Thadig-Reis mit knusprigem Kartoffelboden

© Manuel Krug

Was sich als Rezept eher als schlichtes Feierabend-Essen ankündigte, konnte am Tisch auch den nicht vegetarisch veranlagten Lieblings-Mann voll überzeugen. Kein Wunder, wenn würziger Reis auf –knusprige Kartoffeln trifft. Herrlich unkompliziert und so lecker!

 Quelle: Ofir Raul Graizer: Ofirs Küche

Israelisch-Palästinensische Familien-Rezepte

Fotos: Manuel Krug

Zutaten (6 Portionen):

2 Tassen (400 g) Langkornreis

2 l Wasser

⅓ Tasse (80 ml) Sonnenblumenöl

2 EL Olivenöl

4 Kartoffeln (480 g), in 1 cm dicken Scheiben

2 Zwiebeln (200 g), in dünnen Scheiben

1 TL Kurkuma

1 EL Koriandersamen, ganz

1 TL Kreuzkümmel, gemahlen

½ TL grobes Salz

Abgeriebene Schale einer Zitrone

2 TL Salz

Zubereitung:

Spüle den Reis gut in einem Sieb ab und lass ihn 30 Minuten quellen. Spüle ihn dann nochmals ab und lass das Wasser abtropfen.

Bringe 2 l Wasser in einem kleinen Topf zum Kochen. Gib den Reis hinein, verringere die Hitze und lass ihn 8 Minuten unter häufigem Umrühren köcheln. Nimm ihn vom Herd und gieße ihn in ein Sieb ab. Der Reis soll nicht ganz gar sein.

Erhitze das Sonnenblumen- und Olivenöl in einem breiten Topf, am besten mit dickem Boden, 30 Sekunden auf mittlerer Stufe.

Gib Kartoffeln, Zwiebeln und Koriander dazu und verrrühre sie 1 Minute lang, breite dann die Kartoffelscheiben auf dem Topfboden aus und bedecke sie mit den Zwiebeln.

Bestreue alles gleichmäßig mit Kurkuma, Koriander und Kreuzkümmel und lass die Mischung 1 weitere Minute kochen. Streue jetzt eine Prise vom groben Salz darüber.

Verteile den abgetropften, halbgaren Reis gleichmäßig über die Zwiebeln und Kartoffeln. Streiche ihn mit einem Löffel glatt und verteile die abgeriebene Zitronenschale über dem Reis. Mit dem Löffelstiel stichst du jetzt an 5 bis 6 Stellen in den Reis; durch die kleinen Löcher, die dadurch entstehen, kann sich der Dampf im Topf entfalten, der den Reis gar werden lässt. Man braucht kein Wasser mehr nachzugießen. Dreh die Hitze für 1 Minute auf die höchste Stufe und dann auf die niedrigste Stufe zurück.

Lege ein sauberes Küchentuch oder 2 Lagen Küchenkrepp über den Topf, ehe du den Deckel aufsetzt. So schaffst du eine Trennschicht zwischen Deckel und Topfinhalt. Lass das Ganze 20 Minuten ruhig ziehen. Schalte den Herd aus und warte weitere 10 Minuten, bevor du den Deckel abnimmst und das Küchentuch entfernst. Gib nun das Salz dazu und rühre vorsichtig um. Serviere den Reis mit ein paar Kartoffelscheiben, die du mit einem Holz- oder Metalllöffel vom Topfboden kratzt.

Vegan, laktosefrei, glutenfrei

Tacheles: Reis vorkochen, Kartoffeln braten, alles nochmal kochen

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Marktsuppe mit Matzenknödel

© Manuel Krug

Quelle: Ofir Raul Graizer: Ofirs Küche

Israelisch-Palästinensische Familien-Rezepte

Fotos: Manuel Krug

Die Suppe mit Matzenknödel ist ja wirklich ein alter Hut in der jüdischen Küche. Ofir Grazer ist mit diesem Rezept jedoch eine großartige vegetarische Variante gelungen, die mir deutlich besser gefallen hat, als die klassische Vorlage mit Hühnerbrühe. Ofirs Variante kann mit viel Aroma überzeugen, die vielen praktischen Tipps sind ja sowieso bei ihm immer dabei – Danke Ofir für diese klasse Variante, da kann einmal der langweilige Klassiker direkt gestohlen bleiben, auch wenn man kein reinrassiger Vegetarier ist!

 Zutaten (10 Portionen):

Für einen großen Topf

8 EL Olivenöl

5 Zwiebeln (600 g), gerieben oder fein gehackt

6 Karotten (600 g), Biokarotten kann man

mit der Schale verwenden – ansonsten schälen,

Enden abschneiden, reiben

1 EL Kurkuma

1 EL Kreuzkümmel, gemahlen

½ TL Kardamom, gemahlen

1 Prise Gewürznelken, gemahlen

4 Knoblauchzehen (20 g),

in dünnen Scheiben

Stangen-Sellerie (800 g)

– die Blätter zur Seite legen,
die Stangen in feine Streifen geschnitten

1 Stange Lauch (300 g),

nur der weiße Teil, in Scheiben

1 große Fenchelknolle (250 g), in Scheiben

3 Zucchini (800 g), in 1 cm großen Würfeln

1 Bund Petersilie (80 g), grob gehackt

1 Bund Dill (80 g), grob gehackt

1 EL Salz

½ EL Pfeffer

Zubereitung:

Bereite alle Gemüsesorten wie angegeben vor – waschen, schälen, schneiden, reiben.

Gare zunächst die Zwiebeln und Karotten im Olivenöl 10 Minuten lang bei mittlerer Hitze. Rühre sie hin und wieder mit einem Holzlöffel um, damit sie nicht ansetzen. Gib die Gewürze, Knoblauch, Sellerie und Lauch dazu, vermische alles gut und lass das Gemüse zugedeckt unter gelegentlichem Umrühren weitere 10 Minuten garen. Füge dann Fenchel und Zucchini hinzu. Gare noch einmal 5 Minuten und rühre zwischendurch einige Male um.

Gieße mit 4 ½ l Wasser auf und bringe es bei geschlossenem Deckel zum Kochen. Wenn die Suppe kocht, gib Petersilie, Dill, Sellerieblätter, Salz und Pfeffer dazu und reduziere die Hitze.

Lass die Suppe 30 Minuten lang auf kleiner Flamme köcheln. Nimm den Topf vom Herd, schmecke mit Salz und Pfeffer ab. Serviere die Suppe erst 5 bis 6 Stunden nach ihrer Zubereitung. Je länger du sie stehen lässt, desto besser schmeckt sie. Deshalb empfehle ich, diese Suppe bereits am Vortag zuzubereiten. Noch besser schmeckt die Suppe, wenn man sie mit Knödeln oder Kneidlach (Rezept auf Seite 156) serviert.

Dass haben wir so gemacht und die Matzenknödel direkt in der Suppe gegart.

Laktosefrei, glutenfrei

Tacheles: viel Gemüse schneiden und geduldig kochen lassen

Kneidlach – Matzenknödel als Suppeneinlage

 Kneidlach/Zutaten (für 30 Stück):

2 Tassen (200 g) Matzemehl

oder 200 g Matzen

2 Tassen (250 ml) kochendes Wasser

3 EL Sonnenblumen- oder Sojaöl

1 EL gehackte Petersilie

1 TL Salz

½ TL Pfeffer

¼ TL Zucker

4 Eier

3 Tassen Gemüsebrühe, gekauft oder

selbstgemacht

Für die selbstgemachte Brühe:

1 Scheibe Selleriewurzel (100 g)

1 Zwiebel (100g)

1 Bund Petersilie (70 g)

2 Karotten (100 g), geschält

Zubereitung:

Gemüsebrühe: Gib Selleriewurzel, Zwiebel, Petersilie und Karotten in einen mit 3 l Wasser gefüllten Topf. Bringe das Wasser zum Kochen und lass dann alles bei niedrigerer Hitze mindestens 30 Minuten köcheln, besser noch 1 Stunde lang.

Bereite, während der Fond vor sich hin köchelt, die Klößchen zu. Wenn du kein Matzemehl, sondern nur Matzen hast, zerkleinere sie im Mixer, bis eine Art Mehl entsteht. Es kann grob sein, sollte aber keine größeren Stücke mehr enthalten. Gib das Mehl in eine Schüssel und füge das kochende Wasser, Öl, Petersilie, Salz und Pfeffer dazu. Rühre alles gut um und lass die Mischung 20 Minuten lang ruhen. Gib dann die Eier dazu und verrühre das Ganze mit einer Gabel zu einem erstaunlich unansehnlichen Teig. Lass ihn 10 Minuten ruhen.

Rolle dann mit feuchten Händen kleine Bällchen von der Größe eines Tischtennisballs. Am besten stellst du eine Schale mit Wasser bereit und befeuchtest deine Handflächen, bevor du das nächste Klößchen formst. Lege alle Bällchen auf einen großen Teller oder ein Tablett.

Gib die Kneidlach nach und nach in die köchelnde Brühe. Achte auf etwas Abstand zwischen ihnen, sie werden aufgehen. Lass sie 10 Minuten lang im Wasser ziehen. Nimm sie mit einem Schöpflöffel aus der Brühe und lass sie auf einem Teller abkühlen. Serviere pro Person 2 bis 3 Kneidlach pro Teller mit einer Gemüsesuppe.

Laktosefrei

Tacheles: Brühe kochen, einen einfachen Teig zubereiten, Klößchen formen und kochen

One Pot Soulfood

Susanne Bodensteiner, Sabine Schlimm: One Pot Soulfood

Fotos: Mona Binner

Gräfe und Unzer Verlag

Preis: 19,99 €

Wie man sich den Alltag unkompliziert schön kochen kann…..

Puh, was für ein Tag: morgens die Bahn verpasst, zu spät zum Meeting gekommen und einen Rüffel vom Chef erhalten. Zu allem Ärger noch jede Menge Arbeit und kein Land in Sicht. Überstunden vielleicht, aber dann ab nach Hause und was Leckeres für Augen und Gaumen in den Topf, in die Pfanne oder aufs Blech und sich einfach den Alltag schön kochen. Sich dann ganz entspannt zurücklehnen, vielleicht einen Schluck Wein genießen und langsam sieht die Welt schon wieder ein wenig freundlicher aus….. Wer kennt sie nicht, Tage wie diese, die nach Wohlfühlessen auf dem Teller verlangen, um die Stimmung vom Keller wieder in die erste Etage zu befördern.

Wer sind die Autoren?

©Foto privat

Susanne Bodensteiner war Redakteurin bei der größten deutschen Zeitschrift für Essen und Trinken und arbeitet seit mehr als 20 Jahren als freie Food – Autorin. Sie kocht mit Lust und Leidenschaft – und  zwar am allerliebsten Gerichte, die die Seele trösten. Von ihr bisher bei GU u. a. erschienen: »Seelenfutter«, „Seelenfutter vegetarisch“ und »Feierabendfood«.

 

©Karin Desmarowitz

 

 

Sabine Schlimm lebt als Texterin, Lektorin und Übersetzerin in Hamburg. Ihre Leidenschaft für alles, was gut schmeckt, teilt sie gerne: kochend mit Freunden und Familie und schreibend mit allen anderen Menschen. Von ihr bei GU bisher erschienen: »Seelenfutter« und »Seelenfutter vegetarisch«.

Was ist drin?

Soulfood 2018 oder wie müssen essbare Therapeuten heute gestrickt (gekocht) sein…..

Das Soulfood unserer Kindheit hieß Milchreis und Frikadellen mit Kartoffelbrei. Als Teenager waren wir in Carbonara verliebt und heute träumen viele vom butterweichen Gulasch der Mutter, wenn wir an Seelenfutter denken. Bis auf den Milchreis, der neben anderen süßen Sachen (wie z. B. Spätzle-Auflauf mit Kirschen) in diesem Kochbuch nicht zu kurz kommt, fällt nach einem anstrengenden Tag in 2018 alles andere leider raus! Zu aufwendig und zu Kalorien lastig. Selbst ambitionierte Küchennutzer – wie ich selbst – wollen unter der Woche nicht mehr als durchschnittlich eine ¾ Stunde für die Zubereitung ihres Essens aufbringen. Wir haben nämlich einfach noch zu viel anderes auf der To-do-Liste, was unbedingt ebenfalls noch erledigt werden muss. Die Zutaten sollten möglichst übersichtlich bleiben und statt nur auf Fett als Geschmacksträger zu setzen, möchten wir lieber Aroma und unterschiedliche Texturen bei unserem Lieblings-Feierabend-Essen in den Vordergrund rücken. Unser Genuss-Fokus ist in den letzten Jahren zudem viel breiter geworden und dabei dürfen Mutters Frikadellen gerne auch mal als One-Pot-Köttbullar-Pasta fremdgehen. Neben dem Milchreis, der manchmal wirklich eine lebensrettende Maßnahme für unser Seelenheil darstellen kann, wollen wir inzwischen ebenso nach Feierabend gerne asiatisch (Asia-Gemüse-Pfanne mit Chili-Nüssen und Reisnudelsalat mit Steakstreifen) italienisch (Minestrone oder Zucchini-Frittata mit Ziegenkäse), indisch (Kartoffel-Okra-Curry mit Joghurt und Kokos-Dal mit Mandel Sprinkle) mexikanisch (Texmex-Bohnenpfanne) oder orientalisch (Bulgur-Pilaw mit Aubergine und Datteln oder orientalischer Kichererbseneintopf) genießen.

Soulfood kann jetzt auch One-Pot und One Tray….

Soulfood, One-Pot, One Tray sind Begriffe, die unsere Mütter nicht kannten, sie haben einfach nur gekocht. Eine Spülmaschine gab es erst viel später und die Zeit, die man in der Küche verbrachte spielte vielfach ebenfalls keine Rolle, denn die Küche war das Herzstück des Hauses und der Mittelpunkt des Familien-Lebens. Prinzipiell sind Soul-Food oder One-Pot nicht unbedingt die besten Freunde, sondern entschiedene Gegner im Kampf um unsere Anerkennung. Der eine will die Menschen nach einem harten Tag glücklich sehen und der andere ihnen den Abwasch und unnötig Zeit bei der Zubereitung seines Essens ersparen. Unzählige Bücher gibt es bereits zum Thema und die meistens davon können entweder nur das eine oder das andere richtig gut. Susanne Bodensteiner und Sabine Schlimm liefern in ihrem Buch ca. 80 Rezepte (oder nennen wir sie auch gerne Feierabend-Retter oder essbare Therapeuten), die endlich beides können. Hier wächst buchstäblich das zusammen, was wir heute genauso wollen. Sie servieren vegetarische Wundertöpfe, jonglieren mit praktischen Vorrats-Jokern wie Hülsenfrüchten, Speck, Fisch aus der Dose oder Tiefkühlhimbeeren und bringen fleischiges mit Wohlfühlfaktor auf den Tisch. Wir werden wie bei Muttern z. B. mit gratinierten Gnocchi mit Rosenkohl, One-Pot-Schinkennudeln und einer Kartoffel-Gemüse-Pfanne mit Spiegelei glücklich gemacht. Aber statt Speck kann dabei ebenso leckeres Gemüse mal die Joker-Rolle übernehmen und auch Neuzeit-Vegetarier vollkommen zufrieden stellen.

Soul-Food mag immer noch Speck und Käse, heißt aber auch viele Kräuter und gesundes Zeug….

Und neben Mutters modernisierten One-Pot-Pichelsteiner, das sich im Buch ein Kräuter-Update mehr als verdient hat, freuen sich die Vegetarier ebenso über ganz viele Optionen ohne Fleisch wie z. B. eine Grünkern-Rahmwirsing-Pfanne, die zeigt Seelenschmeichler können wunderbar mit gesunden Zutaten wie Grünkern und Quiona zubereitet werden, wenn die richtigen Buddies dabei sind. Vegetarier müssen beim Soulfood nicht mehr am Katzentisch sitzen, sondern kommen gut weg in diesem schönen Kochbuch, z. B. mit Veggie-Cassoulet, Bami Goreng mit Tempeh oder Zartweizen mit Fenchel und Mandarine. Wenn Gäste kommen, können wir entweder Graupenrisotto mit Trüffelöl und wer mal mehr Zeit hat, auch ein leckeres Coq au vin, eine Ente mit Kartoffeln, Fenchel und Orange oder ein Ossobuco mit Fenchel und Parmesan Gremolata servieren. Einfach die Standard-Rezeptmenge für 2 Personen verdoppeln oder verdreifachen.

Gekocht und Verputzt:

Ich habe es mit Graupen-Risotto mit Trüffelöl ausprobiert als mein Mann mittags im Büro anrief und einen Kollegen zum Abendessen ankündigte. Mein Urteil als Feierabend-Köchin lautete einfach und unkompliziert, der Kollege, war begeistert und wollte gleich das Rezept für seine Frau mitnehmen.

Außerdem haben wir noch einen warmen Fladenbrotsalat probiert. Ebenfalls sehr lecker, steht außerdem schnell auf dem Tisch und ist nach einem anstrengenden Büro-Tag auch viel leckerer als einfach nur ein paar grüne Blätter auf dem Teller.

Gegen den Herbstblues, der mich irgendwann immer ereilt, wenn der Sommer sich verabschiedet, gab es dann noch One-Pot-Bulgur mit Merguez, die eigentlich ja keine One-Pot, sondern eher eine One-Tray-Variante ist. Glücklicherweise denken die Autorinnen nicht in kulinarischen Einbahnstraßen. Herausgekommen ist dabei ein eay-peasy Rezept, das hocharomatisch ist und nach 40 Minuten zum Essen an den Tisch ruft.

Alles was ich probiert habe, hat nicht nur uns am Tisch glücklich gemacht, sondern auch die jeweiligen Mittesser glücklicher vom Tisch aufstehen lassen.

Fazit: Soul-Food und One-Pot, da geht noch was!

Das dabei die Spülmaschine weniger zu tun hat, ist ein angenehmer Begleit-Effekt, aber sicherlich nicht der Hauptgrund, warum mir dieses Buch so gut gefällt. Ich will einfach nur lecker essen, genauso wie es für mich heute passt und da hat sich viel verändert in den letzten 10 Jahren. Es gibt unzählige Bücher zu beiden Trend-Themen: die meisten verkaufen ihre Theorie oder Strategie und keine gemeinschaftlichen Wohlfühl-Momente. Dies ist bei diesen Kochbuch zum Glück anders, es ist ein modernes und leckeres Kochbuch für uns Feierabendkocher geworden, dass nicht nur Speck und Käse favorisiert. Wohlfühlmomente und kulinarische Glückseligkeit sind bei weitem nicht mehr nur durch mächtige Zutaten, möglich! Modernes Wohlfühlessen bedient sich bei den Zutaten auf der ganzen Welt und schielt nicht ausschließlich auf Fett als Geschmacksträger. Es hat sich ebenso Aroma auf die Fahne geschrieben und möchte Vegetarier ebenso glücklich machen. Susanne Bodensteiner und Sabine Schlimm haben in ihrem schönem Buch viel modernes Seelenfutter für einen leckeren Feierabend für uns im Programm und können mit ihren raffinierten Ideen ebenso Gäste glücklich machen. Mir gefällt das ausgesprochen gut! Ich habe dieses Buch bereits schon einmal an meine Schwester verschenkt, die als Außendienstlerin mit unregelmäßigem Feierabend, häufig sogar meine Diabetes kranke Mutter mit am Tisch sitzen hat. Die beiden waren von den leckeren und unkomplizierten Rezepten ganz begeistert, denn genauso brauchen sie das und wollen es auch nur noch so. Für Trends ist die eine zu alt und hat die andere neben ihrem Job einfach zu wenig Zeit. Sie lieben es praktisch aber mit Pfiff, sonst könnte man ja auch den Lieferdienst anrufen! Und deshalb empfehle ich dieses Kochbuch gerne allen, die genauso ticken.

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar!

Nichts für Feiglinge

© Tamin Jones

Quelle: Baxter/Vincent: LEON – Hundert Salate

Fotos: Tamin Jones

Dumont Buchverlag

Preis: 20,– €

Farro kennen einige sicher aus Italien, dem Land kräftiger Risotti. Farro ist im Grunde Dinkel oder Emmer, ein Urgetreide, das auch in Deutschland angebaut wird, bei uns aber in Vergessenheit geriet und irgendwann plötzlich wieder in Bioläden auftauchte. Die Kombination von Leon verhilft dem nussig schmeckendem Korn zu tollen Partnern: würzige Kräuter, süße Feigen salzig-cremiger Käse – wir hätten nicht gedacht, dass das so lecker wird und die Bitternote des  Radicchio so formidable umspielt!

Ein Salat für die Tage, wenn sich der Herbst bereits ankündigt. Tiefe, reife Rottöne, die uns an fallende Blätter erinnern.

 Zutaten (für 4 Portionen):

150 g Farro

3 EL Olivenöl

1 großer Radicchio

1 EL Balsamico-Essig

1 Knoblauchzehe, zerdrückt

1 Prise brauner Zucker

1 EL frischer Majoran, fein gehackt

125 g gemischte Salatblätter

4 Feigen, geviertelt

Kerne von ½ Granatapfel

100 g Blauschimmelkäse, zerkrümelt

1 Handvoll Kerbel, zum Garnieren (optional)

Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

Den Farro waschen und mit ca. 500 ml Wasser in einen Topf geben. Eine Prise Salz zugeben und zum Kochen bringen. Ca. 25 Minuten köcheln lassen, bis der Farro gar ist, aber immer noch Biss hat. Gut abtropfen lassen, mit Salz und Pfeffer würzen und 1 Esslöffel Olivenöl unterrühren.

Den Radicchio in dünne Spalten schneiden. Währenddessen die Grillpfanne erhitzen. In einer großen Schüssel die übrigen 2 Esslöffel Olivenöl mit Essig, Knoblauch, Zucker und Majoran verquirlen.

Sobald die Grillpfanne heiß ist, die Radicchiospalten grillen, dabei portionsweise vorgehen. Der Radicchio sollte zusammenfallen und leicht anbräunen. Aus der Pfanne direkt in das Dressing geben und damit überziehen. Bei Bedarf würzen. Um den Salat fertigzustellen, den Radicchio mit den Salatblättern auf einer Servierplatte anrichten. Den Farro darüber verteilen und das restliche Dressing vom Radicchio darüberträufeln. Zum Schluss mit den Feigen, den Granatapfelkernen und dem zerkrümelten Blauschimmelkäse garnieren und nach Belieben mit Kerbel bestreuen.

Tipp: Um die Kerne aus dem Granatapfel zu lösen, legen Sie eine Hälfte mit der Schnittseite nach unten in ihre Handfläche (über einer Schüssel). Dann mit einem Nudelholz oder einem anderen schweren Gegenstand auf den Granatapfel klopfen. Die Kerne sollten nun problemlos herausfallen.

Vorbereitungszeit: 15 Minuten

Garzeit: 30 Minuten

Dicke Bohnen mit Koriander

(Favas de coentrada)

© Andrew Montgomery/Prestel Verlag

Quelle: Nuno Mendes: Lisboeta

Rezepte und Geschichten aus der Stadt des Lichts

Fotos: Andrew Montgomery

Prestel Verlag

Preis: 32,– €

 Wer sagt eigentlich, dass in Portugal Vegetarier nicht glücklich werden können, mit diesem Gemüse-Klassiker von Nuno Mendes sind die Voraussetzungen dafür hervorragend. Für uns ein herrlich einfaches Sommer-Abendessen, das ganz von den frischen Zutaten lebt!

 Favas (Dicke Bohnen) werden zumeist getrocknet in Eintöpfen verwendet – lecker, aber auch recht schwer, und den Vorzügen der Bohnen wird das nicht gerecht. Dieses Rezept dagegen rückt die frischen Bohnen ins beste Licht. Sie schmecken

fabelhaft zu gegrilltem Fisch.

 Zutaten (für 4 Personen ):

1 Ei

2 Scheiben helles Sauerteigbrot

2 EL Olivenöl plus etwas mehr zum

Beträufeln

200 g enthülste Dicke Bohnen

1 Schalotte, fein gehackt

1 Knoblauchzehe, zerstoßen

1 kleine Handvoll Koriandergrün, Blätter und

Stängel getrennt und fein gehackt

frisch gepresster Saft und abgeriebene

Schale von 1 Biozitrone

Weißweinessig zum Abschmecken

natives Olivenöl extra zum Beträufeln

Meersalzflocken und frisch gemahlener

weißer Pfeffer

 Zubereitung:

Das Ei in einen Topf mit kaltem Wasser legen. Zum Kochen bringen und dann den Topf vom Herd nehmen. Zudecken und 10 Minuten stehen lassen. Das Ei herausnehmen, in eiskaltem Wasser abkühlen lassen und dann schalen. Das Eiweiß vom Eigelb trennen, beides fein hacken und beiseite stellen.

Den Backofen auf 220 °C vorheizen. Die Brotscheiben auf ein Backblech legen und von beiden Seiten mit Olivenöl beträufeln. Das Brot rösten, bis es goldbraun und knusprig ist, und nach dem Abkühlen zu groben Bröseln verarbeiten.

Die großen Bohnen von den kleinen trennen. Die großen enthäuten (falls nötig, für 30 Sekunden in kochendes Wasser tauchen, abgießen und in eiskaltem Wasser abschrecken: Dann lost sich die Haut leichter). Schalotte, Knoblauch und Koriander Stängel vermischen, salzen und pfeffern.

Das Olivenöl bei mittlerer Temperatur in einem Topf erhitzen, die Schalotten-Koriander-Mischung darin anbraten, bis sie ein wenig Farbe angenommen hat. Die Hälfte des Zitronensafts angießen. Bei

schwacher Hitze köcheln lassen. Abschmecken und, falls nötig, noch etwas Zitronensaft da zugießen. Wenn die Schalotte und der Knoblauch weich sind, die Bohnen hinzufugen und gut umrühren.

Den Topf vom Herd nehmen und den restlichen Zitronensaft sowie 1 Schuss Essig angießen. Korianderblätter, Zitronenschale und Brotbrösel hinzufugen, die Bohnen mit ein wenig nativem Olivenöl extra beträufeln und mit dem gehackten Eiweiß und Eigelb bestreuen.

„And the Bete goes on“

© Tamin Jones

Quelle: Baxter/Vincent: LEON – Hundert Salate

Fotos: Tamin Jones

Dumont Buchverlag

 Preis: 20,– €

Um ehrlich zu sein, sind rote Bete, nicht unbedingt mein Ding und ich war mehr als skeptisch bei dieser Salat-Kombination. Aber gerade das Zusammenspiel von erdigen, scharfen und süßlichen Noten, haben uns dabei sehr gut gefallen, Brunnenkresse ist zwar in Deutschland schwer zu bekommen, passt aber hier perfekt mit seinem senfig, leicht scharfen Geschmack dazu und kann leider nicht ersetzt werden. Ich hatte Glück, der Erzeugermarkt und das „Oberräder Kräutermandl“ machten diese Erfahrung für uns möglich – Danke dafür an die Britin mit dem gut bestücktem Salat-Baukasten und den „Kräuter-Mann!

 Schneiden Sie das Gemüse sehr dünn, dann kann es das schwungvolle Dressing besser aufnehmen. Bringt die Geschmacksknospen zum Singen.

 Zutaten (für 4 Portionen):

300 g Rote Bete, geschält

5 Karotten, geschält

1 kleiner Daikon-Rettich

6 Radieschen

100 g Brunnenkresse

2 Orangen, filetiert

70 g Feta, zerkrümelt

2 EL frische Minze, fein gehackt

1 EL frischer Dill, fein gehackt

Dressing:

100 g Pistazien, grob gehackt

abgeriebene Schale und Saft von 1 Orange

1 rote Chilischote, fein gehackt

1 Knoblauchzehe, zerdrückt

2 EL marinierte rote Zwiebeln (siehe Seite 218 oder siehe unten)

3 EL Olivenöl

1 TL Balsamico-Essig

Salz und frisch gemahlener

schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

Das Gemüse entweder hobeln oder in dünne Scheiben schneiden. Die Karotten und der Daikon-Rettich können mithilfe eines Sparschälers geschnitten werden. Ebenso die Rote Bete, obwohl sie sich womöglich besser mit dem Messer in Scheiben schneiden lässt. Die Radieschen ebenfalls in dünne Scheiben schneiden. Die Zutaten für das Dressing vermischen und unter das Gemüse heben. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Die Brunnenkresse auf einer Servierplatte anrichten und das Gemüse darauf verteilen. Mit den Orangenspalten, dem Feta und den Kräutern abschließen.

Tipp: Das Dressing passt auch zu Rote Bete, Karotten und Kürbis aus dem Ofen.

Vorbereitungszeit: 15 Minuten

Kategorie: Weizenfrei, Glutenfrei, Vegetarisch

Marinierte rote Zwiebeln

Zutaten:

2 rote Zwiebeln, in feine Ringe

geschnitten oder gehackt

2 TL brauner Zucker

1 EL guter Rotwein- oder

Balsamico-Essig

1 gute Prise Salz

Zubereitung:

Die Zwiebeln mit Zucker, Essig und Salz vermischen. 2. Abdecken und bei Zimmertemperatur zwischen 20 Minuten und einigen Stunden stehen lassen.

Marcellas Reissalat

© Tamin Jones

Quelle: Baxter/Vincent: LEON – Hundert Salate

Fotos: Tamin Jones

Dumont Buchverlag

Preis: 20,– €

Salat-Krönung, so macht auch ein Reissalat Spaß, den ich gedanklich schon in den 70iger kulinarisch beerdigt hatte – nicht nur in Ibiza, sondern auch in Frankfurt groß angekommen – obwohl der auch noch unverschämt gesund ist!

 John aß diesen Salat zum ersten Mal auf Ibiza und war absolut begeistert.

 Zutaten (für 2 Portionen):

50 g Rosinen

125 g brauner Jasmin-Reis oder Vollkornreismischung

50 g getrocknete Feigen, grob gehackt

50 g ganze blanchierte Mandeln, geröstet

2 EL frischer Koriander, fein gehackt

2 EL frische Minze, fein gehackt

1 TL Granatapfelsirup

1 Prise Cayenne-Pfeffer

2 EL Olivenöl, zum Servieren

1 großzügige Prise Sumach, zum Servieren

Kerne von ½ Granatapfel,

zum Servieren:

Salz und frisch gemahlener

schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

Die Rosinen mit heißem Wasser bedecken, damit sie sich mit Flüssigkeit vollsaugen. Den Reis 30 Minuten in 250 ml siedendem Wasser oder entsprechend der Packungsanleitung bissfest garen. Gut abtropfen und abkühlen lassen. In einer großen Schüssel den Reis mit den Rosinen und den übrigen Zutaten vermischen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Etwas Olivenöl darüberträufeln und mit einer Prise Sumach und den Granatapfelkernen servieren.

Tipp: Die Rosinen mit heißem Wasser bedecken, damit sie sich mit Flüssigkeit vollsaugen. Den Reis 30 Minuten in 250 ml siedendem Wasser oder entsprechend der Packungsanleitung bissfest garen. Gut abtropfen und abkühlen lassen. In einer großen Schüssel den Reis mit den Rosinen und den übrigen Zutaten vermischen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Etwas Olivenöl darüberträufeln und mit einer Prise Sumach und den Granatapfelkernen servieren.

Vorbereitungszeit: 10 Minuten

Garzeit: 30 Minuten

Kategorie: Weizenfrei, Glutenfrei, Milchfrei, Vegetarisch, Vegan