Fenchel-Orangen-Salat mit Fenchelsaat und Oliven

© Manuela Rüther, Edition Fackelträger

Als ausgesprochene Riesling-Fans mit Wochenend-Häuschen unweit der Mosel fiel unsere Wahl auf einen feinherben Mosel-Riesling, diese Kombi hat uns überzeugt, gerade weil wir sonst nicht immer mit einem Salat am Tisch glücklich sind, hier war es glücklicher weise anders.

Quelle: Rüther/Bordthäuser: Wein & Gemüse

Edition Fackelträger

Preis: 30,– €

Zutaten (für 4 Personen):

75 g Quinoa

5 EL Olivenöl

3 Orangen

2–3 Fenchelknollen

60 g Kalamata-Oliven

Saft von ½ Zitrone

1 Prise brauner Zucker

1 TL Fenchelsaat

Salz und frisch gemahlener

schwarzer Pfeffer

 Zubereitung:

Quinoa in 150 ml gesalzenem Wasser aufkochen und 10 Minuten köcheln lassen, die Hitze ausschalten und die Quinoa weitere 5 Minuten quellen lassen. Überschüssiges Wasser abgießen und Quinoa mit 2 EL Olivenöl, 1 Prise Salz und dem Saft von einer halben Orange marinieren. Restliche Orangen schälen und filetieren. Saft aus den Häutchen pressen und beiseite stellen.

Fenchel putzen, waschen und halbieren. Fenchelgrün beiseitelegen. Den Fenchel in sehr feine Scheiben schneiden oder hobeln. Fenchelscheiben salzen und pfeffern. Fenchelgrün fein schneiden und zusammen mit Orangenfilets, Oliven und Quinoa unter die Fenchelscheiben mischen. Zitronen- und Orangensaft mit restlichem Olivenöl und dem Zucker verrühren und den Salat damit marinieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und sofort servieren.

Trinken: Der Klassiker der mediterranen Sommerküche hat alles an Aromen auf dem Teller, sodass das Glas ganz unaufgeregt befüllt werden kann. Allein das Thema „Sommer“, das dieses Gericht transportiert, verlangt nach Weißwein. Da die Orange etwas reduzierter in der Säure ist als Zitronen, braucht man hinsichtlich der Säure auch nicht so zögerlich zu sein. Ein leichter sizilianischer Grecanico oder Carricante bieten sich an, wer mag, darf auch Weine mit feiner Restsüße probieren: Riesling feinherb oder ein halbtrockener Chenin blanc wären denkbar. Weiße Rhône mit Grenache blanc und Clairette knüpfen hingegen eher an die mediterran-würzige Aromatik an.

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Betesuppe mit Sauerampfer und salzigem Walnusskrokant

© Manuela Rüther, Edition Fackelträger

Unsere Wahl für einen Lieblingsbegleiter zur leckeren Suppe fiel auf einen Pinot Noir. Die Suppe gibt es jetzt öfter bei uns, der salzige Walnuss-Krokant ist einfach zu lecker dazu und ist großes Kino für en Gaumen.

 Quelle: Rüther/Bordthäuser: Wein & Gemüse

Edition Fackelträger

Preis: 30,– €

Zutaten (für 4 Personen):

600 g Rote Bete

1 große Zwiebel

2 Knoblauchzehen

einige Thymian- und Rosmarinzweige

1 säuerlicher Apfel ( z. B. Boskop bei mir James Grieve)

Zucker

200 ml fruchtbetonter, trockener Rotwein

1 l Rote-Bete-Saft

1 Handvoll Sauerampfer

100 g Schmand oder saure Sahne

2 EL Walnusskerne

Fleur de Sel

1 Schuss Apfelessig

Olivenöl zum Braten und Abschmecken

Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

Die Bete waschen, schälen und fein würfeln. Zwiebel und Knoblauch schälen, die Zwiebel würfeln, die Knoblauchzehen in Scheiben schneiden. Thymian und Rosmarin waschen, trocken schütteln, die Blätter zupfen und fein schneiden. Apfel waschen, vierteln und das Kerngehäuse entfernen.

Olivenöl in einem großen Suppen- oder Bratentopf erhitzen und die Bete darin unter Rühren von allen Seiten anbraten. Zwiebel, Knoblauch und Kräuter dazugeben und alles mit Salz und 1 Prise Zucker würzen. Die Hitze reduzieren und das Gemüse etwa 1 Minute weiterbraten. Mit Wein ab löschen und diesen verkochen lassen. Nun mit Rote-Bete-Saft aufgießen. Den Apfel dazugeben und alles auf mittlerer Hitze mit Deckel 30–40 Minuten kochen lassen.

Unterdessen den Sauerampfer waschen, zupfen, die Blätter fein schneiden und mit dem Schmand verrühren. Mit Salz abschmecken. Die Walnüsse grob hacken und in einer Pfanne ohne Fett rösten. Mit einem ½TL Zucker und 1 Prise Fleur de Sel bestreuen und unter Rühren karamellisieren. Auf einem Teller abkühlen lassen.

Die Suppe fein pürieren. Nach Belieben durch ein Sieb streichen. Falls die Suppe zu dickflüssig ist, etwas Wasser angießen. Mit einem Schuss Apfelessig, Olivenöl, Salz und Pfeffer abschmecken und mit Sauerampfer-Schmand und Walnüssen servieren.

Trinken: Da die Suppe eine süß-säuerliche Aromatik mit würzigen Akzenten hat, bietet sie den perfekten Anlass, um sein Rotweinregal aufzuräumen. Rote Bete und Rotwein sind ein Traumpaar, und dabei muss es nicht mal die teuerste Flasche sein, bereits einfache Qualitäten mit jugendlicher Frucht eignen sich hervorragend. Spätburgunder oder Pinot Noir ist ein erklärter Freund der Roten Bete, aber auch junge Blaufränkisch, Zweigelt oder sizilianische Frappato trinken sich quasi von selbst. Wichtig ist, dass die Weine nicht vom Holz erschlagen sind, sondern die Frucht im Vordergrund steht, denn es geht um die süße Komponente der Roten Bete. Wer lieber etwas Weißes trinken möchte, probiert einen Blanc de Noir, einen Weißwein aus roten Trauben, der in Deutschland hauptsächlich aus Spätburgunder hergestellt wird. Now the wheel has become full circle.

Asia-Bohnenpfanne mit Pilzen und Tofu

© Manuela Rüther, Edition Fackelträger

Normalerweise trinken wir zu asiatischen Gerichten nur Bier, das Wagnis ist uns immer zu groß es auch mal mit Wein zu versuchen, die Empfehlung des Sommeliers es mal mit einem Trocken ausgebauten Gewürztraminer aus der Pfalz zu versuchen, fanden wir großartig!

Quelle: Rüther/Bordthäuser: Wein & Gemüse

Edition Fackelträger

Preis: 30,– €

Zutaten (für 4 Personen):

400 g Tofu

½ Peperoni

2 Knoblauchzehen

8 EL Sojasauce

600 g Schnippel- oder Wachsbohnen

2 rote Paprika

100 g Shiitake

1 Bund Frühlingszwiebeln

einige Koriander- u. Schnittknoblauchzweige

250 ml Gemüsebrühe

1 ½ unbehandelte Limetten

1 EL Fischsauce

1 Msp. Speisestärke

1 Msp. Rübensirup

Sesamöl zum Braten Salz

Zubereitung:

Tofu würfeln. Peperoni waschen, halbieren und die Kerne entfernen. Das Fruchtfleisch fein schneiden. Knoblauchzehen schälen. 1 Zehe beiseitelegen, die andere in feine Scheiben schneiden. Knoblauch und Peperoni mit der Sojasauce verrühren und über die Tofuwürfel gießen. Den Tofu mindestens 1 Stunde marinieren, auf ein Sieb gießen und die Marinade auffangen.

Bohnen waschen, putzen und in kochendem Salzwasser in 5–6 Minuten bissfest garen. Anschließend in mundgerechte Stücke schneiden. Paprika waschen, vierteln, die Kerne entfernen und in ebensolche Streifen schneiden. Pilze waschen, trocken tupfen und achteln. Frühlingszwiebeln waschen, putzen und in Ringe schneiden. Die übrige Knoblauchzehe fein hacken. Kräuter waschen, trocken tupfen, zupfen und fein schneiden.

Gemüsebrühe mit Tofu-Marinade, gehacktem Knoblauch, etwas Limettenabrieb und Limettensaft, Fischsauce und Speisestärke verrühren.1–2 EL Sesamöl in einem Wok erhitzen. Zunächst die Pilze darin scharf anbraten. Paprika hinzugeben und 1 Minute pfannenrühren. Das Gemüse mit Rübensirup beträufeln, rühren und die Sojasaucen-Mischung dazugeben. Bohnen hineingeben und alles aufochen. Zum Schluss Frühlingszwiebeln und Kräuter unter das Gemüse rühren.

Gleichzeitig etwas Sesamöl in einer zweiten Pfanne erhitzen und die Tofuwürfel darin von allen Seiten kross braten. Tofu auf das Gemüse geben und mit Duftreis servieren.

Trinken: Das Gericht ist eine Herausforderung für den Wein, d. h. wir müssen viel probieren, um zu sehen, was einem am besten gefällt zu dem Konglomerat aus Proteinen, leichter Schärfe, fermentativen Aromen, Salzigkeit und Süße. Viel braucht viel, wir müssen nur entscheiden: wovon? Gängige Lehrmeinung ist, dass man asiatisch inspirierten Gerichten gerne mit Restsüße begegnet. Das Essen selbst ist allerdings alles andere als süß, d. h. wer es nicht süß färben will, braucht Alternativen. Auf der Maische vergorener Weißwein bietet sich dank seiner Gerbstoffe an. Trocken ausgebauter Gewürztraminer aus Südtirol oder der Pfalz bringt Duftigkeit mit ins Spiel, lässt den Zucker aber zu Hause. Ein roter, mittelkräftiger junger Bordeaux Supérieur wirkt auch immer wieder Wunder.

Rüther/Bordthäuser: Wein & Gemüse

Edition Fackelträger

Preis: 30,– €

„Man findet keine Freunde mit Salat.“ Man braucht auch Wein …

 Braucht die Welt wirklich noch ein weiteres Buch über Gemüse?

 Natürlich, aber bitte nur dieses, denn obwohl sich in den Buchläden die Regale mit vegetarischer veganer Ernährung geradezu durchbiegen und ein Ende dieses Trends zu einer modernen und gesünderen Ernährung zum Glück nicht abzusehen ist, machen sich Experten und Hobbyköche Gedanken welchen Wein sie zum Fisch- oder Fleischgang servieren oder welcher Wein ihr serviertes Dessert noch mal richtig groß rausbringen soll, aber Vegetarier und Veganern wird diese Begleitung häufig ganz abgesprochen. Wer gesund isst, dem unterstellt man gerne Genuss-Feindlichkeit und sowohl die Winzer als auch Experten haben das ungeheure Potenzial bislang noch kaum erkannt, das in dieser Zielgruppe schlummert.

© Manuela Rüther, Edition Fackelträger

Wer sind die Autoren?

Ela Rüther ist mehrfach ausgezeichnete Food-Fotografin, Journalistin und Köchin u. a. mit Stationen im VAU in Berlin, dem L’Escalier in Köln und im Restaurant Zur Krone in Herxheim. Heute fotografiert sie in ihrem Kölner Studio für Zeitschriften, Verlage, Agenturen und mit wachsender Begeisterung für ihren eigenen Blog http://www.elaruether.de.

Der studierte Germanist Sebastian Bordthäuser betrat die Sommelierszene als Quereinsteiger. 2012 kürte Falstaff ihn zum Sommelier des Jahres, 2014 folgte der Bertelsmann Verlag. Sebastian schreibt für Effilee, die Welt am Sonntag, Feinschmecker, BEEF, Vinum und Falstaff.

Ran an die Gläser!

Weinveranstaltungen in urbaner Kulisse haben enormen Zulauf von jungem Publikum interessierter Genießer, die fernab der ausgetretenen Pfade der hohen Kulinarik oder des Discounter-Schoppens Lust haben, etwas Gutes zu trinken. Es wird wieder gemeinsam zu Hause gekocht, und dazu darf eine gute Flasche nicht fehlen, dort gehört sie hin: auf den Küchentisch, am besten gleich zwei oder drei Flaschen, denn die Vielfalt macht’s. Wein gehört heruntergestoßen vom Altar der hohen kulinarischen Weihe, er ist nicht für den besonderen Anlass, sondern Wein ist heute Alltag, täglicher Genuss für jede Gelegenheit. Ela Rüther und Sebastian Bordthäuser fordern daher: weg mit der kathedralen Ehrfurcht, ran an die Gläser!

Wein und Gemüse wie funktioniert das?

Eine Art der Herangehensweise sind Farbanalogien. Denken wir an einen knackigen Wein, den man jugendlich frisch einfach wegzischt, bietet sich die Farbe Grün an, auch ein knackiger Granny Smith hat ähnliche Attribute. Er hat eine jugendliche Säure und ist von der Gesamt-Aromatik völlig anders als zum Beispiel der Cox Orange Apfel obwohl es sich bei allen dreien um Äpfel handelt. Die Farbpalette von grün über gelb, von orange bis rot, beschreibt also unterschiedliche aromatische Ausprägungen und Stufen der Reife. Und so eignet sich, vereinfacht gesprochen, der oben beschriebene, jugendlich frische Wein auch für gleichgeartete Gerichte mit grüner, knackiger und frischer Aromatik. Als Gegenbeispiel wählen wir auch ohne Beratung instinktiv für ein herbstliches Ragout von geschmorten Pilzen mit Rotwein und Kräutern in dunkler Sauce aus dem Ofen, einen Begleiter mit dunklen Aromen der die Vorzüge des Ragouts besser zur Geltung bringt, weil er diesen von Haus aus eher zuspielt.

Sucht Euch kompetente Unterstützung!

 Bis jetzt werden die meisten von Euch noch milde lächeln und sich vielleicht auch im geheimen denken, na ja dafür brauche ich nun wirklich kein Buch, das kriege ich als vorbelasteter Genießer gerade noch selbst hin. Stimmt, obwohl die Scheu vor Wein immer noch groß ist und deshalb fühlen sich die meisten Menschen auch im Supermarkt wohler als beim Weinhändler. Ein kapitales Missverständnis, denn kundige Händler können uns an ganz andere Geschmackserlebnisse heranführen, der Supermarkt bedient nur einen Einheitsgeschmack und inzwischen gibt es viele engagierte Protagonisten in der Wein-Szene, die ihre Kunden behutsam und ohne verkopftes Wissen an dieses Kulturgut heranführen. Es geht nicht darum richtig zu liegen, Geschmack ist individuell, sondern Geschmack zu entwickeln. Wer als Kind nur mit Fertiggerichten aufwächst, dessen Geschmacksnerven verkümmern und können nur noch Extreme wahrnehmen, beim Wein ist das nicht anders.

Aller Anfang ist leicht, ein Blick aufs Tacho genügt!

Diese Autoren punkten hier mit Seriosität und schwingen sich nicht zu Gurus auf, die ein Buch schreiben und glauben sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen! Aber es kommt noch besser, denn hier sind zwei vom Fach und wissen nicht nur wovon sie reden, sondern haben auch eine ebenso nützliche wie pragmatische Erweiterung geschaffen, in dem sie alle Rezepte mit einem nützlichen Tacho-Piktogramm versehen haben, damit wir uns schon mal orientieren können und zusammen mit dem Experten oder allein einen passenden Wein für unser Lieblingsgericht finden. Der Weintacho ist ein Tool, das als Entscheidungshilfe funktioniert um Eure Weinwahl zu erleichtern. Der Großteil des Tachos ist im grünen Bereich, also für Weißwein reserviert. Der kleinere, rechte Teil umfasst die Rotweine. Ist die Nadel links, handelt es sich um leichte und frische Weine zur leichten Küche. Je weiter die Nadel nach rechts ausschlägt, desto kräftiger werden die Weine und auch die dazu gereichten Speisen. Der rechte, rote Teil ist nach gleichem Muster für die Rotweine reserviert. Der obere Teil des Tachos kategorisiert die Weine von leicht zu  kräftig, von weiß zu rot. Die drei Punkte darüber geben den Grad der Süße an, falls das Gericht nach einem fruchtbetonten oder restsüßen Wein verlangt. Für Weine, die im Fass ausgebaut wurden gibt es ein zusätzliches Piktogramm, das auf einer Skala den Grad des Holzeinflusses beschreibt. Sie reicht von links – wenig Holzeinfluss –  bis  nach  rechts  –  volles Holz voraus. Für den Fall das zum Gericht ein Schaumwein empfohlen wird, gibt es ein weiteres Piktogramm mit Bubbles.

Und was kommt auf den Tisch?

60 Rezepte von Ela Rüther haben es ins schöne Buch geschafft, das geht von A wie Artischocke über Aubergine bis hin zu Fenchel, Kohl, Kürbis, Zichorie oder Zwiebeln. Und diese Rezepte sind einfach und unkompliziert und kommen meist mit einer überschaubaren Anzahl an Zutaten aus, trotzdem erkennt man deutlich die Handschrift der Köchin, der es immer wieder gelingt einen aromatischen Überraschungskick zu kreieren: Artischocken serviert sie beispielsweise mit einem Dip aus Joghurt und Tahin, perfekt mit Petersilie und Kerbel aromatisiert. Bei einem Rezept für eine rote Bete Suppe schafft es diese Köchin, sämtliche Gäste an unserem Tisch zu Begeisterungsstürmen zu veranlassen (Diese waren der Hipster-Genration längst entwachsen und haben in ihrem Leben auch schon die eine oder andere Flaschen guten Weins genossen), denn der Clou das Topping aus Sauerampfer-Schmand und salzigem Walnusskrokant dazu, überzeugt damit auch jene an unserem Tisch, die vorher behauptet haben, Rote Bete sei ihnen im Geschmack zu speziell. Es gibt aber auch so einfache Sachen wie geröstete Auberginen mit Thymian und ein Allerlei aus Bohnen mit Kartoffeln, Limette und Koriander die wirklich ratz fatz auch nach Feierabend funktionieren und uns danach glückliche Seufzer entlocken.

Fazit – oder Kenn ich, kann ich und schmeckt so lecker, darauf trinken wir – Salute!

Die Köchin und der Weinexperte haben eines der besten Bücher zum Thema Wein und Essen abgeliefert und für mich ganz unabhängig davon, ob nun Vegetarier zur unentdeckten Spezis der Winzer und Weinhändler gehören. Sicher das ist ein Trend, der sich am Horizont abzeichnet, weil es zum Glück immer mehr Menschen gibt, die auf gutes Essen und Trinken Wert legen, aber in diesem Buch geht es um mehr, es liefert genial einfache und spannende Rezepte mit Twist und hat auch noch  viele nützliche Informationen im Gepäck, die aus Weinliebhabern, Kenner machen können und das ganz ohne verkopftes Wissen. Dieses Buch zeigt mit der nützlichen Erfindung des Wein-Tachos dass alles so logisch erscheint, dass man es am Ende eigentlich wegwerfen kann, das wünschen sich die Autoren jedenfalls. Ich gebe meins aber nicht mehr her, wenn man einmal so einen Schatz gefunden hat, dann möchte man ihn ja auch behalten. Auch wenn ich schon jetzt ein paar liebe Menschen im Auge haben, die mit diesem tollen Buch von mir zu Weihnachten beglückt werden und das sind definitiv nicht nur Vegetarier oder Hipster!

Herzlichen Dank für die Übersendung eines Rezensionsexemplars.

Feldsalat mit karamellisierten Ziegenkäse auf Apfel-Traminer Relish

© Kerstin Getto/Hölker Verlag

Quelle: Kerstin Getto/Natalie Lumpp: Food Love & Wine

Fotos: Daniela Haug/ Kerstin Getto

Die besten Rezepte zum Wein

Hölker Verlag

Preis: 24,95 €

Eine unverschämt leckere Sache und eine tolle Vorspeise auch wenn Gäste mit am Tisch sitzen. Boskoop hat keine Saison, deshalb habe ich diesen mit einem Jonagold ersetzt und dann die Zuckermenge reduziert. Ich habe mir dieses wunderbare Rezept aber schon für die nächste Boskoop-Ernte vorgemerkt, denn es schreit geradezu nach einer Wiederholung.

Zutaten (für 4 Portionen):

Für das Apfel-Traminer Relish:

80 g brauner Zucker

100 ml Apfelessig

80 ml Traminer oder ein anderer lieblicher Weißwein

4 kleine Äpfel (z. B. Boskoop, ca. 400 g)

1 rote Zwiebel

1 rote Chilischote

1 EL Senfkörner

Salz und frisch gemahlener  schwarzer Pfeffer

Für den Feldsalat:

200 g Feldsalat

1 Schalotte

etwas Zitronensaft

4 EL trockener Riesling

2 EL neutrales Speiseöl

Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

1 TL Honig

Für den Ziegenkäse:

4 Ziegenkäsetaler

2 TL brauner Zucker

Zubereitung:

Für das Relish Zucker, Essig und Wein in einen Topf geben. Die Äpfel schälen, entkernen, in fünf Millimeter große Würfel schneiden und sofort in die Essigmischung geben. Die Zwiebel schälen und in Würfel schneiden. Die Chilischote längs halbieren, entkernen und ebenfalls fein würfeln. Senfkörner, Zwiebel- und Chiliwürfel in die Essigmischung geben. Unter Rühren kurz aufkochen lassen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Bei mittlerer Hitze ohne Deckel eine Stunde köcheln lassen, dabei immer wieder rühren. Das Relish sollte marmeladenartig einkochen und das Essigaroma verlieren. Mit Salz und Pfeffer würzen und abkühlen lassen.

Den Feldsalat putzen und waschen. Die Schalotte schälen und sehr fein würfeln. Mit Zitronensaft, Riesling, Öl, Salz, Pfeffer und Honig in einer kleinen Schüssel zu einem Dressing verrühren.

Die Ziegenkäsetaler dünn mit dem Zucker bestreuen. Den Zucker mit dem Flambierbrenner oder unter dem Backofengrill karamellisieren. Zum Servieren den Feldsalat mit dem Dressing mischen und mit  Relish und jeweils einem Ziegenkäsetaler auf einem Teller anrichten. Dazu passt frisches Baguette.

 Tipp: Das Relish hält im Kühlschrank ca. 2 Wochen.

Zubereitungszeit: 20 Minuten

Kochzeit: 1 Stunde

Lachstarte mit grünem Spargel

© Kerstin Getto/Hölker Verlag

Dieses Rezept zeigt, es braucht nicht viel für den perfekten Genuss, ein alltagstaugliches Rezept, das auch Anfänger in ihrer Küche spielend bewältigen, für mich am liebsten mit einer Scheurebe aus Rheinhessen!

Quelle: Kerstin Getto/Natalie Lumpp: Food Love & Wine

Fotos: Daniela Haug/ Kerstin Getto

Die besten Rezepte zum Wein

Hölker Verlag

Preis: 24,95 €

Kerstin hegt eine große Leidenschaft für pikante Tartes.  Diese Lachstarte mit grünem Spargel und einer guten Prise Parmesan bereichert schon lange ihre Küche und  begeistert sie immer wieder aufs Neue.

Zutaten (für 4 Portionen):

Für den Teig:

25 g reifer Pecorino am Stück

150 g Weizenmehl (Type 405)

1 TL Salz

100 g kalte Butter 1 Ei (Größe M)

Für den Belag:

1 Bund grüner Spargel

300 g Lachsfilet ohne Haut

25 g reifer Pecorino am Stück

200 g Sahne

1 TL getrockneter Oregano

3 Eier (Größe M)

Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

1 rote Chilischote (optional)

Zubereitung:

Für den Teig den Pecorino fein reiben. Käse, Mehl, Salz, kalte Butter in Stücken und das Ei in einer Schüssel zuerst mit dem Knethaken der Küchenmaschine, dann mit den Händen zügig zu einem glatten Teig verarbeiten. Zugedeckt 30 Minuten kalt stellen. Den Backofen auf 200 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Für den Belag den Spargel waschen und die holzigen Enden abschneiden. Den Lachs waschen, vorsichtig trocken tupfen und in drei gleich breite Streifen schneiden. Den Pecorino fein reiben. Käse, Sahne, Oregano und Eier in einer Schüssel mischen. Mit Salz und Pfeffer kräftig würzen und beiseitestellen. Ein Stück Backpapier in der Größe der Backform (24 cm x 24 cm) zurechtschneiden und den Teig deckungsgleich auf dem Papier ausrollen. Den ausgerollten Teig mit dem Backpapier in die Backform legen.

Spargel und Lachs auf dem Teig verteilen und mit der Sahnemischung auffüllen. Nach Wunsch die Chilischote in Ringe schneiden und darauf verteilen. 40 Minuten im vorgeheizten Backofen goldbraun backen.

Tipp: Zur ofenwarmen Tarte passt besonders gut ein einfacher Rucolasalat mit erfrischendem Zitronendressing aus zwei Esslöffeln Zitronensaft, vier Esslöffeln Olivenöl, einem gestrichenen Teelöffel Dijon-Senf, Salz und Pfeffer.

Zubereitungszeit: 30 Minuten

Kühlzeit: 30 Minuten / Backzeit: 40 Minuten

Und mit welchen Wein kann den Genuss noch erhöhen?

Ganz klassisch würde man zu diesem Gericht einen  Sauvignon Blanc servieren. Genauso gut passt aber auch eine Scheurebe. Die Kreuzung aus Riesling und Silvaner bringt sehr klare und fruchtbetonte Weine hervor, die an  Holunderblüten und exotische Früchte erinnern.

Warum wir Wein machen

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Richter/Pattas/Maupilé: Warum wir Wein machen

15 kreative Winzer und ihre Lieblingsweine

 Ulmer Verlag

Preis: 59,90 €

„Die eigene Handschrift finden“

 Worum geht’s?  In Deutschland gibt es rund 70.000 Winzer, die auf etwa 100.000 Hektar Wein anbauen und durchschnittlich 10 Millionen Hektoliter ernten. Darunter gibt es eine kleine Elite, die ihren Beruf mit ganz besonderer Leidenschaft ausübt. Warum sie Wein machen, dazu hat der Autor, Fritz Richter, sie bei seiner Reise durch die deutschen Weinbauregionen einfach befragt.

Herausgekommen ist dabei ein Buch über außergewöhnliche Winzerpersönlichkeiten. Die entstandenen Portraits sind fundiert und tiefgehend und weit entfernt vom unsäglichen Häppchen-Journalismus.

Was ist drin?  Bei den portraitierten Winzern ist alles dabei was Rang und Namen hat wie z. B. das hessische Staatsweingut Kloster-Eberbach, die renommierten Winzer Carl Loewen von der Mosel, Friedrich Becker aus der Pfalz und auch Markus Drautz vom Weingut Drautz-Abele einem Shootingstar der Szene von einem der renommiertesten Weingüter im württembergischen Unterland und einige andere mehr.

Vorgestellt werden jeweils das Weingut, sein historischer und regionaler Werdegang und die Weinmacher und ihre Philosophie. Von jedem Winzer werden weiterhin zwei Lieblingsweine beurteilt – und was man dazu genießen könnte.

Wer sind die Autoren? 

Fritz Richter

Fritz Richter war Redakteur bei der Wirtschaftswoche und lange Jahre Pressesprecher eines Verbandes der Kreditwirtschaft. Heute ist er freier Weinjournalist und Autor mehrerer Bücher über Wein.

Evangelos Pattas

Der in Belgien geborene Grieche Evangelos Pattas ist Sommelier und Besitzer eines Sterne-Restaurants in Stuttgart.

David Maupilé

David Maupilé ist einer der renommiertesten Porträt-Fotografen Deutschlands. Die Bilder für „Warum wir Wein machen“ sind klassisch analog mit einer Großbild- und einer Mittelformatkamera fotografiert.

Was ist besonders?  Der Prachtband ist ein echter Hingucker und kommt in einem geschmackvollen Hochformat daher mit einem schwarz-grauen sehr aparten Schutzumschlag.

Der schöne Titel fällt allein schon durch sein ungewöhnliches Format extrem positiv auf und liegt extrem gut in der Hand, weil es vom Umfang eher schmal ist.

Der schwarz-grau gehaltene Schutzumschlag unterstreicht diesen modernen sehr stilvollen Eindruck noch weiter und hat mich schon gleich bei der ersten Begegnung für den schönen Titel begeistert.

Alle Fotos sind ungeheuer geschmackvoll und sprechen eine sehr persönliche Sprache und sind nirgendwo beliebig und verfehlen bei mir ihre Wirkung nicht, ich schmökere genussvoll bei einem leckeren Gläschen Wein durch die schönen und sehr informativen Portraits, die sich allesamt sehr kurzweilig lesen lassen und uns den Mythos Deutscher Wein am Beispiel fünfzehn herausragender deutscher Winzer, die mit Leidenschaft, Arbeitsethos und Kreativität Spitzenweine produzieren, erklären.

 Fazit: Ein wunderschönes sehr informatives Buch zum Thema Deutscher Wein, das mir ausgesprochen gut gefallen hat, weil es keinerlei faule Kompromisse macht, die zu Lasten der inhaltlichen Qualität gehen. Auch Layout und Ausstattung sind großes Kino. Ich empfehle das Buch gerne weiter und denke es ist auch ein tolles Geschenk für Wein-Liebhaber und Ästheten!