Rehragout mit gedünsteten Pflaumen u. Kürbiskernknödeln

© Melina Kutelas, Hölker Verlag

Dieses Weihnachten mit Corona-Beschränkung fiel bei uns klein aus: wir haben es uns im Ferien-Haus zu zweit gemütlich gemacht, Rehfleisch vom Jäger aus dem Ort besorgt, der zum Glück auch kleinere Mengen verkauft und daraus dieses sehr feines Rezept des Österreichers Alexander Höss-Knakal mit gedünsteten Pflaumen (eigene Ernte und im Tiefkühler zwischen geparkt) und frittierten Kartoffel-Knödel mit Kürbis-Crunch zubereitet und waren trotz Mühen hin und weg!

P.S. Das Frittieren dauert ca. 10 Minuten bis die Knödel goldgelb frittiert sind. Achtung: Das Öl darf nicht zu heiß sein, sonst werden die Bällchen außen zu dunkel, bevor sie innen gar sind.

Quelle: Alexander Höss-Knakal: Erzähl mit von Weihnachten

Fotos: Melina Kutelas

Hölker Verlag

Preis: 32,– €

Zutaten (für 4 Personen):

Für das Rehragout

500 g Rehschulter

je 2 Zweige Rosmarin und Thymian

frisch gemahlener

schwarzer Pfeffer

70 ml Rotwein

70 ml Portwein

1 Zwiebel

Salz

2 EL Sonnenblumenöl

2 EL Preiselbeerkompott

Für die gedünsteten Pflaumen

200 g Pflaumen

1 EL Zucker

1 Zimtstange

100 ml Rotwein

Für die Kürbiskernknödel

100 g Kürbiskerne

400 g. mehligkochende Kartoffeln

2 Eigelbe

2 EL Butter

Salz, Pfeffer

2 Prisen frisch geriebene Muskatnuss

ca. 400 ml Sonnenblumenöl

ca. 100 g Mehl (Typ 405)

2 Eier, verquirlt

Außerdem

Etwas Preiselbeer-Kompott

Zum Garnieren

Zubereitung

Für das Rehragout das Fleisch abspülen, trocken tupfen und in gleich große Stücke schneiden. Die Kräuter abbrausen und trocken tupfen, die Blätter abstreifen. Das Fleisch in einer Schüssel mit Thymian, Rosmarin und Pfeffer mischen, mit Rot- und Portwein übergießen und mit Frischhaltefolie abgedeckt ca. 10 Std. kalt stellen. Das Fleisch abseihen, die Marinade auffangen. Die Zwiebel schälen, halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Das Fleisch salzen und in Öl anbraten. Die Zwiebel mitrösten. Mit der Marinade ablöschen. Die Flüssigkeit kurz einkochen lassen. 400 ml Wasser angießen und Preiselbeeren unterrühren. Den Deckel auflegen und das Fleisch auf niedriger Hitze ca. 1 Std. 30 Min. weich schmoren.

 Für die gedünsteten Pflaumen, die Pflaumen halbieren vom Stein befreien, in Scheiben schneiden und in einer Pfanne bei mittlerer Hitze mit Zucker und Zimstange einige Minuten schwenken. Rotwein angießen und einige Minuten  einkochen lassen. Beiseitestellen.

Für die Knödel die Kürbiskerne fein hacken oder reiben. Die Kartoffeln kochen pellen und noch heiß durch eine Kartoffelpresse drücken. Mit Eigelben und Butter mischen und mit Salz und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Aus dem Teig kleine Knödel (von 2 Zentimeter Durchmesser) formen. Das Öl in einem Topf auf 170 ° C erhitzen. Die Knödel nacheinander in Mehl, Ei und Kürbiskernen wenden und im heißen Öl goldgelb backen.

Das Ragout mit den Knödeln und Pflaumen anrichten und mit etwas Preiselbeerkompott garnieren.

 Zubereitungszeit: 90 Minuten (ohne die Zeit zum Marinieren), bei mir hat es ein bisschen länger gedauert

 

Erzähl mir von Weihnachten

Alexander Höss-Knakal: Erzähl mir von Weihnachten

Fotos: Melina Kutelas

Hölker Verlag

Preis: 32,– €

Festliche Rezepte, wahre Geschichten und die eine oder andere Überraschung ist auch noch dabei…

 Worum geht’s?

Weihnachten ist das Familien-Fest, an das wir die meisten Erwartungen und Wünsche knüpfen. Viele von uns verbinden damit schöne Feste voller Leben und genussvoller Momente, wenn Familien, die sonst weit entfernt leben, sich für 3 Tage treffen, lachen, ratschen und lecker essen. 2020 ist ganz unerwartet anders, auch wir werden das erste Mal nicht mit meiner Schwiegermutter, den Brüdern meines Mannes und meinen drei Neffen zusammen in München feiern. Wie werden diese Tag werden, die sich sonst voller schöner Momente und leckerem Essen so mühelos gestalteten, weil viele zum Gelingen in der Vergangenheit beigetragen haben? Ehrlich ich weiß es noch nicht wie sich das in wenigen Stunden  anfühlen wird? – Was ich aber schon genau weiß ist, was wir an den Feiertagen zu zweit verputzen werden.

Wie sieht es aus?

 Ein Buch das weiß wie „Kitsch“ geschmackvoll geht!

Es ist ein ausnehmend hübsches Kochbuch geworden! Eigentlich kein Wunder, im Hause Hölker hält man noch viel vom Erlebnis Buch. Für dieses besonders schönes Kochbuch bedeutet es einen beschichteten Umschlag in Leder-Optik, der vielleicht peinlich hätte werden können, aber es hier nicht geworden ist: die aufgedruckten Weihnachtsgirlanden, durchaus mit ein bisschen goldenen Glitter und der goldene Buchschnitt sind sehr geschmackvoll und erinnern mich an die Postkarten-Alben einer alten Tante mütterlicherseits, die lebenslang unverheiratet blieb und in den Zwanzigern eine Weile in New York lebte und von dort regelmäßig Weihnachtskarten erhielt, die ähnlich gestaltet waren und die ich als Kind fasziniert bewunderte. Nostalgische Postkarten-Motive ziehen sich weiter durchs Kochbuch und es liegt an der sehr wertigen Ausstattung mit rot abgesetzten Vorsatz-Seiten, einem ebenfalls rotem Lesebändchen und einem professionellem Layout mit viel Platz und schönen kleinen Details (Illustrationen), dass es trotz dieses durchaus nostalgisch-romantischen Ansatzes alles sehr geschmackvoll bleibt. Besonders erwähnen möchte ich dabei die Rezept-Fotos von Melina Kutelas, die genau weiß, wann es zu viel Vintage wird und sich bei ihren Fotos auf 1 – 2 Elemente zu beschränken versteht, die niemals das Bild beherrschen, das ist bei ihr der Speise vorbehalten und das ist auch gut so! Das kann kein Blog oder ähnliches genauso sinnlich präsentieren. Es lebe das gedruckte Buch und Verlage, die keine Mühen scheuen oder die richtigen Experten bemühen, um uns zu zeigen, man muss ein solches Buch einfach mal in den Händen halten. Viel besser als all die Deko-Accessoires, die mehrheitlich sowieso aus China kommen… Dieses tolle Kochbuch wurde aber – soweit ich das beurteilen kann – in Deutschland gedruckt und das riecht man auch – Experten wissen wovon ich spreche….

Wer kocht?

© Melina Kutelas, Hölker Verlag

 Alexander Höss-Knakal ist in Wien geboren und lebt in Kloster-Neuburg. Sein Handwerk lernte er in renommierten Sterne-Restaurants, seit 1997 ist er selbstständig als Food-Stylist und Rezept-Autor tätig. Seine Rezepte bestechen durch ausgewählte feine Kombinationen  und sind für Augen und Gaumen ein Genuss. Tatsächlich versteht er es bei seinen Rezepten ebenfalls ein bisschen Bitter (Chicorée) als Beilage gekonnt in Szene zu setzen. Neben seiner Arbeit für Kochbücher und Magazine gibt er sein kulinarisches Wissen außerdem als Kochlehrer weiter.

 

Was ist drin?

Tolle Rezepte quer durch alle Rubriken, nachhaltige Verpackungs-Ideen die überzeugen und zum Glück echte Weihnachtserinnerungen….

Der Österreicher Alexander Höss-Knakal hat eine Doppelbegabung, vielleicht liegt es an der DNA der Alpen-Republik aber dieser Koch kann auch backen. Ja, Hr. Mälzer das soll es durchaus geben. Und er hat sich nicht nur die traditionelle Weihnacht mit Reh (marinierte Reh-Nuss mit Quarkservietten-Knödeln und gebratenem Chicorée oder Entenbraten, hier übrigens bei den Beilagen mit Süßkartoffelstampf und Wirsing modernisiert und formidable begleitet),  auf die Fahnen geschrieben, sondern dieses Weihnachts-Kochbuch möchte ebenfalls Vegetarier (z. B. mit Rotkohl-Risotto mit Blauschimmelkäse und Walnüssen oder einer Rote-Bete-Tarte mit Honigcreme) am Tisch begrüßen, dennoch bleibt der Focus häufig  klassisch. Der Profi versteht es zudem großartig viele Klassiker ohne Geschmacks-Einbußen auf ihre Kernaussage zu reduzieren und das führt für die Nachkocher zu übersichtlichen Zutaten-Listen.  Das wünschen sich fast alle Leser, gelingt aber nur wenn jemand einen Plan hat und über eine langjährige Geschmacks-Schulung verfügt.

Dieses sehr brauchbare moderne Kochbuch setzt außerdem geschickter weise auf ein Programm was besser nach 2020 passt, festliche Kleinigkeiten werden durch deftige Speisen für kalte Tage, edles Gebäck, Desserts, köstliches aus der Speisekammer und der Weihnachtsbäckerei ergänzt.

Jedes dieser Kapitel behält sich dennoch vor, gleich die besten Plätzchen-Rezepte seiner Kategorie mit zu liefern, da bleibt kein Klassiker unbedacht und die Anleitungen sind zwar komprimiert jedoch stimmig. Unerfahrene Weihnachts-Bäcker – wie ich – sollten aber bitte noch mal bei YouTube schauen, wie es mit den Zimtsternen oder dem Schwarz-Weiß-Gebäck denn ganz genau klappt.

Und sonst?

Hat dieses tolle Kochbuch der Versuchung widerstanden, zu  viel des Guten zu liefern, mit der wertigen Ausstattung und den vielen Extras von Postkarten über Menü-Karten bis zum Geschenk-Anhänger und –Papier zum Kopieren liefert es viele Gründe für das gedruckte Buch. Was mich als kritischer Weihnachts-Fan jedoch am meisten gefreut hat, das alle Geschichten, die Weihnachts-Stimmung in uns triggern sollen nicht aus der „Kitsch-Konserve“ kommen, sondern von echten Menschen bzw. von Mitarbeitern des Verlages, dem Verleger und vielen weiteren Menschen aus dem Umfeld der Projekt-Leiterin beigesteuert wurden. Man hat verstanden, dass wir es echt lieben und uns persönliche Erfahrungen und Weihnachtserlebnisse lieber sind, als aufgewärmtes „Weihnachts-Tralala“. Natürlich wünschen wir uns alle Schnee an Weihnachten aber selbstverständlich ist das heutzutage keinesfalls mehr gesetzt und manch einer wird nach diesen „Corona-Weihnachten 2020“  gerne mal wieder die Festtage in Portugal oder sonstwo verbringen. Genauso wie es die Familie einer Verlags-Mitarbeiterin regelmäßig gemacht hat und das muss keinesfalls weniger festlich als zu Hause sein und ist vor allem realistisch…..

Probiert & Verputzt:

 To be continued….

Rehragout mit gedünsteten Pflaumen u. Kürbiskernknödeln

Corona taugliches Rezept, viel Einkauf war nicht zu erledigen, weil viele Zutaten aus dem Vorrat kamen und das Rehfleisch haben wir vom Jäger aus dem Ort besorgt, der zum Glück auch kleinere Mengen verkauft und damit dieses sehr feines Rezept des Österreichers Alexander Höss-Knakal mit gedünsteten Pflaumen (eigene Ernte und im Tiefkühler zwischen geparkt) und frittierten Kartoffel-Knödel mit Kürbis-Crunch zubereitet und waren trotz ein wenig Mühe (aber Zeit hat man ja im Moment) hin und weg!

Frühstückskuchen mit Weihnachtlichen Gewürzen

© Melina Kutelas, Hölker Verlag

Vorsicht, dieser Früchtekuchen kann süchtig machen! Wir haben statt Marillen-Schnaps, den wir nicht zur Hand hatten, einen Pflaumenschnaps mit Pflaumen aus dem eigenen Garten verwendet.

 

 

 

 

Gebratener Rosenkohl mit Macadamia-Nüssen

Vegane Weihnacht geht auch, ich weiß aber noch nicht genau, was ich von diesem Rezept halten soll und schicke es in die zweite Testrunde. Der erste Versuch fiel durchwachsen aus….

Fazit: Bei Weihnachts-Kochbüchern kriegt man mich nur, wenn die Kern-Disziplin punkten kann!

Und die stimmt hier, fast alle Rezepte des Österreichers Alexander Höss-Knakal, sind auf den Punkt und das war für mich der Grund, mich mit diesem Kochbuch zu befassen. Ganz unabhängig davon, dass es sich extrem hübsch gemacht hat und sogar Weihnachts-Postkarten und Geschenk-Papier zum Kopieren oder gleich verwenden mitliefert. Dass die Macher zudem auf echte Weihnachtsgeschichten mit vielen Wünschen aber ohne Kitsch und Pathos gesetzt haben, zeigt, dass hier jemand die Fäden in der Hand hatte, die wollte, dass es in jedem Fall ein authentisches Weihnachts-Kochbuch wird. Zusammen ist das ein gelungenes Paket. Mir hat die dieses Weihnachts-Kochbuch sogar noch gezeigt, wie ich meine Geschenke endlich geschmackvoll und nachhaltig verpacken kann.

Ich wünsche Euch allen frohe, schöne und erholsame Festtage! Auch wenn diese so anders – als noch zu Beginn des Jahres erwartet – ausfallen werden! Mir hat dieses Jahr viele neue Erfahrungen beschert vor allem beruflich, aber auch privat. Manches wünsche ich mir zurück und bei anderen Dingen, bin ich erstaunt wie gut sich darauf verzichten lässt und vielleicht noch eine ganz neue Perspektive entsteht, wenn man sich bewusst entscheidet. Macht es gut und bleibt vor allem gesund!

 

 

Russian Tea Cakes

Quelle: Theresa Baumgärtner: Wundervolle Weihnachtsbäckerei

Fotos: Melina Kutelas

Als ich die Einleitung lass, war es um mich geschehen, diese Plätzchen mussten probiert werden, schnell gemacht und köstlich sollten sie werden versprach mir Theresa Baumgärtner und der Blick aufs schöne Rezept-Foto konnte die Grob-Motorikerin in mir beruhigen – die krieg ich auch hin…

© Melina Kutelas/Brandstätter Verlag

Die Russian Tea Cakes mit gerösteten Walnüssen sind mit einem Puderzucker-Zimt-Mantel überzogen und schmecken einfach großartig!

Quelle: Theresa Baumgärtner: Wundervolle Weihnachtsbäckerei

Fotos: Melina Kutelas

Brandstätter Verlag

Preis: 20,– €

Zutaten (für ca. 30 Stück):

50 g gehackte

Walnusskerne

115 g kalte Butter

30 g Puderzucker

1 Päckchen Bourbon-

Vanillezucker

140 g Dinkelmehl,

Type 630

1 Prise Meersalz

Zum Wälzen:

100 g Puderzucker

2 TL gemahlener

Ceylon-Zimt

etwas Dinkelmehl

für die Arbeitsfläche

Backpapier für das

Backblech

Zubereitung:

Die Walnüsse in einer Pfanne nur leicht rösten und auf einem Teller abkühlen lassen. Die Butter klein würfeln und in eine Rührschüssel geben. Alle übrigen Zutaten zur Butter hinzufügen und mit der Küchenmaschine oder von Hand fein krümelig vermischen. Die Krümel rasch zu einem Teig zusammenfügen. Auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche den Teig zu einer 3 cm dicken Rolle formen. Die Teigrolle in 1 cm breite Scheiben schneiden. Die Scheiben zu kirschgroßen Kugeln formen, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und 30 Minuten kühl stellen.

Den Backofen auf 150 °C (Umluft) vorheizen. Das Teegebäck im heißen Ofen 20 – 25 Minuten backen und leicht abkühlen lassen. Den Puderzucker mit dem Zimt vermischen und die lauwarmen Kugeln darin wälzen. Das Gebäck in einer luftdichten Dose aufbewahren.

Theresa Baumgärtner: Wundervolle Weihnachtsbäckerei

Theresa Baumgärtner: Wundervolle Weihnachtsbäckerei

Fotos: Melina Kutelas

Brandstätter Verlag

Preis: 20,– €

Seid Ihr bereit für Sternenstaub?

Worum geht’s?

Weihnachten zwischen Kult und geschmackvoller Inszenierung….

Es gibt Leute für die ist Weihnachten schlicht ein Familienfest und es gibt Zeitgenossen unter uns, für die ist Weihnachten mehr als das, es wird geschmückt und dekoriert was das Zeug hält. Manchmal mit erstaunlichem Händchen und Blick für eine geschmackvolle Inszenierung. Während es bei anderen einfach zu viel des Guten wird und die Ergebnisse ihres Weihnachtseifers eindeutig der Kategorie „Kitsch“ zuzuordnen sind. Um es gleich vorweg zu nehmen Theresa Baumgärtner hat ein Händchen für geschmackvolle Weihnachtsdekorationen. Bei ihr wird auch so ein Deko-Muffel, wie ich es bin, dazu verführt von Sternenstaub und Weihnachtszauber zu träumen.

Wer beherrscht Weihnachten lecker und stimmungsvoll?

© Melina Kutelas/Brandstätter Verlag

Theresa Baumgärtner ist Kochbuchautorin, Kolumnistin, freie Moderatorin sowie Foodbloggerin auf theresaskueche.de. Sie kocht monatlich im ARD-­Buffet und ist leidenschaftliche Köchin und Bäckerin für Familie und Freunde

Was ist drin?

Sie liebt das ganze Weihnachts-Programm, aber bitteschön gesünder, elegant und nachhaltig!

Nur ein flüchtiger Blick auf den Kalender genügt für Theresa Baumgärtner nicht, bevor diese ihre weihnachtliche Back- und Deko-Session in ihrem wunderschönen Hazelnut-House“ in Luxemburg eröffnet, bedarf es für sie einer Einstimmung. Ein Impuls, ein beglückender Funke, der unsere Kreativität entfacht muss her. Dabei denkt sie stets an besondere Momente, die zeitlos schön unserer Weihnachts-Seele schmeicheln. Für dieses wundervolles Plätzchen-Backbuch hat sich Theresa in den Theatern inspirieren lassen: Schon Anfang Dezember kommen die märchenhaften Ballett-Inszenierungen zurück auf die Bühnen (diesmal allerdings leider nicht). Peter Tschaikowskys „Schwanensee“ bezaubert und auch „Der Nussknacker“ entführt uns sofort in eine glanzvolle Traumwelt.

Sie will nicht nur Rezepte, sondern viel Atmosphäre zu uns nach Hause bringen

Bei ihrer Winterreise zu diesem Buch hat Frau Baumgärtner zur Einstimmung wunderschön romantische Bilder aus dem Allgäu mitgebracht: Die Landschaft rund um das Schloss Neuschwanstein ist durch Raureif wie verwandelt. Sie funkelt, schimmert und glitzert und bildet den perfekten Rahmen für ein Backbuch, dass sich mehr als gute Rezepte vorgenommen hat. Dieses Buch ist voll von atmosphärischen Fotos, stimmungsvollen Berichten, wohlklingenden Zitaten und wunderschönen Illustrationen der Schottin Clare Melinsky, die auch das Cover der Harry Potter Bände mit ihren Linoldrucken gestaltet hat. Manchmal habe ich jedoch kurz überlegt, ob die Garnrollen neben den Keksen unbedingt dazu gehören müssen? Wunderschön sind ebenfalls Theresas Dekorationen und Geschenkverpackungen, da lässt sich viel Schönes abschauen.

Klassiker werden gesund und aromatisch upgedatet

Backen mit Modeln zählt zu den schönsten weihnachtlichen Traditionen im Hause Baumgärtner, die Theresa bereits in der dritten Generation weiter trägt. Begonnen hat es mit der Großmutter mütterlicherseits, in deren alten Kohleofen im Winter stets ein Feuer brennt. Lucia Baumgärtner, Theresas Mutter, gehört mit zum Team und arbeitet seit vielen Jahren als freie Journalistin u.a. für den NDR. Mutter und Tochter eint die Begeisterung für kulinarische Themen genauso wie das Kochen und Backen mit gesunden, köstlichen Zutaten, das gehört bei den Baumgärtners zu einer lang gepflegten Tradition.

Das Familien-Rezept für die berühmten Springerle backt Theresa Baumgärtner inzwischen mit Dinkelmehl und stammt aus einem sehr alten badischen Kochbuch. Das aromatische, leicht nussig schmeckende Mehl hat beste Backeigenschaften erklärt mir die Wahl-Luxemburgerin. Inzwischen verwendet diese für die meisten ihrer Rezepte Dinkelmehl Type 630, davon hat sie immer reichlich im Vorratsschrank.

Für die Weihnachtsbäckerei legt sich Baumgärtner gerne einen kleinen Vorrat an saisonalen Zutaten an. Ob Walnüsse aus der neuen Ernte (wichtig!) oder der Honig aus regionaler Produktion (noch wichtiger), mit guten Produkten aus möglichst biologischem und regionalem Anbau arbeiten zu können, ist für Theresa Baumgärtner unerlässlich.

Mitbringsel sind willkommen, aber nur in bester Qualität und mit weniger Zucker

Aus dem Allgäu hat uns Theresa knusprige und nach feinsten Gewürzen duftende Sepkulatius mitgebracht, außerdem hegt diese eine große Liebe für britische Traditionen, ihr köngliches Shortbread soll jeder Teestunde ein Krönchen aufsetzen. Alle Rezepte wurden so entwickelt, dass sie mit möglichst wenig Zucker auskommen und dennoch aromatisch schmecken. Zum Backen verwendet Theresa meistens hellen Rohrzucker aus fairem Handel. Für die Optik in der Weihnachtsbäckerei sind ausnahmsweise sehr kleine Mengen an klassischem Puderzucker zugelassen, denn Rohr-Puderzucker wird beim Vermischen mit Wasser leicht bräunlich, hat sie gemerkt. Die süßen Schwäne, die die Autorin mit ihrem niedlichen Nachwuchs bäckt, sehen einfach mit einer schön weißen Glasur viel besser aus. Ihre Goldkrönchen sind sogar ganz ohne Zucker und werden mit Datteln und Rosinen gesüßt, perfekt zum Knuspern mit Kindern.

Probiert & Verputzt:

Florentiner mit Tonkabohne und weißer Schokolade

© Melina Kutelas/Brandstätter Verlag

Traumhaft gut – am besten einen Happen schnappen und dann ganz langsam auf der Zunge zergehen lassen….Die Tonkabohne bringt noch deutlich mehr Aroma mit, als Vanille – ebenso gefiel uns die Salzbutter als nicht erwartete Komponente in dieser schönen Plätzchen-Komposition.

Russian Tea Cakes

© Melina Kutelas/Brandstätter Verlag

Als ich die Einleitung lass, war es um mich geschehen, diese Plätzchen mussten probiert werden, schnell gemacht und köstlich sollten sie werden versprach mir Theresa Baumgärtner und der Blick aufs schöne Rezept-Foto konnte die „Grob-Motorikerin“ in mir beruhigen – die krieg ich auch hin…

Die Russian Tea Cakes mit gerösteten Walnüssen sind mit einem Puderzucker-Zimt-Mantel überzogen und schmecken ganz großartig!

Kokosmakronen

© Melina Kutelas/Brandstätter Verlag

Der „Lieblingsmann“ verlangte nach Kokos-Makronen. Hhm, meinst Du wirklich kam meine prompte Antwort, die werden ziemlich schnell sehr trocken….. Hier überhaupt nicht und das verdanke ich Theresas Trick mit dem Quark in der Kokosmasse. Am Ende in weiße Schokolade getaucht, wurden diese als viel besser als die seiner Mutter eingestuft. Na denn, jetzt weiß ich, dass die Kokosmakronen und ich nur ein so klasse Rezept brauchen, dann habe ich die auch wieder lieb!

Neue Ideen kommen auch noch rein….

Theresa Baumgärtner hat für uns jedoch nicht nur Klassiker modernisiert, sondern begeistert mich mit neuen Ideen, wie z. B. Kleine-Zitronen-Creme-Törtchen, die in einem 24er Muffinblech gebacken werden und sich gut vorbereiten lassen und die Rosinen-Walnuss-Schnecken sehen auch toll aus und klingen für mich umsetzbar für jemand wie ich es bin, der gute und erprobte Rezepte ohne große technischen Herausforderungen braucht.

Fazit: Sie kann bei Plätzchen gesund und umsetzbar für jedermann – Deko kommt auch nicht zu kurz, ist aber getreu ihrer Maxime, wertig und nachhaltig!

Ohne Frage ist Theresa Baumgärtner Styling wichtig, jedoch ist das bei ihr stets sehr geschmackvoll und nachhaltig gemacht und es lässt sich für uns vieles abschauen, was wir direkt vom Winterspaziergang mit nach Hause bringen können. Keine schlechte Option, sich für Deko-Accessoires nicht durch volle Einkaufspassagen zu schieben und die verpackten Geschenke mit selbstgesammelten Naturmaterialen zu verzieren. Habe ich dieses Jahr gleich aufgeriffen und bin hochzufrieden mit meinen Ergebnissen. Mein Mann behauptet sogar, die Päckchen aus schlichten Packpapier mit Tannen, Ginster-Büscheln und den roten Akzenten in Form von Hagebutten, die uns bei unseren vorweihnachtlichen Spaziergängen in der Natur entgegen leuchteten, sind viel schöner als all der gekaufte „Weihnachts-Tand“, den sowieso keiner braucht.

Das allein ist es aber nicht, was mich an diesem Plätzchen-Backbuch so begeistert hat, denn am Ende steht immer das tolle Rezept, es soll klasse schmecken, auch wenn es gesünder wird und wir deutlich weniger Zucker verwenden wollen. Theresa zeigte mir überall im Buch, dass sie viel Erfahrung hat und kann die altbewährten Klassiker auf gesund und trotzdem lecker trimmen. Dass es dann aber eben nicht nur die zweitbeste Version dieser Plätzchen – nur in gesund – geworden ist, hat mich als Gelegenheits-Plätzchenbäckerin erfreut! „Die wundervolle Weihnachtsbäckerei“ ist für mich wie die gute alte Rezept-Kladde meiner Mutter, ich weiß diese leckeren und zeitgemäßen Plätzchen-Ideen werden mich lange begleiten! Die wertige und geschmackvollen Ausstattung des Buches mit den schönen Impressionen, Gedichten und Geschichten können das noch mal unterstreichen.

Nigel Slater: Wintertagebuch

Nigel Slater: Wintertagebuch

Fotos: Jonathan Lovekin

Dumont Verlag

Preis: 38,– €

Winterfreuden, die nicht nur kulinarisch, sondern auch persönlich berühren……

Wer ist der Autor?

© Jenny Zarins

Nigel Slater, geboren 1958 in Wolverhampton, zählt zu den besten Food-Journalisten der Welt. Seit 25 Jahren schreibt er für den ›Observer‹ eine Kolumne zum Thema Essen. Er lebt in einem alten Haus im Norden Londons. Bei DuMont erschienen bereits ›Ein Jahr lang gut essen‹, ›Das Küchentagebuch‹, ›Einfach genießen‹ und ›Eat‹ sowie die beiden hochgelobten Bände ›Tender – Gemüse‹ und ›Tender – Obst‹, in denen sein Küchengarten eine wichtige Rolle sspielt.

 

Wie sieht es aus?

Bei Auftritt und Aufmachung wird nicht gespart: Graue triste Wintertage spiegeln sich im mattgrauen Leinenband wieder, der sich zum Fest der Liebe richtig aufbrezelt mit seinen kupferfarbenen aufgeprägten nackten Baumstämmen. Die Ausstattung ist die perfekte Inkarnation, dessen was uns der Autor über seine Lieblings-Jahreszeit berichtet und macht das Buch zu einem echten Hingucker im Bücher-Regal und auf dem Coffee Table.

Worum geht’s?

  – oder ein Mann der Tagebuch für uns schreibt……..

 Und er ist sogar noch erfahren darin! Tagebuch schreibende Männer sind auch in 2018 rar gesät, wenn sich zwischen den Geschlechtern und im Zusammenleben derer auch viel getan hat. Und darin herumzuschnüffeln geht natürlich gar nicht!

Was ist drin?

Keine Kolumne ohne Story – kein Rezept ohne persönliche Geschichte dahinter!

Hier sind wir jedoch eingeladen, in der „Slaterschen“ Küche Platz zu nehmen, zu genießen und bekommen nicht nur Rezepte hingestellt, sondern sind von Anfang an dabei und erfahren all das, was für den Geschmack wichtig ist und welche nette Geschichte dahinter verborgen ist. Genau dafür ist Nigel Slater bekannt und wird er geschätzt: Er ist ein Autor, bei dem manche sich nicht entscheiden können, ob ihnen nun die Geschichte hinter dem Rezept oder das Gericht, dass bei ihm immer die Handschrift „Keep it simple“, aber bitte mit Twist trägt, besser gefällt. Die vielen Jahre als Kolumnist beim „Guardian“, haben sicher das ihrige zu diesem außergewöhnlichen Talent und persönlichem Markenzeichen beigetragen.

Wie alles begann oder was der Dachboden in seinem Elternhaus damit zu tun hat…

Die Saat zu diesem Buch – erklärt Nigel Slater – wurde vor einem halben Jahrhundert gelegt, auf dem Dachboden seines Elternhauses, wo die Familie den Weihnachtsschmuck in Kartons aufbewahrte. Genau dort, zwischen verblassten Christbaumkugeln und Strähnen silbernen Lamettas, zwischen Zauberkästen und unentwirrbaren Knäueln aus Lichterketten, wurde seine Faszination für Weihnachten geboren. Slater berichtet in seiner Biographie, dass er nach dem Tod der leiblichen Mutter als Neunjähriger Schuljunge, sehr selbständig sein musste und sich nicht nur sein Mittagessen nach der Schule selber kochte, sondern auch den Vater mit leckerem Essen auf sich aufmerksam machen wollte. Seine Mutter war eigentlich keine besonders gute Köchin. Am liebsten hätte sie dies gerne der Perle des Hauses – in der Familie stets Mrs. P. genannt – überlassen. Einmal im Jahr ließ sie sich aber darauf ein einen Christmas Cakes und –Puddings zu machen. Dies wurde immer mit dem Satz eingeleitet „Dann werde ich jetzt wohl Kuchen backen müssen…“ Mit ihrer Küchenmaschine – einer störrischen Kenwood – lernte sie jedoch nie umzugehen. Slaters Mutter gehörte nämlich zu der Generation von Frauen, die zum Teig kneten nie ihre Hände benutzen würden, erzählt er weiter. Der beim Essen inzwischen schon recht anspruchsvolle Sohn hat praktisch durch die Küchen-Pannen der Mutter seine Liebe zum Kochen und Essen entdeckt. In der  heimischen Küche in Wolverhampton flog schon mal der Kuchenteig aus dem Biest von Kenwood direkt auf den Küchenboden. Während seine Klassen-Kameraden Romane verschlagen, beschäftigte sich der junge Nigel mit der Lektüre des Cordon Bleu Magazin, dass er abonniert hatte.

Mit dem Winter klar kommen – oder ihn lieben und freudig begrüßen!

Slater blüht jedes Mal mit dem ersten Wintereinbruch auf erzählt er: Der erste Kälteeinbruch ist für ihn so erfrischend, wie der Sprung in einen eisigen Teich nach der langen Sommersauna. Den Winter nimmt er stets wie einen Neuanfang wahr. Bis zum heutigen Tag, wird er mit Reif auf dem Dach und Feuer im Kamin geradezu euphorisch und Schnee unter den Sohlen hat er immer lieber gemocht als Sand zwischen den Zehen, berichtet der britische Kolumnist uns in seiner Einleitung.

Der Winter fängt bei uns offiziell am 21. Dezember an, zur Wintersonnenwende, das ist der kürzeste Tag des Jahres. Und das findet Mr. Slater ein wenig seltsam. Man würde erwarten, dass der kürzeste Tag inmitten des Winters liegt, nicht am Anfang, aber es wird noch komplizierter, wenn man erfährt, dass das Datum von Land zu Land variiert. In Schweden und Irland gilt beispielsweise der 1. November, Allerheiligen, als erster Wintertag; in der Landwirtschaft wird dazu der Martinstag am 11. November auserkoren. Nigel Slater beginnt seine kulinarischen Tagebucheintragungen pünktlich zum 1. November und beendet sein Wintertagebuch zum 2. Februar des folgenden Jahres.

Verputzt und genossen:

Drei Winterdrinks aus Trockenfrüchten

© Jonathan Lovekin

Eine großartige Idee, die mich an die guten 70iger und Mutters Rumtopf erinnert hat. Bei Nigel Slater muss man glücklicherweise nicht schon im Sommer wissen, dass man das im Dezember gerne trinken oder zu Eis, Pudding und vielen anderem servieren möchte. Sein Rezept verwendet Trockenfrüchte und er kalkuliert mit einer Durchzieh-Zeit von ca. 4 Wochen. Ich fand das richtig klasse und alle 3 Variationen haben es bei mir mühelos auf die Keeper-Liste geschafft.

Gebackener Kürbis mit Dukkah und Granatapfel

© Jonathan Lovekin

Dieses Rezept ist ein echter Slater! Der Mann steht nicht nur für gute Storys, die uns dem Fühlen und Denken unserer Kindheit wieder ein Stück näher bringen, er paart das ganze stets mit einfachen, bis sehr einfachen Rezepten, mit Twist und Überraschung: Süßer Kürbis trifft viel Aroma durch die Gewürze und erhält jede Menge Crunch durch die unterschiedlichen Nuss-Sorten, die durch die frische Note von Granatapfelkernen perfekt abgerundet wird. P.S. Hanfsamen sind zwar äußerst gesund und auch lecker, aber nicht gerade billig. Ich habe sie deshalb einfach weggelassen, weil für mich ihr Geschmack im „Nusskonzert“ keine tragende Rolle hatte.

Shortbread mit Feigen und Orangen

Ich backe schon regelmäßig, aber bei Weihnachtskekse, da überlasse ich gerne meiner Schwiegermutter die Krone. Diese Bastelei und die Fein-Motorik, die dafür notwendig ist, ist in der Küche nicht mein Ding! Ich mag es unkompliziert und suche nach dem schnellen Erfolg, der bitte auch noch köstlich schmecken soll. Das Rezept des Briten klingt für mein Weihnachts-Keks-Beuteschema äußerst vielversprechend – ich werde berichten!

Lammbraten mit Koriandersamen und Rosmarin

Steht auf der Nachkochliste, wartet quasi noch auf seinen großen Tag und soll uns die Weihnachts-Feiertage „verköstlichen“.

Fazit – oder warum schafft es Nigel Slater immer wieder mein Herz und meinen Gaumen zu erobern?

Der Mann steht nicht nur für gute Storys, die uns dem Fühlen und Denken unserer Kindheit wieder ein Stück näher bringen, er paart das ganze stets mit einfachen, bis sehr einfachen Rezepten, mit Twist und Überraschung. Seine Botschaft ist voller Emotion und persönlicher Erlebnisse. Damit zelebriert er etwas was wir uns alle wünschen: Klarheit, Reduktion auf das Wesentliche, und kostbare persönliche Momente, statt Einheitsbrei, Kaufhaus-Schrott und Massenware! Wenn jemand Kitsch in kostbare Erinnerungen verwandeln kann, dann ist es definitiv der Brite. Es geht bei sehr geschätzten Kochbüchern definitiv nicht nur um leckere Rezepte, sondern wir Leser wollen mit allen Sinnen angesprochen werden und zum Träumen und Genießen eingeladen werden. Dass gelingt Slater wie niemand anderem in der Branche. Gepaart mit Rezepten, die einfach, bis sehr einfach sind, treibt das mich wie magnetisch angezogen in die Küche. Das kann ich mir nirgendwo kaufen oder online bestellen, sondern das mag ich lesen, selberkochen und verputzen!

Herzlichen Dank für die Übersendung als Rezensionsexemplar!

Linzer Torte nach Oma Jäger

© Andrea Lipp
© Andrea Lipp

Meine erste Linzer Torte mit einem Rezept von Sonja wartet auf Ihren großen Auftritt beim Weihnachtskaffee mit der Familie am Freitag in München. Gebacken wurde sie schon gestern und wartet jetzt gut verpackt im Kühlschrank auf ihren Einsatz. Ich habe aber anders als Oma Jäger mit Pflaumenmus gefüllt, das gibt es bei uns in rauen Mengen, weil der Pflaumenbaum im Wochenendhäuschen war in diesem Jahr sehr fleißig. Persönlich kann ich mir das Rezept auch gut mit gerösteten und gemahlenen Haselnüssen im Teig vorstellen, auch wenn das ein wenig Arbeit macht, die Schalen müssen dann nämlich abgerubbelt werden. Dieses Rezept ist herrlich einfach und verzichtet darauf.

Quelle: Sonja Riker: Nachtisch bitte

Fotos Andrea Lipp

Folio Verlag

Preis: 25,– €

 Zutaten (für eine Tortenform Ø 26 cm):

Für den Teig:

375 g Mehl

150 g weiche Butter

200 g Zucker

125 g Mandeln, gemahlen

1 EL Kakao

1 EL Ceylon-Zimt

10 g Backpulver

2 Msp. Nelken gemahlen

1 Ei

Kirschwasser

Für die Füllung:

200 g Johannisbeer-Marmelade

200 g. Stachelbeer-Marmelade

200 g Himbeer-Marmelade

Weiteres:

Puderzucker zum Garnieren

Zubereitung:

Mehl, Butter, Zucker, Mandeln, Kakao, Zimt, Backpulver, Nelken und Ei mit der Küchenmaschine oder mit den Händen zu einem Teig verkneten. Etwas Kirschwasser zufügen, damit der Teig geschmeidig wird.

Ein Drittel des Teigs in einer gefetteten Tortenform verteilen, dabei den Teig am Rand nach oben streichen.

Die Marmeladensorten verrühren und auf den Teig verstreichen.

Den restlichen Teig ausrollen, mit dem Teigrad in Streifen schneiden. Streifen als Gitter auf die Torte legen.

Im vorgeheizten Backofen bei 170 Grad (Umluft) 40 Minuten backen. Auskühlen lassen und mit Puderzucker bestreuen.

Tipp:   Am besten gelingt die Linzer-Torte in der Tarteform mit herausnehmbarem Boden.

Mini-Stollen

© Andrea Lipp
© Andrea Lipp

Quelle: Sonja Riker: Nachtisch bitte

Fotos Andrea Lipp

Folio Verlag

Preis: 25,– €

Stollen habe ich bisher auch noch nicht probiert, schien mir immer zu aufwändig, so war es ziemlich lecker, auch ein optisch die reinste Augenweide. Mache ich bestimmt wieder!

 Zutaten (für 8 Stück):

50 g getrocknete Datteln

50 g getrocknete Pflaumen

50 g Cranberrys

50 g getrocknete Soft-Aprikosen

50 g Orangeat

50 g Walnüsse

50 g Mandeln

350 g Mehl

30 g Hefe

100 g Zucker

250 g Butter

100 g Magerquark

1 TL Pain dépice

Zubereitung:

Trockenfrüchte und Orangeat klein schneiden, Nüsse und Mandeln hacken. Alles in eine Schüssel geben und mit Wasser bedecken. Über Nacht einweichen.

Flüssigkeit abgießen und die eingeweichten Trockenfrüchte in einem Sieb gut ausdrücken.

Mehl, Hefe, Zucker, Butter, Quark und Pain dépice zu einem Hefeteig verarbeiten.

Teig mit den eingeweichten Früchten verkneten und eine Stunde abgedeckt gehen lassen. Edelstahlbackringe (Ø 8 – 10 cm) mit Butter einfetten. Teig zu kleinen Kugeln (etwa 40 – 50 g) formen und in die Backringe setzen und 30 Minuten gehen lassen. Im vorgeheizten Backofen bei 175 Grad (Umluft) ungefähr 20 Minuten backen. Noch warm aus den Ringen lösen.

Butter schmelzen, Zimt und Zucker miteinander vermischen. Stollen mit der flüssigen Butter und in Zimtzucker wälzen. Gut auskühlen lassen.

Tipp:   Pain dépice ist eine Gewürzmischung, die in Frankreich für Gewürz— bzw. Honigbrot verwendet wird. Es ähnelt unserem Lebkuchengewürz und enthält Zimt, Anis, Koriander, Macis, Piment, Kardamom, Ingwer, Nelken und Pfeffer.

Elisenlebkuchen

© Andrea Lipp
© Andrea Lipp

Quelle: Sonja Riker: Nachtisch bitte

Fotos Andrea Lipp

Folio Verlag

Preis: 25,– €

Ich bin leider keine Weihnachtsbäckerin, für Plätzchen und Kekse habe ich überhaupt keine Geduld. Lebkuchen liebe ich aber sehr! Mit diesem Rezept habe ich mich endlich mal selbst ans Werk gemacht und es hat wunderbar funktioniert und viel besser geschmeckt als fertig gekauft, auch wenn ich da immer auf beste Qualität geachtet habe. Die gibt es nächstes Jahr definitiv wieder! In der Zubereitungsbeschreibung hatte sich allerdings ein kleiner Fehlerteufel eingeschlichen, der mich zu Beginn ein wenig verwirrt hat, da wurden Eier mit Puderzucker aufgeschlagen, der ist lt. Zutatenliste allerdings erst bei der Glasur dran. Ich mag Elisenlebkuchen allerdings am liebsten mit Schokolade drauf.

Zutaten (Für ca. 40 Stück):

3 Eier

100 g Zucker

10 g kandierter Ingwer fein gehakt

½ TL Zimt

½ TL Kardamom

½ TL Koriander gemahlen

2 Msp. Macis Muskatblüte

2 Msp. Nelken gemahlen

1 Bio-Zitrone, Saft u. Schale

1 Bio- Orange, Schale, abgerieben

150 g Walnüsse

100 g Haselnüsse

30 g Orangeat, fein gehackt

Weiteres:

40 Backoblaten ( 5cm Durchmesser)

200g dunkle Schokolade

geschälte Mandeln zum Garnieren

200g Puderzucker

2 EL Zitronensaft

Zubereitung:

Eier und Zucker weiß schaumig aufschlagen, die restlichen Zutaten unterrühren und den Teig über Nacht abgedeckt im Kühlschrank ruhen lassen.

Mit einem Teelöffel kleine Häufchen vom Teig abstechen und auf die Backoblaten setzen, flach andrücken.

Im vorgeheizten Backofen bei 190 Grad (Umluft) etwa 10 – 12 Minuten trocknen lassen. Lebkuchen abkühlen. Schokolade im Wasserbad schmelzen und einen Teil der Lebkuchen damit glasieren. Mit Mandeln verzieren. Puderzucker und Zitronensaft verrühren und die restlichen Lebkuchen damit bestreichen. Zum Aufbewahren in eine Blechdose legen.

Bücher sind echt ’ne geile Sache!

Ich finde das auch, sie spenden mir Trost, sie bieten mir Unterhaltung und in der Küche komme ich sowieso ohne Bücher nicht aus, sie haben meinen Horizont erweitert, einen Urlaub verlängert, wenn ich mir die Geschmäcker der freien Tage nach Hause geholt habe………

Deshalb möchte ich dieses Video gerne mit Euch teilen, nein das Burger-Buch kenne ich nicht aber Janina, bei der ich oft und regelmäßig vorbeischaue, finde aber das der Verlag hier eine ganz universelle Aussage transportiert und freue mich,  über diese Initiative, die ich voll und ganz unterschreiben möchte.

Liebe Grüße aus Frankfurt, einer Stadt in die es mich zufällig verschlagen hat, die ich heute aber heiß und innig liebe, auch weil dort einmal im Jahr das von mir geliebte Medium international gewürdigt wird. Und ich würde mich natürlich wahnsinnig freuen, wenn Ihr Weihnachten auch ein Buch verschenkt, für mich persönlich am Liebsten ein Kochbuch, vielleicht sollte ich meinen Burger-Horizont erweitern, nicht gerade meine Lieblingsdisziplin, aber der Rezensentin vertraue ich!

Eure Ira

New York Christmas

 

NY Christmas

Lisa Nieschlag/Lars Wentrup/Julia Cawley:

New York Christmas – Rezepte und Geschichten

 Hölker Verlag

Preis: 24,95 €

 „Köstlich genießen im Happy Winter-Wonderland“

 Worum geht’s?

 Aus allen Teilen der Erde kommen Millionen Menschen Jahr für Jahr nach New York zum berühmten Christmas Shopping oder auch zum Eislaufen in den Central Park. Inmitten einer beindruckenden Szenerie schwingen sie die Kufen, begleitet von einem Gefühl der Schwerelosigkeit und der unbegrenzten Möglichkeiten. Zur Weihnachtszeit hat sich die Stadt ein besonderes Kleid übergeworfen. New York funkelt mehr denn je und berauscht Einheimische wie Gäste mit einem Meer von tausenden bunten Lichtern und illuminierten Weihnachtsbäumen.

Das Wechselspiel zwischen der pulsierenden Kraft der Großstadt und dem Zauber der Weihnachtszeit fasziniert und begeistert die in New York lebende Fotografin Julia Cawley und ihre Blogger-Freundin Lisa Nieschlag („Liz and Jewels“) aus Münster gleichermaßen. Sie lassen uns mit tollen Fotos und unsagbar leckeren Rezepten an dieser Begeisterung für die Stadt, die niemals schläft auf beeindruckend schöne Weise Anteil haben.

Was ist drin?

Wie auch schon bei den vorausgegangenen Titeln „Grüße aus meiner Küche“ und „Advent, Advent“ geht es bei „New York Christmas – Rezepte und Geschichten“ um tolle, einfach umzusetzende Rezepte, erstklassige Fotos und ein liebevolles Design. Und „New York Christmas“ kann meine ohnehin schon hohen Erwartungen noch toppen, denn es enthält noch mehr Rezepte als die Vorgängerbücher und fängt die zauberhafte Vorweihnachtsstimmung im Big Apple in zahlreichen, großen – auch doppelseitigen – Fotografien wunderschön ein.

Ergänzt durch zwei berührende Weihnachtserzählungen katapultiert uns das stimmungsvolle Buch in das großstädtische, amerikanische Weihnachts-Feeling mitten rein.

„New York Christmas“ verlässt die in den Vorgänger-Titel noch sehr präsente Do-It-Yourself-Schiene zugunsten einer Stimmung, die in all ihren Facetten eingefangen werden soll: Geschmäcker, Bilder und Geschichten.

Hinzu kommen Informationen zu den Ursprüngen der jeweiligen Rezepte und den damit verbundenen Traditionen und Gebräuchen. Fast jedem Rezept ist daher eine kleine Einleitung vorangestellt.

Ging es in „Grüße aus meiner Küche“ und „Advent Advent“ noch hauptsächlich um das Thema Backen oder kleinere Snacks, rückt in „New York Christmas“ auch immer mehr das Thema Kochen in den Fokus.

Insgesamt gibt es fünf Kapitel – Christmas Baking, Winter Brunch, Happy Holidays, Christmas Dinner und New Year’s Eve – die sich vor allem um die Adventszeit und das Weihnachtsfest drehen, aber auch der Jahreswechsel und die Wintersaison insgesamt berücksichtigen.

Lieblingsrezepte:

 Chocolate Babka

Mini Cinnamon Rolls

Spaghetti & Meat Balls

Mac & Cheese

Lammburger mit Granatapfelkernen

Apple Pie mit Walnüssen und Cranberrys

und noch so vieles mehr……..

 Wer soll angesprochen werden?

 Das Buch wird alle begeistern, die Wert auf kreative und doch nicht zu komplizierte Rezepte legen, die sowohl bei Singles, Paaren und Familien gleichermaßen Anklang finden.

Außerdem versteht das Buch auf beeindruckende Weise mit den sehr gelungenen Fotos, Stimmungen zu erzeugen und zu transportieren. Das kann dann auch schon mal eine Reise nach New York wett machen, wenn man will.

Optisch ist das Buch von Julia und Lisa eine große Augenweide und adelt sicherlich jedes Bücherregal und jeden Coffee-Table!

Wer sind die Autoren?

Lisa Nieschlag ist Diplom-Designerin. Gemeinsam mit Lars Wentrup betreibt sie eine Agentur in Münster. Am liebsten verbringt sie ihre Zeit in der Küche beim Kochen, Backen, Stylen und Fotografieren. Sie ist Autorin des Food-Blogs „Liz & Jewels“.

Julia Cawley ist Fotografin und Food Bloggerin. Sie ist ein Foodie durch und durch – in ihrem Leben dreht sich viel um gutes Essen. Eigentlich kommt sie aus Münster, lebte aber bis kürzlich mit Mann und Kind 5 Jahre in New York und wird demnächst in Hamburg zu Hause sein.

Fazit: Ein schönes Buch für Weihnachtsfans und Koch-Ästheten das das Potential hat, einen kostspieligen New York Trip zu ersetzen!