ist drin?

Island als europäischer Hotspot für eine neue Ernährungsphilosophie

© Simon Bajada

Wer hätte es für möglich gehalten dass, ein so dünn besiedelter Landstrich wie Island, auf dem sehr viele der frisch verfügbaren Lebensmittel wie Obst und Gemüse zusätzlich nur aus dem Import kommen, zum Hot-Spot für die internationale Veganer-Szene wird. Ich kann es schwer fassen, dass ein Volk, dass allein schon wegen der Witterungsbedingungen – die hier vorherrschen, ganzjährig auf vegetarisch veganes Essen Lust hat. Dem ist so, lerne ich schnell, denn wenn man Reisetipps für Island sucht, gibt es unglaublich viele vegane Blocks, die zu berichten wissen, dass in isländischen Supermärkten quer durch die Republik eine breite vegane Produktpalette ständig verfügbar ist. Vielleicht liegt es daran, dass eine spartanische Landschaft einfach eher zum Nachdenken anregt, wissen doch schon Feng Shui-Experten und Less is More-Befürworter, wenn wir uns die Wohnung zumüllen mit Konsumartikel, die wir eigentlich gar nicht brauchen, gerät das Wesentliche ins Hintertreffen und wir verzetteln uns. In Skandinavien ganz allgemein, dass stelle ich immer wieder fest, tun sich Menschen ein wenig leichter, wenn es darum geht zu erkennen, was wirklich essenziell ist.

Wie die Mutter, so die Tochter
– auf dem Weg zu einem vegetarischen Lifestyle

© mit freundlicher Genehmigung von Solla Eiríksdóttir

Solla Eiríksdóttir ist Star der Eat-Healty-Kultur in Island, betreibt mehrere Restaurants und gibt eine eigene vegane Produktlinie raus. Diese Frau ist höchst umtriebig und versteht es perfekt, sich als Ikone dieser Szene zu inszenieren.

Was bitte ist denn vegetarischer Lifestyle?

Diese Autorin ist mit Eltern aufgewachsen, die sich schon immer für Nachhaltigkeit interessiert haben. Eigentlich klassisch für Menschen die heute in der Mitte ihres Lebens stehen und mit 68er Eltern aufgewachsen sind. Das Ehepaar Eiríksdóttir sind Pädagogen gewesen, fermentiertes Gemüse aus dem eigenen Biogarten war bei dieser Familie als Begleitung so normal und selbstverständlich wie für uns ein grüner Salat als Beilage. Als Solla selbst Mutter wurde und mit allerlei Allergien und Unverträglichkeiten zu kämpfen hatte, wandte diese sich der rohköstlichen bio-dynamischen Ernährung zu. Für sie begann damit eine echte Obsession, weil es ihr mit dieser Ernährungsform schnell besser ging und alle Symptome verschwanden. Diese Überzeugung führte bei ihr dazu, dass, sie sich mit Menschen quer über den Globus vernetzt hat, um hier mehr zu lernen und noch tiefer in das Thema einzutauchen. Zurück in Island hat Solla Eiríksdóttir weiter an dieser Idee gearbeitet und auch ihre Wurzeln mit einbezogen. Die Großeltern wurden zu Ratgebern, die kompostieren auf kleinsten Raum erklärten und waren auch eine Hilfe, wenn es um die Tradition des Fermentierens ging.

Hildur Sollas Tochter steht für eine zeitgemäße und weniger dogmatische Weiterentwicklung dieser Lebensweise, als studierte Ernährungsexpertin, ist die pflanzenbasierte Vollwertkost ihr Thema,  damit sorgt sie für moderate Anpassung, denn nur roh kann sich kaum jemand ernähren. Keine Angst, sie werden also nicht zum Rohköstler bekehrt, sondern begegnen Rezepten, die erst mal gesund sind, ermuntern nachzudenken und Ernährung als eine gesellschaftliche Haltung und Überzeugung verstehen und das ist wohl gemeint, wenn bei diesem Buch von vegetarischem Lifestyle gesprochen wird.

Quer durch die ambitionierte Speisekammer von Ernährungs-Ethiker

Die Einteilung der Rezepte erfolgt im Turnus der Mahlzeiten und legt großen Wert auf saisonale Ausrichtung, im Frühling steigt die Lust auf Gesundes und der Sommer lädt ein, aus dem Vollen zu schöpfen. Im Herbst können wir noch mal richtig, die Keller füllen und im Winter gilt es damit auszukommen was da ist: Es geht um Energiemixe, Smoothies & Shots, Joghurt & Porridge, Knuspermüsli, Superfood in Form von Algen und Acaibeeren, gesunden Latte und Kaffee, gesunde Ostereier, Rhabarbermarmelade, Detox, Cracker, Humus, Energie-Riegel, Sushi, Schüsseln to go, Grünkohl-Chips, Dinkel-Calzone, Korianderkraut-Chutney, Sauerteigpizza, Bowls, Linsensalat mit Rosenkohl und würzigen Pekanüssen, eine Suppe quer durch den Garten, Wiesenampfer-Pesto, Wildbeeren, fermentierte Karotten, konservierte Kräuter, Saatenbrot, gesunde Lasagne, Falafel, Taco und jede Menge gesunder Pizza.

Prenzlauer Berg und Skandinavien
– die Unterschiede scheinen nicht mehr so groß!

Vom Prenzlauer Berg wissen viele zu berichten, dass hier eine besondere Spezies unterwegs ist. Gut ausgebildete Mittel-Schichtler, die sich Ethos und Nachhaltigkeit leisten können. Vielleicht ist das Buch hier richtig, aber ich wäre traurig, wenn es nur so identifiziert wird. In diesem Buch wird versucht, gesunde Ernährung zur Lebensform zu erheben. Das ist richtig, auch wenn ich mir zugebenermaßen mal Frikadelle und Bratwurst gönne. Ich bin weder Prenzlauer Berg noch verkopfte Öko-Tuzzi, ich bin offen und stelle fest, die Gesellschaft spaltet sich ernährungstechnisch. Bedienen wir Klischees dann gibt es die, denen es nicht gesund genug sein kann und andere denen es nicht billig genug sein kann. Eine gesunde Alternative ist ein Blick über den Gartenzaun wert und kann auch Familien mit unterschiedlichen Essgewohnheiten und Unverträglichkeiten wieder am Tisch vereinen. Jedes Rezept von Solla wurde dafür entsprechend mit Piktogrammen qualifiziert, das macht einiges leichter, auf Anhieb das richtige zu finden.

 Fazit: Dieses Buch ist ein wichtiger Beitrag zur gesunden Ernährung in 2017, weil es alles was gesund und köstlich ist, zwischen zwei Buchdeckel zu bringen versucht, Rohkost, Vegetarisch, Vegan, Ayurveda, Superfood & Co. Den Einen ist das zu viel Ethik und Hipstertum, den anderen schlichtweg zu aufwendig. Ich fand es auch als Nicht-Ernährungs-Apostel spannend wie sich bei diesem Thema im Moment gerade sehr viel miteinander vermischt und extreme Positionen aufgegeben werden. Man ist nicht mehr nur Roh-Köstler, Vegetarier oder Veganer, sondern bedient sich überall ein bisschen. Optisch versteht dieser Titel die Botschaft der Reduzierung ästhetisch wunderhübsch zu verpacken und zu transportieren. Es ist kein Zufall, dass dies gerade in Skandinavien und Island beginnt, diese reduzierte Landschaft, ist ein perfektes Pendant zur puren Lebens-Philosophie, wunderbare Fotos, die ungeheuer ansprechend sind, belegen das. Wer vorher noch nicht Fan von Land und Leuten war, läuft Gefahr sich zu verlieben. Nachhaltigkeitsthemen komplementieren das Setting, sind jeweils aber nur Ausflüge. Dieses Buch ist speziell und erfordert definitiv Einsatz, sowohl bei der Zubereitung als auch im Portemonnaie, wenn es um Zutaten wie Acaibeeren-Pulver und anderes geht. Aber es lohnt sich einen Blick hinein zu werfen, für Vegetarier und Veganer mit Ambitionen oder einfach auch nur für Menschen, die neugierig sind und wissen wollen, wie es bei uns ernährungstechnisch weiter gehen kann.

Vielen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.

Brotpflanzerl mit Kartoffelsalat

Quelle: Cornelia Schinharl: Alpenküche Vegetarisch

ZS Verlag

Sehr leckere Resteküche, bislang ist bei mir altbackenes Brot immer nur zu Semmelknödeln verarbeitet worden. Bitte, tut Euch einen gefallen, Gemüsebrühe geht für den Kartoffelsalat nur selbstgemacht. Als Frankfurter muss man mich natürlich nicht zweimal bitten ein großes Bund gemischter Kräuter zu besorgen, wozu gibt es bei uns grüße Soße Kräuter im Bund. Ich habe es auf dem Wochenmarkt ganz frisch vom Oberräder Kräuter-Gärtner handverlesen bekommen. Das ist wirklich toll, so kann man auch kleine Mengen verschiedener Kräuter kaufen, frisch sind die sowieso. Wer in Frankfurt wohnt und bislang nicht auf der „Konsti“ (Konstabler-Wache) diesem Stand regelmäßig einen Besuch abstattet, sollte schnellstmöglich mal vorbeischauen, wenn Bauernmarkt  (Do. + Sa.) ist. Auch für Auswärtige am Wochenende eine tolle Möglichkeit was Leckeres hinter die Kimmen zu bekommen.

Leider hat sich im Rezept ein Fehlerteufel eingeschlichen, bitte beachtet meine Angaben kursiv im Rezept. Milch niemals auf einmal zugeben, sondern nach und nach, ggf. mehr oder weniger verwenden.

So einen saftigen Kartoffelsalat mit Brühe liebt man in Bayern und Österreich. Zu den Brotpflanzerln schmeckt er ebenso gut wie zu den Getreidepflanzerln oder auch zu paniertem Käse.

Zutaten (für 4 Personen):

Für die Pflanzerl:

250 g altbackenes Brot (bei mir ca. 750 g.)

400 ml Milch (ggf. anpassen, bitte nicht die ganze Milch aufeinmal dazu geben)

2 Zwiebeln

1 großes Bund gemischte Kräuter oder Petersilie

20 g Butter

Salz

2 Eier

2 EL Mehl

Pfeffer aus der Mühle

frisch geriebene Muskatnuss

20 g Butterschmalz

Für den Salat:

1 kg festkochende Kartoffeln

Salz

gut ¼ l kräftige Gemüsebrühe

1 EL scharfer oder mittelscharfer Senf

ca. 2½ EL Weißwein- oder Apfelessig

Pfeffer aus der Mühle

4 EL Öl

Schnittlauch oder Borretsch zum Garnieren

Zubereitung:

Für die Pflanzerl das Brot in dünne Scheiben schneiden und in eine Schüssel legen. Die Milch lauwarm erhitzen und darüber gießen. Die Zwiebeln schälen und in feine Würfel schneiden. Die Kräuter waschen und trocken schütteln, die Blättchen abzupfen und fein hacken.

Die Butter in einer Pfanne erhitzen. Die Zwiebeln dazugeben, mit Salz würzen und bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten dünsten. Die Kräuter dazugeben und zusammenfallen lassen. Die Mischung unter das Brot rühren und alles mindestens 30 Minuten ruhen lassen. Zwischendurch ein- bis zweimal umrühren.

Inzwischen für den Salat die Kartoffeln mit der Schale waschen und in Salzwasser nicht zu weich garen. Inzwischen die Brühe aufkochen und mit dem Senf, dem Essig, Salz und Pfeffer mischen, das Öl gründlich unterrühren.

Die Kartoffeln abgießen und etwas abkühlen lassen. Pellen, in dünne Scheiben schneiden und in eine Schüssel geben. Vorsichtig mit dem Dressing mischen und abschmecken.

Die Eier und das Mehl zum eingeweichten Brot geben und alles gründlich zu einer gebundenen Masse verkneten. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken und zu etwa 12 Pflanzerln formen.

Das Butterschmalz in einer großen Pfanne erhitzen und die Pflanzerl darin bei mittlerer Hitze auf beiden Seiten 4 bis 5 Minuten braten.

Inzwischen den Schnittlauch oder Borretsch waschen und trocken schütteln. Den Schnittlauch in dünne Röllchen, den Borretsch in Streifen schneiden und unter den Salat mischen. Den Salat abschmecken und zu den Pflanzerln servieren.

Alpenküche Vegetarisch

Cornelia Schinharl: Alpenküche Vegetarisch

ZS Verlag

Preis: 24,90 €

An Guadn – kulinarische Hüttengaudi für daheim!

Worum geht’s?

Hütten-Gaudi statt Eat-Healthy-Dogma

Oktoberfest wird längst nicht mehr nur einmal im Jahr in München gefeiert, nein weltweit ist geradezu ein absoluter Boom zu verzeichnen und so werden Festzelte und Bierfässer nach Singapur und bis nach Hintertupfingen importiert, selbstredend, dass da auch die zünftigen Speisen, die ebenso dazu gehören wie die Maß Bier, mit dabei sein sollten. Tatsächlich gibt es jenseits des Smoothie, Chia, Vegan-Hypes auch außerhalb dieser vermeintlichen  „Eat-Healthy-Ghettos“, sogar Menschen, die es sich noch erlauben, nicht ständig über ihre Ernährung nachzudenken und die einfach nur genießen wollen. Wir wollen nur gut essen und das bedeutet nicht zwangsläufig, dass wir da an Schnitzel mit Pommes denken, für die muss ich ja nicht unbedingt auf einen Berg kraxeln. Deftig soll es trotzdem auf dem Teller zugehen, gerne auch vegetarisch, am liebsten mit allem, was es da droben sowieso schon in Hülle und Fülle gibt. Dazu gehören ebenso die vielen Wildkräuter, wie Milch und Käse von der Alm oder Knödel, Gerstensuppe, Schlutzkrapfen, Kässpatzen, Polenta, aber auch die süße Fraktion mit Nockerln und Schmarrn, schmecken dort unvergleichlich gut, hat man dort doch seit jeher aus der Not eine kulinarische Tugend gemacht und das an Zutaten verwendet, was eben da war.

Wer ist die Autorin?

Cornelia Schinharls Begeisterung fürs Kochen verdankt sie ihrer Oma. Sie war gern bei ihr in der Küche und diese hat ihr viel beigebracht: Wie man Pastinaken perfekt gart, wie man den Strudelteig hauchdünn auszieht und wie man die besten Schupfnudeln der Welt zubereitet. Von ihr hat sie auch gelernt, wie wichtig gute Zutaten sind. Das Gemüse kam aus ihrem Garten, das Fleisch vom Dorfmetzger, der noch jedes geschlachtete Tier kannte und die Fische aus dem nahen See. Diese Passion für den Kochherd ist Cornelia geblieben. Bis vor kurzem stand ihr Schreibtisch in der Nähe von München. Vor zwei Jahren ist sie umgezogen und wohnt nun in der Nähe von Bern. Hier sieht sie aus dem Fenster ihres Arbeitszimmers, ja sogar von ihrer Küche aus, die Alpen.

Was ist drin?

Die Wanderstiefel bleiben diesmal im Schrank, es geht gleich ab in die Küche!

Die Autorin hat sich für dieses Buch für uns auf die Socken gemacht und die mühselige und kräftezehre Arbeit erledigt. Mit Rucksack, Wanderstiefeln und professionellen Führern, hat Cornelia Schinharl urige und authentische Hüttenwirte im Berner Oberland, in Bayern, der Schweiz und Österreich entdeckt und besucht, um sich inspirieren zu lassen von urwüchsigen und unverfälschten vegetarischen Rezepten, die sich in klassischer Aufstellung präsentieren: „Von Brotzeit und Jause“ über „schmackhaftes aus dem Suppentopf“, „Knödel, Pasta & Co.“, „deftiges aus dem Ofen“ bis zu den unwiderstehlichen „Mehlspeisen und Gebäck“ ist hier vieles dabei, was ich gerne zu einer ganz privaten Hütten-Gaudi in Frankfurt probiere, muss ja Gottseidank nicht selber los, sondern kann gleich in die Küche verschwinden.

Meine ganz persönliche Auswahl ist sehr lang geworden, also beschränke ich mich auf einige Rezepte, die hoffentlich die große Bandbreite an vegetarischen Spezialitäten widerspiegeln und mir vor allem die Zeit bis zum nächsten Wanderurlaub in Südtirol nicht lang werden lassen.

Na, jetzt vielleicht auch Lust auf ……

Ziegenkäse-Carpaccio mit Thymian und Walnüssen
Kräuter-Blüten-Salat mit Topfenkrapfen
Linsensalat mit Birne und Wacholder
Kräuter-Alpkäse-Frittata
Kaspressknödel-Suppe
Graupensuppe mit Kümmelrahm
Brotpflanzerl mit Kartoffelsalat
Kastaniennudeln mit Nuss-Käse-Sauce
Tirteln mit Sauerkrautfüllung
Gersten-Risotto mit Kräutern und Käse
Wildkräuterstrudel mit jungem Käse

Eine Köchin mit Erfahrung, Menge Erfahrung und kennt uns vor allem ganz genau!

Bevor jetzt der eine oder andere sofort protestiert, nein ich habe nicht gemeint, dass Frau Schinharl bei Euch zu Hause ein und ausgeht. Oder wenn ich es mir recht überlege, dann ist die Idee gar nicht so abwegig, diese Autorin hat viele schöne und äußerst erfolgreiche Kochbücher geschrieben, da könnte auch bei Euch eins davon im Regal stehen. Neben asiatischer oder italienischer Küche, liegt ihr besonders die vegetarische Küche ausgesprochen am Herzen und sie hat viele Titel dazu bereits veröffentlicht. Hinzu kommt, dass es ihr stets ein Anliegen ist, Rezepte nicht nur zu sammeln und zu editieren, sie legt gerne selbst Hand an und lässt es sich nach der Recherche nicht nehmen, alles zu Hause auszuprobieren und dann in ein geling sichere Format für uns nicht Alpenländer zu bringen. So wird jedes Rezept zu Beginn in den richtigen kulinarischen Kontext eingebunden und am Ende verlassen wir die Küche fast immer mit einem weiteren Tipp oder einer Variante.

Update zum Praxistest: Leider nur 2 von drei Treffern!

Beim Strudel können wir Köchinnen und Köche jenseits des Weißwurst-Äquators aber durchaus noch von ein wenig Entwicklungshilfe aus dem Süden profitieren, ich hätte mir hier auch gut eine Foto-Anleitung vorstellen können, denn an dem Strudel-Diplom arbeite ich noch. Leider hat sich beim Nachkochen auch herausgestellt, dass beim Pflanzerl-Rezept, die Mengenangaben für Brot und Milch nicht stimmig sind, schade, es hatte wirklich sehr gut angefangen, ich hatte bei diesem Buch auf die große Erfahrung der Autorin gesetzt. Ich muss jetzt dafür doch leider noch einen Punkt abziehen.

Typen und Originale, die voll und ganz hinter ihrer Sache stehen!

Kochbücher haben es heutzutage recht schwer, die Leser sind anspruchsvoll geworden. Nur Rezepte vermittelt bekommen, das reicht den meisten nicht mehr. Wie gut das die Autorin sich bevor es in die Küche geht, gerne selbst ein Bild macht. Auf ihren Wanderungen hat sie viele interessante Menschen kennengelernt, die mit Herzblut und viel Engagement im Sommer auf der Alm leben, da ist Lisette mit einem Bachelor in Geowissenschaften, den Wunsch mal einen Sommer auf der Alm zu verbringen, hat sie ihrer Mutter zu verdanken, die das selbst einmal gemacht hat. Ihr Inserat: Studentin möchte auf die Alp und kann eigentlich gar nichts führte zum gewünschten Erfolg, jetzt ist Lisette schon den zweiten Sommer beim Käsen auf der Mederalp, der beständige Rhythmus der langen Arbeitstage geben ihrem Leben eine wohltuende Struktur findet sie. Annemarie und Alfred sind beim Käsen alte Hasen, seit 40 Jahren jeden Sommer mit Kühen auf der Chaslepalp. Alfred ist für die Tiere und das Melken zuständig und meint, es schadet nicht, wenn man mit ihnen spricht und beim Streicheln, bitte auch nicht geizig sein. Hubsi, ein echter Berchtesgadener Bub, hat aus dem Ferienjob, inzwischen eine Passion gemacht und gräbt hoch droben Enzian und Meisterwurz aus, anschließend brennt er daraus einen echten Enzian, der viel milder als das zusammengepanschte Zeug aus dem Supermarkt daher kommt. Auch um Geschichten ist er nach getaner Arbeit vor der Hütte nicht verlegen, wenn Freunde und Touristen an seinen Lippen hängen und dabei auch das eine oder andere Stamperl bei einigen die Kehle herunter rinnt.

Ein Kräuterfuchs und eine Spitzenköchin sorgen für Abwechslung!

Eigentlich sollte eine Kräuterhexe ins Buch, bei ihrer Recherche stieß Frau Schinharl aber auf einen echten Kräuterfuchs, Ernst Fuchs und seine Frau Margrith haben mit Käse nichts am Hut, kennen sich aber bestens mit Wildkräutern aus, schließlich werden diese sei vielen Jahren auf ihrer Alm gesammelt und getrocknet. Die beiden haben die Liebe zu Bergthymian und Leimkraut, bei Cornelia geweckt. von jetzt an ist sie bei ihren Wanderungen nie mehr ohne Rucksack und Pflanzenbestimmungsbuch in den Bergen unterwegs. Anna Matscher, gelernte Masseurin und Koch-Autodidaktin sorgt mit ihren Rezepten für Schwarzkohlknödel mit Graukäseschaum und Rohnenknödel im Fond von der weißen Rohne für einen kleinen aber äußerst feinen Ausflug in die Sterneküche und ist dabei ein ebenso sympathisches Weibsbild, wenn sie erzählt wie alles begann.

Fazit: Alpenküche von Cornelia Schinharl überzeugt mit sehr vielen schönen Rezepten, für die vegetarische Hüttengaudi. Leider ist es aber nicht ganz ohne Fehl und Tadel, dass Pflanzerl-Rezept hat nicht funktioniert und musste von mir tüchtig angepasst werden. Schade dabei hatte es so gut angefangen und die Autorin verfügt über jede Menge Erfahrung, aber der böse Fehlerteufel lauert heutzutage überall, seien wir ein bisschen nachsichtig, denn ihre tollen Ideen  machen vieles wett, es gibt kaum ein Rezept, dass mir nicht gefällt, Zettel kleben, war leider aufgrund der Fülle nicht möglich. Schöne Fotos und nette Portraits laden ein zu einem kulinarischen Ausflug auf die Alm, der mir trotzdem sehr gefallen hat.

Herzlichen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.